Herpes natürlich mit Mikronährstoffen vorbeugen und behandeln

Wie mit Aminosäuren, Vitaminen und Mineralstoffen Herpes vorgebeugt und die Symptome gelindert werden können

Herpes ist eine Virusinfektion an den Lippen oder im Genitalbereich. Schmerzhafte Bläschen, Juckreiz und Überempfindlichkeit der betroffenen Hautpartien zählen zu den Symptomen beider Infektionen. Erfahren Sie hier, welche Mikronährstoffe zur Vorbeugung der Herpesinfektion beitragen, Herpesbeschwerden abklingen lassen und das Immunsystem stärken.

Frau berührt ihre Lippen mit einem Finger
Das Virus Herpes-simplex 1 verursacht den unangenehmen Lippenherpes. Etwa 85 Prozent der Menschen sind mit dem Virus infiziert. Das Virus bleibt nach der Infektion ein Leben lang im Körper, bei einem geschwächten Immunsystem kann es dann zu einem erneuten Ausbruch kommen. Bild: CherriesJD/iStock/Getty Images Plus

Ursachen und Symptome

Herpes ist der Oberbegriff für zwei verschiedene Erkrankungen:

  • Lippenherpes (Herpes labialis), meist verursacht durch das Herpesvirus Herpes-simplex 1 (HSV-1)
  • Genitalherpes (Herpes genitalis), oft ausgelöst durch das Virus Herpes-simplex 2 (HSV-2)

Bei einer Herpesinfektion gelangen die Viren über die Schleimhäute in den Körper. Von dort aus wandern sie in den Zellkern der Nervenzellen, wo sie nicht vom Immunsystem entdeckt werden. Sie bleiben dort ein Leben lang. Ist das Immunsystem geschwächt, vermehren sich die Viren: Dann treten typische Symptome auf, wie Herpesbläschen und Juckreiz. Auch Schwellungen der umliegenden Lymphknoten, Fieber und Rückenschmerzen können Zeichen der Herpesinfektion sein. Die Viren bleiben auch nach der Abheilung dauerhaft im Körper – auch wenn keine Symptome mehr sichtbar sind.

Info

Auch andere Krankheiten wie Gürtelrose können durch Herpesviren ausgelöst werden. Es handelt sich jedoch nicht um den Herpes-simplex-Erreger, sondern um das Varizella-Zoster-Virus (VZV).

Eine akute Herpes-simplex-Infektion ist ansteckend. Während man sich beim Lippenherpes (Herpes-simplex Typ 1) durch eine Schmier- oder Tröpfcheninfektion anstecken kann, wird der Genitalherpes (Herpes-simplex Typ 2) oft durch sexuelle Kontakte übertragen. Etwa 85 Prozent der Bevölkerung sind mit dem Lippenherpes-Virus infiziert und 15 Prozent mit dem Genitalherpes-Virus.

Folgeerkrankungen durch die Herpesviren sind selten und treten oft bei Personen mit einer Immunschwäche auf. Die Infektion kann jedoch andere Bereiche der Haut befallen, etwa das Auge, was im schlimmsten Fall zur Erblindung führen kann. In sehr seltenen Fällen kann das Herpes-simplex-Virus Typ 1 und 2 eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) auslösen.

Zurück zum Anfang

Ziele der Behandlung

Wie wird Herpes klassisch behandelt?

In der Behandlung von Herpes geht es darum, die Vermehrung des Virus zu unterbinden, die Abheilung der Herpesbläschen zu fördern sowie zu verhindern, dass sich die Krankheit ausbreitet.

Tritt die Infektion zum ersten Mal auf (Erstinfektion oder Primärinfektion), kommen Medikamente zum Einsatz, um die Vervielfältigung des Virus zu reduzieren (Virustatika). Auch bei wiederkehrenden Infektionen kommen diese Mittel zum Einsatz. Oft wird der Medikamentenwirkstoff Acicloivir (Aciclostad®, Zovirax®) als Creme oder in Tablettenform verwendet. Der Wirkstoff Ganciclovir wird als Injektion verabreicht und Brivudin (Zostex®) ist in Tablettenform erhältlich.

