Beschwerden bei Hämorrhoiden mit Mikronährstoffmedizin lindern

Wie Ballaststoffe, Probiotika und Mineralstoffe den Stuhlgang normalisieren und Schmerzen vermeiden können

Der Darm ist mit Gefäßpolstern nach außen dicht verschlossen – den Hämorrhoiden. Von einem Hämorrhoidalleiden spricht man, wenn sich diese Polster lösen und aus dem After treten. Blutungen, Schmerzen und Juckreiz können die Folgen sein. Grundlage der Therapie ist die Anpassung des Lebensstils, zum Beispiel ausreichend Bewegung und eine gute Flüssigkeitszufuhr. Auch die Mikronährstoffmedizin leistet einen Beitrag. Erfahren Sie hier, welche Mikronährstoffe helfen, den Stuhlgang zu erleichtern und die Beschwerden durch Hämorrhoiden zu verringern.

Hämorrhoidalleiden
Beschwerden bei einem Hämorrhoidalleiden können sehr unangenehm sein. Es kann zu Juckreiz, Schmerzen und sogar harmlosen Blutungen kommen. Bild: dragana991/iStock/Getty Images Plus

Ursachen und Symptome

Was sind Hämorrhoiden?

Schweregrade von Hämorrhoiden
Als Hämorrhoiden bezeichnet man ein schwammartiges Gewebe mit Blutgefäßen, das den Enddarm abdichtet. Lösen sie sich, spricht man von einem Hämorrhoidalleiden. Bild: medicalstocks/iStock/Getty Images Plus

Im Bereich des Enddarms und Schließmuskels befindet sich ein schwammartiges Gewebe mit Blutgefäßen. Dies nennt man Hämorrhoiden. Gemeinsam mit den Schließmuskeln sorgt es für einen Verschluss des Afters. 

Im Laufe des Lebens können sich die Gewebe krankhaft verändern und Beschwerden hervorrufen. Dabei werden elastische Gewebefasern und Blutgefäßwände geschädigt. Die Anheftung der Hämorrhoiden an die Darmwand ist dadurch beeinträchtigt. Im weiteren Verlauf werden die Hämorrhoiden zunehmend aus dem After gedrückt. Ist im Volksmund von Hämorrhoiden die Rede, ist genau genommen ein „Hämorrhoidalleiden“ gemeint.

Ärzte unterscheiden vier Schweregrade:

  • Grad 1: Die Hämorrhoiden sind nach außen hin nicht zu erkennen oder zu ertasten.
  • Grad 2: Die Hämorrhoiden wölben sich durch Pressen aus dem After heraus, ziehen sich danach aber von allein wieder zurück.
  • Grad 3: Die Hämorrhoiden treten nicht mehr von allein in den After zurück. Man kann sie aber mit dem Finger zurückdrücken.
  • Grad 4: Die Hämorrhoiden treten dauerhaft aus dem After und lassen sich nicht mehr zurückdrücken. Oft kommt es zu einem Vorfall der Analschleimhaut (Prolaps). 

Ursachen eines Hämorrhoidalleidens

Warum sich die Gewebe verändern, ist nicht genau geklärt. Es könnte an einem Bindegewebsverschleiß liegen. Alter scheint der bedeutendste Risikofaktor zu sein. Bei vielen Betroffenen liegt zusätzlich eine Schwäche des Bindegewebes vor.

Daneben vermutet man, dass ein erhöhter Druck im Bauchbereich beteiligt ist. Der Druck kann durch Übergewicht, starkes Pressen beim Stuhlgang oder durch das Heben schwerer Lasten verursacht sein. Verschlimmernde Faktoren sind anhaltende Verstopfungen und eine ballaststoffarme Ernährung. Durch wenig Ballaststoffe in der Nahrung verliert der Stuhl an Feuchtigkeit. Beim Pressen wird der harte Stuhl gegen die Hämorrhoiden gedrückt. Dabei kann ihre Anheftung reißen oder das Gewebe nimmt Schaden, blutet oder entzündet sich. Aber auch sehr häufiger Stuhlgang wird als Ursache diskutiert. 

Experten gehen zudem davon aus, dass eine überwiegend sitzende Lebensweise ebenfalls zur Erkrankung beiträgt. Diskutiert werden auch der Konsum von Alkohol und scharfen Gewürzen.

