Antiöstrogene durch Mikronährstoffmedizin verträglicher machen

Wie Mikronährstoffe Nebenwirkungen mindern und die Wirkung verbessern

Antiöstrogene sind Arzneistoffe, die die Wirkung des Hormons Östrogen aufheben. Sie werden bei bestimmten Brustkrebsarten, ungewollter Kinderlosigkeit und Knochenschwund eingesetzt. Antiöstrogene lösen verschiedene Nebenwirkungen aus. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie mithilfe der Mikronährstoffmedizin die Verträglichkeit der Antiöstrogene erhöhen und deren Wirksamkeit verbessern können.

Arzt bespricht Untersuchungsergebnisse mit dem Patienten
Antiöstrogene blockieren die Wirkung des Hormons Östrogen, wodurch ein gewollter Östrogenmangel entsteht. Diese Antiöstrogene werden bei Östrogen-bedingten Krankheiten eingesetzt, vor allem bei hormonabhängigem Brustkrebs. Aber sie haben viele Nebenwirkungen. Bild: utah778/iStock/Getty Images Plus.

Antiöstrogene: Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen

Wie wirken Antiöstrogene?

Antiöstrogene hemmen die Wirkung des Sexualhormons Östrogen (auch Estrogen) und führen so zu einem künstlichen Östrogenmangel. Anhand ihrer verschiedenen Wirkungsweisen können Antiöstrogene in verschiedene Gruppen eingeteilt werden:

  • Östrogenwirkung blockieren (Östrogenrezeptor-Antagonisten): Einige Krebsarten in der Brust brauchen Östrogene, um zu wachsen. Östrogenrezeptor-Antagonisten blockieren ihre Wirkung und bremsen so das Krebswachstum. Zu dieser Gruppe gehören beispielsweise Fulvestrant und Tamoxifen. Fulvestrant ist als Injektion erhältlich, Tamoxifen in Form von Tabletten.
  • Östrogenherstellung blockieren (Aromatasehemmer): Das Enzym Aromatase wird bei der Östrogenherstellung benötigt. Aromatasehemmer hemmen die Östrogenherstellung und blockieren das Krebswachstum von östrogenabhängigen Brustkrebsarten. Aromatasehemmer sind Substanzen wie Anastrozol, Letrozol und Exemestan. Sie sind in Form von Tabletten verfügbar.
  • Östrogen-reduzierende Wirkung (partielle Östrogenrezeptor-Antagonisten): Manche Frauen haben einen dauerhaft erhöhten Östrogenspiegel, der einen Eisprung verhindert. Antiöstrogene mit Östrogen-reduzierender Wirkung verringern das Überangebot an Östrogen. Zeitgleich fördern sie die Bildung anderer Sexualhormone in der Hirnanhangsdrüse, was zu einem Eisprung führt. Zu dieser Gruppe zählt der Wirkstoff Clomifen, der als Tablette verfügbar ist.
  • Antiöstrogen mit Teilwirkung (Selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren oder SERMs): Sie blocken die Östrogenwirkung nicht vollständig und haben deshalb noch einige Wirkungen. Nach den Wechseljahren fehlt den Knochen das Hormon Östrogen und es droht die Gefahr einer Osteoporose. Antiöstrogene aus der Gruppe der SERMs aktivieren den Knochenaufbau. In der Brust hemmen sie aber die Östrogenwirkung. Damit sinkt die Gefahr von Brustkrebs. Zu den Selektiven Östrogen-Rezeptor-Modulatoren gehören Substanzen wie Bazedoxifen und Raloxifen. Sie sind als Tabletten erhältlich.

