Gürtelrose: Schmerzen natürlich bekämpfen mit Mikronährstoffmedizin

Wie bestimmte Vitamine, Mineralstoffe und pflanzliche Wirkstoffe bei einer Gürtelrose Schmerzen lindern und das Immunsystem stärken

Eine Gürtelrose ist eine Infektionskrankheit, die durch Varizella-Zoster-Viren ausgelöst wird. Sie verursachen einen Hautausschlag. Darüber hinaus treten oft zu heftige Nervenschmerzen auf. Bei der Behandlung kommen verschiedene antivirale Wirkstoffe und Schmerzmittel zum Einsatz. Auch lässt sich die Behandlung mithilfe der Mikronährstoffmedizin wirksam unterstützen und ergänzen. Lesen Sie hier, welche Vitamine, Mineral- und Pflanzenstoffe dabei besonders wichtig sind.

Eine Frau hat einen Hautausschlag am Arm
Typisches Anzeichen einer Gürtelrose ist ein juckender, gürtelartiger Hautausschlag. Der Ausschlag verläuft meist von der Wirbelsäule aus um den Körper, dabei entstehen auch Bläschen. Bild: triocean/iStock/Getty Images Plus

Ursachen und Symptome

Beschreibung und Ursachen

Eine Gürtelrose (Herpes zoster) kennzeichnet sich durch einen halbseitigen gürtelartig verlaufenden schmerzhaften Hautausschlag. Ursache für die Erkrankung ist eine Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus (VZV). Gürtelrose ist also ansteckend. Kommt der Körper zum ersten Mal mit dem Virus in Kontakt, erkranken die Betroffenen zunächst an Windpocken. Das passiert meist schon im Kindesalter. Das Virus überdauert dann im Körper, denn die Viren wandern in das Nervensystem und nisten sich dort in den Nervenzellen ein. Hier verbleiben sie für den Rest des Lebens. In der Regel verursachen sie keine weiteren Beschwerden, weil sie durch das Immunsystem unter Kontrolle gehalten werden.

In manchen Fällen – beispielsweise, wenn die Immunabwehr geschwächt ist – können die Herpes-Viren jedoch wieder aktiviert werden. Sie beginnen dann, sich in den Nervenzellen zu vermehren und wandern entlang der Nervenfasern zurück in die Haut. Hier verursachen sie eine Entzündungsreaktion mit dem für eine Gürtelrose typischen Hautausschlag. Besonders häufig erkranken ältere Menschen zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr an Gürtelrose. Kinder und junge Erwachsene sind seltener betroffen.

Info

Das Varizella-Zoster-Virus (VZV) gehört zu den Herpesviren. Andere Herpesviren lösen ebenfalls Hautinfektionen aus: So verursacht das Herpes-simplex-Virus Typ 1 vor allem Bläschen an der Lippe, das Herpes-simplex-Virus Typ 2 führt meistens zu Genitalherpes.

Symptome und Folgeerkrankungen

Ein Bluttest zur Feststellung von Herpes
Ist man einmal mit dem Varizella-Zoster-Virus infiziert, bleibt es ein Leben lang im Körper. Bei einem geschwächten Immunsystem kann es dann zu einem Ausbruch der Gürtelrose kommen. Bild: jarun011/iStock/Getty Images Plus

Erste Symptome und auch gleichzeitig die Hauptsymptome einer Gürtelrose sind Hautausschlag und in den betroffenen Hautbereichen starke Schmerzen. Der Hautausschlag verläuft meist von der Wirbelsäule aus gürtelförmig um den Körper. Es entstehen rötliche, stecknadelkopfgroße, flüssigkeitsgefüllte Bläschen. Weitere mögliche Symptome einer Gürtelrose sind:

  • Kopfschmerzen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Juckreiz
  • leichtes Fieber

Klingt der Hautausschlag nach etwa ein bis zwei Wochen ab, lassen in der Regel auch die Schmerzen nach. Vor allem bei älteren Menschen kann es aber zu einer dauerhaften Schädigung der Nervenzellen kommen. Personen, die an einer solchen sogenannten Post-Zoster-Neuralgie leiden, verspüren starke Nervenschmerzen, die über Wochen oder Monate anhalten können. Die Haut reagiert dabei schon auf geringe Reize, die normalerweise keine Schmerzen verursachen.

Weitere Folgeschäden einer Gürtelrose können sein:

  • anhaltender Juckreiz
  • bakterielle Infektionen der Haut
  • Narbenbildung
  • Gehirnentzündung (Enzephalitis)
  • Schlaganfall
  • Entzündungen im Bereich der Augen, wie zum Beispiel Hornhautentzündungen

Bei Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem kann sich die Infektion im gesamten Körper ausbreiten und auf die inneren Organe übergehen. Dies kann lebensbedrohlich sein.

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Ziele der Behandlung

Wie wird eine Gürtelrose klassisch behandelt?

Die Behandlung zielt darauf ab, den Krankheitsverlauf zu verkürzen, die Schmerzen zu lindern und schwerwiegende Folgeerkrankungen – insbesondere die Post-Zoster-Neuralgie – zu vermeiden. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem muss außerdem verhindert werden, dass sich das Varizella-Zoster-Virus im gesamten Körper ausbreitet und die Organe angreift.          