Info

Auch junge Frauen können in der Schwangerschaft betroffen sein. Gründe sind der steigende Druck im Bauch durch das Baby und die Lockerung des Bindegewebes durch die Hormonveränderungen. Die Beschwerden durch Hämorrhoiden verschwinden jedoch nach der Geburt im Normalfall wieder.

Welche Symptome verursacht ein Hämorrhoidalleiden?

Im Anfangsstadium verursachen Hämorrhoiden meist keine Beschwerden. Gelegentlich ist nach dem Stuhlgang Blut auf dem Toilettenpapier zu erkennen. Dann wurden die feinen Blutgefäße verletzt. Auch kann es zu einem Fremdkörpergefühl und Schmerzen kommen. Schließt der Enddarm nicht mehr vollständig, ist Inkontinenz die Folge. Auch kann es zu entzündlichen Hautreaktionen (Ekzemen) und Juckreiz am After kommen.

Starke Schmerzen treten bei Hämorrhoiden hauptsächlich im Falle eines Prolaps auf – oder, wenn es im fortgeschrittenen Stadium durch Einklemmen eines Blutgefäßes zu einem Blutgerinnsel (Thrombose) gekommen ist.

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Ziele der Behandlung

Wie wird ein Hämorrhoidalleiden klassisch behandelt?

Hämorrhoiden Salbe
Salben mit entzündungshemmenden Wirkstoffen lindern bei Hämorrhoiden die Schmerzen und den Juckreiz. Bild: maxsattana/iStock/Getty Images Plus

Veränderte Hämorrhoiden können nicht rückgängig gemacht werden. Das Fortschreiten kann aber gebremst werden. Therapiegrundlage ist die Anpassung des Lebensstils. Dazu gehören regelmäßige Bewegung, eine ballaststoffreiche Ernährung und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Dies verbessert die Konsistenz des Stuhls. 

Die weitere Behandlung hängt vom Schweregrad ab. Medikamente in Form von Tabletten, Salben und Zäpfchen kommen bei Hämorrhoiden 1. und 2. Grades zum Einsatz, sofern sie Beschwerden verursachen. Ziel ist es, die Beschwerden zu lindern und eine Rückbildung zu erreichen. Entsprechende Mittel wirken vor allem entzündungshemmend und lindern bei Hämorrhoiden die Schmerzen. Zudem können sie den Juckreiz verringern. Eingesetzt werden örtlich betäubende Mittel (Lokalanästethika) wie Quinisocain (wie Haenal® akut), Cinchocain (wie DoloPosterine®) oder Lidocain (wie Posterisan® akut). 

Alternativ können Hämorrhoiden 1. und 2. Grades durch Veröden oder Abschnüren entfernt werden. Das verödete oder abgeschnürte Gewebe stirbt ab und wird vom Körper abgestoßen. Dadurch verkleinert sich das Gefäßpolster. Manchmal ist eine Verödung auch bei Hämorrhoiden 3. Grades wirksam. Oft müssen diese aber operativ entfernt werden – ebenso wie Hämorrhoiden 4. Grades.

Ziele der Mikronährstoffmedizin

Eine wichtige therapeutische Maßnahme bei einem Hämorrhoidalleiden liegt darin, die Beschaffenheit des Stuhls zu verbessern. Die Mikronährstoffmedizin kann mit Ballaststoffen, Probiotika und Magnesium einen wertvollen Beitrag zur Normalisierung des Stuhls leisten: 

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Behandlung mit Mikronährstoffen

Flohsamen und Hafer verbessern die Konsistenz bei hartem Stuhlgang

Wirkweise von Flohsamen und Hafer

Flohsamen helfen bei Beschwerden
Vor allem Flohsamen sind ein gutes natürliches Mittel, um die Stuhlkonsistenz zu regulieren. Die Samen quellen im Darm auf und erleichtern den Stuhlgang. Voraussetzung ist, dass begleitend viel Wasser getrunken wird. Bild: HandmadePictures/iStock/Getty Images Plus

 

