Natürliche Asthmakontrolle mit Mikronährstoffmedizin

Bestimmte Nährstoffe lindern die Symptome in den Bronchien und reduzieren das Risiko für die Entstehung von Folgeerkrankungen

Asthma (Asthma bronchiale) ist eine chronische entzündliche Erkrankung der Atemwege, die sich anfallsweise verschlimmert. Es ist mit einer erhöhten Empfindlichkeit der Bronchien gegenüber verschiedenen Reizen verbunden. Asthma wird häufig mit nebenwirkungsreichen Medikamenten behandelt. Man kann aber auch mit Mikronährstoffmedizin und natürlichen Stoffen wie sekundären Pflanzenstoffen, Mineralstoffen und Vitaminen vorbeugen und lindern. Lesen Sie in diesem Artikel, welche das sind.

Frau mit Asthmainhalator
Asthma ist eine Erkrankung, bei der die Atemwege ständig in Entzündungs- und Abwehrbereitschaft stehen und mit Atemnot verbunden ist. Einige Wirkstoffe werden innerhalb der Therapie über einen Inhalator zugeführt, andere als Tablette eingenommen. Bild: Tom Merton/iStock/Getty Images Plus

Ursachen und Symptome

Asthmaarten und Auslöser (Reize)

Ärzte unterscheiden zwischen allergischem (extrinsischem) Asthma und nicht allergischem (intrinsischem) Asthma. Beide Asthmaarten kommen in Reinform jedoch nur bei etwa zehn Prozent der Patienten vor, bei der Mehrheit werden Mischformen beobachtet.

Extrinsisches Asthma kann durch eine Allergie entstehen. Dann reagieren die Atemwege auf harmlose Stoffe wie zum Beispiel Pollen, Staub oder Tierhaare mit Asthmaanfällen.

Bei intrinsischem Asthma ist die Entzündungsbereitschaft krankhaft erhöht und es reichen kleine Umweltreize wie Straßenstaub, Abgase oder Kaltluft, um einen Asthmaanfall auszulösen. Auch Atemwegsinfekte sind eine mögliche Ursache. Asthma kann durch Rauchen ausgelöst und verschlimmert werden. Daneben können auch Stress oder körperliche Belastung einen Anfall auslösen.

Ursachen für Asthma bronchiale

Bei Asthmatikern ist die Schleimhaut der Atemwege ständig in Abwehrbereitschaft. Durch diese Überempfindlichkeit (Hyperreagibilität) der Atemwege folgt schon auf geringe Reize eine heftige Abwehr: Bei einem Anfall verkrampft sich die Bronchialmuskulatur schlagartig.

Zudem rufen die Reize Entzündungen hervor. Dadurch schwillt die Bronchialschleimhaut an. Die Zellen bilden zähen Schleim, der sich in den Bronchien ansammelt. Da zu wenig Luft ausgeatmet, aber weiter Luft eingeatmet wird, kommt es zu einer Überblähung der Lunge. Dabei werden die Lungenbläschen geschädigt und das nutzbare Lungenvolumen verkleinert sich im Verlauf der Erkrankung (Lungenemphysem).

Symptome von Asthma

Zum Krankheitsbild eines akuten Asthmaanfalls gehören Atemnot und Hustenreiz. Durch die Verengung der Luftwege kann der Betroffene nicht mehr ungehindert ein- und ausatmen. Atemgeräusche sind die Folge (Pfeifen, Giemen und Brummen).

Der Betroffene leidet durch die eingeschränkte Lungenfunktion unter Sauerstoffmangel. Die Folge sind Luftnot, Engegefühl in der Brust sowie Herzrasen (hoher Puls). Als äußerliches Zeichen färben sich die Lippen blau. Durch die mangelnde Sauerstoffversorgung nimmt die körperliche Leistungsfähigkeit ab und die Betroffenen sind müde, erschöpft, gelegentlich verwirrt. Sie verlieren oftmals an Gewicht.

