Anämie: Blutarmut mit Mikronährstoffmedizin behandeln

Vitamine und Mineralstoffe beseitigen die Ursache einer Anämie und verbessern die Beschwerden

Bei einer Blutarmut (Anämie) fehlt es an roten Blutkörperchen oder an dem Blutfarbstoff Hämoglobin. Dadurch sind der Sauerstofftransport und die Energieproduktion im Körper beeinträchtigt. Typische Symptome einer Anämie sind Konzentrationsprobleme, Müdigkeit, Blässe, Leistungsschwäche und Atemnot. Erfahren Sie, wie Sie Blutarmut erkennen und mit Vitaminen und Mineralstoffen erfolgreich behandeln können.

Ursachen und Symptome

Symptome von Anämie

Vergleich der Anzahl der roten Blutkörper bei Anämie und einem gesunden Menschen
Bei einer Anämie (Blutarmut) ist im Körper nicht ausreichend roter Blutfarbstoff, sogenanntes Hämoglobin, vorhanden und/oder es fehlt an roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Bild: solar22/iStock/Getty Images Plus

Bei einer Anämie (Blutarmut) ist im Körper nicht ausreichend roter Blutfarbstoff, sogenanntes Hämoglobin, vorhanden und/oder es fehlt an roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Aufgabe der roten Blutkörperchen ist es, den Sauerstoff aus der Lunge über die Blutbahnen zu den Organen und Geweben zu transportieren. Chemisch gebunden ist der Sauerstoff dabei an den Blutfarbstoff Hämoglobin.

Mangelt es an Hämoglobin oder an roten Blutkörperchen, wird der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Dadurch entstehen Symptome wie Konzentrationsstörung, Blässe, Müdigkeit, Leistungsschwäche, Kopfschmerzen, schnelles Frieren, Herzrasen, Schwindel oder Atemnot – vor allem bei körperlicher Anstrengung. Je nach Ursache für die Anämie, können auch Anzeichen wie Haarausfall, Juckreiz und trockene Haut auftreten.

Ursachen von Anämie – Anämieformen

Die Ursachen für eine Anämie sind unterschiedlich. Die am häufigsten vorkommenden Arten von Anämien sind Mangelanämien, bei denen eine Unterversorgung mit Mineralstoffen oder Vitaminen die Blutarmut verursacht. Besonders verbreitet sind die Eisenmangelanämie sowie Vitamin-B12- und Folsäure-Mangelanämie.

Weitere Ursachen sind:

  • Blutverlust: Die einfachste Ursache ist, wenn der Körper etwa bei einem Unfall oder einer Operation viel Blut verliert und er diesen Verlust nicht schnell genug ausgleichen kann. Auch starke Monatsblutungen und unerkannte Magen-Darm-Blutungen sind Ursachen für dauernden Blutverlust.
  • Zerstörung von Blutkörperchen: Bei der hämolytischen Anämie werden mehr rote Blutkörperchen im Körper zerstört als neu gebildet werden können. Das geschieht unter anderem durch eine Schwermetallbelastung, bestimmte Autoimmunerkrankungen oder Infektionen (Malaria).
  • Mangelnde Blutbildung (aplastische Anämie): Der Körper bildet zu wenig Blutzellen. Zum Beispiel stören Gifte, Medikamente (Chemotherapie) oder eine Strahlentherapie die Vermehrung der Blutzellen. Auch schwächende Erkrankungen, entzündliche Erkrankungen (Rheuma, chronischentzündliche Darmerkrankung), Nierenschwäche, Schilddrüsenunterfunktion und Blutkrebs führen zu dieser Form der Anämie. Mit zunehmendem Alter kann die Blutbildung außerdem schwächer ausfallen.
  • Sonstige Ursachen: Auch eine krankhaft vergrößerte Milz kann eine Anämie auslösen, in dem sie die Blutkörperchen nicht richtig im Körper verteilt. Sehr selten sind genetische Gründe für eine Anämie (wie Sichelzellenanämie).
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Ziele der Behandlung

Wie wird Anämie klassisch behandelt?

Die Behandlung einer Anämie richtet sich nach der Ursache für die Blutarmut. Häufig liegen Vitamin- oder Mineralstoffmängel vor, aber nicht immer ist auch eine falsche Ernährung die eigentliche Ursache. Oft stecken auch andere Erkrankungen dahinter, wie Magen- oder Darmerkrankungen (Gastritis, Dünndarmfehlbesiedelung, Zöliakie oder CED), sodass die Aufnahme der Vitamine und Mineralstoffe im Darm gestört ist. Auch eine Magenverkleinerung oder ein Magenbypass (bariatrische Operationen) sind Ursachen für eine Vitamin-Mangelversorgung.

Bei einer Eisenmangelanämie ist es das Ziel, den Eisenspeicher wieder aufzufüllen. Hierfür erhalten die Betroffenen Eisenpräparate, die sie so lange einnehmen müssen, bis der Eisengehalt wieder einen Wert von 100 Mikrogramm pro Liter Blut erreicht.

