Chronische Gastritis: Behandlung mit Mikronährstoffmedizin unterstützen

Wie bestimmte Vitamine, Mineralstoffe und sonstige Stoffe bei der Linderung einer chronischen Gastritis helfen können

Eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) kann sich durch Magenschmerzen, Übelkeit oder Völlegefühl bemerkbar machen. Ausgelöst wird sie durch Reizstoffe, Infektionen oder Immunerkrankungen. Dabei kann die Magenschleimhaut schwer geschädigt werden. Bei einer chronischen Magenschleimhautentzündung entstehen Mangelzustände. Die Mikronährstoffmedizin kann einen wertvollen Beitrag zur Linderung der Gastritis leisten und dabei helfen, Folgeerkrankungen zu vermeiden. Erfahren Sie, welche Mikronährstoffe besonders nützlich sind und wie Sie diese richtig einsetzen.

Tipp

Wird die chronische Gastritis durch den Keim Helicobacter pylori ausgelöst, finden Sie alle wichtigen Informationen zur Mikronährstoffmedizin bei einer solchen Infektion im Text „Helicobacter-pylori-Infektion“.

Darstellung von Magenschmerzen
Durch die chronische Entzündung im Magen ist die Aufnahme einiger Mikronährstoffe gestört. Ein Mangel droht. Bild: wittaya suwan/iStock/Getty Images Plus

Ursachen und Symptome

Was versteht man unter einer Gastritis?

Unter einer Gastritis versteht man eine Entzündung der Magenschleimhaut. Die Beschwerden variieren je nach Form: Bei einer plötzlich auftretenden (akuten) Gastritis kommt es meist zu einem Völlegefühl (unbestimmtes Druckgefühl) oder Bauchschmerzen – vor allem dann, wenn man auf den Magen drückt. Die Betroffenen haben Probleme beim Essen: dies reicht von Appetitlosigkeit bis hin zu Übelkeit mit Erbrechen. Es kann auch zu saurem Aufstoßen (Sodbrennen), Mundgeruch und Blähungen kommen.

Bei einer anhaltenden (chronischen) Gastritis kommt es hingegen oft nur zu leichten oder gar keinen Symptomen. Allerdings steigt das Risiko für Folgeerkrankungen wie Magenkrebs.

Bei einer schweren Gastritis kann es zu Magenblutungen und Magengeschwüren kommen. Dann verfärbt sich der Stuhl durch das Blut schwarz. Wird bei Magenblutungen erbrochen, ist das Erbrochene durch die Magensäuren schwarz-braun verfärbt (Kaffeesatzerbrechen).

Tipp

Bei Blutungen sollte ein Arzt die Eisenversorgung prüfen. Denn durch den Blutverlust geht auch Eisen verloren. Die Gefahr für einen Mangel steigt.

Wodurch entsteht eine chronische Gastritis?

Darstellung von Magengeschwüren
Bei einem Magengeschwür (Ulcus ventriculi) handelt es sich um eine tiefe Wunde in der Magenschleimhaut. Es entsteht zum Beispiel durch andauernde (chronische) Entzündungen. Bild: blueringmedia/iStock/Getty Images Plus

Die meisten Gastritis-Erkrankungen werden ausgelöst durch Giftstoffe wie Alkohol und Tabak sowie durch den Magenkeim Helicobacter pylori .

Zu weiteren (oder verschlimmernden) Ursachen für eine Gastritis zählen:

  • psychische Belastungen durch Stress oder Schichtarbeit
  • Autoimmunerkrankungen wie eine sogenannte Autoimmungastritis (Immunangriff mit Zerstörung der Magenzellen)
  • entzündliche Krankheiten wie Morbus Crohn oder Sarkoidose
  • Einnahme bestimmter Medikamente wie
    • Schmerzmittel (zum Beispiel Aspirin®, Brufen® und Diclac®)
    • Blutgerinnungshemmer (wie Marcumar® und Falithrom®)
    • Glucocorticoide (wie Dexagalen® und Dexaflam®)
    • Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems (wie Imurek® und Cicloral®)
    • Osteoporose-Medikamente (Bisphosphonate wie Ostac® und Pamifos®)
    • Antidepressiva wie Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (zum Beispiel Fevarin® und Fluoxetin-Teva®)

Bei einer durch Helicobacter pylori verursachten Gastritis kann es zu einer schweren Schädigung der Magenschleimhaut kommen. Aus einer dauerhaften Magenentzündung kann sich über viele Jahre eine Autoimmunerkrankung (atrophische Gastritis) oder Krebs  entwickeln.

Zurück zum Anfang

Ziele der Behandlung

Wie wird eine chronische Gastritis klassisch behandelt?

Ziel ist es, die Ursache für die Magenschleimhautentzündung zu finden und einzudämmen. Ist das möglich, heilen die Schleimhautschäden schnell. Oft bleiben aber dauerhafte Beschwerden, da der Auslöser nicht immer klar ist.

Besteht die Gastritis seit kurzer Zeit (akut), klingt sie meist von allein ab. Patienten sollten für ein paar Tage Reizstoffe meiden und eine Schonkost einhalten. Dazu gehört die Vermeidung von blähenden, scharfen und fettreichen Lebensmitteln. Folgeerkrankungen treten dabei in der Regel nicht auf.

Wurde die Gastritis durch einen bestimmten Lebensstil verursacht, sollten Betroffene die entsprechenden Krankheitsauslöser meiden – zum Beispiel:

Reicht dies nicht aus, kommen Medikamente zum Einsatz. Sie verringern die Magensäure, damit der Magen nicht weiter geschädigt wird. Denn ist die Magenschleimhaut verletzt, kann sie den Magen nicht mehr vor der Säure schützen. Mittel der Wahl sind:

  • Protonenpumpenhemmer (wie Antra MUPS® und Pantozol®) und H2-Rezeptor-Antagonisten (wie Zantic® und Ranitic®): sie hemmen die Produktion der Magensäure.
  • Antazida (wie Talcid® und Rennie®): sie neutralisieren die Magensäure.

