Cellulite: Mikronährstoffe für eine straffe und elastische Haut

Mit bestimmten Vitaminen, Mineralstoffen, Eiweißen und Pflanzenstoffen das Bindegewebe stärken

Fast jede Frau entwickelt im Laufe ihres Lebens Cellulite (Orangenhaut). Männer sind dagegen eher selten von den unschönen Hautdellen betroffen. Cellulite kann nicht vermieden werden, aber ihre Entwicklung kann abgeschwächt oder verzögert werden. Wichtig ist ein starkes Bindegewebe. Mikronährstoffe schützen und unterstützen den Hautstoffwechsel. Hier erfahren Sie, welche Vitamine, Mineralstoffe und Pflanzenstoffe besonders hilfreich bei Cellulite sind.

Frau fasst sich an ihren Oberschenkel
Mikronährstoffe können einer Verschlechterung der Cellulite vorbeugen. Sie unterstützen die Kollagenproduktion und verbessern die Feuchtigkeit und Elastizität der Haut. Auch schützen sie die Zellen. Bild: Дарья Амосеева/iStock/Getty Images Plus

Ursachen und Symptome

Definition: Was versteht man unter Cellulite?

Cellulite ist eine Veränderung der Haut, die durch Dellen oder Beulen sichtbar wird. Oft wird sie deshalb als Orangenhaut bezeichnet. Dabei handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern um ein kosmetisches Problem. Cellulite verursacht keine Schmerzen. Trotzdem leiden Betroffene manchmal sehr darunter. 

Es werden drei Typen unterschieden: 

  1. Cellulite aufgrund von zu viel Fettgewebe,
  2. aufgrund eines zu schwachen Muskelgewebes (in Po und Beinen),
  3. oder durch die Lymphe beeinflusste Cellulite: Sie ist besonders vor der Menstruation ausgeprägt und lässt anschließend wieder nach. 

Die Dellen auf der Hautoberfläche können sich überall dort zeigen, wo viel Unterhautfettgewebe ist. Besonders häufig betroffen sind die äußeren und hinteren Oberschenkel sowie der Po. Cellulite kann sich aber auch an den Brüsten, den Armen und am hinteren Hals zeigen.

Info

In der Umgangssprache ist oft von „Cellulitis“ und nicht von „Cellulite“ die Rede. Das ist aber nicht das Gleiche: Bei der Cellulitis handelt es sich um eine schwere Entzündungskrankheit. Sie wird durch Bakterien ausgelöst. Meist tritt sie an Beinen und Gesicht auf.

Wie entsteht Cellulite?

Cellulite entsteht, indem das Unterhautfettgewebe in obere Hautschichten vordringt. Wie die genauen Mechanismen sind, ist noch nicht klar. Vermutlich spielen auch Gewebeveränderungen eine Rolle. Ein Umbau von Bindegewebe (Fibrose) führt, wie bei einer Narbe, zu Verhärtungen und Spannungen im Gewebe. Dies kann vor allem die Ursache von sehr tiefen Dellen und einem sehr unregelmäßigen Hautbild sein. 

Hauptsächlich sind Frauen betroffen: Etwa 80 bis 90 Prozent bekommen im Laufe ihres Lebens Cellulite in unterschiedlicher Stärke. In seltenen Fällen leiden auch Männer darunter, etwa als Folge von Prostatakrebs oder einer Östrogenbehandlung.

Info

Bei Frauen sind die Bindegewebsfasern (Kollagenfasern) in der Unterhaut anders aufgebaut und angeordnet als bei Männern. Die Fasern verbinden die Hautoberfläche nur punktweise mit tieferen Schichten der Haut. Dazwischen kann das Unterhautfettgewebe hervorquellen. Die Bindegewebsfasern von Männern sind dagegen über Kreuz angeordnet. Sie halten die oberen Hautschichten kompakt zusammen.

