Mit Zink Durchfall bei Kindern lindern

Das Spurenelement kann Häufigkeit, Dauer und Schwere der Erkrankung vermindern

Durchfallerkrankungen treten bei Kindern häufig auf – insbesondere bei einem bestehenden Zinkmangel. Bild: fotoduets/ AdobeStock

Durchfallerkrankungen sind bei Kindern häufig, insbesondere in ärmeren Ländern. Eine aktuelle Übersichtsarbeit untersuchte, wie die Gabe von Zink die Erkrankung beeinflussen und inwieweit eine Zinkeinnahme bei der Vorbeugung von Durchfallepisoden hilfreich sein kann. Ergebnis: Eine Zinkergänzung reduziert sowohl die Dauer als auch den Schweregrad der Erkrankungen bei Kindern. Zudem nimmt auch das Risiko dafür ab.

Zinkmangel weltweit stark verbreitet

Zinkmangel stellt oft ein bedeutendes Gesundheitsproblem dar: Geschätzt sind 17 Prozent der Weltbevölkerung von einer unzureichenden Zinkzufuhr betroffen. In Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen weisen insbesondere Kinder unter fünf Jahren den stärksten Mangel auf: Im Jahr 2020 waren es laut Fachleuten 22 Prozent, die mit diesem lebensnotwendigen Spurenelement unterversorgt waren – die meisten in Afrika und Asien.

Unterernährung und Zinkmangel gehen in der Regel mit zahlreichen Erkrankungen und Beeinträchtigungen im Kindesalter einher. Dazu gehören unter anderem Wachstumsverzögerung und Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung, aber auch Durchfallerkrankungen. Vor allem bei Kindern unter 5 Jahren kann Durchfall lebensbedrohlich sein.

Um den Zinkmangel und seine negativen Folgen zu bekämpfen, gibt es drei Strategien, die im Idealfall Hand in Hand gehen:

  • Die Einnahme von Zink zur Behandlung der Durchfallerkrankungen,
  • eine vorbeugende Gabe von Zink und
  • eine Anreicherung von Lebensmitteln mit Zink. 

Die Übersichtsarbeit hat dazu Studien und Übersichtsarbeiten aus den Jahren von 2014 bis 2025 ausgewertet.

Wie hängen Zink und Durchfall zusammen?

Das Spurenelement Zink ist für zahlreiche Vorgänge im Körper notwendig, insbesondere bei der Zellteilung spielt es eine wichtige Rolle. Unsere Darmschleimhaut gehört zu den Geweben, die sich regelmäßig erneuern, sodass hier viele Zellteilungen in kurzer Zeit ablaufen. Deshalb ist Zink für die Regeneration der Darmschleimhaut unerlässlich.
Ein Zinkmangel beeinträchtigt dagegen die Immunabwehr und erhöht die Anfälligkeit für bakterielle und virale Durchfallerkrankungen. Infektionen und Entzündungen im Darm erhöhen wiederum den Zinkbedarf des Organismus. Gleichzeitig ist die Zinkaufnahme durch Entzündungsprozesse vermindert, der Zinkverlust durch die gesteigerte Durchlässigkeit der Schleimhautbarriere jedoch erhöht.

Zink wirkt auf mehreren Wegen

Zink ist ein Cofaktor vieler Enzyme und wirkt gegen Durchfallerkrankungen über mehrere Mechanismen, wie die Übersichtsarbeit ausführlich darlegt:

  • Es fördert die Reparatur der Darmschleimhaut und stellt damit die Integrität (Unverletzlichkeit) der Darmbarriere wieder her.
  • Es beeinflusst den Salz- und Wassertransport und kann so den Flüssigkeitsverlust und darüber die Schwere des Durchfalls vermindern.
  • Es moduliert das Immunsystem und entfaltet eine antientzündliche Wirkung.
  • Es beeinflusst die Darmflora, indem es direkt gegen Krankheitserreger, also antimikrobiell, wirkt und so ihre Zusammensetzung positiv verändert.

Wie lauten die Empfehlungen zur Zinkeinnahme?

