Antiasthmatika: Wirkung der Medikamente mit Mikronährstoffmedizin unterstützen

Wie Vitamine, Mineralstoffe und Fettsäuren die Wirkung von Asthmamitteln verbessern und deren Bedarf verringern

Antiasthmatika sind Mittel gegen Asthma. Je nach Wirkweise halten sie die Entzündung in Schach und beugen dadurch einem Asthmaanfall vor oder erweitern die Atemwege. Allerdings haben sie auch Nebenwirkungen. Bestimmte Mikronährstoffe können die Wirkung unterstützen. Dadurch können der Bedarf an Asthmamitteln sowie ihre Nebenwirkungen verringert werden. Lesen Sie, welche Vitamine und Mineralstoffe dies sind und wie man sie richtig einnimmt.

Antiasthmatika: Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen

Was sind Antiasthmatika und wie wirken sie?

Antiasthmatika sind Medikamente gegen Asthma. Sie beeinflussen Prozesse, die bei Asthma eine Entzündung der unteren Atemwege (Bronchien) verursachen. Auch zielen sie darauf ab, bei einem Asthmaanfall die Bronchialmuskulatur zu entspannen.

Je nach Wirkweise unterscheidet man:

  1. Controller: Sie gehören zur Grundtherapie bei Asthma und dämmen Entzündungen in den Atemwegen ein. Dazu gehören Glucocorticoide (Kortison wie Budenosid acis®, Jorveza®). Sie ahmen die Wirkung des körpereigenen Botenstoffes Cortisol nach, der das Abwehrsystem steuert und Entzündungsprozesse beendet. Controller werden dauerhaft eingenommen, zum Beispiel als Inhalationsspray oder – in schweren Fällen – in Form von Tabletten.  
  2. Reliever: Sie kommen bei akuten Asthmaanfällen zum Einsatz und lindern Luftnot. Innerhalb weniger Minuten entspannen sie die Muskulatur der Bronchien (Bronchialdilatatoren). Dadurch weiten sich die Atemwege. Die Medikamente sind als Akut-Inhalationssprays erhältlich und enthalten Wirkstoffe aus der Gruppe der kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetika, zum Beispiel Fenoterol (wie Berotec®, Partusisten®), Formoterol (wie Forair®, Foradil®), Salbutamol (wie SalbuHEXAL®, Bronchospray®) oder Terbutalin (wie Bricanyl®, Aerodur®).

Weitere Antiasthmatika sind:

  • Parasympatholytika (zum Beispiel Atrovent®, Rhinovent®)
  • Leukotrien-Antagonisten (zum Beispiel Singulair®, Accolate®)
  • Mastzellstabilisatoren wie Cromoglicinsäure (zum Beispiel Allergocrom®, Allergoval®)
  • Phosphodiesterasehemmer wie der Wirkstoff Theophyllin (zum Beispiel Aminophyllin®, Bronchoretard®)

Tipp

Allergien und Heuschnupfen können Vorstufen zu Asthma sein. Wie die Mikronährstoffmedizin bei Allergien und Heuschnupfen helfen kann, erfahren Sie in den entsprechenden Texten.

Einsatzgebiete von Antiasthmatika

Antiasthmatika werden bei verschiedenen Krankheiten eingesetzt, bei denen die Atemwege verengt oder entzündet sind. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Asthma
  • chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • chronische Bronchitis
  • Lungenemphysem (Lungenüberblähung)

Nebenwirkungen von Antiasthmatika   

Je nach Medikament gibt es unterschiedliche Nebenwirkungen. Vor allem Glucocorticoide haben schwere Nebenwirkungen auf die Knochen, wenn sie lange als Tabletten eingenommen werden. Sie stören den Knochenstoffwechsel und erhöhen das Risiko für eine Knochenentkalkung (Osteoporose).

Bestimmte Mikronährstoffe können die Wirkung von Antiasthmatika verstärken, sodass die Dosis nicht erhöht werden muss oder in einigen Fällen, in Rücksprache mit dem Arzt, sogar gesenkt werden kann. Auch können bestimmte Mikronährstoffe den Bedarf an Notfallmedikamenten (Reliever) verringern. Zu diesen Mikronährstoffen gehören:

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Wirkung sicherstellen

Vitamin D kann die Wirkung von Glucocorticoiden verstärken

Hintergrund und Wirkweise

Vitamin D ist wichtig für das Immunsystem. Es kann die Abwehrzellen so regulieren, dass sie nicht überreagieren. Forscher beobachteten, dass Vitamin D möglicherweise gegen Asthmaanfälle schützen kann. Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel kann dagegen die Lungenfunktion beeinträchtigen, die Schwere von Asthma erhöhen – und auch die Wahrscheinlichkeit, dass Antiasthmatika benötigt werden. Vitamin D könnte außerdem die Wirkung der Glucocorticoide verstärken: Je besser die Versorgung war, desto eher konnte in Beobachtungsstudien auf die Medikamente verzichtet werden.

