Fußpilz erkennen und natürlich behandeln

Die Haut mithilfe der Mikronährstoffmedizin stärken und Pilzinfektionen bekämpfen

Bei Fußpilz infiziert ein bestimmter Pilz die Haut am Fuß. Das löst Symptome wie Juckreiz, Rötungen, Bläschen und Schuppen aus. Eine Fußpilzinfektion muss mit pilzhemmenden Mitteln behandelt werden. Dabei kann die Mikronährstoffmedizin helfen, denn bestimmte Stoffe sind unverzichtbar für ein starkes Immunsystem und eine gute Wundheilung. Erfahren Sie hier, wie Sie die Behandlung mit Vitaminen und Mineralstoffen unterstützen können.

Abbildung von Füßen
Fußpilz kann sehr unangenehm sein. Zu den Symptomen gehören Rötungen, Juckreiz und schuppige Haut. Auch kann es zu einem unangenehmen Geruch kommen. Bild: RyanKing999/iStock/Getty Images Plus

Ursachen und Symptome

Wie kommt es zu einer Fußpilzinfektion?

Fußpilz ist eine Pilzerkrankung der Haut. Sie wird durch verschiedene Pilze ausgelöst, die auf und in der Haut leben (Fadenpilze oder Dermatophyten). Diese Pilze ernähren sich von der Hornsubstanz von Haut und Nägeln. Ansteckungsgefahr besteht vor allem in öffentlichen Bereichen, in denen viel barfuß gelaufen wird – zum Beispiel in Schwimmbädern, Gemeinschaftsduschen oder in der Sauna.

Doch nicht jeder Kontakt mit dem Pilz führt zu einer Fußpilzinfektion. Problematisch ist feucht-warmes Klima, zum Beispiel in engen, nicht atmungsaktiven Schuhen und bei Schweißfüßen. Dort fühlen sich die Pilze besonders wohl. Die Anfälligkeit für Fußpilz ist oft familiär bedingt.

Außerdem können Fußfehlstellungen empfindlicher für eine Infektion machen; ebenso wie Krankheiten, bei denen das Immunsystem oder die Durchblutung der Füße beeinträchtigt ist. Menschen mit Immunschwäche, Diabetes mellitus, Nervenschäden (Polyneuropathie) oder Verletzungen sind besonders gefährdet.

Anzeichen von Fußpilz

Illustrative Darstellung von Fußpilz auf der Haut
Bei Fußpilz vermehren sich bestimmte Pilze auf der Haut. Bild: Christoph Burgstedt/iStock/Getty Images Plus

Typische Fußpilzsymptome sind Rötungen, Brennen und Juckreiz. Später schuppt die Haut und schält sich – ein klassisches Zeichen, an dem man Fußpilz erkennen kann. Zwischen den Zehen kann die Haut reißen. Manchmal zeigen sich bei Fußpilz auch Bläschen, die nässen können. Wenn sich Bakterien einnisten, entsteht außerdem oft ein unangenehmer Geruch.

Fußpilz befällt die Fußsohlen, kann sich aber auch zwischen den Zehen ausbreiten und – in Form von Nagelpilz – auf die Zehennägel übergehen.

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Achtung: Fußpilz ist sehr ansteckend. Er kann auch die Hände betreffen und in andere Bereiche verschleppt werden (wie den Intimbereich). Niemals sollten Sie bei Fußpilz die Bläschen aufstechen! Waschen Sie sich nach der Fußhygiene daher immer die Hände.

Weitere Hygienemaßnahmen sind: den Boden häufig putzen, luftige Schuhe tragen, die Füße nach den Duschen gut abtrocknen und in öffentlichen Bereichen immer Schuhe tragen. Verwenden Sie Socken aus natürlichen Materialien (wie Baumwolle), die man bei 60 Grad waschen kann.

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Ziele der Behandlung

Wie wird Fußpilz klassisch behandelt?

