Multiple Sklerose: den Autoimmunangriff beherrschen

Wie bestimmte Mikronährstoffe die klassische Behandlung der Multiplen Sklerose wirksam unterstützen und die Symptome lindern können

Bei der Multiplen Sklerose werden die Nervenzellen in Gehirn und Rückenmark infolge einer chronischen Entzündung geschädigt. Sie büßen dabei fortschreitend ihre Funktion ein, wodurch es zu Symptomen wie Lähmungserscheinungen, Koordinations- oder Empfindungsstörungen kommt. Zwar ist die Erkrankung nicht heilbar, sie lässt sich aber mit Medikamenten behandeln. Dabei kann die klassische Behandlung optimal durch die Mikronährstoffmedizin ergänzt werden. Lesen Sie hier, welche Mikronährstoffe besonders hilfreich sind, um die verschiedenen Beschwerden bei Multipler Sklerose zu lindern.

Illustration von Nervenzellen
Bei Multipler Sklerose greift das eigene Immunsystem die Nervenzellen an, es kommt zu Entzündungen und zu einer Schädigung der Zellen. Mikronährstoffe können helfen, die Nerven zu schützen. Bild: cosmin4000/iStock/Getty Images Plus

Ursachen und Symptome

Multiple Sklerose (MS) ist eine häufige neurologische Erkrankung. Oft tritt sie bei jungen Erwachsenen auf, meist im Alter von 20 bis 40 Jahren. Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass die Zellen des Immunsystems fehlgesteuert sind und den eigenen Körper angreifen.

Bei der fortschreitenden (progredienten) Multiplen Sklerose kommt es zu einer chronischen Entzündung innerhalb des zentralen Nervensystems (ZNS), also in Gehirn und Rückenmark: Die fehlgesteuerten Immunzellen greifen die Nervenfasern an und zerstören das sogenannte Myelin, eine Hüllschicht, die die Nervenzellen umgibt und versorgt. Durch den Verlust des Myelins (Demyelinisierung) wird die Weiterleitung von Nervensignalen zunehmend beeinträchtigt. Es kann zu unterschiedlichen Beschwerden kommen:

  • Gefühlsstörungen und Missempfindungen, zum Beispiel Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Armen und Beinen
  • Lähmungen
  • Bewegungs und Koordinationsstörungen, zum Beispiel Gangstörungen und Gangunsicherheit
  • Muskelsteifheit und verkrampfung
  • einseitige Sehnerventzündungen, Sehstörungen (beispielsweise das Gefühl, durch eine Milchglasscheibe zu blicken)
  • Müdigkeit, chronische Erschöpfung
  • Aufmerksamkeits und Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen
  • Blasenentleerungsstörungen, Inkontinenz, häufige Harnwegsinfekte
  • Erektionsstörungen, sexuelle Unlust

Die Ursachen für Multiple Sklerose werden noch erforscht. Bekannt ist aber, dass verschiedene Risikofaktoren eine Rolle spielen. Hierzu zählen erbliche Faktoren, aber auch äußere Einflüsse wie:

  • bestimmte virale Infektionen, zum Beispiel durch Masern oder Herpes-Viren
  • mangelhafte VitaminD-Versorgung
  • Rauchen
  • Übergewicht
  • übermäßiger Konsum von Kochsalz
  • eine gestörte Darmflora

Multiple Sklerose verläuft bei den meisten Menschen in Form unregelmäßiger Schübe, zwischen denen es besonders im Anfangsstadium noch zu einer Verbesserung der Beschwerden kommen kann. Die Anzahl und Schwere der Symptome ist bei den Betroffenen sehr unterschiedlich ausgeprägt, je nachdem, wo sich die Entzündungsherde befinden. In manchen Fällen verläuft die Erkrankung so mild, dass sie den normalen Alltag kaum beeinträchtigt, andere Betroffene sind körperlich und auch psychisch schwer beeinträchtigt. Nicht selten kommt es in diesen Fällen bereits im jungen Erwachsenenalter zu bleibenden Behinderungen.

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Ziele der Behandlung

Wie wird Multiple Sklerose klassisch behandelt?

Eine Frau in einer Physiotherapie
Physiotherapie ist bei der Behandlung ein wichtiger Bestandteil, sie kann helfen, die Beweglichkeit möglichst lange aufrecht zu erhalten. Bild: Henglein and Steets/Cultura

Multiple Sklerose ist zwar nicht heilbar, aber gut zu behandeln. Ziel ist es, die Entzündungsreaktion unter Kontrolle zu bringen, die Symptome zu lindern, aber auch die Anzahl der Schübe zu verringern und das Voranschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Abhängig von der Art der Multiple Sklerose kommen dabei verschiedene Medikamente zum Einsatz, die das Immunsystem hemmen. Dazu zählen beispielsweise Cortison (zum Beispiel Alpicort®, Bismolan®), sogenannte Interferone (zum Beispiel Avonex®, Betaferon®) und künstlich hergestellte Antikörper wie Natalizumab (Tysabri®) oder Alemtuzumab (Lemtrada®).

Bei besonders schweren Verläufen kann der Arzt Medikamente verschreiben, die auch in der Krebstherapie eingesetzt werden: Die Wirkstoffe Mitoxantron (zum Beispiel Haemato-tron®, Novantron® oder Ralenova®) und Azathiporin (zum Beispiel Azaimun®, Azamedac®, Imurek®, Imurel® oder Zytrim®) zerstören als starke Zellgifte die fehlgesteuerten Immunzellen, haben allerdings auch starke Nebenwirkungen.

Ergänzt wird die medikamentöse Behandlung durch Rehabilitationsmaßnahmen und Physiotherapie, um die körperlichen Einschränkungen zu lindern.

Ziele der Mikronährstoffmedizin

Die klassische Behandlung der Multiplen Sklerose lässt sich durch die Mikronährstoffmedizin wirksam ergänzen. Dabei spielt vor allem die entzündungshemmende Wirkung vieler Vitamine, Mineral- und Pflanzenstoffe eine wichtige Rolle. Ziel ist es, das Myelin vor der Zerstörung durch die Immunzellen zu schützen:

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Behandlung mit Mikronährstoffen

Antioxidantien wie Vitamin E, Selen und Zink schützen das Myelin

Wirkweise von Antioxidantien

Bei MS-Patienten scheint die Balance zwischen freien Sauerstoffradikalen und Antioxidantien, die diese entgiften, gestört zu sein. Ergebnisse einer Vorstudie weisen darauf hin, dass MS-Patienten insbesondere unter einem Mangel an fettlöslichen Antioxidantien leiden, zum Beispiel an Vitamin E, Beta-Carotin und Coenzym Q10. Experten gehen davon aus, dass der erhöhte oxidative Stress während eines akuten Schubs auch die Zerstörung des Myelins und die Entzündungsreaktion antreibt. Zink ist abgesehen von seiner Funktion als Antioxidans auch für das Nervensystem unentbehrlich: Es spielt es eine wichtige Rolle für den Erhalt des Myelins.

