Blasenentzündung natürlich behandeln

Natürliche Ansätze, um eine Blasenentzündung zu verhindern und zu behandeln

Blasenentzündungen treten häufig bei Frauen auf, Männer unter 50 Jahren erkranken äußerst selten. Blasenentzündungen werden oft mit einer Antibiotikatherapie behandelt. Doch was viele nicht wissen: Blasenentzündungen lassen sich auch natürlich vorbeugen und behandeln. Bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe, Aminosäuren, Probiotika und Vitamine helfen bei den ersten Anzeichen einer Infektion. Erfahren Sie in diesem Artikel, welche Nährstoffe das sind.

Schematischer Körper mit Einzeichnung des Harnapparates
Eine Blasenentzündung hat meist bakterielle Ursachen und tritt bei Frauen häufiger als bei Männern auf. Bild: Eraxion/iStock/Getty Images Plus

Ursachen und Symptome

Was ist eine Blasenentzündung?

Bei einer Blasenentzündung vermehren sich Bakterien in der Blase. Dies führt zu einer Entzündung und unangenehmen Beschwerden. Die Erreger wandern in der Regel über den Harnleiter in die Blase ein. Am häufigsten handelt es sich bei den Krankheitserregern um das Darmbakterium Escherichia coli. Im Urin der Betroffenen kann man dann Bakterien- sowie Blutzellen nachweisen.

Blasenentzündungen werden auch Harnblasenentzündung oder Harnwegsinfekt genannt. In der Fachsprache nennt man sie Zystitis.

Ursachen für eine Blasenentzündung

Illustration Vergrößerung der Prostata
Männer erkranken selten an Blasenentzündungen. Sie bekommen diese meist nur, wenn die Prostata vergrößert ist. Bild: Dr_Microbe/iStock/Getty Images Plus

Stress und Kälte stehen im Verdacht, Blasenentzündungen zu begünstigen. Daneben können chemische Stoffe die Blasenwand reizen. Viele der Ursachen sind geschlechtsspezifisch:

Frauen erkranken wegen der kürzeren Harnröhre leichter. Auch ihre Rückfallrate ist sehr hoch: Jede vierte Frau mit Harnwegsinfekt erleidet einen Rückfall. Besonders gefährdet sind Frauen mit Diabetes. Ein Risikofaktor für Blasenentzündung ist außerdem eine Schwangerschaft. Geschlechtsverkehr und eine falsche Intimhygiene können zum Risiko beitragen.

Männer erkranken meist nur, wenn eine vergrößerte Prostata den Harnleiter abdrückt und Harn in der Blase verbleibt.

Symptome bei einer Blasenentzündung

Symptome sind häufiger Harndrang (Drang zum Wasserlassen), oft mit nur wenigen Tropfen Urin und verbunden mit einem brennenden Ziehen. Manchmal tritt auch ein Schmerz in der Blase auf, obwohl kein Wasser gelassen wird. Der Urin kann milchig, pink oder rot gefärbt sein.

Fieber, Flankenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sind Zeichen dafür, dass die Infektion die Nieren erreicht hat. Das führt zu akuter Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis).

Bei Kindern zeigt sich eine Blasenentzündung oft ohne typische Anzeichen. Sie leiden dann an unspezifischen Symptomen wie Reizbarkeit, Inkontinenz, Durchfall, Appetitlosigkeit und Fieber.  

Auf den ersten Blick ist eine Blasenentzündung nicht immer sichtbar, sie kann asymptomatisch verlaufen: Eine Laboruntersuchung, bei der eine Kultur des Urins angelegt wird, gibt Aufschluss darüber, ob sich darin Bakterien (Bakteriurie) oder Blut (Hämaturie) befinden.

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Ziele der Behandlung

Wie wird eine Blasenentzündung klassisch behandelt?