Flohsamen sind sehr quellfähig und binden im Magen-Darm-Trakt viel Wasser. Der Stuhl wird dadurch voluminöser und weicher. Die Darmbewegungen werden gefördert und der Stuhl wird schneller ausgeschieden. Damit werden Verstopfungen gelindert und die Reibung am Darmausgang reduziert. Eine ähnliche Wirkung wird auch Ballaststoffen (Beta-Glucane) aus Hafer zugesprochen. Sie befinden sich in den Randschichten des Korns und man nimmt sie zum Beispiel über Haferkleie auf. Das zeigen auch Ergebnisse aus mehreren Studien:

Verstopfung: Forscher kamen in einer hochwertigen Studie zu dem Ergebnis, dass Flohsamen den Stuhl bei Verstopfung weicher machten und das Stuhlgewicht erhöhten im Vergleich zu einem herkömmlichen Abführmittel (Klistier). Auch in zwei Vorstudien zeigte sich ein positiver Effekt. Teilnehmer einer der Studien gaben außerdem an, beim Stuhlgang weniger Schmerzen zu haben. Von Haferkleie profierten besonders ältere Menschen: Durch die Ergänzung mussten sie weniger Abführmittel einnehmen.

Hämorrhoidalleiden: In einer Vorstudie führte die Ergänzung von Flohsamen zu einer verringerten Blutungsneigung. Vermutlich können Flohsamen daher bei Hämorrhoiden die Symptome lindern. 

Da jedoch nicht in allen Studien ein Nutzen bestätigt wurde, sind weitere hochwertige Studien erforderlich, um die Effekte von Flohsamen und Hafer abschließend zu beweisen. In den offiziellen Leitlinien werden Flohsamen aber zur Stuhlregulation und zur Linderung der Schmerzen nach einer Operation empfohlen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Flohsamen und Hafer

Mikronährstoff-Experten empfehlen bei einem Hämorrhoidalleiden die Zufuhr von 5 bis 20 Gramm Flohsamen über den Tag verteilt. Zudem sind 5 Gramm Haferkleie pro Tag sinnvoll. Flohsamen und Haferkleie sind vor allem ideal, wenn der Stuhl erweicht werden soll. Bei einem schweren Hämorrhoidalleiden (ab Grad 3) ist es ratsam, die Einnahme mit dem Arzt zu besprechen.

Damit Flohsamen und Haferkleie gut wirken, müssen sie für einen längeren Zeitraum ergänzt werden – beispielsweise über sechs Wochen hinweg. Nehmen Sie Flohsamen immer mit einem Glas Wasser ein, damit sie gut quellen. Als Faustregel gilt: 1 Gramm Flohsamen auf 30 Milliliter Wasser. Insgesamt sollten dann pro Tag mindestens zwei Liter getrunken werden.

Neben ganzen Samen oder geschroteten Samenschalen sind Flohsamen auch als Pulver zum Einrühren in Wasser erhältlich.

Flohsamen und Hafer: zu beachten bei Medikamenteneinnahme und Erkrankungen

Flohsamen können die Aufnahme von Medikamenten im Darm beeinträchtigen – zum Beispiel von: 

  • Herzglykosiden (Digacin®, Lenoxin®) zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen 

  • Blutverdünnern des Cumarin-Typs (Falithrom®, Marcumar®) 

  • Lithium (Quilonorm®, Priadel®) 

  • Carbamazepinen (carbadura®, Timonil®) gegen Epilepsie 

Da Flohsamen die Darmentleerung beschleunigen, können sie die Wirkung von Schilddrüsenmedikamenten hemmen: L-Thyroxin (Eferox®, L-Thyrox®) benötigt einige Zeit, bis es im Darm aufgenommen wird. Halten Sie deshalb einen Abstand von mindestens zwei Stunden ein.

Flohsamenschalen sollten nicht zusammen mit Medikamenten eingenommen werden, welche die Darmbewegung hemmen (Peristaltikhemmer). Es könnte zu Verstopfungen kommen. Dazu zählen Durchfallmittel wie der Wirkstoff Loperamid (Imodium®).

Zwar enthält Hafer im Vergleich zu Weizen weniger Gluten, dennoch können bei sehr sensiblen Personen mit einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) Beschwerden auftreten.

Flohsamenschalen und Hafer können den Blutzuckerspiegel senken. Diabetiker, die Medikamente einnehmen, sollten ihre Blutzuckerwerte engmaschiger überprüfen, um eine Unterzuckerung zu vermeiden.

