N-Acetylcystein: der zuverlässige Schleimlöser bei Husten

Wie N-Acetylcystein Atemwegserkrankungen lindert und krankmachende Bakterien hemmt

N-Acetylcystein (NAC) ist ein Stoff, der sich von der Aminosäure Cystein ableitet. Es wird bei verschiedenen Atemwegserkrankungen zur Schleimlösung eingesetzt. Zudem ist NAC ein wirksames Gegengift bei einer Vergiftung mit Paracetamol. Informieren Sie sich, bei welchen Erkrankungen NAC helfen kann, wie es richtig angewendet wird und was bei der Einnahme zu beachten ist.

Eigenschaften

N-Acetylcystein (NAC) ist eine schwefelhaltige Verbindung. Sie leitet sich von der Aminosäure Cystein ab. N-Acetylcystein ist wasserlöslich und riecht nach Schwefel. Es wird vom Körper selbst nicht hergestellt. Der Körper kann N-Acetylcystein aber im Stoffwechsel verwenden – zum Beispiel, um Schleim in der Lunge zu lockern. N-Acetylcystein wird daher bei Verschleimungen eingesetzt.

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Aufnahme und Funktionen im Körper

Aufnahme und Verteilung von N-Acetylcystein im Körper

N-Acetylcystein gelangt über den Darm in das Blut und anschließend in die Leber. Dort wird das „Acetyl“ abgespalten. Es entsteht die Aminosäure Cystein. Insgesamt wird N-Acetylcystein sehr schnell verstoffwechselt: Die Menge im Blut ist ein bis zwei Stunden nach der Einnahme am höchsten.

Über den Stoffwechsel von N-Acetylcystein ist aber noch wenig bekannt. Man weiß bisher zum Beispiel nicht, ob es die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann und in das Gehirn gelangt. Die Ausscheidung von N-Acetylcystein erfolgt über die Nieren.

Welche Funktionen hat N-Acetylcystein im Körper?

N-Acetylcystein hat im Körper viele Wirkungen. Die wichtigsten sind:

Schleimlösung: N-Acetylcystein spaltet Schwefelbrücken zwischen Eiweißen, die den Schleim normalerweise fest machen. Durch die Spaltung dieser Brücken macht N-Acetylcystein den Schleim flüssiger. So kann er leichter abgehustet werden.

Antibakteriell: Die Lunge bildet bei Infektionen Schleim. Zusätzlich geben Bakterien klebrige Substanzen ab, die den Schleim verfestigen. Es entsteht ein Biofilm. Das Immunsystem kann die Bakterien im Biofilm nur schwer erreichen. N-Acetylcystein lockert diese Schleimschicht und bewirkt, dass Bakterien besser anzugreifen sind.

Zellschutz: N-Acetylcystein schützt die Zellen vor Schäden durch freie Radikale. Es wirkt dabei sowohl direkt antioxidativ als auch indirekt – denn es dient als Vorstufe des körpereigenen Antioxidans Glutathion.

Entzündungshemmung: N-Acetylcystein hat antientzündliche Eigenschaften – insbesondere bei oxidativem Stress in der Lunge. Oxidativer Stress entsteht durch Rauchen oder bei Lungenerkrankungen.

Energie- und Sauerstoffversorgung: N-Acetylcystein kann möglicherweise die Energieproduktion in den Zellkraftwerken (Mitochondrien) erhöhen. Es trägt vermutlich auch zu einer verbesserten Durchblutung bei und steigert die Sauerstoffversorgung.

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Einsatz bei Atemwegserkrankungen und anderen Krankheiten

N-Acetylcystein: zuverlässig gegen Husten bei Bronchitis und Erkältung

N-Acetylcystein zersetzt zähflüssigen Schleim in der Lunge: Es löst verklumpte Eiweiße im Schleim der Bronchien auf. Dadurch kann der Schleim bei einer Bronchitis oder Erkältung leichter abgehustet werden. Eine Übersichtsarbeit zeigt, dass N-Acetylcystein bei Kindern helfen kann, die Symptome einer Atemwegsinfektion zu lindern – dazu gehörte Husten. Auch eine andere Auswertung der Studien liefert vielversprechende Hinweise: N-Acetylcystein könnte das Risiko für Komplikationen bei einer chronischen Bronchitis und Nasennebenhöhlenentzündung senken.