Vor allem bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem und bei älteren Menschen kommen deshalb Wirkstoffe zum Einsatz, welche die Vermehrung der Viren blockieren. Hierzu zählen Aciclovir, Valaciclovir, Famciclovir und Brivudin. Sie können nicht nur die Krankheitsdauer verkürzen, sondern auch die Entzündungsreaktion abschwächen und das Risiko von Folgeerkrankungen verringern.

Außerdem stehen Medikamente zur Verfügung, die die Bläschen austrocknen und den bakteriellen Infektionen der Haut vorbeugen. Hautsymptome können durch geeignete Hautpflegeprodukte gelindert werden.

Info

Seit 2007 kann man sich gegen Gürtelrose impfen lassen. Der Impfstoff entspricht in etwa der Windpockenimpfung im Kindesalter, ist jedoch höher dosiert. Durch die Impfung können über die Hälfte der Erkrankungen vermieden werden, wie Studien zeigen.

Um Schmerzen einzudämmen, kann der Arzt verschiedene Schmerzmittel geben. Je nach Stärke der Schmerzen kommen verschiedene Wirkstoffe infrage:

  • nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Acetylsalicylsäure (ASS) oder Ibuprofen
  • Opioide wie Tramadol, Codein oder Morphin

Bei besonders starken Nervenschmerzen kann die Einnahme von Antiepileptika sinnvoll sein. Diese verringern die Erregbarkeit von Nervenzellen und damit die Schmerzweiterleitung. Zu den bei Gürtelrose geeigneten Antiepileptika zählen zum Beispiel Gabapentin und Pregabalin.

Ziele der Mikronährstoffmedizin

Lebensmittel die reich an Antioxdantien sind
Der Körper benötigt Vitamine und Mineralstoffe für ein funktionierendes Immunsystem, diese helfen bei Gürtelrose, die Bekämpfung des Varizella-Zoster-Virus zu unterstützen. Bei Infektionen wird deshalb eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse empfohlen. Die gezielte Einnahme von Mikronährstoffen kann zudem helfen, dass Immunsystem zu stärken. Bild: happy_lark/iStock/Getty Images Plus

Die Mikronährstoffmedizin kann die Behandlung der Gürtelrose sinnvoll ergänzen. Vitamine und Mineralstoffe stärken das Immunsystem, schützen die Nerven und können zur Schmerzlinderung beitragen. Folgende Mikronährstoffe sind für die begleitende Behandlung einer Gürtelrose besonders geeignet:

  • Vitamin C verringert die Schmerzbelastung.
  • B-Vitamine unterstützen die Funktion des Nervensystems und lindern Schmerzen.
  • Beta-Glucan stärkt das Immunsystem.
  • Grüntee-Extrakt wirkt antioxidativ, entzündungshemmend und schmerzlindernd.
  • Zink  verringert oxidativen Stress und verbessert die Immunabwehr.
  • Vitamin D lindert Nervenschmerzen.
  • Lysin hemmt möglicherweise die Vermehrung der Viren.
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Behandlung mit Mikronährstoffen

Vitamin C verringert die Schmerzbelastung

Wirkweise von Vitamin C

Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass Vitamin C schmerzstillende Eigenschaften hat. Der Mechanismus ist noch nicht eindeutig aufgeklärt, allerdings ist Vitamin C ein wirksames Antioxidans und kann Zellen und Gewebe vor Schäden durch oxidativen Stress schützen. Darüber hinaus hat es entzündungshemmende Eigenschaften, die ebenfalls zur Schmerzlinderung beitragen können. Zudem kann Vitamin C das Immunsystem so beeinflussen, dass die Wahrscheinlichkeit viraler Infekte sinkt.

Eine Unterversorgung mit Vitamin C kann ein Risikofaktor für Schmerzen und eine Post-Zoster-Neuralgie sein, wie Ergebnisse von Beobachtungsstudien verdeutlichen. Im Vergleich zu Gesunden haben Menschen mit Post-Zoster-Neuralgie einen niedrigen Vitamin-C-Spiegel: Die Hälfte wiesen einen Mangel an Vitamin C auf.

Ergebnisse einer kleinen Studie haben gezeigt, dass die Gabe von Vitamin C in die Venen den Vitamin-C-Spiegel von Patienten mit einer Post-Zoster-Neuralgie normalisieren und zudem die Schmerzen deutlich senken kann. Zahlreiche Vorstudien und Berichte von einzelnen Patientenfällen bestätigen diese Daten und zeigen einen schmerzlindernden Effekt bei bis zu 92 Prozent der Patienten. Vitamin C wurde dabei als Infusion verabreicht. Studien zur Einnahme von Vitamin-C-Präparaten liegen derzeit nur für andere Arten von Schmerzen vor.

