Den Darm natürlich sanieren mit Mikronährstoffmedizin

Welche Mineralstoffe, Ballaststoffe, Pflanzenstoffe und Probiotika bei der Entgiftung des Darms helfen

Der Darm hat für den Körper eine besondere Bedeutung: In ihm wird unsere Nahrung verarbeitet, um die Nährstoffe verfügbar zu machen. Eine ungesunde Ernährung, Krankheiten und Medikamente können die Darmflora schädigen. Das kann nicht nur zu Verdauungsbeschwerden führen, sondern auch zu anderen Erkrankungen wie Infektionen. Eine Darmsanierung im Rahmen einer Darmkur kann Abhilfe schaffen oder anderen Erkrankungen entgegenwirken. Mineralstoffe, Ballaststoffe sowie Probiotika helfen, den Körper zu entgiften und den Darm zu sanieren.

Illustrative Veranschaulichung des menschlichen Darms
Verschiedene Faktoren können die Darmflora stören und auf Dauer sogar die Darmschleimhaut schädigen. Regelmäßige Darmkuren helfen, den Darm wieder auf Vordermann zu bringen. Bild: LightFieldStudios/iStock/Getty Images Plus

Darmsanierung: Gründe und Ablauf

Gründe für eine Darmsanierung

Verdauungsbeschwerden sind der Hauptgrund für eine Darmsanierung. Dazu zählen chronische Verstopfungen, Durchfall, Blähungen, Völlegefühl und Bauchschmerzen. Weitere Gründe sind:

  • eine beendete Antibiotika-Therapie,
  • wiederkehrende Pilzinfektionen, zum Beispiel des Darms, des Munds oder der Scheide,
  • Mundgeruch,
  • Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten,
  • allgemeines Unwohlsein sowie
  • Entgiftung von Schwermetallen und Schadstoffen.

Verdauungsbeschwerden und Krankheiten des Darms sind häufig einer gestörten Darmflora geschuldet . Dabei nehmen schädliche Bakterien überhand und produzieren fortwährend Giftstoffe. Dies schädigt die Darmschleimhaut. Ziel einer Darmsanierung ist es, die Darmflora neu aufzubauen. Das reduziert Verdauungsbeschwerden und wirkt sich positiv auf die gesamte Gesundheit aus.

Aber auch unabhängig von Verdauungsbeschwerden oder Krankheiten kann eine Darmsanierung sinnvoll sein. Zum Beispiel stärkt eine gesunde Darmflora das Immunsystem für die nächste Erkältungszeit oder kurbelt einen trägen Darm an.

So läuft eine Darmsanierung ab

Einer Darmsanierung geht meist eine Reinigung des Darms voraus. Dabei soll der Darm möglichst von festen Ablagerungen und Nahrungsresten befreit werden. Zur Darmreinigung können Einläufe oder Abführmittel eingesetzt werden. Auch Fastenkuren sind möglich. All dies belastet jedoch den Körper. In der Naturheilkunde oder Mikronährstoffmedizin geht man meist sanfter mit Mineralstoffen und Ballaststoffen vor. Dazu gehören Magnesium sowie Flohsamen und Haferfasern.

Begleitend zur Darmreinigung sollten schädliche Stoffe ausgeleitet werden. Dabei kommt vulkanische Heilerde wie Bentonit und Zeolith zum Einsatz – oder bestimmte Algen wie Chlorella und Spirulina. Sie binden Giftstoffe wie Schwermetalle oder andere Schadstoffe. Dies sorgt dafür, dass die Giftstoffe ausgeschieden werden.

Anschließend beginnt die eigentliche Darmsanierung: Gesundheitsfördernde Bakterien (Probiotika) und Ballaststoffe fördern den Aufbau einer ausgewogenen Darmflora. Sie helfen, das optimale bakterielle Gleichgewicht wiederherzustellen.

Meist erfolgt eine Darmreinigung mit Magnesium, Vulkanerde oder Algenpräparaten über zwei bis vier Wochen. Probiotika und Ballaststoffe können auch unabhängig von der Darmkur dauerhaft eingesetzt werden, um eine gesunde Darmflora langfristig zu fördern.

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Empfohlene Mikronährstoffe und andere Stoffe

Magnesium löst Verstopfungen

Wirkweise von Magnesium

Symbolbild eines besetzten Raumes
Höhere Mengen Magnesium haben einen abführenden Effekt. Dies macht sich die Mikronährstoffmedizin im Rahmen einer Darmsanierung oder bei Verstopfungen zu Nutze. Bild: Animaflora/iStock/Getty Images Plus

Magnesium wird nur zu einem gewissen Teil aus dem Darm aufgenommen. Das übrige Magnesium kann im Darm Wasser zurückhalten, sodass die Flüssigkeit nicht in die Blutbahn gelangt. Dadurch wird der Stuhl weich und kann besser ausgeschieden werden. Dies gilt besonders für die Verbindung „Magnesiumoxid“.