Eine Blasenentzündung wird klassischerweise medikamentös behandelt. Ärzte verordnen hauptsächlich eine antibiotische Therapie, beispielsweise den Wirkstoff Nitrofurantoin (zum Beispiel Furadantin® oder Nifuretten®). Wenn eine Blasenentzündung immer wieder auftritt, kann ein Antibiotikum präventiv eingesetzt werden.

Bei Frauen, deren Blasenentzündung im Zusammenhang mit dem Geschlechtsverkehr steht, ist die häufigste Strategie eine Langzeitgabe von niedrig dosiertem Antibiotikum und Antibiotikagabe nach dem Geschlechtsverkehr.

Ziele der Mikronährstoffmedizin

Eine häufige Antibiotikaeinnahme kann die Scheiden- und Darmflora verändern und zu Antibiotikaresistenz führen. Dann wachsen neben den „gesunden“ Keimen auch fremde Keime, häufig solche, die krankmachen. Probiotika können diese Probleme angehen.

Eine Reihe von Mikronährstoffen fördert die Immunabwehr und sorgt dafür, dass der Körper in der Lage ist, die Infektion besser zu bekämpfen. Auch können bestimmte Nährstoffe die Bakterien in der Blase verringern, indem sie sie binden und über den Urin ausscheiden oder den Urin ansäuern und damit den Bakterien das Überleben erschweren. Diese Nährstoffe sind zur Behandlung und Vorbeugung bei Blasenentzündung geeignet:

  • Cranberry-Extrakt mit hohem Gehalt an Proanthocyanidine (sekundärer Pflanzenstoff),
  • Methionin (eine Aminosäure),
  • Probiotika (Mischungen aus „guten“ Bakterien),
  • Mannose (eine Zuckerart),
  • Senföle (natürliche Antibiotika),
  • Zink und Selen (zwei Mineralstoffe) sowie
  • Vitamin C und Vitamin D.

Verhaltensempfehlungen und Hausmittel

Damit die klassische Therapie und auch die Mikronährstoffmedizin wirksam sind, müssen zudem diese drei Punkte beachtet werden: Bei einer Blasenentzündung sollten Sie 1,5 Liter pro Tag trinken, damit die Bakterien aus der Blase ausgeschwemmt werden (Achtung: Nicht zu viel trinken! Dadurch werden der Urin und auch antibakterielle Wirkstoffe im Urin zu stark verdünnt). Wärme tut gut, zum Beispiel ein warmes Kirschkernsäckchen auf dem Bauch. Zudem sollten Sie sich so ernähren, dass der Harn angesäuert wird. In einer leicht sauren Umgebung gedeihen die Krankheitserreger nur schlecht. Geeignet sind Fleisch, Fisch, Käse und Eier sowie Hülsenfrüchte.

Wichtig ist, Therapien konsequent durchzuhalten, um zu vermeiden, dass die Blasenentzündung chronisch wird.

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Behandlung mit Mikronährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen

Blasenentzündung mit Cranberry natürlich behandeln

Getrocknete Preiselbeeren auf einem Holzlöffel auf einem Tisch
Cranberries haben bestimmte Inhaltsstoffe, die ein Festsetzen von Bakterien an die Schleimhaut des Harntraktes verhindern können. Bild: olgakr/iStock/Getty Images Plus

Wirkweise von Cranberry

Cranberry ist eine Verwandte der Preiselbeere und wird auch Großfrüchtige Moosbeere oder Kranbeere genannt. Bestimmte Inhaltsstoffe aus der Cranberry (Anthocyanidine und Proanthocyanidine) sollen dafür sorgen, dass sich Bakterien nicht an die Schleimhaut des Harntraktes anheften. Es liegen zahlreiche Hinweise zu diesem Wirkmechanismus vor.

Die größten Aufarbeitungen der verfügbaren Daten kommen zu dem Schluss, dass die Wirkung von Cranberry nicht bewiesen ist. Jedoch zeigt sich im Vergleich mit einem Antibiotikum, dass Cranberrysaft eine ähnliche vorbeugende Wirkung bei Harnwegsinfekten hat. 

