Besser hören mit Mikronährstoffmedizin

Wie bestimmte Mikronährstoffe das Hörvermögen bei Schwerhörigkeit verbessern können

Der normale Alterungsprozess oder äußere Einflüsse wie Lärm können unser Gehör schädigen. Die Behandlung der Schwerhörigkeit hängt im Wesentlichen von den Ursachen für die Hörminderung ab. In vielen Fällen kann die Mikronährstoffmedizin die klassische Behandlung wirksam unterstützen. Erfahren Sie hier, welche Mikronährstoffe besonders wichtig für eine gute Hörfähigkeit sind. 

Schwerhörigkeit im Alter
Vor allem einer Schwerhörigkeit im Alter können Mikronährstoffe entgegenwirken. Viele Stoffe fördern zum Beispiel die Durchblutung und helfen so, die Nervenzellen ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen. Bild: AndreyPopov/iStock/Getty Images Plus

Ursachen und Symptome

Was versteht man unter Schwerhörigkeit?

Bei einer Schwerhörigkeit ist das Hörvermögen eingeschränkt. Es gibt drei Formen, die sich in ihrer Entstehung unterscheiden:

  • Schallleitungsschwerhörigkeit: Dabei gelangt der Schall nicht ausreichend vom Außenohr zum Innenohr. Meist sind Schäden im Mittelohr der Grund.
  • Schallempfindungsstörung: Durch eine Nervenschädigung sind Teile des Innenohrs, der Hörnerv oder Teile des Gehirns beeinträchtigt. Der Schall wird zwar normal vom Innenohr empfangen, dort aber nicht mehr richtig zu Nervenimpulsen verarbeitet und weitergeleitet.
  • Kombinationen davon: Bei einer kombinierten Schallleitungs- und Schallempfindungsstörung sind Mittelohr (Schallweiterleitung) und Innenohr (Schallverarbeitung) beeinträchtigt.

Die Beschwerden können von einer leichten Hörminderung bis hin zu einem vollständigen Hörverlust (Gehörlosigkeit) reichen. Dies kann dauerhaft sein (zum Beispiel bei Altersschwerhörigkeit) oder vorübergehend (zum Beispiel bei Fremdkörpern im Gehörgang).

Eine Schwerhörigkeit tritt häufig im höheren Lebensalter auf, da das Gehör durch den Alterungsprozess natürlicherweise abnimmt. Allerdings kann eine Schwerhörigkeit auch bereits bei Kindern und Säuglingen vorliegen.

Ursachen von Schwerhörigkeit

Eine Schwerhörigkeit kann vielfältige Ursachen haben. Diese umfassen neben der normalen Schwerhörigkeit im Alter (Presbyakusis) beispielsweise:

  • anhaltender Lärm (chronisches Schalltrauma) oder kurzfristiger extremer Lärm (akutes Schalltrauma)
  • Schäden an Nerven und Gehirn durch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Nervenerkrankungen wie Multiple Sklerose
  • Fremdkörper oder Ohrenschmalzpfropfen im Gehörgang
  • Infektionskrankheiten, die das Mittelohr in Mitleidenschaft ziehen können, zum Beispiel Mumps, Masern, Meningitis oder Scharlach
  • Entzündungen, zum Beispiel eine Mittelohrentzündung oder Otosklerose (Knochenerkrankung)
  • Verletzungen und Vernarbungen, zum Beispiel ein gerissenes Trommelfell
  • verminderte Durchblutung, zum Beispiel infolge einer Arteriosklerose oder eines Schlaganfalls
  • psychische Ursachen wie Stress oder ein Trauma
  • Ohrerkrankungen wie Hörsturz, Ohrensausen (Tinnitus) oder Morbus Menière (Schwindelerkrankung)
  • angeborene Fehlbildungen, zum Beispiel infolge eines Gendefekts oder durch Infektionen der Mutter während der Schwangerschaft (beispielsweise Mumps und Röteln)
  • gutartige oder bösartige Tumore im Bereich des Gehörgangs oder Mittelohrs
  • ohrschädliche Substanzen zum Beispiel Medikamente wie Cisplatin (zum Beispiel Cisplatin-HAEMATO®) oder Chemikalien 
Anatomie des Ohrs
Manchmal kann die Ursache für Hörprobleme ganz einfach sein. Zum Beispiel kann ein Ohrenschmalzpfropfen im Gehörgang stecken. Bild: rabbitteam/iStock/Getty Images Plus

Schwerhörigkeit: typische Symptome

Schwerhörigkeit entwickelt sich meist über Jahre, in seltenen Fällen auch über wenige Stunden (plötzlicher Hörverlust oder Hörsturz). Dabei können Betroffene bestimmte Lautstärken und Tonfrequenzen (Tonhöhen) eingeschränkt oder gar nicht mehr wahrnehmen. Erste Anzeichen eines verminderten Hörvermögens sind beispielsweise:

  • Umgebungsgeräusche werden nicht mehr wahrgenommen, beispielsweise das Ticken einer Uhr, Vogelgezwitscher oder die Türklingel.
  • Betroffene haben das Gefühl, dass andere Menschen undeutlich reden und müssen häufig nachfragen.
  • Bei Hintergrundgeräuschen, wie Musik, sind Unterhaltungen nur eingeschränkt möglich. 