N-Acetylcystein wird zur Behandlung von Schleimhusten in offiziellen Leitlinien erwähnt. Allerdings ist die Wirksamkeit nicht abschließend bewiesen: N-Acetylcystein war in Vorstudien sehr wirksam, große hochwertige Studien fehlen allerdings. Wegen der guten Verträglichkeit ist N-Acetylcystein bei Husten mit Auswurf jedoch einen Versuch wert. Bei akuter und chronischer Bronchitis können 600 bis 1.500 Milligramm N-Acetylcystein pro Tag eingenommen werden, bei einer Erkältung 200 bis 400 Milligramm.

Info

N-Acetylcystein wird nur bei Verschleimungen eingesetzt. Bei trocknem Husten oder Reizhusten hat N-Acetylcystein keine Wirkung.

N-Acetylcystein kann die Symptome bei COPD lindern

Bei einer chronisch-obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) sind die Atemwege verengt. COPD ist durch oxidativen Stress sowie Entzündungen gekennzeichnet. Die Erkrankung führt zu Atemnot und Schleimhusten. Bei COPD erleichtert N-Acetylcystein das Abhusten von Schleim, schützt vor oxidativem Stress und lindert Entzündungen.

Forscher schlussfolgerten durch eine Auswertung von 32 teils hochwertigen Studien: N-Acetylcystein kann einer Verschlimmerung der COPD entgegenwirken. Voraussetzung ist, dass N-Acetylcystein länger als sechs Monate eingenommen wird. Auf die Lungenfunktion hatte N-Acetylcystein aber keinen direkten Einfluss. Neben der Dauer der Einnahme scheint auch die Schwere der Erkrankung eine Rolle zu spielen: Teils hochwertige Studien zeigen, dass Patienten mit leichter bis mittelschwerer COPD den größten Nutzen haben. Ist die Erkrankung stark fortgeschritten, hat N-Acetylcystein vermutlich keinen Nutzen mehr.

Expertenwissen

Möglicherweise ist die Wirksamkeit auch abhängig von einer genetisch bedingten Aktivität eines Enzyms (Epoxidhydrolase). Arbeitet das Enzym zu langsam, können freie Radikale in der Lunge schlechter unschädlich gemacht werden. Patienten mit dieser genetischen Eigenart profitierten vermutlich am meisten von N-Acetylcystein.

Die Einnahme von N-Acetylcystein bei COPD wird in den Behandlungsleitlinien erwähnt. In Rücksprache mit dem Arzt können täglich 1.200 Milligramm N-Acetylcystein hilfreich sein.

Hilft N-Acetylcystein bei Mukoviszidose?

Bei Mukoviszidose bilden die Drüsen zähflüssige Sekrete. Es kommt zu Störungen der Organfunktion – vor allem der Lunge. Auch oxidativer Stress und Entzündungen sind Kennzeichnen. Durch die schleimlösende, entzündungshemmende und antioxidative Wirkung könnte N-Acetylcystein bei Mukoviszidose helfen.

N-Acetylcystein könnte die Lungenfunktion bei Mukoviszidose verbessern. Dies zeigt eine ältere Auswertung der Studien: Die Menge der ausgeatmeten Luft pro Sekunde steigerte sich leicht. Diese Ergebnisse stimmen auch mit neuen Studien überein: In einer hochwertigen Studie blieb die Lungenfunktion 24 Wochen lang stabil oder nahm sogar leicht zu. Mit einem Scheinmedikament verringerte sich die Lungenfunktion dagegen.

N-Acetylcystein kann außerdem oxidativen Stress reduzieren: Die Menge an antioxidativem Vitamin C im Blut nahm zu, während das verbrauchte Vitamin C abnahm. Auch der Gehalt am körpereigenen Antioxidans Glutathion nahm durch N-Acetylcystein zu. Dies zeigen eine kleine hochwertige Studie sowie zwei Vorstudien.