Insgesamt scheint die Gabe von Vitamin C über die Venen bei einer Post-Zoster-Neuralgie vielversprechend zu sein und kann die Symptome lindern.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Vitamin C

Bei Gürtelrose empfehlen Mikronährstoff-Experten zur Linderung der Schmerzen die Gabe von Vitamin C über Infusionen. Die empfohlenen Dosierungen liegen zwischen 2,5 und 15 Gramm pro Tag. Laut ersten Studien waren bei einer Post-Zoster-Neuralgie 2,5 Gramm Vitamin C wirksam, während zur Schmerzlinderung einer Gürtelrose 7,5 bis 15 Gramm gegeben wurden. Die Infusion wird in der Regel ein- bis dreimal pro Woche für ein bis zwei Wochen gegeben.

Expertenwissen

In sehr hohen Mengen wirkt Vitamin C allerdings nicht mehr antioxidativ, sondern fördert die Entstehung freier Sauerstoffradikale. Darum sollten bei Post-Zoster-Neuralgie auf längere Zeit gesehen nur 2,5 Gramm (g) intravenös eingesetzt werden.

Möchten Sie Ihr Immunsystem durch Vitamin-C-Präparate unterstützen, empfehlen Mikronährstoff-Experten 1.000 bis 2.000 Milligramm Vitamin C pro Tag. Bei höheren Dosierungen ist es ratsam, die Gesamtmenge in mehreren kleineren Dosen einzunehmen – zum Beispiel 5 x 200 Milligramm. Bei Vitamin-C-Mengen über 200 Milligramm sinkt nämlich die Aufnahme im Körper. Vitamin C kann zu den Mahlzeiten eingenommen werden, aber auch dazwischen. Die Einnahme zu einer Mahlzeit verbessert die Verträglichkeit.

Vitamin C: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Bei Nierensteinen sollte die Vitamin-C-Dosis unter 1.000 Milligramm pro Tag bleiben. Vitamin C wird im Körper teilweise zu Oxalsäure abgebaut. Diese Verbindung bildet mit Calcium sogenannte Calciumoxalat-Steine. Aus diesem Grund sollte Vitamin C auch bei Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) nicht in hohen Dosierungen (über 500 Milligramm pro Tag) eingenommen werden.

Da Vitamin C die Eisenaufnahme verbessert, sollten bei Menschen mit krankhafter Eisenüberladung (Hämochromatose) höhere Vitamin-C-Gaben nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Es gibt Hinweise darauf, dass hoch dosiertes Vitamin C ab einer Menge von 1.000 Milligramm täglich die Wirkung des Blutverdünners Warfarin vermindern kann. Informieren Sie gegebenenfalls Ihren Arzt darüber, dass Sie Medikamente zur Blutverdünnung einnehmen.

Vitamin C setzte im Tierversuch die Wirkung des Blutkrebs-Medikaments Bortezomib herab und sollte deshalb während einer solchen Therapie ausschließlich nach einer Absprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden.

B-Vitamine unterstützten das Nervensystem und lindern Schmerzen

Wirkweise von B-Vitaminen

Illustration von Nervenzellen
B-Vitamine werden zum Beispiel für den Aufbau der Myelinschicht, eine spezielle Schutzschicht der Nervenfasern, gebraucht. Auf diese Weise können sie zum Schutz der Nerven bei Gürtelrose beitragen. Bild: Rost-9D/iStock/Getty Images Plus

B-Vitamine spielen eine wichtige Rolle für die Funktion des Nervensystems. Verschiedene Vorstudien und Übersichtsarbeiten belegen, dass B-Vitamine Nervenschmerzen lindern, die Wirksamkeit von Schmerzmitteln verbessern und Entzündungsreaktionen eindämmen können. Wissenschaftler vermuten, dass B-Vitamine ihre schmerzstillende Wirkung auf verschiedene Weisen entfalten: Die Vitamine B1, B6 und B12 fördern die Erneuerung und Erholung der gereizten oder verletzten Nervenfasern und verbessern die Fähigkeit, Nervensignale weiterzuleiten.

Es gibt Hinweise aus einer Beobachtungsstudie, dass Patienten mit Post-Zoster-Neuralgie geringere Vitamin-B12-Werte aufweisen als Gesunde. Die schmerzstillende Wirkung der aktiven Vitamin-B12-Form Methylcobalamin wurde bereits in zahlreichen Vorstudien untersucht. Diese belegen einen Nutzen bei ganz unterschiedlichen Arten von Schmerzen, darunter auch Schmerzen infolge einer Nervenschädigung. Eine Übersichtsarbeit zur Wirkung von Vitamin B12 bei Patienten mit einer Post-Zoster-Neuralgie kam zu dem Ergebnis, dass die Schmerzen der Studienteilnehmer deutlich abnahmen, weniger Betroffene auf Schmerzmittel angewiesen waren und die Lebensqualität sich verbesserte.

Zwar muss die positive Wirkung von Vitamin B12 bei einer Gürtelrose noch durch hochwertige klinische Studien untermauert werden, dennoch ist die Ergänzung von Vitamin B12 eine kostengünstige, einfache Maßnahme und einen Versuch wert. Da B-Vitamine im Stoffwechsel eng zusammenarbeiten, werden sie zur Unterstützung der Nerven meist in Kombination empfohlen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von B-Vitaminen

Zu Linderung von Schmerzen bei Gürtelrose werden bis zu 500 Mikrogramm Vitamin B12 als Methylcobalamin täglich empfohlen. Methylcobalamin, also die aktive Form von Vitamin B12, war in wissenschaftlichen Studien besonders wirksam.