Illustrative Darstellung von den oberen Hautschichten von Mann und Frau
Männer und Frauen haben einen unterschiedlichen Aufbau der Kollagenfasern. Das ist der Grund, warum Frauen häufiger von Cellulite betroffen sind. Bild: ttsz/iStock/Getty Images Plus

Risikofaktoren einer Cellulite

Zu den bekannten Risikofaktoren für Cellulite gehören:

  • Hormonelle Veränderungen: Das weibliche Sexualhormon Östrogen lockert das Bindegewebe. Eine Schwangerschaft, die Stillzeit oder die dauerhafte Einnahme der Antibabypille begünstigen Cellulite.
  • Wechseljahre: Wenn nach den Wechseljahren Östrogen fehlt, werden zu wenige elastische Bindegewebsfasern gebildet. Daneben leidet der Abtransport der Lymphflüssigkeit. Beide Prozesse fördern Cellulite.
  • Gewichtsschwankungen: Eine Gewichtszunahme kann eine bestehende Cellulite verschlechtern. Gleichzeitig kann Cellulite als Folge einer Diät und starker Gewichtsabnahme entstehen.
  • Veranlagung: Erbliche Faktoren scheinen für die Entstehung und Stärke einer Cellulite mitentscheidend zu sein.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Es kann zu Wassereinlagerungen kommen, die zu Veränderungen der Haut und letztlich zu Cellulite führen. 
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Ziele der Behandlung

Wie wird Cellulite klassisch behandelt?

Verschiedene Massagerollen
Bei Cellulite können Massagen das Hautbild verbessern. Dadurch wird der Stoffwechsel der Haut angeregt, was das Gewebe kräftigt. Bild: CherriesJD/iStock/Getty Images Plus

In der klassischen Medizin gilt Cellulite als kosmetisches Problem und wird daher nicht behandelt. Es gibt verschiedene Therapieversuche, deren Wirksamkeit aber nicht immer eindeutig belegt ist. Ziel ist es, das Unterhautfettgewebe zu verringern und die Bildung von neuem Bindegewebe anzuregen. Zudem sollen die Hautschichten und die Spannkraft des Bindegewebes gestärkt werden.

Folgende Möglichkeiten gibt es – auch in Kombination miteinander:

  • Ernährung: Eine langsame Gewichtsreduktion kann bei Frauen mit Übergewicht die Dellen reduzieren. Zudem unterstützt eine gesunde Ernährung den Stoffwechsel von Haut und Bindegewebe. Kohlenhydrate, Fett und Salz sollten dagegen reduziert werden. 
  • Sport: Bewegung kräftigt Gewebe und Muskulatur und regt die Durchblutung an. Bindegewebswasser kann besser abtransportiert werden und Fettpolster werden abgebaut.
  • Lotionen und Cremes: Sie sollen die Haut straffen und dadurch Dellen verschwinden lassen. Auch Körperwickel werden verwendet. 
  • Massage: Lymphdrainagen oder Unterdrucktechniken zielen darauf ab, das Gewebewasser abfließen zu lassen. Dabei soll der Stoffwechsel angeregt und das Bindegewebe gekräftigt werden.
  • Wärmebehandlungen: Ultraschall- und Radiofrequenzbehandlungen sollen den Abbau von Fettgewebe anregen. Laser- und Lichttherapien (wie Infrarot) sollen zudem die Blutzirkulation und den Aufbau von Kollagen stärken. 
  • Kältebehandlungen: Die Umhüllungen (Membranen) von Fettzellen brechen bei niedrigen Temperaturen und die Zellen werden zerstört. 
  • Microneedling: Kleinste Hautverletzungen sollen die Kollagenbildung anregen.
  • Injektionen: Durch das Einspritzen bestimmter Substanzen sollen Fettzellen absterben. Dazu gehören Koffein, Vitamin C, Phosphatidylcholin oder Enzyme (Kollagenasen). Auch gibt es bestimmte „Hautfüller“ (Calcium-Hydroxylapatit), um das Gewebe zu ebnen. Oft werden Injektionen begleitend zu einer Fettabsaugung eingesetzt.
  • Subzision: Mithilfe einer Nadel werden verkürzte Stränge im Bindegewebe durchtrennt. Der Druck auf das Gewebe lässt nach, die Haut wird glatter. Auch ein Laser kann zum Einsatz kommen.

Ziele der Mikronährstoffmedizin 

Mikronährstoffe können die Behandlung von Cellulite optimal unterstützen. Ziel der Mikronährstoffmedizin ist es, die Kollagenproduktion sowie die Feuchtigkeit und Elastizität der Haut zu fördern. Dies könnte auch einer Verschlimmerung der Cellulite vorbeugen. Darüber hinaus verringern bestimmte Mikronährstoffe oxidativen Stress und Entzündungen in der Haut.  