Der Einsatz der Medikamente wird aber diskutiert. Auf Dauer kann es zu Nebenwirkungen kommen. Deshalb sollte ein Dauereinsatz geprüft und immer ärztlich begleitet werden. Einige der Wirkstoffe sind auch rezeptfrei erhältlich.

Liegt eine Infektion mit Helicobacter pylori vor, muss zusätzlich eine Antibiotika-Behandlung durchgeführt werden. Antibiotika töten den Keim ab (Helicobacter-Eradikationstherapie). <s> </s>

Ziele der Mikronährstoffmedizin

Die gezielte Einnahme von Mikronährstoffen schützt die Magenschleimhaut und trägt dazu bei, dass Schäden besser heilen. Bestimmte Substanzen wirken antioxidativ und lindern Entzündungen.

Eine Schädigung der Magenschleimhaut kann zudem die Aufnahme und die Verwertung einiger Vitamine stören. Dazu gehört vor allem Vitamin B12. Ein wichtiges Ziel der Mikronährstoffmedizin ist deshalb auch, einen Mangel an diesen Nährstoffen zu vermeiden.

Folgende Stoffe werden bei einer chronischen Gastritis häufig eingesetzt:

Darüber hinaus können Vitamine, Mineralstoffe und andere Stoffe einige Nebenwirkungen der Medikamente lindern oder deren Wirkung unterstützen.

Zurück zum Anfang

Behandlung mit Mikronährstoffen

Vitamin-B12-Mangel bei einer chronischen Gastritis ausgleichen

Wirkweise von Vitamin B12

Vitamin- B12 Aufnahme
Für die Aufnahme von Vitamin B12 ist ein spezielles Transporteiweiß nötigt – der intrinsische Faktor. Fehlt es, kann Vitamin B12 die Dünndarmwand nicht durchdringen. Bild: HealthOneMedia GmbH

Eine Gastritis erhöht das Risiko für einen Vitamin-B12-Mangel . Ist die Magenschleimhaut geschädigt, produziert sie ein bestimmtes Eiweiß zu wenig – den intrinsischen Faktor (IF). Dieser Faktor wird aber für die Aufnahme von Vitamin B12 gebraucht. Er bringt Vitamin B12 in den Dünndarm, wo es aufgenommen wird. Fehlt der Faktor, kommt es auf lange Sicht zu einem Vitamin-B12-Mangel. Dieser zeigt sich unter anderem durch Abgeschlagenheit, Müdigkeit, körperliche Leistungsschwäche und Blutarmut. Auch Nervenstörungen und psychische Symptome sind mögliche Folgen.

Besonders Patienten mit einer chronischen Gastritis Typ A ­(atrophische Autoimmungastritis) müssen auf ihren Vitamin-B12-Spiegel achten. Bei dieser Form schädigt das Immunsystem gezielt die Magenzellen (Belegzellen), die für die Produktion des intrinsischen Faktors verantwortlich sind. Auch über die Hälfte der Patienten mit einer Helicobacter-pylori-Infektionen zeigen eine mangelhafte Versorgung mit Vitamin B12 – so das Ergebnis einer Beobachtungsstudie.

Da Vitamin B12 zusammen mit Vitamin B6 und Folsäure auch zum Abbau des Zellgifts Homocystein gebraucht wird, kann es zu erhöhten Homocysteinwerten kommen. Dies steigert wiederrum das Risiko für ein Blutgerinnsel (Thrombose), Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einen Schlaganfall. In einer hochwertigen Studie mit über 200 Senioren führte die tägliche Einnahme von 500 Mikrogramm Vitamin B12, 800 Mikrogramm Folsäure und 3 Milligramm Vitamin B6 zu einer Verbesserung der Homocysteinwerte im Blut. Verglichen wurden Patienten mit und ohne Gastritis.

Als Fazit gilt: Bei Patienten mit Magenerkrankungen sollte unbedingt die Versorgung mit B-Vitaminen im Auge behalten werden – vor allem mit Vitamin B12.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Vitamin B12

Mikronährstoff-Mediziner empfehlen bei Gastritis meist die Einnahme von 500 Mikrogramm Vitamin B12 pro Tag. Eine ideale Form ist Methylcobalamin. Bei einem starken Mangel und dem vollständigen Fehlen des intrinsischen Faktors können auch höhere Dosierungen nötig sein (zum Beispiel 1.000 Mikrogramm). Manchmal verordnen Ärzte auch Vitamin-B12-Spritzen. Zudem gibt es Vitamin B12 in Form von Lutschtabletten. Dies ist bei einer Gastritis besonders sinnvoll, denn Vitamin B12 wird auch über die Mundschleimhaut aufgenommen.

Expertenwissen

Auch, wenn der intrinsische Faktor fehlt, werden geringe Mengen über den Darm aufgenommen (passive Aufnahme). Allerdings muss Vitamin B12 dazu in hoher Konzentration vorliegen, denn nur rund ein Prozent wird so aufgenommen. In zwei hochwertigen Studien ließ sich kein Unterschied feststellen zwischen oralen Vitamin-B12-Präparaten und Spritzen. Beides hob den Vitamin-B12-Spiegel erfolgreich an.

Mikronährstoff-Experten raten meist dazu, Vitamin B12 mit anderen B-Vitaminen zu kombinieren. Denn ein Vitamin-B12-Mangel kommt oft nicht allein vor. Sinnvoll sind 200 bis 400 Folsäure (als 5-Methyltetrahydrofolat) und 1 bis 2 Milligramm Vitamin B6. Bei bereits erhöhten Homocysteinwerten können höhere Dosierungen notwendig werden. B-Vitamine sollten am besten zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen werden.