Die Einnahme von Antioxidantien könnte den oxidativen Stress verringern und dadurch den Krankheitsverlauf verlangsamen. Hinweise aus einer Vorstudie bekräftigen diese Annahme: MS-Patienten, die mit einer Mischung verschiedener Antioxidantien (Vitamin E, Vitamin C, Selen, N-Acetylcystein und Beta-Carotin) sowie anderen nervenschützenden Substanzen (zum Beispiel Alpha-Liponsäure) behandelt wurden, erlitten deutlich weniger Rückfälle. Zudem benötigten sie weniger Cortison und hatten einen besseren oxidativen Status.

Info

Die Blut-Hirn-Schranke verhindert, dass Stoffe, die das Gehirn schädigen können, in das Gehirn eindringen. Einige Substanzen können die Blut-Hirn-Schranke allerdings überwinden. Deshalb spielen bei der Behandlung der Multiple Sklerose vor allem fettlösliche Antioxidantien wie Vitamin E, Beta-Carotin, Coenzym Q10 sowie Mineralstoffe wie Zink und Selen eine wichtige Rolle: Sie gelangen ohne Probleme ins Gehirn.

Vitamin E: Ergebnisse einer kleinen hochwertigen Studie deuten darauf hin, dass Vitamin E in Verbindung mit entzündungsregulierenden Omega-3-Fettsäuren und Vitamin A die Rückfallrate eines Schubes verringern und den Krankheitsfortschritt verlangsamen kann. Wirksam war in dieser Studie nur die Kombination und nicht die Einzelkomponenten Vitamin E und Omega-3-Fettsäuren. In einer anderen kleinen Vorstudie senkte jedoch auch die Einnahme von Vitamin E bei MS-Patienten den oxidativen Stress.

Selen: Eine Vorstudie zeigt, dass die Einnahme von Selen zusammen mit Vitamin C und Vitamin E bei MS-Patienten den oxidativen Stress verringert.

Info

Auch verschiedene Pflanzenstoffe wirken antioxidativ. Eine kleine Vorstudie legt nahe, dass die Einnahme von Grüntee-Extrakt bei gleichzeitig moderatem Training zu einer Verbesserung des Muskelstoffwechsels bei MS-Patienten führen könnte.

Insgesamt ist die Rolle von Antioxidantien bei der Multiple Sklerose noch nicht abschließend geklärt. Es sind deshalb weitere hochwertige Studien erforderlich, um den Nutzen von Antioxidantien zu bestätigen. Dennoch erscheint eine entsprechende Nahrungsergänzung vielversprechend, um den erhöhten oxidativen Stress zu verringern.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Antioxidantien

Mikronährstoff-Mediziner empfehlen bei Multipler Sklerose eine breite Mischung verschiedener Antioxidantien. Sinnvoll sind pro Tag:

  • Vitamin C: 500 Milligramm
  • Vitamin E: bis 50 Milligramm
  • Zink: 15 bis 30 Milligramm
  • Selen: 100 bis 300 Mikrogramm

Expertenwissen

Hohe Dosen Vitamin C können in Geweben mit hohem Eisengehalt zu einer verstärkten Produktion von Sauerstoffradikalen beitragen. Bei MS-Patienten kann es zu einer übermäßigen Eisenansammlung in den geschädigten Bereichen des Gehirns kommen. Deshalb könnte eine Überdosierung von Vitamin C für MS-Patienten schädlich sein.

Es empfiehlt sich, Antioxidantien zum Essen einzunehmen: Vitamin E wird zusammen mit dem Fett aus der Mahlzeit am besten aufgenommen. Vitamin C, Zink und Selen sind in Verbindung mit einer Mahlzeit besser verträglich.

Lebensmittel die Antioxidantien beinhalten
Auch wenn noch einige Fragen offen sind, sollten sich MS-Patienten abwechslungsreich ernähren, um so viele verschiedene Antioxidantien aufzunehmen. Die Ergänzung mit entsprechenden Mikronährstoff-Präparaten kann sinnvoll sein, es sollte aber auf eine breite und abgestimmte Zusammensetzung der Mikronähsrtoffe geachtet werden. Bild: Bojsha65/iStock/Getty Images Plus

Tipp

Achten Sie bei Kombinationspräparaten mit Selen und Vitamin C auf die Verbindung Natriumselenat. Ist stattdessen Natriumselenit enthalten, kann es passieren, dass Vitamin C diese Verbindung in eine Form umwandelt, die der Körper nicht aufnehmen kann. Natriumselenat wird durch Vitamin C nicht beeinflusst.

Antioxidantien im Labor bestimmen lassen

Um herauszufinden, ob das Verhältnis zwischen freien Radikalen und Antioxidantien ausgeglichen ist, kann der sogenannte antioxidative Status im Blut bestimmt werden. Dies empfiehlt sich vor allem dann, wenn Antioxidantien in sehr großen Mengen eingenommen werden: Ist der Körper bereits gut mit Antioxidantien versorgt, können zu hohe Dosierungen schädlich sein.

Um dies festzustellen, gibt es viele Möglichkeiten, die sich je nach Labor unterscheiden. Beispielsweise können neben dem Blut auch Speichel und Urin für eine Bestimmung herangezogen werden. Normalwerte für den Gesamt-Antioxidantien-Status im Blut sind Werte zwischen 1,13 und 1,57 Millimol pro Liter. Wegen der verschiedenen Methoden gelten aber die Einheiten und Grenzwerte des jeweiligen Labors.

Bei der Einnahme von Selen sollte der Selenwert kontrolliert werden. Die Messung kann aus dem Blutserum (ohne Blutzellen) oder dem Vollblut erfolgen. Vollblut ist besser geeignet, um auf die Langzeitversorgung mit Selen zu schließen: Die Werte schwanken weniger stark. Normale Werte liegen bei 120 bis 150 Mikrogramm pro Liter Vollblut.