Bewährt haben sich: 

  • Vitamin C fördert die Vernetzung von Kollagenfasern und stärkt das Bindegewebe. 

  • Kollagen und Hyaluronsäure versorgen die Haut und verbessern die Feuchtigkeit und Elastizität. 

  • Zink senkt oxidativen Stress und wird im Hautstoffwechsel benötigt. 

  • OPC unterstützen die Kräftigung von Bindegewebsfasern. 

  • Grüntee-EGCG schützt die Haut und hilft beim Abbau von Körperfett. 

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Behandlung mit Mikronährstoffen

Vitamin C stärkt das Bindegewebe bei Cellulite

Wirkweise von Vitamin C

Vitamin C ist für ein starkes Bindegewebe unerlässlich: Es fördert die Bildung der Struktureiweiße Kollagen und Elastin. Diese sind wichtig für stabile Bindegewebszellen. Fehlt Vitamin C, bildet der Körper zu wenig neues Kollagen und Elastin. Das kann die Entstehung von Cellulite begünstigen. Im Tierversuch wurde gezeigt, dass Vitamin C die Kollagenstruktur verbessert.

Oxidativer Stress schädigt die elastischen Elemente der Haut. Dadurch wird sie faltiger, dünner und trockner. Vor allem bei oxidativen Schäden durch Sonnenlicht sinkt die Vitamin-C-Menge in der Haut. Eine Beobachtungsstudie verdeutlicht den Stellenwert: Frauen, die viel Vitamin C mit der Nahrung aufnahmen, hatten ein gesünderes und weniger trockenes Hautbild.

Oft wird Vitamin C mit anderen Mikronährstoffen kombiniert. Positive Effekte wurden beispielsweise für Vitamin C zusammen mit Zink, Vitamin E und Traubenkern-OPC nachgewiesen: Die Elastizität und Feuchtigkeit der Haut besserten sich. Zudem kam es zu weniger Hautschädigungen durch Sonnenstrahlen.  

Ob Vitamin C aber speziell bei Cellulite hilft, ist in Studien noch nicht untersucht – weder als Kapseln noch als Creme. Vitamin C ist aber an der Produktion von Struktureiweißen beteiligt. Daher sollte ein Mangel in jedem Fall vermieden werden.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Vitamin C

Mikronährstoff-Experten empfehlen bei Cellulite die tägliche Ergänzung von 150 bis 200 Milligramm Vitamin C. Die Einnahme sollte mit der Mahlzeit erfolgen. Dadurch verbessert sich die Verträglichkeit für den Magen.

Tipp

Für Menschen mit empfindlichem Magen ist die Verbindung Calciumascorbat ideal. Sie ist basisch und wird meist besser vertragen als Ascorbinsäure. 

Der Begriff Vitamin-C auf einer Tafel geschrieben. Darüber Lebensmittel in denen Vitamin-C vorkommt
Vitamin C ist in Obst und Gemüse weit verbreitet. Zur Unterstützung kann ein Vitamin-C-Präparat sinnvoll sein. Bild: cegli/iStock/Getty Images Plus

Vitamin C: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Patienten mit einer Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) sollten Vitamin C nur unter ärztlicher Aufsicht einnehmen. Vitamin C erhöht die Eisenaufnahme.

Falls Sie mit dem Krebsmittel Bortezomib (Velcade®) behandelt werden, sollten Sie Vitamin C nur in Absprache mit Ihrem Arzt einnehmen. Im Tierversuch verringerte Vitamin C die Wirksamkeit.

Helfen Kollagen und Hyaluronsäure bei Cellulite?

Wirkweise von Kollagen und Hyaluronsäure

Bindegewebe enthält Kollagen und Hyaluronsäure. Kollagen sorgt für die Festigkeit von Haut und Bindegewebe, während Hyaluronsäure Wasser bindet. Das fördert die Feuchtigkeit und Elastizität. Demnach können Kollagen und Hyaluronsäure zur „Ernährung“ des Bindegewebes beitragen.

Eine hochwertige Studie zeigt: Die Einnahme von Kollagenhydrolysat linderte Cellulite bei Frauen. Sowohl das Erscheinungsbild als auch die Gesundheit der Haut verbesserte sich. Kollagenhydrolysat sind Bruchstücke von Kollagen. Darüber hinaus verbesserte Kollagenhydrolysat die Elastizität der Haut. Das ergab eine weitere hochwertige Studie. Bei Teilnehmerinnen, die ein Scheinmedikament erhielten, zeigte sich diese Wirkung nicht.