Zudem liegen Studien zur Einnahme von Vitamin D vor: Laut einer hochwertigen Studie können Vitamin-D-Präparate bei Kindern möglicherweise die Wirkung von Asthmamedikamenten verbessern. Eine weitere hochwertige Studie schnitt nicht erfolgreich ab. Hier untersuchten Forscher, ob Vitamin D den Effekt von Glucocorticoid-Inhalationssprays verbessern kann.

Info

Vitamin D hat bei einer Glucocorticoid-Therapie noch eine weitere Funktion: Die Medikamente verringern auf lange Sicht die Knochendichte. Eine Übersichtsarbeit belegt den Nutzen von Vitamin D zusammen mit Calcium während einer Glucocorticoide-Therapie.

Auch wenn die Studienlage noch keine eindeutigen Effekte zeigt, hat Vitamin D zumindest theoretisch vielversprechende Wirkungen bei Asthma. Da Vitamin D das Immunsystem reguliert und viele Menschen schlecht mit Vitamin D versorgt sind, kann sich die Ergänzung lohnen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Vitamin D

Begleitend zu Antiasthmatika empfehlen Mikronährstoff-Experten täglich 1.000 bis 2.000 Internationale Einheiten Vitamin D. Idealerweise richtet sich die Dosierung nach den Blutwerten. Denn bei einem nachgewiesenen Mangel sind für einen gewissen Zeitraum oft höhere Dosierungen nötig. Eine Rücksprache mit dem Arzt ist sinnvoll.

Expertenwissen

Vitamin D könnte unter gewissen Umständen nicht geeignet sein: Vor allem dunkelhäutige Asthmatiker, die gleichzeitig eine chronische Erkrankung der oberen Atemwege hatten (chronischer Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündung), könnten mit Beschwerden reagieren. Das zeigt eine Vorstudie. Allerdings müssen die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden, da sie aufgrund der geringen Anzahl der Teilnehmer wenig aussagekräftig sind.

Nehmen Sie Vitamin D immer zu einer vollwertigen Mahlzeit ein. Denn das fettlösliche Vitamin braucht Fett oder Öl aus der Nahrung, um im Körper ideal aufgenommen zu werden.

Vitamin-D-Status im Labor bestimmen lassen

Bei Asthma sollte der Vitamin-D-Spiegel überprüft werden, um einen Mangel zu vermeiden – idealerweise zweimal pro Jahr. Dabei wird seine Transportform im Blutserum bestimmt, das 25(OH)-Vitamin D (Calcidiol). Blutserum ist die Flüssigkeit des Blutes ohne Zellen. Ein Wert zwischen 40 und 60 Nanogramm Vitamin D pro Milliliter Blut gilt als optimal.

Vitamin D: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Personen mit Nierenerkrankungen (Niereninsuffizienz) oder calciumhaltigen Nierensteinen sollten mit ihrem Arzt sprechen, wenn sie Vitamin D einnehmen. Vitamin D steigert die Aufnahme von Calcium aus dem Darm ins Blut. Bei Nierenerkrankungen kann jedoch der Calciumhaushalt gestört sein. Der Arzt kann zum Beispiel zur Sicherheit die Blutwerte kontrollieren.

Patienten mit der entzündlichen Bindegewebserkrankung Sarkoidose (Morbus Boeck) haben erhöhte Calciumspiegel. Auch sie sollten Vitamin D nicht ohne ärztliche Kontrolle einnehmen.

Bestimmte Entwässerungsmedikamente (Thiazide) senken die Calciumausscheidung über die Nieren. Das bedeutet, Calcium bleibt im Blut. Vitamin D sollte nur mit Thiaziden eingenommen werden, wenn der Calciumspiegel kontrolliert wird. Dazu gehören Hydrochlorothiazid (Disalunil®, Esidrix®), Indapamid (Inda Puren®, Sicco®) und Xipamid (Aquaphor®, Neotri®).

