5-HTP aus Griffonia: pflanzlicher Stimmungsaufheller

Wie Griffonia wirkt und was es bei der Einnahme zu beachten gibt

Die afrikanische Heilpflanze Griffonia verbessert die Stimmung, fördert einen erholsamen Schlaf und stoppt übermäßigen Appetit. Informieren Sie sich über die Wirkungen von Griffonia auf die Psyche, das Gehirn und das körperliche Wohlbefinden. Erfahren Sie außerdem, wann Griffonia noch eingesetzt werden kann und was es bei der Einnahme zu beachten gibt.

geöffnete Griffonia Kapseln
In Afrika wird Griffonia als Gemüse verzehrt. Bei uns kann man die afrikanische Schwarzbohne jedoch nur als Extrakt in Kapseln kaufen. Bild: Thatpichai/iStock/Getty Images Plus

Wichtige sekundäre Pflanzenstoffe in Griffonia

Griffonia ist eine Kletterpflanze aus dem tropischen Afrika. Sie wird auch als afrikanische Schwarzbohne (Griffonia simplicifolia) bezeichnet. Die Samen enthalten neben Fettsäuren und Eiweißen viele sekundäre Pflanzenstoffe. Der wirksamste und wichtigste Inhaltsstoff in den Griffonia-Samen ist 5-Hydroxytryptophan (5-HTP), das zu rund 16 Prozent enthalten ist.

5-HTP ist ein Vorläufer des Glückshormons Serotonin im Gehirn und kommt daher für die Behandlung psychischer Beschwerden wie Depression und Angst in Betracht. Griffonia-Extrakt wird seit etwa 1960 erforscht und seit den 1980er-Jahren zur Behandlung eingesetzt.

5-HTP ist chemisch gesehen eine Aminosäure, die der Körper auch aus der Aminosäure Tryptophan selbst bilden kann. Tryptophan wird aber für zahlreiche andere Funktionen gebraucht, sodass die 5-HTP-Herstellung aus Tryptophan weniger ergiebig ist. Daher ist es wirksamer, 5-HTP aus Griffonia-Extrakt aufzunehmen, denn hieraus werden nur Botenstoffe wie Serotonin gebildet.

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Aufnahme und Funktionen im Körper

Griffonia: Aufnahme und Verteilung im Körper

5-HTP aus Griffonia gelangt über den Darm zu etwa 70 Prozent in die Blutbahn. Es kann aber auch in geringen Mengen über die Schleimhaut im Mund aufgenommen werden.

Über das Blut kommt 5-HTP direkt in das Gehirn: Es überwindet die Blut-Hirn-Schranke. Unklar ist noch, wie viel 5-HTP dort ankommt, da es von der Leber teilweise schon in Serotonin umgewandelt wird. Serotonin selbst kann die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden. 

Welche Wirkungen hat Griffonia?

5-HTP ist ein Vorläufer vom Glückshormon Serotonin und bewirkt einen Anstieg des Serotoninspiegels im Gehirn. Auch andere Botenstoffe wie Melatonin, Dopamin und Noradrenalin werden aus 5-HTP produziert. Griffonia entfaltet über 5-HTP daher zahlreiche Wirkungen im Körper:

Psyche: Serotonin reguliert im Gehirn Gefühle wie Glück und Zufriedenheit. Durch die vermehrte Serotoninbildung werden Griffonia antidepressive und angstlösende Eigenschaften zugeschrieben.

Schmerzen: Durch den Anstieg des Serotoninspiegels wird die Schmerzschwelle herabgesetzt. Hierdurch können verschiedene Schmerzzustände gelindert werden.

Appetit: Serotonin reguliert das Hunger- und Sättigungsgefühl. Wird es ausgeschüttet, stellt sich eine appetithemmende Wirkung ein.

Schlaf: Durch die Bildung des Schlafhormons Melatonin kann Griffonia zu einer besseren Schlafqualität beitragen und bei Schlafstörungen helfen.