Info

Asthma und chronisch-obstruktive Bronchitis (COPD) haben ähnliche Symptome, darum kann nur ein Fachmann die richtige Diagnose stellen. Dabei wird das Lungenvolumen geprüft (Spirometrie). Die Blutgasanalyse liefert Daten über die Sauerstoffversorgung und Abatmung von Kohlendioxid.

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Ziele der Behandlung

Wie erfolgt die klassische Asthmabehandlung?

Asthma wird mit Medikamenten kontrolliert: Beta2-Sympathomimetika erweitern die Bronchien (wie Salbutamol, Fenoterol, Formoterol oder Terbutalin). Diese Medikamente nennt man auch Reliever; sie zählen zu den schnell wirkenden Notfallmedikamenten bei akuten Beschwerden.

Zur Basistherapie zählen die Glukokortikoide (Cortison). Sie sind lang wirksam und beugen vor, indem sie die Entzündungsbereitschaft der Atemwege unterdrücken. Man nennt sie Controller. Einige Wirkstoffe werden über einen Inhalator/ein Spray zugeführt, andere als Tablette eingenommen. Zu den Glukokortikoiden gehören Beclometason, Budesonid, Fluticason, Mometason und Prednisolon.

Bei Asthma können zusätzlich die allergische und die entzündliche Reaktion blockiert werden:

  • Mastzellstabilisatoren verhindern die Ausschüttung großer Mengen an allergischen Botenstoffen. Beispiele sind Nedocromil oder
    Cromoglicinsäure.
  • Leukotrienantagonisten blockieren die Wirkung von allergischen Botenstoffen. Beispiele sind Montelukast  und Zafirlukast.

Je nachdem, wie schwer das Asthma ist, werden ein oder mehrere Wirkstoffe kombiniert.

Ziele der Mikronährstoffmedizin

Wegen der Nebenwirkungen suchen viele Menschen eine Alternative zu Cortison. Mikronährstoffe können Asthma vorbeugen, behandeln und eine Verschlechterung verhindern.

Ziele der Mikronährstoffmedizin sind:              

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Behandlung mit Mikronährstoffen

Vitamin D reguliert die Immunantwort

Wirkweise von Vitamin D

Vitamin D ist ein Immunregulator und fähig, entzündliche Signale zu dämpfen, sodass die Entwicklung von Asthma gebremst wird. Vitamin-D-Mangel ist dagegen verbunden mit einer Verschlechterung der Asthmaerkrankung, zunehmender Entzündung der Atemwege, abnehmender Lungenfunktion und einem allgemein ungünstigeren Krankheitsverlauf.

Eine Betrachtung verschiedener Studien zeigt, dass Vitamin D bei Asthmatikern mit schwachem bis mittelstarkem Asthma das Risiko für eine Verschlechterung senken kann. Noch ist unklar, ob sich dieser Effekt nur auf Menschen mit niedrigem Vitamin-D-Level beschränkt. Mikronährstoff-Experten empfehlen in jedem Fall, einen Mangel auszugleichen.

Auch geben erste Studien mit betroffenen Kindern Hinweise drauf, dass sie häufiger einen Vitamin-D-Mangel haben als gesunde Kinder. Forscher empfehlen deshalb auch bei Kindern, die Vitamin-D-Werte überprüfen zu lassen. Bei einigen reduzierte sich das Risiko für eine Verschlechterung durch die Einnahme von Vitamin D. Größere Untersuchungen fehlen allerdings noch.


Dosierung und Einnahmeempfehlung

Die Vitamin-D-Einnahme sollte langfristig erfolgen. Dabei muss man insbesondere darauf achten, dass ein Vitamin-D-Mangel ausgeglichen wird. Die Mikronährstofftherapie empfiehlt bei Asthma je nach Vitamin-D-Spiegel zwischen 1.000 und 3.500 Internationale Einheiten Vitamin D am Tag zusammen mit einer Mahlzeit. Bei schwerem Mangel sind auch manchmal höhere Dosierungen notwendig. Der Arzt legt die geeignete Dosierung fest und überwacht die Vitamin-D-Werte.

