Myome mithilfe der Mikronährstoffmedizin schrumpfen lassen

Wie Vitamine und Pflanzenstoffe das Zellwachstum kontrollieren und Symptome von Myomen lindern können

Myome sind gutartige Wucherungen, die sich aus den Muskelzellen der Gebärmutter entwickeln. Sie können innerhalb und außerhalb der Gebärmutter entstehen und dabei lange Zeit keine Beschwerden verursachen. Treten Beschwerden auf, sind typische Symptome von Myomen schmerzhafte und verstärkte Monatsblutungen oder Probleme beim Geschlechtsverkehr. Mithilfe der Mikronährstoffmedizin können die Größe der Myome reduziert und die Symptome gelindert werden.

Ursachen und Symptome

Was sind Myome?

Ein Myom ist eine gutartige Wucherung (Tumor), die sich aus Muskelzellen der Gebärmutter bildet. Myome treten einzeln oder gehäuft innerhalb und außerhalb der Gebärmutter auf. Sie können sich durch starke Schmerzen bemerkbar machen, vor allem während der Periode. Auch verursachen sie lange und starke Blutungen. Durch den erhöhten Blutverlust kann sich ein Eisenmangel einstellen, der mit Leistungsabfall und Müdigkeit einhergeht.

Je größer das Myom ist, desto größer kann der Druck auf die umliegenden Organe wie Darm oder Blase werden. Das kann zu einem verstärkten Harndrang und Verstopfung führen. Ein Fremdkörpergefühl und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr treten auch häufig auf.

Möglicherweise senken Myome auch die Chance, schwanger zu werden. Das wird jedoch kontrovers diskutiert: Untersuchungen zeigen, dass nur bei 1 bis 2,4 Prozent der Frauen, die sich einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterziehen, tatsächlich Myome der Grund dafür sind, dass sie auf natürlichem Weg nicht schwanger wurden.

Info

Nicht alle Frauen mit Myomen haben Beschwerden. Ob ein Myom Schmerzen verursacht, ist von der Art, Größe und Lage der Wucherung abhängig. Auch sind sehr starke Beschwerden möglich: Sogenannte gestielte Myome können sich bei abrupten Bewegungen um die eigene Achse drehen und plötzlich stark einsetzende Schmerzen verursachen.

Wer ist betroffen und was sind die Ursachen?

Frauen zwischen 30 und 50 Jahren sind am häufigsten von Myomen betroffen. Jüngere Frauen und Mädchen leiden dagegen selten daran. Die Beschwerden klingen nach den Wechseljahren ab.

Weibliche Geschlechtshormone (wie Östrogen) werden daher als Ursache für die Entstehung von Myomen angesehen. Zu viel vom Geschlechtshormon Progesteron wird dabei als Hauptfaktor vermutet: Es regt die Gebärmuttermuskulatur dazu an, Wucherungen auszubilden. Darüber hinaus begünstigt Stress die Entstehung von Myomen.  

Ein erhöhtes Risiko, an Myomen zu erkranken, haben außerdem übergewichtige Frauen mit dunkler Hautfarbe, die noch nie schwanger waren. Auch eine genetische Ursache ist denkbar: Myome treten familiär gehäuft auf.

Info

Einen gewissen Schutz vor Myomen bieten orale Verhütungsmethoden wie die Antibabypille mit Gestagenen und mehrere erfolgreiche Schwangerschaften.

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Ziele der Behandlung

Wie werden Myome klassisch behandelt?

Myome, die keine Beschwerden verursachen, müssen nicht behandelt werden. Kommt es zu Symptomen, richtet sich die Behandlung nach der Art, Größe und Lage der Myome. Außerdem spielt das Alter der Betroffenen eine Rolle. Bevor eine Behandlung begonnen wird, muss Kinderwunsch und Familienplanung der Patientin abgeklärt werden. Folgende Verfahren stehen zur Verfügung:

  • Medikamente: Myome können medikamentös mit Hormonen oder Hormonblockern behandelt werden, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat (wie ESMYA®). Ulipristalacetat verhindert, dass Progesteron seine Wirkung entfaltet – Myomzellen werden dadurch im Wachstum gebremst.
  • Operation: Myome können auch im Rahmen einer Bauchspiegelung (minimal-invasive Operation) entfernt werden. Eine weitere Methode ist die sogenannte Embolisation: Dabei wird die Gebärmutterarterie verschlossen, welche die Wucherung mit Blut und Nährstoffen ernährt. So wird das Myom von der Nährstoffzufuhr abgetrennt und „ausgehungert“. In schweren Fällen (und bei abgeschlossenem Kinderwunsch) kann die Gebärmutter auch vollständig entfernt werden.
  • Ultraschallbehandlungen: Durch die dabei entstehende Hitze wird das Myom zerstört.