Vitamin B12 im Labor bestimmen lassen

Bei Patienten mit einer chronischen Gastritis sollte der Arzt in jedem Fall den Vitamin-B12-Status kontrollieren. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Die beste Methode ist die Bestimmung von Holotranscobalamin (HoloTC). Diese Messung ist aussagekräftiger als die Bestimmung von Vitamin B12. Normal ist ein Wert über 54 Pikomol pro Liter.

Da die Symptome eines Vitamin-B12-Mangels und eines Folsäuremangels sehr ähnlich sind, sollte bei einem Vitamin-B12-Mangel idealerweise auch Folsäure untersucht werden. Hier liegen die Normwerte im Blutserum bei mehr als 5,9 Mikrogramm pro Liter oder über 13,3 Nanomol pro Liter.

Da ein Mangel an Vitamin B12 (und Folsäure) erhöhte Homocysteinwerte verursacht, kann auch der Homocysteinspiegel überprüft werden. Als Normwerte gelten 5 bis 9 Mikromol pro Liter Blutplasma.

Vitamin B12: zu beachten bei Schwangerschaft, Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

B-Vitamine sollten in der empfohlenen hohen Dosierung während der Schwangerschaft und Stillzeit nur bei einem nachgewiesenen Mangel eingenommen werden. Halten Sie Rücksprache mit dem Arzt.

Personen mit Nierenerkrankungen dürfen Vitamin B12 nur in Form von Methylcobalamin einnehmen und nicht als Cyanocobalamin. Es gibt Hinweise darauf, dass Cyanocobalamin in hohen Dosen für Nierenpatienten schädlich ist.

Folsäure vermindert die Wirkung bestimmter Antibiotika mit den Wirkstoffen Trimethoprim (Infectotrimet®), Proguanil (Paludrine®) und Pyrimethamin (Daraprim®).

Lebensmittel die reich an Antioxidantien sind
Eine Ernährung, die reich ist an Antioxidantien ist bei chronischen Entzündungen besonders wichtig. Antioxidantien fangen freie Radikale ab, die bei Entzündungsprozessen entstehen. Bild: Lisovskaya/iStock/Getty Images Plus

Vitamin C und E gegen Entzündungsschäden und mehr

Wirkweise von Vitamin C und E

Bei anhaltenden Entzündungen sind einige Zellen des Immunsystems besonders aktiv – zum Beispiel bestimmte weiße Blutkörperchen (Granulozyten). Dabei bilden sie oxidative Abwehrstoffe. Diese schädigen aber nicht nur infektiöse Bakterien, sondern auch das gesunde Gewebe – im Falle einer Gastritis ist das die Magenschleimhaut.

Vitamin C ist das wichtigste Antioxidans der Magenschleimhaut. Es neutralisiert freie Radikale und bekämpft so ausgelösten oxidativen Stress. Diese Wirkung wird auch Vitamin E zugesprochen. Außerdem reduziert Vitamin E die Bildung entzündungsfördernder Stoffe und lindert Schmerzen.

Vitamin C kann zudem bei der Bekämpfung des Magenkeims Helicobacter pylori helfen: Es hilft, den Säureschutz des Keims aufzuheben. Normalerweise produziert der Keim basisches Ammoniak, um sich vor der Magensäure zu schützen. Vitamin C hemmt das Enzym, das Ammoniak herstellt. So wird der Keim angreifbarer.

Der Vitamin-C-Gehalt in der Magensäure und im Blut ist bei allen Gastritis -Formen niedriger. Außerdem weiß man aus Beobachtungsstudien, dass ein Mangel an Vitamin C in Zusammenhang mit der Schwere einer Gastritis steht. Menschen mit schlechter Vitamin-C-Versorgung sind wahrscheinlich anfälliger für Magenerkrankungen. Deshalb könnte die Einnahme von Vitamin C auch vor weiteren Folgen schützen. Dazu gehören Magenblutungen, Mageninfektionen und Magenkrebs.

Info

Eine Vitamin-C-reiche Ernährung könnte Magenkrebs ausgelöst durch Helicobacter pylori verhindern: In einer Beobachtungsstudie mit fast 300 Teilnehmern zeigte sich, dass infizierte Patienten, die grundsätzlich wenig Vitamin C zu sich nahmen, ein höheres Krebsrisiko hatten. Verglichen wurde dies mit Patienten, die viel Vitamin C verzehrten. Auch konnte Vitamin C zusammen mit der regulären Therapie bei fast 900 Patienten den Gewebezustand verbessern: erste Krebsvorstufen im Magen gingen zurück. Ohne Vitamin C war der Effekt geringer. Hochwertige Studien müssen aber noch folgen.

Da bei Gastritis oft eine erhöhte Belastung durch oxidativen Stress vorliegt, empfehlen Mikronährstoff-Mediziner eine niedrig dosierte antioxidative Basisabsicherung mit Vitamin C und E.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Vitamin C und E

Bei einer Gastritis empfehlen Mikronährstoff-Experten meist 200 Milligramm Vitamin C täglich, um die Magenschleimhaut zu schützen. Ist der Magenkeim Helicobacter pylori der Auslöser für die Entzündung setzen Ärzte begleitend zur Antibiotika-Therapie oft auch höhere Dosierungen ein (zum Beispiel 400 Milligramm).

Vitamin C kann ideal mit Vitamin E kombiniert werden. Bei einer Gastritis ist eine tägliche Dosierung von 20 bis 40 Milligramm Vitamin E sinnvoll. Oft empfehlen Mikronährstoff-E<s class="msoDel">e</s>xperten auch ein Kombinationspräparat, das noch weitere Antioxidantien enthält (zum Beispiel Selen oder Pflanzenstoffe). Die Stoffe ergänzen sich gegenseitig.