Laborwerte

Ampulle mit der Aufschrift Vitamin D-Test vor einem Auswertungsbogen
Die Vitamin-D-Werte werden im Blutserum gemessen und sollten zweimal im Jahr kontrolliert werden. Bild: jarun011/iStock/Getty Images Plus

Ob ein Vitamin-D-Mangel vorliegt, sollte im Labor bestimmt werden. Dafür wird die Transportform, das sogenannte 25(OH)-Vitamin D (Calcidiol), im Blutserum gemessen. Als Blutserum bezeichnet man die Flüssigkeit des Blutes ohne die Blutzellen. Die Vitamin-D-Werte sollten zweimal im Jahr kontrolliert werden.

Expertenwissen

Für einen bestmöglichen gesundheitlichen Nutzen sollte der Vitamin-D-Spiegel im Blut zwischen 40 bis 60 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) liegen.

Zu beachten bei Nierenschwäche, Sarkoidose und bei Medikamenten

Entwässerungsmedikamente aus der Wirkstoffgruppe der Thiazide senken die Calciumausscheidung über die Nieren. Das bedeutet, Calcium bleibt im Blut. Da Vitamin D den Calciumspiegel im Blut erhöht, sollte Vitamin D nur gemeinsam mit Thiaziden eingenommen werden, wenn der Calciumspiegel regelmäßig kontrolliert wird.

Zu den Thiaziden gehört der Wirkstoff Hydrochlorothiazid. Indapamid und Xipamid sind weitere Thiazide.

Bei Nierensteinen oder Nierenschwäche darf Vitamin D nicht zugeführt werden, ohne die Calciumwerte im Blut regelmäßig kontrollieren zu lassen. Durch Vitamin D können sich die Calciumwerte im Blut erhöhen. Die kranke Niere kann Calcium dann nicht ausreichend ausscheiden.

Bei Sarkoidose-Patienten ist der Calciumspiegel im Blut häufig erhöht. Die Einnahme von Vitamin D ist in diesem Fall nicht zu empfehlen.

Antioxidantien gegen oxidativen Stress und Entzündungsfolgen

Wirkweise von Antioxidantien

Oxidantien wie Luftschadstoffe oder Ozon reizen die Lunge bei Asthmatikern, indem sie eine entzündliche Reaktion auslösen. Aber auch die hyperaktiven Immunzellen selbst produzieren Oxidantien und verschlimmern dadurch den Zustand. Antioxidantien wie Vitamin C und E greifen hier ein und sorgen für die Entgiftung oxidativ wirkender Stoffe.

Vitamin E hilft möglicherweise, Asthma zu verhindern oder zu behandeln, indem es verschiedene Entzündungsprozesse herunter reguliert. Insgesamt ist die Studienlage nicht eindeutig. Einige hochwertige Studien können einen Effekt von Vitamin E auf Asthma zeigen, andere nicht:

  • Vitamin E könnte vor allem dann anschlagen, wenn das Verengen der Bronchien durch hohe Ozonwerte und Luftverschmutzung verursacht ist.
  • Wirksam ist vor allem die Vitamin-E-Form Alpha-Tocopherol: Eine Gabe von Alpha-Tocopherol war in Studien immer dann wirksam, wenn im Blut wenig von der Vitamin-E-Form Gamma-Tocopherol vorhanden war.

Vitamin C hat bei Asthma möglicherweise einen positiven Effekt: Es verhindert, dass sich die Luftwege entzünden. Ein niedriger Vitamin-C-Spiegel ist bei Kindern mit einem höheren Asthmarisiko verbunden, das zeigt eine große Auswertung von 30 Studien. Ob aber die Einnahme von Vitamin-C-Präparaten Asthma lindern oder vorbeugen kann, ist derzeit nicht sicher belegt.