Für gesunde Kinder unter 5 Jahren lautet die Empfehlung täglich 3–5 Milligramm (mg) Zink zuzuführen – idealerweise über eine ausgewogene Ernährung. Da eine Gabe von Zink laut Studien die Durchfalldauer um etwa 25 Prozent und das Stuhlvolumen um etwa 30 Prozent verringern kann, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Zinksupplementierung als festen Bestandteil der Standardbehandlung für jedes Kind mit akutem Durchfall. Sie betont, dass dies insbesondere in Regionen von Vorteil ist, in denen ein Zinkmangel verbreitet ist.

Bei einer akuten Durchfallerkrankung empfehlen die WHO und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) eine Zinkzufuhr von

  • 10 mg täglich für Kinder unter sechs Monaten,
  • 20 mg pro Tag für Kinder von 6 bis 59 Monaten.

Die Dauer der Zinksupplementierung geben die Fachleute mit 10–14 Tagen an. Begleitend sollte eine orale Behandlung zur Rehydrierung erfolgen. Ziel ist es, nicht nur die Dauer und Intensität der aktuellen Durchfallerkrankung zu reduzieren, sondern auch weiteren Durchfallerkrankungen in den folgenden zwei bis drei Monaten vorzubeugen.

Neuere Erkenntnisse sprechen für therapeutische Dosen von 5–10 mg anstatt 20 mg pro Tag. Sie können Durchfalldauer und Stuhlmenge ebenfalls wirksam senken – bei geringeren Nebenwirkungen: Niedrigere Zinkdosen reduzierten das Risiko für Erbrechen um 20 Prozent.

Niedrig dosiertes Zink kann vorbeugend helfen

Auch vorbeugend kann Zink helfen: Die Einnahme von mindestens 10 mg Zink pro Tag über einen Zeitraum von weniger als 11 Monaten konnte in einer Studie sowohl die Gesamtsterblichkeit als auch die durchfallbedingte Sterblichkeit deutlich senken. Hierbei hatte sich insbesondere die Kombination von Zink und oraler Rehydratationslösung (einer speziellen Mischung aus Wasser, Salzen und Zucker) als sinnvoll und kostengünstig erwiesen.

In einer weiteren Studie konnte schon eine niedrig dosierte Zinksupplementierung von 5 mg pro Tag, die über 12 Monate gegeben wurde, Durchfall – und ebenfalls Infektionen der oberen Atemwege – erfolgreich vorbeugen.

Als kindgerechte Präparate stehen Sirup, Kau- und Lutschtabletten oder Gummidrops zur Verfügung.

Wie ist die Lage in Deutschland?

In Deutschland sind ausgeprägte Mangelsituationen seltener. Aber auch hier können Kinder aufgrund einer unausgewogenen Ernährung Defizite in der Versorgung mit Zink zeigen. Für Wachstum und eine gesunde Entwicklung benötigen sie eine ausreichende Aufnahme. Insbesondere bei vegetarischer beziehungsweise veganer Ernährung kann eine adäquate Versorgung herausfordernd sein. Hier können Mikronährstoffpräparate sinnvoll sein. Dabei sollte auf eine kindgerechte Dosierung (und Einnahmeform) geachtet werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt altersabhängig folgende Mengen als adäquate Zufuhr:

Alter der Kinder

Zinkaufnahme in mg/Tag

Mädchen

Jungen

0 bis < 4 Monate

1,5

4 bis < 12 Monate

2,5

1 bis < 4 Jahre

3

4 bis < 7 Jahre

4

7 bis < 10 Jahre

6

10 bis < 13 Jahre

8

9

13 bis < 15 Jahre

10

12

15 bis < 19 Jahre

11

14

Quelle: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/zink/

Phytinsäure beziehungsweise Phytat (Anion der Phytinsäure) – eine Speicherform von Phosphor in Pflanzen – kann die Aufnahme verschiedener Mineralstoffe im Darm hemmen, auch die von Zink. Wer viele Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte verzehrt, nimmt auch eine große Menge an Phytaten auf – und benötigt höhere Zufuhrmengen von Zink. Bei kleinen Kindern stellten Fachleute jedoch keinen nennenswerten Einfluss der Phytatzufuhr auf die Zinkaufnahme im Körper fest. Daher sind die Referenzwerte der DGE für Kinder – im Gegensatz zu den Empfehlungen für Erwachsene – unabhängig von der Phytatzufuhr.