Magnesium entspannt die Bronchialmuskulatur

Hintergrund und Wirkweise

Magnesium wird bei vielen Erkrankungen als krampflösendes Mittel eingesetzt. Bei einem Asthmaanfall kann es, ähnlich wie ein Antiasthmatikum, die Muskeln der Bronchien entspannen. Forscher beobachteten, dass ein Magnesiummangel zu den häufigsten Mineralstoffmängeln bei Asthmatikern gehört. Außerdem war die Lungenfunktion bei einem Mangel schlechter als bei Betroffenen mit normalen Magnesiumwerten.

In Krankenhäusern wird Magnesium als Injektion in die Vene bei Asthma-Notfällen eingesetzt. Übersichtsarbeiten über die Studienlage zeigen, dass intravenöses Magnesium die Lungenfunktion verbessern kann. Auch konnten weitere Krankhausaufenthalte sowie Therapien vermieden werden. Zudem gibt es eine Vorstudie zu Magnesiumpräparaten: Die Einnahme konnte die Lungenfunktion von Asthmatikern verbessern. Allerdings wurde dieser Effekt nur bis zu einer Einnahmezeit von acht Wochen beobachtet.

Die intravenöse Gabe von Magnesium bei Asthma ist gut untersucht. Die Studienlage zu Magnesium als Kapseln oder Tabletten ist dagegen weniger eindeutig. Dennoch gibt es Hinweise, dass Magnesium die Wirkung von Antiasthmatika unterstützt und sogar die benötigte Menge reduzieren könnte.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Magnesium

Bei einer Therapie mit Antiasthmatika können täglich 200 bis 400 Milligramm Magnesium sinnvoll sein. Eine dauerhafte Dosierung über 250 Milligramm sollte idealerweise mit einem Mikronährstoff-Experten besprochen werden.

Nehmen Sie Magnesiumpräparate am besten zum Essen ein. Denn Eiweiße und Vitamin D aus der Nahrung fördern die Aufnahme im Darm. Empfindliche Menschen könnten bei höheren Dosen Durchfall bekommen. Dann sollte die Menge über den Tag verteilt werden.

Tipp

Gute Magnesiumpräparate enthalten organische Verbindungen. Sie werden im Darm schnell aufgenommen. Dazu gehören Magnesiumcitrat, -gluconat oder -bisglycinat.

Magnesiumstatus im Labor bestimmen lassen

Bei längerer Einnahme von mehr als 250 Milligramm Magnesium kann es sinnvoll sein, die Magnesiumwerte zu prüfen. Die Versorgung wird am besten im Vollblut gemessen. Vollblut enthält alle Blutzellen. Der Magnesiumwert sollte zwischen 1,38 und 1,50 Millimol pro Liter Blut liegen.

Magnesium: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Menschen mit Nierenerkrankungen sollten kein Magnesium einnehmen. Der Grund ist: Schwache Nieren können Magnesium nicht richtig ausscheiden – es besteht die Gefahr, dass es zu einem Überschuss kommt.

Vorsichtig sollten auch Personen sein, die Antibiotika oder Osteoporose-Medikamente (Bisphosphonate) einnehmen. Magnesium kann ihre Wirkung herabsetzen. Dies betrifft:

  • Antibiotika aus der Gruppe der Tetrazykline wie Tetracyclin (zum Beispiel Achromycin®, Supramycin®), Doxycyclin (zum Beispiel Supracyclin®, Vibramycin®) oder Minocyclin (zum Beispiel Aknosan®, Skinocyclin®) sowie Gyrasehemmer wie Ciprofloxacin (zum Beispiel Ciloxan®, Ciprobay®), Enoxacin (zum Beispiel Enoxor®) oder Levofloxacin (zum Beispiel Tavanic®).
  • Osteoporose-Medikamente wie Alendronat (zum Beispiel Fosamax®, Tevanate®), Clodronat (zum Beispiel Bonefos®) oder Etidronat (zum Beispiel Didronel®).

Wenn Sie diese Medikamente einnehmen, sollten Sie Magnesiumpräparate nur zeitversetzt mit einem Abstand von mindestens zwei Stunden einnehmen.

Omega-3-Fettsäuren lindern Entzündungen

Hintergrund und Wirkweise

Omega-3-Fettsäuren wie Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) stoppen entzündliche Vorgänge. Dadurch können sie Entzündungen in den Bronchien verringern. Chronische Entzündungen in den Atemwegen sind die Ursache, warum die Bronchien von Asthmatikern so empfindlich auf bestimmte Reize reagieren. Auch Entzündungen durch Allergien können Asthmaanfälle auslösen. Im Laborversuch zeigte sich, dass Omega-3-Fettsäuren solche Entzündungen in den Bronchien verringern können.