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Einsatz bei Krankheiten

Griffonia kann eine Depression lindern

Durch die Anhebung des Serotoninspiegels kann Griffonia Menschen mit Depressionen und Stimmungsschwankungen helfen. In einer Übersichtsarbeit älterer, teils hochwertiger Studien liefern fünf von elf Studien stichhaltige Belege dafür, dass 5-HTP aus Griffonia Depressionen lindert. Die übrigen sieben Studien liefern dagegen erste Hinweise für eine Linderung der depressiven Symptome. Diese sind aber nicht überzeugend genug, um von einem klaren Beweis für die antidepressive Wirkung sprechen zu können. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen bereits frühere Auswertungen der Studienlage: Es gibt Hinweise, dass 5-HTP aus Griffonia Depressionen im Vergleich zu Scheinmedikamenten lindert – die Beweiskraft ist jedoch gering, da nicht alle Studien hochwertig waren.

Griffonia-Extrakt könnte auch einer Depression vorbeugen, die durch lang anhaltenden Stress ausgelöst wird: Eine vorläufige Studie zeigt, dass die Einnahme von Griffonia-Extrakt (12,8 Milligramm 5-HTP, zweimal täglich) zum Anstieg der Serotoninwerte führte. Zudem ließen der Stress und der psychische Druck der Teilnehmer nach. Dies wurde anhand eines Fragebogens gemessen. Aber auch ein wichtiger Blutwert (BDNF, Brain-derived neurotrophic factor) stieg an. Niedrige BDNF-Werte stehen mit Depressionen und Burn-out in Verbindung.

Die Wirkung von Griffonia bei Depressionen erscheint nicht nur plausibel, sie wird auch durch viele teils hochwertige und erste Studien gestützt. Insgesamt fehlen aber noch weitere hochwertige Studien, die eine abschließende Bewertung zulassen.

Täglich können zwischen 150 und 300 Milligramm 5-HTP helfen, die Stimmung zu verbessern. Mikronährstoff-Mediziner empfehlen, die Dosis auf drei Einzeldosen aufzuteilen – zum Beispiel morgens, mittags und abends. Die Einnahme sollte zwei Monate lang andauern und immer in Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

Mann mit Depressionen sitzt im abgedunkelten Zimmer
Haupteinsatzgebiet von Griffonia sind Depressionen. Das enthaltene 5-Hydroxytryptophan (5-HTP) ist Vorstufe des Glückshormons Serotonin. Bild: Tzido/iStock/Getty Images Plus

Sorgt Griffonia für einen besseren Schlaf?

Aus 5-HTP kann der Körper über Serotonin auch das Schlafhormon Melatonin herstellen: Serotonin ist sozusagen die Vorstufe von Melatonin. Melatonin wird bei Dunkelheit produziert und fördert den Schlaf. Tierstudien zeigen: Wird 5-HTP am Abend eingenommen, verbessert es die Leichtschlaf- und Tiefschlafphasen.

Auch in einer kleinen hochwertigen Studie wurden erste Wirkungen von 5-HTP bei Schlafstörungen beobachtet: Neun Teilnehmer nahmen ein Kombinationspräparat ein, das neben 5-HTP unter anderem Ginkgo-Extrakt und den beruhigenden Stoff Gamma-Aminobuttersäure enthielt. Neun weitere Personen bekamen ein Scheinmedikament. Durch das Kombinationspräparat schliefen die Teilnehmer fast zwei Stunden länger als mit dem Scheinmedikament. Auch die Schlafqualität verbesserte sich und die Einschlafzeit verkürzte sich.

Vorstudien liefern zudem Hinweise, dass auch 5-HTP allein Schlafstörungen lindert und Tiefschlafphasen fördert. Die Studienteilnehmer nahmen 600 Milligramm 5-HTP im Laufe des Abends ein. Obwohl der Effekt mit 600 Milligramm 5-HTP deutlicher war, zeigten auch 200 Milligramm 5-HTP eine Verbesserung. Eine Dosierung von 600 Milligramm 5-HTP ist in der Regel nicht üblich: Fallberichten zufolge kann dies lebhafte Träume und sogar Alpträume fördern. Wie Sie Schlafstörungen besser durch Mikronährstoffe lindern können, erfahren Sie hier.

Insbesondere bei Schlafstörungen in Zusammenhang mit Depressionen können 100 bis 300 Milligramm 5-HTP aus Griffonia sinnvoll sein. Die Einnahme erfolgt dann am Abend vor dem Schlafengehen. 5-HTP sollte in Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Ängstlichkeit und Panik: Griffonia könnte helfen

Personen mit einem niedrigen Serotoninspiegel scheinen anfälliger für Panikstörungen zu sein – so das Ergebnis einer Vorstudie. Durch die Anhebung des Serotoninspiegels könnte Griffonia die Stärke und die Häufigkeit von Panikattacken reduzieren. Eine weitere Vorstudie mit gesunden Teilnehmern verdeutlicht diese Vermutung: Durch die Einnahme von 5-HTP verbesserten sich Paniksymptome leicht im Vergleich zu einem Scheinmedikament. Die Teilnehmer hatten zuvor eine Substanz eingenommen, die Angst und Panik begünstigt. Insbesondere Frauen profitierten von 5-HTP, während Männer eher durch weniger körperliche Paniksymptome darauf ansprachen.

