Beim weit verbreiteten Knochenschwund im Alter – auch Osteoporose genannt – überwiegt der Abbau den Knochenaufbau deutlich. Die dadurch abnehmende Knochendichte steigert das Risiko für Knochenbrüche (Frakturen). Was viele nicht wissen: Ein zu hoher Homocystein-Spiegel kann den Knochenabbau ebenfalls beschleunigen.
Um die Knochengesundheit zu erhalten, ist neben einer ausreichenden Aufnahme von Calcium eine gute Versorgung mit den Vitaminen D und K notwendig. Auch B-Vitamine können starke Knochen unterstützen. Diese Vitalstoffe nehmen wir idealerweise über eine ausgewogene Ernährung auf – bei Bedarf können auch Mikronährstoffpräparate unterstützen.

Osteoporose: Wie kommt es zur Abnahme der Knochendichte?
Knochen sind keine statischen Gebilde: Knochenabbau und Knochenaufbau laufen fortwährend ab. Dabei erreichen Menschen zwischen dem späten Jugend- und frühen Erwachsenenalter – bis etwa 30 Jahren – die höchste Knochendichte (Peak Bone Mass); Frauen sogar früher als Männer.
Doch mit zunehmendem Alter verändern sich Körper und Knochenstoffwechsel: Der Abbau von Knochenmasse überwiegt. Ist der Knochenabbau stark beschleunigt, spricht man von Osteoporose. Betroffen davon sind vorwiegend Frauen nach der Menopause (der letzten Monatsblutung), aber auch viele Männer ab einem Alter von 50 Jahren. Das kann im Alltag schwerwiegende Folgen haben, da dadurch das Risiko für Knochenbrüche (Frakturen) steigt.
Was sind Osteoblasten und Osteoklasten?
Knochen bestehen aus einem Eiweißgerüst aus Kollagen, in das Mineralstoffe eingelagert sind. Je stärker die Mineralisation ist, desto höher ist die Knochendichte. Für die Stabilität ist allerdings auch die Knochenstruktur – also der dreidimensionale Aufbau aus sogenannten Knochenbälkchen – entscheidend.
Der Knochenstoffwechsel beruht auf zwei Arten von Zellen:
- Die knochenaufbauenden Zellen heißen Osteoblasten. Sie produzieren die Knochenmatrix aus Kollagen und sorgen für die Einlagerung von Mineralstoffen, insbesondere von Calcium und Magnesium.
- Ihre Gegenspieler sind die Osteoklasten, die Zellen für den Knochenabbau. Sie lösen die Mineralien aus den Knochen und zersetzen das Kollagen.
Beim Knochenschwund überwiegt die Aktivität der knochenabbauenden Zellen deutlich.
Welche Rolle spielen Mineralstoffe, Vitamin D & K2 für unsere Knochen?

Um der Entstehung von Osteoporose vorzubeugen, sollte bereits in jungen Jahren die Knochengesundheit aktiv unterstützt werden. Damit unsere Knochen gut mineralisiert werden können, müssen wir dabei unter anderem auf eine ausreichende Aufnahme wichtiger Mineralstoffe achten. Gute Lieferanten für
- Calcium sind Milch und Milchprodukte (außer Quark), grünes Gemüse wie Blattspinat, Broccoli und Grünkohl, Haselnüsse sowie calciumhaltige Mineralwässer (> 150 mg Calcium/Liter).
- Magnesium sind Mandeln, Sonnenblumen- und Kürbiskerne, Leinsamen und Sesam, aber auch Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse, Kakaopulver und Mineralwasser.
Doch was viele nicht wissen: Für gesunde Knochen spielen ebenso bestimmte Vitamine eine wichtige Rolle.
Zu ihnen zählen Vitamin D3 und Vitamin K2:
- D3 fördert die Aufnahme von Calcium im Darm.
- K2 sorgt für den Einbau von Calcium in die Knochen.
- Zudem können beide Vitalstoffe die Osteoblasten aktivieren und die Osteoklasten hemmen.
Vitamin K kann somit – zusammen mit Vitamin D – den Knochenumbau reduzieren, die Knochenfestigkeit erhöhen und so das Risiko für Knochenbrüche senken.
Versorgung mit Vitamin D und K
Unsere Haut kann bei ausreichender UV-Bestrahlung Vitamin D selbst bilden. Dafür ist die Sonnenstrahlung aber nur im Sommer intensiv genug, deshalb ist ein Vitamin-D-Mangel im Winter häufig. Generell ist eine Unterversorgung mit Vitamin D in Deutschland verbreitet – zumal mit zunehmendem Alter die Fähigkeit der Haut, das Sonnenhormon herzustellen, nachlässt.
Vitamin K können wir über die Nahrung aufnehmen. Doch während Vitamin K1 in grünen Pflanzen und Ölen wie Soja-, Raps- und Olivenöl zu finden ist, kann Vitamin K2 nur von Bakterien hergestellt werden. Wir nehmen es meist über fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut oder (Vollfett-)Käse und über tierische Produkte (Leber, Milch) – allerdings nur in kleinen Mengen – auf.