Antioxidantien: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Vitamin E sollte bei Rauchern wegen der möglichen Gefahr von Hirnblutungen nicht über 50 Milligramm pro Tag dosiert werden. Darüber hinaus kann Vitamin E das Lungenkrebsrisiko leicht erhöhen, insbesondere in Verbindung mit Beta-Carotin.

Vitamin C kann die Wirkung des Blutkrebs-Medikaments Bortezomib (zum Beispiel Velcade®) herabsetzen, weshalb es während einer solchen Therapie ausschließlich nach Absprache mit dem Arzt eingenommen werden sollte. Da Vitamin C die Eisenaufnahme verbessert, sollten bei Menschen mit krankhafter Eisenüberladung (Hämochromatose) höhere Vitamin-C-Gaben nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Bei einer chronischen Nierenschwäche oder anderen Nierenerkrankungen sollten Vitamin C, Zink und Selen nicht zusätzlich über Mineralstoffpräparate eingenommen werden. Geschwächte Nieren können die Mikronährstoffe nicht richtig ausscheiden.

Zink kann Antibiotika und Medikamente bei Osteoporose (Bisphosphonate) binden, was sie unwirksam macht. Deshalb empfiehlt sich ein Abstand von mindestens zwei Stunden zwischen der Einnahme. Zu den betroffenen Medikamenten gehören beispielsweise:

  • Gyrasehemmer: Ciprofloxacin (zum Beispiel Ciloxan®, Ciprobay), Enoxacin (zum Beispiel Enoxor®), Levofloxacin (zum Beispiel Tavanic®), Moxifloxacin (zum Beispiel Avalox®), Norfloxacin (zum Beispiel Bactracid®, Norfluxx®) und Ofloxacin (zum Beispiel Floxal®, Tarivid®)
  • Tetrazykline: Tetracyclin (zum Beispiel Achromycin®, Supramycin®, Tefilin®), Doxycyclin (zum Beispiel Supracyclin®, Vibramycin®) Minocyclin (zum Beispiel Aknosan®, Skinocyclin®)
  • Bisphosphonate: Alendronat (zum Beispiel Fosamax®, Tevanate®), Clodronat (zum Beispiel Bonefos®), Etidronat (zum Beispiel Didronel®), Ibandronat (Bondronat®), Pamidronat (Aredia®), Risedronat (Actonel®) und Tiludronat (Skelid®)

Vitamin D wirkt entzündungshemmend

Wirkweise von Vitamin D

Vitamin D hat eine regulierende Wirkung auf das Immunsystem und beeinflusst entzündliche Vorgänge. Es könnte daher die MS-typischen Entzündungsreaktionen kontrollieren. Der Zusammenhang zwischen einem Vitamin-D-Mangel und dem Auftreten und Fortschreiten einer Multiplen Sklerose wird durch eine Übersichtsarbeit untermauert: Hatten Betroffene einen Mangel, schritt die Erkrankung auch schneller fort.

Die Antworten auf die Frage, ob die Einnahme von Vitamin D die Beschwerden bei Multipler Sklerose grundsätzlich lindern oder das Fortschreiten der Erkrankung verzögern kann, sind jedoch noch widersprüchlich: So deutet sich in einer größeren Übersichtsarbeit sowie in mehreren Vorstudien an, dass Vitamin D das Krankheitsbild möglicherweise positiv beeinflussen und das Rückfallrisiko senken kann. In einer anderen Auswertung der verfügbaren Studien konnte jedoch kein Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung oder auf die Beschwerden nachgewiesen werden. Die Rückfallquote der MS-Patienten, die Vitamin D erhielten, war sogar höher, als die der Patienten, die ein Scheinmedikament einnahmen. Unklar ist aber, ob die Betroffenen einen Mangel hatten oder Vitamin D überdosiert wurde.

Weitere hochwertige Studien müssen nun zeigen, wodurch sich die Unterschiede erklären lassen. Grundsätzlich empfiehlt es sich bei Multipler Sklerose, einen bestehenden Vitamin-D-Mangel mit niedrig bis mäßig hoch dosierten Vitamin-D-Präparaten auszugleichen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Vitamin D

Die richtige Vitamin-D-Dosierung richtet sich idealerweise nach den Blutwerten. Bei einem starken Mangel empfehlen Ärzte für einen festgelegten Zeitraum oft mehr Vitamin D, um den Vitamin-D-Mangel erfolgreich auszugleichen. Kennen Sie Ihren Vitamin-D-Wert nicht, sind täglich 1.000 bis 2.000 Internationale Einheiten am Tag sinnvoll.

Expertenwissen

Es wird diskutiert, ob hoch dosiertes Vitamin D bei Multipler Sklerose sinnvoll ist – zum Beispiel im Rahmen des Coimbra-Protokolls. Dabei bekommen Betroffene täglich 40.000 bis 300.000 Internationale Einheiten (IE) Vitamin D. Dies sollte nur unter ärztlicher Kontrolle, einer calciumarmen Diät und unter Kontrolle der Blutwerte (PTH, Calcium) erfolgen. Es gibt wenige positive Studien, in denen MS-Patienten hohe Vitamin-D-Dosierungen erhielten, zum Beispiel über einen Zeitraum von drei Monaten alle fünf Tage bis alle zwei Wochen 50.000 Internationale Einheiten Vitamin D. Allerdings zeigt eine Übersichtsarbeit auch, dass sich sehr hohe Dosierungen nachteilig auf die Multiple Sklerose auswirken können. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind die empfohlenen niedrigen Dosierungen (zum Beispiel 1.000 bis 2.000 Internationale Einheiten) sicher und sollten deshalb bevorzugt werden.  

Da Vitamin D ein fettlösliches Vitamin ist, sollte es gemeinsam mit einer Mahlzeit eingenommen werden: Durch das darin enthaltene Fett wird die Aufnahme im Darm gesteigert.