Zinkmangel steht nachweislich im Zusammenhang mit Asthma. In einer Studie mit Kindern zeigte sich, dass mit Zink ein schnellerer Rückgang der asthmatischen Symptome erfolgte als in der Kontrollgruppe ohne Zink-Supplementierung.


Dosierung und Einnahmeempfehlung

Um die Symptome und die Lungenfunktion bei Asthma zu verbessern oder die negativen Wirkungen von Ozon abzudämpfen, sind folgende Dosierungen pro Tag sinnvoll:

  • Vitamin E: 50 bis 270 Milligramm
  • Vitamin C: 250 bis 500 Milligramm
  • Zink: 15 bis 30 Milligramm

Eine Vitamin-E-Therapie (mehr als 50 Milligramm pro Tag) sollte mit einem Mikronährstoffmediziner abgesprochen werden. Die isolierte Vitamin-E-Unterform Alpha-Tocopherol könnte in hoher Dosierung pro-oxidativ wirken, das heißt oxidativen Stress fördern. Bis zur Klärung sollte man Alpha-Tocopherol daher langfristig nicht überdosieren (nicht mehr als 300 Milligramm pro Tag). Als Basisabsicherung mit Antioxidantien sind Nährstoffpräparate mit allen acht Vitamin-E-Formen vorzuziehen (vollständiger Vitamin-E-Komplex).

In Kombinationsprodukten sind die Inhaltsstoffe aufeinander abgestimmt und niedriger dosiert.

Zu beachten bei Krankheiten, Schwangerschaft und der Einnahme von Medikamenten

Vitamin E sollte nicht zeitgleich mit Eisenpräparaten eingenommen werden. Halten sie einen Abstand von zwei Stunden ein.

Vitamin E kann die Blutungsneigung erhöhen. Wer Medikamente zur Blutgerinnungskontrolle einnimmt, sollte vorher mit seinem Arzt sprechen. Betroffen sind zum Beispiel:

  • Gerinnungshemmer wie VitaminK-Antagonisten (zum Beispiel Phenprocoumon oder Warfarin), Blutverdünner (zum Beispiel Acetylsalicylsäure)

Besteht ein Vitamin-K-Mangel, zum Beispiel aufgrund einer schweren Verdauungsschwäche, sollte Vitamin E nur eingenommen werden, wenn der Vitamin-K-Mangel vorher ausgeglichen worden ist: Bei Vitamin-K-Mangel droht eine hohe Blutungsgefahr.

Vitamin C sollte vonPersonen mit Nierenschwäche und Nierensteinen nicht in hohen Dosen von mehr als 500 Milligramm täglich eingenommen werden. Eine geschwächte Niere kann hohe Vitamin-C-Dosen nicht verarbeiten. So kann es zu Harnsteinen und Oxalatablagerungen kommen.

Zink sollte bei Nierenerkrankungen nicht zusätzlich über Mineralstoffpräparate eingenommen werden. Geschwächte Nieren können Zink nicht richtig ausscheiden.

In Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie Zink ab einer Menge von 15 Milligramm nur in Rücksprache mit dem Frauenarzt einnehmen.

Zink vermindert die Wirkung bestimmter Antibiotika mit den Wirkstoffgruppen der Gyrasehemmer und Tetracycline sowie Osteoporose-Medikamente, sogenannte Bisphosphonate (wie Alendronat). Achten Sie auf einen Einnahmeabstand von zwei Stunden.

Flavonoide: antiallergische Pflanzenstoffe

Wirkweise von Pinienrinden-Extrakt und Quercetin

Chemische Formel und Strukturformel von Quercetin
Quercetin kann Allergiereaktionen hemmen und wirkte im Tierversuch auf die Bronchien erweiternd. Bild: Ekaterina79/iStock/Getty Images Plus

Flavonoide sind sehr wirksame Antioxidantien und antiallergische Pflanzenstoffe, die verhindern, dass der Körper Allergie- und Entzündungsbotenstoffe ausschüttet. Verschiedene Studien am Tiermodell haben ihren antiallergischen Effekt gezeigt. Auch die Untersuchung des Ernährungsverhaltens zeigt, dass Personen mit einer hohen Flavonoidzufuhr weniger Beschwerden hatten.