Wegen seiner abführenden Wirkung ist Magnesium in der Mikronährstoffmedizin auch die erste Wahl bei Verstopfungen. Dazu liegen langjährige praktische Erfahrungen vor. Studien zeigen ebenfalls: Nahmen Kinder mit Verstopfungen Magnesiumoxid ein, wurde der Stuhl weicher und der Darm entleerte sich häufiger. Auch waren seltener Einläufe nötig. Verglichen wurde Magnesiumoxid mit einem Scheinmedikament (Placebo). Zwei vorläufige Studien zeigen auch, dass Magnesium ähnlich gut wirkt wie Abführmittel (Polyethylenglykol).

Wegen seiner abführenden Wirkung ist Magnesium daher essenzieller Bestandteil einer Darmreinigung.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Magnesium

Mikronährstoff-Experten empfehlen für eine Darmsanierung 400 Milligramm Magnesium pro Tag. Empfehlenswert ist Magnesiumoxid, da diese Verbindung das Wasser im Darm am stärksten zurückhält. In der Regel erfolgt die Einnahme zwei bis vier Wochen lang. Eine dauerhafte Dosierung von mehr als 250 Milligramm pro Tag sollte dagegen mit dem Arzt besprochen werden.

Tipp

Die persönliche Verträglichkeit für Magnesium kann schwanken: Bei einigen Personen können schon 250 Milligramm Magnesium harmlosen Durchfall verursachen, bei anderen erst 400 oder 500 Milligramm. Tritt Durchfall auf, kann die Dosierung reduziert werden.

Magnesium: zu beachten bei Medikamenteneinnahme und Nierenerkrankungen

Magnesium sollte nicht zeitgleich mit Antibiotika und Osteoporose-Medikamenten (Bisphosphonate) eingenommen werden. Magnesium kann deren Wirkung herabsetzen, indem es sich mit ihnen verbindet. Halten Sie einen Einnahmeabstand von mindestens zwei Stunden ein. Dazu zählen:

  • Gyrasehemmer: Ciprofloxacin (zum Beispiel Ciloxan®, Ciprobay®), Enoxacin (zum Beispiel Enoxor®), Levofloxacin (zum Beispiel Tavanic®), Moxifloxacin (zum Beispiel Avalox®), Nadifloxacin (Nadixa®), Norfloxacin (zum Beispiel Bactracid®, Norfluxx®) und Ofloxacin (zum Beispiel Floxal®, Tarivid®)
  • Tetrazykline: Tetracyclin (zum Beispiel Achromycin®, Supramycin®, Tefilin®), Doxycyclin (zum Beispiel Supracyclin®, Vibramycin®) und Minocyclin (zum Beispiel Aknosan®, Skinocyclin®)
  • Bisphosphonate: Alendronat (zum Beispiel Fosamax®, Tevanate®), Clodronat (zum Beispiel Bonefos®), Etidronat (zum Beispiel Didronel®), Ibandronat (Bondronat®), Pamidronat (Aredia®), Risedronat (Actonel®) und Tiludronat (Skelid®)

Bei chronischen Nierenerkrankungen sollte Magnesium nicht zusätzlich eingenommen werden. Geschwächte Nieren können überschüssiges Magnesium nicht gut ausscheiden. Es könnte zu einem Überschuss kommen.

Flohsamen und Haferfasern beschleunigen die Darmentleerung

Wirkweise von Flohsamen und Haferfasern

Flohsamen enthalten unlösliche Ballaststoffe. Diese werden im Darm nicht aufgenommen. Stattdessen binden sie Wasser und quellen auf – so bleibt der Darminhalt weich und gleitfähig. Zudem wird die Darmbewegung gefördert. In der Folge verweilt der Nahrungsbrei dann kürzer im Verdauungstrakt und kann besser ausgeschieden werden. Auch Hafer ist reich an Ballaststoffen, vor allem aus der Gruppe der Beta-Glucane. Sie bewirken ebenfalls eine weichere Beschaffenheit des Darminhalts und erleichtern die Darmentleerung.

Hochwertige Studien belegen die abführende Wirkung von Ballaststoffen: Sowohl durch Flohsamen als auch durch eine Mischung verschiedener Ballaststoffe aus Pflaumen konnten Verstopfungen gelindert werden. Auch eine Übersichtsarbeit mehrerer Studien belegt, dass Ballaststoffe die Anzahl der Stuhlentleerungen erhöhen und die Stuhlkonsistenz verbessern.