Ob Omega-3-Fettsäuren Asthma lindern, wurde in einer Reihe von Studien untersucht – mit unterschiedlichen Ergebnissen: Drei Studien zeigten eine Verbesserung der Asthmasymptome, zwei andere allerdings nicht. Auch kamen Forscher durch eine Übersichtsarbeit zu dem Schluss, dass kein eindeutiger Effekt gemessen werden konnte. In einer Studie mit Kindern zeigte sich jedoch, dass Omega-3-Fettsäuren den Bedarf von Antiasthmatika reduzieren konnten. Die Kinder hielten sich darüber hinaus an einen festgelegten Ernährungsplan.

Auch wenn die Studienlage zu Omega-3-Präparaten als Ergänzung zur Antiasthmatika-Therapie nicht eindeutig positiv ist, können Asthmatiker Omega-3-Fettsäuren versuchen. Denn Omega-3-Präparate werden bereits erfolgreich bei vielen Entzündungserkrankungen eingesetzt und sind nebenwirkungsarm.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Omega-3-Fettsäuren

Um die Wirkung von Antiasthmatika zu unterstützen, können täglich 1.000 bis 1.500 Milligramm Omega-3-Fettsäuren sinnvoll sein. Für eine gute entzündungshemmende Wirkung sollte der Anteil an EPA höher sein. EPA wirkt stärker entzündungshemmend. EPA kommt vor allem in Fisch vor. Präparate sind zum Beispiel in Form von Öl oder Kapseln erhältlich.

Nehmen Sie Omega-3-Präparate am besten zum Essen ein. Denn zusammen mit dem Fett oder Öl aus der Mahlzeit gelangen sie besser vom Darm in das Blut.

Tipp

In der Ernährung sollte außerdem der Konsum von mehrfach gesättigten Omega-6-Fettsäuren reduziert werden. Dies gilt vor allem für Arachidonsäure (zum Beispiel aus Eiern, Geflügel und Schweinefleisch). Denn sie hebt die Wirkung von Omega-3-Fettsäuren auf und könnte möglicherweise sogar Entzündungen in den Atemwegen zusätzlich anfachen.

Omega-3-Status im Labor bestimmen lassen

Grundsätzlich kann es bei chronischen Erkrankungen sinnvoll sein, die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren durch einen Bluttest zu messen. Gut geeignet ist der Omega-3-Index, denn er liefert gleichzeitig Informationen zum Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Dabei wird der Anteil der Omega-3-Fettsäuren in den roten Blutkörperchen bestimmt. Der Omega-3-Index wird in Prozent angegeben. Idealerweise sollte er bei mindestens 8 Prozent liegen.

Omega-3-Fettsäuren: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Personen, die eine plötzlich aufgetretene (akute) Lebererkrankung haben oder eine akute Bauchspeicheldrüsen- oder Gallenblasenentzündung, sollten keine Omega-3-Fettsäuren einnehmen.

Hoch dosierte Omega-3-Fettsäuren wirken blutverdünnend. Sprechen Sie deshalb am besten mit Ihrem Arzt, ob Präparate vor einer geplanten Operation abgesetzt werden sollten oder bei einer Blutgerinnungsstörung eingenommen werden dürfen.

Omega-3-Fettsäuren könnten ab einer Dosierung von 1.000 Milligramm pro Tag blutverdünnende Medikamente verstärken. Halten Sie daher Rücksprache mit dem Arzt. Betroffen sind zum Beispiel die Wirkstoffe Phenprocoumon (wie Marcumar®), Acetylsalicylsäure (ASS wie Aspirin®), Heparin (wie Clexane®) oder Dabigatran (wie Pradaxa®).

Selen kann oxidativen Stress und den Medikamentenbedarf reduzieren

Hintergrund und Wirkweise

Oxidativer Stress entsteht, wenn zu viele aggressive Sauerstoffverbindungen (freie Radikale) im Körper sind, die die Zellen schädigen. Forscher vermuten, dass oxidativer Stress eine Rolle bei Asthma spielt. Der Mineralstoff Selen wirkt antioxidativ: Es wird in Schutzenzyme eingebaut, die freie Radikale unschädlich machen.