Einsatzgebiete von Antiöstrogenen

Antiöstrogene sind Arzneimittel für die Behandlung von Östrogen-bedingten Krankheiten. Sie werden angewendet, wenn das Östrogen vollständig außer Kraft gesetzt werden soll:

  • bei Brustkrebs als unterstützende Therapie nach einer Erstbehandlung, zum Beispiel Operation, und bei Brustkrebs mit Tochtergeschwulsten (Metastasen)
  • bei fortgeschrittenem Brustkrebs (Antiöstrogene aus der Gruppe der Aromatasehemmer, wenn andere Antiöstrogene unzureichend wirken)
  • zur Vorbeugung von Brustkrebs (bei hohem Risiko)

Bestimmte Antiöstrogene haben noch einige Östrogenwirkungen (SERMs). Sie werden immer dann eingesetzt, wenn eine bestimmte Hormonwirkung erreicht werden muss:

  • unerfüllter Kinderwunsch und Unfruchtbarkeit
  • Vorbeugung von Knochenschwund (Osteoporose)

Nebenwirkungen: Antiöstrogene verursachen wechseljahrähnliche Beschwerden

Die chemische Formel für Östrogen
Antiöstrogene verursachen einen künstlichen Mangel an Östrogen im Körper. Sie haben Nebenwirkungen, die denen während der Wechseljahre ähneln. Bild: Irina Shatilova/iStock/Getty Images Plus

Da Antiöstrogene zu einem künstlichen Mangel an Östrogen führen, treten durch die Behandlung unerwünschte Nebenwirkungen auf. Diese sind den Beschwerden der Wechseljahre ähnlich, da es auch in den Wechseljahren zu einem Östrogenmangel kommt. Dazu zählen:

  • Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Spannungsgefühle in der Brust
  • Muskelschmerzen und Gelenkbeschwerden
  • trockene Schleimhäute und Scheidentrockenheit mit Juckreiz
  • Thrombose (Blutgerinnsel)
  • Depression (depressive Verstimmung)
  • Erhöhung der Blutfettwerte

Durch den Mangel an Östrogen steigt bei Einnahme von Antiöstrogenen außerdem das Risiko für Osteoporose. Nur spezielle Antiöstrogene (aus der Gruppe der SERM) schützen vor Knochenschwund.

Die Mikronährstoffmedizin kann einige dieser Nebenwirkungen lindern und die Einnahme von Antiöstrogenen unterstützen:

Andere Nebenwirkungen der Antiöstrogene können durch Mikronährstoffe nicht behandelt werden.

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Nebenwirkungen vermeiden und Wirkung sicherstellen

Die Knochengesundheit mit Vitamin D und Calcium sicherstellen

Hintergrund und Wirkweise

Für gesunde Knochen ist Vitamin D wichtig, da es die Calciumaufnahme im Darm gewährleistet und Calcium in die Knochen einbaut. Antiöstrogene aus der Gruppe der Aromatasehemmer erhöhen das Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche. Dieses Risiko ist bei einem Mangel an Vitamin D zusätzlich erhöht. Zudem ist Vitamin D wichtig für die Muskelfunktion. Muskelschmerzen sind eine weitere Nebenwirkung der Antiöstrogene.

Krebspatienten sind häufig nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt. Die offizielle Leitlinie zur Behandlung von Krebs empfiehlt die Einnahme von Vitamin D zusammen mit Calcium, insbesondere während einer Therapie mit Aromatasehemmern, um die Gefahr der Entstehung von Osteoporose zu reduzieren. Auch eine Übersichtsarbeit über mehrere Studien zeigt, dass eine optimale Versorgung mit Vitamin D und Calcium die Knochengesundheit unter Einnahme von Aromatasehemmern nachhaltig fördert.

In einer hochwertigen Studie wurden außerdem Brustkrebspatientinnen untersucht, die infolge der Aromatasehemmer-Einnahme Schmerzen an Muskeln und Gelenken entwickelt haben. Die Ergebnisse zeigen, dass die Einnahme von Vitamin D die Beschwerden mindern kann.

