Um möglichst lange mobil, beweglich und körperlich fit zu bleiben, sind gesunde Muskeln und Gelenke unabdingbar. Ein Muskelabbau, durch den Muskelmasse und -kraft zurückgehen, setzt jedoch oft schon früher an, als erwartet, weshalb eine zeitige Prävention sinnvoll ist. Viele Ältere sind darüber hinaus von Sarkopenie betroffen, einem deutlichen Muskelschwund, der die körperliche Leistungsfähigkeit herabsetzt. Dann besteht ein erhöhtes Risiko für Stürze und Gebrechlichkeit.
Doch es lässt sich bereits in jüngeren Jahren einiges dafür tun, um im fortgeschrittenen Alter gesunde Muskeln zu erhalten. Zum einen ist dafür eine ausreichende Zufuhr von Nährstoffen wichtig. Dazu gehören beispielsweise Folsäure (B9) sowie die Vitamine B6, B12, D und K, aber auch Eiweiß (Protein). Zum anderen hilft gezieltes Krafttraining, um den Muskelabbau im Alter zu bremsen.

Was passiert bei Muskelschwund im Alter (Sarkopenie)?
Bereits ab einem Alter von etwa 30 Jahren setzt ein natürlicher Muskelabbau ein, der sich mit der Zeit beschleunigt. Dabei verlieren wir Muskelmasse und -kraft: Bis zum 80. Lebensjahr kann das bis zur Hälfte der ursprünglichen Muskelmasse sein. Dadurch wird die Funktion der Muskeln erheblich beeinträchtigt.
Nicht nur der normale Alterungsprozess sowie der im Alter verlangsamte Stoffwechsel und altersbedingte hormonelle Umstellungen (weniger Geschlechts- und Wachstumshormone) tragen zu diesem Prozess bei, sondern auch Bewegungsmangel.
Kommt es durch den fortschreitenden altersbedingten Muskelschwund zu deutlicher Schwäche und einer verminderten körperlichen Leistungsfähigkeit, nennen Fachleute dies Sarkopenie: Betroffene können dann beispielsweise schlechter ihre Balance halten. Dadurch weisen ältere Menschen eine erhöhte Sturzgefahr auf, die zu Brüchen und dem Verlust ihrer Selbstständigkeit führen kann. Deshalb wird die Sarkopenie als eine Schlüsselkomponente der Gebrechlichkeit angesehen.
Nicht immer fällt der Muskelschwund auf, denn vielfach wird Muskelmasse in Fett umgewandelt. Statur und Körpergewicht täuschen dann über den Muskelabbau hinweg.
Wie können B-Vitamine unsere Muskeln unterstützen?
Im fortgeschrittenen Alter benötigt unser Körper vermehrt Mikronährstoffe und Vitamine, da diese für zahlreiche Stoffwechselfunktionen notwendig sind. Dazu gehören zum Beispiel bestimmte B-Vitamine.
Welche Funktion haben Folsäure, Vitamin B6 und B12?
Die wasserlöslichen B-Vitamine sind notwendig für vielfältige Vorgänge im Körper, beispielsweise unterstützen sie die Zellgesundheit und den Energiestoffwechsel:
- Folsäure und Vitamin B12 sind an der Bildung der Erbsubstanz (DNA) beteiligt, die bei jeder Zellteilung benötigt wird – auch für den Aufbau der Muskeln.
- Folsäure und Vitamin B6 sorgen für einen normalen Eiweißstoffwechsel, der zu Muskelaufbau und -erhalt beiträgt.
Damit können die drei Vitalstoffe helfen, einer Sarkopenie vorzubeugen. Darüber hinaus erfüllen sie noch weitere Funktionen:
- Die Vitamine B6 und B12 fördern die normale Nervenfunktion – und die Nerven steuern die Bewegung unserer Muskeln.
- Alle drei helfen zudem bei der Umwandlung von Nahrung in Energie, die wir für ein aktives Leben benötigen.
- Nicht zuletzt regulieren Folsäure, B6 sowie B12 den Homocystein-Spiegel.
Ältere Menschen weisen oft einen Mangel dieser drei wichtigen Vitalstoffe auf. Hochwertige Mikronährstoffpräparate können dem entgegenwirken.
Wie stört erhöhtes Homocystein die Muskulatur?
Homocystein, eine schwefelhaltige Aminosäure, entsteht im Körper beim Abbau bestimmter Aminosäuren. Ist ihre Konzentration zu hoch, kann sie als Zellgift wirken und oxidativen Stress auslösen. Dieser wiederum kann dazu beitragen, dass Eiweißstrukturen zerstört (Proteindenaturierung) und die Erbsubstanz geschädigt werden. Daraufhin verändern sich Signalwege innerhalb von Zellen, was auch zu einem Ungleichgewicht im Energiehaushalt führen kann. Muskeln und somit unsere Beweglichkeit und Vitalität werden dadurch ebenfalls beeinträchtigt.