Es ist ratsam, Vitamin B12 in Form eines Kombinationspräparats zur Mahlzeit einzunehmen, das den gesamten Vitamin-B-Komplex enthält: Zum Vitamin-B-Komplex gehören neben Vitamin B12 zum Beispiel auch die Vitamine B1, B6 sowie Folsäure. Achten Sie darauf, dass die empfohlenen Mengen abgedeckt sind – wie 1 bis 3 Milligramm Vitamin B1, 1 bis 3 Milligramm Vitamin B6 und 200 Mikrogramm Folsäure.

B-Vitamine: zu beachten bei Nierenerkrankungen

Personen mit Nierenerkrankungen dürfen Vitamin B12 nur in Form von Methylcobalamin einnehmen, nicht als Cyanocobalamin: Es gibt Hinweise darauf, dass Cyanocobalamin in hohen Dosen schädlich für die Nieren ist.

Beta-Glucan stärkt das Immunsystem

Wirkweise von Beta-Glucan

Beta-Glucan ist ein Stoff, der natürlicherweise in Zellwänden von Hefen, Pilzen und einigen Bakterien vorkommt. Gezielt eingesetzt, kann er das Immunsystem aktivieren und damit die Abwehrkraft des Körpers verbessern. Das zeigen Ergebnisse aus Tierversuchen. Ein Versuch an Mäusen belegt auch, dass sich das Risiko für Infektionen mit dem verwandten Virus Herpes simplex durch die Gabe von Beta-Glucan verringerte. 

Eine hochwertige Studie an Menschen verdeutlicht die positive Wirkung von Beta-Glucan auf das Immunsystem: Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die Einnahme von Beta-Glucan die Häufigkeit von Atemwegsinfekten deutlich senkte. Der Nutzen von Beta-Glucan bei einer Gürtelrose wurde jedoch noch nicht in hochwertigen Studien untersucht. Da Beta-Glucan jedoch allgemein auf das Immunsystem wirkt, könnte sich eine Einnahme auch bei einer Gürtelrose lohnen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Beta-Glucan

Beta-Glucan aus Hefe
Beta-Glucan, welches das Immunsystem anregt, ist natürlicherweise in den Zellen von Hefe enthalten. Es gibt auch Beta-Glucan aus Hafer, aber das hat eine andere Wirkung: Es dient als Ballaststoff und regt die Verdauung an. Bild: jirkaejc/iStock/Thinkstock

Zur Dosierung im Falle einer Gürtelrose gibt es noch keine konkreten Empfehlungen. Zur Vorbeugung und Linderung von Atemwegsinfekten und zur Unterstützung des Immunsystems wird Beta-Glucan in einer täglichen Dosis zwischen 250 und 1.000 Milligramm eingesetzt. Da Beta-Glucan allgemein auf das Immunsystem wirkt, könnte es in dieser Dosierung auch bei anderen Virusinfektionen zur Linderung der Beschwerden beitragen.

Beta-Glucan aus Hefe ist beispielsweise in Form von Kapseln erhältlich und gilt als gut verträglich. Nehmen Sie das Präparat am besten zu den Mahlzeiten ein.

Grüntee-Extrakt: antioxidativ, entzündungshemmend und schmerzlindernd

Wirkweise von Grüntee-Extrakt

Grüntee-Extrakt hat antioxidative Eigenschaften und schützt den Körper vor einer Schädigung durch freie Sauerstoffradikale. Außerdem beeinflusst er das Immunsystem und wirkt entzündungshemmend, indem er die Produktion entzündungsfördernder Botenstoffe eindämmt. Daher kann Grüntee-Extrakt Schmerzen entgegenwirken. Darüber hinaus erschwert er verschiedenen Viren den Zugang zum Körper und macht sie hierdurch weniger infektiös. Bisher wurde dies für verschiedene Herpesviren getestet – für das Varizella-Zoster-Virus, das Gürtelrose verursacht, jedoch noch nicht. Eine Wirkung kann möglich sein.

Zahlreiche Tierversuche liefern zudem Hinweise auf eine schmerzlindernde Wirkung von Grüntee-Extrakt bei Nervenschmerzen und anderen Schmerzen. Dabei wurde der Extrakt gespritzt. Die schmerzlindernde Wirkung von Grüntee-Extrakt bei einer Gürtelrose muss allerdings noch in hochwertigen Studien untersucht werden. Dennoch erscheint die Einnahme im Hinblick auf die schmerzstillenden, entzündungshemmenden und antiviralen Eigenschaften vielversprechend.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Grüntee-Extrakt

Mikronährstoff-Experten empfehlen bei einer Gürtelrose die Einnahme von 500 Milligramm Grüntee-Extrakt pro Tag. Für die Wirkung von Grüntee sind Catechine verantwortlich, besonders Epigallocatechingallat (EGCG). Möchten Sie Grüntee ergänzen, achten Sie auf Präparate, die einen EGCG-Gehalt von 250 Milligramm haben.