Die Studien sind vielversprechend. Es fehlen aber noch große hochwertige Studien, welche die Wirksamkeit belegen. Pro Tag können Erwachsene bei Mukoviszidose in Rücksprache mit dem Arzt 600 bis 2.800 Milligramm N-Acetylcystein einnehmen. Bei Kindern unter sechs Jahren liegt die empfohlene Dosierung bei 400 Milligramm pro Tag. Bei Kindern ab sechs Jahren und einem Körpergewicht von mindestens 30 Kilogramm beträgt die Dosierung 600 bis 1.200 Milligramm täglich.

Zu hohe Homocysteinwerte: N-Acetylcystein schützt die Blutgefäße vor Schäden

Homocystein ist ein Stoffwechselprodukt, das mithilfe von B-Vitaminen abgebaut werden muss. Sind die Homocysteinwerte im Blut zu hoch, steigt das Risiko verschiedener Erkrankungen – zum Beispiel von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. N-Acetylcystein könnte dabei helfen, Homocystein abzubauen: Homocystein lagert sich im Blut normalerweise an Eiweiße an und kann dann nicht mehr abgebaut werden. N-Acetylcystein setzte dieses gebundene Homocystein in Experimenten wieder frei.

Zur Senkung von Homocystein werden B-Vitamine eingesetzt – vor allem Vitamin B12 und Folsäure. Eine hochwertige Studie zeigt, dass N-Acetylcystein eine ebenso gute Wirkung wie Folsäure haben kann: Die achtwöchige Einnahme von 600 Milligramm N-Acetylcystein senkte den Homocysteinspiegel. Auch verbesserte sich die Funktion der Blutgefäße. Verschiedene Vorstudien zeigen außerdem: N-Acetylcystein senkte nicht nur Homocystein, auch stieg das gefäßschützende Antioxidans Glutathion an und der oxidative Stress nahm ab.

Insgesamt kann N-Acetylcystein die Wirkung der B-Vitamine bei erhöhten Homocysteinspiegeln ergänzen. Das ist durch erste Studien belegt. Größere hochwertige Studien müssen dies nun bestätigen. Die wirksame Tagesdosis liegt bei 600 bis 1.800 Milligramm.

Schützt N-Acetylcystein vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen herrscht erheblicher oxidativer Stress. Wegen seiner antioxidativen Wirkungen vermuten Forscher, dass N-Acetylcystein einer Arterienverkalkung entgegenwirken kann. Vermutlich schützt N-Acetylcystein auch das Herz. Diese Erkenntnisse basieren meist auf Labor- und Tierversuchen.

Aber auch erste erfolgreiche Studien am Menschen gibt es: In zwei vorläufigen Studien senkte die vierwöchige Einnahme von N-Acetylcystein den Blutdruck. Zudem gibt es Hinweise, dass N-Acetylcystein die Blutgefäße im Herz erweitert. Dadurch kann der Herzmuskel besser durchblutet werden. Nun müssen hochwertige Studien zeigen, inwieweit N-Acetylcystein Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt und die Behandlung unterstützt. Da erste Studien zum Herzschutz vielversprechend sind, ist die Einnahme von N-Acetylcystein einen Versuch wert – vor allem bei Bluthochdruck. Wirksam waren in Studien 1.800 Milligramm N-Acetylcystein pro Tag.

Dosierungen auf einen Blick

Dosierungsempfehlung von N-Acetylcystein pro Tag in Milligramm (mg)

 

Bronchitis

600 bis 1.500

Erkältung

200 bis 400

Chronisch-obstruktive Lungenkrankheit (COPD)

1.200

Mukoviszidose

Kinder unter sechs Jahre: 400

Kinder ab sechs Jahre: 600 bis 1.200

Erwachsene: 600 bis 2.800

Erhöhte Homocysteinspiegel

600 bis 1.800

Bluthochdruck

1.800

 

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Einsatz bei Medikamenten

N-Acetylcystein als Gegengift bei einer Paracetamol-Vergiftung

Eine Vergiftung durch das Schmerzmittel Paracetamol ist die häufigste Medikamentenvergiftung. Der Abbau von Paracetamol in der Leber verbraucht die Vorräte des antioxidativ wirksamen Glutathions. Dadurch kommt es zu oxidativem Stress in den Leberzellen. Sie werden geschädigt und können absterben.