Auch liegen bereits Studien vor, an denen Personen mit Angst- und Panikstörungen teilgenommen haben: In einer Vorstudie führte die Einnahme von 5-HTP zu weniger Panikreaktionen und Ängstlichkeit. Bei gesunden Teilnehmern wurde dieser Effekt dagegen nicht beobachtet. Ebenfalls konnten in einer weiteren Vorstudie durch 5-HTP bei den Betroffenen Ängstlichkeit und andere psychische Symptome leicht verbessert werden.

In der Summe liefern die Studien vielversprechende Hinweise für die Wirksamkeit von Griffonia bei Panik und Ängstlichkeit. Größere hochwertige Untersuchungen stehen aber noch aus. In Rücksprache mit dem Arzt können pro Tag zwischen 150 und 300 Milligramm 5-HTP hilfreich sein.

Griffonia: neue Wege im Kampf gegen Übergewicht und Adipositas?

Chemische Formel von Serotonin
Als Vorstufe von Serotonin kann 5-HTP auch bei anderen Erkrankungen hilfreich sein. Zum Beispiel vermuten Forscher, dass niedrige Serotoninspiegel mit chronischen Kopfschmerzen in Verbindung stehen. Bild: Ekaterina79 /iStock/Getty Images Plus

Ein häufiges Problem bei der Gewichtsabnahme ist der Abfall des Serotoninspiegels im Blut: Niedrige Werte an Serotonin steigern den Appetit. Es kann zu Heißhunger kommen – zum Beispiel auf kohlenhydratreiche Speisen. Da 5-HTP aus Griffonia die Serotoninbildung steigert, könnte es so Heißhunger und Übergewicht vorbeugen.

Es gibt bereits vielversprechende Studienergebnisse zur Griffonia-Extrakt-Wirkung bei Übergewicht: In einer kleinen hochwertigen Studie führte die Einnahme von 5-HTP aus Griffonia zu einer stärkeren Senkung des Body-Mass-Index (BMI) im Vergleich zu einem Scheinmedikament. Dabei ernährten sich die 20 Frauen vier Wochen lang kalorienreduziert. Auch erhöhte 5-HTP das Sättigungsgefühl.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommen Forscher durch eine andere kleine hochwertige Studie mit 27 Frauen: Durch 5-HTP verbesserte sich das Sättigungsgefühl. Zusätzlich profitierten die Frauen von einer Abnahme des Körpergewichts, der Hautfaltendicke und des Hüftumfangs. Bei den Teilnehmerinnen, die ein Scheinmedikament erhielten, konnten diese Effekte nicht beobachtet werden.

5-HTP aus Griffonia kann, den ersten Studien zufolge, eine Gewichtsabnahme unterstützen. Um den Effekt zu bestätigen, fehlen jedoch noch große hochwertige Studien. Zur Unterstützung der Diät können 150 bis 300 Milligramm 5-HTP pro Tag sinnvoll sein. Griffonia-Extrakt sollte in Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Griffonia kann Migräne und Kopfschmerzen lindern

Durch die Steigerung des Serotoninspiegels könnte Griffonia bei Migräne und Spannungskopfschmerzen helfen: Serotonin senkt die Schmerzschwelle. Wissenschaftler nehmen an, dass ein niedriger Serotoninspiegel zu chronischen Kopfschmerzen beitragen kann – insbesondere zu Migräne.

Migräne: Im Rahmen  einer kleinen hochwertigen Studie konnten sowohl die Häufigkeit der Migräne als auch der Schweregrad leicht gesenkt werden. Verglichen wurde 5-HTP mit einem Scheinmedikament. Auch eine Vorstudie liefert Hinweise auf die Wirksamkeit: Die Häufigkeit der Migräneattacken konnte durch 5-HTP um etwa 70 Prozent verringert werden.