Problem beim Saft ist der saure Geschmack, sodass viele Probanden die Therapie nicht durchhalten. Produkte mit Cranberry-Extrakt (zum Beispiel in Kapselform) muss man in Zukunft noch genauer bewerten.

Dosierung und Einnahmeempfehlung

Zur Vorbeugung einer Blasenentzündung können 300 Milliliter Cranberry-Direktsaft pro Tag getrunken werden. Um das Wiederkehren einer Blasenentzündung zu verhindern, sind am Tag mindestens 125 bis 240 Milliliter Cranberry-Saft nötig.  

Möchten Sie den herb-sauren Saft nicht trinken, können Sie auch zu Kapseln mit Cranberry-Extrakt greifen. Ein Extrakt hat zwei Vorteile: Er ist frei von Zucker und der Gehalt der wirksamen Pflanzenstoffe ist genau bekannt und dosierbar.

Eine Wirkung für Cranberry-Extrakte mit 30 bis 70 Milligramm an Proanthocyanidinen wurde in klinischen Studien gezeigt.

Zu beachten bei Einnahme von Medikamenten und in der Schwangerschaft

Cranberry-Extrakt kann die Wirkung einiger Medikamente verstärken. Dazu zählt der Blutverdünner Warfarin (Coumadin®). Alles über Cranberries erfahren Sie hier.

Einige hochwertige Studien haben die Sicherheit und Wirksamkeit von Cranberry in der Schwangerschaft nachgewiesen. Bitte sprechen Sie die Einnahme mit Ihrem Arzt ab: Möglicherweise ist die Einnahme eines Antibiotikums notwendig.

Keime mit Methionin aus der Blase vertreiben

Eine Alternative zu Antibiotika bei Blasenentzündung ist Methionin, eine Aminosäure. Methionin säuert den Harn an. In einer leicht sauren Umgebung entwickeln sich „gute“ Bakterien besser als „schlechte“. Auch zur Behandlung von chronischen wiederkehrenden Blasenentzündungen kann Methionin eingesetzt werden.

Zur Wirkung von Methionin liegen insgesamt nur wenige Studien vor. Dennoch wird Methionin in den Leitlinien der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegie erwähnt (Paraplegie bedeutet Querschnittslähmung). Das Institut für Wirtschaftlichkeitsprüfung im Gesundheitswesen stellt aber fest, dass die Wirkung von Methionin bei Blasenentzündung nicht abschließend bewertet werden kann. Daher soll der Verlauf ärztlich überwacht werden.

Dosierung und Einnahmeempfehlung

Um das Risiko einer wiederkehrenden Blasenentzündung zu senken, empfiehlt man bis zu 1.500 Milligramm Methionin. Zur Behandlung einer akuten Blasenentzündung raten Mikronährstoffmediziner auch, bis zu 3.000 Milligramm Methionin am Tag einzunehmen.

Nehmen Sie Methionin zwischen den Mahlzeiten ein, idealerweise über den Tag verteilt (zum Beispiel dreimal täglich 500 Milligramm). So kann es am besten im Darm aufgenommen werden.

Zu beachten bei Methionineinnahme

Methionin sollte in hoher Dosierung nicht langfristig eingenommen werden: Es erhöht den Homocysteinspiegel. Dies steht in engem Zusammenhang mit verschiedenen Krankheiten, beispielsweise mit einem hohen Risiko für die Entwicklung einer Atherosklerose (Arterienverkalkung).

Empfiehlt der Arzt Methionin für eine längere Zeit, kann es sinnvoll sein, die Homocysteinwerte im Blut regelmäßig überprüfen zu lassen und gegebenenfalls den Abbau mit B-Vitaminen sicherzustellen.