Vitamin C kann zu den Mahlzeiten eingenommen werden, aber auch dazwischen. Die Einnahme zum Essen verbessert allerdings die Verträglichkeit. Vitamin E sollte dagegen immer zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Es wird zusammen mit Fett aus den Lebensmitteln besser aufgenommen.

Den oxidativen Stress im Labor bestimmen lassen

Die Ergänzung von niedrig dosierten Antioxidantien ist unbedenklich. Wenn man jedoch sehr hohe Mengen zuführt, ist es sinnvoll, den antioxidativen Status durch den Arzt überprüfen zu lassen. Die Bestimmung gibt Auskunft darüber, ob das Verhältnis von freien Radikalen zu Antioxidantien ausgeglichen ist.

Der antioxidative Status lässt sich mithilfe verschiedener Laboruntersuchungen in einer Blut- oder Urinprobe bestimmen. Die Werte und die verwendeten Methoden können je nach Labor schwanken. Darum zählen die Angaben des jeweiligen Labors.

Vitamin C: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Da Vitamin C die Eisenaufnahme verbessert, sollten Menschen mit krankhafter Eisenüberladung (Hämochromatose) Vitamin C nur unter ärztlicher Aufsicht einnehmen.

Vitamin C setzte im Tierversuch die Wirkung des Antikrebs-Wirkstoff Bortezomib (zum Beispiel Velcade®) herab. Es sollte deshalb während einer solchen Therapie nur nach Absprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Spezielle basische Mineralstoffe binden die Magensäure

Wirkweise von basischen Mineralstoffen

Illustrative Darstellung von Sodbrennen
Spezielle Mineralstoffverbindungen (Carbonate) neutralisieren die Magensäure Sie werden deshalb für einen festgelegten Zeitraum bei einer Gastritis empfohlen, um Beschwerden wie Sodbrennen zu lindern. Bild: decade3d/iStock/Getty Images Plus

In der Regel ist der Magen vor der eigenen Magensäure gut geschützt. Ist die Schleimhaut geschädigt, greift die Säure allerdings das Gewebe an. Manchmal wird auch zu viel Magensäure gebildet. Das kann unter Umständen eine Gastritis auslösen oder deren Heilung verhindern.

Basische Mineralstoffe (Carbonate) neutralisieren die Magensäure. Auf die gleiche Weise wirken übrigens auch Medikamente aus der Gruppe der Säurebinder (Antazida). Der wohl älteste und bekannteste Vertreter ist Natriumbicarbonat (Natron). Daneben gibt es noch neuere Präparate mit Calciumcarbonat und verschiedene Magnesium- und Aluminiumverbindungen in unterschiedlichen Kombinationen. Sie werden auch bei Sodbrennen eingesetzt. Carbonate schützen die Magenschleimhaut und können helfen, säurebedingte Schäden des Magens zu heilen.

Bis zur Entwicklung anderer Arzneimittel waren Carbonate die wichtigsten Entsäuerungsmittel für den Magen. Mittlerweile gibt es aber modernere Mittel wie Protonenpumpenhemmer oder H2-Rezeptor-Antagonisten. Carbonate sind bei akuter Gastritis aber dennoch nützlich.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von basischen Mineralstoffen

In der Mikronährstoffmedizin werden folgende Mineralstoffverbindungen angewendet:

  • Calciumcarbonat 
  • Magnesiumbicarbonat oder Magnesiumcarbonat  
  • Kaliumbicarbonat 
  • Natriumbicarbonat 

Das Säurebindungsvermögen wird in Millival angegeben und sollte 20 bis 25 Millival pro Einzeldosis betragen. Die Tagesdosis liegt meist bei 75 Millival. Bei Präparaten mit verschiedenen Carbonaten sind die einzelnen Mineralstoffe aufeinander abgestimmt. So kann eine Überdosierung ausgeschlossen werden. Beachten Sie daher die Dosierungsempfehlungen der Hersteller.

Carbonate werden entweder nach Bedarf eingenommen (bei Sodbrennen) oder nach den Mahlzeiten zwei- bis dreimal am Tag. Normalerweise sollten Carbonate nicht dauerhaft eingenommen werden. Rät der Arzt bei einer Gastritis jedoch zu einer längeren Anwendung, sollten die Präparate auf nüchternen Magen eingenommen werden. Andernfalls geht die Wirkung der Magensäure verloren und die Verdauung wird beeinträchtigt.

Tipp

Begleitend sollte viel getrunken werden – mindestens 2 Liter Wasser am Tag oder ungezuckerter Tee (wie Kamille oder Melisse).

Basische Mineralstoffe : zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Werden Carbonate (Mineralstoffe) in einer hohen Dosierung über einen längeren Zeitraum eingenommen, kann es bei Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen zu Problemen kommen. Geschädigte Nieren können Mineralstoffe nicht ausreichend ausscheiden. Daher sollte der Arzt regelmäßig den Mineralstoffhaushalt kontrollieren.

Carbonate können Wechselwirkungen mit Medikamenten auslösen. Dadurch können Medikamentenwirkstoffe unter Umständen im Verdauungstrakt nicht mehr richtig freigesetzt werden. Halten Sie deshalb einen Einnahmeabstand von zwei Stunden ein.

Je nachdem, welche Mineralstoffe im Präparat enthalten sind, gibt es weitere Einnahmehinweise und Wechselwirkungen. Mehr erfahren Sie in den Texten zu Calcium, Magnesium und Kalium.

