Um unsere Abwehr im Alter zu stärken, ist eine gesunde Ernährungsowie eine gute Versorgung mit verschiedenen Vitaminen notwendig. Dazu gehören neben dem allseits bekannten Vitamin C insbesondere Vitamin D sowie ausgewählte B-Vitamine – und nicht zuletzt das in diesem Zusammenhang eher unbekannte Vitamin K. Bei Bedarf – vor allem bei nachgewiesenen Mängeln – können wir hier zu hochwertigen Mikronährstoffpräparaten greifen.
Daneben können uns regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und Hygienemaßnahmen ebenfalls vor häufigen Infekten schützen.

Wie kann Vitamin D unserer Immunabwehr helfen?
Wenn es um Vitamine und das Immunsystem geht, fällt den meisten Befragten zuerst Vitamin C ein. Dieses ist reichlich in Obst und Gemüse enthalten. Allerdings ist auch Vitamin D für unsere Abwehr gegen Krankheitserreger wichtig: Der Vitalstoff unterstützt die Zellteilung und viele Stoffwechselprozesse im Körper. Er ist auch für unser Immunsystem entscheidend, da er für Wachstum, Vermehrung und Aktivierung zahlreicher Immunzellen unerlässlich ist. Zudem fördert Vitamin D die Herstellung antimikrobiell wirkender Eiweiße.
Zahlreiche Studien haben gezeigt: Ein Vitamin-D-Mangel erhöht das Risiko für Infektionen der oberen Atemwege, während der Ausgleich eines Mangels die Infektanfälligkeit deutlich senken kann.
Niedrige Vitamin-D-Spiegel erhöhen zudem das Risiko für Autoimmunerkrankungen. Denn der Vitalstoff kann überschießende Entzündungsreaktionen dämpfen.
Wie gut sind die Menschen in Deutschland mit Vitamin D versorgt?
Unser Körper kann Vitamin D, das „Sonnenhormon“, selbst bilden. Dafür ist jedoch eine ausreichende Sonnenbestrahlung nötig, die in Deutschland nur von April bis September, meist zwischen etwa 10–15 Uhr, erreicht wird.
Mit steigendem Alter lässt die Fähigkeit der Haut zur Vitamin-D-Bildung allerdings nach. Zudem setzen sich viele ältere Menschen weniger der Sonne aus. Insbesondere bei Frauen steigt der Anteil derer, die mit dem Sonnenhormon unterversorgt sind, mit dem Alter an. Ein Grund ist ein stärkeres Schutzverhalten gegenüber der Sonne.
In Deutschland ist eine Unterversorgung mit 61,5 Prozent der Bevölkerung weit verbreitet. Einen deutlichen Vitamin-D-Mangel weisen im Durchschnitt immerhin noch 30,2 Prozent der Bundesbürger (18-79 Jahre) auf. Dabei unterliegt der Spiegel allerdings starken saisonalen Schwankungen:
Jahreszeit | Anteil der Personen mit deutlichem Vitamin-D-Mangel in % |
Frühling | 38,4 |
Sommer | 8,3 |
Herbst | 19,3 |
Winter | 52 |
Besonders im Winter benötigen wir wegen der erhöhten Infektionsgefahr eine gute Vitamin-D-Versorgung – gerade in dieser Zeit weist jedoch jeder Zweite einen Vitamin-D-Mangel auf. Da nur wenige Lebensmittel den Vitalstoff enthalten, kann die tägliche Einnahme eines Mikronährstoffpräparates sinnvoll sein. Dabei ist eine regelmäßige (tägliche) Gabe wirkungsvoller als eine wöchentliche oder gar monatliche Einnahme.

Welche Funktion hat Vitamin K für das Immunsystem?
Im Alter nimmt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems ab. Gleichzeitig kommt es vielfach zu einer chronischen niedriggradigen Entzündung im Körper. Diese kann zusätzlich zu einer reduzierten Abwehr gegen Infektionen und damit zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führen.