Zudem fördern Flohsamen und Haferfasern eine gesunde Darmflora: Darmbakterien zersetzen die Ballaststoffe und nutzen sie als Nahrung. Dadurch entstehen kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat. Butyrat liefert nicht nur den Zellen der Schleimhaut im Dickdarm Energie, es dichtet auch die Darmwand ab und säuert den Darminhalt an. In einer sauren Umgebung vermehren sich krankheitserregende Bakterien kaum. Zudem werden Butyrat entzündungshemmende Eigenschaften und eine Anti-Krebs-Wirkung zugeschrieben.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Flohsamen und Haferfasern

Mikronährstoff-Experten empfehlen eine Tagesdosis von 5 bis 25 Gramm Flohsamen. Für eine einfache Einnahme sind geschrotete Samenschalen oder Flohsamenschalenpulver ideal. Bei Haferfasern oder auch Haferkleie beträgt die Dosierung 5 bis 8 Gramm pro Tag.

Spezielle Ballaststoffpräparate können entweder in Wasser oder in Mahlzeiten wie Müsli eingerührt werden. Wichtig ist, dass dazu ausreichend Flüssigkeit aufgenommen wird: Damit Flohsamenschalen gut quellen, sind pro Gramm Flohsamen mindestens 30 Milliliter Wasser nötig.

Flohsamen und Joghurt
Vor allem Flohsamen quellen in Wasser auf und sorgen dafür, dass der Darminhalt leichter transportiert wird. Bild: Lightstar59/iStock/Getty Images Plus

Flohsamen und Haferfasern: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Bei einem Darmverschluss sollten Ballaststoffe nicht eingenommen werden. Bei akuten Entzündungen im Magen-Darm-Bereich könnten Flohsamen und Haferfasern zudem die Entzündungen verschlimmern. Sprechen Sie daher die Einnahme mit dem Arzt ab. Vorsicht ist auch bei einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) geboten: Hafer wird von einigen Betroffenen nicht vertragen. Eine verträgliche Alternative sind dann Flohsamen.

Diabetiker, die nicht gut eingestellt sind, sollten ebenfalls auf die Einnahme verzichten. Ballaststoffe können die Zuckeraufnahme verlangsamen.

Medikamente sollten nicht zeitgleich mit Flohsamen und Haferfasern eingenommen werden. Die quellenden Ballaststoffe hemmen die Aufnahme der Medikamente. Daher wird empfohlen, einen Abstand von zwei Stunden zwischen der Einnahme einzuhalten.

Um einer Verstopfung vorzubeugen, sollten Flohsamenpräparate nicht zusammen mit Medikamenten eingenommen werden, welche die Darmbewegung hemmen (Peristaltikhemmer). Es könnte passieren, dass die gequollenen Flohsamen nicht gut im Darm weitertransportiert werden. Zu diesen Medikamenten zählen Durchfallmittel wie der Wirkstoff Loperamid (Imodium®).

Bentonit und Zeolith binden Giftstoffe

Wirkweise von Bentonit und Zeolith

Algenextrakt als Tablette
Aufgrund ihres chemischen Aufbaus können Chlorella und Spirulina Giftstoffe im Darm binden. Bei einer Darmsanierung sollten sie nicht fehlen. Bild: Kintarapong/iStock/Getty Images Plus

Bentonit ist eine Mischung verschiedener Mineralien aus vulkanischer Erde. Der größte Bestandteil ist das Mineral Montmorillonit. Bentonit ist besonders quellfähig und bindet im Magen-Darm-Trakt Schwermetalle und einige Giftstoffe. Diese werden dann über den Stuhl aus dem Körper ausgeschieden. Bentonit bildet darüber hinaus einen natürlichen Gleitfilm, der die Schleimhaut des Verdauungstraktes schützen kann.

Zeolithe sind ebenfalls Vulkanmineralien. Der am häufigsten verwendete Zeolith ist Klinoptilolith. Er trägt ebenso zur Entgiftung und Reinigung des Magen-Darm-Trakts bei, da er auch Schwermetalle bindet.

Studien zu Bentonit und Zeolith stehen zwar noch aus, in der Praxis werden sie jedoch häufig zur Darmsanierung eingesetzt.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Bentonit und Zeolith

Mikronährstoff-Experten empfehlen zur Sanierung des Darms eine tägliche Dosis von 750 bis 1.500 Milligramm Bentonit sowie 750 bis 1.500 Milligramm Zeolith. Meist erfolgt die Einnahme im Rahmen einer Kur von bis zu vier Wochen.