Bei Blasenentzündung: Keime ausspülen mit Mannose

Anhäufung von D-Mannose Pulver
D-Mannose hindert Bakterien sich an die Blasenwand anzuheften. Bild: MonaMakela/iStock/Getty Images Plus

D-Mannose ist eine Zuckerart, die im Körper kaum genutzt wird. So kommt der Zucker in größeren Mengen in die Blase. Es wird angenommen, dass D-Mannose die Bakterien daran hindert, sich an die Blasenwand anzuheften. Die Bakterien werden dann mit dem Harn ausgeschieden. D-Mannose begünstigt so die Heilung und senkt das Risiko für das Wiederauftreten von Blasenentzündungen.

Insgesamt sind bereits mehrere kleine Studien zum Thema Mannose bei Blasenentzündung erschienen. Sie schnitten erfolgreich ab. Die Wirkung von D-Mannose ist aber noch nicht ganz gesichert, dazu wären größere Untersuchungen nötig.

Dosierung und Einnahmeempfehlung


Mannose gibt es als Kapseln oder Pulver zu kaufen. Zur Vorbeugung von Blasenentzündungen werden 2.000 Milligramm D-Mannose pro Tag empfohlen. Bei häufigen Rückfällen kann man Mannose auch über längere Zeit (6 bis 12 Monate) einnehmen.

Zu beachten in der Schwangerschaft

Hochwertige Studien zum Einsatz in der Schwangerschaft liegen noch nicht vor. Besprechen Sie daher die Einnahme von Mannose während der Schwangerschaft mit Ihrem Arzt.

Bakterien töten mit Senföl

Senföle (Isothiocyanate) wirken antibakteriell und sind bei Blasenentzündungen so wirksam wie ein Standardantibiotikum, wie eine medizinische Studie zeigt. Besonders viele Senföle enthalten Pflanzen wie Meerrettich und Kapuzinerkresse.

Pflanzliche Antibiotika sind eine Alternative bei Infektionen, da sie das Immunsystem stärken und das Wachstum und die Vermehrung von Bakterien hemmen. Zudem wurde mit Isothiocyanaten keine Resistenzbildung der Bakterien beobachtet.Auch stören sie im Gegensatz zu normalen Antibiotika die Darmflora nicht.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Senföl

Um eine Blasenentzündung zu behandeln, sollten Sie arzneilich wirksame Bestandteile aus 1.000 bis 2.000 Milligramm Meerrettichwurzel und 2.400 bis 5.000 Milligramm Kapuzinerkressekraut bis zur Beschwerdefreiheit bzw. sieben bis 14 Tage lang einnehmen.

Beim Extrakt findet man Dosierempfehlungen von 50 bis 500 Milligramm Extrakt aus Meerrettich und 250 bis 2.500 Milligramm aus Kapuzinerkresse. Empfehlungen sind stark abhängig vom jeweiligen Extrakt.

Der Vorteil an einem Extrakt ist, dass weniger Tabletten oder Kapseln geschluckt werden müssen, da die wirksamen Senföle in höheren Mengen vorliegen als in einem Pflanzenpulver.

Klinische Studien mit Extrakten gibt es noch nicht. Isolierte Senföle in hohen Dosen sollte man zur Sicherheit nicht dauerhaft einnehmen.

Zu beachten in der Schwangerschaft

Es gibt noch keine ausreichenden Daten über eine Verwendung von Kapuzinerkresse oder Meerrettich zur Behandlung von Blasenentzündungen oder Erkältungen in der Schwangerschaft.

Abwehr mit Vitamin C stärken

Umgekipptes Fläschchen mit Vitamin C Tabletten
Vitamin C kann das Risiko an einer Blasenentzündung zu erkranken vermindern. Bild: ayo888 /iStock/Getty Images Plus

Vitamin C regt sowohl die angeborene als auch die erworbene Immunität an. Es fördert die Reifung der Immunzellen und ihre Fähigkeit, Erreger zu finden, zu zerstören und anschließend zu beseitigen (zu „fressen“). Vitamin C stärkt die Barrierefunktion der Körperoberfläche, sodass Erreger weniger leicht eindringen. Daneben mindert es Schäden durch entzündliche Reaktionen.