Es können Begleitbeschwerden wie Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen hinzukommen, da sich das Gleichgewichtsorgan im Innenohr befindet.

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Ziele der Behandlung

Wie wird Schwerhörigkeit klassisch behandelt?

Hörgerät als Hilfsmittel
Wenn sich eine Schwerhörigkeit nicht behandeln lässt, helfen Hilfsmittel wie ein Hörgerät. Dadurch können Betroffene wieder besser hören und sind weniger eingeschränkt. Bild: Evgen_Prozhyrko/iStock/Getty Images Plus

Bei einer Schwerhörigkeit richtet sich die Therapie nach den Ursachen. Befinden sich beispielsweise Ohrenschmalzpfropfen im Ohr, entfernt der Arzt sie und reinigt den Gehörgang. Entzündungenund Infektionen lassen sich in der Regel medikamentös behandeln. Es können zum Beispiel antibiotische Ohrentropfen (Ciprofloxacin wie Ciloxan®) verschrieben werden.

Bei einem Hörsturz kommen häufig entzündungshemmende Glucocorticoide (Prednisolon wie Blephamide® oder Pred Forte®) zum Einsatz. Auch eine Behandlung mit reinem Sauerstoff unter erhöhtem Umgebungsdruck (hyperbare Behandlung) kann die Beschwerden lindern. Außerdem werden durchblutungsfördernde Medikamente (Naftidrofuryl wie Dusodril®) angewendet. Sie sind aber umstritten.

Ist das Hörvermögen infolge eines Tumors eingeschränkt, ist eine Operation erforderlich.

Einige Ursachen lassen sich jedoch nicht behandeln. Das Gehör ist beispielsweise bei angeborenen Fehlbildungen oder einer Schwerhörigkeit im Alter irreparabel geschädigt. Dann sind Hilfsmittel wie ein Hörgerät oder eine Hörprothese (Cochlea-Implantat) erforderlich. Zusätzlich sind logopädische Therapien, das Erlernen von Lippenlesen und Gebärdensprache wichtige Maßnahmen.

Ziele der Mikronährstoffmedizin

Da sich Schäden an den Zellen im Laufe eines Lebens anhäufen, sollte eine Antioxidantien-reiche Ernährung ein Leben lang im Vordergrund stehen. Hier kann die Mikronährstoffmedizin ansetzen und damit auch oft die klassische Behandlung der Schwerhörigkeit sinnvoll ergänzen. So kann das Hörvermögen durch die gezielte Zufuhr antioxidativer, entzündungshemmender oder durchblutungsfördernder Nährstoffe verbessert werden. Auch Mikronährstoffe, die die Funktion der Nerven oder Blutgefäße unterstützen, können bei einer Schwerhörigkeit hilfreich sein. Besonders bewährt haben sich:

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Behandlung mit Mikronährstoffen

N-Acetylcystein könnte alters- und lärmbedingten Hörverlust abschwächen

Wirkweise von N-Acetylcystein

Formel für N-Acetylcystein
N-Acetylcystein ist ein Abkömmling der Aminosäure Cystein. Es enthält ein Schwefelatom, weshalb das Pulver nach Schwefel riecht. Bild: Health One Media GmbH

Mediziner vermuten, dass oxidativer Stress und daraus resultierende Entzündungen das Innenohr schädigen. Das kann wesentlich zu alters- und lärmbedingten Hörverlusten beitragen.  
N-Acetylcystein ist ein Antioxidans, das freie Radikale entgiftet und so oxidativem Stress vorbeugt. Außerdem wird es für die Produktion von Glutathion gebraucht, einem wichtigen körpereigenen Antioxidans.  

Tierversuche haben gezeigt, dass N-Acetylcystein das Innenohr vor schädigenden Einflüssen schützen kann und alters- sowie lärmbedingtem Hörverlust entgegenwirkt. Auch Studien an Menschen liegen bereits vor. Die Ergebnisse sprechen teilweise für eine positive Wirkung: 

  • Lärm: In einer hochwertigen Studie konnte N-Acetylcystein vor lärmbedingtem Hörverlust schützen. Die Wirksamkeit war allerdings von bestimmten genetischen Merkmalen abhängig (Defekte im Glutathion-Stoffwechsel). Diese sind sehr häufig: Etwa die Hälfte der europäischen Bevölkerung ist betroffen. Auch gibt es einige Vorstudien, in denen aber nicht immer ein Effekt nachgewiesen werden konnte. Mögliche Gründe sind, dass Teilnehmer nicht anhand der genetischen Merkmale ausgewählt wurden und N-Acetylcystein nur bei bestimmten Personen hilft.  

  • Hörsturz: Forscher kamen in einer Vorstudie zu dem Ergebnis, dass sich das Hörvermögen von Patienten mit plötzlich eingetretener Taubheit nach der Einnahme von N-Acetylcystein besser erholte als nach der Einnahme eines Scheinmedikaments. 