N-Acetylcystein wird in der Notfallmedizin als Gegengift (Antidot) bei einer Paracetamol-Vergiftung eingesetzt. N-Acetylcystein ist die Vorstufe von Glutathion. Durch die Gabe von N-Acetylcystein werden daher die Vorräte an Glutathion aufrechterhalten. Vermutlich hilft N-Acetylcystein auch direkt dabei, leberschädigende Substanzen unschädlich zu machen. Kommt N-Acetylcystein spätestens acht Stunden nach einer Paracetamol-Vergiftung zum Einsatz, kann es Leberschäden nahezu vollständig verhindern. Zwei Vorstudien und eine hochwertige Studie zeigen auch, dass knapp 30 Prozent weniger Menschen durch N-Acetylcystein an der Paracetamol-Vergiftung verstarben.

Besonders bei einer regelmäßigen Paracetamol-Einnahme empfehlen Mikronährstoff-Experten begleitend N-Acetylcystein: Pro Tag sind 150 Milligramm sinnvoll.

Dosierungsempfehlungen auf einen Blick

Dosierungsempfehlung von N-Acetylcystein pro Tag in Milligramm (mg)

 

Paracetamol

150

 

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Einnahmeempfehlung

Wann und wie sollte N-Acetylcystein eingenommen werden?

Im Normalfall ist die Einnahme von N-Acetylcystein nicht nötig. N-Acetylcystein ist kein lebenswichtiger Nährstoff, der einen Mangel verursacht. Nur bei Erkrankungen empfehlen Mikronährstoff-Experten Präparate mit N-Acetylcystein als Nahrungsergänzung. N-Acetylcystein ist in Form von Kapseln, Pulver, Tabletten oder Brausetabletten erhältlich. Es kann vom Arzt auch als Infusion direkt in die Blutbahn verabreicht werden.

Die Einnahme von N-Acetylcystein erfolgt idealerweise nach den Mahlzeiten. Die Verträglichkeit ist am besten, wenn es in mehreren kleinen Dosen über den Tag verteilt eingenommen wird. N-Acetylcystein sollte mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden: Das verbessert die schleimlösende Wirkung.

Woran erkennt man ein gutes N-Acetylcystein-Präparat?

Hochwertige Präparate sind frei von Zusatzstoffen wie Farb- und Aromastoffen. Auch enthalten sie keine Süßungsmittel. Gute Präparate enthalten zudem keine Substanzen, die Allergien und Unverträglichkeiten auslösen können – zum Beispiel Laktose oder Fruktose.

N-Acetylcystein wird üblicherweise aus tierischen Produkten gewonnen – zum Beispiel aus Federn. Veganer und Vegetarier sollten deshalb auf eine Herstellung durch Fermentation achten. N-Acetylcystein wird dann durch Bakterien gewonnen.

Achten Sie zudem auf Hersteller, deren Produkte nach Qualitätszertifikaten hergestellt werden – wie International Featured Standards Food (IFS Food) oder Good Manufacturing Practice (GMP). Sie führen strenge Qualitätskontrollen durch. Auch sollten die Präparate auf Pestizide und Schadstoffe geprüft sein.

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Überdosierung, Wechselwirkungen und Einnahmehinweise

Ist eine Überdosierung mit N-Acetylcystein möglich?

Eine Überdosierung von N-Acetylcystein ist selten, aber möglich. Um Überdosierungen zu vermeiden, sollten mehr als 600 Milligramm nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden.

Bei einer Überdosierung können Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Sodbrennen oder Magenschmerzen auftreten. Sehr selten kommt es auch zu einem Blutdruckabfall oder einem allergischen Schock. Ein allergischer Schock tritt allerdings hauptsächlich durch die Gabe über die Vene auf.

Schwere Komplikationen wurden nur bei sehr hohen Dosierungen beobachtet: Nach der Einnahme von 100 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht kam es zur Auflösung der roten Blutkörperchen, zu Leber- und Nierenschädigungen, Krampfanfällen, Hirnschwellungen sowie zu Gehirnschäden.