Nebenbei säuert Vitamin C den Harn an, ähnlich wie Methionin. Die tägliche Einnahme von Vitamin C senkt so nachweislich das Risiko, dass eine Blasenentzündung entsteht. Eine solche Behandlung hat sich auch bei Schwangeren als sicher erwiesen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Vitamin C

Um das Auftreten einer Blasenentzündung zu verhindern, können Sie einmal täglich 100 Milligramm Vitamin C für drei Monate einnehmen.

Blasenentzündung: vorbeugen mit Zink und behandeln mit Selen

Zink ist der zweithäufigste Mineralstoff im menschlichen Körper. Selen ist dagegen ein Spurenelement. Das heißt, dass es im Körper nur in Spuren vorkommt. Zink und Selen sind lebensnotwendig und müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Beide tragen zur Vorbeugung von Infektionen bei: Sie aktivieren das Immunsystem und verhindern Schäden durch Entzündungen. Selen kann auch bei Infektionen eingesetzt werden.

Tipp

Vorbeugende Präparate enthalten oft schon Kombinationen der bekannten immunstärkenden Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Zink und Selen

Zur Vorbeugung von bakteriellen Infektionen und bei Immunschwäche kann man fünf bis 30 Milligramm Zink einnehmen. Bei Infektionen durch Bakterien wurden 50 bis 200 Mikrogramm Selen pro Tag erfolgreich getestet.

Selen und Zink sollten zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen werden. So ist die Verträglichkeit für den Magen am besten.

Tipp

Möchten Sie Selen mit Vitamin C kombinieren, achten Sie auf die Selenverbindung Natriumselenat. Die Verbindung Natriumselenit würde von Vitamin C gebunden werden, sodass es nicht mehr im Darm aufgenommen wird.

Selen im Labor bestimmen lassen

Gerade bei wiederkehrenden Blasenentzündungen oder vor der längeren Einnahme von hochdosiertem Selen (200 Mikrogramm) empfiehlt es sich, die Selenwerte im Blut überprüfen zu lassen.

Idealerweise wird Selen im Vollblut bestimmt. Dies ist am aussagekräftigsten, da das meiste Selen in den Blutzellen vorkommt. Vollblut enthält alle Blutzellen. Bei Werten unter 100 Mikrogramm pro Liter Vollblut besteht Selenmangel.

Zu beachten bei der Einnahme von Medikamenten

Während einer Antibiotikatherapie mit Ciprofloxacin (wie Ciloxan®, Ciprobay®), Enoxacin (zum Beispiel Enoxor®) und Norfloxacin (zum Beispiel Zoroxin®, Norfluxx®) sowie mit Tetracyclinen (wie Imex®, Tefilin®) sollte Zink im Abstand von drei bis vier Stunden versetzt eingenommen werden, da es die Wirkung des Medikaments herabsetzt.

Frau steht zu Sonnenuntergang geneigt am Meer
Durch einen Vitamin-D-Mangel steigt das Risiko an einer Blasenentzündung wiederholt zu erkranken. Bild: nicoletaionescu/iStock/Getty Images Plus

Blasenentzündung mit Vitamin D vorbeugen

Vitamin D stimuliert die Immunantwort und abwehrende Entzündungsantwort. Es sorgt für die Produktion von Abwehrfaktoren im Urin, welche Bakterien töten (antimikrobielle Peptide). Andere Stoffe binden an die Erreger und hindern sie daran, an die Blasenwand anzukleben. So werden sie mit dem Urin ausgeschieden.