Menschen, die längere Zeit einen Gegenspieler zu Vitamin K als Blutverdünner einnehmen, weisen höhere Werte von Entzündungsmarkern auf als Kurzzeitanwender. Diese sogenannten Vitamin-K-Antagonisten (Cumarine wie zum Beispiel Marcumar®) sollen die Bildung von Blutgerinnseln verhindern.
Forschende gingen dieser Beobachtung in einer großen Studie (> 36.000 Teilnehmende) auf den Grund. Sie untersuchten den Zusammenhang zwischen der Vitamin-K-Zufuhr und verschiedenen Entzündungsfaktoren, die mit dem Immunsystem zusammenhängen – beispielsweise die Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen. Die Ergebnisse zeigen, dass dieser Vitalstoff chronische Entzündungen hemmen und so die Immunantwort regulieren kann.
So könnte Vitamin K beispielsweise gegen COVID-19 helfen: Studien haben gezeigt, dass ein niedriger Spiegel das Risiko für eine Erkrankung und einen schweren Verlauf erhöht.
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Welche B-Vitamine fördern die Bildung von Immunzellen?
Damit unser Immunsystem auf Infektionen optimal reagieren und ausreichend neue Immunzellen bilden kann, benötigen wir eine gute Versorgung mit B-Vitaminen, wie zum Beispiel
- Folsäure (B9) und Vitamin B12: Sie sind wichtig für die Zellteilung, die Bildung und Reparatur der Erbsubstanz (DNA) und den Eiweißstoffwechsel. Somit unterstützen sie Produktion, Wachstum und Vermehrung der Immunzellen und die Herstellung von Antikörpern.
- Vitamin B6 ist am Eiweiß- und Kohlenhydratstoffwechsel beteiligt. So kann es ebenfalls bei der Bildung von Immunzellen und Antikörpern helfen. Zudem unterstützt es den Körper dabei, Immunbotenstoffe zu bilden.
Die drei Vitamine sind auch für den Energiestoffwechsel zuständig und stellen damit sicher, dass unserem Immunsystem genügend Energie für seine Aufgaben bereitsteht.
Welche weiteren Maßnahmen können die Abwehr stärken?
Neben einer gesunden Ernährung sind weitere Lebensstilmaßnahmen förderlich für ein starkes Immunsystem. Dazu gehören beispielsweise
- ausreichend Bewegung, bevorzugt als Ausdauersport wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen. Sport kann das Immunsystem durch eine verbesserte Durchblutung stärken, die Immunzellen und Antikörper schneller an ihren Einsatzort bringt. Zudem regt körperliche Aktivität die Bildung von Immunzellen an und baut Stresshormone wie Cortisol ab, die unsere Immunabwehr hemmen.
Allerdings sollte eine Überanstrengung vermieden werden, da diese die Abwehrkräfte schwächt. - Wechselduschen, Kneipp-Anwendungen und Sauna. Sie aktivieren über die Temperaturreize die Abwehrkräfte und fördern die Durchblutung; dadurch können die Immunzellen besser alle Organe erreichen.
- Verzicht auf Rauchen und übermäßigem Genuss von Alkohol. Rauchen und Alkohol schwächen das Immunsystem, da sie unter anderem Entzündungen fördern, Immunbotenstoffe hemmen und die Anzahl von Immunzellen vermindern.
- genügend Schlaf. Er fördert die Abwehrkräfte, während Schlafmangel anfälliger für Infekte macht.
- chronischen Stress vermeiden. Da dieser Immunreaktionen unterdrückt.
Um das Ansteckungsrisiko zu senken, sollten wir zudem darauf achten,
- unsere Hände regelmäßig gründlich zu waschen: Das reduziert die Zahl der Bakterien und Viren auf den Händen.
- nicht mit ungewaschen Händen ins Gesicht zu fassen: Denn sonst können potenzielle Krankheitserreger über Auge und Nase in den Körper eindringen.