Pflanzliche Wirkstoffe wie Melissen-Extrakt (Lomaherpan®) können die Vermehrung des Virus ebenfalls hemmen und die Abheilung fördern. Zusätzlich stehen Präparate mit Zinksulfat (Virdermin®) in Salbenform zur Verfügung, um die Wundheilung zu fördern, und als Pflaster (Compeed®, Zoviprotect®), um die äußerliche Ausbreitung der Herpesviren zu hemmen und den Heilungsprozess zu unterstützen.

Wichtig für den Behandlungserfolg ist der sofortige Therapiebeginn bei den ersten Anzeichen – etwa bei dem ersten Auftreten von Lippenbläschen. Bei besonders schweren Infektionen im Genitalbereich kann eine Injektion des Medikaments in die Vene nötig sein oder es wird eine Therapie zur Unterdrückung des Virus über einen längeren Zeitraum durchgeführt (Suppressionstherapie).

Zusätzlich können bei Bedarf Medikamente gegen Schmerzen, Fieber und antiseptische Mundspülungen eingesetzt werden.

Info

Um dem Ausbruch einer erneuten Virusinfektion vorzubeugen, können Maßnahmen wie Stressreduktion, ausreichender Schlaf, die Stärkung des Immunsystems durch ausgewogene Ernährung und Sport sowie ausreichende Schutzmaßnahmen vor UV-Strahlen helfen.

Ziele der Mikronährstoffmedizin

Die Mikronährstoffmedizin kann die Behandlung der Herpesinfektion auf ideale Weise unterstützen. Bestimmte Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe und Pflanzenstoffe sind wichtig für ein aktives und starkes Immunsystem. Sie können die Vermehrung der Herpesviren hemmen, dem Aufflammen einer erneuten Herpesinfektion vorbeugen sowie unangenehme Begleitsymptome wie Kribbeln und Juckreiz lindern.

Zu den wichtigsten Mikronährstoffen bei Herpes gehören:

  • Lysin hemmt die Vermehrung der Viren.
  • Vitamin C stärkt das Immunsystem.
  • Zink stärkt die Immunantwort und stört die Vermehrung der Viren.
  • Beta-Glucan aktiviert das Immunsystem.
  • Grüntee bindet die Viren, sodass sie nicht mehr infektiös sind.
  • Kieselerde lindert die Symptome.
Illustration des Herpesvirus
Herpesviren benötigen Arginin, damit sie sich vermehren können, durch Lysin kann ihnen allerdings das benötigte Arginin entzogen werden. Lysin ist ein Gegenspieler von Arginin und hemmt zum Beispiel die Aufnahme von Arginin. Wichtig ist, dass Lysin frühzeitig eingenommen wird. Haben sich die Viren schon vermehrt, ist es wenig hilfreich. Bild: Dr_Microbe/iStock/Getty Images Plus
Zurück zum Anfang

Behandlung mit Mikronährstoffen

Lysin lindert Beschwerden und beugt dem Ausbruch einer Herpesinfektion vor

Wirkweise von Lysin

Lysin (genauer L-Lysin) ist eine Aminosäure, die nicht vom Körper selbst hergestellt werden kann und mit der Nahrung aufgenommen werden muss. Besonders wichtig ist Lysin für die Zellteilung und die Wundheilung.

Herpesviren brauchen für die Vermehrung unter anderem die Aminosäure Arginin. Lysin ist ein natürlicher Gegenspieler von Arginin und senkt die Verfügbarkeit von Arginin für die Herpesviren. Dadurch stört Lysin die Vermehrung der Viren. Fehlt Lysin, kann folglich eine Herpesinfektion leichter ausbrechen.