Eine Vorstudie verdeutlicht auch den Nutzen einer Mikronährstoffkombination: Falten auf der Haut wurden nach 40-tägiger Einnahme von Kollagen, Hyaluronsäure, Vitamin C und weiteren Mikronährstoffen deutlich weniger. Zudem verbesserten sich Elastizität, Feuchtigkeit und Geschmeidigkeit der Haut.

In allen Studien waren Kollagen und Hyaluronsäure gut verträglich. Die Ergänzung scheint ein Erfolg versprechender Behandlungsansatz für Cellulite zu sein.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Kollagen und Hyaluronsäure

In Studien waren täglich mindestens 2.500 Milligramm Kollagenhydrolysat wirksam. Deshalb sollte die Dosierung auch in diesem Bereich liegen. Meist empfehlen Mikronährstoff-Experten auch eine Menge zwischen 5.000 und 10.000 Milligramm pro Tag. Sinnvoll ist die Kombination mit 50 Milligramm Hyaluronsäure, um die Feuchtigkeit der Haut zu verbessern.

Idealerweise werden Präparate mit Kollagenhydrolysat und Hyaluronsäure zum Essen eingenommen. 

Tipp

Hyaluronsäure tierischen Ursprungs (wie Huhn) kann bei Allergikern Reaktionen auslösen. Es gibt jedoch fermentativ hergestellte Hyaluronsäure. Sie ist wesentlich reiner und enthält keine Allergene. Sie ist zudem für Veganer und Vegetarier geeignet. Kollagen ist dagegen weder vegetarisch noch vegan. 

Hyaluronsäure: zu beachten bei Erkrankungen

Krebspatienten sollen vorsichtshalber auf die Einnahme von Hyaluronsäure verzichten. Möglicherweise fördert sie die Zellwanderung.  

Zink fördert den Aufbau von festem Bindegewebe 

Wirkweise von Zink

Zink ist für die Regeneration von Haut und Bindegewebe notwendig: Es wird für die Zellteilung und den Aufbau von Kollagen gebraucht. Da Zink zudem oxidativen Stress abschwächt, kann es mögliche Entzündungen im Fettgewebe reduzieren. Eine Beobachtungsstudie ergab, dass bei Personen mit Cellulite vermehrter oxidativer Stress nachweisbar ist.

Info

Übrigens fanden Wissenschaftler in einer Beobachtungsstudie auch bei Personen mit Lipödem vermehrt oxidativen Stress. Der dadurch hervorgerufene Sauerstoffmangel kann die Entstehung von Entzündungen begünstigen. Ein Lipödem ist eine Krankheit, bei der das Fettgewebe unkontrolliert zunimmt (Fettverteilungsstörung).

Studien zur Wirksamkeit von Zink speziell bei Cellulite fehlen bislang. Da aber bei Cellulite vermehrt oxidativer Stress vorkommen kann, könnte die Einnahme von Zink sinnvoll sein, um freie Radikale abzufangen. Eine gute Versorgung mit Zink ist wichtig für die Hautgesundheit. 

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Zink

Illustration von Körperzellen
Zink ist für unsere Zellen unverzichtbar. Es ist ein wichtiges Antioxidans und schützt sie vor freien Radikalen. Bild: Christoph Burgstedt/iStock/Getty Images Plus

Mikronährstoff-Experten empfehlen für ein straffes Bindegewebe die tägliche Zufuhr von 15 Milligramm Zink – idealerweise in Form von Zinkcitrat. Diese Verbindung wird gut im Darm aufgenommen.

Präparate mit Zink sollen mit einer Mahlzeit eingenommen werden. So wird die Verträglichkeit für den Magen verbessert. Zudem erhöhen Aminosäuren aus den Lebensmitteln die Aufnahme von Zink.

Zink: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Bei Nierenschwäche sollte kein Zink ergänzt werden. Schwache Nieren können Zink nicht vollständig ausscheiden, sodass die Zinkspiegel im Blut zu stark steigen könnten.

Zink hemmt die Wirkung bestimmter Antibiotika. Betroffen sind Tetracycline (Doxybene®, Doxycyclin®) und Gyrasehemmer (Avalox®, Norfluxx®, Tarivid®). Bei der Einnahme eines Antibiotikums sollte daher ein Abstand von zwei Stunden vor oder vier bis sechs Stunden nach der Einnahme des Antibiotikums eingehalten werden.