Erste klinische Studien, in denen die Probanden Flavonoidpräparate einnahmen, haben die bessernde Wirkung auf Asthma bestätigt. Typische Beispiele für Flavonoide sind Quercetin und Procyanidine aus Pinienrinden-Extrakt (Kiefernrinden-Extrakt):

Pinienrinden-Extrakt verbesserte die Lungenfunktion sowie die Asthmasymptome. Eine erste Studie wurde mit 26 Asthmapatienten durchgeführt, die per Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt wurden: Die erste Gruppe erhielt 2,2 Milligramm Pinienrinden-Extrakt pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag (maximal 200 Milligramm), die zweite Gruppe ein Scheinmedikament für vier Wochen. Der Extrakt enthielt maximal 140 Milligramm Procyanidine. Danach wurden Pinienrinden-Extrakt und Scheinmedikament für weitere vier Wochen getauscht. Die Gruppe mit dem Pinienrinden-Extrakt profitierte jeweils.

Zwei weitere hochwertige Studien zeigen, dass Pinienrinden-Extrakt (100 Milligramm) die Anzeichen von allergischem Asthma besserte und die Menge an benötigten Medikamenten reduzierte. Größere Studien mit Pinienrinden-Extrakt müssen allerdings noch belegen, ob alle Asthmapatienten gleich gut profitieren.

Quercetin konnte im Laborversuch Allergiereaktionen hemmen. Es verhindert, dass bestimmte Immunzellen (Mastzellen) allergische Botenstoffe ausschütten. Im Tierversuch wirkte Quercetin auch auf die Bronchien erweiternd. Studien bei Menschen zu Asthma fehlen allerdings noch.

Dosierung und Einnahmeempfehlung

Bei Asthma sind bis zu 200 Milligramm Pinienrinden-Extrakt täglich für vier Wochen empfehlenswert. Achten Sie darauf, dass pro 100 Milligramm Extrakt 70 Milligramm der aktiven Inhaltstoffe (Procyanidine) enthalten sind.

Pinienrinden-Extrakt sollte zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen werden. Dadurch verbessert sich die Magenverträglichkeit.

Zu beachten bei Einnahme von Medikamenten und in der Schwangerschaft

Antibiotika: Quercetin kann die Wirksamkeit von Gyrasehemmern und Chinolonen herabsetzen. Daher sollte Quercetin nicht gemeinsam mit diesen Antibiotikatypen eingenommen werden.

Da zur Anwendung von Quercetin und Pinienrinden-Extrakt in der Schwangerschaft und Stillzeit keine ausreichenden Untersuchungen vorliegen, sollte die Einnahme kritisch abgewogen werden.

Omega-3-Fettsäuren bremsen Entzündungen

Wirkweise von Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren hemmen Entzündungsprozesse: Der Körper stellt daraus eine Reihe von Stoffen her, die eine Entzündung beenden können. Forscher testen sie daher aktuell gegen eine Reihe von entzündlichen Erkrankungen erfolgreich. Bei Asthma können Omega-3-Fettsäuren die Symptome lindern: Sie erweitern die Bronchien und verbessern die Atemnot. Das zeigen Versuche aus dem Labor sowie Studien mit Tieren und Menschen.

Bei allergischem Asthma konnte man in einer Studie die Immunreaktion auf das Allergen dämpfen. Eine Übersicht über sieben hochwertige Studien (Metastudie) beschreibt insgesamt positive und negative Ergebnisse. Eine bessere Symptomkontrolle ließ sich bei Asthma aber in einigen Untersuchungen belegen. Größere Studien werden zeigen, wie Omega-3-Fettsäuren eingesetzt werden müssen, um eine sicherere Asthmakontrolle zu erreichen.