In einer kleinen hochwertigen Studie wurde gezeigt, dass die Ergänzung von täglich 3.000 Milligramm Lysin bei Herpeserkrankten dem Ausbruch einer Herpesinfektion vorbeugte oder die Symptome messbar abnahmen. Auch der Zeitraum der Abheilung wurde verkürzt. Eine andere hochwertige Studie kam dagegen zu einem gegenteiligen Ergebnis: Hier zeigte die Einnahme von Lysin keine Wirkung. Allerdings ergänzten die Teilnehmer dieser Studie nur 1.200 Milligramm Lysin pro Tag. Auch in einer überblickenden Aufarbeitung der Studien kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass Lysin vermutlich keine Wirkung hat.

Weitere Studien müssen nun prüfen, warum Lysin in der einen Situation gewirkt hat und in anderen nicht. Da Lysin jedoch die Vermehrung der Herpesviren hemmt, ist der Einsatz vielversprechend und kann versucht werden.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Lysin

Bei einer aufgeflammten Herpesinfektion empfehlen Mikronährstoff-Mediziner, so schnell wie möglich pro Tag 3.000 Milligramm Lysin für die Zeit der Infektion zu ergänzen. Die Dosierungsempfehlung von Lysin zur Vorbeugung einer Herpesinfektion liegen zwischen 500 und 1.000 Milligramm täglich. Die Menge sollte dabei über den Tag verteilt werden – zum Beispiel dreimal täglich 1.000 Milligramm.

Nehmen Sie Lysin nüchtern zwischen den Mahlzeiten ein, damit es gut im Darm aufgenommen wird. Es gibt Lysin als Kapseln, Tabletten und in Pulverform. Möchten Sie Lysin für längere Zeit einnehmen, sollte eine Dosierung von 1.000 Milligramm täglich nicht überschritten werden, damit für den Körper kein dauerhafter Argininmangel entsteht.

Lysin: zu beachten bei Erkrankungen, Schwangerschaft und Stillzeit

Personen mit schweren Schädigungen der Nieren und bei akutem Nierenversagen sollten kein Lysin einnehmen. Es könnte die Beschwerden verstärken. Auch Personen mit einer akuten Autoimmunerkrankung sollten auf die Ergänzung von Lysin verzichten. Diabetikern wird empfohlen, bei Einnahme von Lysin den Blutzuckerspiegel öfter zu kontrollieren: Es gibt Hinweise, dass Lysin den Blutzuckerspiegel senken kann.

Wenn eine Operation geplant ist, sollte Lysin rechtzeitig vorher abgesetzt werden. Es könnte die Blutgerinnung beeinflussen. Auch Schwangere und Stillende sollten wegen der möglichen Wirkung auf die Blutgerinnung auf die Einnahme von Lysin verzichten.

Vitamin C stärkt das Immunsystem bei einer Herpesinfektion

Wirkweise von Vitamin C

Zitrusfrüchte schreiben Vitamin C
Bei einer akuten Herpesinfektion kann das Immunsystem mit Vitamin-C-Kapseln unterstützt werden. Für die Zeit der Infektion sind 1.000 bis 3.000 Milligramm täglich ratsam. Bild: Chinarius/iStock/Getty Images Plus

Vitamin C ist ein Antioxidans und übt als Radikalfänger eine Zellschutzwirkung aus. Indem es die Vermehrung und die Funktion der Abwehrzellen fördert, unterstützt Vitamin C auch die Immunabwehr, die bei einer Herpesinfektion oft geschwächt ist.