Ein Einnahmeabstand gilt auch für bestimmte Osteoporose-Medikamente (Bisphosphonate). Zink bindet sie, wodurch sie ihre Wirkung verlieren. Betroffene Wirkstoffe sind zum Beispiel Alendronat (Fosamax®, Tevanate®) oder Clodronat (Bonefos®).

OPC aus Traubenkernen für elastische Haut

Wirkweise von OPC

OPC ist eine Abkürzung für die sekundären Pflanzenstoffe „oligomere Proanthocyanidine“. Sie kommen in großen Mengen in Traubenkernen vor. Da OPC die Kollagenverbindungen im Bindegewebe stärken, könnten sie bei Cellulite helfen: OPC lagerten sich im Tierversuch an Kollagen an und förderten dessen Vernetzung zu Fasern. Dadurch wird das Bindegewebe gestrafft.  

Darüber hinaus zählen OPC zu den wichtigsten Antioxidantien der Pflanzenwelt. Studien an Tieren und Menschen belegen für OPC zudem eine entzündungshemmende Wirkung. 

Info

Auch könnten OPC bei einer Gewichtsabnahme im Rahmen der Cellulite-Behandlung helfen: Laboruntersuchungen ergaben, dass OPC-reicher Traubenkern-Extrakt die Aufnahme von Fett aus der Nahrung und die Ansammlung von Fett im Gewebe begrenzte.

Wegen der vielversprechenden Hinweise zum Kollagenaufbau und zum verringerten oxidativen Stress ist die Einnahme von OPC bei Cellulite einen Versuch wert. Hochwertige Studien fehlen allerdings bisher. 

Dosierung und Einnahmeempfehlung von OPC

Rote Trauben
OPC kommen in roten Trauben vor. Meist empfehlen Mikronährstoffexperten Traubenkernextrakt, da OPC dort höher konzentriert vorliegen als in Pulver. Bild: Suthat_Chaitaweesap/iStock/Getty Images Plus

Bei Cellulite empfehlen Mikronährstoff-Experten, täglich 20 bis 50 Milligramm OPC zu ergänzen. Empfehlenswert ist vor allem die Kombination mit anderen Antioxidantien (Vitamin C und Zink) sowie mit Kollagen und Hyaluronsäure. 

Die Einnahme von OPC sollte auf nüchternen Magen erfolgen, da die Pflanzenstoffe vom Körper so am besten verwertet werden können.  

OPC: zu beachten während der Schwangerschaft und Stillzeit, Erkrankungen und bei Medikamenteneinnahme

Schwangere und Stillende sollten OPC nur nach Absprache mit dem Arzt einnehmen. Es fehlen bislang Untersuchungen zur Unbedenklichkeit.

Hoch dosierte OPC (zum Beispiel 200 Milligramm) könnten die Blutgerinnung beeinflussen. Darauf weisen Tierversuche hin. Eine erhöhte Blutungsgefahr bestand aber nicht. Dennoch sollten Personen mit der Bluterkrankheit die Einnahme mit ihrem Arzt abklären.

Gleiches gilt bei der Einnahme von Blutgerinnungshemmern. Der Arzt kann zum Beispiel die Gerinnungswerte engmaschiger kontrollieren. Betroffen sind zum Beispiel Cumarin-Derivate (wie Marcumar®), Warfarin (Coumadin®), Acetylsalicylsäure (ASS) (Godamed®, Aspirin®) oder Heparin (Clexane®).

EGCG schützt die Haut und fördert die Fettverbrennung

Wirkweise von EGCG

EGCG (Epigallocatechingallat) ist der wichtigste Pflanzenstoff in Grüntee. EGCG wirkt antioxidativ – es schützt das Erbgut vor oxidativem Stress und lindert Entzündungen. Die Einnahme von EGCG kann zudem die Haut vor Schädigungen durch Sonnenlicht schützen. Dadurch bleiben die Kollagenfasern im Bindegewebe intakt. Aus diesem Grund könnte EGCG auch bei Cellulite wirksam sein.  