Ziele der Mikronährstoffmedizin

Die Mikronährstoffmedizin kann die klassische Behandlung von Myomen gezielt unterstützen. Es kommen Stoffe zum Einsatz, die das Wachstum von Myomen bremsen können. Diese wirken meist entzündungshemmend und antioxidativ. Wichtig ist auch, einen möglichen Eisenmangel durch eine starke Regelblutung bei Myomen auszugleichen.

Besonders bewährt haben sich:

Expertenwissen

Manche Myom-Patientinnen weisen erhöhte Homocysteinwerte auf. Homocystein ist ein Stoffwechselendprodukt, das mithilfe von B-Vitaminen entgiftet werden muss. Hohe Homocysteinwerte stehen mit einer Reihe von Gesundheitsproblemen in Zusammenhang. Zum Beispiel wurden mehr Komplikationen in der Schwangerschaft oder Thrombosen festgestellt. Damit Homocystein erfolgreich abgebaut werden kann, empfehlen Mikronährstoff-Experten ein Kombinationspräparat mit B-Vitaminen. So ist die Versorgung sichergestellt. Ob dies positiv auf die Komplikationen wirkt, muss noch belegt werden.

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Behandlung mit Mikronährstoffen

Vitamin D könnte das Myomwachstum bremsen

Wirkweise von Vitamin D

Vitamin D beeinflusst das Zellwachstum und die Zellreifung. Es verhindert auch die Neubildung von Blutgefäßen, die von Tumoren ausgelöst wird, um ihn zu versorgen. Vitamin D könnte deshalb vor Myomen schützen: In Laborexperimenten zeigte sich, dass menschliche Myomzellen mit Vitamin D langsamer wuchsen. Myomzellen starben in Gegenwart des Vitamins sogar ab.

Ein Mangel an Vitamin D wird mit dem Auftreten von Myomen in Verbindung gebracht. Laut Beobachtungsstudien ist der Vitamin-D-Spiegel bei Frauen mit Myomen deutlich niedriger als bei Gesunden.

Eine hochwertige Studie zeigt auch: Myome können effektiv mit Vitamin D behandelt werden. Ihre Größe nahm deutlich ab. Im Rahmen einer Vorstudie wuchsen die Myome von Frauen, die Vitamin D einnahmen, langsamer und vermehrten sich weniger schnell. Dadurch sank der Bedarf an herkömmlichen Medikamenten oder einer Operation. Die Teilnehmerinnen waren unzureichend mit Vitamin D versorgt. Ob auch Frauen mit optimalen Vitamin-D-Spiegeln von einer Einnahme profitieren, ist unklar.

Da Vitamin D für eine gesunde Zellteilung wichtig ist, sollte bei Myomen kein Mangel vorliegen. Viele Menschen sind schlecht mit Vitamin D versorgt: Es ist kaum in Lebensmitteln enthalten und wird durch Sonnenstrahlen in der Haut gebildet. Wir halten uns jedoch oft zu wenig im Freien auf.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Vitamin D

Mikronährstoff-Experten empfehlen eine Dosis von 1.000 bis 2.000 Internationale Einheiten Vitamin D pro Tag, wenn der Vitamin-D-Spiegel nicht bekannt ist. Im Idealfall sollte der Blutwert geprüft werden, da bei einem Mangel eine höhere Menge nötig ist.

Vitamin D ist fettlöslich und sollte daher immer zum Essen eingenommen werden. Nur so gelangt es gut vom Darm ins Blut.

Vitamin D im Labor bestimmen lassen

Bei Myomen empfehlen Mikronährstoff-Experten, den Vitamin-D-Status im Blut bestimmen zu lassen – am besten zweimal im Jahr (Frühling und Herbst). Dabei wird im Labor die Transportform von Vitamin D gemessen, das 25(OH)-Vitamin D. Der optimale Wert liegt zwischen 40 und 60 Nanogramm pro Milliliter.