Probiotika halten schädliche Magenkeime in Schach

Wirkweise von Probiotika

Der Magen ist aufgrund der Magensäure eine bakterienfeindliche Umgebung. Einige Bakterienarten können sich dort aber halten und positive oder negative Wirkungen entfalten. Bakterien, die positiv wirken, nennt man Probiotika. Dazu zählen zum Beispiel Milchsäurebakterien. Die Daten zeigen, dass sich Probiotika günstig auf Infektionen mit krankmachenden Bakterien auswirken können. Verantwortlich dafür sind vermutlich Mechanismen wie:

  • Bildung von antibakteriellen Substanzen, die gegen den Magenkeim kämpfen (zum Beispiel Bacteriocine). 
  • Bildung von Säuren und anderen Stoffen, welche das Wachstum des Magenkeims hemmen.
  • Verdrängung der krankmachenden Keime von den „Andockstellen“. Die Keime können den Magen dadurch weniger stark besiedeln.
  • Verringerte Bildung von entzündungsfördernden Stoffen.

Chronische Magenerkrankungen führen zu einer Veränderung der Bakterienzusammensetzung im Magen und auch im Darm. Auch eine Untersäuerung des Magens bei einer autoimmunen Gastritis führt zu der Änderung. Die Folge können Verdauungsstörungen sein. Auch ein Beitrag zur Entwicklung von Magenkrebs wird diskutiert.

Die Wirkung von Probiotika bei der Behandlung einer Helicobacter-pylori-Infektion ist gut untersucht. In wie weit Probiotika bei anderen Ursachen einer Gastritis helfen können, muss dagegen noch erforscht werden. Die Einnahme kann jedoch sinnvoll sein, denn Probiotika helfen, das Bakteriengleichgewicht wiederherzustellen.

Info

Bei der Behandlung von Magengeschwüren scheinen Probiotika ebenfalls sinnvoll zu sein. Die bisherigen Tierstudien zeigen, dass probiotische Bakterien wie Lactobacillus rhamnosus GG, Lactobacillus gasseri OLL2716 und Lactobacillus acidophilus Magenschleimhautschäden verhindern können. Auch der Heilungsprozess wurde beschleunigt.

Helicobacter Bluttest
Vor allem, wenn die chronische Gastritis durch den Keim Helicobacter pylori ausgelöst wird, sind Probiotika vielversprechend. Sie helfen, das gestörte Bakteriengleichgewicht wiederherzustellen. Bild: jarun011/iStock/Getty Images Plus

Probiotika: Dosierung und Einnahmeempfehlung

Mikronährstoff-Experten empfehlen bei Gastritis die Einnahme von täglich 10 bis 20 Milliarden Bakterien (koloniebildende Einheiten). Präparate gibt es in Form von Kapseln oder als Pulver zum Einrühren in Wasser oder Speisen wie Joghurt.

Damit gesundheitsförderliche Effekte spürbar sind, müssen Probiotika über einen längeren Zeitraum regelmäßig eingenommen werden. Sobald man damit aufhört, nimmt auch die Zahl der probiotischen Bakterien im Verdauungstrakt wieder ab.

Probiotika: zu beachten bei Erkrankungen

Einige probiotische Bakterien bilden möglicherweise Histamin im Darm. Daher können sie bei einer Histaminintoleranz Beschwerden hervorrufen. Folgende Bakterienarten gehören wahrscheinlich dazu: Lactobacillus casei, Lactobacillus delbrueckii ssp. bulgaricus, Lactobacillus reuteri, Lactococcus lactis und Enterococcus faecium.

Sehr geschwächte Patienten mit unterdrücktem Immunsystem, Personen mit zentralen Venenzugängen (zum Beispiel bei Chemotherapie), Herzklappenerkrankungen und dem Kurzdarmsyndrom sollten keine Probiotika bekommen

Sind Omega-3-Fettsäuren sinnvoll bei einer chronischen Gastritis ?

Wirkweise von Omega-3-Fettsäuren

Chronische Entzündungen belasten den Körper. Omega-3-Fettsäuren lindern Entzündungen und werden bei vielen entzündlichen Erkrankungen eingesetzt. Demnach könnten sie auch bei einer Gastritis positiv wirken. Abgesehen von der antientzündlichen Wirkung, zeigten Omega-3-Fettsäuren in Labor- und Tierversuchen noch andere Wirkungen bei Gastritis: Omega-3-Fettsäuren verringerten oxidativen Stress und schützten die Magenzellen davor, abzusterben. Es entwickelte sich auch seltener Krebs bei den Tieren.

Auf den Magenkeim Helicobacter pylori wirkten Omega-3-Fettsäuren ebenfalls: sie hemmten im Labor die Ansiedelung, die Vermehrung und das Wachstum des Keims. Versuche mit Tieren waren auch erfolgversprechend. In Beobachtungsstudien zeigte sich durch die Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren bisher allerdings keine Verbesserung der antibiotischen Therapie von Helicobacter pylori.

Insgesamt ist die Studienlage noch uneinheitlich: Es gibt Studien, in denen Omega-3-Fettsäuren mit einem niedrigeren Risiko von Magenkrebs in Verbindung standen – jedoch nicht mit einer Gastritis. In anderen Studien hatten Personen mit einer Gastritis (atrophische Gastritis ) dagegen höhere Blutspiegel an Omega-3-Fettsäuren im Vergleich zu Gesunden. Warum das so ist, ist noch nicht klar.