Insgesamt sprechen die Studien dafür, dass N-Acetylcystein das Hörvermögen verbessern kann. Es wäre aber möglich, dass vor allem Menschen mit bestimmten genetischen Merkmalen profitieren und andere Menschen weniger. Da solche genetischen Untersuchungen jedoch nicht routinemäßig durchgeführt werden, ist die Einnahme von N-Acetylcystein grundsätzlich einen Versuch wert. 

Dosierung und Einnahmeempfehlung von N-Acetylcystein

Mikronährstoff-Experten empfehlen bei Schwerhörigkeit bis zu 1.200 Milligramm N-Acetylcystein pro Tag. Oft raten Experten auch zu Kombinationspräparaten mit anderen antioxidativ wirksamen Stoffen. Dann sind die Dosierungen aufeinander abgestimmt und N-Acetylcystein ist in Dosierungen zwischen 50 und 100 Milligramm enthalten. 

Tipp

Ein Kombinationspräparat sollte auch Glutathion, Resveratrol und die Vitamine A, C und E enthalten. In Tierstudien und kleinen Vorstudien an Menschen hatten diese Stoffe ebenso einen schützenden Einfluss auf das Innenohr.

N-Acetylcystein sollte idealerweise nach den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Verträglichkeit ist am besten, wenn eine hohe Dosis (1.200 Milligramm) auf mehrere kleine Dosen über den Tag verteilt wird.  

Antioxidativen Status im Labor bestimmen lassen

Um festzustellen, ob der Schwerhörigkeit tatsächlich oxidativer Stress zugrunde liegt, kann der antioxidative Status im Labor bestimmt werden. Er gibt Aufschluss darüber, ob das Verhältnis zwischen freien Radikalen und Antioxidantien ausgeglichen ist.  

Normalwerte des Gesamt-Antioxidantienstatus im Blut liegen zwischen 1,13 und 1,57 Millimol pro Liter. Es gibt aber auch viele andere Untersuchungsmethoden, woraus sich andere Normalwerte ergeben. Im Zweifelsfall zählen deshalb die Werte, die das Labor vorgibt. 

N-Acetylcystein: zu beachten bei Schwangerschaft, Stillzeit, Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Bislang gibt es nur wenige Anhaltspunkte zur Sicherheit von N-Acetylcystein in der Schwangerschaft und Stillzeit. Tierstudien liefern zwar keine Hinweise auf eine schädliche Wirkung, dennoch sollte die Einnahme mit einem Arzt abgesprochen werden.

Auch bei den folgenden Erkrankungen sollte die Einnahme mit dem Arzt abgesprochen werden:

  • Asthma: In seltenen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen mit einer Verengung der Atemwege kommen. 
  • Histaminintoleranz: N-Acetylcystein hemmt den Abbau von Histamin. 
  • Geschwüre im Magen-Darm-Trakt: N-Acetylcystein könnte Blutungen auslösen. 

N-Acetylcystein sollte nicht zusammen mit Hustenstillern eingenommen werden. Dazu gehören zum Beispiel Codein (Codicaps®, Tussoret®), Noscapin (Capval®) und Dextromethorphan (Dextro Bolder®, Silomat®). 

Wenn Sie blutdrucksenkende Medikamente wie Nitroglycerin (wie Corangin®, Nitrangin®) einnehmen, sollten Sie zuvor mit dem Arzt sprechen. Es könnte zu einer zu starken Blutdrucksenkung kommen.

N-Acetylcystein kann die Wirkung einiger Antibiotika verringern. Daher wird empfohlen, einen Abstand von zwei Stunden oder mehr einzuhalten. Betroffen sind Wirkstoffe wie Tetracyclin (Tetracyclin Wolff®), Streptomycin (Strepto-Fatol®), Amikacin (Amikacin® oder Amikin®) und Penicillin (Penicillin Sandoz®).

Coenzym Q10 unterstützt die Energieproduktion in den Nervenzellen

Wirkweise von Coenzym Q10

Neben oxidativem Stress trägt eine Fehlfunktion der Zellkraftwerke (Mitochondrien) zur Alterung des Gehörs bei. Die Mitochondrien sind wiederum für die Energieversorgung der Nervenzellen zuständig. An diesen beiden Punkten setzt Coenzym Q10 an: Es ist nicht nur ein Antioxidans, auch für die Energiegewinnung in den Mitochondrien ist Coenzym Q10 unentbehrlich. 

Eine Vorstudie an 60 Patienten mit Altersschwerhörigkeit zeigt, dass Coenzym Q10 im Vergleich zu einer Vitamin-E-Einnahme die Hörfähigkeit förderte. Die Effekte wurden nach 30 Tagen nachweisbar und hielten noch sechs Monate nach der Behandlung an. Mit dem Scheinmedikament verbesserte sich die Hörfähigkeit dagegen nicht.  