Bei einem Darmverschluss oder einer Verengung der Speiseröhre, des Magens oder Darmes sollten keine Flohsamen eingenommen werden. Plötzliche starke Magenschmerzen, Brechreiz und Übelkeit könnten Alarmsignale für einen Darmverschluss sein. Gleiches gilt bei einer akuten Entzündung im Magen-Darm-Bereich oder Schluckstörungen.

Ballaststoffe: Resistente Stärke reguliert die Zusammensetzung der Darmbakterien

Wirkweise von resistenter Stärke

Resistente Stärke
Resistente Stärke wird zum Beispiel aus Mais hergestellt. Außerdem ist sie in unreifen Bananen enthalten oder in zuvor gekochten Kartoffeln, die erkaltet sind. Bild: minadezhda/iStock/Getty Images Plus

Resistente Stärke ist eine spezielle Form der Stärke, die durch Verdauungsenzyme nicht gespalten wird. Deshalb zählt sie zu den Ballaststoffen. Resistente Stärke gelangt in den Dickdarm und dient dort den gesundheitsfördernden Bakterien als Nahrungsquelle. Außerdem verdrängen Ballaststoffe schlechte Darmbakterien. Damit regulieren Ballaststoffe wie resistente Stärke die Mikrobiota (Darmflora). Eine Darmflora-Störung kann sich zum Beispiel durch Verstopfung oder Durchfall äußern.

Bei der Verstoffwechselung von resistenter Stärke entstehen zudem kurzkettige Fettsäuren, die die Beweglichkeit des Darms steigern. Da eine verminderte Darmbewegung die Ursache eines Hämorrhoidalleidens sein kann, könnte resistente Stärke diesem entgegenwirken. In einer Vorstudie steigerte resistente Stärke die Menge an kurzkettigen Fettsäuren im Stuhl deutlich. Das lässt auf eine erhöhte Produktion schließen.

Außerdem nehmen Ballaststoffe Wasser im Stuhl auf. Dadurch könnten sie Durchfälle verringern. Für resistente Stärke wurde gezeigt, dass sich die Dauer von akuten Durchfällen verkürzte. Auch ein häufiger Stuhlgang wird als Ursache eines Hämorrhoidalleidens diskutiert. Daneben wirken Ballaststoffe positiv bei Inkontinenz.

Aus wissenschaftlicher Sicht ist noch nicht ganz geklärt, ob resistente Stärke die Beschwerden bei Hämorrhoiden lindert. Eine Übersichtsarbeit lässt aber vermuten, dass Ballaststoffe helfen: Schmerzen und Juckreiz nahmen ab. Untersucht wurden fast 400 Patienten. Zudem gab es in einer der ausgewerteten Studien Hinweise auf ein verringertes Rückfallrisiko. Allerdings gibt es auch Studien, in denen Ballaststoffe nicht positiv wirkten. In einer Vorstudie verstärkten sie zum Beispiel Verstopfungen. Wichtig ist, dass immer ausreichend getrunken wird (mindestens zwei Liter). 

Insgesamt sind Ballaststoffe wichtig für eine gesunde Verdauung und wirken auch bei Hämorrhoiden vermutlich positiv. Die Einnahme ist deshalb einen Versuch wert.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von resistenter Stärke

Mikronährstoff-Experten empfehlen für eine gesunde Verdauung die Einnahme von bis zu 25 Gramm resistenter Stärke täglich. Bei einem Hämorrhoidalleiden in einem höheren Stadium (Grad 3 bis 4) sollte die Einnahme mit einem Arzt abgesprochen werden. 

Es ist sinnvoll, die Gesamtmenge auf mehrere Portionen über den Tag zu verteilen. Idealerweise beginnen Sie mit einer niedrigeren Dosierung, beispielsweise viermal 2 Gramm pro Tag. So kann sich der Darm an die höhere Ballaststoffzufuhr gewöhnen. Sobald Sie diese Menge vertragen, können Sie die Dosis nach und nach steigern.  

Resistente Stärke: zu beachten bei Erkrankungen

Nehmen Sie ohne Anraten eines Arztes keine Ballaststoffe (resistente Stärke) bei akuten Entzündungen im Darm ein, etwa bei Divertikulitis oder einer akuten chronisch-entzündlichen Darmentzündung. 