Info

Ergebnisse aus Vor- und Laborstudien zeigen zudem, dass Vitamin D nicht nur den Knochenabbau hemmt, sondern den Brustkrebs auch direkt beeinflussen könnte. Die Forscher vermuten, dass Vitamin D über unterschiedliche Wirkmechanismen die Entstehung und das Wachstum von Krebs einschränkt und somit zur Brustkrebsprävention beitragen könnte. Ob sich diese ersten Versuche bewahrheiten, müssen weitere Studien zeigen. 

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Vitamin D und Calcium

Um einer Osteoporose und anderen Nebenwirkungen von Aromatasehemmern vorzubeugen, werden 1.400 Internationale Einheiten Vitamin D pro Tag (10.000 Internationale Einheiten pro Woche) empfohlen. Zusätzlich sollten 1.000 Milligramm Calcium pro Tag eingenommen werden.

Vorher ist eine Vitamin-D-Bestimmung im Blut sinnvoll. Bei einem starken Mangel empfehlen Ärzte für einen gewissen Zeitraum auch eine höhere Vitamin-D-Dosierung.

Info

Als Faustregel für eine rasche Erhöhung des Vitamin-D-Spiegels gilt es, 10 Tage lang 10.000 Internationale Einheiten zu ergänzen. Dies führt zu einer Erhöhung der Spiegel um 10 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml). Soll der Vitamin-D-Spiegel langsam und dauerhaft angehoben werden, können täglich 1.000 Internationale Einheiten Vitamin D eingenommen werden.

Vitamin D und Calcium sollten zum Essen eingenommen werden. Die Ergänzung von Vitamin K2 ist außerdem sinnvoll: Es sorgt dafür, dass Calcium in die Knochen eingelagert wird.   

Vitamin D im Labor erfassen

Bei Krebs sollten die Vitamin-D-Werte im optimalen Bereich liegen. Deshalb empfehlen Mikronährstoff-Mediziner die regelmäßige Kontrolle der Werte (mindestens zweimal im Jahr). Vitamin D wird im Blutserum gemessen. Der Optimalwert liegt bei mindestens 40 bis 60 Nanogramm pro Milliliter. Neuere erste Studien weisen darauf hin, dass ein Wert von 60 bis 80 Nanogramm pro Milliliter der ideale Zielwert bei Brustkrebs sein kann.

Vitamin D: zu beachten bei Medikamenteneinnahme und Erkrankungen

Bestimmte Diuretika (Entwässerungsmittel aus der Gruppe der Thiazide) bewirken, das Calcium schlechter über die Nieren ausgeschieden wird und im Blut bleibt. Dazu zählen die Wirkstoffe Hydrochlorothiazid, Indapamid und Xipamid. Vitamin D fördert die Aufnahme von Calcium ins Blut und erhöht so den Spiegel. Vitamin D und Calcium sollten deshalb nur dann zusammen mit Thiaziden eingenommen werden, wenn der Arzt den Calciumgehalt im Blut beobachtet.

Calcium kann die Aufnahme verschiedener Medikamente verringern, wenn die Präparate gleichzeitig eingenommen werden. Das gilt für manche Antibiotika (zum Beispiel Tetracyclin und Doxycylin), Schilddrüsenhormone (L-Thyroxin) und auch für Bisphosphonate (wie Alendronat und Risedronat), die in der Osteoporose-Therapie eingesetzt werden.

Wenn der Brustkrebs Metastasen bildet, können die Calciumwerte sehr hoch steigen. Darum sollte der Arzt die Einnahme überwachen. Auch kann es bei einer Überfunktion der Nebenschilddrüse und bei Knochenmarkkrebs (Multiples Myelom) zu einem Calciumüberschuss kommen.

Nierenkranke Personen und Menschen mit Nierensteinen sollten Vitamin D und Calcium nur nach ärztlicher Absprache einnehmen. Erkrankte Nieren scheiden Calcium weniger gut aus. Wer von der Bindegewebserkrankung Morbus Boeck (Sarkoidose) betroffen ist, sollte ebenfalls kein Vitamin D ergänzen, da bei dieser Krankheit Calciumwerte im Blut oft erhöht sind.