In Tabletten- oder Kapselform sollte Grüntee-Extrakt mit etwas Flüssigkeit zu einer Mahlzeit eingenommen werden, da er so besser verträglich ist. Eine Einnahme auf nüchternen Magen sollte vermieden werden.

Grüntee-Extrakt: zu beachten bei Schwangerschaft, Lebererkrankungen und Medikamenteneinnahme

Es gibt noch keine Studien zur Sicherheit von Grüntee-Extrakt in der Schwangerschaft. Daher sollten Schwangere keinen Grüntee-Extrakt einnehmen. Bei Lebererkrankungen sollte ein Arzt gefragt werden, ob Grüntee-Extrakt eingenommen werden kann. In seltenen Fällen können die Leberwerte ansteigen.

Bestimmte Stoffe in grünem Tee blockieren die Aufnahme von Medikamenten, dazu gehören der Betablocker Bisoprolol oder der Blutdrucksenker Nifedipin. Zwischen der Einnahme dieser Medikamente und dem Teetrinken oder der Einnahme der Grüntee-Kapseln sollten deshalb mindestens vier Stunden liegen. Grüner Tee kann die Wirkung von Krebsmedikamenten mit dem Wirkstoff Bortezomib aufheben. Wenn Sie Grüntee-Extrakte bei einer Krebstherapie einnehmen wollen, sollten Sie das immer mit dem behandelnden Arzt abstimmen.

Zink verringert oxidativen Stress und verbessert die Immunabwehr

Wirkweise von Zink

Zink schützt den Körper vor oxidativem Stress. Zudem unterstützt es die Funktion des Immunsystems und kontrolliert Entzündungsreaktionen. Dementsprechend wurde bereits in zahlreichen Beobachtungsstudien gezeigt, dass ein Zinkmangel die Immunabwehr schwächen und die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen kann. Auch Post-Zoster-Neuralgie-Patienten nach einer Gürtelrose haben im Vergleich zu gesunden Menschen geringe Zinkwerte. Ein Zinkmangel erhöht das Risiko, an dieser Neuralgie zu erkranken.

Eine Übersichtsarbeit und erste Ergebnisse aus Untersuchungen an Zellkulturen weisen darauf hin, dass Zink die Vermehrung bestimmter Viren unterdrückt, die eine Leberentzündung (Hepatitis) hervorrufen. Ob Zink auch auf das Varizella-Zoster-Virus eine ähnliche Wirkung hat und den Verlauf einer Gürtelrose günstig beeinflussen kann, ist aber noch nicht in hochwertigen Studien untersucht worden. Da Zink die Funktion des Immunsystems positiv beeinflusst, erscheint die Einnahme bei einer Gürtelrose aber vielversprechend. Ein Zinkmangel sollte bei Infektionskrankheiten vermieden werden.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Zink

Mikronährstoff-Experten empfehlen für ein starkes Immunsystems die tägliche Zufuhr von 10 bis 20 Milligramm Zink, am besten zusammen mit Vitamin C, da diese sich gegenseitig in ihrer Wirkung unterstützen. Gute Zinkverbindungen sind organische Verbindungen wie Zinkcitrat.

Zinkpräparate sollten zu einer Mahlzeit eingenommen werden, da sie auf leeren Magen Magenprobleme verursachen können. Außerdem ist die Zinkaufnahme in Kombination mit Lebensmitteln besser – insbesondere, wenn sie Aminosäuren und Eiweiße enthalten. Dies trifft vor allem auf tierische Lebensmittel zu.

Zink: zu beachten bei Nierenerkrankungen und Medikamenteneinnahme

Bei einer chronischen Nierenschwäche oder anderen Nierenerkrankungen sollte Zink nicht zusätzlich über Mineralstoffpräparate eingenommen werden. Geschwächte Nieren können Zink nicht richtig ausscheiden, die Zink-Blutspiegel können zu hoch werden.

Zink reduziert die Wirkung bestimmter Antibiotika mit den Wirkstoffgruppen der Gyrasehemmer und Tetracycline sowie die der Osteoporose-Medikamente, der sogenannten Bisphosphonate. Ratsam ist es, zwischen der Einnahme von Antibiotika oder Osteoporose-Medikamenten und Zinkpräparaten einen Abstand von mindestens zwei Stunden einzuhalten.

Vitamin D kann Schmerzen lindern

Wirkweise von Vitamin D

Mehrere Vitamin D Präparate
Ärzte empfehlen bei Gürtelrose einen möglichen Vitamin-D-Mangel durch geeignete Präparate auszugleichen. Die Menge in Lebensmitteln ist zu gering, um einen Vitamin-D-Mangel zu beheben. Auch die Sonnenstrahlen reichen meist nicht aus – vor allem im Winter – um genügend Vitamin D zu bilden, ein Großteil hat daher einen Mangel. Bild: Farion_O/iStock/Getty Images Plus

Vitamin D ist wichtig für die Funktion des Immun- und Nervensystems. Einige Wissenschaftler vermuten, dass Vitamin D den Verlauf einer Gürtelrose und einer Post-Zoster-Neuralgie positiv beeinflussen kann. Auch auf die Wirksamkeit der Behandlung und auf das Risiko von weiteren Komplikationen einer Gürtelrose könnte sich Vitamin D günstig auswirken.

