Mit Mikronährstoffen Bluthochdruck natürlich senken

Wie Vitamine und Mineralstoffe einen gesunden Blutdruck aufrechterhalten

Bei Bluthochdruck (Hypertonie) schädigt der erhöhte Druck die Blutgefäße, was langfristig zur Arterienverkalkung führt. Bestimmte Mikronährstoffe wie Magnesium, Kalium und Vitamin D regulieren den Blutdruck und tragen damit zur Senkung bei. Oft können Blutdrucksenker dadurch niedriger dosiert werden. Zudem lässt sich das Risiko für weitere Gefäßschäden eindämmen. Erfahren Sie hier alles über Mikronährstoffmedizin und Bluthochdruck.

Grüner Apfel, Salat, Waage, sauberes Wasser, Maßband und Hantel liegend
Eine gesunde und ausgewogene Lebensweise, besteht aus gesunder Ernährung und ausreichender Bewegung. Das trägt dazu bei und ist wichtig, um den Blutdruck dauerhaft zu normalisieren. Bild: Wand_Prapan/iStock

Ursachen und Symptome

Der Blutdruck ist der Druck, den das Blut auf die Gefäße ausübt. Bei Bluthochdruck (Hypertonie) ist dieser Druck zu hoch. Es gibt viele mögliche Ursachen, zum Beispiel Übergewicht, Alkohol, Rauchen, Stress und Bewegungsmangel. Zudem kann Bluthochdruck in der Schwangerschaft auftreten.

Um den Blutdruck anzugeben, gibt es zwei Werte: Den systolischen und den diastolischen Wert. Ein gesunder Blutdruck liegt bei 120 zu 80 Millimeter Quecksilbersäule (mm Hg).

Äußere Anzeichen gibt es kaum. Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Unruhe sind möglich. Bluthochdruck bleibt oft unentdeckt – und gerade deshalb ist er so gefährlich. Besonders wenn weitere Risikofaktoren wie erhöhtes Cholesterin und Diabetes dazukommen, schädigt er das Gefäßsystem. Folgen sind Arteriosklerose oder Schlaganfall und Herzerkrankungen wie die koronare Herzkrankheit und Herzschwäche. Zudem schädigt ein erhöhter Blutdruck langfristig die Nieren, Augen oder das Gehirn.

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Info

Hypertonie ist häufig. Nach Angaben der Deutschen Hochdruckliga haben drei von vier Menschen zu hohe Blutdruckwerte. Die deutsche Hochdruckliga ist eine gemeinnützig tätige wissenschaftliche Fachgesellschaft. Im Austausch mit Medizinern und Ärzten beschäftigt sie sich intensiv mit dem Thema Blutdruck. Ziel ist es unter anderem, durch eine bessere Aufklärung der Menschen gegen Bluthochdruck zu kämpfen.

Ziele der Behandlung

Wie wird Bluthochdruck klassisch behandelt?

Ziel ist es, den Blutdruck dauerhaft zu normalisieren. Ärzte raten unbedingt zu einer Änderung des Lebensstils: Bei Übergewicht ist eine Gewichtsreduktion sinnvoll und das Rauchen sowie der Alkoholkonsum sollten eingestellt werden. Regelmäßige Bewegung wirkt sich ebenfalls günstig aus. Lässt sich der Blutdruck so nicht senken, verordnen Ärzte Medikamente:

Entwässerungsmedikamente (Diuretika) kurbeln die Ausscheidung von überschüssigem Wasser in den Nieren an. Dadurch nimmt die Menge an Blutflüssigkeit ab und der Druck sinkt. Ein typischer Arzneistoff bei Bluthochdruck ist Hydrochlorothiazid (HCT), zum Beispiel Disalunil®.

Betablocker blockieren Andockstellen im Herzen für blutdrucksteigernde Botenstoffe, zum Beispiel für Stresshormone. Erkennen können Sie Betablocker immer an der Endung „olol“, zum Beispiel Bisoprolol (Concor®) und Metoprolol (Beloc®).

ACE-Hemmer verhindern die Bildung des Hochdruckhormons Angiotensin II. Es sorgt normalerweise dafür, dass sich die Blutgefäße eng stellen und der Druck in den Gefäßen steigt. Zu diesen Blutdruckmitteln gehören zum Beispiel Ramipril (Delix®), Captopril (Cor tensobon®) oder Enalapril (Xanef®). Alle Wirkstoffe enden auf „pril“.

Angiotensin-Rezeptorblocker blockieren die Andockstellen für das blutdrucksteigernde Hormon Angiotensin II. Sie werden als Sartane bezeichnet. Sie erkennen sie an der Endung „sartan“, zum Beispiel Candesartan (Candecor®), Losartan (Lorzaar®) oder Valsartan (Diovan®).

Calciumantagonisten stellen die Blutgefäße weit und sorgen so dafür, dass mehr Platz für das Blut da ist. Dadurch sinkt der Druck. Beispielwirkstoffe sind Amlodipin (Norvasc®), Nimodipin (Nimotop®) und Verapamil (Isoptin®).

Info

Mehr Informationen zur Behandlung von Hypertonie können den Leitlinien der Deutschen Hochdruckliga entnommen werden. Diese berücksichtigen die neuesten Ergebnisse der Forschung zur erfolgreichen Senkung des Blutdrucks.

 

Ziele der Mikronährstoffmedizin

Mikronährstoffe können den Blutdruck natürlich senken. Dafür ist eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung wichtig: Vitamine und Mineralstoffe unterstützen die Weitstellung der Blutgefäße und verbessern die Fließfähigkeit des Blutes. Dadurch lässt sich der Einsatz von Blutdrucksenkern hinauszögern, die Dosierung reduzieren oder sogar das Medikament ganz absetzen.