Bei einer Folsäure- oder Vitamin-B12-Mangelanämie werden ebenfalls die fehlenden Vitamine ersetzt, um den Mangel auszugleichen. Ein Folsäuremangel entsteht durch schlechte Ernährungsgewohnheiten oder auch durch Alkoholmissbrauch. Ursachen für einen Vitamin-B12-Mangel erfahren Sie hier.

Ziele der Mikronährstoffmedizin

Arzt zeigte eine Pille mit Mikronährstoffen
Bei der Blutbildung wirken viele Vitamine und Mineralien zusammen. In der Mikronährstoffmedizin geht es darum, die bei der Anämie alle relevanten Stoffe zuzuführen. Bild: Visivasnc/iStock/Getty Images Plus

Bei der Blutbildung wirken viele Vitamine und Mineralstoffe zusammen. In der Mikronährstoffmedizin geht es darum, alle bei einer Anämie relevanten Stoffe zuzuführen – nicht nur Eisen oder Folsäure und Vitamin B12. Dabei kommen Vitamine und Spurenelemente zum Einsatz, die die Aufnahme und Verwertung von Eisen verbessern sowie die Wirkung von Folsäure und Vitamin B12 bei der Blutbildung (Zellteilung) unterstützen.

Bei Eisenmangelanämie helfen:

  • Eisen ermöglicht die Herstellung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin.
  • Kupfer unterstützt die Eisenverwertung und Blutbildung.
  • Zink hilft, Eisenmangel effektiver auszugleichen.
  • Vitamin B2 ist ein wichtiger Teampartner von Eisen.
  • Vitamin A verbessert den Eisentransport im Körper.
  • Vitamin C verstärkt die Eisenaufnahme.

Für die Blutbildung braucht der Körper:

  • Vitamin B12 gleicht eine zu schwache VitaminB12-Aufnahme bei Magen-Darm-Störungen aus.
  • Folsäure verbessert die Eisenverwertung und Blutbildung.
  • Vitamin C aktiviert Folsäure.
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Behandlung mit Mikronährstoffen

Eisen bekämpft eine durch einen Eisenmangel ausgelöste Anämie

Wirkweise von Eisen bei Anämie

Eisen ist Bestandteil des Blutfarbstoffs Hämoglobin, der für den Sauerstofftransport verantwortlich ist. Ohne Eisen kann das Hämoglobin diese Aufgabe nicht erfüllen. Fehlt es an Eisen, ist auch die Bildung neuer Blutkörperchen (Erythropoese) gestört. Außerdem sind Zellstoffwechsel und Energieproduktion behindert. Das betrifft auch den Herzmuskel, sodass Herzpatienten (Herzschwäche) besonders auf die Eisenversorgung achten müssen.

Ein erhöhtes Risiko für eine Eisenmangelanämie haben zum Beispiel Frauen bei starker Menstruationsblutung, Schwangerschaft oder kurz nach einer Entbindung. Daneben haben Veganer beziehungsweise Vegetarier häufig Eisenmangel, da sie mit dem Verzicht auf Fleisch auch einen wichtigen Eisenlieferanten verlieren. Betroffen sind auch Menschen mit Krebs, Alkoholiker sowie mit entzündlichen Erkrankungen (Rheuma). Auch Sportler verlieren Eisen mit dem Schweiß.

Unbehandelt kann eine Eisenmangelanämie schwerwiegende Folgen haben, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen, eine erhöhte Infektanfälligkeit sowie Komplikationen in der Schwangerschaft (Frühgeburt, geringes Geburtsgewicht).

Durch die Einnahme von Eisenpräparaten lässt sich eine Eisenmangelanämie gut behandeln. Hochwertige Studien zeigen, dass die tägliche Eiseneinnahme bei den meisten Betroffenen die Hämoglobinspiegel erhöht, Erschöpfungszustände verringert und die Lebensqualität der Betroffenen verbessert.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Eisen bei Anämie

Bei Anämie, die durch einen nachgewiesenen Eisenmangel ausgelöst wird, sollten die Betroffenen täglich bei leichtem Eisenmangel 20 bis 40 Milligramm und bei schwerem 50 bis 100 Milligramm Eisen einnehmen. In schweren Fällen kann der Arzt bis 200 Milligramm Eisen pro Tag empfehlen, zum Beispiel in Form von Tabletten oder Kapseln.

Der Eisenspiegel sollte regelmäßig kontrolliert werden, spätestens bis drei Monate nach Beginn der Behandlung. Mikronährstoffmediziner empfehlen, die Eisenpräparate auch noch drei bis sechs Monate nach Abklingen der Anämie einzunehmen, und zwar so lange, bis ein Zielwert von 100 Mikrogramm Ferritin pro Liter Blut erreicht ist. Ferritin ist das Eiweiß, das für die Eisenspeicherung zuständig ist.