Spannungskopfschmerzen: Die Einnahme von 5-HTP verringerte den Bedarf an Schmerzmitteln bei Spannungskopfschmerzen. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher durch ihre hochwertige Studie. Während des Studienzeitraums konnte allerdings keine Verringerung der Kopfschmerztage festgestellt werden – wohl aber in den zwei Wochen nach dem Absetzen von 5-HTP: In diesem Zeitraum gab es weniger Tage mit Kopfschmerzen als zuvor.

Die ersten Studienergebnisse sind vielversprechend, müssen aber noch durch große hochwertige Studien bestätigt werden. Versuchsweise können unter ärztlicher Aufsicht täglich zwischen 150 und 300 Milligramm 5-HTP aus Griffonia-Extrakt eingenommen werden. Alles über wirksame Mikronährstoffe, die bei Migräne auch ohne Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden können, erfahren Sie hier.

Hilft Griffonia bei Fibromyalgie-Schmerzen?

Fibromyalgie ist eine Muskel- und Bindegewebserkrankung. Betroffene leiden an anhaltenden Schmerzen in verschiedenen Körperregionen. Niedrige Serotonin- sowie 5-HTP-Werte im Blut gelten als ein Anhaltspunkt für Fibromyalgie und krankheitstypische Symptome wie Schlafstörungen.

Da 5-HTP einen Anstieg der Serotoninwerte bewirkt, könnte Griffonia bei Fibromyalgie Linderung verschaffen. Erste positive Ergebnisse liefert eine Vorstudie: Durch 5-HTP konnten Schmerzen, Schlafstörungen, Müdigkeit und Ängstlichkeit reduziert werden. 50 Fibromyalgie-Patienten nahmen täglich 300 Milligramm 5-HTP für 30 Tage ein. Auch in Kombination mit Medikamenten gegen Depressionen (MAO-Hemmer) verbesserte 5-HTP die Fibromyalgie-Symptome im Vergleich zu den Medikamenten allein – so das Ergebnis einer Vorstudie.

Die Ergebnisse aus den Studien liefern erste Hinweise für den Nutzen von 5-HTP bei Fibromyalgie. Die Wirkung ist aber nicht bewiesen, da bislang größere Untersuchungen fehlen. Die Einnahme von täglich 150 bis 300 Milligramm 5-HTP mit ärztlicher Begleitung ist jedoch einen Versuch wert.

Dosierungsempfehlungen auf einen Blick

Dosierungsempfehlung von 5-HTP aus Griffonia pro Tag in Milligramm (mg)

 

Depression

150 bis 300

Schlafstörungen

100 bis 300

Ängstlichkeit und Panik

150 bis 300 

Gewichtsabnahme

150 bis 300 

Kopfschmerzen und Migräne

150 bis 300 

Fibromyalgie

150 bis 300 

 

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Einnahmeempfehlung

Wann und wie sollte Griffonia eingenommen werden?

Während Griffonia in Afrika als Gemüse verzehrt wird, kommt es in Europa nur als Extrakt in Präparaten zum Einsatz. Griffonia-Extrakt ist in Form von Kapseln erhältlich. Präparate mit Griffonia sollten nur unter ärztlicher Aufsicht und nicht dauerhaft eingenommen werden: 5-HTP gelangt direkt ins Gehirn und wird zu Botenstoffen wie Serotonin umgewandelt.

Die Dosierung von 5-HTP aus Griffonia liegt in der Regel zwischen 100 und 300 Milligramm täglich und wird meist auf zwei oder drei Einzeldosen verteilt. Da es zu Beginn der Griffonia-Therapie zu leichter Übelkeit kommen kann, empfehlen Mikronährstoff-Mediziner, zunächst eine kleine Menge 5-HTP einzunehmen – zum Beispiel 50 Milligramm pro Tag. Wird die Dosis vertragen, kann die Menge gesteigert werden.

Griffonia kann zu oder zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden. Um die Verträglichkeit für den Magen zu erhöhen, ist die Einnahme zum Essen sinnvoll. Achten Sie dann jedoch darauf, dass die Mahlzeit eiweißarm ist – zum Beispiel kein Fleisch, keine Hülsenfrüchte oder Milchprodukte enthält. Eine eiweißarme Mahlzeit verbessert wahrscheinlich die Aufnahme von 5-HTP ins Gehirn.