Bisher fehlen hochwertige Studien, um den Nutzen von Omega-3-Fettsäuren bei einer Gastritis beurteilen zu können. Der Körper braucht ein gewisses Maß an entzündlicher Aktivität, um Keime wie Helicobacter pylori  abzuwehren. Omega-3-Fettsäuren könnten vor allem nach der Antibiotika-Behandlung sinnvoll sein, um die Entzündung abklingen zu lassen. Um dies zu bestätigen, sind in Zukunft hochwertige Studien nötig.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Omega-3-Fettsäuren

Omega-3- Kapseln
- Omega-3-Fettsäuren könnten das Risiko für Magenkrebs senken. Präparate werden vor allem nach der klassischen Therapie mit Medikamenten empfohlen, um die Entzündung der Magenschleimhaut abklingen zu lassen. Bild: iammotos/iStock/Getty Images Plus

Generell sind bei chronischen Entzündungen pro Tag 1.000 Milligramm Omega-3-Fettsäuren sinnvoll. Ob Omega-3-Fettsäuren bei Ihrer vorliegenden Gastritis geeignet sind, sollte mit dem Arzt besprochen werden. Bei einer Gastritis ausgelöst durch Helicobacter pylori könnten sie die Therapie stören. Omega-3-Fettsäuren sollten dann erst nach der Behandlung eingenommen werden.

Meist empfehlen Mikronährstoff-Experten Präparate aus Fischöl. Fischöl enthält die Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). Sie wirken stark entzündungshemmend. Omega-3-Präparate sollten zum Essen eingenommen werden: sie brauchen Fett aus der Mahlzeit, damit sie aufgenommen werden.

Omega-3-Fettsäuren im Labor bestimmen lassen

Die Bestimmung der Oemga-3-Fettsäuren ist bei entzündlichen Erkrankungen grundsätzlich sinnvoll. Gut geeignet ist der Omega-3-Index. Der Omega-3-Index wird im Blut untersucht. Dabei wird der Anteil der Omega-3-Fettsäuren in den roten Blutzellen gemessen und in Prozent ausgerechnet.

Liegt der Omega-3-Index über acht Prozent, ist die Versorgung sehr gut. Bei einem Index von unter fünf Prozent ist man dagegen schlecht versorgt.

Omega-3-Fettsäuren: zu beachten bei Medikamenteneinnahme und Erkrankungen

Omega-3-Fettsäuren wirken in hoher Dosierung blutverdünnend. Daher können sie ab 1.000 Milligramm pro Tag die Wirkung der Blutverdünnenden und gerinnungshemmendenMedikamente verstärken. Besprechen Sie die Einnahme mit Ihrem Arzt. Dazu zählen zum Beispiel Cumarin-Derivate (wie Marcumar®) oder Warfarin (Coumadin®).

Bei plötzlich auftretenden Lebererkrankungen, einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung oder einer Gallenblasenentzündung sollten Omega-3-Fettsäuren nicht eingenommen werden.

Hoch dosierte Omega-3-Fettsäuren können die Blutgerinnung herabsetzen. Vor einer Operation sollte ein Arzt entscheiden, ob die Präparate abgesetzt werden sollte. Auch bei Blutgerinnungsstörungen sollte die Einnahme mit dem Arzt abgeklärt werden.

Dosierungen auf einen Blick

Empfehlung pro Tag bei chronischer Gastritis

 

Vitamine

Vitamin B12

500 Mikrogramm (µg)

Vitamin B6

1 bis 2 Milligramm (mg)

Folsäure

200 bis 400 Mikrogramm

Vitamin C

200 Milligramm

Vitamin E

20 bis 40 Milligramm

  
 

Mineralstoffe

Basische Mineralstoffe (Carbonate)

75 Millival (mval)

  
 

Sonstige Stoffe

Probiotika

10 bis 20 Milliarden (1 bis 20 x 109)

 Koloniebildende Einheiten (KBE)

Omega-3-Fettsäuren

1.000 Milligramm (nach ärztlichem Rat)

 

 

Sinnvolle Blutuntersuchungen bei chronischer Gastritis

 

Normalwerte

Vitamin B12 (gemessen als Holotranscobalamin im Serum)

über 54 Pikomol pro Liter (pmol/l)

Folsäure

über 5,9 Mikrogramm pro Liter (µg/l) oder
über 13,3 Nanomol pro Liter (nmol/l)

Homocystein

5 bis 9 Mikromol pro Liter (µmol/l)

Omega-3-Index

5 bis 8 Prozent (%)

 

Zurück zum Anfang

Unterstützung von Medikamenten mit Mikronährstoffen

Nährstoffmangel bei H2-Blocker-Einnahme vermeiden

Die langfristige Einnahme von H2-Blockern kann zu einem Mangel an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen führen. Dazu zählen die Wirkstoffe Cimetidin (wie Cimetidin acris®, CimLich®), Ranitidin (zum Beispiel Zantic®, Ranitic®, Ranidura®) oder Famotidin (zum Beispiel Famotidin-CT, Famotidin STADA®).

Betroffen sind Vitamin B12 und Folsäure, Vitamin D sowie Zink. Die möglichen Folgen: Blutarmut, Magen-Darm-Störungen, Infektanfälligkeit und Müdigkeit. Einige der Nebenwirkungen können mit Hilfe der Mikronährstoffmedizin beseitigt werden:

  • Vitamin B12 und Folsäure wirken Blutarmut entgegen.
  • Zink schützt die Magenschleimhaut.
  • Vitamin D ist wichtig für ein gesundes Immunsystem.

Mikronährstoff-Mediziner empfehlen bei Einnahme von H2-Blockern, auf die Versorgung mit Mikronährstoffen zu achten. Sinnvoll sind folgende Dosierungen:

  • Vitamin B12: 20 bis 100 Mikrogramm
  • Folsäure: 400 Mikrogramm
  • Vitamin D: 1.000 bis 2.000 Internationale Einheiten (oder je nach Spiegel)
  • Zink: 10 bis 20 Milligramm

Protonenpumpenhemmer: auf ausreichende Nährstoffversorgung achten

Säureblocker (Protonenpumpenhemmer) bremsen die Säureproduktion. Dazu zählt zum Beispiel Pantoprazol (zum Beispiel Rifun® und Pantozol®). Werden die Medikamente länger eingenommen, kann es zu einem Mangel an bestimmten Mikronährstoffen kommen. Das liegt daran, dass nicht genug Magensäure für deren Aufnahme vorhanden ist. Betroffen sind Vitamin B12, Calcium, Magnesium sowie Eisen und Vitamin C.