Zusätzlich kann durch ausgewählte Mikronährstoffe das Risiko für Folgeerkrankungen verringert werden. Antioxidanzien tragen dazu bei, die Gefäße vor weiteren Schäden zu schützen. Meistens empfehlen Mikronährstoffmediziner ein Multipräparat, das mehrere Antioxidanzien enthält.

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Behandlung mit Mikronährstoffen

Magnesium gegen Bluthochdruck

Wirkweise

Rote Blutkörperchen in der Vene
Magnesium verbessert die Dehnbarkeit der Blutgefäße und wirkt sich positiv auf den Blutdruck aus. Bild: PhonlamaiPhoto/iStock

Magnesium reguliert die Muskelspannung im Körper. Es sorgt dafür, dass sich die Gefäßmuskulatur entspannt und die Dehnbarkeit der Blutgefäße verbessert. Dies hat Auswirkungen auf den Blutdruck.

Eine Metastudie zeigt: Die Steigerung der Magnesiumzufuhr um täglich 100 Milligramm senkt das Bluthochdruckrisiko um 5 Prozent. In einer Metastudie werden mehrere hochwertige Studien betrachtet, um verlässliche Aussagen zu treffen.

Zudem verringert Magnesium nachweislich einen bereits erhöhten Blutdruck.

Dosierung und Einnahmeempfehlung

Die Ansprechrate auf Magnesium kann unter Patienten sehr unterschiedlich sein: Durchschnittlich 400 Milligramm Magnesium am Tag senkten den systolischen Wert um bis zu 4 Millimeter Quecksilbersäule und den diastolischen Wert um bis zu 3. In einer anderen Studie führten 370 Milligramm dagegen zu einer geringeren Blutdrucksenkung.

Die empfohlene Dosierung für einen gesunden Blutdruck liegt meist zwischen 400 und 700 Milligramm am Tag. Die regelmäßige hoch dosierte Magnesiumeinnahme (mehr als 300 Milligramm) sollte idealerweise in Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

Tipp

Magnesium gibt es als Verbindung mit Taurin, sogenanntes Magnesiumtaurat. Taurin reguliert den Herzschlag und wirkt ebenfalls blutdrucksenkend.

Laboruntersuchung

Bei Bluthochdruck ist es sinnvoll, den Magnesiumwert im Blut überprüfen zu lassen. Magnesium liegt hauptsächlich in den Zellen vor: Rote Blutzellen enthalten dreimal so viel Magnesium wie die Blutflüssigkeit (Blutserum). Daher ist es immer besser, wenn Ihr Arzt Magnesium im Vollblut bestimmt – es enthält die roten Blutzellen

Magnesium: zu beachten bei Medikamenteneinnahme und Erkrankungen

Magnesium kann die Wirkung einiger Medikamente herabsetzen, da es sich mit ihnen verbindet und sie so unwirksam macht. Hierzu zählen Antibiotika, vor allem sogenannte Gyrasehemmer und Tetrazykline, und Medikamente bei Osteoporose (Bisphosphonate).

  • Gyrasehemmer: Ciprofloxacin (zum Beispiel Ciloxan®, Ciprobay®), Enoxacin (zum Beispiel Enoxor®), Levofloxacin (zum Beispiel Tavanic®), Moxifloxacin (zum Beispiel Avalox®), Norfloxacin (zum Beispiel Bactracid®, Norfluxx®) und Ofloxacin (zum Beispiel Floxal®, Tarivid®)
  • Tetrazykline: Tetracyclin (zum Beispiel Achromycin®, Supramycin®, Tefilin®), Doxycyclin (zum Beispiel Supracyclin®, Vibramycin®), Minocyclin (zum Beispiel Aknosan®, Skinocyclin®)
  • Bisphosphonate: Alendronat (zum Beispiel Fosamax®, Tevanate®), Clodronat (zum Beispiel Bonefos®), Etidronat (zum Beispiel Didronel®), Ibandronat (Bondronat®), Pamidronat (Aredia®), Risedronat (Actonel®) und Tiludronat (Skelid®)

Werden diese Medikamente eingenommen, sollte Magnesium mit einem Abstand von mindestens zwei Stunden von den Medikamenten zu sich genommen werden.

Bei chronischen Nierenerkrankungen sollte Magnesium nicht zusätzlich über Mineralstoffpräparate eingenommen werden. Geschwächte Nieren können überschüssiges Magnesium nicht gut ausscheiden. Das Magnesium aus Mineralstoffpräparaten würde sich daher im Blut anreichern.

Expertenwissen

Normale Magnesiumspiegel im Vollblut liegen zwischen 1,38 und 1,50 Millimol pro Liter (mmol/l).

Taurin für einen gesunden Herzschlag

Wirkweise

Taurin ist ein Abbauprodukt von Aminosäuren, das im Stoffwechsel entsteht oder über Lebensmittel in den Körper gelangt. Zell- und Tierstudien zeigen, dass Taurin die Schlagkraft des Herzens unterstützt und den richtigen Herzrhythmus im Gleichgewicht hält.

Forscher schreiben Taurin eine blutdrucksenkende Wirkung zu: In einer Studie mit einem Scheinmedikament verringerten täglich 1.600 Milligramm Taurin den Blutdruck um durchschnittlich 7,2 (systolischer Wert) und 4,7 Millimeter Quecksilbersäule (diastolischer Wert). Eine Studie mit einem Scheinmedikament ist in der Forschung ein guter Hinweis für die Wirksamkeit. Allerdings hatte die Studie mit 120 Probanden eine geringe Teilnehmerzahl. Größere Studien stehen noch aus.