Expertenwissen

Als Faustformel für die Dosierung des Eisenpräparats gilt: (Eisen-Sollwert – Eisen-Istwert in Gramm pro Deziliter (g/dl) Blut) x 250 = Gesamtdosis in Milligramm (mg).

Eisenpräparate können Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Wenn Sie die Präparate zu einer Mahlzeit einnehmen, verbessert sich die Verträglichkeit. Allerdings wird auch die Verfügbarkeit für den Körper eingeschränkt. Insbesondere Kaffee, Tee oder Milch hemmen die Aufnahme im Darm. Problematisch sind auch pflanzliche Lebensmittel (Erbsen, Bohnen, Getreide, Leinsamen, Sonnenblumenkerne): Sie enthalten einen Stoff (Phytinsäure), der die Aufnahme von Eisen hemmt.

Um Nebenwirkungen gering zu halten, achten Sie darauf, dass die Präparate Eisen in Form von Eisenfumarat, Eisenbisglycinat oder Eisengluconat enthalten. Diese Verbindungen sind besonders verträglich. Einige Hersteller bieten auch verkapseltes Eisen an. Dies verbessert die Verträglichkeit ebenfalls.

Info

Bei stark ausgeprägtem Eisenmangel oder wenn die Therapie mit Tabletten oder Kapseln nicht anschlägt, besteht auch die Möglichkeit, Eisen über mehrere Injektionen in die Venen zu geben. Auf diese Weise lässt sich eine Eisenmangelanämie schneller bekämpfen.

Eisenwerte im Labor bestimmen lassen

Laborantin führt einen Eisenwert-Test durch
Um herauszufinden, ob ein Eisenmangel besteht, überprüft der Arzt vier unterschiedliche Laborparameter: den Blutfarbstoff Hämoglobin, das Eisenspeichereiweiß Ferritin, das Eisen-transporteiweiß Transferrin sowie der Entzündungsmaker CRP. Bild: luchschen/iStock/Getty Images Plus

Um herauszufinden, ob ein Eisenmangel besteht, überprüft der Arzt vier unterschiedliche Laborwerte: den Blutfarbstoff Hämoglobin, das Eisenspeichereiweiß Ferritin, das Eisentransporteiweiß Transferrin sowie den Entzündungsmarker CRP (C-reaktive Protein).

Folgende Werte deuten auf einen behandlungsbedürftigen Eisenmangel hin:

  • Hämoglobin: unter 12 Gramm pro Deziliter Blut bei Frauen, unter 15 Gramm pro Deziliter Blut bei Männern
  • Transferrin: über 380 Milligramm pro Deziliter Blut
  • Ferritin: unter 12 Mikrogramm pro Liter Blut 
  • CRP: unter 0,5 Milligramm pro Deziliter

Expertenwissen

Der Entzündungsmarker CRP zeigt an, ob ein Eisenmangel oder eine Entzündung den Transferrin-Anstieg auslöst. Bei Entzündungen steigt häufig auch der Transferrin-Wert. Ist der CRP-Wert also normal, liegt tatsächlich ein Eisenmangel vor und keine versteckte Entzündung.

Zu beachten bei Medikamenteneinnahme

Gichtmedikamente mit dem Wirkstoff Allopurinol (Zyloric®, Allobeta®) können die Speicherung von Eisen in der Leber erhöhen, was auf Dauer zu einer Eisenüberladung führt. Vermeiden Sie es daher, diese Medikamente zusammen mit hoch dosierten Eisenpräparaten einzunehmen.

Eisen verringert zusätzlich die Wirkung zahlreicher Medikamente, wenn sie zeitgleich eingenommen werden – zum Beispiel:

  • Blutdrucksenker mit Wirkstoffen wie Benazepril (Lotensin HCT®) oder Captopril (Tensobon®)
  • Osteoporosemedikamente mit Wirkstoffen wie Alendronat (Fosamax®) oder Pamidronat (Aredia®)
  • Arzneimittel gegen Parkinson mit den Wirkstoffen Carbidopa (Duodopa®) oder LDopa (Levopar®)
  • Schilddrüsenmedikamente mit Thyroxin (LThyroxin Henning®)
  • Antibiotika wie Penicillin (Amoxibeta®, Amoxypen®) oder Ampicillin (Binotal®)
  • Tuberkulosemedikamente mit dem Wirkstoff Rifampicin (Eremfat®)

Wenn Sie diese Medikamente einnehmen, sollten Sie einen Einnahmeabstand von zwei bis drei Stunden zum Eisenpräparat beachten.

Darüber hinaus vermindert Eisen die Aufnahme und Wirkung von Mineralstoffpräparaten mit Magnesium, Calcium, Zink und Mangan. Auch hier sollte ein Abstand von zwei bis drei Stunden eingehalten werden.