Tipp

Idealerweise wird Griffonia-Extrakt in Kombination mit Vitamin B6 eingenommen, um eine optimale Umwandlung von 5-HTP in Serotonin zu gewährleisten. Bei Schlafstörungen und Migräne ist eine Kombination mit Magnesium sinnvoll, um die Wirksamkeit zu verbessern. 

Woran erkennt man ein gutes Griffonia-Präparat?

Ein hochwertiges Griffonia-Präparat enthält eine genau festgelegte Menge an 5-HTP. Nur so kann Griffonia exakt dosiert werden, damit Über- oder Unterdosierungen vermieden werden. Achten Sie deshalb beim Kauf von Präparaten auf Griffonia-Extrakt. Bei einem Extrakt ist der Wirkstoffgehalt genau bekannt – im Gegensatz zu Pulver aus Samen: Die Mengen wirksamer Inhaltsstoffe können in den Samen schwanken. Zu Pulver vermahlene Samen lassen sich daher nicht genau dosieren.

Gute Griffonia-Präparate sind zudem frei von Substanzen, die Allergien und Unverträglichkeiten auslösen – etwa Soja, Laktose oder Gluten. Weiterhin sollten Hersteller möglichst auf Zusatzstoffe und technische Hilfsstoffe verzichten. Empfohlen werden nur Präparate von Herstellern, die während der Produktion hohe Qualitätsstandards einhalten und die Präparate auf Schadstoffe und Verunreinigungen überprüfen.

Griffonia Qualitätscheck im Labor
Kaufen Sie nur Präparate von Herstellern, die hohe Qualitätsstandards einhalten. Außerdem sollte Griffonia-Extrakt auf Verunreinigungen untersucht sein. Bild: venuestock/iStock/Getty Images Plus

Info

Griffonia und Tryptophan waren in den 1990er-Jahren wegen gesundheitlicher Probleme Thema der Medien. Die Einnahme von Präparaten wurde mit dem Eosinophilen-Myalgie-Syndrom (EMS) in Zusammenhang gebracht. EMS ist eine Krankheit, die sich unter anderem durch Muskelschmerzen äußert. Vermutlich waren Verunreinigungen der Präparate die Ursache. Nach 1998 wurden keine neuen Fälle durch die Einnahme von 5-HTP mehr gemeldet. Die Gefahr besteht heute bei hochwertigen Präparaten nicht mehr.

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Überdosierung, Wechselwirkungen und Einnahmehinweise

Ist eine Überdosierung mit Griffonia-Extrakt möglich?

In der Regel sollten täglich nicht mehr als 300 Milligramm 5-HTP aus Griffonia-Extrakt eingenommen werden. Die häufigste Nebenwirkung bei der Einnahme höherer Mengen Griffonia-Extrakt ist leichte Übelkeit. Tritt Übelkeit auf, hilft es, mit einer geringeren Dosis zu beginnen und sie in jedem Fall über den Tag verteilt einzunehmen.

Sehr hohe Mengen an Serotonin im Gehirn können zu einem Serotonin-Syndrom führen. Dies zeigt sich zum Beispiel durch Verwirrung, hohen Puls, Ruhelosigkeit, Muskelzucken, hohe Körpertemperatur oder Schüttelfrost. Theoretisch besteht die Gefahr auch für 5-HTP, da 5-HTP sehr wirksam in Serotonin umgewandelt wird. Das Risiko wird aber als gering eingestuft: In Tierstudien verursachten nur sehr hohe Mengen von 100 Milligramm 5-HTP pro Kilogramm Körpergewicht ein Serotonin-Syndrom. Griffonia sollte zur Sicherheit jedoch unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden.

Selten können Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und Herzklopfen auftreten. Nebenwirkungen stellen sich vor allem bei einer langfristigen Einnahme ein. Der Arzt sollte bei längerer Einnahme die Leber- und Nierenwerte sowie das Blutbild prüfen. Auch ist eine Kontrolle der Serotonin-Blutwerte zu empfehlen. Griffonia-Extrakt wird meist drei Monate lang angewendet.

Griffonia-Extrakt: Wechselwirkungen mit Antidepressiva, Opioiden und Migränemitteln

Griffonia-Extrakt sollte nicht mit Medikamenten eingenommen werden, die auf die Psyche wirken und ebenfalls in den Serotonin-Haushalt eingreifen. Hierdurch könnte es zu einem Serotonin-Überschuss kommen (Serotonin-Syndrom). Dazu gehören Antidepressiva aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) mit Wirkstoffen wie Fluoxetin (Fluxet®, Fluxetin-CT®) und Escitalopram (Cipralex®, Escitalex®), trizyklische Antidepressiva wie Clomipramin (Anafranil®) sowie tetrazyklische Antidepressiva wie Mirtazapin (Remergil®, Mirtagamma®).