In einer kleinen Vorstudie konnte die Einnahme von Vitamin C zusammen mit Flavonoiden die Heilungsdauer um durchschnittlich zwei Tage verkürzen. Zudem litten die Betroffenen kürzer an Schmerzen durch die Infektion. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine andere kleine hochwertige Studie: Mit Vitamin C und Flavonoiden war die Zeit bis zur Heilung kürzer als bei den Personen, die das Scheinmedikament erhielten. Die Einnahme war am effektivsten, wenn sie bei den ersten Symptomen erfolgte. Größere Studien müssen nun zeigen, wie stark der Beitrag von Vitamin C bei Herpes ist und wie gut die Wirkung in Kombination mit Lysin ist.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Vitamin C

Um das Immunsystem bei einer akuten Infektion zu unterstützen, empfehlen Mikronährstoff-Mediziner für die Zeit der Infektion täglich 1.000 bis 3.000 Milligramm Vitamin C. Zur Vorbeugung einer Herpesinfektion wird zu 500 bis 1.000 Milligramm Vitamin C pro Tag geraten. Damit Vitamin C gut aufgenommen wird, sollte die Gesamtmenge über den Tag verteilt werden – zum Beispiel fünfmal 200 Milligramm.

Die Verträglichkeit ist am besten, wenn Vitamin C zu einer Mahlzeit eingenommen wird. Präparate sind in Form von Kapseln, Tabletten oder als Brausetabletten erhältlich. Dauerhaft sollten nicht mehr als 2.000 Milligramm Vitamin C eingenommen werden. Ab dieser Dosierung kann Vitamin C prooxidativ wirken.

Tipp

Achten Sie auf Präparate, die auch Flavonoide enthalten, zum Beispiel aus Citrusfrüchten. Sie unterstützen die Therapie.

Vitamin C: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Die Einnahme von Vitamin C bei Nierensteinen sollte pro Tag unter 1.000 Milligramm betragen. Bei Nierenschwäche sollten weniger als 500 Milligramm täglich über Präparate eingenommen werden, da Vitamin C im Körper zu Oxalsäure abgebaut wird. Damit kann eine kranke Niere schwer umgehen. Vitamin C steigert die Aufnahme von Eisen. Im Fall einer krankhaften Eisenüberladung (Hämochromatose) sollte die Vitamin-C-Therapie immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Ab einer täglichen Vitamin-C-Einnahme von über 1.000 Milligramm könnte die Wirksamkeit von zwei Arzneimitteln herabgesetzt werden: die des Krebswirkstoffs Bortezomib (etwa Velcade®) und die des Blutverdünners Warfarin (Coumadin®). Besprechen Sie daher die Einnahme mit dem Arzt.

Mit Zink die Vermehrung von Herpesviren stören

Wirkweise von Zink

Illustration von Herpeszellen
Zink ist nicht nur wichtig für das Immunsystem, es sorgt auch dafür, dass die Haut wieder heilt. Es wird für die Zellteilung und Produktion von Kollagen, einer der wichtigsten Bausteine der Haut, benötigt. Bild: Christoph Burgstedt/iStock/Getty Images Plus

Zink ist für die Wundheilung wichtig sowie für die Bildung und Funktion von Abwehrzellen. Sind die Abwehrkräfte geschwächt, kann es leichter zu einer Herpesinfektion kommen. Die Vermehrung des Herpes-simplex-Virus wurde in Laborversuchen durch Zink gehemmt. Auch im Tierversuch führte die Gabe von Zink zu einer Abnahme der Symptomstärke, wie ein Übersichtsartikel beschreibt.

Erste Ergebnisse an Menschen legen nahe, dass die Ergänzung von Zink die Abheilung einer Herpesinfektion fördern kann. In einer Vorstudie konnte gezeigt werden, dass eine Zink-Therapie (45 Milligramm täglich) bei Lippenherpes die Anzahl der Infektionen reduzierte und die Heilungszeit verkürzte: Von ehemals mehr als sieben Infektionen jährlich kam es im Schnitt zu drei Ausbrüchen pro Jahr. Zudem wurden 46 Milligramm Zink erfolgreich in Kombination mit 500 Milligramm Vitamin C in einer anderen Vorstudie bei Lippenherpes getestet. Es wird diskutiert, ob Zink auch geeignet ist, Infektionen durch UV-Strahlung vorzubeugen. UV-Strahlen der Sonne können ebenfalls die Vermehrung eines sich bereits im Körper befindlichen Virus fördern.