Kupfer unterstützt den Eisentransport

Wirkweise von Kupfer bei Anämie

Kupferhaltige Nahrungsmittel
Das Spurenelement Kupfer spielt bei der Entstehung von Anämie zwar eine Nebenrolle, dennoch ist es wichtig. Bild: ratmaner/iStock/Getty Images Plus

Das Spurenelement Kupfer spielt bei der Entstehung von Anämie zwar eine Nebenrolle, dennoch ist es wichtig: Als Cofaktor von Enzymen ist es an einer Vielzahl von Auf- und Abbauprozessen beteiligt, so zum Beispiel auch an der Bildung des Blutfarbstoffs Hämoglobin und der roten Blutzellen.

Kupfer wird außerdem gebraucht, damit der Körper Eisen überhaupt verwerten kann: Das kupferhaltige Enzym Coeruloplasmin ermöglicht den Einbau von Eisen in das Transporteiweiß Transferrin. Dieses Transporteiweiß bringt Eisen in die Organe und Gewebe. Ein niedriger Kupferstatus kann die Aufnahme und Verwertung von Eisen im Körper deutlich herabsenken.

Auf diese Weise kann ein Kupfermangel eine Anämie mit verursachen. Kennzeichen sind sehr kleine Blutzellen (mikrozytäre Anämie). Der Kupfermangel und die damit verbundene Blutarmut können durch eine Behandlung mit Kupferpräparaten in vier bis zwölf Wochen vollständig ausgeglichen werden.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Kupfer bei Anämie

Bei kupferbedingter Anämie wird empfohlen, täglich 1 bis 3 Milligramm Kupfer in Form von Tabletten oder Kapseln einzunehmen. Die Therapie sollte über vier bis zwölf Wochen fortgeführt werden, bis der Mangel ausgeglichen ist.

Am besten nehmen Sie Kupferpräparate etwa 30 bis 60 Minuten vor einer Mahlzeit ein. Falls Sie zu Magenbeschwerden neigen, können Sie Kupfer auch zu den Mahlzeiten einnehmen – dann ist es leichter verträglich. Achten Sie auf für den Körper gut verfügbare Kupferverbindungen, zum Beispiel organisches Kupfercitrat oder Kupfergluconat.

Kupferwerte im Labor bestimmen lassen

Im Rahmen einer Blutuntersuchung kann der Kupferspiegel im Serum (flüssiger Teil des Blutes) bestimmt werden. Als normal gilt ein Wert von 11,6 bis 19,2 Mikromol pro Liter für Frauen und ein Wert von 12,4 bis 20,6 Mikromol pro Liter für Männer.

Alternativ lässt sich der Kupferstatus auch im Urin messen. Hierbei wird über einen Zeitraum von 24 Stunden der Urin gesammelt. Die Normwerte für die Kupferkonzentration im Sammelurin betragen 0,16 bis 0,94 Mikromol in 24 Stunden.

Info

Die klinische Aussagekraft des gemessenen Kupferspiegels ist allerdings oft eingeschränkt, da auch Stress, Infektionen oder die Antibabypille die Kupferwerte im Urin oder Blutserum erhöhen können. Besteht der Verdacht auf durch Kupfermangel ausgelöste Anämie, kann es sinnvoll sein, zusätzlich auch den Status von Coeruloplasmin im Blutserum zu ermitteln. Werte von 0,2 bis 0,6 Gramm pro Liter gelten als normal.

Zu beachten bei Erkrankungen, Medikamenten, Schwangerschaft und Stillzeit

Bei der erblich bedingten Kupferspeicherkrankheit Morbus Wilson kann die Leber überflüssiges Kupfer nicht ausscheiden. Dadurch entstehen Kupferablagerungen in der Leber und im Gehirn. Betroffene mit Morbus Wilson sollten keine Kupferpräparate einnehmen.

Da geschwächte Nieren überschüssiges Kupfer nicht ausscheiden können, sollten Menschen mit schweren Nierenschäden besser auf Kupferpräparate verzichten.

In Schwangerschaft und Stillzeit sollten hoch dosierte Kupferpräparate nur bei einem nachgewiesenen Mangel eingenommen werden und nicht dauerhaft mehr als 2 Milligramm Kupfer pro Tag. Hier fehlen Untersuchungen zur Sicherheit.

Hormonelle Verhütungsmittel wie die Antibabypille erhöhen den Kupferspiegel im Blut. Auch wenn es keine Hinweise darauf gibt, dass diese erhöhten Spiegel giftig sind, sollten Sie die langfristige Einnahme von Kupferpräparaten in Dosierungen über 2.000 Mikrogramm täglich mit Ihrem Arzt absprechen.