Auch schmerzlindernde Opioide mit den Wirkstoffen Tramadol (T-long®, Tramadolor®) und Methadon (Methaddict®) wirken auf den Serotonin-Haushalt und dürfen nicht mit Griffonia-Extrakt kombiniert werden.

Griffonia-Extrakt sollte zudem nicht zusammen mit bestimmten Medikamenten bei Migräne angewendet werden – es sei denn, die Anwendung erfolgt auf ausdrückliche Empfehlung durch den Arzt. Betroffen sind Triptane wie Sumatriptan (Imigran®). Sie haben denselben Wirkmechanismus wie 5-HTP aus Griffonia.

Griffonia-Extrakt nicht zusammen mit Safran, Tryptophan und S-Adenosyl-Methionin einnehmen

Griffonia-Extrakt sollte vorsichtshalber nicht zusammen mit Tryptophan und S-Adenosyl-Methionin (SAM) sowie Safran-Extrakt eingenommen werden. Auch diese Stoffe wirken, indem sie in den Serotonin-Haushalt eingreifen. Es ist möglich, dass zu viel Serotonin produziert wird und es so zu einem Überschuss kommt (Serotonin-Syndrom).

Griffonia-Extrakt: zu beachten bei Parkinson-Medikamenten

Griffonia-Extrakt sollte nicht mit den Parkinson-Medikamenten Carbidopa und L-Dopa kombiniert werden. Die gleichzeitige Einnahme von Carbidopa und Griffonia kann Hautveränderungen (Sklerodermie) begünstigen, die sich durch Schwellungen und Rötungen zeigen. Weiterhin kann es bei kombinierter Anwendung der beiden Wirkstoffe mit Griffonia zu einem Anstieg der 5-HTP-Menge im Gehirn kommen: Die Gefahr eines Serotonin-Syndroms könnte zunehmen. Carbidopa und L-Dopa werden oft als Kombinationspräparate verordnet (zum Beispiel Isicom®, LCE-ratio®, Nacom®).

Schwangerschaft, Stillzeit und Kinder: auf Griffonia verzichten

Aus Sicherheitsgründen wird von der Griffonia-Einnahme während der Schwangerschaft und Stillzeit abgeraten. Es fehlen ausreichende Daten, die eine sichere Anwendung belegen. Gleiches gilt für Kinder und Jugendliche.

Griffonia nicht bei Erkrankungen von Leber, Niere, Magen und Darm einnehmen

Personen mit schweren Leber- und Nierenerkrankungen sollten Griffonia-Extrakt nicht einnehmen. Eine geschwächte Leber oder Niere können 5-HTP möglicherweise nicht richtig abbauen oder ausscheiden.

Auch Personen mit Magen-Darm-Erkrankungen sollten besser keine Griffonia-Präparate einnehmen. 5-HTP könnte chronische Entzündungen der Darmschleimhaut anfeuern.

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Zusammenfassung

Griffonia-Samen enthalten 5-HTP, eine Vorstufe des Botenstoffes Serotonin. 5-HTP wirkt daher stimmungsaufhellend, schmerzlindernd, schlaffördernd und appetithemmend. Besonders zur Behandlung von Depressionen kann Griffonia-Extrakt eingesetzt werden. Ob Griffonia bei Schlafstörungen, Ängstlichkeit und Panik sowie beim Abnehmen hilft, muss noch besser untersucht werden. Erste Anhaltspunkte liegen aber bereits vor. Auch zur Linderung von Kopfschmerzen und Migräne könnte Griffonia einen unterstützenden Beitrag leisten. Weiterhin liefern erste Studien Hinweise dafür, dass 5-HTP die Symptome der Schmerzkrankheit Fibromyalgie mildert.

Die Einnahme von Griffonia sollte immer mit dem Arzt besprochen werden. Eine Überdosierung von Griffonia ist theoretisch möglich, da es direkt in den Serotonin-Haushalt eingreift. Zudem gibt es Wechselwirkungen mit einigen Medikamenten und anderen Mikronährstoffen.

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Verzeichnis der Studien und Quellen

 

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