Zudem kann EGCG eine Gewichtsabnahme unterstützen: Es regt die Fettverbrennung an und verringert die Aufnahme von Fett im Darm. Dadurch wird die Kalorienaufnahme gedrosselt. Eine Auswertung mehrerer Studien zeigt, dass bei einer mindestens zwölfwöchigen Einnahme von täglich 100 bis 460 Milligramm EGCG der Erfolg am größten war: Sowohl das Körpergewicht als auch der Körperfettanteil wurden reduziert. Allerdings fanden nicht alle Forscher einen solchen Effekt.

Ob EGCG eine Gewichtsabnahme und eine Verminderung von Körperfett bewirkt, scheint von der Dosis und der individuellen Ernährungsweise abzuhängen. Um die Behandlung von Cellulite zu unterstützen, kann sich die Einnahme von EGCG dennoch lohnen – auch, weil es zum Schutz der Haut und des Bindegewebes beiträgt.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von EGCG

Chemische Formel von EGCG
Der Pflanzenstoff EGCG ist hauptsächlich für die Wirkung von grünem Tee verantwortlich. Bild: Zerbor/iStock/Getty Images Plus

Bei Cellulite können 50 Milligramm EGCG pro Tag sinnvoll sein. Zur Unterstützung einer Diät ist eine höhere EGCG-Dosierung nötig: Mikronährstoff-Experten empfehlen dann meist 250 bis 500 Milligramm täglich für einige Wochen. 

Gute Präparate sollten Grüntee-Extrakt enthalten. Bei einem Extrakt ist die Menge der aktiven Inhaltsstoffe immer gleich und die Präparate lassen sich so ideal dosieren. Bei Grüntee-Pulver oder grünem Tee als Getränk schwankt der EGCG-Gehalt dagegen oft stark. 

Grüntee-Extrakt sollte immer zu den Mahlzeiten eingenommen werden. 

EGCG: zu beachten während der Schwangerschaft, bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

In der Schwangerschaft sollten keine EGCG-Präparate eingenommen werden. Es fehlen Studien zur Unbedenklichkeit. 

Die Einnahme von Grüntee-Extrakt sollte bei Lebererkrankungen mit dem Arzt abgesprochen sein. In seltenen Fällen können die Leberwerte durch hoch dosiertes EGCG (800 Milligramm) ansteigen. 

Patienten mit Bluthochdruck, die Betablocker wie Bisoprolol (Concor ®) oder Calciumantagonisten wie Nifedipin (Adalat®) einnehmen, sollten einen Einnahmeabstand von mindestens vier Stunden verstreichen lassen. EGCG kann die Aufnahme der Wirkstoffe blockieren. 

EGCG kann die Wirkung des Krebswirkstoffs Bortezomib (Velcade®) aufheben. Die Einnahme sollte während einer Krebstherapie daher immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. 

Dosierungen auf einen Blick

Empfehlung pro Tag bei Cellulite 

 

Vitamine  

Vitamin C 

150 bis 200 Milligramm (mg) 

  
 

Mineralstoffe 

Zink 

15 Milligramm 

  
 

Pflanzenstoffe 

Grüntee-EGCG 

50 Milligramm 

OPC 

20 Milligramm 

  
 

Sonstige Stoffe 

Kollagenhydrolysat 

5.000 bis 10.000 Milligramm 

Hyaluronsäure 

50 Milligramm 

 

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Zusammenfassung

Bei Cellulite (Orangenhaut) drückt das Gewebe aus der Unterhaut durch das geschwächte Bindegewebe hindurch. Dadurch wird das Hautbild ungleichmäßig: Es zeigen sich Dellen und Beulen. Mithilfe der Mikronährstoffmedizin kann das Bindegewebe gestärkt und die Elastizität sowie die Feuchtigkeit der Haut gefördert werden.  

Damit gesunde und starke Bindegewebszellen entstehen, ist Vitamin C unerlässlich. Der Körper braucht es für die Bildung von Kollagen. Zudem wurden bei einer bestehenden Cellulite Kollagenhydrolysat und Hyaluronsäure bereits mit Erfolg getestet: Sie unterstützen die Ernährung der Haut. Zink stimuliert die Regeneration der Haut und wehrt oxidativen Stress ab, der bei Cellulite-Betroffenen gehäuft vorkommt. 

Zudem könnten oligomere Proanthocyanidine (OPC) die Bindegewebsfasern stärken. Der Pflanzenstoff EGCG dürfte darüber hinaus eine Gewichtsabnahme unterstützen. Zudem kann EGCG die Haut schützen. 

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Verzeichnis der Studien und Quellen

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