Mit Zink einen Eisenmangel ausgleichen

Wirkweise von Zink bei Anämie

Zink ist ebenso wie Kupfer Cofaktor unterschiedlicher Enzyme und spielt eine wichtige Rolle im Eisenstoffwechsel – und damit auch bei der Entstehung von Anämie. Mehrere Beobachtungsstudien zeigen, dass die Zinkspiegel bei Betroffenen mit Anämie niedriger waren als bei gesunden Vergleichsprobanden. Auch ein Eisenmangel kommt häufiger bei Menschen vor, die unter Zinkmangel leiden.

Daher empfehlen Experten, bei Anämie auch auf eine ausreichende Versorgung mit Zink zu achten. Im Rahmen einer ersten Studie konnte ein Mikronährstoffpräparat mit Eisen, Zink und Vitamin A die Hämoglobinspiegel bei Anämie deutlicher erhöhen als das Eisenpräparat allein.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Zink bei Anämie

Bei einer Eisenmangelanämie sollte ein zusätzlicher Zinkmangel vermieden und ein eventuell bestehendes Defizit über Zinkpräparate ausgeglichen werden. Hierfür empfehlen Mikronährstoffmediziner täglich 15 Milligramm Zink einzunehmen, zum Beispiel in Form von Tabletten oder Kapseln.

Tipp

Achtung: Eisen- und Zinkpräparate sollten nicht gleichzeitig eingenommen werden. Eisen verringert die Aufnahme von Zink im Körper, insbesondere wenn beide Mineralstoffe auf leeren Magen eingenommen werden. Um dies zu verhindern, sollten Sie Zink einen „Vorsprung“ geben und es etwa 30 bis 60 Minuten vor dem Eisenpräparat einnehmen.

Zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Schwache Nieren haben Schwierigkeiten, Zink auszuscheiden. Daher sollten Sie auf Zinkpräparate verzichten, wenn Sie unter einer Nierenerkrankung leiden.

Zink bindet Antibiotika und macht sie auf diese Weise unwirksam, wenn beides gleichzeitig eingenommen wird. Zu den betroffenen Arzneimitteln zählen unter anderem Gyrasehemmer mit den Wirkstoffen Levofloxacin (Tavanic®), Ciprofloxacin (Ciloxan®, Ciprobay®) oder Enoxacin (Enoxor®), aber auch Tetracycline mit den Wirkstoffen Tetracyclin (Achromycin®, Tefilin®) oder Doxycyclin (Supracyclin®, Vibramycin®). Gleiches gilt für Osteoporosemedikamente (Biphosphonate), die Wirkstoffe wie Alendronat (Fosamax®, Tevanate®), Clodronat (Bonefos®) oder Etidronat (Didronel®) enthalten. Halten Sie daher einen Abstand von zwei bis drei Stunden zwischen der Einnahme von Osteoporosemedikamenten oder Antibiotika und Zinkpräparaten ein.

Vitamin B2: Teampartner von Eisen

Wirkweise von Vitamin B2 bei Anämie

Darstellung der chemischen Formel von Riboflavin
Vitamin B2 (Riboflavin) ist ein weiterer wichtiger Teampartner von Eisen: Es unterstützt die Eisenaufnahme im Darm und wird außerdem gebraucht, um die Speicherform von Eisen für den Körper nutzbar zu machen. Bild: makaule/iStock/Getty Images Plus

Vitamin B2 (Riboflavin) ist ein weiterer wichtiger Teampartner von Eisen: Es unterstützt die Eisenaufnahme im Darm und wird außerdem gebraucht, um die Speicherform von Eisen für den Körper nutzbar zu machen. Ein Vitamin-B2-Mangel wirkt sich negativ auf den Eisenstoffwechsel aus und kann dadurch die Entwicklung einer Anämie begünstigen.

Erste Studien zeigen, dass die Einnahme von Vitamin B2 den Blutstatus und den Effekt zusätzlich eingenommener Eisenpräparate bei Anämie verbessert: In einer Untersuchung bei Schwangeren stieg durch die Einnahme von Eisen mit Vitamin B2 der Hämoglobinspiegel und die Zahl der roten Blutkörperchen an, während in der Gruppe mit einem Eisenpräparat ohne Vitamin B2 das Hämoglobin und die roten Blutkörperchen sogar abnahmen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Vitamin B2 bei Anämie

Bei Anämie wird empfohlen, täglich 2 bis 9 Milligramm Vitamin B2 zu oder zwischen den Mahlzeiten einzunehmen. Die Einnahme zu den Mahlzeiten verbessert meist die Verträglichkeit. Vitamin B2 ist zum Beispiel in Form von Kapseln erhältlich.  

Vitamin A: Grundversorgung bei Eisenmangel sichern

Wirkweise von Vitamin A bei Anämie

Auch Vitamin A beeinflusst die Versorgung mit Eisen im Körper. Erste Untersuchungen zeigen, dass ein Vitamin-A-Mangel eine Anämie verschlechtern kann. Die Einnahme von Vitamin A kann hingegen den Eisenspiegel und vor allem den Eisentransport im Blut anheben. Vitamin A verbessert damit den Therapieerfolg einer Eiseneinnahme.