Fußpilz verläuft chronisch, heilt also nicht von selbst und muss behandelt werden. Hierfür kommen pilzabtötende Cremes, Gels und Sprays zum Einsatz. Man nennt sie Antimykotika. Verwendet werden Wirkstoffe wie Clotrimazol (wie Canesten®), Ciclopirox (wie Batrafen®) oder Naftifin (wie Exoderil®). Sie werden auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen.

Wenn Fußpilz trotz der äußerlichen Behandlung nicht weggeht oder die Pilzherde sehr großflächig sind, wird der Pilz „von innen“ behandelt. Dann verschreibt der Arzt Tabletten mit Wirkstoffen wie Itraconazol (wie Sempera®) oder Terbinafin (wie Terbinafin-ratiopharm®).

Viele Menschen setzen bei Fußpilz zusätzlich Hausmittel ein, zum Beispiel Teebaumöl, Essig sowie Fußbäder mit Lavendel oder Salbei. Sie können die Beschwerden lindern, eine medizinische Behandlung können Hausmittel jedoch nicht ersetzen.

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Wie lange dauert es, bis der Fußpilz weg ist? Etwas Geduld und Konsequenz sind dabei gefragt: Die Mittel müssen regelmäßig aufgetragen werden, selbst wenn die Symptome abgeklungen sind. Die Behandlungsdauer beträgt etwa drei bis vier Wochen.

 Ziele der Mikronährstoffmedizin

Ziel der Mikronährstoffmedizin ist es, das Immunsystem zu stärken, damit der Körper eine Infektion besser eindämmen kann. Auf diese Weise könnten die klassischen Medikamente auch besser wirken. Zudem unterstützen einige Mikronährstoffe die Wundheilung und sollten deshalb bei der unterstützenden Behandlung nicht fehlen.

Wichtig sind vor allem:

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Behandlung mit Mikronährstoffmedizin

Zink kurbelt das Immunsystem an

Wirkweise

Zink ist wichtig für ein starkes Immunsystem. Fehlt es an Zink, kann das die Abwehrreaktion stören – der Körper wird anfälliger für Keime und Pilze. Auch der Hautstoffwechsel braucht Zink: Es hilft bei der Erneuerung von Zellen und damit bei der Wundheilung.

Zink lindert außerdem Entzündungsfolgen, da es freie Radikale abfängt, die bei Entzündungen oxidativen Stress verursachen. Oxidativer Stress kann das Hautgewebe zusätzlich schädigen und anfälliger für weitere Infektionen machen.

Info

Es gibt auch spezielle Zinkverbindungen (Zink-Pyrithion), die direkt gegen Pilze wirken. Sie werden zum Beispiel in Form von Puder gegen Pilzbefall oder übermäßige Schuppenbildung eingesetzt. Allerdings ist die Wirkung nicht vergleichbar mit Zink aus Mikronährstoff-Präparaten.

Es gibt noch keine Studien, die die Wirkung von Zink zum Einnehmen bei Fußpilz belegen. Aufgrund seiner großen Bedeutung für das Immunsystem und die Wundheilung sollte ein Zinkmangel bei Fußpilz jedoch unbedingt vermieden werden.

Illustrative Darstellung von Zellen im Körper
Damit sich Zellen teilen und erneuern können, brauchen sie Zink. Herrscht ein Mangel, kann es zu Wundheilungsstörungen kommen. Bild: Christoph Burgstedt/iStock/Getty Images Plus

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Zink bei Fußpilz

Für ein gut funktionierendes Immunsystem empfehlen Mikronährstoff-Experten täglich 10 bis 15 Milligramm Zink. Ideal sind Kapseln, da für die Herstellung weniger Zusatzstoffe nötig sind als für Tabletten.

Nehmen Sie Zinkpräparate am besten zusammen mit einer Mahlzeit ein – idealerweise mit tierischen Lebensmitteln. Die Eiweiße aus Fleisch und anderen Lebensmitteln verbessern die Aufnahme von Zink im Darm.

Achtung: Zink sollte bei Fußpilz nicht überdosiert werden (über 20 Milligramm). Denn auch bestimmte Pilze brauchen Zink für ihren Stoffwechsel. Dies gilt vor allem für Candida albicans. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass ein Überschuss an Zink das Wachstum anregt.