Studien belegen, dass Vitamin D und K gemeinsam die Knochengesundheit fördern. Bei einem Mangel kann daher die Einnahme von Mikronährstoffpräparaten sinnvoll sein, die beide Vitamine vereinen.
Wie können Folsäure, Vitamin B6 und B12 unsere Knochen unterstützen?
Für die Knochengesundheit benötigt der Körper unterschiedliche Mikronährstoffe. Dazu gehören auch die drei B-Vitamine Folsäure, Vitamin B6 und B12. Das Trio fördert Zellteilung, DNA-Synthese und so die Regeneration von Gewebe. Damit sind die Vitalstoffe für die Vermehrung der knochenaufbauenden Osteoblasten und die ständige Erneuerung der Knochensubstanz wichtig.
Insbesondere Vitamin B6 wird für die Kollagenbildung benötigt. Ein niedriger B6-Spiegel ging in Studien mit stärkeren Verlusten an Knochenmasse und mit erhöhten Hüftfrakturen einher. Die Aktivität der Osteoblasten scheint zudem von Vitamin B12 abhängig zu sein.
Info
Eine ausgewogene Ernährung kann helfen, unseren Bedarf an den drei B-Vitaminen zu decken:
- Folat finden wir insbesondere in grünem Gemüse wie Salat, Spinat und Brokkoli, aber auch in Hülsenfrüchten, Tomaten, Orangen, Kartoffeln, Weizenkeimen und Vollkornprodukten sowie in Nüssen und Eiern.
Gut zu wissen: Folsäure, die synthetische Form in Mikronährstoffpräparaten, ist stabiler als das natürliche Vitamin B9. Zudem kann unser Körper sie besser aufnehmen. - B6 ist in zahlreichen pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln zu finden. Es ist allerdings – genau wie Folat – wasserlöslich sowie licht- und hitzeempfindlich.
- B12 steckt natürlicherweise nur in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten.
Vegan lebende Menschen und Ältere weisen häufig einen Mangel auf.
Die drei Vitalstoffe können darüber hinaus das Homocystein im Blut gering halten, welches den Knochenabbau verstärkt.
Wie fördert Homocystein den Knochenabbau?
Homocystein – ein Abbauprodukt der lebensnotwendigen Aminosäure Methionin – wirkt in großer Menge als starkes Zellgift. Ein erhöhter Homocystein-Spiegel kann unsere Knochen schwächen, da die schwefelhaltige Aminosäure die Kollagenmatrix stört: Homocystein hemmt ein Enzym, welches für die Vernetzung der Kollagenfasern sorgt.
Zudem bremst es die Aktivität der Osteoblasten und aktiviert im Gegenzug die Osteoklasten. Dies verstärkt den Knochenabbau. Dadurch kann eine hohe Homocystein-Konzentration Knochenbrüche (Frakturen) begünstigen, wie zahlreiche Studien belegen.
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Bewegung und Krafttraining für starke Knochen
Die Knochengesundheit lässt sich nicht allein durch die Aufnahme wichtiger Nährstoffe positiv beeinflussen. Ebenso wichtig ist körperliche Aktivität. Denn werden Knochen durch gezielte Bewegung regelmäßig beansprucht, kommt es zu einem Knochenumbau (Remodeling): die Knochenstruktur – der dreidimensionale Aufbau – verbessert sich. Bei Belastung wird auch die Knochendichte erhöht. Beides zusammen fördert stabile Knochen. Eine Überlastung sollte allerdings vermieden werden, da sonst Frakturen drohen.
Wie neuere Erkenntnisse zeigen, sind insbesondere regelmäßiges Krafttraining und sogenannte Stoßbelastungen – beispielsweise durch Springen – dafür effektiver als reiner Ausdauersport. Für positive Effekte sollte mindestens zweimal pro Woche trainiert werden.
Zusammenfassung
Wenn der Abbau den Knochenaufbau deutlich überwiegt, sprechen Fachleute von Knochenschwund (Osteoporose). Sie betrifft vor allem viele Frauen nach der Menopause, aber auch Männer im fortgeschrittenen Alter. Knochenschwund erhöht das Risiko für Knochenbrüche (Frakturen).
Um das zu verhindern, ist es wichtig, bereits in jüngeren Jahren starke Knochen zu unterstützen: Calcium und Magnesium sorgen für eine gute Knochendichte, wenn gleichzeitig genügend Vitamin D3 und K2 aufgenommen werden, die für den Knochenstoffwechsel essenziell sind. Ein Vitamin-D-Mangel ist gerade im Winter jedoch häufig.
Daneben spielen auch Folsäure, Vitamin B6 und B12 eine wichtige Rolle für unsere Knochen, da sie gesunde Zellen fördern. Zudem kann das Trio erhöhte Homocystein-Werte senken. Liegt zu viel Homocystein vor, beschleunigt dies den Knochenabbau und erhöht ebenfalls das Risiko für Brüche.