Vitamin D im Labor bestimmen lassen

Ein Vitamin-D-Blutttest
Bei Multiple Sklerose sollte der Vitamin-D-Spiegel unbedingt kontrolliert und ein Mangel entsprechend ausgeglichen werden. Haben Betroffene einen Mangel schreitet die Erkrankung schneller fort, da Vitamin D entzündliche Vorgänge im Körper reguliert. Bild: jarun011/iStock/Getty Images Plus

Um einen Vitamin-D-Mangel festzustellen, wird die Transportform im Blut bestimmt – das sogenannte 25(OH)-Vitamin D (Calcidiol). Es wird idealerweise im Blutserum gemessen. Die Optimalwerte liegen bei 40 bis 60 Nanogramm pro Milliliter. Zahlreiche Studien liefern Hinweise darauf, dass bei MS-Patienten eine Konzentration von mindestens 40 Nanogramm pro Milliliter notwendig ist, um die Krankheitsaktivität zu kontrollieren.

Vitamin D: zu beachten bei Erkrankungen und Entwässerungsmedikamenten

Personen mit Nierenerkrankungen sollten Vitamin D nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt einnehmen: Vitamin D steigert den Calciumspiegel im Blut. Die kranken Nieren können überschüssiges Calcium nicht gut ausscheiden, sodass es zu einer Überdosierung kommen kann. Auch Personen mit calciumhaltigen Nierensteinen müssen aufpassen. Gleiches gilt für die entzündliche Bindegewebserkrankung Sarkoidose (Morbus Boeck): Betroffene haben häufig einen hohen Calciumspiegel im Blut, der durch die Vitamin-D-Einnahme weiter steigen kann.

Vitamin D und Entwässerungsmedikamente aus der Wirkstoffgruppe der Thiazide erhöhen den Calciumspiegel im Blut. Deshalb sollten beide nur dann gemeinsam eingenommen werden, wenn der Calciumspiegel regelmäßig kontrolliert wird. Dazu gehören Wirkstoffe wie Hydrochlorothiazid (Disalunil®, Esidrix®), Indapamid (zum Beispiel Inda Puren®, Sicco®) und Xipamid (zum Beispiel Aquaphor®, Neotri®).

Omega-3-Fettsäuren regulieren das Immunsystem und wirken antientzündlich

Wirkweise von Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren haben bei Multipler Sklerose verschiedene positive Eigenschaften:

  • Sie wirken entzündungshemmend, da sie die Freisetzung bestimmter Botenstoffe blockieren. Ohne diese Botenstoffe können die Entzündungszellen nicht mehr ins Gehirn eindringen und die Nervenfasern angreifen.
  • Sie wirken antioxidativ, das heißt, sie reduzieren den oxidativen Stress, der das Myelin schädigt und die Entzündungsschäden verstärkt.
  • Sie sind Bestandteil des Myelins und haben eine Schutzfunktion für das Nervensystem. Ein Mangel an Omega3-Fettsäuren kann die Zerstörung des Myelins begünstigen.

Omega-3-Fettsäuren sollten Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein. Wie sich die gezielte Einnahme von Omega-3-Fettsäuren allerdings auf den Verlauf der Multiple Sklerose auswirkt, ist noch nicht abschließend geklärt. Die vorhandenen Studien kommen zum Teil zu unterschiedlichen Ergebnissen: Erste Daten einer Vorstudie an MS-Patienten deuten darauf hin, dass die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren die Lebensqualität verbessert und die Schwere der Erkrankung sowie daraus entstehende Behinderungen günstig beeinflussen könnte. Demgegenüber zeigt eine andere hochwertige Studie keinen positiven Effekt von Omega-3-Fettsäuren bei Multipler Sklerose im Vergleich zu einem Scheinmedikament.

Aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung sind Omega-3-Fettsäuren jedoch bei der Behandlung der Multiple Sklerose vielversprechend. Da sie bei einigen Betroffenen die Beschwerden besserten, können sie einen Versuch wert sein.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Omega-3-Fettsäuren

Mikronährstoff-Experten empfehlen bei Multipler Sklerose eine Dosierung von 2.000 bis 4.000 Milligramm Omega-3-Fettsäuren pro Tag. Insbesondere die Omega-3-Fettsäure Eicosapentaensäure (EPA) aus Fischöl wirkt stark entzündungshemmend. Entsprechende Omega-3-Präparate sollten deshalb einen höheren Anteil an EPA haben.

Es wird empfohlen, Omega-3-Präparate zum Essen einzunehmen: Zusammen mit dem Fett aus der Mahlzeit gelangen sie besser aus dem Darm ins Blut.

Tipp

Achten Sie bei Fischölpräparaten insbesondere auf die Qualität. Gute Präparate sind besonders gereinigte Präparate und damit frei von unerwünschten Rückständen, wie Schwermetalle oder Schadstoffe.

Omega-3-Fettsäuren im Labor bestimmen lassen

Ob Sie gut mit Omega-3-Fettsäuren versorgt sind, können Sie durch den Omega-3-Index herausfinden. Dabei misst das Labor den Anteil der Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) in den roten Blutzellen (Erythrozyten). Der Omega-3-Index wird in Prozent angegeben und sollte optimalerweise über 8 liegen. Dies bedeutet, dass 8 von 100 Fettsäuren in den roten Blutzellen hochwertige Omega-3-Fettsäuren sind.

Omega-3-Fettsäuren: zu beachten bei Einnahme von Blutverdünnern, Erkrankungen und vor Operationen

Da Omega-3-Fettsäuren blutverdünnend wirken können, können sie ab einer Dosierung von 1.000 Milligramm die Wirkung von Blutgerinnungshemmern verstärken. Besprechen Sie daher die Einnahme mit Ihrem Arzt: Er kann die Blutgerinnungszeit (Quick-Wert) regelmäßig kontrollieren und die Dosis der Medikamente senken, wenn nötig. Zu den Blutverdünnern zählen:

  • CumarinDerivate (wie Marcumar® und Coumadin®)
  • Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin®)
  • Heparin (Clexane®)
  • neue orale Antikoagulanzien: Apixaban (Eliquis®), Dabigatran (Pradaxa®), Edoxaban (Lixiana®) und Rivaroxaban (Xarelto®)

Wenn Sie eine Blutgerinnungsstörung haben, sollten Sie die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren zuvor mit dem Arzt abklären. Sprechen Sie auch vor einer Operation mit einem Arzt, ob Sie die Omega-3-Fettsäuren besser absetzen oder die Dosierung reduzieren sollten. Einige Ärzte empfehlen, ein bis zwei Wochen vor der Operation auf Omega-3-haltige Präparate zu verzichten.

Bei plötzlich auftretenden (akuten) Lebererkrankungen, einer akuten Bauchspeicheldrüsen- oder einer Gallenblasenentzündung sollten Omega-3-Fettsäuren nicht eingenommen werden.