Besonders Kinder und Frauen nach den Wechseljahren bekommen besonders leicht eine Blasenentzündung, wenn sie niedrige Vitamin-D-Werte im Blut haben. Auch die Rückfallrate steigt bei Vitamin-D-Mangel deutlich an.
Eine Vitamin-D-Einnahme senkte bei Frauen die Rückfälle der Blasenentzündung.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Vitamin D

Die Vitamin-D-Dosierung muss sich immer nach den Blutwerten richten (siehe unten).

Um wiederkehrende Blasenentzündungen zu vermeiden, wurden in einer Studie 20.000 Internationale Einheiten (IE) Vitamin D3 pro Woche eingesetzt. Auf den Tag umgerechnet sind dies knapp 2.900 Internationale Einheiten. Diese Dosis erwies sich auch bei Langzeitanwendung über fünf Jahre als gut verträglich und unbedenklich und senkte die Anzahl der wiederkehrenden Blasenentzündungen bei den so behandelten Frauen.

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin. Das bedeutet, es kann nur zusammen mit Fett aus der Mahlzeit im Darm aufgenommen werden. Nehmen Sie Vitamin D daher immer zum Essen ein.

Vitamin D im Labor bestimmen lassen

Bei erhöhter Infektanfälligkeit ist es sinnvoll, den Vitamin-D-Spiegel im Blut messen zu lassen: Nur so kann ein möglicher Vitamin-D-Mangel rechtzeitig und sicher behandelt werden.

Im Labor wird Vitamin-D im Blutserum (also die Blutflüssigkeit ohne die Blutzellen) bestimmt.

Optimal ist der Vitamin-D-Wert, wenn er zwischen 40 und 60 Nanogramm pro Milliliter liegt; das entspricht 100 bis 150 Nanomol pro Liter.

Probiotika vertreiben die Krankheitserreger

Ein Behälter und ein Messlöffel mit probiotischem Pulver
Die Behandlung einer Blasenentzündung mit Probiotika ist sehr verträglich aber schlägt nicht immer an. Bild: nadisja/iStock/Getty Images Plus

In den Scheiden von Frauen, die nie Blasenentzündungen hatten, fand man vorwiegend Laktobazillen. Bei Frauen, die an wiederkehrenden Blasenentzündungen litten, sind hingegen auch andere, teils schädliche Keime wie Colibakterien. Laktobazillen verdrängen und bekämpfen andere Keime. Laktobazillen besiedeln bei gesunden Frauen nicht nur das Scheideninnere, sondern auch den Bereich zwischen Genitalien und Anus (Damm oder Perineum). Dadurch entsteht eine natürliche Barriere gegen Keime aus dem Darm. Daneben können Laktobazillen auch die Immunaktivität des Körpers anregen.

Probiotika sind bei hartnäckigen Blasenentzündungen einen Behandlungsversuch wert. Sie helfen aber nicht in jedem Fall. Die Behandlung eignet sich zusammen mit anderen Therapien, zum Beispiel Cranberry-Extrakt und Vitamin C.

Insgesamt gibt es viele Hinweise auf die Wirksamkeit einer probiotischen Therapie bei Harnwegsinfekten, sie ist aber noch nicht endgültig bewiesen. Die Behandlung ist im Vergleich zu einer antibiotischen Therapie sehr verträglich.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Probiotika

Für die Wiederherstellung der Scheidenflora können Sie die Bakterienstämme zweimal täglich einnehmen oder in Form von Vaginalzäpfchen einführen. Wirksam sind Probiotika nur, wenn sie ein bis 20 Milliarden (1 bis 20 x 109) lebensfähige Bakterien enthalten. Sie müssen über längere Zeit zugeführt werden. Die Wirkung lässt nach, wenn die Bakterien wieder abgesetzt werden.

Nicht alle Lactobacillus-Arten sind gleich wirksam. Erfolgreich eingesetzt wurden verschiedene Laktobazillenstämme (wie Lactobacillus rhamnosus GR1 + Lactobacillus reuteri RC14, Lactobacillus plantarum LP01 + Lactobacillus paracasei LPC09).