Dosierung und Einnahmeempfehlung

Mikronährstoffmediziner empfehlen zur Blutdrucksenkung 1.500 bis 4.000 Milligramm Taurin am Tag, oft in Kombination mit Magnesium. Verteilen Sie die Gesamtmenge am besten auf mehrere Portionen über den Tag.

Bei Dosierungen über 2.000 Milligramm kann es selten zu Magenverstimmungen wie Übelkeit und Durchfall kommen oder zu Müdigkeit. Weitere Beschwerden treten meist auf, wenn Taurin in Form von Energydrinks eingenommen wird, die unter anderem auch Koffein enthalten. Dann kann es zum Anstieg von Puls und Blutdruck kommen. Wahrscheinlich ist dies jedoch auf das enthaltene Koffein zurückzuführen, da Koffein stimulierend wirkt. Taurin aus Energydrinks wird daher nicht zur Behandlung von Bluthochdruck empfohlen.

Taurin: zu beachten in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Erkrankungen

Da es keine ausreichenden Informationen zur Wirkung von Taurin in der Schwangerschaft und Stillzeit gibt, sollten Frauen in dieser Zeit vorsichtshalber auf Taurinpräparate verzichten.

Bei Menschen mit Nierenerkrankungen ist die Steuerung des Taurinspiegels im Blut gestört. Taurin wird normalerweise über die Nieren ausgeschieden. Ihr Arzt sollte die Einnahme von Taurin deshalb kritisch abwägen, wenn Sie geschwächte Nieren haben.

Taurin senkt möglicherweise den Blutzucker. Dies zeigen Tierstudien. Diabetiker sollten daher zur Sicherheit bei einer Taurineinnahme den Blutzuckerspiegel engmaschiger kontrollieren. Dann kann im Fall einer Unterzuckerung eventuell die Dosis von Diabetesmedikamenten oder von Taurin angepasst werden.

Epileptiker sollten zur Sicherheit die Einnahme von Taurin mit dem Arzt absprechen. Taurin wirkte in Tierstudien sowohl krampflösend als auch krampfsteigernd. Die krampfsteigernde Wirkung wird möglicherweise über die durch Taurin ausgelöste Blutzuckersenkung (Hypoglykämie) verursacht. Ein solcher Effekt wurde in Studien an Menschen allerdings nicht gefunden, mit Ausnahme von Taurin-haltigen Energydrinks: Ein hoher Konsum von Energydrinks löste bei Epileptikern Krämpfe aus. Unklar ist, ob dies allein an Taurin liegt oder ob die Kombination mit Koffein und/oder Alkohol ausschlaggebend war.

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Omega 3-Fettsäuren lassen das Blut besser fließen

Wirkweise

Querschnitt einer Arterie
Omega-3-Fettsäuren verlangsamen die Entstehung von Gefäßablagerungen und verringern somit die Wahrscheinlichkeit für Folgeerkrankungen. Bild: 7activestudio/iStock

 

Omega-3-Fettsäuren sind an der Weitstellung der Blutgefäße beteiligt und können so den Blutdruck senken. Besonders wichtig sind Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). Eine hochwertige Metastudie über 70 Studien zeigt: Fettsäuren wie EPA und DHA verringerten den systolischen Druck um durchschnittlich 4,51 und den diastolischen um 3,05 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg). Allerdings sind sich Forscher noch nicht einig, ob die Fettsäuren jedem Hochdruckpatienten gleich gut helfen.

Zudem verringern Omega-3-Fettsäuren die Wahrscheinlichkeit für Folgeerkrankungen: Sie verlangsamen die Entstehung von Gefäßablagerungen und stabilisieren sie. Ist der Gehalt an gesundheitsfördernden Fettsäuren im Blut hoch (Omega-3-Index von mindestens 8 Prozent), ist auch die Wahrscheinlichkeit, durch einen Herzinfarkt zu sterben, um 30 Prozent geringer.

Dosierung und Einnahmeempfehlung

Die Amerikanische Herzgesellschaft empfiehlt pro Woche mindestens zwei Portionen fettreichen Fisch. Ist das nicht möglich, rät sie, mit dem Arzt geeignete Omega-3-Präparate auszuwählen. Sinnvoll sind zwischen 1.500 und 2.500 Milligramm am Tag, mit einem möglichst hohen Anteil an EPA.

Alle Fettsäuren sollten zum Essen eingenommen werden: Zusammen mit Fett aus der Mahlzeit gelangen sie besser aus dem Darm in das Blut.


Tipp

Besonders bei Fischöl ist es wichtig, auf eine gute Qualität zu achten: Hochwertige Präparate unterlaufen verschiedene Reinigungsprozesse, damit Schadstoffe und andere unerwünschte Rückstände entfernt werden. Alles über Omega-3-Fettsäuren erfahren Sie hier.

Blutuntersuchung: der Omega-3-Index

Blut in einer Ampulle
Bluttests sind bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wichtig, da sich dabei unter anderem der Anteil der Omega-3-Fettsäuren messen lässt. Bild: Cassis/iStock

Der Omega-3-Index gibt Aufschluss darüber, wie gut die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren ist. Die Blutuntersuchung ist gerade bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinnvoll. Dabei wird der Anteil der Omega-3-Fettsäuren in den roten Blutzellen gemessen und in Prozent ausgerechnet.

Expertenwissen

Liegt der Omega-3-Index über 8 Prozent, ist die Versorgung sehr gut. Bei einem Index von unter 4 Prozent ist man dagegen schlecht versorgt.