Ergebnisse einer Beobachtungsstudie an Patienten mit niedrigen Vitamin-D-Spiegeln weisen beispielsweise darauf hin, dass Infektionen mit Varizella-Zoster-Viren bei diesen möglicherweise schlechter abgewehrt werden können als bei Menschen mit normalen Vitamin-D-Spiegeln. Ebenso zeigen zwei Übersichtsarbeiten, dass ein Vitamin-D-Mangel mit verschiedenen Arten von Schmerzen in Zusammenhang stehen könnte. Personen mit einem Mangel hatten stärkere Schmerzen.

Einer Vorstudie zufolge kann das Spritzen von hoch dosiertem Vitamin D Schmerzen bei einer Diabetes-bedingten Nervenschädigung lindern. Auch die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten hilft bei Schmerzen: Kriegsveteranen mit chronischen Schmerzen profitierten einer weiteren Vorstudie zufolge mit einer Schmerzlinderung und einer verbesserten Lebensqualität. Ob Vitamin D auch Schmerzen bei einer Gürtelrose positiv beeinflussen kann, ist noch unklar, dennoch sollte ein Vitamin-D-Mangel auf jeden Fall vermieden werden: Vitamin D stärkt das Immunsystem.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Vitamin D

Mikronährstoff-Experten empfehlen bei Gürtelrose im Allgemeinen eine tägliche Dosis von 1.000 bis 2.000 Internationalen Einheiten. Idealerweise sollten Sie jedoch vor der Einnahme Ihren Vitamin-D-Spiegel beim Arzt bestimmen lassen. Nur so ist es möglich, die optimale Dosierung zu finden. Bei einem starken Mangel werden zum Beispiel höhere Dosierungen benötigt, um ihn auszugleichen.

Da Vitamin D ein fettlösliches Vitamin ist, sollte es gemeinsam mit dem Essen eingenommen werden: Fett aus der Mahlzeit steigert die Aufnahme im Darm.

Vitamin-D-Spiegel im Labor bestimmen lassen

Bei Infektionskrankheiten ist es ratsam, den Vitamin-D-Spiegel zu kontrollieren. Dazu eignet sich eine Untersuchung des Blutserums, bei der der Spiegel von Calcidiol (25-OH-Vitamin-D) ermittelt wird. Das ist die Transportform von Vitamin D. Ein Wert von weniger als 20 Nanogramm pro Milliliter gilt als unzureichend. Werte zwischen 40 und 60 Nanogramm pro Milliliter gelten als optimal.

Vitamin D: zu beachten bei Erkrankungen und Einnahme von Entwässerungsmedikamenten

Damit sich das durch Vitamin D verstärkt aufgenommene Calcium nicht im Blut anreichert, sollten Personen mit Nierenerkrankungen Vitamin-D-Präparate nur in Rücksprache mit dem Arzt einnehmen. Besondere Vorsicht gilt außerdem für Personen, die zu calciumhaltigen Nierensteinen neigen. Ein Vitamin-D-Mangel sollte dann nur unter ärztlicher Kontrolle ausgeglichen werden.

Patienten mit der entzündlichen Bindegewebserkrankung Sarkoidose (Morbus Boeck) haben häufig erhöhte Calciumspiegel und sollten auf die Einnahme hoch dosierter Vitamin-D-Präparate verzichten.

Entwässerungsmedikamente (Diuretika) aus der Gruppe der Thiazide mit den Wirkstoffen Hydrochlorothiazid, Xipamid und Indapamid senken die Ausscheidung von Calcium über die Nieren – der Calciumspiegel im Blut ist erhöht. Da auch Vitamin D den Calciumspiegel hochtreibt, darf Vitamin D mit Thiaziden nur eingenommen werden, wenn der Calciumspiegel regelmäßig überprüft wird.

Hemmt Lysin die Vermehrung von Varizella-Zoster-Viren?

Wirkweise von Lysin

Illustration von Herpesviren
Die eng verwandten Herpes-simplex-Viren benötigen für ihre Vermehrung in den Nervenzellen die Aminosäure Arginin. Lysin ist ein Gegenspieler von Arginin und entzieht dem Virus das benötigte Arginin, dadurch ist die Vermehrung gehemmt. Forscher vermuten, dass Lysin bei Varizella-Zoster-Viren, die Gürtelrose verursachen, ganz ähnlich wirkt. Bild: Dr_Microbe/iStock/Getty Images Plus

Die Wirkung der Aminosäure Lysin auf Varizella-Zoster-Viren wurde noch nicht in wissenschaftlichen Studien untersucht. Es wird allerdings vermutet, dass Lysin die Vermehrung der eng verwandten Herpes-simplex-Viren hemmen kann. Herpes-Viren brauchen Arginin für ihr Wachstum. Lysin ist ein Gegenspieler von Arginin und kann dessen Nutzbarkeit stören. So wird für Herpes-Viren ein Argininmangel ausgelöst. Varizella-Zoster-Viren gehören ebenfalls zu den Herpes-Viren.