Dosierungen auf einen Blick

Mikronährstoffempfehlung Blasenentzündung pro Tag

Vitamine

Vitamin D

je nach Versorgungslage

Vitamin C

100 bis 200 Milligramm (mg)

Mineralstoffe

Zink (Vorbeugung)

5 bis 30 Milligramm

Selen

50 bis 200 Mikrogramm (µg)

Sekundäre Pflanzenstoffe/ anderes

Cranberrysaft
Cranberry-Extrakt

300 Milliliter (ml)
30 bis 70 Milligramm Proanthocyanidine

Meerrettich
Kapuzinerkresse

960 bis 2.000 Milligramm
2.400 bis 5.000 Milligramm

Methionin

1.500 bis 3.000 Milligramm

Probiotika 

1 bis 20 Milliarden (1 bis 20 x 109)

Sinnvolle Laboruntersuchungen auf einen Blick

Sinnvolle Blutuntersuchungen bei chronischer Blasenentzündung

Normalwerte

Vitamin D (Serum)

40 bis 60 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml)

Selen (Vollblut)

121 bis 150 Mikrogramm pro Liter (µg/l)

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Einsatz bei Medikamenten

Probiotika gegen Durchfall durch Antibiotika

Antibiotika wirken nicht nur gegen krankmachende Bakterien, sondern auch gegen die guten Bakterien der Darmschleimhaut. Probiotika − begleitend zur Antibiotikaeinnahme − helfen, das bakterielle Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Sie hemmen die Vermehrung von krankmachenden Darmkeimen. Damit kann man das Risiko für Durchfall durch die Antibiotikaeinnahme reduzieren. Sollte es trotzdem zu Durchfall kommen, fällt er mit Probiotika schwächer und kürzer aus. Laut Studien sind vor allem Laktobazillen und die Hefe Saccharomyces boulardii wirksam.

Achten Sie auf einen Einnahmeabstand von zwei bis drei Stunden, damit das Antibiotikum nicht direkt gegen das Probiotikum wirkt.

Methionin verbessert Antibiotikawirkung

Die Einnahme von L-Methionin ist bei einer Therapie mit Antibiotikaeinnahme empfehlenswert, da zahlreiche Antibiotika ihr Wirkungsoptimum erst im sauren Harnmilieu entfalten. Methionin verbessert die Wirkung von Antibiotika, die ein saures Milieu benötigen (zum Beispiel Ampicilline wie Binotal®, Sulfonamide wie Aquaphor®, Nitrofurantoin wie Furadantin®).

Dosierungen auf einen Blick

Mikronährstoffempfehlung bei Einnahme von Antibiotika

Methionin

1.500 bis 3.000 Milligramm (mg)

Probiotika 

1 bis 20 Milliarden (1 bis 20 x 109)

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Zusammenfassung

Eine Blasenentzündung ist meist eine bakteriell verursachte Erkrankung. Die Mikronährstofftherapie behandelt die Erkrankung auf verschiedenen Ebenen: Es gibt antibiotisch wirksame Präparate aus Meerrettich und Kapuzinerkresse. Daneben kann man die Ausscheidung der Keime fördern durch Mannose oder Cranberry. Methionin säuert den Harn an und erschwert dadurch das Überleben der Bakterien.

Mineralstoffe wie Zink, das Spurenelement Selen oder Vitamine wie Vitamin D und C stärken die körpereigene Abwehr. Auch die Balance zwischen guten und schädlichen Keimen im Körper lässt sich gezielt mit guten Keimen aus Probiotika verbessern.

Wer Antibiotika gegen Blasenentzündung einnehmen muss, kann das Risiko für Durchfälle mit Probiotika senken. Methionin verbessert die Wirkung von Antibiotika, die einen sauren Harn erfordern.

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Verzeichnis der Studien und Quellen

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