Omega-3-Fettsäuren: zu beachten bei Einnahme von Blutverdünnern, bei Erkrankungen und vor Operationen

Mann, der einen Bluttest macht
Durch einen Bluttest können verschiedene Werte festgestellt werden. Besonders vor Operationen ist es wichtig, die Einnahme von Blutverdünnern mit einem Arzt zu besprechen. Bild: Mike Watson Images/moodboard

Omega-3-Fettsäuren wirken blutverdünnend und können deshalb ab einer Dosierung von 1.000 Milligramm die Wirkung von Blutverdünnern verstärken. Besprechen Sie die Einnahme mit Ihrem Arzt: Wenn nötig, kann er die Blutgerinnungszeit (Quick-Wert) kontrollieren und die Medikamentendosis anpassen.

Zu den Blutverdünnern zählen Cumarine (wie Marcumar®), Warfarin (Coumadin®), Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin®), Heparin (Clexane®) und neue orale Antikoagulanzien wie Apixaban (Eliquis®), Dabigatran (Pradaxa®), Edoxaban (Lixiana®) und Rivaroxaban (Xarelto®).

Bei plötzlich auftretenden Lebererkrankungen, einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung oder einer Gallenblasenentzündung sollten Omega-3-Fettsäuren nicht eingenommen werden. Auch wenn Sie eine Blutgerinnungsstörung haben, sollten Sie die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren in jedem Fall zuvor mit dem Arzt abklären.

Steht eine Operation an, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob das Absetzen der Omega-3-Fettsäuren nötig ist.

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Vitamin-D-Mangel steigert das Bluthochdruckrisiko

Wirkweise

Vitamin D hemmt die Bildung des Blutdruckhormons Renin, das an der Druckerhöhung beteiligt ist. Zudem greift Vitamin D in den Calciumstoffwechsel der Gefäßzellen ein: Es verringert die muskelanspannende Wirkung von Calcium und ist so indirekt an der Weitstellung der Gefäße beteiligt.

Ein Mangel kann das Risiko für Bluthochdruck bei Frauen um das Dreifache erhöhen und bei Männern sogar um das Sechsfache. Dies zeigen zwei große Beobachtungsstudien. Ob Vitamin D allerdings bei allen Betroffenen den Blutdruck senkt, wird derzeit noch erforscht: Erste medizinische Studien zeigen einen positiven Effekt, wenn die Probanden zuvor einen Vitamin-D-Mangel hatten.

Dosierung und Einnahmeempfehlung

Die Dosierung richtet sich nach den Vitamin-D-Werten im Blut. Alles über die richtige Dosierung erfahren Sie hier. Ist der Vitamin-D-Spiegel nicht bekannt, können zwischen 2.000 und 4.000 Internationale Einheiten am Tag sinnvoll sein, um hohen Blutdruckwerten entgegenzuwirken.

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin. Das bedeutet, dass der Darm es nur zusammen mit Fett richtig aufnehmen kann. Nehmen Sie Vitamin D daher immer zum Essen ein.


Vitamin-D-Mangel erkennen

Da Hochdruckpatienten häufig einen Vitamin-D-Mangel haben, empfiehlt es sich, den Vitamin-D-Spiegel im Blut bestimmen zu lassen. Im Labor wird eine Vitamin-D-Form bestimmt, die im Blut zirkuliert – das 25-(OH)-Vitamin D.

Expertenwissen

Optimalerweise sollten die Vitamin-D-Werte zwischen 40 und 60 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) liegen – oder zwischen 100 und 150 Nanomol pro Liter (nmol/l).

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Vitamin D: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Personen mit Nierenerkrankungen sollten Vitamin D nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt einnehmen: Nierenpatienten haben einen gestörten Mineralstoffhaushalt. Sie haben manchmal zu hohe Calciumspiegel. Da Vitamin D die Calciumaufnahme im Darm fördert, können die Calciumspiegel im Blut zu stark ansteigen. Auch Personen mit Nierensteinen (calciumhaltige Steine) müssen aufpassen.

Bei der entzündlichen Bindegewebserkrankung Sarkoidose (Morbus Boeck) sollte Vitamin D nicht eingenommen werden: Auch Sarkoidose-Patienten haben häufig hohe Calciumspiegel im Blut, die unter Vitamin-D-Zufuhr weiter steigen könnten.

Entwässerungsmedikamente (Diuretika) aus der Gruppe der Thiazide mit den Wirkstoffen Hydrochlorothiazid (Esidrix®), Xipamid (Aquaphor®) und Indapamid (Natrilix®) senken die Ausscheidung von Calcium über die Nieren – der Calciumspiegel im Blut ist erhöht. Da auch Vitamin D den Calciumspiegel hochtreibt, darf Vitamin D zusammen mit Thiaziden nur eingenommen werden, wenn der Calciumspiegel regelmäßig überprüft wird.

Arginin verbessert die Gefäßfunktion

Wirkweise

Die Aminosäure Arginin ist die Ausgangssubstanz des Botenstoffs Stickstoffmonoxid (NO). Stickstoffmonoxid stellt die Blutgefäße weit, sodass das Blut in den Gefäßen mehr Platz hat.

Eine Auswertung verschiedener Metastudien ergab: Arginin kann bei Hochdruckpatienten den systolischen Wert zwischen 2,2 und 5,4 senken und den diastolischen Wert zwischen 2,7 und 3,1 Millimeter Quecksilbersäule.