Auch wenn sie nicht verbindlich wirken: Die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren verursachte keine Nebenwirkungen. Die konsequente Zufuhr ist eine einfache Behandlungsmöglichkeit, die bei Asthma versucht werden kann.


Verschiedene Fischsorten und Kapseln in einer Glasschale
Omega-3-Fettsäuren können die Verengung der Luftwege lindern. Bei der zusätzlichen Einnahme von Omega-3-Fettsäuren sollte auf die hohe Qualität und Reinheit des Präparats geachtet werden. Bild: AlexPro9500 /iStock/Getty Images Plus

Dosierung und Einnahmeempfehlung

In Studien waren zwischen 700 und 3.000 Mikrogramm Omega-3-Fettsäuren pro Tag wirksam, um die Verengung der Luftwege zu lindern. Deshalb empfehlen Mikronährstoffmediziner diese Dosierung. Achten Sie dabei auf einen hohen Anteil der Fettsäure Eicosapentaensäure (EPA) – mindestens 1.800 Milligramm pro Tag. EPA wirkt gut entzündungshemmend.

EPA ist in fetthaltigem Fisch und Fischöl-Nahrungsergänzungsmitteln vorhanden. Omega-3-Präparate sollten immer mit einer Mahlzeit eingenommen werden: Das Fett aus dem Essen verbessert die Aufnahme der Fettsäuren im Darm.

Achten Sie bei der Auswahl des Präparats auf hohe Qualität und Reinheit. Verwenden Sie immer gereinigtes Fischöl oder Krillöl. Krillöl ist von Natur aus rein. So ist sichergestellt, dass die Eigenschaften der wertvollen Fettsäuren voll zur Geltung kommen.

Omega-3-Fettsäuren im Labor bestimmen lassen: Omega-3-Index

Mithilfe eines Bluttests kann der Anteil der Omega-3-Fettsäuren in den roten Blutkörperchen bestimmt werden – der sogenannte Omega-3-Index. Damit lässt sich nachweisen, ob ein Mangel vorliegt.

Der wird in Prozent angegeben. Ein Ergebnis von fünf bis acht ist normal und bedeutet, dass fünf bis acht von 100 Fettsäuren in den roten Blutkörperchen wertvolle Omega-3-Fettsäuren sind. Als optimal gilt ein Wert von acht bis elf.

Zu beachten bei Blutverdünnern, Operationen und Erkrankungen

Die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren in hoher Dosierung (ab 1.000 Milligramm pro Tag) erhöht die Blutungsneigung. Daher sollte die Dosierung von Blutverdünnern entsprechend der Einnahme von Omega-3-Fettsäuren angepasst werden. Wenn Sie eine Blutgerinnungsstörung haben, sollten Sie die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren in jedem Fall zuvor mit dem Arzt abklären. Auch vor einer Operation, sollten Sie mit dem Arzt besprechen, ob die Omega-3-Fettsäuren abgesetzt werden müssen. 

Bei Leber- oder Nierenerkrankungen, Bauchspeicheldrüsenentzündung oder einer Gallenblasenentzündung sollten Omega-3-Fettsäuren nicht eingenommen werden.

Magnesium: Entspannung für die Bronchien

Wirkweise von Magnesium

Hölzerne Würfel mit der Aufschrift Magnesium und Mg aus Tabletten gelegt
Bei einem schweren Asthmaanfall wird Magnesium genutzt, da es die Muskulatur der Bronchien entspannt und erweitert. Bild: tihomir_todorov/iStock/Getty Images Plus

Magnesium entspannt und erweitert die Muskulatur der Bronchien. Durch diese Wirkung wird Magnesium in der Notfallaufnahme bei einem schweren Asthmaanfall genutzt. Magnesiummangel findet sich häufig bei Patienten mit Asthma. Patienten mit niedrigen Magnesiumwerten leiden außerdem unter schwereren Asthmaformen als Patienten mit normalen Werten. Die Magnesiumspiegel im Blut könnten daher ein wichtiger Marker für die Schwere von Asthma sein.