Erste Hinweise zur Wirkung gegen Schwerhörigkeit liegen vor. Ob Coenzym Q10 aber tatsächlich zur Linderung der Altersschwerhörigkeit geeignet ist, muss noch in großen hochwertigen Studien geprüft werden. Dennoch kann die Einnahme einen Versuch wert sein. Vor allem ältere Menschen sollten auf die ausreichende Versorgung achten: Ab einem Alter von 40 Jahren nimmt die körpereigene Produktion von Coenzym Q10 stetig ab. 

Körpereigene Coenzym Q10- Bildung
Bei Schwerhörigkeit im Alter sollte Coenzym Q10 im Rahmen der Mikronährstoffmedizin nicht fehlen. Denn die körpereigene Produktion nimmt mit dem Alter allmählich ab. Bild: kowalska-art/iStock/Getty Images Plus

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Coenzym Q10

Mikronährstoff-Experten empfehlen bei Schwerhörigkeit die Einnahme von 100 bis 200 Milligramm Coenzym Q10 pro Tag. Nehmen Sie das Präparat am besten zu den Mahlzeiten ein, da das Fett aus den Lebensmitteln die Aufnahme von Coenzym Q10 im Darm verbessert. 

Tipp

Besonders sinnvoll könnte die Coenzym-Q10-Form Ubiquinon sein. Es ist die bereits aktive Form und erste Studien zeigen, dass sich mit Ubiquinon höhere Blutwerte erreichen lassen als mit herkömmlichem Coenzym Q10 (Ubiquinol).

Coenzym Q10: zu beachten bei Einnahme von Medikamenten

Coenzym Q10 kann bereits in geringen Dosierungen (30 bis 100 Milligramm) die Wirkung von bestimmen Blutgerinnungshemmern (Vitamin-K-Antagonisten) herabsetzen. Dazu gehören Phenprocoumon (zum Beispiel Marcumar®, Falithrom® und Marcuphen®) und Warfarin (Coumadin®). Die Einnahme sollte dann mit dem Arzt abgesprochen werden. Der Arzt kann zum Beispiel den Quick-Wert (Prothrombinzeit) kontrollieren. 

Coenzym Q10 kann den Blutzuckerspiegel verringern. Bei der Einnahme von Diabetesmedikamenten sind engmaschige Blutzuckermessungen empfehlenswert, um eine Unterzuckerung zu vermeiden. 

Alpha-Liponsäure lindert oxidativen Stress an den Nervenzellen

Wirkweise von Alpha-Liponsäure

Neutronen
Alpha-Liponsäure schützt als Antioxidans vor allem die Nervenzellen. Eine erste Studie zeigt, dass der Stoff einer lärmbedingten Hörminderung entgegenwirken konnte. Bild: Svisio/iStock/Getty Images Plus

Alpha-Liponsäure ist ein Antioxidans, das vor allem Nervenzellen vor freien Radikalen und oxidativem Stress schützt. Zudem benötigen die Mitochondrien für die Energiegewinnung Alpha-Liponsäure. Daher setzt der Stoff an den gleichen Punkten an wie Coenzym Q10. Darüber hinaus trägt Alpha-Liponsäure zur Entgiftung des Körpers bei: Sie bindet schädliche Schwermetalle und könnte so das Ohr vor schädlichen Chemikalien schützen. Tierversuche haben gezeigt, dass die Einnahme einem Verlust der Hörfähigkeit entgegenwirken kann.  

Auch Studien an Menschen liegen bereits vor. Forscher zeigten in einer vorläufigen Studie, dass Alpha-Liponsäure vor Gehörschäden schützen kann: Eine kurzfristige Lärmbelastung erzeugte eine geringere Hörminderung, wenn die Teilnehmer zuvor täglich zehn Tage lang Alpha-Liponsäure einnahmen. Eine einmalige Einnahme unmittelbar vor der Lärmeinwirkung hatte hingegen keinen Einfluss.  

Andererseits kamen Forscher durch zwei hochwertige Studien auch zu dem Ergebnis, dass die Ergänzung von Alpha-Liponsäure in Kombination mit anderen Antioxidantien keinen Einfluss auf die Entwicklung einer Schwerhörigkeit hatte. Demzufolge ist es noch unsicher, ob Alpha-Liponsäure bei Schwerhörigkeit tatsächlich helfen kann. Aufgrund der antioxidativen Wirkung ist die Einnahme jedoch einen Versuch wert – vor allem in Kombination mit anderen Antioxidantien.  

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Alpha-Liponsäure

Mikronährstoff-Experten empfehlen bei Schwerhörigkeit die Einnahme von 400 Milligramm Alpha-Liponsäure pro Tag, am besten auf nüchternen Magen – zum Beispiel eine Stunde vor dem Essen. In der Nahrung enthaltene Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium und Eisen hemmen die Aufnahme von Alpha-Liponsäure.  

Tipp

Bei der Einnahme über einen langen Zeitraum sollte auch Biotin ergänzt werden: Alpha-Liponsäure hemmt die Wirkung von Biotin. Gute Präparate enthalten deshalb bereits Biotin.