Dosierung und Einnahmeempfehlung

Mikronährstoffmediziner empfehlen täglich zwischen 2.000 und 6.000 Milligramm Arginin. Nehmen Sie die Gesamtmenge über den Tag verteilt ein und idealerweise zwischen den Mahlzeiten: So wird Arginin am besten im Darm aufgenommen.

Ab 6.000 bis 9.000 Milligramm Arginin pro Tag können Magen-Darm-Beschwerden auftreten, wie Durchfall und Übelkeit.

Argininwerte im Blut bestimmen

Bei hohen Blutdruckwerten ist es sinnvoll, die Blutwerte von Arginin durch den Arzt bestimmen zu lassen. Zudem gibt es den ADMA-Test. ADMA (Asymmetrisches Dimethylarginin) ist eine körpereigene Substanz, die die Bildung des gefäßerweiternden Botenstoffs Stickstoffmonoxid aus Arginin hemmt. Ist ADMA zu hoch, kann dies mit Bluthochdruck und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergehen. Das richtige Gleichgewicht zwischen ADMA und Arginin lässt sich durch Arginin-Einnahme wiederherstellen.

Expertenwissen

Ein Mangel liegt bei Plasmawerten unter 100 Mikromol pro Liter (µmol/l) vor. Arginin-Blutwerte zwischen 100 und 300 Mikromol pro Liter führten Studien zufolge zu einer Entspannung der Blutgefäße durch den Botenstoff Stickstoffmonoxid (NO). Das ideale Verhältnis zwischen ADMA und Arginin sollte zwischen 50:1 und 100:1 liegen.

Arginin: zu beachten bei Einnahme in der Schwangerschaft, bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Zur Einnahme von Arginin in der Schwangerschaft liegen keine ausreichenden Daten vor. Zwar zeigen erste Studien einen günstigen Effekt von Arginin zur Vorbeugung einer Schwangerschaftsvergiftung (Prä-Eklampsie), von einer Einnahme ohne ärztliche Aufsicht ist allerdings abzuraten.

Herpes-Viren benötigen Arginin für ihre Vermehrung. Deshalb sollte Arginin nicht bei wiederkehrenden Herpes-Infektionen zusätzlich eingenommen werden. Es kann ruhende Viren aktivieren und eine Infektion auslösen.

Wenn Sie Medikamente nehmen, die – wie Arginin – den gefäßerweiternden Botenstoff Stickstoffmonoxid freisetzen (NO-Donatoren), sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Es kann eine Anpassung der Dosierung notwendig sein. Dazu gehören Nitrate (Mono Mack®, Ismo®), Molsidomin (Corvaton®, Molsibeta®) und Nitroprussid (Nipruss®).

Das Potenzmittel Sildenafil (Viagra®) sollte nicht zusammen mit Arginin eingenommen werden.

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Kaliummangel verursacht Hypertonie

Wirkweise

Kalium ist an der Regulation des Blutdrucks beteiligt. Ein Mangel führt zu Bluthochdruck. Zudem benötigen Hochdruckpatienten meist mehr Kalium als Gesunde.

In mehreren Studien zeigte sich eine Senkung eines bereits erhöhten Blutdrucks durch Kalium: Die Gesamtzufuhr von 3.500 und 4.600 Milligramm am Tag reduziert bei Erwachsenen den systolischen Wert um rund 3,49 und den diastolischen um 1,96 Millimeter Quecksilbersäule.

Dosierung und Einnahmeempfehlung

Mikronährstoff-Mediziner empfehlen pro Tag zwischen 2.000 und 3.000 Milligramm in Abhängigkeit von den Kaliumwerten im Blut. Nehmen Sie Kalium über den Tag verteilt ein. Dabei sollten Sie eine Einzeldosis von 500 Milligramm Kalium nicht überschreiten. Die Einnahme zu den Mahlzeiten verbessert die Verträglichkeit für den Magen.

Möchten Sie Kalium einnehmen, besprechen Sie dies am besten mit Ihrem Arzt: Liegt kein Mangel vor, kann es zu einem Kaliumüberschuss kommen. Folgen sind zum Beispiel Herzrhythmusstörungen.

Lassen Sie Ihre Kaliumwerte im Blut überprüfen

Bei Bluthochdruck sollte der Kaliumwert im Blut überprüft werden, damit ein möglicher Mangel ausgeglichen werden kann. Der Normwert für Kalium liegt bei 3,6 bis 4,8 Millimol pro Liter (mmol/l) Blutserum.

Kalium: zu beachten bei Nierenschwäche und der Einnahme von Blutdruck- und Entwässerungsmedikamenten

Da Kalium über die Nieren ausgeschieden wird, kann es bei geschwächten Nieren zu einer Ansammlung von Kalium im Körper kommen. Je nach Schweregrad der Nierenschwäche sollte eine Kaliumzufuhr von 1.500 bis 2.000 Milligramm pro Tag nicht überschritten werden. Patienten mit Nierenschwäche dürfen Kaliumpräparate daher nur nach Rücksprache mit dem Arzt und nach Laborkontrolle einnehmen.

Blutdrucksenker wie ACE-Hemmer mit Wirkstoffen wie Ramipril (zum Beispiel RamiLich®) und Lisinopril (zum Beispiel LisiLich®) können die Kaliumausscheidung über die Nieren senken. In Verbindung mit einer Kaliumeinnahme kann es zu einer Überversorgung (Hyperkaliämie) kommen. Gleiches gilt für AT1-Blocker, zu deren Wirkstoffen unter anderem Amlodipin (zum Beispiel Norvasc®) und Candesartan (zum Beispiel Atacand® oder Blopresid®) zählen. Wer Blutdrucksenker nimmt, sollte daher auf keinen Fall zusätzliche Kaliumpräparate einnehmen.

Auch wenn Sie Herzglykoside (Digacin® oder Lanicor®) oder kaliumsparende Diuretika (wie Diaphal®, Diursan®) einnehmen, sollten Sie auf Präparate mit Kalium verzichten. Kalium kann die Wirkung von Herzglykosiden abschwächen. Bei kaliumsparenden Diuretika droht ein Kaliumüberschuss.

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Gestörte Darmflora bei Bluthochdruck? Wie Probiotika helfen können

Wirkweise

Darm mit Bakterienflora
Probiotika können krankmachende Bakterien aus dem Darm verdrängen und eine gestöre Darmflora wieder normalisieren. Bild: newannyart/iStock/Thinkstock

Wissenschaftler entdeckten in den letzten Jahren neue Zusammenhänge zwischen dem Darm und verschiedenen Erkrankungen, so auch bei Erkrankungen von Herz und Kreislauf: Eine gestörte Darmflora könnte mit Bluthochdruck in Verbindung stehen.

Nützliche Bakterien (Probiotika) sind in der Lage, eine gestörte Darmflora zu normalisieren: Sie verdrängen krankmachende Bakterien aus dem Darm. Die genauen Wirkmechanismen, wie sie den Bluthochdruck verringern, sind allerdings noch nicht klar.

Expertenwissen

Es zeigte sich, dass Probiotika bioaktive Eiweißbestandteile bilden, die das „Angiotensin Converting Enzyme“ hemmen. Dadurch wirken sie vermutlich als körpereigener ACE-Hemmer. Zudem gibt es Hinweise, dass die durch Fermentation entstandenen kurzkettigen Fettsäuren den Blutdruck ebenfalls regulieren.

Probiotika konnten den Blutdruck um durchschnittlich 3,56 (systolischer Wert) und um 2,38 Millimeter Quecksilbersäule (diastolischer Wert) senken. Insgesamt war die Blutdrucksenkung am größten, wenn die Studienteilnehmer einen hohen Ausgangsblutdruck hatten (über 135 zu 85 Millimeter Quecksilbersäule). Dies zeigt eine erste hochwertige Metastudie über neun Studien mit mehr als 500 Probanden.

Dosierung und Einnahmeempfehlung

Laut Studien sind mindestens 1 Milliarde (109) Keime am Tag nötig, besser mehr: Mit 100 Milliarden (1011) konnte der stärkste Effekt beobachtet werden.

Ärzte raten zu einem Multispezies-Präparat mit verschiedenen Bifidobakterien und Laktobazillen: Die Reduktion des Blutdrucks war größer, wenn unterschiedliche Bakterienstämme enthalten waren statt eines einzigen Bakterienstammes.

Info

Zusammen ist die Überlebensfähigkeit der nützlichen Bakterien im Darm größer (Teamarbeit). Sie überleben die Darmpassage besser und können sich besser im Darm ansiedeln. Zudem bilden unterschiedliche Bakterien unterschiedliche Stoffwechselprodukte, die den anderen Bakterien wiederum nutzen können.

Probiotika: zu beachten bei Erkrankungen

Einige probiotische Bakterien bilden möglicherweise Histamin im Darm. Dazu gehören: Lactobacillus casei, Lactobacillus delbrueckii ssp. bulgaricus, Lactobacillus reuteri, Lactococcus lactis und Enterococcus faecium. Daher kann eine Probiotikaeinnahme bei einer Histaminintoleranz Beschwerden hervorrufen.

Sehr geschwächte Patienten mit unterdrücktem Immunsystem, Personen mit zentralen Venenzugängen (zum Beispiel bei Chemotherapie), Herzklappenerkrankungen und Kurzdarmsyndrom sollten keine Probiotika bekommen.

Antioxidanzien: die Radikalfänger in den Gefäßen

Wirkweise

Antioxidanzien fangen freie Radikale ab und schützen dadurch die Blutgefäße vor weiteren Schäden. Wichtig sind zum Beispiel Vitamin A, Vitamin E und Vitamin C oder die Mineralstoffe Selen und Zink. Auch Coenzym Q10 zählt zu den Antioxidanzien.

Zudem können Coenzym Q10 und Vitamin C direkt zur Blutdrucksenkung beitragen: Vitamin C steigert die Verfügbarkeit des gefäßerweiternden Botenstoffs Stickstoffmonoxid, während Coenzym Q10 die Bildung des Botenstoffs anregt.

Dosierung und Einnahmeempfehlung

Mikronährstoffmediziner empfehlen ein möglichst breites Spektrum verschiedener Antioxidanzien: Sie setzen an unterschiedlichen Punkten im Körper an und werden untereinander benötigt, damit sie sich wieder regenerieren, nachdem sie ein freies Radikal unschädlich gemacht haben. In Studien waren zur Blutdrucksenkung 500 Milligramm Vitamin C und 200 Milligramm Coenzym Q10 wirksam.

Am besten werden Antioxidanzien im Darm aufgenommen, wenn Sie sie zusammen mit einer Mahlzeit einnehmen.

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Coenzym Q10 und Vitamin C: zu beachten bei Medikamenteneinnahme und Erkrankungen

Coenzym Q10 kann die Wirkung von bestimmten Blutgerinnungshemmern herabsetzen. Hierzu zählen sogenannte Cumarine mit den Medikamentenwirkstoffen Phenprocoumon (zum Beispiel Marcumar®, Falithrom® und Marcuphen®) und Warfarin (Coumadin®). Diese Wechselwirkung wurde bereits für Dosierungen zwischen 30 und 100 Milligramm Coenzym Q10 beobachtet. Deshalb sollte die Einnahme mit dem Arzt abgesprochen werden. Der Arzt kann den sogenannten Quick-Wert (Prothrombinzeit) im Blut kontrollieren und beurteilen, ob man Coenzym Q10 einnehmen kann.

Vitamin C setzte im Tierversuch die Wirkung des Blutkrebs-Medikaments Bortezomib (zum Beispiel Velcade®) herab. Es sollte deshalb während einer solchen Therapie nur nach Absprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden.

Da Vitamin C die Eisenaufnahme verbessert, sollten Menschen mit krankhafter Eisenüberladung (Hämochromatose) Vitamin C nur unter ärztlicher Aufsicht einnehmen.

Vitamin B6, Vitamin B12 und Folsäure bei Bluthochdruck

Wirkweise

B-Vitamine benötigt der Körper für den Abbau von Homocystein. Homocystein ist ein natürliches Stoffwechselprodukt, das allerdings bei zu hohen Konzentrationen im Blut die Blutgefäße schädigt. Hohe Homocysteinwerte können Erkrankungen von Herz und Kreislauf begünstigen, zum Beispiel einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt. Zu den homocysteinabbauenden Vitaminen gehören Vitamin B6, B12 und Folsäure.

Zwischen Folsäure und Blutdruck gibt es auch einen direkten Zusammenhang, wie eine große Beobachtungsstudie zeigt: Bei den Probanden mit einer höheren Folsäurezufuhr war auch das Bluthochdruckrisiko geringer.

Ein Mangel an Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 sollte in jedem Fall ausgeglichen sein, nicht nur, um Bluthochdruck zu vermeiden.

Dosierung und Einnahmeempfehlung

Zur Senkung erhöhter Homocysteinwerte sind 5 bis 15 Milligramm Vitamin B6, 400 bis 600 Mikrogramm Folsäure und 250 bis 500 Mikrogramm Vitamin B12 wirksam. B-Vitamine können in Form eines Multimikronährstoffpräparats ideal mit gefäßschützenden Antioxidanzien kombiniert werden.

Tipp

Folsäure als aktive Form: Die Hälfte aller Menschen kann aufgrund einer Genveränderung Folsäure schlechter in die vom Körper benötigte aktive Form umwandeln. Achten Sie daher auf Folsäure als aktive Form, sogenanntes 5-Methyltetrahydrofolat (5-MTHF).

B-Vitamine können in Form eines Multimikronährstoffpräparats ideal mit gefäßschützenden Antioxidanzien kombiniert werden. 

Info

Wie sich die Einnahme von B-Vitaminen auf die möglichen Folgen hoher Homocysteinwerte, wie Schlaganfall und Herzinfarkt, auswirkt, muss noch weiter erforscht werden. Erste positive Studienergebnisse zu diesem Thema liegen bereits vor.

Homocystein im Blut überprüfen lassen

Um weitere Gefäßschäden zu vermeiden, sollten die Homocysteinwerte im Blut überprüft werden. Homocystein wird im Blutplasma bestimmt, dem flüssigen Teil des Blutes ohne Blutzellen. Normale Werte im Blutplasma liegen unter 10 Mikromol pro Liter.

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B-Vitamine: zu beachten bei Schwangerschaft, Stillzeit, Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Die Vitamine B2, B6 und B12 sollten in der Schwangerschaft und Stillzeit nur bei einem nachgewiesenen Mangel und nach Absprache mit dem behandelnden Frauenarzt in hoher Dosierung eingenommen werden.

Diabetiker mit Nierenschaden und Nierenpatienten müssen besonders umsichtig sein: Vitamin B12 sollten Nierenpatienten nicht in Form von Cyanocobalamin, sondern als Methylcobalamin einsetzen. Cyanocobalamin ist für Nierenpatienten vermutlich hoch dosiert schädlich.

Nach dem Setzen von Gefäßstützen (Stents) und nach einem Herzinfarkt ist die Gabe kombinierter B-Vitamine noch nicht ausreichend erforscht. Möglicherweise wirken B-Vitamine hier negativ. Hohe Dosen an Vitamin B12 (60 bis 400 Mikrogramm pro Tag) sollten dann vermieden werden.

Vitamin B6 kann in hoher Dosierung (über 5 Milligramm pro Tag) die Wirkung von Antiepileptika (Phenobarbital (Luminal®) und Phenytoin (Phenhydan®, Zentropil®)) und Parkinsonmittel (wie Levodopa (L-Dopa)) abschwächen. Daher sollten diese Wirkstoffe nicht zusammen mit hoch dosiertem Vitamin B6 eingenommen werden.

Dosierungen auf einen Blick

Mikronährstoffempfehlung bei Bluthochdruck pro Tag

Vitamine
Vitamin D2.000 bis 4.000 Internationale Einheiten (IE)
Vitamin C500 Milligramm (mg)
Vitamin B65 bis 15 Milligramm (mg)
Vitamin B12250 bis 500 Mikrogramm (µg) am Tag
Folsäue (als direkt verwertbare Form)400 bis 600 Mikrogramm am Tag
Mineralstoffe
Magnesium400 bis 700 Milligramm
Kalium2.000 bis 5.000 Milligramm
Sonstige Nährstoffe
Taurin1.500 bis 4.000 Milligramm
Omega-3-Fettsäuren1.500 bis 2.500 Milligramm (möglichst hoher EPA-Anteil)
Argininzwischen 2.000 und 6.000 Milligramm
Coenzym Q10200 Milligramm
Bifidobakterien und Laktobazillenmindestens 1 Milliarde (109) Keime

Sinnvolle Laboruntersuchungen auf einen Blick

Sinnvolle Blutuntersuchungen bei Bluthochdruck

 Normalwerte
Magnesium1,38 bis 1,50 Millimol pro Liter (mmol/l)
Vitamin D40 bis 60 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml)
Arginin
Verhältnis ADMA:Arginin
zwischen 100 und 300 Mirkomol pro Liter (µmol/l)
zwischen 50:1 und 100:1
Kalium3,6 bis 4,8 Millimol pro Liter
Homocysteinunter 10 Mikromol pro Liter
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Unterstützung von Medikamenten mit Mikronährstoffen

ACE-Hemmer binden Zink

ACE-Hemmer mit den Wirkstoffen Captopril (Cor Tensobon®) oder Enalapril (Xanef®) binden im Körper Zink und sorgen dafür, dass es vermehrt ausgeschieden wird. Nehmen Sie über Jahre hinweg ACE-Hemmer ein, kann es zu einem Zinkmangel kommen. Deshalb ist die Ergänzung von 10 bis 20 Milligramm Zink am Tag sinnvoll. Allerdings sollten Sie nicht beides zeitgleich einnehmen, damit Zink nicht bereits im Magen gebunden wird.

Info

Ein Zinkmangel äußert sich unter anderem durch Symptome wie Müdigkeit, Haarausfall und einer beeinträchtigten Wundheilung.

 

Betablocker und Angiotensin-Rezeptorblocker verursachen Mängel

Betablocker wie Metoprolol (zum Beispiel Beloc®, Lopresor®) stören Coenzym-Q10-abhängige Enzyme in den Kraftwerken der Zellen, den Mitochondrien. Mikronährstoffmediziner empfehlen deshalb zusätzlich mindestens 100 Milligramm Coenzym Q10, um die Energieversorgung des Herzmuskels sicherzustellen.

Angiotensin-Rezeptorblocker (Sartane) wie Losartan (Lorzaar®) steigern die Ausscheidung von Zink. Gerade bei einer Langzeittherapie mit diesen Medikamenten kann es deshalb zu einem Zinkmangel kommen. Mikronährstoffmediziner empfehlen, pro Tag 10 bis 20 Milligramm Zink zu ergänzen.

Entwässerungsmedikamente schwemmen Mikronährstoffe aus

Die typischerweise bei Bluthochdruck verordneten Entwässerungsmedikamente mit dem Wirkstoff Hydrochlorothiazid (HCT) schwemmen nicht nur überschüssiges Wasser aus, sondern auch Vitamine und Mineralstoffe. Dazu zählen B-Vitamine sowie die Mineralstoffe Zink, Magnesium und Kalium. Mikronährstoffmediziner empfehlen täglich:

  • 200 bis 400 Mikrogramm Folsäure
  • 5 bis 15 Milligramm Vitamin B6
  • 100 bis 200 Mikrogramm Vitamin B12
  • 10 bis 20 Milligramm Zink
  • 200 bis 400 Milligramm Magnesium

Beispielmedikamente sind Disalunil® oder Esidrix®. Zudem gibt es viele Kombinationspräparate; Sie erkennen sie an dem Zusatz „HTC“.

Dosierungen auf einen Blick

Mikronährstoffempfehlung bei Einnahme von

ACE-Hemmern
Zink10 bis 20 Milligramm (mg)
Betablockern
Coenzym Q10mindestens 100 Milligramm
Angiotensin-Rezeptorblockern
Zink10 bis 20 milligramm
Enwässerungsmedikamenten
Folsäure200 bis 400 Mikrogramm (µg)
Vitamin B65 bis 15 Milligramm
Vitamin B12100 bis 200 Mikrogramm
Zink10 bis 20 Milligramm
Magnesium200 bis 400 Milligramm
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Zusammenfassung

Blutdruckmessung beim Arzt
Es gibt viele Faktoren, die den Blutdruck beeinflussen. Bestimmte Nährstoffe können dazu beitragen, den Bluthochdruck zu regulieren und zu senken. Bild: DragonImages/iStock

Mithilfe der Mikronährstoffmedizin lässt sich der Blutdruck senken − auf ganz natürliche Weise: Die Nährstoffe Magnesium, Taurin, Kalium, Arginin sowie Omega-3-Fettsäuren regulieren die Anspannung der Gefäßmuskulatur und tragen dadurch zur Weitstellung der Blutgefäße bei. So hat das Blut in den Gefäßen mehr Platz und der Blutdruck sinkt. Vitamin D regelt dagegen die Bildung des Blutdruckhormons Renin – ein Vitamin-D-Mangel erhöht deshalb die Wahrscheinlichkeit für Bluthochdruck. Zudem diskutieren Wissenschaftler, ob eine gestörte Darmflora an der Entstehung eines erhöhten Blutdrucks beteiligt ist. Durch Antioxidanzien und B-Vitamine lassen sich weitere Gefäßschäden vorbeugen. Ob sie auch den Blutdruck verringern, werden weitere Untersuchungen zeigen.

Blutdruckmedikamente können den Mikronährstoffhaushalt stören: ACE-Hemmer und Angiotensin-Rezeptorblocker binden Zink und scheiden es aus. Da auch Entwässerungsmedikamente Mikronährstoffe ausschwemmen, ist ein Mangel nicht selten. Deshalb empfehlen Mikronährstoffmediziner begleitend Zink, Magnesium, Coenzym Q10 oder B-Vitamine.

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Verzeichnis der Studien und Quellen

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