N-Acetylcystein nicht gleichzeitig mit Hustenstillern einnehmen

N-Acetylcystein sollte nicht zusammen mit Hustenstillern eingenommen werden. Hustenstiller schränken den Hustenreflex ein. Dadurch besteht die Gefahr, dass der Schleim in den Atemwegen nicht mehr abgehustet werden kann und sich anstaut. Dazu gehören zum Beispiel die Wirkstoffe Codein (Codicaps®, Tussoret®), Noscapin (Capval®) und Dextromethorphan (Dextro Bolder®, Silomat®).

N-Acetylcystein kann die Wirkung von Antibiotika herabsetzen

Die zeitgleiche Einnahme von N-Acetylcystein und Antibiotika kann die Wirkung einiger Antibiotika verringern. Daher wird empfohlen, einen Abstand von zwei Stunden oder mehr einzuhalten. Betroffen sind Wirkstoffe wie Tetracyclin (Tetracyclin Wolff®), Streptomycin (Strepto-Fatol®), Amikacin (Amikacin®, Amikin®, Biklin®) und Penicillin (Penicillin Sandoz®).

Vorsicht bei Einnahme von Medikamenten mit gefäßerweiternder Wirkung

Arzneimittel mit Nitroglycerin (wie Corangin®, Nitrangin) erweitern die Blutgefäße. Sie werden bei Herzerkrankungen eingesetzt. N-Acetylcystein kann die gefäßerweiternde Wirkung der Medikamente verstärken. Dies kann zum Beispiel zu einem Blutdruckabfall führen.

Daher sollte N-Acetylcystein zusammen mit Nitroglycerin nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden. Es kann eine Anpassung der Dosis nötig sein.

N-Acetylcystein: zu beachten in der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern

Bislang gibt es nur wenige Anhaltspunkte zur Sicherheit von N-Acetylcystein in der Schwangerschaft und Stillzeit. Tierstudien liefern keine Hinweise auf eine schädliche Wirkung. Die Einnahme sollte aber in jedem Fall mit einem Arzt abgesprochen werden.

Grundsätzlich ist N-Acetylcystein auch für Kinder geeignet. Die Dosierung sollte jedoch mit dem Arzt abgesprochen werden. Sie richtet sich meist nach dem Alter: Für Kinder ab sechs Jahren können zum Beispiel bis zu 400 Milligramm N-Acetylcystein pro Tag geeignet sein.

Achtung bei Asthma, Histaminintoleranz und Geschwüren im Magen-Darm-Trakt

Asthmatiker sollten die Einnahme von N-Acetylcystein mit dem Arzt besprechen: In seltenen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen kommen mit einer Verengung der Atemwege.

N-Acetylcystein blockiert das Enzym Diaminoxidase (DAO). Dieses Enzym baut Histamin ab. Personen mit einer Histaminintoleranz sollten daher mit dem Arzt besprechen, ob N-Acetylcystein geeignet ist.

Auch Personen mit einem Geschwür im Magen oder Darm sollten die Einnahme von N-Acetylcystein mit dem Arzt abklären: N-Acetylcystein könnte Blutungen auslösen.

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Zusammenfassung

N-Acetylcystein leitet sich von der Aminosäure Cystein ab. Es wirkt antioxidativ und antientzündlich. Außerdem löst N-Acetylcystein festsitzenden Schleim. Besonders bei einer Bronchitis oder Erkältung mit schleimigem Husten ist N-Acetylcystein wirksam. Auch bei einer chronisch-obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) kann N-Acetylcystein helfen: Es ist in der Lage, eine Verschlechterung zu verhindern. Ob N-Acetylcystein bei Mukoviszidose hilft, muss noch besser untersucht werden. Erste Hinweise liegen auch für eine Senkung von hohen Homocysteinwerten vor und für einen Schutz auf das Herz-Kreislauf-System.

In der Notfallmedizin wird N-Acetylcystein bei einer Vergiftung durch Paracetamol eingesetzt. Um die Leber zu unterstützen, empfehlen Mikronährstoff-Experten bei regelmäßiger Einnahme von Paracetamol ebenfalls N-Acetylcystein.

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Verzeichnis der Studien und Quellen

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