Zink: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Personen mit chronischer Nierenschwäche sollten keine Zinkpräparate einnehmen. Schwache Nieren können Zink nicht gut ausscheiden. Es besteht die Gefahr, dass es zu einem Überschuss kommt.

Bei der Einnahme bestimmter Antibiotika oder von Osteoporose-Medikamenten (Bisphosphonate) sollte ein Abstand von zwei Stunden zu Zink eingehalten werden: Zink kann die Arzneimittel binden und sie dadurch unwirksam machen. Betroffen sind bei den Antibiotika Gyrasehemmer wie Ciprofloxacin (zum Beispiel Ciloxan®) und Tetrazykline wie Tetracyclin (zum Beispiel Achromycin®). Bei Osteoporose-Medikamenten gilt dies zum Beispiel für die Wirkstoffe Alendronat (Fosamax®) oder Clodronat (Bonefos®).

Vitamin D unterstützt die Wundheilung

Wirkweise

Sonnenstrahlen scheinen durch einen Fenstervorhang
Ein weiterer Grund für einen Vitamin-D-Mangel ist: Wir halten uns oft wenig im Freien auf. Sonnenstrahlung ist jedoch unverzichtbar für die Vitamin-D-Bildung in der Haut. Bild: kieferpix/iStock/Getty Images Plus

Vitamin D hilft, das Immunsystem zu steuern und zu koordinieren. So ist der Körper vor Infektionen – zum Beispiel durch Viren, Bakterien oder Pilze – gewappnet. Auch für gesunde Haut wird Vitamin D gebraucht: Es reguliert unter anderem die Bildung und Reifung der Hautzellen, insbesondere der Zellen der oberen Hautschichten (Keratinozyten).

Ein Vitamin-D-Mangel macht hingegen anfälliger für Infektionen. Das zeigen viele Beobachtungsstudien. Ob die Einnahme von Vitamin D aber generell dabei hilft, Infektionen zu behandeln oder vorzubeugen, kann im Augenblick nicht eindeutig beantwortet werden: Einige Studien sprechen dafür, andere dagegen. Es zeichnet sich aber ab, dass Vitamin D vor allem bei einem Mangel wirkt.

Dass Vitamin D die Wundheilung fördern könnte, zeigt eine kleine hochwertige Studie mit Diabetes-Patienten: Geschwüre an den Beinen verheilten besser bei den Personen, die ein Vitamin-D-Präparat einnahmen, als bei Patienten, die ein Scheinmedikament erhielten.

Es gibt noch keine Studie, die die Wirkung von Vitamin D speziell bei Fußpilz belegt. Dennoch steht fest, dass Vitamin D vielfältige Wirkungen auf das Immunsystem und die Haut hat. Die Versorgung sollte bei Fußpilz daher gut sein. Ein Vitamin-D-Mangel ist bei uns allerdings sehr häufig – unter anderem, weil die Ernährung den täglichen Bedarf an Vitamin D nur schwer decken kann.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Vitamin D bei Fußpilz

Bei Fußpilz empfehlen Mikronährstoff-Experten, täglich 1.000 bis 2.000 Internationale Einheiten Vitamin D einzunehmen. Dies sind ungefähre Angaben, denn im Optimalfall richtet sich die Dosierung nach dem Vitamin-D-Spiegel im Blut. Bei einem Mangel ist für eine gewisse Zeit meist eine höhere Menge nötig, um die Speicher wieder aufzufüllen.

Vitamin D gehört zu den fettlöslichen Vitaminen. Nehmen Sie Vitamin-D-Präparate daher immer zusammen mit einer vollwertigen Mahlzeit ein. So wird Vitamin D besser im Darm aufgenommen.

Vitamin-D-Status im Labor bestimmen lassen

Mikronährstoff-Experten empfehlen, den Vitamin-D-Spiegel regelmäßig kontrollieren zu lassen – am besten zweimal im Jahr. Vor allem wiederkehrende Infektionen können auf einen Vitamin-D-Mangel zurückzuführen sein.