Um die Darmreinigung zu unterstützen, sollte begleitend ausreichend getrunken werden. Hierzu sind 0,25 Liter direkt bei der Einnahme empfehlenswert sowie insgesamt zwei bis drei Liter Wasser pro Tag. Bentonit und Zeolith sollten jedoch nicht zeitgleich mit Koffein, Alkohol und säurehaltigen Getränken wie Orangensaft eingenommen werden.

Bentonit und Zeolith: zu beachten bei Erkrankungen, Schwangerschaft, Stillzeit und Medikamenteneinnahme

Bei schweren Erkrankungen und bei eingeschränkter Funktion der Nieren sollten Bentonit und Zeolith nur nach Absprache mit einem Arzt eingesetzt werden. Gleiches gilt für Schwangere und Stillende sowie für Kinder unter zwölf Jahren.

Zwischen der Einnahme von Medikamenten und der Einnahme von Bentonit und Zeolith sollte ein Zeitabstand von mindestens zwei Stunden eingehalten werden.

Chlorella und Spirulina binden Schwermetalle und wirken antioxidativ

Wirkweise von Chlorella und Spirulina

Die Chlorella-Alge hat einen hohen Anteil am grünen Pflanzenfarbstoff Chlorophyll. Chlorophyll kann aufgrund seiner Struktur leicht Schwermetalle und andere Schadstoffe binden. Auch die Spirulina-Alge bindet Schwermetalle über ihre Zellwand und über Chlorophyll-ähnliche Verbindungen. Somit können beide Algen dazu beitragen, den Körper zu entgiften. Zudem wirken Chlorella und Spirulina als Antioxidans und schützen die Zellen vor Schäden durch freie Radikale. Das zeigen Labor- und Tierversuche.

Erste Studien mit Menschen sind ebenfalls positiv: Personen mit chronischer Arsenvergiftung konnte durch Spirulina-Extrakt in Kombination mit Zink geholfen werden. Dies zeigt eine kleine hochwertige Studie. Die Teilnehmer hatten weniger Arsen in den Haaren und schieden mehr über den Urin aus. Tierversuche deuten jedoch darauf hin, dass hauptsächlich die Schwermetalle im Darm gebunden und ausgeschieden werden. Damit wird verhindert, dass der Körper ständig neu belastet wird. Die bestehende Belastung kann dann besser reduziert werden.

Außerdem neutralisieren die Algen oxidativen Stress, der durch Schadstoffe und Schwermetalle entsteht: Eine vorläufige Studie mit Rauchern zeigt, dass Chlorella den antioxidativen Status verbesserte.

Chlorella und Spirulina können Giftstoffe im Darm binden und ausleiten. Deshalb sollten sie Bestandteil einer Darmsanierung sein. Weitere Studien werden zeigen, ob sie nur die Neubelastung über den Darm senken – oder auch die bestehende Belastung im Körper.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Chlorella und Spirulina

Im Rahmen einer Darmsanierung empfehlen Mikronährstoff-Experten täglich bis zu 2.400 Milligramm Chlorella-Extrakt oder Spirulina-Extrakt. Alternativ ist eine Einnahme von 2.000 bis 4.000 Milligramm der getrockneten Algen möglich (Pulver). Präparate sollten zur Mahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden. In der Regel erfolgt die Einnahme zwei bis vier Wochen lang.

Tipp

Verwenden Sie nur hochwertige Präparate mit Algen aus kontrolliertem Anbau. Produkte aus unkontrolliertem Anbau können bereits mit Schadstoffen verunreinigt sein: Die Algen binden auch Schwermetalle und Umweltgifte aus dem Wasser.

Probiotika stellen das Gleichgewicht der Darmbakterien wieder her

Wirkweise von Probiotika

Illustration von Darmbakterien
Probiotische Bakterien sorgen letztendlich dafür, dass sich die Darmflora wieder erholt. Sie können sich im Darm anreichern und verdrängen dort ungünstige Bakterien. Bild: ClaudioVentrella/iStock/Getty Images Plus

Probiotika kommen natürlicherweise im Darm vor. Dazu gehören Laktobazillen und Bifidobakterien. Probiotika wirken positiv auf die Gesundheit: Sie hemmen die Vermehrung von krankmachenden Bakterien und fördern den Aufbau einer gesunden Darmflora. So wird das Eindringen schädlicher Bakterien verhindert – sowie die Produktion von Giftstoffen. Probiotika helfen zudem, die Beweglichkeit des Darms zu steigern. Außerdem hemmen sie krebsfördernde Vorgänge.