Für Infektionen durch Herpes-simplex-Viren – zum Beispiel Lippenherpes – wurde der Nutzen von Lysin bereits in einzelnen Vorstudien gezeigt. In einer kleinen, aber hochwertigen Studie erkrankten Patienten mit wiederkehrenden Herpes-simplex-Infektionen weniger häufig, hatten weniger starke Beschwerden und eine verkürzte Heildauer, wenn sie Lysin einnahmen. Da diese Ergebnisse nicht immer bestätigt werden konnten und größere hochwertige Studien fehlen, gilt die Wirkung von Lysin aber noch nicht als sicher nachgewiesen. Zudem ist ungewiss, ob sich die Studienergebnisse auf Infektionen mit Varizella-Zoster-Viren und Gürtelrose übertragen lassen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Lysin

Die optimale Dosierung von Lysin bei Gürtelrose ist noch nicht bekannt. Mikronährstoff-Experten halten jedoch eine Dosis von 500 bis 3.000 Milligramm pro Tag für angemessen. Diese Dosierung war auch bei anderen Herpes-Viren wirksam und kann deshalb auch bei Gürtelrose unterstützend versucht werden.

Lysinpräparate sind beispielsweise als Kapseln erhältlich. Nehmen Sie die Gesamtdosis am besten über den Tag verteilt mit reichlich Flüssigkeit zwischen den Mahlzeiten ein. Da Lysin ein Gegenspieler von Arginin ist, sollte Lysin jedoch nicht dauerhaft in hoher Dosierung eingenommen werden, da sonst ein Argininmangel entstehen kann. Bei einer Einnahme, die länger als zwei Monate dauert, sollte die Lysindosierung deshalb unter 1.200 Milligramm liegen.

Lysin: zu beachten bei Erkrankungen, Schwangerschaft und Stillzeit

Personen mit schweren Schädigungen der Nieren und bei akutem Nierenversagen sollten kein Lysin einnehmen. Es könnte die Beschwerden verstärken. Auch Personen mit einer akuten Autoimmunerkrankung sollten auf die Ergänzung von Lysin verzichten. Diabetikern wird empfohlen, bei Einnahme von Lysin den Blutzuckerspiegel öfter zu kontrollieren: Es gibt Hinweise, dass Lysin den Blutzuckerspiegel verringern kann.

Wenn eine Operation geplant ist, sollte Lysin rechtzeitig vorher abgesetzt werden. Es könnte die Blutgerinnung beeinflussen. Auch Schwangere und Stillende sollten wegen der möglichen Wirkung auf die Blutgerinnung auf die Einnahme von Lysin verzichten.

Dosierungen auf einen Blick

Empfehlung pro Tag bei Gürtelrose

 

Vitamine

Vitamin C

1.000 bis 2.000 Milligramm (mg) oder in Rücksprache mit dem Arzt als Infusion in die Vene

Vitamin B12

bis 500 Mikrogramm (µg)

Vitamin B2

1 bis 3 Milligramm

Vitamin B6

1 bis 3 Milligramm

Folsäure

200 Mikrogramm

Vitamin D

1.000 bis 2.000 Internationale Einheiten (IE)

  
 

Mineralstoffe

Zink

10 bis 20 Milligramm

  
 

Sonstige

Beta-Glucan

250 bis 1.000 Milligramm

Grüntee-Extrakt

500 Milligramm (250 Milligramm EGCG)

Lysin

500 bis 3.000 Milligramm

 

Sinnvolle Laboruntersuchungen auf einen Blick

Sinnvolle Blutuntersuchungen bei Gürtelrose

 

Optimalwerte

Vitamin D

40 b bis 60 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml)

 

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Unterstützung von Medikamenten mit Mikronährstoffen

NSAR: optimale Wirksamkeit durch B-Vitamine

Einige hochwertige Studien haben bei verschiedenen Schmerzen gezeigt, dass B-Vitamine, wie zum Beispiel Vitamin B12, die Wirkung nicht steroidaler Antirheumatika (NSAR) verbessern können. Dazu gehören zum Beispiel Ibuprofen und Diclofenac.

B-Vitamine tragen zu einer stärkeren Schmerzlinderung bei und können in manchen Fällen den Bedarf an Schmerzmitteln verringern. In Studien wurden die Vitamine meist gespritzt. Es gibt aber auch Studien zur Einnahme Vitamin-B-Tabletten. Vorgeschlagen sind folgende Dosierungen: 50 bis 100 Milligramm Vitamin B1 sowie Vitamin B6, 250 bis 1.000 Mikrogramm Vitamin B12 und 400 bis 1.000 Mikrogramm Folsäure pro Tag.