Ein Vitamin-A-Mangel ist in Deutschland selten. Dennoch kann er zum Beispiel bei Personen auftreten, die auch häufig von einem Eisenmangel betroffen sind. Dazu zählen Menschen mit Verdauungsstörungen, Alkoholiker oder Veganer. Deshalb ist es wichtig, bei einer Anämie auch auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin A zu achten.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Vitamin A bei Anämie

Bei einer Anämie sollten Sie darauf achten, täglich etwa 400 bis 800 Mikrogramm Vitamin A zu sich zu nehmen. Vitamin A gehört zu den fettlöslichen Vitaminen und braucht daher Fett aus der Nahrung, um vom Körper optimal aufgenommen zu werden. Nehmen Sie deshalb Vitamin-A-Präparate am besten zu den Mahlzeiten ein.

Zu beachten in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Medikamenteneinnahme und Erkrankungen

Schwangere sollten kein zusätzliches Vitamin A über Präparate einnehmen. In der Schwangerschaft können hohe Dosen über 3.000 Mikrogramm zu Fehlbildungen des ungeborenen Kindes führen. Dabei sind die Mengen in Lebensmitteln auch zu berücksichtigen.

Cholesterinsenker wie Cholestyramine (Lipocol®, Vasosan®, Quantalan®) und Colestipol (Colestid®) sowie Orlistat (Orlistat Hexal®) gegen Übergewicht sollten nicht zusammen mit Vitamin A eingenommen werden. Die Mittel behindern die Aufnahme von Vitamin A. Halten Sie einen Sicherheitsabstand von zwei Stunden ein.

Wenn Sie eine schwache Niere haben oder Dialysepatient sind, kann es zu Vitamin-A-Überdosierungen kommen. Besprechen Sie dann die Einnahme mit Ihrem Arzt.

Vitamin B12 für die Produktion von roten Blutkörperchen

Wirkweise von Vitamin B12 bei Anämie

Vitamin B12 wird bei der Zellteilung und damit auch bei der Bildung der roten Blutkörperchen gebraucht, um den Träger der Erbinformation (DNA) zu verdoppeln. Ohne Vitamin B12 können sich im Knochenmark die unreifen Vorläuferzellen nicht ausreichend teilen. Es kommt zu wenigen, aber sehr großen Blutzellen (perniziöse Anämie).

Das Risiko für eine Vitamin-B12-Mangelanämie ist bei Personen mit Magen- oder Darmerkrankungen erhöht. Im Magen wird ein Transporteiweiß (intrinsischer Faktor) hergestellt, das der Darm braucht, um Vitamin B12 aufzunehmen. Sind Magen oder Darm erkrankt, funktioniert der Prozess nicht. Zudem haben Senioren ein erhöhtes Mangelrisiko, da die Produktion dieses Transporteiweißes mit steigendem Alter nachlässt.

Auch Vegetarier und Veganer gehören zu den Risikogruppen, da pflanzliche Lebensmittel grundsätzlich arm an Vitamin-B12 sind. Schwangere oder stillende Frauen haben ebenfalls ein höheres Risiko für diese Anämieform.

Da der Körper Vitamin B12 sehr lange speichern kann, dauert es vier bis zehn Jahre, bis Mangelsymptome sichtbar werden.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Vitamin B12

Um eine Vitamin-B12-Mangelanämie zu behandeln, werden täglich für einige Wochen bis zu 1.000 Mikrogramm Vitamin B12 in Form von Methylcobalamin empfohlen, bis der Mangel ausgeglichen ist. Besonders sinnvoll sind Lutschtabletten, weil Vitamin B12 auch über die Mundschleimhaut aufgenommen wird.

Ist eine Magen- oder Darmerkrankung Ursache des Vitamin-B12-Mangels, muss die Zufuhr im oberen Bereich liegen (500 bis 1.000 Mikrogramm) und meist lebenslang erfolgen, damit trotz des Defekts noch ausreichend Vitamin B12 in den Körper gelangt (zum Beispiel bei atrophischer Gastritis, Helicobacter pylori-Infektion oder bei langfristiger Einnahme von Säureblockern wie Omeprazol oder Pantoprazol).

In besonders schweren Mangelsituationen besteht auch die Möglichkeit, Vitamin B12 über eine Spritze in die Vene oder in den Muskel zu geben.

Nehmen Sie hoch dosierte Vitamin-B12-Präparate am besten zu den Mahlzeiten ein, um Magenbeschwerden zu vermeiden.


Vitamin-B12-Spiegel im Labor bestimmen lassen

Um den Spiegel von Vitamin B12 zu bestimmen, wird das aktive Vitamin B12, das sogenannte Holotranscobalamin (HoloTC), im Blutserum gemessen. Idealerweise liegt der HoloTC-Wert über 54 Pikomol pro Liter.