Alpha-Liponsäure: zu beachten bei Schwangerschaft, Stillzeit und Einnahme von Medikamenten

Schwangere und stillende Frauen sollten Alpha-Liponsäure nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen. Große Studien, die die Sicherheit belegen, fehlen noch.

Alpha-Liponsäure kann die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin und anderen Diabetesmedikamenten wie Metformin (zum Beispiel Diabesin®) verstärken. Um eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) zu vermeiden, sollte am Anfang der Therapie eine engmaschige Blutzuckermessung erfolgen.

Alpha-Liponsäure könnte die Aktivierung des Schilddrüsenhormons Thyroxin (T4) zu Trijodthyronin (T3) vermindern, wenn sie zusätzlich mit Schilddrüsenmedikamenten mit Thyroxin (wie L-Thyrox®) eingenommen wird. Sprechen Sie die Einnahme beider Stoffe daher zur Sicherheit mit ihrem Arzt ab.

Auch eine Krebstherapie mit Cisplatin könnte durch Alpha-Liponsäure beeinträchtigt werden. Gleichzeitig liegen aber auch Hinweise vor, dass Alpha-Liponsäure die schädigenden Nebenwirkungen des Wirkstoffs für die Ohren verringert. In jedem Fall sollte Alpha-Liponsäure bei Krebs nur in Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Omega-3-Fettsäuren schützen die Blutgefäße im Ohr

Wirkweise von Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren wie Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) wirken entzündungshemmend. Auch schützen sie die Blutgefäße, indem sie den Blutdruck senken und erhöhten Blutfettwerten entgegenwirken. Insgesamt verbessern EPA und DHA so die Durchblutung des Innenohrs. Durchblutungsstörungen sind eine häufige Ursache von Schwerhörigkeit im Alter.

Verschiedene Beobachtungsstudien haben gezeigt, dass ein hoher Verzehr von Omega-3-Fettsäuren vermutlich das Risiko eines Hörverlustes senken kann. Gleiches gilt für die Entwicklung einer Altersschwerhörigkeit. Omega-3-Fettsäuren nimmt man zum Beispiel über fettreiche Seefische auf. Eine niedrige Omega-3-Fettsäuren-Konzentration im Blut scheint dagegen die Wahrscheinlichkeit einer Altersschwerhörigkeit zu erhöhen.

Allerdings wurde die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren bei Schwerhörigkeit noch nicht in hochwertigen Studien überprüft. Aufgrund der zahlreichen positiven Eigenschaften auf die Blutgefäße ist es sinnvoll, eine gute Versorgung sicherzustellen – vor allem dann, wenn die Schwerhörigkeit in Zusammenhang mit Arteriosklerose auftritt.

Omega-3 zum Schutz der Blutgefäße
EPA und DHA kommen vor allem in Fisch vor. Hochwertige Fischölpräparate sind deshalb eine gute Möglichkeit, die Fettsäuren zu ergänzen. Bild: CHUYN/iStock/Thinkstock

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Omega-3-Fettsäuren

Mikronährstoff-Experten raten für gesunde Blutgefäße zur Einnahme von 1.000 bis 2.000 Milligramm Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) pro Tag. Präparate sollten zum Essen eingenommen werden: Es braucht Fett aus der Nahrung, damit Omega-3-Fettsäuren optimal aufgenommen werden können.  

Tipp

Achten Sie vor allem bei Fischölpräparaten auf die Qualität und kaufen Sie nur speziell gereinigte Öle. So wird sichergestellt, dass keine Schwermetalle oder andere Rückstände enthalten sind.

Omega-3-Fettsäuren im Labor bestimmen lassen

Liegt den Hörproblemen eine Arteriosklerose zugrunde, lohnt sich die Bestimmung des Omega-3-Index. Denn mit niedrigem Index steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Dabei misst das Labor den Anteil der Omega-3-Fettsäuren in den roten Blutzellen (Erythrozyten). Der Index wird in Prozent angegeben und sollte optimalerweise über 8 liegen. Dies würde bedeuten, dass 8 von 100 Fettsäuren hochwertige Omega-3-Fettsäuren sind.  

Omega-3-Fettsäuren: zu beachten bei Einnahme von Blutgerinnungshemmern und Erkrankungen

Omega-3-Fettsäuren können ab einer Dosierung von 1.000 Milligramm die Wirkung von Blutgerinnungshemmern verstärken. Besprechen Sie daher die Einnahme mit Ihrem Arzt. Dazu zählen beispielsweise Cumarin-Derivate wie Phenprocoumon (Marcumar®) und Warfarin (Coumadin®) oder Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin®), Heparin (Clexane®) und neue orale Antikoagulanzien wie Apixaban (Eliquis®), Dabigatran (Pradaxa®), Edoxaban (Lixiana®) und Rivaroxaban (Xarelto®). 

Bei plötzlich auftretenden Lebererkrankungen, einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung oder einer Gallenblasenentzündung sollten Omega-3-Fettsäuren nicht eingenommen werden. Auch wenn Sie eine Blutgerinnungsstörung haben oder eine Operation bevorsteht, sollten Sie die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren zuvor mit dem Arzt abklären.  