Zink-Überdosierung vermeiden

Eine Überdosierung von Zink sollte vermieden werden, besonders bei gleichzeitig niedriger Kupferzufuhr. Denn Kupfer wird für den Eisenstoffwechsel und damit für die Blutbildung benötigt, die Aufnahme wird jedoch durch viel Zink beeinträchtigt.
Die DGE gibt als tägliche tolerierbare Gesamtzufuhrmenge – in Abhängigkeit vom Körpergewicht – Werte von 7 mg Zink bei 1- bis 3-Jährigen bis 22 mg bei 15- bis 17-Jährigen an.

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Fazit: Zink kann vor Durchfall schützen, im Ernstfall lindern

Da ein Zinkmangel das Risiko für Durchfallerkrankungen erhöht, sollte ein Zinkmangel im Kindesalter vermieden werden. Bei akuten Durchfällen kann eine Gabe von Zink sowohl die Dauer als auch die Schwere der Durchfallepisode lindern.

FAQ

Warum kann Zink bei Durchfall helfen?

Zink unterstützt die Regeneration der Darmschleimhaut, beeinflusst den Wasser- und Salztransport im Darm und stärkt das Immunsystem. Zudem kann es direkt gegen Krankheitserreger wirken. Dies zusammen kann die Dauer und den Schweregrad von Durchfallerkrankungen verringern. Auch kann das Spurenelement das Risiko weiterer Durchfallepisoden senken.

Wie viel Zink soll mein Kind bei Durchfall bekommen?

Für akute Durchfallerkrankungen empfehlen WHO und UNICEF typischerweise 10 mg Zink täglich für Kinder unter sechs Monaten und 20 mg pro Tag für Kinder von 6 bis 59 Monaten über 10–14 Tage. Zusätzlich sind Maßnahmen zur Rehydrierung sinnvoll. Neuere Erkenntnisse sprechen sich für niedrigere Dosen von 5–10 mg Zink pro Tag aus, da sie ebenfalls wirksam sind und weniger Nebenwirkungen wie Erbrechen verursachen. Am besten mit einem Kinderarzt oder einer Kinderärztin abklären.

Wie viel Zink sollten Kinder täglich zuführen?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt altersabhängige Referenzwerte für die Zinkzufuhr an. Sie reichen von 1,5 mg Zink pro Tag für Säuglinge unter 4 Monaten über 6 mg für Kinder von 7–10 Jahren bis zu 11 mg für Mädchen beziehungsweise 14 mg für Jungen ab 15 Jahren. Idealerweise wird der Bedarf durch eine ausgewogene Ernährung gedeckt. Bei einseitiger und vegetarischer oder veganer Ernährung kann eine zusätzliche Zinkzufuhr sinnvoll sein. Es gilt aber, eine Überdosierung zu vermeiden und gleichzeitig genügend Kupfer aufzunehmen.

Verzeichnis der Studien und Quellen

Gelbe Liste (09.10.2021): Orale Rehydratation bei Durchfall. https://www.gelbe-liste.de/selbstmedikation/durchfall/orale-rehydratation, zuletzt abgerufen am 10.02.2026

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) (10.09.2025): Ausgewählte Fragen und Antworten zu Zink. https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/ausgewaehlte-fragen-und-antworten-zu-zink/, zuletzt abgerufen am 10.02.2026

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) (o. D.): Referenzwerte für Zink. https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/zink/, zuletzt abgerufen am 10.02.2026

NaturMed Praxis (o. D.): Zink-Supplementierung verkürzt Leidenszeit. https://www.naturmed-praxis.de/nachrichten/zink-supplementierung-verkuerzt-leidenszeit/, zuletzt abgerufen am 10.02.2026

Iqbal S et al. Zinc Fortification and Supplementation to Reduce Diarrhea in Children: A Literature Review. Diseases. 2025 Nov 20; 13 (11): 380. https://www.mdpi.com/2079-9721/13/11/380

 

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