Um die Vitamin-D-Versorgung zu beurteilen, wird seine Transportform, das 25(OH)-Vitamin D (Calcidiol), im Blutserum bestimmt. Das Blutserum ist die Flüssigkeit des Blutes ohne Blutzellen. Ein guter Vitamin-D-Spiegel liegt zwischen 40 und 60 Nanogramm pro Milliliter.

Vitamin D: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Personen mit Nierenerkrankungen sollten Vitamin D nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt einnehmen: Sie haben oft einen gestörten Mineralstoffhaushalt und manchmal zu hohe Calciumspiegel. Da Vitamin D die Calciumaufnahme im Darm fördert, können die Calciumspiegel im Blut zu stark ansteigen. Auch Personen mit Nierensteinen (calciumhaltige Steine) müssen aufpassen.

Bei der entzündlichen Bindegewebserkrankung Sarkoidose (Morbus Boeck) sollte Vitamin D ebenfalls nicht ohne ärztliche Kontrolle eingenommen werden: Auch sie haben häufig hohe Calciumspiegel.

Entwässernde Arzneimittel aus der Gruppe der Thiazide senken die Calciumausscheidung über die Nieren – auch hier kann es zu einem Calciumüberschuss kommen. Betroffen sind zum Beispiel die Wirkstoffe Hydrochlorothiazid (Disalunil®, Esidrix®) oder Indapamid (Preterax®, Indapamid-Ratio®). Wenn Sie Thiazide einnehmen, sollten Sie Vitamin-D-Präparate nur in Rücksprache mit dem Arzt einnehmen.

Vitamin C stärkt die Hautbarriere bei Fußpilz

Wirkweise

Chemische Formel von Vitamin C
Vitamin C könnte auf zwei Arten bei Fußpilz helfen: Es reguliert das Immunsystem und unterstützt die Bildung von wichtigen Eiweißen in der Haut. Bild: Zerbor/iStock/Getty Images Plus

Vitamin C unterstützt das Immunsystem, indem es die Funktionen der Abwehrzellen sicherstellt. Außerdem kurbelt es die Bildung des Struktureiweißes Kollagen an, das die Haut stärkt. Beide Wirkungen stärken die Hautbarriere und unterstützen die Abwehr von Krankheitserregern wie Pilzen. Fehlt es an Vitamin C, kann dies die Wundheilung stören. Dies zeigen viele Beobachtungstudien eindeutig.

Allerdings gibt es noch keine Untersuchungen, die die Wirksamkeit von Vitamin C speziell bei Fußpilz belegen. In Tierversuchen stellten Forscher jedoch schon fest, dass Vitamin C bei Scheidenpilz helfen kann. Dies lässt auch eine Wirkung bei Fußpilz vermuten. Fest steht, dass ein Mangel an Vitamin C bei einer Pilzinfektion vermieden werden sollte.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Vitamin C

Bei Fußpilz empfehlen Mikronährstoff-Experten die tägliche Ergänzung von 200 bis 500 Milligramm Vitamin C, zum Beispiel in Form von Kapseln. Die Dosis sollte am besten über den Tag verteilt eingenommen werden – zum Beispiel jeweils 200 Milligramm morgens und abends.

Nehmen Sie Vitamin C am besten zu einer Mahlzeit ein. Das macht es besser verträglich für den Magen.

Tipp

Es gibt Präparate mit „retardiertem“ Vitamin C. Vitamin C ist dabei speziell verkapselt, sodass es im Darm nach und nach freigesetzt wird. Dadurch wird ein gleichmäßiger Wirkspiegel an Vitamin C im Blut erreicht.

Vitamin C: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Da Vitamin C die Eisenaufnahme verbessert, sollten Personen mit Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) Vitamin C nur unter ärztlicher Aufsicht einnehmen.

Vitamin C könnte die Wirkung des Krebsmittels Bortezomib (Velcade®) abschwächen. Besprechen Sie die Ergänzung von Vitamin C während einer Krebstherapie daher immer mit dem Arzt.