- frische Luft zu bekommen: Sie liefert genügend Sauerstoff beispielsweise für den Energiestoffwechsel. Zudem feuchtet sie die Schleimhäute an, während Heizungsluft diese austrocknet. Ist die Schleimhaut der Nase trocken, können Krankheitserreger leichter in den Körper eindringen.

Zusammenfassung
Für ein schlagkräftiges Immunsystem ist die ausreichende Versorgung mit Vitaminen unerlässlich. Zu den wichtigen Vitalstoffen gehört insbesondere Vitamin D. Es ist unter anderem daran beteiligt, Immunzellen zu aktivieren. Ein Vitamin-D-Mangel erhöht daher das Risiko für Infekte. Vitamin K kann chronische Entzündungen lindern und so beispielsweise helfen, schweren Verläufen einer COVID-19-Erkrankung vorzubeugen.
Folsäure, Vitamin B6 und B12 sind für die Vermehrung von Immunzellen unerlässlich. Durch Förderung des Eiweißstoffwechsels sorgen sie dafür, dass unser Körper Antikörper und Immunbotenstoffe bilden kann. Nicht zuletzt versorgen sie die Abwehr des Körpers mit der nötigen Energie.
Für eine gute Immunabwehr sind aber auch Sport, Sauna, frische Luft und ausreichend Schlaf wichtige Faktoren. Wer zusätzlich Hygienemaßnahmen befolgt, senkt das Risiko für Infektionen.
FAQ
Welche Vitamine fördern die Abwehrkräfte?
Neben dem bekannten Vitamin C benötigt unser Immunsystem vor allem Vitamin D. Zudem helfen Folsäure, Vitamin B6 und B12 bei der Vermehrung und Reifung von Immunzellen und stellen der Immunabwehr Energie zur Verfügung. Vitamin K reguliert (chronische) Entzündungsprozesse, die unsere Abwehr schwächen können.
Kann Folsäure das Immunsystem stärken?
Folsäure unterstützt zusammen mit Vitamin B6 und B12 die Bildung der Erbsubstanz. Damit sorgt das Trio dafür, dass sich die Immunzellen gut teilen und vermehren können. Die drei Vitamine fördern auch den Eiweißstoffwechsel, sodass genügend Antikörper gebildet werden können. Zudem wandeln sie Nährstoffe in Energie um und helfen, damit die Immunabwehr gut funktionieren kann.
Welche Bedeutung hat Vitamin D für die Immunabwehr?
Vitamin D ist für die Abwehr sehr wichtig, da es Wachstum, Vermehrung und Aktivierung zahlreicher Immunzellen unterstützt. Ein Vitamin-D-Mangel erhöht das Risiko für Atemwegsinfekte. Zudem kann der Vitalstoff überschießende Entzündungsvorgänge im Körper dämpfen und so dabei helfen, Autoimmunerkrankungen vorzubeugen.
Warum ist Vitamin K gut für unser Immunsystem?
Vitamin K kann chronische Entzündungen hemmen, die im Alter oft auftreten und unsere Abwehrkräfte schwächen. Ein Vitamin-K-Mangel kann zum Beispiel das Risiko für eine COVID-19-Erkrankung sowie für einen schweren Verlauf der Infektionskrankheit erhöhen.
Was stärkt das Immunsystem am besten?
Unsere Immunabwehr profitiert von einer gesunden Ernährung und einer guten Versorgung mit verschiedenen Vitaminen. Dazu gehören Vitamin C und D, aber auch Folsäure, Vitamin B6, B12 und K. Daneben sind Bewegung (im Freien), ausreichend Schlaf und ein gutes Stressmanagement sinnvolle Maßnahmen, die unsere Abwehrkräfte unterstützen.
Verzeichnis der Studien und Quellen
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Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) (10.09.2025): Vitamin B12. https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/vitamin-b12/, zuletzt abgerufen am 27.01.2026.
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