Vitamin D: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Personen mit Nierenerkrankungen sollten Vitamin D nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt einnehmen: Sie haben einen gestörten Mineralstoffhaushalt und manchmal zu hohe Calciumspiegel. Da Vitamin D die Calciumaufnahme im Darm fördert, können die Spiegel im Blut weiter steigen. Auch Personen mit Nierensteinen (calciumhaltige Steine) müssen aufpassen: Bei einer hohen Calciumausscheidung im Urin könnten sich neue Steine bilden.

Bei der entzündlichen Bindegewebserkrankung Sarkoidose (Morbus Boeck) sollte Vitamin D nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden: Auch Sarkoidose-Patienten haben häufig hohe Calciumspiegel im Blut.

Entwässerungsmedikamente (Diuretika) aus der Gruppe der Thiazide senken die Ausscheidung von Calcium über die Nieren – der Calciumspiegel im Blut ist erhöht. Vitamin D darf nur zusammen mit Thiaziden eingenommen werden, wenn der Calciumspiegel regelmäßig überprüft wird. Dazu gehören Hydrochlorothiazid (Esidrix®), Xipamid (Aquaphor®) und Indapamid (Natrilix®).

Grüntee lässt Myome möglicherweise schrumpfen

Wirkweise von Grüntee

Grüntee wird eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt. Die wirksamen Pflanzenstoffe sind vor allem Catechine wie Epigallocatechingallat (EGCG). Sie wirken entzündungshemmend und lindern oxidativen Stress. Tierstudien und Laborversuche zeigen, dass EGCG das Wachstum von Myomzellen hemmt. Auch liegen positive Ergebnisse aus Tierversuchen bei Endometriose vor. Bei dieser Erkrankung entstehen Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut an verschiedenen Stellen im Körper (bei Myomen wachsen Muskelzellen in der Gebärmutter).

Eine kleine hochwertige Studie zur Einnahme von Grüntee-Extrakt gibt es bereits: Bei betroffenen Frauen verkleinerten sich die Myome um über 30 Prozent. Auch die Lebensqualität der Frauen verbesserte sich. Myome können die Lebensqualität stark einschränken. Nun sind größere Studien nötig, um die Wirkung von EGCG zu beweisen.

Grüntee-Extrakt könnte eine sanfte und effektive Behandlungsmöglichkeit sein, die zudem gut verträglich und einfach anzuwenden ist. Eine Einnahme kann aber in jedem Fall die klassische Behandlung unterstützen.

Info

Grüntee-Catechinen wird außerdem eine krebshemmende Wirkung nachgesagt: EGCG fördert das Absterben entarteter Zellen. Die Entstehung von bösartigen Tumoren (Sarkom) aus einem Myom ist jedoch sehr selten.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Grüntee-Extrakt

Mikronährstoff-Experten empfehlen meist ein Präparat mit Grüntee als Extrakt. Dort ist die Menge der Catechine wie EGCG höher als zum Beispiel in gemahlenen Blättern (Pulver) oder in grünem Tee als Getränk. Die tägliche Dosis liegt bei 500 bis 800 Milligramm Grüntee-Extrakt mit 250 bis 400 Milligramm EGCG.

Grüntee-Extrakt sollte immer zum Essen eingenommen werden.

Grüntee-Extrakt: zu beachten in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Es gibt noch keine Studien zu Grüntee-Extrakt in der Schwangerschaft und Stillzeit. Daher sollten Schwangere und Stillende kein Grüntee-Extrakt einnehmen.

Bei Lebererkrankungen sollte ein Arzt gefragt werden, ob Grüntee-Extrakt eingenommen werden kann. In seltenen Fällen können bei einer hoch dosierten Einnahme (über 600 Milligramm EGCG) die Leberwerte ansteigen.

Wechselwirkungen von Grüntee-Extrakt mit Medikamenten sind möglich. Die Stoffe können Enzyme hemmen, die für den Abbau von Medikamenten zuständig sind. Die Wirkungen und Nebenwirkungen könnten verstärkt werden. Deshalb sollte die Einnahme zur Sicherheit mit dem Arzt oder Apotheker abgesprochen werden. Grüner Tee kann die Wirkung von Krebsmedikamenten mit dem Wirkstoff Bortezomib (Velcade®) aufheben.

Bestimmte Stoffe in grünem Tee blockieren die Aufnahme von Medikamenten-Wirkstoffen im Darm. Dazu gehört der Betablocker Bisoprolol (zum Beispiel Bisoprolol®, Concor®) oder der Blutdrucksenker Nifedipin (etwa Adalat®, Aprical®, Nifical®). Zwischen der Einnahme der Medikamente und Grüntee-Kapseln sollten mindestens vier Stunden liegen.