Acetylsalicylsäure greift den Magen an

Eine Blisterpackung mit Tabletten
Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure können auf Dauer die Magenschleimhaut angreifen, dem kann mit Vitamin D entgegengewirkt werden. Vitamin C ist ein wichtiges Antioxidans und schützt die Magenschleimhaut. Bild: Fahroni/iStock/Getty Images Plus

Die längere und regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln mit Acetylsalicylsäure (ASS) kann Magenprobleme verursachen. Diese lassen sich durch die Kombination mit Vitamin C eindämmen. Acetylsalicylsäure senkt den Vitamin-C-Spiegel, da es die Vitamin-C-Aufnahme im Darm hemmt und gleichzeitig seine Ausscheidung über die Niere fördert. Empfohlen wird die Einnahme von zwei mal 500 Milligramm Vitamin C pro Tag begleitend zu Acetylsalicylsäure.

Opioide verursachen einen Mikronährstoffmangel

Opioide verursachen oft einen Mangel an verschiedenen Mikronährstoffen. Opioide (zum Beispiel Tramadol, Codein oder Morphin) führen als Nebenwirkung zu Appetitlosigkeit und Magen-Darm-Beschwerden, was die Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen beeinträchtigt.

Deshalb empfehlen Mikronährstoff-Mediziner bei regelmäßiger Einnahme von Opioiden die Ergänzung eines Multimikronährstoffpräparats – mit insbesondere:

  • Vitamin D: 1.000 bis 2.000 Internationale Einheiten
  • Vitamin C: bis 500 Milligramm
  • Zink: 10 bis 15 Milligramm

Pregabalin: Zink verbessert die Wirksamkeit des Antiepileptikums

Das Antiepileptikum Pregabalin wird häufig zur Schmerzlinderung bei einer Post-Zoster-Neuralgie eingesetzt. Allerdings sprechen nicht alle Patienten gleichermaßen gut auf die Therapie an. Es gibt jedoch Hinweise aus Fallberichten, dass die zusätzliche Einnahme von Zink die Wirksamkeit der medikamentösen Schmerztherapie verbessern kann. Das trifft vor allem dann zu, wenn die Patienten Zinkmangel hatten. Um einen Zinkmangel zu vermeiden und unterstützend zu Pregabalin, werden 15 bis 30 Milligramm Zink vorgeschlagen.

Dosierungen auf einen Blick

Empfehlung pro Tag bei Medikamenteneinnahme

NSAR (Ibuprofen, Diclofenac, Acetylsalicylsäure)

 

Vitamin B1

50 bis 100 Milligramm (mg)

Vitamin B

50 bis 100 Milligramm

Vitamin B12

250 bis 1.000 Mikrogramm (µg)

Folsäure

400 bis 1.000 Mikrogramm

  

Acetylsalicylsäure

 

Vitamin C

1.000 Milligramm

  

Opioide

 

Vitamin D

1.000 bis 2.000 Internationale Einheiten (IE)

Vitamin C

bis 500 Milligramm

Zink

10 bis 15 Milligramm

  

Pregabalin

 

Zink

15 bis 30 Milligramm

 

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Zusammenfassung

Gürtelrose ist eine Infektionskrankheit, die durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) ausgelöst wird. Typisch ist ein gürtelartiger Hautausschlag. Die Betroffenen leiden zudem unter Schmerzen. Die Behandlung der Schmerzen der Gürtelrose lässt sich mithilfe der Mikronährstoffmedizin verbessern. Auch unterstützen bestimmte Stoffe das Immunsystem und können die Therapie begleiten.

Vitamin C senkt die Schmerzbelastung unter anderem dadurch, dass es die Zellen und Gewebe vor oxidativem Stress schützt und Entzündungen lindert. Außerdem beeinflusst es das Immunsystem und senkt die Wahrscheinlichkeit viraler Infekte. B-Vitamine unterstützen die Funktion des Nervensystems, lindern Schmerzen und dämmen Entzündungsreaktionen ein. Beta-Glucan stärkt das Immunsystem und verbessert die Abwehrkräfte. Grüntee-Extrakt wirkt antioxidativ, beeinflusst das Immunsystem und wirkt Schmerzen entgegen. Auch Zink schützt den Körper vor einer Schädigung durch freie Radikale und stärkt das Abwehrsystem. Vitamin D kann Schmerzen lindern und den Verlauf einer Gürtelrose günstig beeinflussen. Lysin kann zudem die Vermehrung von Herpes-simplex-Viren hemmen. Wissenschaftler vermuten, dass auch andere Herpes-Viren durch Lysin gehemmt werden können.

Einige Medikamente, die der Arzt bei einer Gürtelrose verschreibt, wirken besser, wenn die Einnahme mit bestimmten Mikronährstoffen kombiniert wird. Das gilt zum Beispiel für Pregabalin und Zink, aber auch für NSAR und B-Vitamine. Das Schmerzmittel Acetylsalicylsäure verursacht bei einigen Menschen Magenprobleme, die sich durch die Einnahme von Vitamin C oft vermeiden lassen. Mangelzuständen, die unter der Einnahme von Opioiden auftreten können, lassen sich durch die Einnahme eines Multimikronährstoffpräparats vorbeugen.

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