B-Vitamine zum Aufbau des Myelins

Wirkweise von B-Vitaminen

Ein Illustration eines gesunden und eines geschädigten Nervs
Myelin umgibt die Nervenfasern, die die Nervenzellen miteinander verbinden, bei Multiple Sklerose wird die Myelinschicht angegriffen und geschädigt. B-Vitamine benötigt der Körper für den Aufbau des Myelins. Bild: ttsz/iStock/Getty Images Plus

B-Vitamine erfüllen zahlreiche Aufgaben. Vitamin B12 und Folsäure sind für die Funktion des Nervensystems unerlässlich. Zusammen mit Vitamin B6 und Vitamin B2 sind sie außerdem an der Entgiftung von Homocystein beteiligt. Homocystein wirkt entzündungsfördernd, schädigt die Zellen des Nervensystems und trägt zur Entstehung von Multipler Sklerose bei. Die Vitamine B2, B6, B12 und Biotin spielen außerdem eine wichtige Rolle beim Aufbau des Myelins. Vitamin B12 hemmt möglicherweise auch entzündungsfördernde Botenstoffe. Biotin und Vitamin B1 können den Energiestoffwechsel verbessern und unter Umständen Erschöpfungssymptome lindern, unter denen viele MS-Patienten leiden.

Bei MS-Patienten kommt es häufig zu einem Mangel an B-Vitaminen, insbesondere an Vitamin B12 und Folsäure. Oft ist bei den Betroffenen auch der Homocysteinspiegel erhöht. Hierdurch kann sich die für Multiple Sklerose typische Entzündung verstärken und der Abbau des Myelins kann sich beschleunigen.

Einzelne hochwertige Studien weisen darauf hin, dass die Einnahme von B-Vitaminen Multiple Sklerose günstig beeinflussen kann. So konnte die Einnahme von Biotin den Behinderungsgrad von jedem zehnten MS-Patienten verringern, wie eine hochwertige Studie zeigt. Für Vitamin B1 gibt es erste Hinweise aus einer Vorstudie, dass sich die chronische Erschöpfung von MS-Patienten lindern lässt. In einer anderen Vorstudie konnte hingegen kein Nutzen nachgewiesen werden. Auch konnte die alleinige Einnahme von Vitamin B2 nichts bewirken, wie eine kleine hochwertige Studie zeigt.

B-Vitamine arbeiten im Stoffwechsel zusammen, weshalb sie auch kombiniert eingenommen werden sollten. Hochwertige Studien müssen nun zeigen, wie sich die Einnahme des Vitamin-B-Komplexes bei Multipler Sklerose auswirkt. Aufgrund der Schutzfunktion für das Nervensystem und ihrer wichtigen Rolle beim Myelin-Aufbau erscheint die Einnahme von B-Vitaminen jedoch vielversprechend. Der Ausgleich eines bestehenden Mangels dürfte sich auf jeden Fall lohnen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von B-Vitaminen

Mikronährstoff-Experten empfehlen bei Multipler Sklerose die Einnahme eines Vitaminpräparats mit einer Kombination der B-Vitamine. Sinnvoll sind täglich:

  • Vitamin B1: 2 bis 5 Milligramm
  • Vitamin B2: 1 bis 5 Milligramm
  • Vitamin B6: 2 bis 4 Milligramm
  • Vitamin B12: bis 500 Mikrogramm (als Methylcobalamin)
  • Folsäure: 200 bis 500 Mikrogramm (als direkt verwertbare 5Methyltetrahydrofolsäure)
  • Biotin: 100 Mikrogramm

Für eine bessere Magenverträglichkeit sollten B-Vitamine zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen werden.

Homocystein im Labor bestimmen lassen

Ein Mangel an Vitamin B12, Vitamin B6 und Folsäure kann einen erhöhten Homocysteinspiegel begünstigen, der bei Multipler Sklerose vermieden werden sollte. Es ist deshalb ratsam, den Homocysteinwert beim Arzt messen zu lassen. Homocystein wird im Blutplasma bestimmt. Das ist der flüssige Teil des Blutes ohne Blutzellen. Als Normwerte gelten 5 bis 9 Mikromol pro Liter.

B-Vitamine: zu beachten bei Schwangerschaft und Stillzeit sowie Erkrankungen

B-Vitamine sollten in der Schwangerschaft und Stillzeit hoch dosiert nur bei einem nachgewiesenen Mangel und nach Absprache mit dem behandelnden Frauenarzt eingenommen werden.

Diabetiker mit Nierenschaden und Nierenpatienten müssen zwar auf die Versorgung mit B-Vitaminen achten, denn sie gehen bei der Dialyse verloren. Allerdings müssen sie auch besonders umsichtig sein: Vitamin B12 sollten Nierenpatienten nicht in Form von Cyanocobalamin einsetzen, da dieses hoch dosiert vermutlich schädlich ist. Stattdessen empfiehlt sich die Einnahme von Methylcobalamin.

Nach dem Setzen von Gefäßstützen (Stents) und nach einem Herzinfarkt ist die Gabe kombinierter B-Vitamine noch nicht ausreichend erforscht. Möglicherweise wirken B-Vitamine hier negativ. Hohe Dosen Vitamin B12 (60 bis 400 Mikrogramm pro Tag) und Folsäure (800 bis 1.200 Mikrogramm pro Tag) sollten dann vermieden werden.

Energieproduktion: Q10 und L-Carnitin können Müdigkeitserscheinungen lindern

Wirkweise von Coenzym Q10 und L-Carnitin

Eine Frau gähnt am Arbeitsplatz im Büro
MS-Patienten, die an chronischer Erschöpfung leiden, haben häufig einen Mangel an Coenzym Q10, welches wichtig für den Energiestoffwechsel in den Zellkraftwerken ist. Nehmen Betroffene Coenzym Q10, kann sich der Erschöpfungszustand bessern. Bild: fizkes/iStock/Getty Images Plus

Coenzym Q10 und L-Carnitin sind für den Energiestoffwechsel in den Mitochondrien unerlässlich. Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen und versorgen sie mit Energie. Kommt es im Energiestoffwechsel zu Störungen, reagieren gerade Nervenzellen äußerst empfindlich. Zudem entsteht vermehrt oxidativer Stress, der die Nervenzellen und ihre Myelin-Hüllschicht schädigen können. Neben seiner Funktion für den Energiestoffwechsel ist Coenzym Q10 ein starkes Antioxidans mit entzündungshemmenden Eigenschaften, das Nervenzellen vor Schäden schützt.