Expertenwissen

Ob der Vitamin-B12-Mangel auf einen Mangel am intrinsischen Faktor zurückzuführen ist, kann im Rahmen des Schilling-Tests herausgefunden werden. Dabei erhalten die Patienten radioaktiv markiertes Vitamin B12. Dann wird geprüft, wie viel des markierten Vitamins wieder ausgeschieden wird. Wenn es nicht aufgenommen wird, liegt eine intestinale Vitamin-B-12-Malabsorption vor. In einem zweiten Versuch wird Vitamin B12 plus intrinsischer Faktor gegeben. Wenn im ersten Fall keine und im zweiten Fall eine gute Aufnahme beobachtet wird, kann der Defekt auf den Produktionsort des intrinsischen Faktors (Magen) eingeschränkt werden.

Zu beachten in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Erkrankungen

In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte hoch dosiertes Vitamin B12 nur bei nachgewiesenem Mangel und in Absprache mit dem Frauenarzt eingenommen werden.

Personen mit Nierenschäden sollten unbedingt darauf achten, dass sie Vitamin B12 nicht in Form von Cyanocobalamin, sondern als Methylcobalamin einnehmen: Es gibt Hinweise, dass die Vitamin-B12-Form Cyanocobalamin bei Nierenschwäche schädlich sein könnte.

Folsäure verbessert den Sauerstofftransport

Wirkweise von Folsäure bei Anämie

Bei der Folsäure-Mangelanämie ist die Herstellung der DNA in den blutbildenden Zellen im Knochenmark beeinträchtigt. Der Körper braucht neben Eisen und Vitamin B12 auch Folsäure, damit sich die Zellen teilen können und zu Blutzellen heranreifen. Fehlt es an dem Vitamin, wachsen die Zellen zwar weiter, können sich aber nicht teilen. Dadurch entstehen abnormal große Blutkörperchen. Die Zahl der roten Blutkörperchen und der Hämoglobingehalt im Blut ist insgesamt geringer – und damit auch der Sauerstofftransport des Blutes.

Folsäure kann der Körper nicht speichern und muss sie daher ständig über die Nahrung aufnehmen. Ein Mangel wird schnell sichtbar. Er äußert sich zum Beispiel durch Müdigkeit, Erschöpfung und Konzentrationsprobleme.

Eine Folsäure-Mangelanämie droht bei Alkoholmissbrauch und Lebensmittelunverträglichkeiten (Zöliakie). Auch Medikamente zum Beispiel gegen Epilepsie (Primidon (wie Mylepsinum®), Carbamazepin (wie Tegretal®, Timonil®), Phenytoin (wie Phenhydan®, Zentropl®), Phenobarbital (wie Luminal®)) oder die Antibabypille können die Folsäureaufnahme stören. In der Schwangerschaft ist der Folsäurebedarf erhöht, bei älteren Menschen ist häufig eine schlechte Ernährung mit wenig frischem Obst oder Gemüse schuld am Folsäuremangel. Auch bei Diäten mit rascher Gewichtsabnahme drohen solche Zustände.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Folsäure bei Anämie

Menschen mit einer Folsäure-Mangelanämie sollten täglich 1.000 bis 5.000 Mikrogramm Folsäure einnehmen, bis sich die Anzeichen der Anämie gebessert haben. Danach sollte auf eine Folsäurezufuhr von 400 bis 800 Mikrogramm geachtet werden.

Tipp

Jeder zweite Mensch hat eine Genveränderung, die bewirkt, dass Folsäure in die aktive Form 5-Methyltetrahydrofolsäure (5-MTHF) nur unzureichend umgewandelt wird. Auf diese Weise kann ein Mangel entstehen, auch wenn ausreichend Folsäure eingenommen wird. Darum sollte Folsäure in Form von 5-Methyltetrahydrofolsäure verwendet werden.

Folsäurespiegel im Labor bestimmen lassen

Um den Folsäurespiegel zu ermitteln, bestimmt der Arzt den Folat-Status in den roten Blutkörperchen. Ein Wert zwischen 250 und 400 Mikrogramm Erythrozyten-Folat pro Liter Blut gilt als normal.

Info

Achtung – Folsäure am besten immer zusammen mit Vitamin B12 einnehmen: Folsäure kann einen Vitamin-B12-Mangel unsichtbar machen. Im Blutbild liefern ein Vitamin-B12-Mangel und ein Folsäuremangel die gleichen Ergebnisse. Wenn Sie Folsäure einnehmen, verbessern sich zwar objektiv die Ergebnisse der Blutuntersuchungen – auch in Bezug auf einen Vitamin-B12-Mangel. Aber die neurologischen Symptome eines Vitamin-B12-Mangels bleiben bestehen.

Zu beachten in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme

Schwangere und stillende Frauen sollten die Einnahme hoch dosierter Folsäure (über 800 Mikrogramm) mit ihrem Arzt absprechen.