Auch dem Aufflammen von Genitalherpes kann mit Vitamin C vorgebeugt werden – eine erste Studie war Erfolg versprechend: Den Betroffenen wurde ein Mischpräparat aus Zink (50 Milligramm) und jeweils 5 Milligramm Magnesium, Vitamin B1 und Vitamin B2 gegeben. Die Symptome waren milder als ohne die Ergänzung und die Beschwerdedauer wurde verkürzt. Bei einigen Patienten kam es zudem seltener zu einer Infektion.

Hochwertige Studien müssen die positive Wirkung von Zink bei Herpes nun weiter belegen. Da Zink jedoch für ein funktionierendes Immunsystem und die Wundheilung gebraucht wird, sollte es bei der Behandlung von Herpes nicht fehlen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Zink

Bei einer akuten Herpesinfektion sollten pro Tag zwischen 25 und 50 Milligramm Zink ergänzt werden. Als Dosierung zur Vorbeugung von Herpes empfehlen Mikronährstoff-Mediziner dauerhaft täglich zwischen 10 und 20 Milligramm Zink.

Die Verträglichkeit von Zinkpräparaten ist am besten, wenn sie zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Auf nüchternen Magen können sie Magenbeschwerden verursachen. Zudem verbessert sich die Aufnahme von Zink, wenn es zusammen mit anderen Lebensmitteln − vor allem mit Speisen, die tierisches Eiweiß enthalten − eingenommen wird.

Zink: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Bei einer chronischen Nierenschwäche oder anderen Nierenerkrankungen sollte Zink nicht zusätzlich über Mineralstoffpräparate eingenommen werden. Geschwächte Nieren können Zink nicht richtig ausscheiden, die Blutspiegel würden ansteigen.

Die Einnahme von Zink hemmt die Wirksamkeit einiger Antibiotika aus den Wirkstoffgruppen der Gyrasehemmer (wie Ciprobay®) und Tetracycline (wie Doxycyclin®). Auch die Wirkung mancher Arzneimittel bei Osteoporose (genauer Bisphosphonate wie Fosamax®, Bondronat®) werden durch Zink gehemmt. Bei der Einnahme von Zinkpräparten sollte daher ein Abstand von zwei Stunden oder mehr zu Antibiotika oder Osteoporose-Medikamenten eingehalten werden.

Mit Beta-Glucan das Immunsystem aktivieren

Mit Beta-Glucan das Immunsystem aktivieren

Beta-Glucan ist ein Stoff mit stimulierender Wirkung auf das Immunsystem. Es gibt Beta-Glucan aus Hefe und Beta-Glucan aus Hafer. Besonders Hefe-Beta-Glucan kann die Antikörperbildung unterstützen. Diese Wirkung kann zu einer gesteigerten Resistenz gegenüber Viren führen. Gleichzeitig beeinflusst Hefe-Beta-Glucan verschiedene Abwehrzellen und aktiviert Fresszellen: So können mit dem Herpesvirus infizierte Zellen besser bekämpft werden.

Dass die Ergänzung von Hefe-Beta-Glucan einen positiven Effekt auf das Immunsystem haben kann, wurde  in einer hochwertigen Studie an Erkältungspatienten gezeigt. Untersuchungen zu Herpes stehen jedoch noch aus. Durch die aktivierende Eigenschaft von Hefe-Beta-Glucan auf das Immunsystem ist auch ein Effekt bei Herpes denkbar.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Beta-Glucan

Bei einer Herpesinfektion können täglich 500 bis 1.000 Milligramm Beta-Glucan aus Hefe eingenommen werden. Diese Dosierung war in Studien wirksam zur generellen Unterstützung des Immunsystems.

Hefe-Beta-Glucan ist in Kapselform erhältlich und gilt als gut verträglich. Empfohlen wird die Einnahme zusammen mit einer Mahlzeit.