Curcumin wirkt entzündungshemmend

Wirkweise von Curcumin

Der Pflanzenstoff Curcumin stammt aus der Kurkuma-Wurzel (Curcuma longa). Kurkuma wird traditionell wegen seiner antientzündlichen Wirkung in der Pflanzenheilkunde eingesetzt. Darüber hinaus greift es in den Zellzyklus ein und lässt entartete Zellen absterben, wie Laborversuche zeigen. Die entzündungs- und wachstumshemmende Wirkung könnte dazu beitragen, die Myomlast zu verringern. In China gibt es eine verwandte Pflanze (Curcuma zedoaria). Sie gehört in der traditionellen chinesischen Medizin zu den am häufigsten angewendeten Pflanzen gegen Myome.

Bislang sind noch keine Studien zur Einnahme von Curcumin bei Myomen durchgeführt worden. Daher ist noch unklar, wie wirksam die Behandlung ist. Trotz vieler positiver Tierversuche bleiben noch zahlreiche Fragen offen. Die Einnahme kann aber versucht werden, da Curcumin gut verträglich ist.

Info

Neben Curcumin gibt es weitere Pflanzenstoffe (Polyphenole), die möglicherweise Myome wirksam bekämpfen, wie Resveratrol oder oligomere Proanthocyanidine (OPC). Während Curcumin nur schwer im Darm aufgenommen wird und den Wirkort schlecht erreicht, werden die anderen Pflanzenstoffe besser aufgenommen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Curcumin

Mikronährstoff-Experten raten bei Myomen versuchsweise zur Einnahme von 600 bis 1.200 Milligramm Curcumin pro Tag. Um die Bioverfügbarkeit zu erhöhen, eignen sich Curcumin-Präparate mit Piperin besonders. Piperin aus Pfeffer steigert nachweislich die Aufnahme. Die Wirkung kann sich darüber hinaus am besten entfalten, wenn das Präparat zu einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen wird.

Idealerweise wird bei einer hohen Dosierung (über 210 Milligramm) nach drei Monaten eine Einnahmepause eingelegt.

Info

Wird Curcumin längerfristig eingenommen, sollten der Eisengehalt im Blut und die Leberwerte überprüft werden. Curcumin kann einen bestehenden Eisenmangel verschlimmern. Ein Eisenmangel kann bei Myomen wegen der starken Monatsblutungen häufiger vorkommen.

Curcumin: zu beachten in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Die Studienlage ist nicht ausreichend, um eine Einnahme von Curcumin für Schwangere oder Stillende bedenkenlos empfehlen zu können.

Curcumin sollte nicht bei Gallensteinen angewendet werden, da es die Produktion von Gallensaft anregt. Wenn ein Stein den vermehrten Gallenfluss behindert, kann das starke Schmerzen (Gallenkolik) auslösen. Ein „Zuviel“ an Galle kann auch Durchfälle verursachen, weshalb Menschen mit akuten Durchfallerkrankungen ebenfalls auf Curcumin verzichten sollten.

In Laborstudien hemmte Curcumin Enzyme der Leber, die Medikamente verstoffwechseln. Besprechen Sie daher die Einnahme von Curcumin zusammen mit Medikamenten mit dem Arzt. Wechselwirkungen sind auch bei Medikamenten für die Blutverdünnung möglich wie Warfarin (Coumadin®) und Clopidogrel (Iscover®, Plavix®).

Schützen Pflanzenstoffe aus Granatapfel und Brokkoli vor Myomen?

Wirkweise von Granatapfel und Brokkoli

Ellagsäure und Sulforaphan wirken in Tier- und Laborversuchen entzündungshemmend. Darüber hinaus bremsen die Pflanzenstoffe das Tumorwachstum, denn sie hemmen die Neubildung von Blutgefäßen, die den Tumor versorgen. Ellagsäure ist ein wichtiger Pflanzenstoff aus Granatapfel. Sulforaphan stammt aus Kreuzblütengewächsen wie Brokkoli und Rosenkohl. Es wird durch pflanzliche Enzyme aus einem anderen Pflanzenstoff (Glucoraphanin) gebildet.