Coenzym Q10, Vitamin B2 und Niacin zum Schutz der gesunden Zellen

Hintergrund und Wirkweise

Coenzym Q10 gewährleistet die Energieherstellung innerhalb der Zellen. Zudem wirkt es antioxidativ. Das heißt, dass Coenzym Q10 freie Radikale abfangen und die Zellen schützen kann. Vitamin B2 und Niacin ergänzen seine Wirkung bei der Energieproduktion. Niacin ist darüber hinaus für die Reparatur der Erbsubstanz nötig. Antiöstrogene können im Körper große Mengen an freien Radikalen verursachen (oxidativer Stress) und dadurch die Zellen schädigen.

In einer Voruntersuchung konnte gezeigt werden, dass die Einnahme von Coenzym Q10, Vitamin B2 und Niacin bei Brustkrebspatientinnen zur Reduktion von oxidativem Stress führte. Die Patientinnen bekamen alle das Antiöstrogen Tamoxifen. Nebenbei verbesserte die Wirkstoffkombination die Reparaturaktivität am Erbgut der Zellen.

Eine weitere Vorstudie mit dem Antiöstrogen Tamoxifen belegt, dass sich die Einnahme von Coenzym Q10 zusammen mit Vitamin B2 und Niacin auch auf das erneute Auftreten von Brustkrebs und der Bildung von Tochtergeschwulsten (Metastasen) günstig auswirken könnte: Es senkt die Menge an Tumormarkern im Blut. Einzelnen Berichten über Patientenschicksale zufolge führte die regelmäßige Einnahme von Coenzym Q10 zur Rückbildung von Tumoren in der Brust und der Leber.

Große und hochwertige Studien müssen nun zeigen, ob alle Patienten davon profitieren und ob die Kombination von Coenzym Q10, Vitamin B2 und Niacin das Langzeitüberleben der Patienten sichert.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Coenzym Q10, Vitamin B2 und Niacin

In der Mikronährstoffmedizin wird während der Behandlung mit Tamoxifen die Ergänzung von 100 Milligramm Coenzym Q10, 10 Milligramm Vitamin B2 und 50 Milligramm Niacin empfohlen. Die Einnahme von Coenzym Q10 kann auf Empfehlung eines Arztes auf bis zu 400 Milligramm gesteigert werden.

Es empfiehlt sich, Coenzym Q10 während der Mahlzeit einzunehmen. Fett verbessert die Aufnahme von Coenzym Q10 in den Körperkreislauf. Coenzym Q10 ist in Form von Kapseln, Tropfen oder als Spray erhältlich. Vitamin B2 und Niacin sollten zwischen oder zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Einnahme zu den Mahlzeiten verbessert meist die Verträglichkeit.

Tipp

Eine gute Coenzym-Q10-Form ist das aktive Ubiquinol: Es wird im Darm besser aufgenommen und muss nicht erst im Körper aktiviert werden. Allerdings ist es etwas teurer. Die ideale Niacinform ist Nicotinamid. Nicotinamid führt nicht zu einem sogenannten Flush. Ein Flush äußert sich durch Hautrötungen, Hitzegefühl sowie Juckreiz und ist eine typische Nebenwirkung, die bei Einnahme von hohen Dosierungen (über 50 Milligramm) Niacin als Nicotinsäure auftritt.