Grüntee unterdrückt die Vermehrung von Herpesviren

Wirkweise von Grüntee

Grüntee ist durch seine Inhaltsstoffe vor allem als Schutzstoff und als Schadstofffänger bekannt. Grüntee-Extrakt enthält vor allem Catechine wie Epigallocatechingallat, kurz EGCG. EGCG hemmt das Anheften von Viren an menschliche Zellen und damit die Virenvermehrung. Laborversuche mit Herpesviren zeigen, dass EGCG diese Viren unschädlich machen konnte. Besonders gut wurden Herpesviren gehemmt, die Genitalherpes verursachen (HSV-2).

Fallberichten zufolge reduzierte die äußere Anwendung eines Präparates mit EGCG merklich Entzündungssymptome und die Dauer der Symptome bei Lippenherpes. Nun müssen Studien zeigen, ob die oft im Labor gezeigte Wirkung von EGCG gegen Viren auch durch Präparate erreicht werden kann, die eingenommen werden.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Grüntee

Ein Glas mit grünem Tee
Die Inhaltstoffe in grünem Tee hemmen die Vermehrung von Viren, vor allem äußerlich angewendet, könnte Grüntee daher bei Herpes helfen. Bild: KMNPhoto/iStock/Thinkstock

Bei der Behandlung von Herpes kann Grüntee äußerlich angewendet werden. Dazu wird empfohlen, den Grüntee-Extrakt aus der Kapsel in etwas Wasser aufgelöst mit einem Wattestäbchen auf die Herpesbläschen aufzutragen oder einen Teebeutel zu verwenden. Geben Sie dazu den Teebeutel in kochendes Wasser und lassen Sie ihn kurz ziehen. Nehmen Sie ihn anschließend aus dem Wasser und lassen Sie ihn abkühlen, bis Sie ihn für 10 Minuten auf die Bläschen legen können.

Möchten Sie Grüntee-Extrakt in Form von Kapseln einnehmen, liegt die empfohlene Dosierung zwischen 200 bis 400 Milligramm pro Tag. Grüntee-Extrakt sollte immer zu den Mahlzeiten eingenommen werden.

Grüntee-Extrakt: zu beachten bei Schwangerschaft, Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

In der Schwangerschaft sollte kein Grüntee-Extrakt eingenommen werden, da Studien zur Unbedenklichkeit bislang fehlen. Wenn Sie von einer Lebererkrankung betroffen sind, besprechen Sie zuvor mit einem Arzt, ob Sie Grüntee-Extrakt einnehmen können. In seltenen Fällen können die Leberwerte durch die Einnahme von Grüntee-Extrakt steigen.

Grüntee kann die Wirksamkeit des Krebswirkstoffs Bortezomib (Velcade®) aufheben. Wenn Sie planen, Grüntee-Extrakt während einer Krebstherapie einzunehmen, stimmen Sie das mit dem behandelnden Arzt ab. Manche Inhaltsstoffe von Grüntee können die Aufnahme von Arzneistoffen im Darm blockieren – zum Beispiel die Aufnahme des Betablockers Bisoprolol (Bisoprolol®) oder die des Blutdrucksenkers Nifedipin (Adalat®). Es sollten daher zwischen der Einnahme der Medikamente und dem Teetrinken oder der Einnahme der Grünteekapseln vier Stunden oder mehr liegen.

Kieselerde mildert Symptome bei Herpes

Wirkweise von Kieselerde

Kieselerde ist besonders durch ihre aufbauenden und erhaltenden Wirkungen auf das Bindegewebe bekannt. Sie enthält vor allem Silicium, das wiederum für die Quervernetzung bestimmter Moleküle im Bindegewebe zuständig ist. Dadurch fördert Silicium die Stabilität und Belastbarkeit des Gewebes.