Bislang liegen zu diesen Pflanzenstoffen keine Erkenntnisse aus Studien an Myom-Patientinnen vor. Grundsätzlich ist es aber sinnvoll, sich ausgewogen zu ernähren und darauf zu achten, viel Obst und Gemüse zu essen. Damit man vor allem ausreichend mit Ellagsäure und Sulforaphan versorgt ist, können Kombinationspräparate eine sinnvolle Ergänzung sein.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Granatapfel- und Brokkoli-Extrakt

Für eine gute Versorgung sind pro Tag folgende Dosierungen sinnvoll:

Meist empfehlen Mikronährstoff-Experten Präparate mit einem Extrakt, da hier die wirksamen Pflanzenstoffe in höherer Konzentration enthalten sind. Auch raten sie generell zu einem Kombinationspräparat mit weiteren Pflanzenstoffen – zum Beispiel mit Grüntee und Curcumin. Dann sind die Einzelstoffe deutlich niedriger dosiert.

Die Einnahme von Granatapfel- und Brokkoli-Extrakt sollte zu den Mahlzeiten erfolgen.

Granatapfel- und Brokkoli-Extrakt: zu beachten in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Medikamenteneinnahme

In der Schwangerschaft oder Stillzeit sollte man Ellagsäure und Sulforaphan nicht in konzentrierter Form aufnehmen. Es liegen zu wenige Daten zur Sicherheit vor. 

Pflanzenstoffe aus Granatapfel-Extrakt können den Abbau von Medikamenten im Körper beeinflussen. Das kann ihre Wirkung verstärken oder abschwächen. Granatapfel-Extraktverstärkt womöglich die Wirkung von Blutverdünnern, zum Beispiel von Phenprocoumon (Marcumar®) und Warfarin (Coumadin®). Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind möglich wie dem Herzmedikament Diltiazem (Diltiagamma®), dem Blutdrucksenker Amlodipin (Norvasc®), dem Schmerzmittel Fentanyl (Actiq®) oder Krebsmedikamenten. Nehmen Sie Medikamente ein, halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Stehen Operationen oder Zahnbehandlungen an, sollte Granatapfel-Extrakt vorsichtshalber nicht eingenommen werden. Er könnte die Blutungsneigung erhöhen.

Laborversuche zeigen, dass Pflanzenstoffe aus Brokkoli-Extrakt den Abbau von Medikamenten verändern können. Betroffen ist zum Beispiel das Herz- oder Blutdruckmedikament Verapamil (zum Beispiel Isoptin®, Falicard®, Veranorm®). Das Gleiche gilt für das Entwässerungsmittel Furosemid (zum Bespiel Lasix®) und für Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Ketoprofen (zum Beispiel Gabrilen®). Es können auch noch andere Wirkstoffe betroffen sein (wie Haloperidol zum Beispiel Haldol®-Janssen). Sprechen Sie deshalb vor der Einnahme mit Ihrem Arzt.

Eisen gleicht einen möglichen Mangel bei Myomen aus

Wirkweise von Eisen

Myome sind häufig nicht nur sehr schmerzhaft, sie verstärken auch oft die Periode. Bei erhöhtem Blutverlust steigt das Risiko für eine Unterversorgung mit Eisen. Ein Mangel kennzeichnet sich unter anderem durch Müdigkeit und Blässe und führt langfristig zu einer Blutarmut (Anämie). Eisen benötigt der Körper für die Blutbildung und den Transport von Sauerstoff im Blut.

Eine große Beobachtungsstudie mit über 21.000 Frauen verdeutlicht, dass das Risiko für einen Eisenmangel erhöht sein könnte: Über 60 Prozent der Myom-Patientinnen klagten über zum Teil sehr starke Monatsblutungen. Daher ist es wichtig, einem Eisenmangel vorzubeugen. Dies ist durch eine ausgewogene Ernährung möglich. In manchen Fällen ist es jedoch nötig, auf Eisenpräparate zurückzugreifen – vor allem, wenn noch weitere Risikofaktoren dazukommen wie eine vegetarische Ernährung.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Eisen

Bei einer sehr starken Monatsblutung empfehlen Mikronährstoff-Experten die Ergänzung von Eisen, um einem Mangel vorzubeugen. Sinnvoll sind 5 bis 10 Milligramm Eisen pro Tag.

Ist bereits ein Mangel vorhanden, sind bei einem leichten Mangel meist zwischen 20 und 40 Milligramm Eisen pro Tag nötig. Bei einem schweren Mangel raten Mikronährstoff-Experten auch zu 50 bis 100 Milligramm. Über die Höhe der Dosis sollte aber ein Experte nach vorangegangener Blutuntersuchung entscheiden. Eisen kann überdosiert werden.