Ein Selenmangel kann sich unter Umständen negativ auf eine Asthma-Erkrankung auswirken. Forscher beobachteten in einigen Studien, dass Menschen mit chronischem Asthma häufiger verringerte Selenspiegel aufweisen als Gesunde. Demgegenüber gibt es aber auch Betroffene mit normalen Selenwerten.

Ein Überblick über die Studienlage liefert Hinweise, dass die gezielte Einnahme von Selen eine Antiasthmatika-Therapie unterstützen könnte: Die Symptome verbesserten sich im Gegensatz zu Scheinmedikamenten. In einer kleinen Vorstudie konnte Selen zudem den Gebrauch von Glucocorticoiden verringern.  

Insgesamt gibt es noch wenige Belege aus der Forschung, die eine unterstützende Wirkung von Selen bei einer Antiasthmatika-Therapie beweisen. Da positive Studien vorliegen, könnte es sich aber lohnen, Selen zu ergänzen – vor allem, wenn ein Mangel vorliegt.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Selen

Ergänzend zu Antiasthmatika können täglich 50 bis 100 Mikrogramm Selen sinnvoll sein. Zudem empfehlen Mikronährstoff-Experten, die Selenwerte überprüfen zu lassen. Nur so kann festgestellt werden, ob ein Mangel vorliegt.

Selen sollte am besten zu einer Mahlzeit eingenommen werden. Das steigert die Verträglichkeit für den Magen.

Selenstatus im Labor bestimmen lassen

Wird Selen regelmäßig eingenommen, sollte die Versorgung kontrolliert werden. Auf Dauer und in hoher Dosierung (über 100 Mikrogramm) kann Selen überdosiert werden. Bei einer Überdosierung kann zum Beispiel das Risiko für Diabetes steigen.

Selen wird am besten im Vollblut bestimmt. Vollblut enthält alle Blutzellen und gibt Aufschluss über die Langzeitversorgung. Der Wert sollte zwischen 120 und 150 Mikrogramm Selen pro Liter Vollblut liegen.

Selen: zu beachten bei Erkrankungen

Kranke Nieren können Selen schlechter ausscheiden. Es besteht die Gefahr einer Überdosierung. Um dies zu vermeiden, sollten Nierenpatienten Selen-Präparate nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt einnehmen. Der Arzt kann die Selenwerte im Blut regelmäßig kontrollieren.

Dosierungen auf einen Blick

 Empfehlung begleitend zu Antiasthmatika pro Tag
Vitamin D1.000 bis 2.000 Internationale Einheiten (IE)
Magnesium200 bis 400 Milligramm (mg)
Omega-3-Fettsäuren1.000 bis 1.500 Milligramm (mit hohem EPA-Anteil)
Selen50 bis 100 Mikrogramm (µg)

 

Sinnvolle Laboruntersuchungen auf einen Blick

 Sinnvolle Blutuntersuchungen bei Antiasthmatika-Einnahme
Vitamin D (Calcidiol)40 bis 60 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml)
Magnesium (Vollblut)1,38 bis 1,50 Millimol pro Liter (mmol/l)
Omega-3-Indexmindestens 8 Prozent (%)
Selen (Vollblut)120 bis 150 Mikrogramm pro Liter (µg/l)

 

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Zusammenfassung

Antiasthmatika kommen bei Atemwegserkrankungen zum Einsatz, insbesondere bei Asthma. Sie wirken auf unterschiedliche Arten: Glucocorticoide (Kortison) werden dauerhaft eingenommen. Sie wirken ursächlich und hemmen die Entzündungen der Bronchien. Bronchialdilatatoren sorgen im Ernstfall dafür, dass sich die verengten Atemwege weiten.

In der Mikronährstoffmedizin kommen Vitamine, Mineralstoffe und Fettsäuren zum Einsatz, die die Wirkung von Antiasthmatika unterstützen. Dadurch kann der Bedarf gesenkt werden. Vitamin D könnte vor allem die Wirkung von Glucocorticoiden verbessern. Es reguliert das Immunsystem und könnte verhindern, dass die Abwehrzellen zu stark reagieren. Magnesium entspannt demgegenüber die Bronchialmuskulatur. Omega-3-Fettsäuren stoppen die Entzündungen und dürfen deshalb bei entzündlichen Erkrankungen nicht fehlen. Selen reduziert außerdem oxidativen Stress, der eine möglichen Asthmaursache ist.

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Verzeichnis der Studien und Quellen

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