Erwachsene, die über sechs bis sieben Monate Magnesium einnahmen, zeigten eine sowohl messbare als auch spürbare Besserung. Die Personen hatten leichtes bis mittelschweres Asthma und nahmen zweimal am Tag jeweils 170 Milligramm Magnesium ein. Eine andere Studie zeigt, dass Patienten mit mittelschwerem Asthma durch Magnesium Medikamente einsparen konnten. In den Gruppen mit dem Scheinmedikament war das bei beiden Studien nicht der Fall.

Auch Asthma bei Kindern kann durch eine langfristige Magnesiumeinnahme gebessert werden. Eine hochwertige Studie belegt die Überlegenheit von Magnesium gegenüber einem Scheinmedikament auf die Asthmasymptome sowie auf allergische Hautreaktionen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung

In Studien wurden bei Erwachsenen 340 Milligramm Magnesium pro Tag eingesetzt, bei Kindern 300 Milligramm. Mikronährstoffmediziner empfehlen deshalb bei Asthma mindestens 300 Milligramm Magnesium am Tag. Dabei sollte die Einnahme über mehrere Monate erfolgen.

Nehmen Sie Magnesium am besten zu den Mahlzeiten ein, damit es im Darm gut aufgenommen wird. Je nach individueller Empfindlichkeit kann es bereits bei Mengen ab 250 Milligramm Magnesium zu Durchfall kommen. Dann teilt man die Dosierung auf mehrere Portionen auf. Bei dauerhafter Einnahme über 250 Milligramm pro Tag soll der Magnesiumspiegel kontrolliert werden.

Magnesiumspiegel im Labor bestimmen lassen

Ein Magnesiummangel lässt sich durch eine Blutuntersuchung feststellen. Dabei ist es wichtig, den Magnesiumspiegel im Vollblut zu messen, das alle roten Blutzellen enthält. Denn auch, wenn der Magnesiumspiegel im Blutserum (Blutflüssigkeit) normal ist, kann in den Blutzellen ein Mangel herrschen. Ein Magnesiumwert von 1,38 bis 1,5 Millimol pro Liter Vollblut ist normal.

Wichtig bei Nierenschwäche und der Einnahme von Antibiotika und Osteoporose-Medikamenten

Wenn Sie bestimmte Antibiotika oder Osteoporose-Medikamente (Bisphosphonate) einnehmen, sollten Sie mindestens zwei Stunden warten, bevor Sie ein Magnesiumpräparat zu sich nehmen. Magnesium kann sich sonst im Magen-Darm-Trakt an die Wirkstoffe anlagern und sie dadurch unwirksam machen. Vorsicht gilt unter anderem bei diesen Medikamenten:

  • Gyrasehemmer: Ciprofloxacin, Ofloxacin oder Levofloxacin
  • Tetrazykline: zum Beispiel Tetracyclin und Doxycyclin
  • Bisphosphonate: zum Beispiel Clodronat, Alendronat und Ibandronat

Menschen, die an einer Nierenerkrankung leiden, können überschüssiges Magnesium nicht ausreichend über die Nieren ausscheiden. Damit sich Magnesium nicht im Blut anreichert, sollten Betroffene keine Magnesiumpräparate zu sich nehmen.

Dosierungen auf einen Blick

Mikronährstoffempfehlung pro Tag bei Asthma

 

Vitamine

Vitamin D

 1.000 bis 3.500 Internationale Einheiten (IE) oder je nach Vitamin-D-Blutwert

Vitamin E

50 bis 270 Milligramm (mg)

Vitamin C

250 bis 500 Milligramm

  
 

Mineralstoffe

Zink

15 bis 30 Milligramm

Magnesium

Erwachsene

Kinder

 

mindestens 300 Milligramm

bis zu 300 Milligramm

  
 