Experten gehen davon aus, dass eine Fehlfunktion der Mitochondrien bei der Entstehung von Multipler Sklerose eine Rolle spielt. Zudem zeigen Beobachtungsstudien, dass Betroffene häufig an chronischer Erschöpfung und Depressionen leiden, die wiederum oft mit niedrigen Coenzym-Q10-Spiegeln einhergehen. Nehmen MS-Patienten jedoch gezielt Coenzym Q10 ein, können sie davon profitieren: Einer kleinen, aber hochwertigen Studie zufolge lassen sich chronische Erschöpfung und Depressionen so deutlich lindern. Zwei weitere kleine hochwertige Studien kamen zu dem Ergebnis, dass Coenzym Q10 bei MS-Patienten auch die Aktivität antioxidativer Enzyme steigert, den oxidativen Stress verringert und die Konzentration entzündlicher Botenstoffe senken kann.

Die Studienlage für einen Nutzen von L-Carnitin ist weniger klar: MS-Patienten weisen häufig niedrige L-Carnitin-Spiegel im Blut auf. Experten vermuten deshalb einen Zusammenhang zur chronischen Erschöpfung. Jedoch liefert bislang nur eine Vorstudie Hinweise darauf, dass sich die Müdigkeit durch die Einnahme von L-Carnitin lindern lässt. Neue Erkenntnisse bezüglich des Nutzens von L-Carnitin bei MS-Patienten mit chronischer Erschöpfung werden aus noch laufenden Studien erwartet.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Coenzym Q10 und L-Carnitin

Mikronährstoff-Mediziner empfehlen bei Multipler Sklerose pro Tag die Einnahme von 200 bis 500 Milligramm Coenzym Q10. Nehmen Sie Coenzym Q10 unbedingt zu den Mahlzeiten ein, da das Fett aus Lebensmitteln die Aufnahme im Darm verbessert.

Bei L-Carnitin empfiehlt sich eine Dosierung von 2.000 Milligramm als Kapsel. Auch eine Infusion in die Vene ist möglich. Bei Kapseln wird empfohlen, die Gesamtdosis über den Tag zu verteilen. Sinnvoll ist die Einnahme zur Mahlzeit und die Verbindung L-Carnitintartrat: Beides erhöht die Verträglichkeit für den Magen.

Coenzym Q10 und L-Carnitin: zu beachten bei Medikamenteneinnahme und Erkrankungen

Coenzym Q10 kann die Wirkung von Blutgerinnungshemmern wie Warfarin (Coumadin®) herabsetzen. Dies wurde bereits für Dosierungen zwischen 30 und 100 Milligramm Coenzym Q10 beobachtet. Demgegenüber kann L-Carnitin in sehr seltenen Fällen die Wirkung von Blutgerinnungshemmern vom Cumarin-Typ verstärken. Zu diesen Medikamenten zählen Ethylbiscoumacetat (Tromexan®), Phenprocoumon (Marcuphen®, Falithrom®, Marcumar®) und Warfarin (Coumadin®). Deshalb sollte die Einnahme von Coenzym Q10 und L-Carnitin begleitend zu Blutgerinnungshemmern mit dem Arzt abgesprochen werden.

L-Carnitin kann bei Diabetikern die Zuckerwerte verbessern. Wird L-Carnitin gleichzeitig mit blutzuckersenkenden Medikamenten eingenommen, besteht die Gefahr einer Unterzuckerung. Hierzu zählen unter anderem Metformin (Diabesin®, Siofor® und Glucophage®) und Sulfonylharnstoffe (Euglucon®, Semi-Euglucon® oder Maninil®). Eventuell muss die Dosierung der Medikamente angepasst werden. Eine regelmäßige Kontrolle des Blutzuckerspiegels und eine Absprache mit dem Arzt sind empfehlenswert.

Menschen mit Funktionsstörungen der Niere (chronische Niereninsuffizienz) sollten die Einnahme von hoch dosierten L-Carnitin-Präparaten (über 1.000 Milligramm) mit dem Arzt absprechen, da die Langzeiteinnahme in solchen Fällen noch nicht ausreichend untersucht wurde. Auch bei Krebserkrankungen sollte die Einnahme mit dem Arzt abgesprochen werden.

Alpha-Liponsäure wirkt antioxidativ, entzündungshemmend und schützt das Myelin

Wirkweise von Alpha-Liponsäure

Alpha-Liponsäure kann als Antioxidans den oxidativen Stress reduzieren, der bei Multipler Sklerose zur Schädigung des Myelins beiträgt. Auch unterstützt Alpha-Liponsäure die Regeneration anderer Antioxidantien, zum Beispiel Vitamin C und E, und steigert dadurch ihre Wirksamkeit. Darüber hinaus wirkt Alpha-Liponsäure entzündungshemmend: Ergebnisse einer Vorstudie zeigen, dass sie die Bildung bestimmter entzündlicher Botenstoffe unterdrückt. Diese ermöglichen es den Immunzellen normalerweise während eines Schubs, in das Gehirn zu gelangen und eine Entzündung auszulösen.

Ergebnisse einer hochwertigen Studie belegen, dass die Einnahme von Alpha-Liponsäure bei MS-Patienten die Konzentration eines entzündlichen Botenstoffs senken kann. Wie sich dies auf die Nervenentzündung und die Beschwerden auswirkt, muss allerdings noch herausgefunden werden. Eine Übersichtarbeit über mehrere Tierversuche und erste Studien an Menschen liefern aber Hinweise, dass Alpha-Liponsäure die neurologischen Einschränkungen bei Multipler Sklerose verringern könnte. Zwar sind weitere hochwertige Studien erforderlich, um diese Ergebnisse abzusichern, dennoch scheint die Einnahme von Alpha-Liponsäure bei Multipler Sklerose vielversprechend zu sein.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Alpha-Liponsäure

Mikronährstoff-Experten empfehlen bei Multipler Sklerose eine Tagesdosis von 600 bis 1.200 Milligramm Alpha-Liponsäure, aufgeteilt auf zwei Einnahmen am Tag. Es ist ratsam, Alpha-Liponsäure 30 bis 45 Minuten vor den Mahlzeiten einzunehmen, da die Einnahme zu den Mahlzeiten die Bioverfügbarkeit verringern kann. Auch Mineralstoffpräparate (beispielsweise Eisen, Magnesium oder Zink) sollten zeitlich getrennt eingenommen werden.