Erste Studien zeigen, dass Probiotika eine gestörte Darmflora normalisieren können: Die Anzahl an krankmachenden Bakterien sank, wohingegen die gesundheitsfördernden Bakterien anstiegen. Darüber hinaus können Probiotika Verdauungsbeschwerden verbessern – zum Beispiel bei einem Reizdarm. Dies zeigen mehrere hochwertige Studien.

Auch ist der Effekt auf einen trägen Darm belegt: In einer hochwertigen Studie wurde bei älteren Personen eine erhöhte Beweglichkeit des Darms festgestellt. Sie bekamen ein Hafergetränk, das mit Bifidobakterien angereichert war. Auch Bifidobakterien zusammen mit Laktobazillen unterstützen die Darmbewegung: Sie lockerten den Stuhl, erhöhten die Stuhlfrequenz und ermöglichten eine leichtere Ausscheidung. Dies zeigt eine weitere hochwertige Studie.

Probiotika sind aufgrund ihrer Wirkungen ein wichtiger Bestandteil einer Darmsanierung. Sie sollten unter keinen Umständen fehlen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Probiotika

Im Rahmen einer Darmsanierung empfehlen Mikronährstoff-Experten täglich 1 bis 20 Milliarden (1 bis 20 x 109) lebende Bakterien (koloniebildende Einheiten (KBE)). Bifidobakterien und Laktobazillen gelten als die wichtigsten Probiotika. Mikronährstoff-Mediziner empfehlen für eine Darmsanierung immer ein Präparat, das eine breite Mischung verschiedener Bakterien enthält. So ist die Überlebenswahrscheinlichkeit im Darm am größten.

Die Einnahme von Probiotika ist als Kur möglich. Setzt man sie jedoch ab, werden sie nach etwa 14 Tagen wieder ausgeschieden. Für einen langfristigen Effekt können Probiotika auch dauerhaft eingenommen werden.

Tipp

Es empfiehlt sich immer, Probiotika mit Ballaststoffen zu kombinieren. Ballaststoffe dienen den probiotischen Bakterien als Nahrung und regulieren so ebenfalls die Darmflora. Es gibt spezielle Kombinationspräparate auf dem Markt – zum Beispiel mit Flohsamen oder mit resistenten Dextrinen.

Probiotika: zu beachten bei Erkrankungen

Einige probiotische Bakterien bilden möglicherweise Histamin im Darm. Daher können sie bei einer Histaminintoleranz Beschwerden hervorrufen. Dazu zählen wahrscheinlich: Lactobacillus casei, Lactobacillus delbrueckii ssp. bulgaricus, Lactobacillus reuteri, Lactococcus lactis und Enterococcus faecium.

Sehr geschwächte Personen mit unterdrücktem Immunsystem, Personen mit zentralen Venenzugängen (zum Beispiel bei Chemotherapie), mit Herzklappenerkrankungen oder dem Kurzdarmsyndrom sollten keine Probiotika einnehmen.

Dosierungen auf einen Blick

Empfehlung pro Tag bei einer Darmsanierung

 

 

Mineralstoffe und Mineralien

Magnesium

400 Milligramm (mg)

Bentonit

750 bis 1.500 Milligramm

Zeolith

750 bis 1.500 Milligramm

  
 

Sonstige

Flohsamenschalen

5 bis 25 Gramm (g)

Haferkleie oder Haferfasern

5 bis 8 Gramm

Chlorella-Extrakt

2.400 Milligramm

Spirulina-Extrakt

2.400 Milligramm

Probiotika (Bifidobakterien und Laktobazillen)

1 bis 20 Milliarden (1 bis 20 x 109) Bakterien (koloniebildende Einheiten (KBE)

 

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Zusammenfassung

Der Darm ist vielen Einflüssen ausgesetzt. Eine ungesunde Ernährung, Giftstoffe und krankmachende Keime verursachen Verdauungsstörungen. Dies kann letztendlich die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen.

Die Mikronährstoffmedizin kann helfen, einen geschädigten Darm zu sanieren: Magnesium löst Verstopfungen. Flohsamenschalen und Haferfasern sind reich an Ballaststoffen und fördern die Darmentleerung. Außerdem liefern sie den Darmbakterien wertvolle Nahrung.

Vulkanmineralien wie Bentonit und Zeolith binden Schadstoffe und wirken entgiftend. Daneben können Chlorella und Spirulina helfen, Schwermetalle auszuscheiden und oxidativen Stress zu lindern. Laktobazillen und Bifidobakterien verdrängen letztendlich krankmachende Keime und fördern so eine gesunde Darmflora.

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Verzeichnis der Studien und Quellen

 

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