Homocystein fördert insbesondere Ablagerungen in den Blutgefäßen. Das mindert die Durchblutung und beeinträchtigt die Versorgung der Muskulatur mit Sauerstoff und Nährstoffen sowie den Abtransport von Abfallstoffen. Dies kann ebenfalls eine Muskelschwäche fördern. Vorbeugen lässt sich durch eine gute Versorgung mit Folsäure, Vitamin B6 sowie B12, da sie erhöhtes Homocystein senken können.
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Welche Bedeutung hat Vitamin D für unsere Muskeln?
Vitamin D ist nicht nur wichtig für starke Knochen, sondern auch für unsere Muskeln und ihre Funktion. Es unterstützt
- die Reifung von Muskelzellen,
- den Muskelstoffwechsel,
- die Eiweißherstellung im Muskel und damit den Muskelaufbau – dabei ist der Vitalstoff sowohl für Muskelmasse als auch Muskelkraft nötig,
- die Übertragung von Nervenreizen an die Muskeln und
- das Zusammenziehen (Kontraktion) der Muskeln.
Dagegen werden niedrige Vitamin-D-Spiegel mit Muskelabbau, -schwäche und -schmerzen in Verbindung gebracht. Dadurch steigt das Risiko für Sarkopenie und wir können leichter fallen.
Sportlich aktive Menschen zeigen bei einem Vitamin-D-Mangel eine verminderte Leistungsfähigkeit und eine erhöhte Anfälligkeit für Verletzungen. Zudem ist die Fähigkeit der Muskeln zur Regeneration nach Beanspruchung gemindert.
Wie wirkt Vitamin K auf Muskeln und Mobilität?
Alterungsprozesse beeinträchtigen unter anderem die Kraftwerke unserer Zellen, die Mitochondrien, die der Energiegewinnung dienen. Davon ist auch unsere Muskulatur betroffen: Die Muskelmasse nimmt ab und auch die Muskelfunktion wird beeinträchtigt, was sich vor allem in nachlassender Kraft äußert. Möglicherweise kann Vitamin K die Mitochondrien schützen und den Energiestoffwechsel aufrechterhalten – und so einer Sarkopenie entgegenwirken. Denn Studien legen nahe, dass ein höherer Spiegel dieses Vitalstoffes mit einer besseren körperlichen Leistungsfähigkeit einhergeht.
Da Vitamin K2 den Einbau von Calcium in die Knochen fördert, vermindert es gleichzeitig Kalkablagerungen in Weichteilen und Gelenken. So kann es helfen, Gefäßverkalkungen vorzubeugen und die Versorgung auch unserer Muskeln aufrechtzuerhalten.
Zudem konnte Vitamin K2 hochdosiert in einer Studie gegen nächtliche Wadenkrämpfe helfen. Beides kann unsere Mobilität und Vitalität ebenfalls unterstützen.
Weitere Tipps, um die Mobilität im Alter zu erhalten
Für starke Muskeln bis ins hohe Alter sind unter anderem die folgenden Maßnahmen empfehlenswert:
- Eine ausreichende Zufuhr von Eiweiß (Protein): Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt für die Proteinzufuhr bei Erwachsenen folgende Empfehlung:
- Bis zu einem Alter von 65 Jahren: täglich 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht (g/kg KG) (bezogen auf Normalgewicht, so dass die gleiche Menge für übergewichtige Personen gilt)
- ab 65 Jahren: 1,0 Gramm Protein je g/kg KG
Andere Fachleute empfehlen für Ältere sogar, täglich 1,0–1,2 Gramm Protein pro g/kg KG zu verzehren, da die Eiweißverwertung im Alter abnimmt. Als Quellen kommen neben Fleisch, Fisch und Eiern auch Hülsenfrüchte und Getreideprodukte wie Brot infrage.
Wer mehr Muskeln aufbauen möchte, benötigt sogar noch mehr Proteine. Dabei wird jedoch unweigerlich auch mehr Homocystein entstehen, sodass ganz besonders auf eine ausreichende Aufnahme von Folsäure, Vitamin B6 und B12 geachtet werden sollte.
- Regelmäßiges Krafttraining: Nur wenn Muskeln gefordert werden, werden sie aufgebaut, beziehungsweise wird unsere Muskelkraft erhalten. Wer gezielt zweimal pro Woche alle Muskelgruppen durch Krafttraining beansprucht, kann einem Muskelschwund entgegenwirken oder diesen verlangsamen.
Zusätzlich lässt sich im Alltag Bewegung einbauen: Treppensteigen, längere Spaziergänge, Gartenarbeit oder auch Putzen.

Ebenso profitieren unsere Gelenke von regelmäßiger (sanfter) Bewegung. Diese unterstützt die Ernährung des Gelenkknorpels und steigert so unsere Beweglichkeit und Mobilität. Denn Knorpel wird nicht durchblutet, sondern saugt seine Nährstoffe aus der Gelenkflüssigkeit wie ein Schwamm auf.