Für eine gute Aufnahme im Darm, sollte Eisen auf nüchternen Magen eingenommen werden. Bei einem empfindlichen Magen empfiehlt sich die Einnahme zum Essen. Dann sollten aber keine „Eisenräuber“ Bestandteil sein wie Vollkornprodukte, Milch, Kaffee, Tee oder Cola.

Eisen im Labor bestimmen lassen

Bei Myomen und starker Regelblutung ist es wichtig, den Eisenspiegel im Blut im Auge zu behalten. Um die Eisenversorgung zu kontrollieren, bestimmt der Arzt verschiedene Parameter. Ein einzelner Wert ist wenig aussagekräftig.

Oft wird der rote Blutfarbstoff Hämoglobin bestimmt. Der Hämoglobinwert sollte bei Frauen über 12 Gramm pro Deziliter Blut liegen. Auch sollte das Speichereisen Ferritin gemessen werden. Der Normalwert beträgt bei Frauen 23 bis 110 Mikrogramm pro Liter.

Eisen: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Wenn Sie an einer schweren Erkrankung der Leber oder Niere leiden, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob Sie Eisenpräparate einnehmen dürfen. Eisen kann sich in den Organen anreichern. Gleiches gilt bei Nervenerkrankungen wie Parkinson, Alzheimer, Chorea Huntington oder amyotropher Lateralsklerose (ALS): Hier haben Forscher Eisenablagerungen gefunden.

Darüber hinaus kann Eisen die Magen- und Darmschleimhaut reizen. Wenn Sie an Entzündungen oder Geschwüren leiden, besprechen Sie die Einnahme von Eisen mit Ihrem Arzt.

Bei einer Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) sollte kein Eisen eingenommen werden. Auch bei Störungen der Eisenverwertung muss auf Eisenpräparate verzichtet werden. Gleiches gilt bei häufigen Bluttransfusionen. Das kommt zum Beispiel bei bestimmten Anämieformen vor wie der Thalassämie (Mittelmeeranämie).

Darüber hinaus gibt es Wechselwirkungen zwischen Eisen und einigen Medikamenten. Welche das betrifft, lesen Sie im Text zu Eisen.

Dosierungen auf einen Blick

Empfehlung pro Tag bei Myomen

 

Vitamine

Vitamin D

1.000 bis 2.000 Internationale Einheiten (IE)

  
 

Mineralstoffe

Eisen

Vorbeugung: 5 bis 10 Milligramm (mg)

leichter Mangel: 20 bis 40 Milligramm

starker Mangel: 50 bis 100 Milligramm

  
 

Pflanzenstoffe

Grüntee-Extrakt

500 bis 800 Milligramm

Curcumin

600 bis 1.200 Milligramm

Granatapfel-Extrakt

250 bis 500 Milligramm

Brokkoli-Extrakt

50 bis 100 Milligramm

 

Sinnvolle Laboruntersuchungen auf einen Blick

Sinnvolle Blutuntersuchungen bei Myomen

 

Normalwerte

Vitamin D

40 bis 60 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml)

Eisen:

Hämoglobin

Ferritin

 

über 12 Gramm pro Deziliter Blut (g/dl)

23 bis 110 Mikrogramm pro Liter (µg/l)

 

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Zusammenfassung

Myome sind gutartige Tumore, die sich aus den Muskelzellen der Gebärmutter bilden. Die Symptome können unterschiedlich ausfallen: Viele Frauen leiden an besonders starken Regelblutungen, anderen Frauen machen starke, krampfartige Schmerzen zu schaffen. Myome sind nur behandlungsbedürftig, wenn sie Beschwerden verursachen. Im Falle einer Therapie kann die Mikronährstoffmedizin sie ideal ergänzen.

Eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung kann dazu beitragen, dass die Beschwerden durch Myome schwächer werden. Grüntee-Extrakt lässt möglicherweise Myome schrumpfen. Inwiefern sekundäre Pflanzenstoffe wie Curcumin, Ellagsäure und Sulforaphan gegen Myome wirken können, ist noch unklar. Theoretisch hemmen sie das Wachstum. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit Obst und Gemüse ist grundsätzlich wichtig, um den Körper ausreichend mit diesen entzündungshemmenden Pflanzenstoffen zu versorgen. Auch ein möglicher Eisenmangel durch starke Regelblutungen kann durch Eisenpräparate ausgeglichen werden.

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Verzeichnis der Studien und Quellen

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