Tipp

Da die langfristige Einnahme von Alpha-Liponsäure die Aktivität Biotin-abhängiger Enzyme beeinträchtigen kann, sollte zusätzlich 100 bis 500 Mikrogramm Biotin pro Tag eingenommen werden. Hochwertige Präparate enthalten gleichzeitig Biotin.

Alpha-Liponsäure: zu beachten in Schwangerschaft, Stillzeit und bei Diabetes

Schwangere und stillende Frauen sollten Alpha-Liponsäure nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen. Große Studien, die die Sicherheit belegen, fehlen noch.

Da Alpha-Liponsäure die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin verstärken kann, besteht bei Diabetikern das Risiko einer Unterzuckerung. Zu den betroffenen Medikamentenwirkstoffen gehören zum Beispiel Glibenclamid (zum Beispiel Euglucon®, Glib-rationpharm® und Maninil®), Glimepirid (zum Beispiel Amaryl®, Glimmegama® und Glimipid Aristo®) und Metformin (zum Beispiel Competact®, Diabesin® und Janumet®). Eventuell muss deshalb die Dosis des Insulins durch den Arzt angepasst werden.

Magnesium schützt das Myelin und unterstützt die Muskelentspannung

Wirkweise von Magnesium

Magnesium unterstützt die Muskelentspannung, die bei den meisten MS-Patienten erheblich gestört ist. Doch Magnesium ist nicht nur für die Muskeln wichtig: Viele MS-Patienten nehmen im Vergleich zur gesunden Bevölkerung zu wenig Magnesium zu sich und ein Magnesiummangel führt in den Zellen zu oxidativem Stress, der das Myelin schädigt. Auch die chronische Erschöpfung, unter der viele MS-Patienten leiden, könnte durch einen Magnesiummangel verstärkt werden: Magnesium spielt eine wichtige Rolle bei der Energiegewinnung.

Zwei Vorstudien kamen zu dem Ergebnis, dass eine ausreichende Zufuhr von Magnesium aus der Nahrung Erschöpfungszustände wirksam lindern kann. Eine weitere Vorstudie lieferte zudem Hinweise darauf, dass die Einnahme von Magnesium in Kombination mit Calcium und Vitamin D akuten Verschlechterungen der Multiplen Sklerose vorbeugen könnte. Auch eine Patientin mit starken Muskelverkrampfungen profitierte einem Fallbericht zufolge von einer deutlichen Linderung ihrer Beschwerden und einer verbesserten Beweglichkeit durch Magnesium.

Zwar muss die positive Wirkung von Magnesium bei MS-Patienten noch durch hochwertige Studien bestätigt werden, ein Mangel sollte jedoch in jedem Fall vermieden werden. Besonders bei Muskelverspannungen ist die Einnahme von Magnesium aufgrund seiner entspannenden Wirkung auf die Muskeln einen Versuch wert.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Magnesium

Mikronährstoff-Experten empfehlen pro Tag 150 bis 300 Milligramm Magnesium. Magnesium sollte am besten zur Mahlzeit eingenommen werden: Eiweiße fördern die Aufnahme im Darm. Auch kann es zu Magen- oder Darmbeschwerden kommen, wenn Kapseln auf leeren Magen eingenommen werden. Ab einer Zufuhr von 250 Milligramm Magnesium pro Tag kann es zu harmlosem Durchfall kommen. Dann kann es helfen, die Dosis auf mehrere Portionen aufzuteilen.

Magnesium im Labor bestimmen lassen

Ob ein Magnesiummangel vorliegt, lässt sich durch eine Blutuntersuchung feststellen. Magnesium liegt hauptsächlich in der Zelle vor: Rote Blutzellen enthalten dreimal so viel Magnesium wie das Blutserum (Flüssigkeit des Blutes ohne Blutzellen). Magnesium sollte daher beim Arzt am besten im Vollblut bestimmt werden. Dies ist aussagekräftiger als Magnesium im Serum. Der Normalwert liegt zwischen 1,38 und 1,50 Millimol pro Liter.

Magnesium: zu beachten bei chronischen Nierenerkrankungen und Medikamenteneinnahme

Magnesium kann die Wirkung einiger Medikamente herabsetzen, da es sich mit ihnen verbindet und sie so unwirksam macht. Werden folgende Medikamente eingenommen, sollte ein Einnahmeabstand von mindestens zwei Stunden eingehalten werden:

  • Gyrasehemmer: Ciprofloxacin (zum Beispiel Ciloxan®, Ciprobay®), Enoxacin (zum Beispiel Enoxor®), Levofloxacin (zum Beispiel Tavanic®), Moxifloxacin (zum Beispiel Avalox®), Norfloxacin (zum Beispiel Bactracid®, Norfluxx®) und Ofloxacin (zum Beispiel Floxal®, Tarivid®)
  • Tetrazykline: Tetracyclin (zum Beispiel Achromycin®, Supramycin®, Tefilin®), Doxycyclin (zum Beispiel Supracyclin®, Vibramycin®), Minocyclin (zum Beispiel Aknosan®, Skinocyclin®)
  • Bisphosphonate: Alendronat (zum Beispiel Fosamax®, Tevanate®), Clodronat (zum Beispiel Bonefos®), Etidronat (zum Beispiel Didronel®), Ibandronat (Bondronat®), Pamidronat (Aredia®), Risedronat (Actonel®) und Tiludronat (Skelid®)

Bei chronischen Nierenerkrankungen sollte Magnesium nicht zusätzlich über Mineralstoffpräparate eingenommen werden. Geschwächte Nieren können überschüssiges Magnesium nicht gut ausscheiden. Das Magnesium würde sich daher im Blut anreichern.

Probiotika dämmen Entzündungsreaktionen ein

Wirkweise von Probiotika

Eine ungünstige Zusammensetzung der Darmflora könnte zu Multiple Sklerose beitragen: Versuchstiere mit bestimmten genetischen Eigenschaften erkranken an Multiple Sklerose, wenn sie Darmbakterien von Patienten mit Multipler Sklerose erhalten. Darum wird der Beitrag der Darmflora zu Multiple Sklerose momentan erforscht.