Ginkgo fördert die Durchblutung

Wirkweise von Ginkgo

Ginkgobaum
Ginkgo gilt als natürliches Mittel, die Durchblutung zu verbessern. Bei Hörproblemen ist Ginkgo vor allem bei Tinnitus hilfreich. Aber auch eine Wirkung bei Schwerhörigkeit ist denkbar. Bild: Istvan Balogh/iStock/Getty Images Plus

Die Pflanzenstoffe aus Ginkgo wirken durchblutungsfördernd – vor allem in den kleinsten Blutgefäßen. Dadurch kann die Pflanze an einer verminderten Durchblutung im Innenohr ansetzen, die eine mögliche Ursache von Hörproblemen sein kann. Darüber hinaus hat Ginkgo antioxidative Eigenschaften und schützt insbesondere die Nervenzellen vor Schäden durch freie Radikale. Durch die bessere Durchblutung werden die Zellen auch optimal mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. So können sie sich schneller erholen, wenn sie Schaden genommen haben.

Forscher kamen durch eine Übersichtsarbeit mit mehreren Studien bereits zu dem Ergebnis, dass Ginkgo andere Hörprobleme wie Ohrensausen bei einem Tinnitus lindert. Auch eine Wirkung bei Schwerhörigkeit wäre durch die verbesserte Durchblutung denkbar. Es liegen schon Hinweise vor, dass Ginkgo speziell die Hörfähigkeit verbessern kann:

  • Betroffene mit Tinnitus, die im Rahmen einer hochwertigen Studie mit Glucocorticoiden und Ginkgo-Extrakt behandelt wurden, schnitten in einem Test zur Sprachverständlichkeit besser ab. Verglichen wurde dies mit Patienten, die nur mit Glucocorticoiden therapiert wurden. Bei anderen Tests zum Hörvermögen gab es hingegen keinen Effekt. 
  • Bei Betroffenen mit plötzlichem Hörverlust erwies sich Ginkgo-Extrakt in einer Vorstudie ähnlich wirksam wie der durchblutungsfördernde Wirkstoff Pentoxifyllin. Dies wurde anhand verschiedener Tests beurteilt. Beurteilten die Teilnehmer das Hörvermögen selbst (subjektiv), war Ginkgo sogar noch wirksamer. Laut einer anderen Vorstudie ist der Effekt wahrscheinlich dosisabhängig: Höhere Ginkgo-Mengen (120 Milligramm zweimal täglich) waren effektiver als niedrigere Dosierungen (12 Milligramm zweimal täglich). 

Obwohl die Daten einen Nutzen bei Schwerhörigkeit vermuten lassen, sind weitere hochwertige Studien erforderlich – vor allem, weil nicht alle Forscher zu einheitlichen Ergebnissen kamen. Ginkgo kann für einige Betroffene jedoch einen Versuch wert sein.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Ginkgo

Mikronährstoff-Experten empfehlen 240 Milligramm Ginkgo-Extrakt täglich. Es empfiehlt sich, die Gesamtdosis auf zwei bis drei Einzeldosen zu verteilen: zum Beispiel zweimal am Tag 120 Milligramm. Diese Dosierung wurde auch in einer ersten Studie eingesetzt.  

Da es einige Wochen dauern kann, bis sich die Wirkung einstellt, sollte die Anwendung mindestens acht Wochen lang erfolgen. Zu den Mahlzeiten eingenommen, sind die Präparate besser verträglich.  

Ginkgo: zu beachten bei Schwangerschaft, Stillzeit, Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Schwangere und Stillende sollten Ginkgo-Extrakt nicht einnehmen. Die Datenlage ist noch unzureichend. Bei Kindern und Jugendlichen liegen zwar erste Ergebnisse vor, dennoch sollte hoch dosierter Ginkgo-Extrakt nur in Rücksprache mit dem Kinderarzt eingesetzt werden. 

Bei der Einnahme von Ginkgo-Extrakt besteht theoretisch die Möglichkeit, dass es zu einer erhöhten Blutungsneigung kommt. Daher sollte der Extrakt vor einer geplanten Operation abgesetzt werden. 

Bei einem Krampfleiden (Epilepsie) ist Ginkgo nicht zu empfehlen.  

Möglicherweise verstärkt Ginkgo die Wirkung von Blutverdünnern. Betroffen sind Wirkstoffe wie Warfarin (Coumadin®), Clopidogrel (Plavix®) oder Acetylsalicylsäure (Aspirin®). Ebenso sollte Ginkgo nicht mit Antibiotika, Antidepressiva oder Immunsuppressiva kombiniert werden. Auch sind Wechselwirkungen mit den Wirkstoffen Ibuprofen (Neuralgin®), Diazepam (Valium®) und Diclofenac (Voltaren®) möglich. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, ob Sie Ihr Medikament zusammen mit Ginkgo-biloba-Extrakt einnehmen können. 