Beta-Glucane aus Hefe: Training für das Immunsystem

Wirkweise

Beta-Glucane gehören zu den Ballaststoffen. Speziell Beta-Glucane aus Hefe wirken immunstimulierend, denn die Zellwände von Pilzen bestehen aus ähnlichen Beta-Glucanen. Dem Körper wird durch die gezielte Einnahme von Hefe-Beta-Glucanen eine Infektion vorgetäuscht und er fährt die Immunantwort hoch. Dadurch wird die Immunabwehr „trainiert“. Das kann helfen, den Fußpilz zu bekämpfen.

Der pilzabwehrende Effekt von Hefe-Beta-Glucanen wurde zwar noch nicht für Fußpilz belegt, für Scheidenpilz gibt es allerdings Hinweise: Eine Vorstudie zeigt, dass die örtliche Anwendung von Hefe-Beta-Glucan bei Patientinnen mit wiederkehrendem Scheidenpilz dazu führte, dass die Beschwerden nicht erneut auftraten.

Beta-Glucan-Präparate aus Hefe können daher auch bei Fußpilz einen Versuch wert sein und die Therapie unterstützen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Hefe-Beta-Glucan bei Fußpilz

Um das Immunsystem anzuregen, empfehlen Mikronährstoff-Experten bei Fußpilz täglich 250 bis 750 Milligramm Beta-Glucan aus Hefe. Nehmen Sie die Präparate am besten über den Tag verteilt ein – idealerweise zu einer Mahlzeit. Dann sind die Kapseln am besten verträglich.

Darstellung von Hefe
Beta-Glucane, die das Immunsystem anregen, kommen zum Beispiel auch in Bäckerhefe vor. Allerdings ist der Gehalt in fertigen Lebensmitteln wie Backwaren dann zu gering für eine Wirkung. Bild: ratmaner/iStock/Getty Images Plus

Basische Mineralstoffe schaffen bei einer Übersäuerung ein pilzfeindliches Milieu

Wirkweise

Im Körper herrscht ein Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen. Eine ungünstige Ernährung mit zu vielen tierischen Produkten, mit Alkohol, Koffein, Nikotin und Stress sind einige Faktoren, die den Säure-Basen-Haushalt stören. Die Folge ist eine Übersäuerung im Stoffwechsel. Das kann auch ein saures Milieu auf der Haut nach sich ziehen – ideale Bedingungen für Pilze, denn Haut- und Nagelpilze vermehren sich im sauren Milieu besonders gut. Häufig wiederkehrende Fußpilzinfektionen können deshalb auch auf eine Übersäuerung hindeuten. Das besagt eine Hypothese (Annahme).

Bei einer Übersäuerung kommen basische Mineralstoffe als Citrate zum Einsatz. Dabei sind Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium, Kalium oder Zink an Zitronensäure gebunden. Im Stoffwechsel sorgen sie dafür, dass Säuren „abgepuffert“ werden.

Der Einsatz basischer Mineralstoffe speziell für Fußpilz ist zwar noch nicht in Studien untersucht worden – einen Versuch ist die Einnahme jedoch wert, insbesondere bei wiederkehrenden Pilzinfektionen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von basischen Mineralstoffen bei Fußpilz

Vitamin D Kapseln
Zu basischen Mineralstoffen zählen Calciumcitrat, Kaliumcitrat und Magnesiumcitrat. Auch Zink ist als Zinkcitrat erhältlich. Bild: mtphoto19/iStock/Getty Images Plus

Bei Fußpilz empfehlen Mikronährstoff-Experten ein Präparat mit verschiedenen Citraten, zum Beispiel Calciumcitrat, Kaliumcitrat und Magnesiumcitrat. Die Dosis wird als „Säurebindungskapazität“ angegeben (in Millival). Sie sollte bei 30 bis 60 Millival liegen.

