Der Begriff „InflammAging" wurde geprägt, um den altersbedingten Anstieg der chronischen Low-Grade Inflammation zu beschreiben – ein schleichender Prozess, bei dem das Immunsystem im Alter zunehmend in einen Zustand niedriggradiger, aber dauerhafter Aktivierung gerät [2]. Dieses Konzept hat sich in den letzten Jahren zu einem zentralen Erklärungsmodell für altersassoziierte Erkrankungen entwickelt und ist heute fester Bestandteil der Alternsforschung.
Eine aktuelle Analyse liefert einen eindrücklichen Beleg für die klinische Relevanz dieses Konzepts: Hundertjährige weisen im Vergleich zu normal alternden älteren Erwachsenen signifikant niedrigere Entzündungswerte auf: IL-6 mit 1,4 gegenüber 3,2 pg/mL, TNF-α mit 2,8 gegenüber 4,9 pg/mL und CRP mit 0,9 gegenüber 2,8 mg/L.
Mehrere aktuelle Humanstudien zeigen einen konsistenten Zusammenhang zwischen chronischer diätetischer Säurelast (gemessen über PRAL/NEAP) und systemischen Entzündungsmarkern – und zwar über sehr unterschiedliche Patientenkollektive hinweg.
Auf der Interventionsseite zeigt insbesondere die Mediterrane Diät – die naturgemäß eine niedrigere Säurelast aufweist als westliche Ernährungsmuster – robuste entzündungshemmende Effekte. Eine Meta-Analyse von 33 randomisiert-kontrollierten Studien (n=3.476) fand z.B. signifikante Reduktionen von hsCRP, IL-6 und IL-17 unter Mediterraner Diät im Vergleich zu Kontrolldiäten.
Auch der Zusammenhang zwischen Säure-Basen-Haushalt und kognitiver Gesundheit im Alter wurde untersucht: Eine Analyse der US-amerikanischen NHANES-Kohorte (2011–2014, n=985, Sensitivitätsanalyse n=2.522) prüfte den Zusammenhang zwischen diätetischer Säurelast und dem Status als „Super-Ager" – also Personen mit überdurchschnittlich guter Kognition im höheren Alter. Als Maße für die Säurelast dienten PRAL (Potential Renal Acid Load) und NAEes (Net Endogenous Acid Excretion), zwei Indizes, die abschätzen, wie stark sich eine Ernährung säuren- oder basenbildend auf den Organismus auswirkt. Super-Ager bevorzugten eine deutlich basischere Kost: Pro Einheit Reduktion des PRAL-Werts stieg die Chance auf Super-Ager-Status um 3,0 %, pro Einheit NAEes-Reduktion um 3,9 %. Der Effekt auf Kognition und Situationsgedächtnis war bei Personen ab 70 bzw. 80 Jahren besonders ausgeprägt – ein Hinweis darauf, dass der Säure-Basen-Haushalt der Ernährung gerade im hohen Alter eine protektive Rolle für die kognitive Reserve spielen könnte.

Eine entzündungshemmende, basenbildende Ernährung kann und sollte damit als ein Baustein neben Bewegung, Schlaf und Stressmanagement in Longevity- und Präventionsstrategien eingeordnet werden.
Hier finden Sie eine Übersicht von nützlichen Studien rund um das Thema Säure-Basen.
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