B-Vitamine beugen einem hohen Homocysteinspiegel vor

Wirkweise von B-Vitaminen

B-Vitamine tragen zur Entgiftung des Stoffwechselprodukts Homocystein bei. Bei einer Unterversorgung mit B-Vitaminen kann es zu einer Erhöhung der Homocysteinspiegel im Blut kommen. Dies gilt als Auslöser für viele Erkrankungen – vor allem des Herz-Kreislauf-Systems. Experten gehen davon aus, dass auch eine Schwerhörigkeit durch zu hohe Homocysteinspiegel begünstigt wird.

Zahlreiche Beobachtungstudien haben gezeigt, dass verminderte Folsäure- und Vitamin-B12-Spiegel mit erhöhten Homocysteinspiegeln einhergehen. Mit steigendem Homocysteinspiegel erhöhte sich auch die Wahrscheinlichkeit, von Hörproblemen betroffen zu sein. Studien zur Einnahme der 

B-Vitamine liegen bereits vor: In eine hochwertigen Studie an über 700 Männern und Frauen mit Altersschwerhörigkeit konnte Folsäure den Hörverlust verlangsamen.

Weitere hochwertige Studien sind erforderlich, um diese Daten zu bestätigen. Allerdings legen die vorhandenen Ergebnisse schon nahe, dass ein Folsäuremangel vermieden werden sollte, um einer Schwerhörigkeit entgegenzuwirken. Da gerade ältere Menschen zu einem Mangel an B-Vitaminen neigen – insbesondere an Vitamin B12 – sollten sie auf eine gute Versorgung achten.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von B-Vitaminen

Bei Schwerhörigkeit empfehlen Experten der Mikronährstoffmedizin eine Basisversorgung mit niedrig dosierten B-Vitaminen. Für einen gesunden Homocysteinspiegel sollten vor allem folgende Dosierungen enthalten sein:  

  • 2 bis 3 Milligramm Vitamin B6 

  • 15 bis 25 Mikrogramm Vitamin B12 (als Methylcobalamin) 

  • 200 Mikrogramm Folsäure (als 5-Methyltetrahydrofolsäure) 

Für eine gute Verträglichkeit sollten B-Vitamine zur Mahlzeit eingenommen werden. 

Homocysteinspiegel im Labor bestimmen lassen

Da Schwerhörigkeit mit hohen Homocysteinwerten zusammenhängen kann, lohnt sich die Überprüfung des Spiegels beim Arzt. Der Homocysteinspiegel wird im Blutplasma bestimmt. Das ist der flüssige Teil des Blutes ohne Blutzellen. Als Normwert gelten 5 bis 9 Mikromol pro Liter. 

Homocystein Bluttest
Um herauszufinden, ob Homocystein erhöht ist, ist ein Bluttest notwendig. Bild: jarun011/iStock/Getty Images Plus

Arginin als Vorstufe des durchblutungsfördernden Botenstoffs NO

Wirkweise von Arginin

Arginin verbessert die Durchblutung. Der Körper stellt aus Arginin den Botenstoff Stickstoffmonoxid (NO) her, der die Blutgefäße weitet. Somit wird die Sauerstoffversorgung des Innenohrs gefördert. Auch der Blutdruck sinkt. Arginin ist außerdem an der Reizweiterleitung von Nervensignalen an das Gehirn beteiligt sowie am Energiestoffwechsel der Zellen.

Einer Beobachtungsstudie zufolge könnten besonders Frauen von einer ausreichenden Versorgung mit Arginin profitieren: Bei ihnen waren hohe Arginin-Blutspiegel mit einem geringeren Risiko für eine Schwerhörigkeit verbunden.

Bei Männern hingegen war es andersherum: Hohe Mengen an Arginin standen mit einem größeren Hörverlust in Zusammenhang. Auch war bei ihnen der Arginin-Abkömmling „asymmetrisches Dimethylarginin“ (ADMA) erhöht. Die erhöhten Werte deuten generell auf einen gestörten Arginin-Stoffwechsel hin.

Expertenwissen

ADMA verhindert die Wirkung von Arginin: Es bremst die Bildung von Stickstoffmonoxid aus Arginin. Zu hohe ADMA-Werte stellen einen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar und sollten deshalb möglichst gering sein. ADMA findet man häufig bei Menschen mit hohem Blutdruck und Cholesterin, Diabetes und chronischen Nierenerkrankungen. Durch die Einnahme von Arginin kann das Verhältnis zwischen ADMA und Arginin generell reguliert werden.

Ob Arginin bei Schwerhörigkeit tatsächlich wirksam ist, muss noch in hochwertigen Studien überprüft werden. Stickstoffmonoxid, das der Körper aus Arginin bildet, wird jedoch bei Durchblutungsstörungen eingesetzt. Arginin könnte somit auch zur Linderung der Symptome bei einer Schwerhörigkeit beitragen. 