Nehmen Sie Citrate mit Wasser ein, am besten zu einer Mahlzeit. Bei einer Übersäuerung ist es außerdem wichtig, ausreichend zu trinken. Empfohlen werden zwei Liter am Tag. Die Nieren brauchen Flüssigkeit, um Säuren gut auszuscheiden.

Säurebindungskapazität im Labor bestimmen lassen

Bei wiederkehrenden Infektionen mit Fußpilz kann eine chronische Übersäuerung vorliegen, sodass sich die Messung der Säurebindungskapazität im Blut lohnen könnte. Dabei wird gemessen, wie viel Säure das Vollblut und das Plasma neutralisieren können. Daraus lässt sich die Pufferkapazität der Zellen errechnen. Je niedriger die Pufferkapazität, desto weniger Säuren können abgefangen werden. Sie sollte bei 20 Millimol pro Liter liegen.

Basische Mineralstoffe: zu beachten bei Medikamenteneinnahme

Citrate können die Aufnahme von Aluminium im Darm steigern. Daher dürfen sie nicht zeitgleich mit Medikamenten gegen Sodbrennen (Antazida) eingenommen werden, die Aluminium enthalten (Talcid®, Riopan®).

Je nach Mineralstoff gibt es zudem spezielle Einnahmehinweise bei Erkrankungen wie Nierenschwäche oder Herzerkrankungen. Zudem sind Wechselwirkungen mit Medikamenten möglich. Alle Informationen darüber finden Sie in den Nährstoff-Texten zu Calcium, Magnesium und Kalium.

Basische Mineralstoffe: zu beachten bei Medikamenteneinnahme

 Empfehlung pro Tag bei Fußpilz
 Vitamine
Vitamin D1.000 bis 2.000 Internationale Einheiten (IE)
Vitamin C200 bis 500 Milligramm (mg)
  
 Mineralstoffe
Zink10 bis 15 Milligramm
10 bis 15 Milligramm30 bis 60 Millival (mval)
  
 Pflanzenstoffe
Hefe-Beta-Glucane250 bis 750 Milligramm

 

Sinnvolle Laboruntersuchungen auf einen Blick

 Sinnvolle Blutuntersuchungen bei Fußpilz
 Normalwerte
Vitamin D (Calcidiol)40 bis 60 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml)
Säurebindungskapazität20 Millimol pro Liter (mmol/l)

 

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Zusammenfassung

Fußpilz ist eine Erkrankung der Haut, bei der eine bestimmte Pilzart die Haut infiziert. Typische Symptome sind Rötungen, Juckreiz, Schuppenbildung und Bläschen. Fußpilz muss mit pilzhemmenden Mitteln behandelt werden. Die Mikronährstoffmedizin kann die Therapie unterstützen.

Es kommen vor allem Stoffe zum Einsatz, die das Immunsystem stärken und die Wundheilung unterstützen: Zink kurbelt das Immunsystem und den Hautstoffwechsel an. Auch Vitamin D unterstützt das Immunsystem und fördert daneben die Hautbildung sowie die Wundheilung. Ein Vitamin-D-Mangel ist bei uns weit verbreitet und könnte die Ursache für wiederkehrende Fußpilzinfektionen sein.

Vitamin C stärkt die Hautbarriere, da es für den Aufbau von wichtigen Struktureiweißen gebraucht wird. Zudem ist es an der Immunabwehr beteiligt. Beta-Glucane aus Hefe „trainieren“ darüber hinaus das Immunsystem und könnten so die Pilzabwehr stärken. Basische Mineralstoffe schaffen ein pilzfeindliches Milieu, denn eine chronische Übersäuerung könnte eine mögliche Ursache für Fußpilz sein.

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Verzeichnis der Studien und Quellen

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Gröber, U. (2011): Mikronährstoffe. Metabolic Tuning – Prävention – Therapie. 3. Aufl. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart.

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Säure-Basen-Ratgeber: Übersäuerung der Haut: Symptome, Ursachen & Therapie. Im Internet: https://www.saeure-basen-ratgeber.de/faq/uebersaeuerung-der-haut-i-symptome-ursachen-therapie/, abgerufen am: 07.10.2020.