Coenzym Q10, Vitamin B2 und Niacin: zu beachten bei Medikamenteneinnahme

Lebensmittel die Antioxidantien beinhalten
Obst und Gemüse sind oft reich an Antioxidantien, diese "fangen" freie Radikale. Antiöstrogene erzeugen große Mengen an freien Radikalen, wodurch auch gesunde Zellen geschädigt werden. Die dosierte zusätzliche Einnahme von Antioxidantien unterstützt das "Fangen" freier Radikale und lindert so die Nebenwirkungen. Bild: happy_lark/iStock/Getty Images Plus

Coenzym Q10 kann die Wirkung von bestimmten Blutgerinnungshemmern herabsetzen. Hierzu zählen sogenannte Cumarine mit den Medikamentenwirkstoffen Phenprocoumon und Warfarin. Besprechen Sie die Einnahme von Coenzym Q10 daher mit Ihrem Arzt, wenn Sie Cumarine einnehmen.

Da Coenzym Q10 den Blutzucker senken kann, sollten Diabetiker, die Diabetesmedikamente einnehmen, den Blutzuckerspiegel kontrollieren. Es könnte zu einer Unterzuckerung kommen.

Vitamin E als Tocotrienole gegen erhöhte Blutfettwerte durch Antiöstrogene

Hintergrund und Wirkweise

Vitamin E ist ein fettlösliches Vitamin mit antioxidativen Eigenschaften. Streng genommen, handelt es sich bei Vitamin E nicht nur um eine einzelne Verbindung, sondern um mehrere ähnliche Substanzen. Diese werden als Tocopherole und Tocotrienole bezeichnet. Eine Beobachtungsstudie zeigt, dass Menschen mit Brustkrebs niedrige Vitamin-E-Werte aufweisen können (aber nicht zwangsläufig müssen). Es wird vermutet, dass der erhöhte oxidative Stress bei Krebs zu einem gesteigerten Verbrauch an Vitamin E führt.

Das Antiöstrogen Tamoxifen kann darüber hinaus zu einem Anstieg der Blutfettwerte beitragen, wie Beobachtungsstudien an Brustkrebspatienten zeigen. Ergebnisse einer Vorstudie deuten darauf hin, dass erhöhte Blutfettwerte durch Tamoxifen durch die Einnahme von Vitamin C und E gesenkt werden könnten. Vor allem Tocotrienole haben sehr wahrscheinlich cholesterinsenkende Eigenschaften.

Die Therapie mit Antiöstrogenen geht sehr oft mit Hitzewallungen als Nebenwirkungen einher. Dazu untersuchten Forscher in einer ersten Studie den Einfluss von Vitamin E an Betroffenen. Die Ergebnisse geben erste Hinweise, dass Vitamin E (530 Milligramm) die Hitzewallungen senken könnte.

Erste Ergebnisse aus Zell- und Tierstudien legen außerdem nahe, dass Tocotrienole das Wachstum von Krebszellen hemmen können. Zwei Beobachtungsstudien zeigen, dass Frauen, die Antioxidantien wie Vitamin E (Tocopherole und Tocotrienole) und Vitamin C ergänzten, nach einer überstandenen Brustkrebserkrankung etwas seltener von einem Wiederauftreten betroffen waren. Auch die Sterberate sank. In einer anderen ersten Untersuchung führte die Einnahme von Tocotrienol mit Tamoxifen allerdings zu keiner deutlichen positiven Wirkung auf das Überleben der Patientinnen. Verglichen wurde die Wirkung mit einem Scheinmedikament und die Patientinnen wurden fünf Jahre lang überwacht

Insgesamt ist aber noch nicht klar, ob Vitamin E die Wirkung von Tamoxifen verbessert: Möglicherweise vermindert hoch dosiertes Vitamin E (vor allem als alleiniges Alpha-Tocopherol) die Wirkung von Tamoxifen sogar. Mikronährstoff-Mediziner empfehlen deshalb meist eine Kombination aus Tocopherolen und Tocotrienolen (Vitamin-E-Komplex). Hochwertige Studien müssen noch belegen, ob der Vitamin-E-Komplex sicher ist und ob er die Wirkung der Therapie verbessert.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Vitamin E

Begleitend zu Antiöstrogenen wird im Rahmen der Mikronährstoffmedizin eine Dosierung von 200 Milligramm Vitamin E als Tocotrienol empfohlen. Halten Sie bei der Einnahme von Vitamin E in diesen Dosierungen in jedem Fall Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Vitamin-E-Präparate sollten während der Mahlzeit eingenommen werden, da die Aufnahme im Darm durch Fett erhöht wird. Vitamin E sollte zudem immer zusammen mit Vitamin C eingenommen werden: Vitamin C ist an der Regeneration von Vitamin E beteiligt.