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Arginin

Illustration der Blutgefäße
Arginin ist Vorstufe vom gefäßerweiternden Botenstoff NO. Deshalb könnte Arginin bei Schwerhörigkeit ansetzen, die in Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftritt. Bild: Mohammed Haneefa Nizamudeen/iStock/Getty Images Plus

Mikronährstoff-Experten empfehlen bei Schwerhörigkeit die Einnahme von 1.000 Milligramm Arginin pro Tag. Gerade bei längerer Einnahme ist es sinnvoll, Rücksprache mit dem Arzt zu halten. Der Arzt kann zum Beispiel die ADMA-Werte kontrollieren und so den Erfolg der Arginin-Therapie messen.  

Arginin-Präparate sollten unbedingt zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden, da der Körper es so am besten aufnimmt. Zudem ist es sinnvoll, die Gesamtdosis über den Tag zu verteilen – zum Beispiel zweimal 500 Milligramm.  

Arginin im Labor bestimmen lassen

Um den Erfolg der Therapie mit Arginin zu messen, empfiehlt sich bei Schwerhörigkeit infolge einer Arteriosklerose die Messung des ADMA-Werts. Normale Werte liegen zwischen 0,3 und 0,7 Mikromol pro Liter. 

Arginin: zu beachten bei Schwangerschaft, Stillzeit, Herpes-Infektionen und Medikamenteneinnahme

Zur Einnahme von Arginin in der Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine ausreichenden Daten vor. Deshalb ist von einer Einnahme in dieser Zeit ohne ärztliche Aufsicht abzuraten. 

Herpes-Viren benötigen Arginin für ihre Vermehrung. Deshalb sollte Arginin nicht bei wiederkehrenden Herpes-Infektionen zusätzlich eingenommen werden.  

Wenn Sie Medikamente nehmen, die – wie Arginin – den gefäßerweiternden Botenstoff Stickstoffmonoxid freisetzen (NO-Donatoren), sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Es kann eine Anpassung der Dosierung notwendig sein. Zu den betroffenen Wirkstoffen zählen Nitrate (Mono Mack®, Ismo®), Molsidomin (Corvaton®, Molsibeta®) und Nitroprussid (Nipruss®). Das Potenzmittel Sildenafil (Viagra®) sollte nicht zusammen mit Arginin eingenommen werden. 

Dosierungen auf einen Blick

Empfehlung pro Tag bei Schwerhörigkeit

Vitamine  

 

Vitamin B6 

2 bis 3 Milligramm (mg) 

Vitamin B12 

15 bis 25 Mikrogramm (µg) 

Folsäure 

200 Mikrogramm 

  
Sonstige 

 

N-Acetylcystein 

1.200 Milligramm 

Coenzym Q10 

100 bis 200 Milligramm 

Alpha-Liponsäure 

400 Milligramm 

Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) 

1.000 bis 2.000 Milligramm 

Ginkgo-Extrakt 

240 Milligramm 

Arginin 

1.000 Milligramm 

 

Sinnvolle Laboruntersuchungen auf einen Blick

Sinnvolle Blutuntersuchungen bei Schwerhörigkeit 

 

Normalwerte 

Gesamt-Antioxidantienstatus 

 

1,13 bis 1,57 Millimol pro Liter (mmol/l)* 

Omega-3-Index 

optimal: über 8 Prozent (%) 

Homocystein 

5 bis 9 Mikromol pro Liter (µmol/l) 

ADMA 

0,3 bis 0,7 Mikromol pro Liter 

*Es gelten die Normwertangaben des Labors. 

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Unterstützung von Medikamenten mit Mikronährstoffen 

Coenzym Q10 und Steroidtherapie

Bei einem plötzlichen Verlust des Hörvermögens durch einen Hörsturz werden manchmal Glucocorticoide (Cortison) eingesetzt wie Prednisolon (zum Beispiel Decortin® H). Ergebnisse einer Vorstudie zeigen, dass die Kombination von Glucocorticoiden mit Coenzym Q10 das Behandlungsergebnis verbesserte. Pro Tag könnten 100 bis 200 Milligramm Coenzym Q10 sinnvoll sein. 

Dosierungen auf einen Blick

Empfehlung pro Tag bei Glucocorticoiden 

Coenzym Q10 

100 bis 200 Milligramm (mg) 

 

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Zusammenfassung

Schwerhörigkeit kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Oft kann man sie gut behandeln. Die Therapie ist dabei abhängig von den Ursachen. So muss zum Beispiel eine Infektion oder Entzündung bekämpft oder die Durchblutung verbessert werden.

Die Mikronährstoffmedizin kann die Behandlung einer Schwerhörigkeit wirksam unterstützen. Bestimmte Mikronährstoffe beseitigen oxidativen Stress und wirken einem Energiemangel in den Nervenzellen entgegen. Wichtig dabei sind N-Acetylcystein, Coenzym Q10 und Alpha-Liponsäure.

Omega-3-Fettsäuren, Ginkgo-Extrakt und Arginin unterstützen vor allem die Gefäßfunktion und verbessern die Durchblutung. Ginkgo wird häufig bei Nervenerkrankungen eingesetzt, während Omega-3-Fettsäuren die Spezialisten gegen Entzündungen sind. B-Vitamine senken darüber hinaus den Homocysteinspiegel. Hohe Homocysteinspiegel werden häufig bei Schwerhörigkeit gefunden.

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