Mikronährstoff-Mediziner empfehlen daher bei langfristiger Anwendung von Säureblockern ein Mikronährstoffpräparat, um einen Mangel zu vermeiden. Sinnvoll sind folgende Dosierungen:

  • Vitamin B12: 250 Mikrogramm
  • Calcium: bis zu 1.000 Milligramm
  • Magnesium: 100 bis 300 Milligramm
  • Vitamin C: 100 bis 1.000 Milligramm

Probiotika: Verbesserung der Antibiotika-Wirkung und Linderung der Nebenwirkungen

Illustrative Darstellung von Bakterien
Antibiotika zerstören nicht nur kranmachende Keime wie Helicobacter pylori, sondern auch unsere nützliche Darmflora. Durchfall kann die Folge sein. Um dies zu verhindern, wird die Einnahme von Probiotika empfohlen. Bild: Rost-9D/iStock/Getty Images Plus

Probiotika können die Wirksamkeit der Antibiotika gegen Helicobacter pylori um bis zu 50 Prozent verbessern. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher durch eine Übersichtsarbeit mit 30 teils hochwertigen Studien. Zudem traten durch Probiotika weniger Nebenwirkungen der Antibiotika [Link auf Antibiotika-Einnahme] auf. Dazu gehörten Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Oberbauchschmerzen.

Die Forscher schlagen vor, Probiotika zusätzlich zur Antibiotika-Therapie bei einer Helicobacter-pylori-Infektion einzusetzen. Allerdings sagen sie auch, dass weitere Studien nötig sind, um die optimal wirksamen Bakterienarten und Dosierungen zu finden. Vermutlich sind nicht alle Probiotika gleich nützlich: Die Wirkung hängt vom Bakterienstamm ab. Es scheinen vor allem Laktobazillen (wie Lactobacillus salivarius), Bifidobakterien (wie Bifidobacterium longum) und Saccharomyces boulardii hilfreich zu sein.

Um die Regenerierung der Darmflora nach einer Antibiotika-Behandlung zu fördern, empfehlen Mikronährstoff-Mediziner eine Dosis von 10 bis 20 x 109 kolonienbildenden Einheiten (KBE).

Dosierungen auf einen Blick

 

Empfehlung pro Tag bei H2-Blocker-Einnahme

Vitamin B12

20 bis 100 Mikrogramm(µg)

Folsäure

400 Mikrogramm

Vitamin D

1.000 bis 2.000 Internationale Einheiten (IE); oder je nach Spiegel

Zink

10 bis 20 Milligramm (mg)

 

Empfehlung pro Tag bei Säureblocker-Einnahme

Vitamin B12

250 Mikrogramm (µg)

Vitamin C

100 bis 1.000 Milligramm (mg)

Calcium

bis zu 1.000 Milligramm

Magnesium

100 bis 300 Milligramm

 

Empfehlung pro Tag bei Antibiotika-Einnahme

Probiotika

10 bis 20 Milliarden (1 bis 20 x 109)

Koloniebildende Einheiten (KBE)

 

Zurück zum Anfang

Zusammenfassung

Unter einer Gastritis versteht man eine Magenschleimhautentzündung. Bei einer chronischen Gastritis kommt es meist nur zu leichten oder gar keinen Beschwerden. Jedoch kann sich das Risiko für Folgeerkrankungen erhöhen. Dazu gehören Magengeschwüre, Magenblutungen und Krebs. Auslöser für eine chronische Gastritis ist neben regelmäßigem Alkohol- und Nikotinkonsum häufig der Magenkeim Helicobacterpylori.

Ein problematischer Nährstoff ist Vitamin B12, denn bei einer Gastritis kommt es zu einer herabgesetzten Aufnahme. Die Gefahr für einen Mangel steigt. Daher empfehlen Mikronährstoff-Experten bei einer chronischen Gastritis die Einnahme von Vitamin B12.

Auch kann die Mikronährstoffmedizin helfen, eine Gastritis abklingen zu lassen und vor Magenschleimhautschäden zu schützen. Vitamin C und E reduzieren oxidativen Stress. Oxidativer Stress entsteht vermehrt bei Entzündungen und führt zu weiteren Gewebezerstörungen und Schmerzen. Basische Mineralstoffe (Säurebinder) neutralisieren überschüssige Magensäure. Sie helfen, die Beschwerden abklingen zu lassen. Die Einnahme von Probiotika kann vor allem die Antibiotika-Therapie bei Helicobacter-pylori-Infektionen wirksamer machen und die Nebenwirkungen abschwächen. Ob auch Omega-3-Fettsäuren die Entzündung lindern, ist noch nicht abschließend geklärt.

Medikamente, die bei einer Gastritis eingesetzt werden, können zu einem Mangel an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen führen. Hierzu zählen Vitamin B12, Vitamin C und D, Folsäure, Calcium, Magnesium und Zink. Deshalb sollte auf eine ausreichende Versorgung geachtet werden.

Zurück zum Anfang

Verzeichnis der Studien und Quellen

Aditi A, Graham DY (2012): Vitamin C, gastritis, and gastric disease: a historical review and update. Dig Dis Sci. 2012 Oct. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22543844, abgerufen am: 29.11.2019.

Anupam Aditi, M.D. and David Y. Graham, M.D (2012): Vitamin C, Gastritis, and Gastric Disease: a historical review and update. Dig Dis Sci. 2012 Oct. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3874117/, abgerufen am: 29.11.2019.