Dabei sollten wir allerdings Überlastungen und einseitige Belastungen vermeiden.
Zusammenfassung: Das Wichtigste in Kürze
Im Alter nehmen Muskelmasse und -kraft natürlicherweise ab. Ein übermäßiger Verlust heißt Sarkopenie und erhöht das Risiko für Stürze sowie für Gebrechlichkeit.
Folsäure und die Vitamine B6 und B12 sind für die Zellteilung, den Eiweiß- und den Energiestoffwechsel notwendig. Damit können sie einen Muskelaufbau beziehungsweise den Erhalt der Muskelfunktion unterstützen. Zudem kann das Vitalstoff-Trio einen erhöhten Homocystein-Spiegel senken, der unter anderem als Zellgift wirken und die Versorgung der Muskeln beeinträchtigen kann.
Vitamin D ist ebenfalls für gut funktionierende Muskeln und ausreichende Kraft unabdingbar. Dagegen beeinträchtigt ein Mangel die Regenerations- und Leistungsfähigkeit der Muskulatur und ist mit Muskelschwäche verbunden. Nicht zuletzt scheint sich auch ein Vitamin-K-Mangel negativ auf unsere Muskeln auszuwirken, denn der Vitalstoff kann die Gefäßgesundheit fördern.
Eine gesunde Ernährung oder hochwertige Mikronährstoffpräparate können uns diese wichtigen Vitalstoffe liefern. Für starke Muskeln ist darüber hinaus regelmäßiges Krafttraining notwendig, da fehlende Bewegung und Belastung zu Muskelabbau führen.
FAQs
Was passiert mit unseren Muskeln im Alter?
Bereits ab einem Alter von 30 Jahren nimmt die Masse unserer Muskeln natürlicherweise ab und auch die Kraft wird weniger. Das ist häufig ein schleichender Prozess, bei dem Muskelmasse in Fett umgewandelt wird. Ein deutlicher Muskelschwund – Sarkopenie genannt – erhöht das Risiko für Stürze. Sie ist eine wesentliche Ursache für die Gebrechlichkeit von alten Menschen.
Was hilft gegen Muskelabbau im Alter?
Um den altersbedingten Muskelabbau zu bremsen, ist eine ausreichende Zufuhr von Eiweiß (Protein) sowie eine gute Versorgung mit wichtigen Vitaminen notwendig. Dazu gehört insbesondere Vitamin D: Ein Mangel ist mit Muskelschwäche und schlechter Regenerationsfähigkeit verbunden. Aber auch Folsäure sowie die Vitamine B6, B12 und K unterstützen die Muskulatur. Zudem hilft regelmäßiges Krafttraining, Muskelmasse aufzubauen.
Wie können Folsäure, Vitamin B6 und B12 den Muskelaufbau unterstützen?
Die drei B-Vitamine Folsäure (B9), Vitamin B6 und B12 sind für die Zellteilung und den Eiweißstoffwechsel essenziell. Daher sind sie auch für den Muskelaufbau notwendig. Das Trio kann unseren Muskeln zudem notwendige Energie bereitstellen und einen erhöhten Homocystein-Spiegel senken. Dieser schädigt andernfalls Zellen und fördert Ablagerungen in den Blutgefäßen, was die Versorgung der Muskulatur beeinträchtigt.
Verzeichnis der Studien und Quellen
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https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/folat/, zuletzt abgerufen am 02.02.2026
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https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/vitamin-b6/, zuletzt abgerufen am 02.02.2026
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https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/vitamin-b12/, zuletzt abgerufen am 02.02.2026
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https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/vitamin-d/, zuletzt abgerufen am 02.02.2026
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) (10.09.2025): Ausgewählte Fragen und Antworten zu Protein und unentbehrlichen Aminosäuren.
https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/ausgewaehlte-fragen-und-antworten-zu-protein-und-unentbehrlichen-aminosaeuren, zuletzt abgerufen am 02.02.2026
DocCheck Flexikon (29.06.2024): Sarkopenie.
https://flexikon.doccheck.com/de/Sarkopenie, zuletzt abgerufen am 02.02.2026
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (o. D.): Sarkopenie und Gebrechlichkeit – SPRINTT-Projekt.
https://www.iba.med.fau.de/forschung/abgeschlossene-projekte/sprintt/sarkopenie-und-gebrechlickeit/, zuletzt abgerufen am 02.02.2026
Internisten im Netz (27.10.2017): Altersbedingter Muskelabbau wird oft unterschätzt.
https://www.internisten-im-netz.de/aktuelle-meldungen/aktuell/altersbedingter-muskelabbau-wird-oft-unterschaetzt.html, zuletzt abgerufen am 02.02.2026
NetDoktor (17.10.2023): Vitamin K – Laborwerte.
https://www.netdoktor.de/laborwerte/vitamin-k/, zuletzt abgerufen am 02.02.2026
Sportärztezeitung (03.2024): Vitamin D und K.
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