Folsäure kann die Wirkung des Antibiotikums Trimethoprim (Infectotrimet®, Proloprim®), des Malariamittels Proguanil (Paludrine®) und des Toxoplasmose-Medikaments Pyrimethamin (Daraprim®) herabsetzen. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass hoch dosierte Folsäure Nebenwirkungen von Krebsmedikamenten mit den Wirkstoffen 5-Fluorouracil (Actikerall®, Benda 5 FU®) und Capecitabine (Xeloda®) verstärken kann. Wenn Sie diese Medikamente einnehmen, besprechen Sie eine Folsäureeinnahme vorher mit Ihrem Arzt.

Vitamin C verstärkt die Wirkung von Eisen und Folsäure

Wirkweise von Vitamin C bei Anämie

Vitamin C unterstützt auf unterschiedliche Weise die Blutbildung bei Anämie: Zum einen hilft es bei der Umwandlung von Folsäure in ihre aktive Form Tetrahydrofolsäure, die der Körper verwerten kann. Zum anderen verbessert Vitamin C die Aufnahme von Eisen und zwar auch dann, wenn Hemmstoffe der Eisenaufnahme in der Nahrung vorhanden sind.

In einer vorläufigen kleinen Studie unter Kindern mit leichter Eisenmangelanämie zeigte sich, dass sich bei denjenigen, die Vitamin-C-Präparate bekamen, die Anämie-Parameter verbesserten, wie der Hämogloblin- und Ferritingehalt sowie die Anzahl der roten Blutkörperchen – und zwar auch ohne Eisenpräparate. Dieser positive Effekt stieg mit zunehmender Vitamin-C-Dosis an. Die wirksamste Dosis bei den Kindern war 50 Milligramm Vitamin C pro Tag.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Vitamin C bei Anämie

Bei Anämie empfehlen Mikronährstoffmediziner, täglich 100 bis 300 Milligramm Vitamin C einzunehmen, zum Beispiel in Form von Tabletten oder Kapseln. Vitamin C in Form von Ascorbinsäure kann bei sensiblen Personen Magenbeschwerden verursachen. Die Einnahme zu den Mahlzeiten verbessert die Verträglichkeit.

Dosierungen auf einen Blick

Empfehlung pro Tag bei Anämie

Eisenmangelanämie

Eisen

50 bis 200 Milligramm (mg)

Kupfer

1 bis 3 Milligramm

Zink

15 Milligramm

Vitamin B2

2 bis 9 Milligramm

Vitamin A

400 bis 800 Mikrogramm (µg)

Vitamin C

100 bis 300 Milligramm

  

Vitamin-B12/Folsäure-Mangelanämie

Vitamin B12

1.000 Mikrogramm

Folsäure

1.000 bis 5.000 Mikrogramm

Vitamin C

100 bis 300 Milligramm

 

Sinnvolle Laboruntersuchungen auf einen Blick

Sinnvolle Blutuntersuchungen bei Anämie

 

Normalwerte

Eisen:

Ferritin

Transferrin

 

Hämoglobin:

Frauen

Männer

 

CRP

 

über 12 bis 20 Mikrogramm pro Liter (µg/l)

360 bis 380 Milligramm pro Deziliter (mg/dl)

 

 

über 12 Gramm pro Deziliter (g/dl)

über 15 Gramm pro Deziliter

 

0,5 Milligramm pro Deziliter

Kupfer (Serum):

Frauen

 

11,6 bis 19,2 Mikromol pro Liter (µmol/l)

Männer

12,4 bis 20,6 Mikromol pro Liter

Vitamin B12/

Holotranscobalamin (Serum)

über 54 Pikomol pro Liter (pmol/l)

Folsäure (Erythrozyten-Folat)

250 bis 400 Mikrogramm pro Liter

 

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Zusammenfassung

Bei einer Anämie ist der Sauerstofftransport im Blut gestört. Das führt zu Beschwerden wie Müdigkeit, Frieren, Blässe und Schwindel. Ursache für die Blutarmut ist, dass der rote Blutfarbstoff oder rote Blutkörperchen nicht ausreichend zur Verfügung stehen, die die Gewebe und Organe mit Sauerstoff versorgen. Hierfür gibt es unterschiedliche Gründe. Am häufigsten kommen Anämieformen vor, die durch einen Mangel an Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure hervorgerufen werden.

In der Mikronährstoffmedizin wird bei Mangelanämien nicht nur fehlendes Eisen oder Vitamin B12 und Folsäure ersetzt, sondern auch alle Vitamine und Mineralstoffe, die an der Eisenaufnahme und dem Eisenstoffwechsel beteiligt sind (Kupfer, Zink, Vitamin B2, Vitamin A). Auch Vitamin C fördert die Eisenaufnahme und hilft dem Körper dabei, Folsäure zu verwerten. Auf diese Weise lässt sich eine Anämie gut behandeln und ist heilbar.

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Verzeichnis der Studien und Quellen

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