Sonstige Stoffe

Pinienrinden-Extrakt

bis zu 200 Milligramm (140 Milligramm Procyanidine)

Omega-3-Fettsäuren

700 bis 3.000 Mikrogramm (µg) (mit mindestens 1.800 Milligramm EPA)

 

Sinnvolle Laboruntersuchungen auf einen Blick

Sinnvolle Blutuntersuchungen bei Asthma

 

Normalwerte

Vitamin D

40 bis 60 Nanogramm pro Milliliter Serum (ng/ml)

Omega-3-Index

5 bis 8 Prozent

Magnesium (Vollblut)

1,38 bis 1,5 Millimol pro Liter (mmol/l)

 

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Unterstützung von Medikamenten mit Mikronährstoffen

Nebenwirkungen von Cortison (Glucocorticoide) bremsen

Zur Entzündungskontrolle wird bei Asthma Cortison (Glucocorticoide) eingesetzt, zum Beispiel Beclometason, Budesonid, Fluticason und Mometason. Vor allem wenn die Medikamente lange und über den Verdauungstrakt eingenommen werden, besteht ein leicht erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Daher sollte man auf die Zufuhr von Calcium, Vitamin D und K2 für die Knochen achten. Sinnvoll sind bis zu 1.000 Milligramm Calcium, 2.000 bis 4.000 Internationale Einheiten Vitamin D und 150 Mikrogramm Vitamin K2.

Die Einnahme von Vitamin D und Calcium zeigte bei Patienten, die mit Cortison behandelt wurden, eine vorbeugende Wirkung gegen Knochenverlust an der Lendenwirbelsäule und am Unterarm.

Unter der Einnahme von Cortison ist außerdem die Ausscheidung von Magnesium, Zink und Vitamin C erhöht. Daher sollten diese Mikronährstoffe ergänzt werden.

Asthmamedikamente durch Vitamine und Mineralstoffe einsparen

Einige Studien berichten darüber, dass durch Vitamin C (1.000 Milligramm pro Tag), Vitamin D (500 bis 4.000 Internationale Einheiten pro Tag) oder Magnesium (300 Milligramm pro Tag) der Verbrauch an Asthmamedikamenten gesenkt werden konnte.

Dosierungen auf einen Blick

Mikronährstoffempfehlung bei Glucocorticoiden pro Tag

Calcium

1.000 Milligramm (mg)

Vitamin D

2.000 bis 4.000 Internationale Einheiten (IE)

Vitamin K2

150 Mikrogramm (µg)

Vitamin C

200 bis 1.000 Milligramm

Magnesium

300 Milligramm

Zink

10 bis 20 Milligramm

 

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Zusammenfassung

Asthma ist eine Erkrankung, bei der die Atemwege ständig in Entzündungs- und Abwehrbereitschaft stehen. Aufgrund der Entzündungen sind die Bronchien überempfindlich und reagieren auf eigentlich harmlose Reize übermäßig. Asthma ist mit Atemnot verbunden.

Die Mikronährstoffmedizin behandelt die Krankheit, indem sie beispielsweise oxidativen Stress reduziert und die Fehlregulation von Oxidantien und Antioxidantien wieder ins Gleichgewicht bringt. Entzündungshemmende Vitamine und Mineralstoffe wie Zink, Selen, Vitamin E und Vitamin D können möglicherweise die Entzündung der Atemwege abschwächen: Besonders Vitamin D ist ein starker Immunregulator und fähig, entzündliche Signale in den Zellen zu dämpfen.

Auch die Omega-3-Fettsäuren haben antientzündliche Effekte und können Asthmabeschwerden dämpfen. Magnesium wirkt dagegen bronchienerweiternd und verbessert so die Beschwerden.

Wer Cortison einnehmen muss, hat ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Durch die Einnahme von Calcium, Vitamin D und K2 kann das erhöhte Risiko wieder verringert werden. Vitamin C, D und Magnesium reduzieren zudem den Bedarf von Asthmamedikamenten.

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