Neben einer guten Versorgung mit Mikronährstoffen fördert ausreichende Bewegung eine gute Knochenstruktur. Dafür hat sich insbesondere Krafttraining als vorteilhaft erwiesen.
FAQs
Was ist Osteoporose?
Osteoporose (Knochenschwund) ist eine Erkrankung der Knochen, die überwiegend im Alter auftritt. Dabei überwiegt der Knochenabbau den Knochenaufbau deutlich und die Knochendichte nimmt stark ab. Das erhöht das Risiko für Knochenbrüche (Frakturen). Von Osteoporose sind vor allem Frauen nach der Menopause betroffen.
Welche Wirkung hat Homocystein auf die Knochen?
Ein erhöhter Homocystein-Spiegel hemmt knochenaufbauende Osteoblasten und aktiviert knochenabbauende Osteoklasten. Es befeuert also eine Osteoporose (Knochenschwund). Zudem stört diese zellgiftige Aminosäure die Kollagenmatrix. Erhöhtes Homocystein geht laut Studien mit einem größeren Risiko für Knochenbrüche (Frakturen) einher.
Wie kann man seine Knochen stärken?
Eine ausreichende Aufnahme von Calcium und Magnesium sowie der Vitamine D und K kann starke Knochen fördern. Folsäure, Vitamin B6 und B12 unterstützen die Erneuerung der Knochen. Zudem können sie einen erhöhten Homocystein-Spiegel senken, der zu einer Abnahme der Knochendichte führt und Knochenbrüche (Frakturen) begünstigt. Regelmäßige körperliche Belastung wie Krafttraining fördert eine gesunde Knochenstruktur und eine gute Knochendichte.
Wie helfen Vitamin D und K bei Osteoporose?
Vitamin D3 fördert die Calciumaufnahme im Darm, während Vitamin K2 für den Einbau von Calcium in die Knochen sorgt. So helfen die Vitalstoffe dabei, eine gesunde Knochendichte zu erhalten. Außerdem aktiviert Vitamin D – genauso wie Vitamin K – die knochenaufbauenden Osteoblasten und hemmt die knochenabbauenden Osteoklasten.
Sind Folsäure, Vitamin B6 und B12 gut für die Knochen?
Ja. Folsäure, Vitamin B6 und B12 fördern die Zellteilung und die Herstellung von DNA sowie die Regeneration von Gewebe. Das unterstützt die Erneuerung der Knochen. Zudem können sie – unterstützt durch Vitamin D – einen erhöhten Homocystein-Spiegel senken. Dieser geht mit einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche (Frakturen) einher.
Verzeichnis der Studien und Quellen
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) (10.09.2025): Folat.
https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/folat/, zuletzt abgerufen am 02.02.2026
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) (10.09.2025): Vitamin B6.
https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/vitamin-b6/, zuletzt abgerufen am 02.02.2026
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) (10.09.2025): Vitamin B12.
https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/vitamin-b12/, zuletzt abgerufen am 02.02.2026
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) (30.09.2025): Vitamin D.
https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/vitamin-d/, zuletzt abgerufen am 02.02.2026
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) (10.09.2025): Ausgewählte Fragen und Antworten zu Magnesium.
https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/ausgewaehlte-fragen-und-antworten-zu-magnesium/, zuletzt abgerufen am 02.02.2026
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) (10.09.2025): Calcium.
https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/calcium/, zuletzt abgerufen am 02.02.2026
Gesundheitsinformation.de (22.09.2021): Wie kann ich meinen Kalziumbedarf decken?
https://www.gesundheitsinformation.de/wie-kann-ich-meinen-kalziumbedarf-decken.html, zuletzt abgerufen am 02.02.2026
Leitlinienprogramm DVO (2025): Patientenleitlinie Osteoporose.
https://leitlinien.dv-osteologie.org/wp-content/uploads/2025/02/Patientenleitinie_Osteoporose_250120_interaktiv_Einzelseiten_fuer-Homepage.pdf, zuletzt abgerufen am 02.02.2026
Osteoporose Selbsthilfegruppen Dachverband e. V. (OSD) (o. D.): Knochendichte.
https://www.osd-ev.org/patienten/osteoporose-verstehen/knochendichte, zuletzt abgerufen am 02.02.2026
SWR (03.12.2025): Krafttraining – Pumpen für gesunde Knochen.
https://www.swr.de/leben/gesundheit/krafttraining-pumpen-fuer-gesunde-knochen-100.html, zuletzt abgerufen am 02.02.2026
The Royal Osteoporosis Society (o. D.): Vitamins, minerals and nutrients.
https://theros.org.uk/information-and-support/bone-health/nutrition-for-bones/vitamins-minerals-and-nutrients/vitamins, zuletzt abgerufen am 02.02.2026
Alkaissi A, McFarlane SI (2023): Hyperhomocysteinemia and Accelerated Aging: The Pathogenic Role of Increased Homocysteine in Atherosclerosis, Osteoporosis, and Neurodegeneration. Cureus, 15 (7), e42259.
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