In einer ersten Vergleichsstudie linderte Kieselerde bei äußerer Anwendung Lippenherpes-Symptome wie Kribbeln, Juckreiz, Brennen, Straffheit und Schmerzen genauso wirksam wie der Medikamentenwirkstoff Acicloivir. Bislang fehlen aber größere hochwertige Studien, die die Wirksamkeit von Kieselerde belegen. Da Kieselerde als Creme einfach anzuwenden ist, ist sie als Behandlungsversuch auf alle Fälle zu empfehlen.

Dosierung und Empfehlung für Kieselerde

Kieselerde wird bei Lippenherpes äußerlich auf die Lippenbläschen aufgetragen. Man lässt sie auf den Bläschen eintrocknen. Kieselerde ist in Gelform oder als Creme erhältlich.

Dosierungen auf einen Blick

Empfehlung pro Tag bei Herpes

 

Vitamine

Vitamin C

Behandlung: 1.000 bis 3.000 Milligramm (mg)

Vorbeugung: 500 bis 1.000 Milligramm

  
 

Mineralstoffe

Zink

Behandlung: 25 bis 50 Milligramm

Vorbeugung: 15 bis 25 Milligramm

  
 

Sonstige Stoffe

Lysin

Behandlung: 1.000 bis 3.000 Milligramm

Vorbeugung: 500 bis 1.000 Milligramm

Beta-Glucan

900 Milligramm

Grüntee-Extrakt

200 bis 400 Milligramm oder äußerliche Anwendung

Kieselerde

äußerliche Anwendung, zum Beispiel als Creme

Zurück zum Anfang

Zusammenfassung

Lippenherpes und Genitalherpes sind Viruserkrankungen, die phasenweise auftreten. Nur während der akuten Infektion ist Herpes ansteckend und erzeugt unangenehme Symptome wie Bläschenbildung, Juckreiz und Schmerzen. Das Virus bleibt aber ein Leben lang im Körper und kann erneut zu einer Infektion führen – zum Beispiel, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Bestimmte Mikronährstoffe stärken das Immunsystem, damit es nicht zu einem erneuten Ausbruch kommt – oder verbessern die Heilung und lindern die Symptome.

Lysin beugt dem Ausbruch einer Herpesinfektion vor, indem es die Verfügbarkeit von Arginin herabsetzt, welches das Virus wiederum für die Vermehrung braucht. Zink reduziert die Dauer der Herpesinfektion und fördert die Abheilung. Vitamin C und Beta-Glucan aktivieren das Immunsystem und stärken dessen Funktion. Grüntee kann die Herpesviren bei deren Vermehrung stören und Kieselerde kann, äußerlich angewendet, Symptome bei einer akuten Infektionsphase mildern.

Zurück zum Anfang

Verzeichnis der Studien und Quellen

Auinger, A. et al. (2013): Yeast (1,3)-(1,6)-beta-glucan helps to maintain the body’s defence against pathogens: a double-blind, randomized, placebo-controlled, multicentric study in healthy subjects. Eur J Nutr 2013 Jan:52:1913-8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3832763/, abgerufen am 25.02.2019

DiGiovann, J.J. & Blank, H. (1984): Failure of lysine in frequently recurrent herpes simplex infection. Treatment and prophylaxis. Arch Dermatol 1984:120:48-51. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6419679, abgerufen am 23.02.2019

Femianao, F. et al. (2005): Recurrent herpes labialis: a pilot study of the efficacy of zinc therapy. J Oral Pathol Med 2005 Aug:34:423-5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16011612, abgerufen am 25.02.2019

Gaby, A.R. (2006): Natural Remedies for Herpes simplex. Alternative Medicine Review 2006:11:93-101. http://archive.foundationalmedicinereview.com/publications/11/2/93.pdf, abgerufen am 23.02.2019

Griffith, R.S. et al. (1987): Success of L-lysine therapy in frequently recurrent herpes simplex infection. Treatment and prophylaxis. Dermatologica 1987:175:183-90. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3115841, abgerufen am 23.02.2019

Gröber, U. (2011): Mikronährstoffe. Metabolic Tuning – Prävention – Therapie. 3. Aufl. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart.