Vitamin E: zu beachten bei Medikamenteneinnahme und Erkrankungen

Vitamin E kann die Wirksamkeit von Blutverdünnern beeinflussen. Ein Arzt kann Sie darüber informieren, ob Vitamin E für Sie geeignet ist. Betroffene Blutverdünner sind etwa Phenprocoumon und Acetylsalicylsäure (ASS). Da hoch dosiertes Vitamin E zudem die Blutgerinnung verzögern kann, sollten Präparate etwa zwei Wochen vor einer geplanten Operation abgesetzt werden.

Sollten Sie von einem Vitamin-K-Mangel in Kombination mit einer schweren Verdauungsstörung betroffen sein, sollten Sie den Mangel ausgleichen, bevor Sie Vitamin E einnehmen. Nehmen Sie zusätzlich zu Vitamin E Eisen ein, sollten Sie einen Einnahmeabstand von zwei Stunden einhalten: Eisen reduziert die Wirksamkeit von Vitamin E.

Vitamin E sollte bei Rauchern wegen einer möglichen Gefahr an Hirnblutungen nicht über 50 Milligramm pro Tag dosiert werden. Darüber hinaus wurde ein leicht erhöhtes Lungenkrebsrisiko gefunden. Raucher sollten bis zur Klärung besser kein hoch dosiertes Vitamin E als Alpha-Tocopherol einnehmen, vor allem nicht in Verbindung mit Beta-Carotin.

Dosierungen auf einen Blick

Empfehlung pro Tag bei Antiöstrogen-Einnahme

Vitamin D

1.400 Internationale Einheiten (IE) oder je nach Blutspiegel

Calcium

1.000 Milligramm (mg)

Coenzym Q10

100 Milligramm

Vitamin B2

10 Milligramm

Niacin

50 Milligramm

Vitamin E

200 Milligramm (als Tocotrienole)

 

Sinnvolle Laboruntersuchungen auf einen Blick

Sinnvolle Blutuntersuchungen bei Antiöstrogen-Einnahme

 

Normalwerte

Vitamin D

40 bis 60 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml)

 

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Zusammenfassung

Zu den Antiöstrogenen gehört eine Gruppe von Medikamenten, die die Wirkung des weiblichen Hormons Östrogen ausschalten oder herabsetzen. Eingesetzt werden sie bei verschiedenen hormonbedingten Krankheiten. Dazu gehören Brustkrebs, ungewollte Kinderlosigkeit und die Vorbeugung von Knochenschwund (Osteoporose). Die Einnahme von Antiöstrogenen ist mit Nebenwirkungen verbunden, die durch die Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffen abgeschwächt werden können.

Antiöstrogene begünstigen mit Ausnahme der Gruppe der Selektiven Östrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERMs) die Entstehung von Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie Osteoporose, die durch die Einnahme von Vitamin D und Calcium vermindert werden können. Vitamin D stellt die Calciumaufnahme im Darm sicher, während Calcium in die Knochen eingelagert wird.

Coenzym Q10 kann zusammen mit Vitamin B2 und Niacin den oxidativen Stress während einer Therapie mit dem Medikamentenwirkstoff Tamoxifen reduzieren und möglicherweise die Ausbreitung von Brustkrebs hemmen. Zudem leiden viele Patientinnen, die Tamoxifen einnehmen, an erhöhten Blutfettwerten und Hitzewallungen, die durch die Einnahme von Vitamin E gesenkt werden könnten.

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Verzeichnis der Studien und Quellen

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