Probiotische Bakterien (Probiotika) fördern nicht nur die Darmgesundheit. Sie beeinflussen auch die Aktivität des Immunsystems, beispielsweise indem sie verhindern, dass bakterielle Giftstoffe aus dem Darm in den Körper gelangen und Entzündungen hervorrufen. Wissenschaftler vermuten, dass solche bakteriellen Giftstoffe auch bei rr Sklerose eine Rolle spielen. Probiotika könnten in diesem Fall dazu beitragen, die Entzündungsreaktionen im Gehirn einzudämmen.

Der Einfluss von Probiotika auf Multiple Sklerose wurde bisher in einer kleinen Vorstudie und in einer hochwertigen Studie untersucht. Beide Studien bestätigen den Nutzen von Probiotika. Betroffene profitierten beispielsweise von verbesserten Entzündungswerten und einem verringerten Behinderungsgrad. Es sind zwar weitere Studien erforderlich, um die Wirkung zu bestätigen, dennoch erscheint die Einnahme von Probiotika zurzeit vielversprechend, um die MS-Beschwerden einzudämmen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Probiotika

Illustration von Bakterien
Probiotische Bakterien sind gesundheitsfördernde Bakterien, da sie Entzündungsprozesse im Darm regulieren. Bild: Bet_Noire/iStock/Getty Images Plus

Damit genügend Bakterien lebend im Darm ankommen, empfehlen Mikronährstoff-Experten 1 bis 20 Milliarden (1 bis 20 x 109) koloniebildende Einheiten. Sinnvoll sind Probiotika, die eine Mischung verschiedener Bifidobakterien und Laktobazillen enthalten. Damit der gesundheitsfördernde Effekt von Probiotika spürbar wird, müssen diese über einen längeren Zeitraum regelmäßig eingenommen werden.

Idealerweise werden probiotische Bakterien mit Ballaststoffen kombiniert – zum Beispiel mit resistenten Dextrinen. Ballaststoffe dienen den Bakterien als Nahrung und unterstützen ihre Wirkung.

Probiotika: zu beachten bei bestimmten Erkrankungen

Einige probiotische Bakterien bilden möglicherweise Histamin im Darm. Daher kann eine Probiotikaeinnahme bei einer Histaminintoleranz Beschwerden hervorrufen. Dazu gehören: Lactobacillus casei, Lactobacillus delbrueckii ssp. bulgaricus, Lactobacillus reuteri, Lactococcus lactis und Enterococcus faecium.

Probiotika sollten nicht bei jedem eingesetzt werden. Sehr geschwächte Patienten mit unterdrücktem Immunsystem, Personen mit zentralen Venenzugängen (zum Beispiel bei Chemotherapie), Herzklappenerkrankungen oder Kurzdarmsyndrom sollten keine Probiotika bekommen.

Dosierungen auf einen Blick

Empfehlung pro Tag bei Multipler Sklerose

 

Vitamine

Vitamin C

500 Milligramm (mg)

Vitamin E

bis 50 Milligramm

Vitamin D

1.000 bis 2.000 Internationale Einheiten (IE); oder je nach Laborwert

Vitamin B1

2 bis 5 Milligramm

Vitamin B2

1 bis 5 Milligramm

Vitamin B6

2 bis 4 Milligramm

Vitamin B12

bis 500 Mikrogramm (µg) (als Methylcobalamin)

Folsäure

200 bis 500 Mikrogramm (als 5-Methyltetrahydrofolsäure)

Biotin

100 Mikrogramm

  
 

Mineralstoffe

Zink

15 bis 30 Milligramm

Selen

100 bis 300 Milligramm

Magnesium

150 bis 300 Milligramm

  
 

Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren

2.000 bis 4.000 Milligramm; mit möglichst hohem EPA-Anteil

Alpha-Liponsäure

600 bis 1.200 Milligramm

  
 

Sonstige

Coenzym Q10

200 bis 500 Milligramm

L-Carnitin

2.000 Milligramm

Probiotika mit Bifidobakterien und Laktobazillen

1 bis 20 Milliarden (1 bis 20 x 109) koloniebildende Einheiten (KBE)

 

Sinnvolle Laboruntersuchungen auf einen Blick

Sinnvolle Blutuntersuchungen bei Multipler Sklerose

 

Normalwerte

Antioxidativer Status

1,13 bis 1,57 Millimol pro Liter (mmol/l)*

Selen

120 bis 150 Mikrogramm pro Liter (µg/l)

Vitamin D

40 bis 60 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml)

Omega-3-Index

8 Prozent (%)

Homocystein

5 bis 9 Mikromol pro Liter (µmol/l)

Magnesium

1,38 bis 1,50 Millimol pro Liter

*Hinweis: Werte und Einheit je nach Labor.

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Zusammenfassung

Multiple Sklerose (MS) ist eine neurologische Erkrankung, bei der das Nervensystem durch das eigene Immunsystem geschädigt wird. Sie geht mit Entzündungen und oxidativem Stress einher. Die Behandlung von Multipler Sklerose lässt sich durch die Mikronährstoffmedizin optimal ergänzen. Antioxidantien wie Vitamin E und C, Selen und Zink senken den oxidativen Stress im Zentralnervensystem. Vitamin D wirkt regulierend auf das Immunsystem und trägt zur Kontrolle der Entzündungsreaktion bei. Omega-3-Fettsäuren unterdrücken die Bildung von Botenstoffen, mit deren Hilfe Entzündungszellen in das Gehirn gelangen können. Zudem wirken sie antioxidativ und sind ein wichtiger Bestandteil des Myelins.

B-Vitamine sind wichtig für die Funktion des Nervensystems, wirken entzündungshemmend und senken den Homocysteinspiegel. Homocystein wirkt entzündungsfördernd und trägt vermutlich zur Entstehung von Multipler Sklerose bei. Coenzym Q10 und L-Carnitin verbessern den Energiestoffwechsel der Mitochondrien, wirken oxidativem Stress entgegen und sind entzündungshemmend. Ebenso könnte auch Alpha-Liponsäure die Nerven schützen. Magnesium wird häufig eingesetzt, um verkrampfte Muskeln zu entspannen und die Energieproduktion zu unterstützen. Es kann wie Coenzym Q10 und L-Carnitin chronische Erschöpfungszustände lindern. Probiotika dichten den Darm ab und sorgen für eine gesunde Darmflora. Damit kann das Immunsystem reguliert werden.

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