Azhar Hussain, Elsa Tabrez et al. (2018): Vitamin C: A Preventative, Therapeutic Agent Against Helicobacter pylori. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6166909/, abgerufen am: 29.11.2019.

Bayer Vital GmbH (2018): ANTAZIDA GEGEN SODBRENNEN: MACHEN MAGENSÄURE WENIGER SAUER. https://www.rennie.de/sodbrennen/medikamente/#antazida-gegen-sodbrennen-machen-magensaeure-weniger-sauer%20https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Antazida, abgerufen  am: 29.11.2019.

Bryony N. Parsons et al. (2017): Comparison of the human gastric microbiota in hypochlorhydric states arising as a result of Helicobacter pylori-induced atrophic gastritis, autoimmune atrophic gastritis and proton pump inhibitor use. PLoS Pathog. 2017 Nov. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5667734/, abgerufen am: 29.11.2019.

Correia M, Michel V, Osório H et al. (2013): Crosstalk between Helicobacter pylori and gastric epithelial cells is impaired by docosahexaenoic acid. PLoS One. 2013. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23577140, abgerufen am: 29.11.2019.

Dae-Sung Kim, Moo-Song Lee, Yoon-Ok Ahn (2005): Effect Modification by Vitamin C on the Relation Between Gastric Cancer and Helicobacter Pylori. Eur J Epidemiol. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15756906-effect-modification-by-vitamin-c-on-the-relation-between-gastric-cancer-and-helicobacter-pylori/, abgerufen am: 29.11.2019.

Edith Lahner et al. (2018): Treatment of Helicobacter pylori infection in atrophic gastritis. World J Gastroenterol. 2018 Jun. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6000293/, abgerufen am: 29.11.2019.

Federica Cavalcoli, Alessandra Zilli et al. (2017): Micronutrient deficiencies in patients with chronic atrophic autoimmune gastritis: A review. World J Gastroenterol. 2017 Jan 28. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5292330/, abgerufen am: 29.11.2019.

Ghalia Khoder, Ama A. Al-Menhali et al. (2016): Potential role of probiotics in the management of gastric ulcer. Exp Ther Med. 2016 Jul. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4906699/, abgerufen am: 29.11.2019.

Giovanni Bruno, Giulia Rocco et al. (2018): Helicobacter pylori Infection and Gastric Dysbiosis: Can Probiotics Administration Be Useful to Treat This Condition? Can J Infect Dis Med Microbiol. 2018. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6151681/, abgerufen am. 29.11.2019.

Hashash JG, Proksell S et al. (2013): Iron Pill-Induced Gastritis. ACG Case Rep J. 2013 Oct 8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26157809, abgerufen am: 29.11.2019.

Ikezaki H, Furusyo N et al. (2017): Higher dietary cholesterol and ω-3 fatty acid intakes are associated with a lower success rate of Helicobacter pylori eradication therapy in Japan. Am J Clin Nutr. 2017 Aug. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28659302, abgerufen am: 29.11.2019.

Ito Y, Suzuki K et al. (2001): Effects of polyunsaturated fatty acids on atrophic gastritis in a Japanese population. Cancer Lett. 2001 Feb. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11165751, abgerufen am: 29.11.2019.

Jong-Min Park, Migyeong Jeong et al. (2015): Omega-3 Polyunsaturated Fatty Acids Intake to Regulate Helicobacter pylori-Associated Gastric Diseases as Nonantimicrobial Dietary Approach. Biomed Res Int. 2015. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4538587/, abgerufen am: 29.11.2019.

Lau CS, Ward A et al. (2016): Probiotics improve the efficacy of standard triple therapy in the eradication of Helicobacter pylori: a meta-analysis. Infect Drug Resist. 2016 Dec. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27994474, abgerufen am:  29.11.2019.

Lewerin C, Jacobsson S et al. (2008): Serum biomarkers for atrophic gastritis and antibodies against Helicobacter pylori in the elderly: Implications for vitamin B12, folic acid and iron status and response to oral vitamin therapy. Scand J Gastroenterol. 2008. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18609169, abgerufen am: 29.11.2019.

Li Y, Xia R et al. (2018): Chronic Atrophic Gastritis: A Review. J Environ Pathol Toxicol Oncol. 2018. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30317974, abgerufen am: 28.11.2019.

Mydhily R. B. Nair, Deepak Chouhan et al. (2016): Fermented Foods: Are They Tasty Medicines for Helicobacter pylori Associated Peptic Ulcer and Gastric Cancer? Front Microbiol. 2016; 7: 1148. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4958626/, abgerufen am: 29.11.2019. 

Robert Koch-Institut (2013): Gastritis, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsT/gastritis.pdf?__blob=publicationFile, abgerufen am: 29.11.2019.

VitaminDoctor (2019): Omega-3-Fettsäuren für Herz, Blutgefäße und gegen Entzündungen. https://www.vitamindoctor.com/naehrstoffe/fette-und-fettsaeuren/omega-3-fettsaeuren/, abgerufen am: 29.11.2019.

VitaminDoctor (2019): Vitamin B12: das Vitamin für Nerven und Zellteilung. https://www.vitamindoctor.com/naehrstoffe/vitamine/vitamin-b12/, abgerufen am: 29.11.2019.

Wang H, Li L, Qin LL et al. (2018): Orales Vitamin B12 im Vergleich zu intramuskulärem Vitamin B12 bei Vitamin B-12 Mangel. Cochrane Kompakt. https://www.cochrane.org/de/CD004655/orales-vitamin-b12-im-vergleich-zu-intramuskularem-vitamin-b12-bei-vitamin-b-12-mangel, abgerufen am: 29.11.2019.

Weitere interessante Artikel auf VitaminDoctor.com: