Ginkgo biloba fördert die Durchblutung kleinster Gefäße

Wie wirkt Ginkgo im Körper und bei welchen Krankheiten hilft er?

Ginkgo  fördert die Durchblutung kleinster Gefäße – davon kann nicht nur das Gehirn profitieren. Erfahren Sie, bei welchen Erkrankungen Ginkgo helfen kann, wie er die Mikrozirkulation begünstigt und dadurch Alterserscheinungen entgegenwirkt, Ohrgeräusche lindert und Konzentrationsstörungen bessern kann.

Ginkgo Blätter, Kapseln und Pulver in einer Schale
Ginkgo biloba unterstützt das Gehirn und kann unter anderem bei Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen und Tinnitus helfen. Bild: Teamarbeit/iStock/Getty Images Plus

Wichtige sekundäre Pflanzenstoffe in Ginkgo

Die Blätter des Ginkgos, oder genauer Ginkgo biloba, enthalten viele sekundäre Pflanzenstoffe mit pharmakologischer Wirkung: Von besonderer Bedeutung sind die Flavonoide, Ginkgolide sowie Bilobalid. Diese Inhaltsstoffe schützen den Baum vor Stress durch Licht und Hitze, aber auch vor Insektenfraß. Im Körper wirken die Substanzen zusammen und haben zellschützende Wirkungen.

Ginkgo zählt zu den besterforschten Heilpflanzen in der Pflanzenheilkunde. Dementsprechend häufig wird er in Europa angewendet. Der gereinigte Ginkgo-Extrakt wird aus den getrockneten Blättern des Ginkgobaumes hergestellt.

Flavonoide: Die Blätter des Ginkgobaumes enthalten etwa 20 verschiedene Flavonoide. Diese gelb gefärbten Verbindungen wirken entzündungshemmend und schützen den Körper vor freien Radikalen. Die wichtigsten sind Kämpferol, Quercetin und Isorhamnetin.

Bilobalid und Ginkgolide: Diese komplizierten Verbindungen werden aus einfachen Terpen-Bausteinen aufgebaut. Die Ginkgolide A, B und C bestehen aus vier Grundbausteinen, Bilobalid aus drei. Ginkgolide machen das Blut dünnflüssiger, Bilobalid erweitert die Adern. Zusammen verbessern sie die Durchblutung und schützen die Nervenzellen.

Ginkgolsäuren:  Die Ginkgolsäuren aus den Blättern sind giftig, allergen und gelten als bedenklich. Darüber hinaus stehen sie im Verdacht, die Entstehung von Tumoren zu fördern. Deshalb wird der Gehalt an Ginkolsäuren in pharmazeutischen Präparaten verringert. Wie Sie ein gutes Ginkgopräparat erkennen, erfahren Sie hier.


Aufnahme und Funktionen im Körper

Ginkgo: Aufnahme und Speicherung

Geringe Mengen der Flavonoide werden im Dünndarm aufgenommen, der Hauptteil jedoch im Dickdarm. Anschließend werden sie in der Leber verstoffwechselt. Auch einige Ginkgolide und Bilobalid werden gut in den Körper aufgenommen. Die Schätzwerte liegen zwischen 70 bis 90 Prozent.

Flavonoide werden kaum gespeichert und rasch über die Galle und den Urin ausgeschieden. Die Ginkgolide und Bilobalid sinken ebenfalls bereits nach zwei Stunden auf die Hälfte der Ausgangswertes und wirken daher nur vorübergehend.

Welche Wirkung hat Ginkgo biloba?

Illustration von Nervenzellen
Ginkgo biloba unterstützt das Gehirn und somit die Konzentration und Merkfähigkeit. Bild: Rost-9D/iStock/Getty Images Plus

Für die Wirkung von Ginkgo biloba-Extrakt ist das Zusammenspiel von Flavonoiden, Bilobalid und Ginkgoliden verantwortlich:

Zellschutz: Flavonoide wirken antioxidativ und schützen so die Umhüllungen der Zellen (Zellmembranen) vor freien Radikalen. Bilobalid und die Ginkgolide können Zellen zudem vor dem Zelltod bewahren und neue Zellen zum Wachstum anregen. Im Tierversuch schützt Ginkgo vor Zelltod durch Sauerstoffmangel im Infarktgebiet.

Gedächtnis: Die sekundären Pflanzenstoffe unterstützen die Funktion bestimmter Botenstoffe im Gehirn, die für die Merkfähigkeit und das Lernen wichtig sind.

Durchblutung und Gefäßschutz: Die in Ginkgo-biloba-Extrakt enthaltenen Flavonoide und Terpene (Ginkgolide und Bilobalid) hemmen die Blutgerinnung und verbessern die Fließeigenschaften des Blutes. Sie senken die Verklumpung von Blutplättchen (Thrombozyten), indem sie den Plättchenaktivierenden Faktor (kurz PAF) hemmen. Das schützt vor Blutplättchen-Verklumpungen und Entzündungen in den Gefäßen. Ginkgo biloba fördert die Durchblutung kleinster Gefäße, insbesondere im Gehirn. Zellen und Nerven können dadurch besser mit Nährstoffen versorgt werden.

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Einsatz bei Krankheiten

Kann Ginkgo-biloba-Extrakt Alzheimer-Demenz stoppen?

Inhaltsstoffe des Ginkgos verbessern die Blutversorgung des Gehirns. Sie stabilisieren die Zellkraftwerke (Mitochondrien) und erhöhen damit die Energieleistung im Gehirn. Zudem scheint Ginkgo einige Botenstoffe im Gehirn zu erhöhen. Somit wird die Nervenleitung angeregt. Ginkgo reduziert die Bildung von nervenschädigenden Ablagerungen und damit den Stress, der auf die Nervenzellen einwirkt. Zudem verringert er das Absterben von Nervenzellen und unterstützt deren Neubildung sowie Vernetzung. Diese Erkenntnisse lieferten Zellkulturversuche. Damit könnte Ginkgo Alzheimer und Demenz vorbeugen.

Sicher belegen lässt sich die Wirkung gegen Demenz nach aktueller Studienlage nicht, denn die Ergebnisse sind teils widersprüchlich. Einige Studien weisen darauf hin, dass Ginkgo-biloba-Extrakt im Frühstadium von Alzheimer Gedächtnisstörungen positiv beeinflusst, andere nicht.

Insgesamt zieht man aber eine eher positive Bilanz: Einige Eigenschaften hat die Kommission für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) anerkannt, wie etwa eine erhöhte Wachsamkeit älterer Menschen und die bessere Durchblutung. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) anerkennt bei älteren Menschen eine Verbesserung bei den „Aktivitäten des täglichen Lebens“. Es gebe ferner Hinweise darauf, dass Ginkgo die geistigen Fähigkeiten steigere und die Lebensqualität älterer Menschen verbessere.

Erfolgversprechend ist laut Studien bei leichten Formen von Alzheimer eine Einnahme des Extrakts über mindestens acht Wochen in einer Tagesdosis von 240 Milligramm (zweimal täglich 120 Milligramm oder einmal täglich 240 Milligramm). Sollten sich nach dieser Zeit die Symptome nicht bessern, muss ärztlich überprüft werden, ob eine weitere Einnahme gerechtfertigt ist, so die EMA.


Tipp

Mit der Einnahme von Ginkgo-biloba-Extrakt sollten Sie beginnen, wenn Sie erste Anzeichen von Gedächtnisverlust bemerken. Ist eine Demenz bereits diagnostiziert, lässt sich die ursprüngliche Gedächtnisleistung nicht mehr wiederherstellen.

Ginkgo-biloba-Extrakt bei Konzentrationsstörungen

Da die Inhaltsstoffe des Ginkgos Energieleistung und Vernetzung im Gehirn positiv beeinflussen, vermuten Forscher, dass Ginkgo auch bei Konzentrationsmangel helfen kann.

Noch ist die Studienlage nicht eindeutig geklärt: Sind Lernfähigkeit, Konzentration und Gedächtnis kurzfristig stark gefordert, etwa für ein Examen, so profitieren jüngere, gesunde Menschen nicht von der Wirkung des Ginkgos. Anders verhält es sich bei älteren Menschen: Studien legen nahe, dass über 60-Jährige ihre Denkleistung steigern können. Dass Ginkgo ein gesundes Gehirn zum Superhirn macht, stimmt also (leider) nicht.

Bei Kindern mit Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) kann sich Ginkgo biloba positiv auswirken: In einer Studie mit 20 Kindern wurde Ginkgo-biloba-Extrakt als Alternative zu einer medikamentösen Behandlung mit Methylphenidat (Ritalin) untersucht. Die tägliche Maximaldosis betrug 240 Milligramm über drei bis fünf Wochen. Im Durchschnitt besserten sich die ADHS-Symptome Erregbarkeit, Frustrationstoleranz und Stimmung. Für verlässliche Schlussfolgerungen sind weitere Nachweise nötig, jedoch deutet sich hier eine mögliche alternative Behandlungsform von ADHS an.

In Studien werden bei Kindern unter 30 Kilogramm Körpergewicht Dosierungen von 80 Milligramm pro Tag und bei Kindern über 30 Kilogramm 120 Milligramm Ginkgo-Extrakt eingesetzt.

Ginkgo-biloba-Extrakt hilft bei Durchblutungsstörungen

Rentner sitzt auf einer Mauer draußen und lehnt sich auf seinen Gehstock
Ginkgo wird auch bei Durchblutungsstörungen in den Beinen eingesetzt werden. Es kann das schmerzfreie Gehen verlängern. Bild: Zinkevych/iStock/Getty Images Plus

Durchblutungsstörungen des Gehirns können Schwindel verursachen. Die  Einnahme von Ginkgo zeigte in Studien gute Effekte, da der Pflanzenextrakt die Fließeigenschaften des Blutes bis in die kleinsten Gefäße fördern kann. Bilobalid fördert die Durchblutung, indem es den blutgefäßerweiternden Botenstoff Stickstoffmonoxid (NO) freisetzt.

In einer Studie mit 45 Teilnehmern erhielten 22 zusätzlich zu einem Bewegungsprogramm zur Therapie von Schwindel ein Scheinmedikament und 23 einen Ginkgo-biloba-Extrakt. Bei den Teilnehmern der Ginkgo-Gruppe ließ der Schwindel signifikant schneller nach.

Ginkgo ist nicht nur für die Durchblutung des Gehirns interessant: Auch sein Einsatz bei Durchblutungsstörungen in den Beinen wird diskutiert, vor allem bei der Schaufensterkrankheit (arterielle Verschlusskrankheit): Studien belegen, dass Ginkgo-Extrakt bei diesem Venenleiden die schmerzfreie Gehstrecke verlängern kann.

Die Menge von Ginkgo-biloba-Extrakt bei Durchblutungsstörungen sollte mindestens 120 Milligramm betragen. Besprechen Sie die genaue Dosierung mit Ihrem Arzt.

Ginkgo-biloba-Extrakt mindert Ohrgeräusche bei leichtem Tinnitus

Nachweislich verbessert der Extrakt des Ginkgo biloba das Hörbild bei Tinnitus: Ginkgo fördert die Durchblutung in den kleinsten Gefäßen, zum Beispiel im Innenohr. Dadurch erreicht mehr Sauerstoff die Nervenzellen, sie können sich schneller von ihren Schäden erholen.

Eine Überblicksarbeit von acht hochwertigen Studien spricht für den Einsatz von Ginkgo-biloba-Extrakt: Die Lautstärke sowie der allgemeine Schweregrad des Tinnitus nahmen ab. Die Einnahme von Ginkgo biloba kann Ohrgeräusche vermindern und so die Lebensqualität deutlich steigern. Untersucht wurden Dosierungen von 120 bis 240 Milligramm Ginkgo pro Tag für die Dauer von vier bis 26 Wochen.

Bei störenden Ohrgeräuschen sollte die Tagesdosis 150 bis 240 Milligramm erreichen.

Ginkgo-biloba-Extrakt verzögert ein Fortschreiten des Grünen Stars

Arzt macht mit einem Patienten einen Augentest
Das Ginkgo-Extrakt kann das Fortschreiten des Grünen Stars verzögern, da es die Durchblutung der Netzhaut fördert. Bild: monkeybusinessimages/iStock/Getty Images Plus

Wer täglich 120 bis 160 Milligramm Ginkgo-Extrakt einnimmt, kann bei Grünem Star (Glaukom) das Fortschreiten der Augenerkrankungen verlangsamen, das heißt, die Einschränkung des Sehfeldes hinauszögern. Dieser Effekt beruht auf der antioxidativen Wirkung, der gefäßerweiternden Eigenschaft und der verbesserten Durchblutung der kleinsten Blutgefäße der Netzhaut.

In einer hochwertigen Studie erhielten 27 Glaukom-Patienten mit beidseitiger Einschränkung des Sehfeldes dreimal täglich 40 Milligramm Ginkgo-Extrakt über vier Wochen. Nach dieser Behandlung machte sich eine signifikante Verbesserung des Sehfeldes bemerkbar.

Ginkgo-biloba-Extrakt bei Krankheiten: Dosierungen auf einen Blick

Dosierungsempfehlung von Ginkgo-biloba-Extrakt am Tag in Milligramm (mg)

Demenz vom Typ Alzheimer

240

Durchblutungsstörungen

120 bis 240

Grüner Star (Glaukom)

120 bis 240

Konzentrationsstörungen

120 bis 160

Tinnitus

150 bis 300

 

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Einnahmeempfehlung

Wann und wie sollte Ginkgo-biloba-Extrakt eingenommen werden?

Darreichungsformen der Ginkgo-biloba-Extrakte sind Tabletten, Dragees, Kapseln, Tropfen oder Tinkturen. Zudem gibt es Teezubereitungen, wovon allerdings abgeraten wird: Ginkgo-Tees haben einen sehr unterschiedlichen Wirkstoffgehalt. Zudem können die schädlichen Ginkgolsäuren die empfohlene Höchstmenge schnell überschreiten – teilweise sogar bis zu 900-fach. Daher sollte man keinen Tee, sondern immer Präparate mit gereinigten Extrakten verwenden.

Präparate mit einer genau definierten Dosierung erleichtern außerdem die Anwendung, weil die Menge des Wirkstoffs pro Kapsel oder Tablette angegeben ist. Die Dosierung beträgt im Normalfall 120 bis 160 Milligramm täglich, verteilt auf zwei bis drei Einzeldosen. Sie kann aber auch bei 240 Milligramm liegen – höher dosiert allerdings nur in Rücksprache mit einem Mikronährstoffexperten.

Da es einige Wochen dauern kann, bis sich die erwünschte Wirkung einstellt, sollte sich die Anwendung auf mindestens acht Wochen erstrecken. Zu den Mahlzeiten eingenommen, sind die Präparate besser verträglich.

Woran Sie ein gutes Ginkgo-biloba-Produkt erkennen

Wissenschaftlerin hält Glas mit gelber Flüssigkeit hoch
Am besten eignen sich Ginkgo-Extrakte anstatt in Pulverform, da in diesen die Wirkstoffe standardisiert vorliegen. Bild: spediter/iStock/Getty Images Plus

Gute Ginkgopräparate sollten eine genau festgelegte Menge der Wirkstoffe haben, damit sie weder über- noch unterdosiert werden. Am besten eignen sich Extrakte: Bei ihnen liegen die Wirkstoffe konzentriert und standardisiert vor. Pulver enthalten geringere und schwankende Mengen der Wirkstoffe.

Hinsichtlich der Sicherheit und Qualität von Ginkgopräparaten gibt es große Unterschiede: Zu hohe Konzentration von Ginkgolsäuren sind gesundheitsgefährdend und dürfen in hochwertigen Produkten nur unter 0,0005 Prozent enthalten sein. Fragen Sie im Zweifelsfall nach dem Ginkgolsäure-Gehalt.

Da der Extrakt aus den Blättern gewonnen wird, besteht zudem das Risiko chemischer oder mikrobiologischer Verunreinigungen. Suchen Sie sich deshalb einen Hersteller, der seine Präparate auf Verunreinigungen untersuchen lässt und bestimmte Qualitätsstandards bei der Produktion einhält, wie International Featured Standards Food (IFS Food)  oder Good Manufacturing Practice (GMP).

Hochwertige Präparate enthalten keine Zusätze wie Farb- und Aromastoffe oder technische Hilfsstoffe. Substanzen, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen, sollten ebenfalls nicht in guten Präparaten zu finden sein.


Überdosierung, Wechselwirkungen und Hinweise bei Krankheiten

Ist eine Überdosierung mit Ginkgo-biloba-Extrakt möglich?

Die tägliche Ginkgo-Dosis sollte 240 Milligramm nicht überschreiten, damit keine Wechselwirkungen mit anderen synthetischen Arzneistoffen stattfinden. Bei der Einnahme von Ginkgo-biloba-Extrakt können in seltenen Fällen leichte Magen-Darm-Beschwerden auftreten, wie Bauchschmerzen.

Schwangere und Stillende sollten Ginkgo-biloba-Extrakt zur Vorsicht nicht einnehmen, die Datenlage ist unzureichend. Bei Kindern und Jugendlichen liegen erste Ergebnisse vor, der Extrakt muss aber noch umfangreicher untersucht werden. Ginkgo-biloba-Extrakt sollte deshalb nur in Rücksprache mit dem Kinderarzt eingesetzt werden.

Die in den Ginkgo-Extrakten enthaltenen Ginkgolsäuren stellen eine mögliche Gefahr für die Gesundheit dar. Bei einer Überdosierung könnten sie starke Allergien auslösen und zellschädigend wirken.

Bei hochdosierter Einnahme über 240 Milligramm Ginkgo-Extrakt besteht die Gefahr, dass die Wirkung verschiedener Medikamente beeinflusst wird. Einige Beispiele:

Ginkgo-biloba-Extrakt kann Blutverdünner verstärken

Wechselwirkungen mit Blutverdünnern, den sogenannten Antikoagulanzien, sind aufgrund der durchblutungsfördernden Eigenschaften des Ginkgos grundsätzlich möglich. Die blutverdünnende Wirkung von Medikamenten mit Wirkstoffen wie Phenprocoumon (Marcumar®), Warfarin (Coumadin®), Clopidogrel (Plavix®), Acetylsalicylsäure (Aspirin®) und andere nichtsteroidale Antirheumatika kann sich bei gleichzeitiger Einnahme von Ginkgo-Extrakten verstärken.

Ginkgo-biloba-Extrakt: Schmerz- und Beruhigungsmittel wirken stärker

Da Ginkgo-biloba-Extrakt über die Leber verstoffwechselt wird, sollte er nicht zusammen mit den Wirkstoffen Ibuprofen (Neuralgin®), Diazepam (Valium®), Diclofenac (Voltaren®) eingenommen werden. Auch sie werden in der Leber verarbeitet. Dies kann die Wirkungen und Nebenwirkungen der Medikamente verstärken.

Vorsicht bei Medikamenten gegen psychische Erkrankungen und bei Antibiotika

Ginkgo sollte bei bekannten Krampfleiden (Epilepsie) nicht angewandt werden. Ebenso sollte der Extrakt nicht mit Antibiotika, Antidepressiva oder Immunsuppressiva kombiniert werden.

Vorsicht bei Operationen oder Blutgerinnungsstörungen:

Ist eine Operation oder eine Zahnbehandlung geplant, sollten Sie Ginkgo-biloba-Extrakt nicht einnehmen. Der Pflanzenextrakt wirkt blutverdünnend und erhöht die Blutungsneigung bei Wunden.

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Zusammenfassung

Der Extrakt aus Ginkgo biloba wird in der Mikronährstoffmedizin bei Vergesslichkeit, Konzentrationsschwäche, Ohrgeräuschen und Schwindel, Venenleiden und Grünem Star angewendet. Ginkgo verbessert bei älteren Menschen die Bewältigung des Alltags; das ist offiziell anerkannt. Auch beim Tinnitus gibt es gute Belege für eine Wirksamkeit. Verantwortlich für die Wirkung sind die in Ginkgo biloba enthaltenen Flavonoide, Bilobalid sowie die Ginkgolide. Diese fördern die Durchblutung kleinster Gefäße, erhöhen die Gedächtnisleistung und schützen die Zellen vor freien Radikalen.

Die tägliche Ginkgo-Dosis sollte 240 Milligramm nicht überschreiten, um mögliche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln zu vermeiden. Da Ginkgo-Extrakte blutverdünnend wirken, sollten sie nicht vor geplanten Operationen eingenommen werden. Auch bei Epilepsie, während der Einnahme von Antibiotika, Antidepressiva und Immunsuppressiva sowie in der Schwangerschaft sollte auf Ginkgo-biloba-Extrake verzichtet werden.

Gute Ginkgopräparate sollten am besten als Extrakt eingenommen werden und sehr wenige Ginkgolsäuren (unter 0,0005 Prozent) enthalten. Qualitätsstandards wie IFS Food oder GMP weisen auf sichere Produkte hin.

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Verzeichnis der Studien und Quellen

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