Hemilä, H. (2017): Vitamin C and infections. Nutrients 2017:9:339. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5409678/, abgerufen am 24.02.2019

Isaaces, C. et al. (2008): Epigallocatechin gallate inactivates clinical isolates of herpes simplex virus. Antimicrob Agents Chemother 2008 Mar:52:962-70. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18195068/, abgerufen am 25.02.2019

Koyama, A. & Adachi, A. (1997): Induction of apoptosis by herpes simplex virus type 1. J Gen Virol 1997 Nov:78:2909-12. https://jgv.microbiologyresearch.org/content/journal/jgv/10.1099/0022-1317-78-11-2909, abgerufen am 25.02.2019

Murphy, E. et al. (2009): Benefits of oat β-glucan and sucrose feedings on infection and macrophage antiviral resistance following exercise stress. Am J Physiol Regul Integr Comp Physiol 2009 Oct:297:R1188-94. https://www.physiology.org/doi/full/10.1152/ajpregu.00396.2009, abgerufen am 25.02.2019

Pradhan, P. & Nguyen, M. (2018): Herpes simplex virus virucidal activity of MST-312 and epigallocatechin gallate. Virus Res 2018 Apr:249:93-8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29604359, abgerufen am 25.02.2019

Reitmeier, N. (2008): Wirksamkeit und Patientennutzen einer Zubereitung von von Silicea Gel (Lippenherpesgel®) im Vergleich zu Aciclovir-Creme (Zovirax®) bei Herpes labialis. Dissertationsschrift, Hamburg 2008. http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2009/4049/pdf/Dissertation_Reitmeier.pdf, abgerufen am 25.02.2019

Sauerbrei, A. (2014). Diagnostik und antivirale Therapie von Herpes-simplex-Virus-Infektionen. Mikrobiologie 2014:24:151-8. http://www.dvv-ev.de/FachausKommis/KommAntiviraleTherapie/Mikrobiologe%202014-4%20-%20Diagnostik%20und%20antivirale%20Therapie%20von%20Herpes-simplex-Virus-Infektionen%20-%20Seite%20151-158.pdf, abgerufen am 22.02.2019

Sulochana, K.N. (2001): Insulin receptor tyrosine kinase activity in monocytes of type 2 diabetes mellitus patients receiving oral L-Iysine. Indian Journal of Biochemistry & Biophysics 2001:38:331-4. https://pdfs.semanticscholar.org/adc9/b9cc818b0aea3bfab6fd370b10def31f7998.pdf, abgerufen am 24.02.2019

Terezhalmy, G.T. (1978): The use of water-soluble bioflavonoid-ascorbic acid complex in the treatment of recurrent herpes labialis. Oral Surg Oral Med Oral Pathol 1978:45:56-62. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/339141, abgerufem am 24.02.2019

Volmann, J. et al. (2008): Dietary modulation of immune function by β-glucans. Physiol Behav 2008 May:94:276-84. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0031938407004702?via%3Dihub, abgerufen am 25.02.2019

Xu, J. et al. (2017): A Review of the Antiviral Role of Green Tea Catechins. Molecules 2017. www.mdpi.com/1420-3049/22/8/1337/pdf , abgerufen am 25. 02.2019

Zhao, M. et al. (2012): A proprietary topical preparation containing EGCG-stearate and glycerin with inhibitory effects on herpes simplex virus: case study. Inflamm Allergy Drug Target 2012 Oct:11:364-8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22583482, abgerufen am 25.02.2019

Zschocke, I. et al. (2008): Silica gel is as effective as acyclovir cream in patients with recurrent herpes labialis: results of a randomized, open-label trial. J Dermatolog Treat 2008:19:176:81. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18569274, abgerufen am 25.02.2019