Probiotika verkürzen die Verweildauer des Stuhls im Darm

Wirkweise von Probiotika

Probiotika Kapseln
Probiotika sind als Kapseln erhältlich. Zwar kann man sie auch über die Ernährung bekommen, allerdings enthalten Lebensmittel meist geringe Mengen. Über Präparate lassen sich Probiotika deshalb ganz gezielt anwenden. Bild: RomarioIen/iStock/Getty Images Plus

Probiotika sind laut Definition lebende Mikroorganismen, meist Bakterien, die sich positiv auf die Bakterien im Darm (Mikrobiota) auswirken. Dadurch können sie beispielsweise die Verweildauer des Stuhls im Darm verkürzen, die Häufigkeit des Stuhlgangs steigern und so Verstopfungen entgegenwirken. Vermutlich trägt die Produktion kurzkettiger Fettsäuren dazu bei, die Darmbewegung zu steigern. Diese Fettsäuren entstehen, wenn Darmbakterien Ballaststoffe wie resistente Stärke verstoffwechseln.

Verschiedene Beobachtungsstudien zeigen, dass bei Verstopfungen die Anzahl an gesundheitsfördernden Bakterien (zum Beispiel Laktobazillen) im Darm verringert ist.

Auch zur Einnahme solcher Bakterien liegen schon Studien vor: Forscher stellten durch eine Übersichtsarbeit zum Beispiel fest, dass Probiotika die Verweildauer des Stuhls im Darm deutlich senkten und gleichzeitig die Stuhlfrequenz erhöhten. In einer hochwertigen Studie profitieren vor allem Menschen mit stark eingeschränkter Darmtätigkeit von der Einnahme. In weiteren Studien ließen sich außerdem positive Einflüsse auf die Beschaffenheit des Stuhls nachweisen.

Auch wenn Studien speziell bei einem Hämorrhoidalleiden noch fehlen, ist die Einnahme von Probiotika einen Versuch wert, um die Darmtätigkeit von Betroffenen zu normalisieren.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Probiotika

Mikronährstoff-Experten empfehlen bei Beschwerden durch Hämorrhoiden die Zufuhr von 1 bis 20 Milliarden koloniebildenden Einheiten pro Tag. Besonders sinnvoll sind Kombinationspräparate mit möglichst vielen verschiedenen Bakterienarten, darunter Laktobazillen und Bifidobakterien. Nach derzeitigem Wissen ist die Überlebenswahrscheinlichkeit im Darm so am größten. Damit Probiotika wirken, müssen sie über einen längeren Zeitraum regelmäßig eingenommen werden.

Tipp

Es empfiehlt sich, Probiotika zusammen mit Ballaststoffen wie resistenter Stärke oder resistenten Dextrinen zu kombinieren. Resistente Stärke dient ihnen als Nahrung und fördert so ihr Wachstum.

Probiotika: zu beachten bei Histaminintoleranz und schweren Erkrankungen

Einige probiotische Bakterien bilden möglicherweise Histamin. Daher kann die Einnahme bei einer Histaminintoleranz Beschwerden hervorrufen. Dazu gehören vermutlich Lactobacillus casei, Lactobacillus delbrueckii ssp. bulgaricus, Lactobacillus reuteri, Lactococcus lactis und Enterococcus faecium.

Sehr geschwächte Personen mit stark unterdrücktem Immunsystem, Personen mit zentralen Venenzugängen (zum Beispiel bei Chemotherapie), Herzklappenerkrankungen und dem Kurzdarmsyndrom sollten keine Probiotika einnehmen.

Magnesium entspannt die Darmmuskulatur

Wirkweise von Magnesium

Zur Bekämpfung von Verstopfungen wird Magnesium schon lange als natürliches Abführmittel eingesetzt: In hoher Dosierung wirkt es leicht abführend, da es den Wassergehalt des Stuhls erhöht (osmotische Wirkung). Zudem entspannt Magnesium die Darmmuskulatur und beeinflusst so die Darmbewegungen.

Obwohl der Einsatz von Magnesium bei Verstopfungen weit verbreitet ist, gibt es nur wenige Studien dazu. Eine Übersichtsarbeit deutet aber darauf hin, dass Magnesium bei Verstopfungen ähnlich wirksam ist wie das Abführmittel Polyethylenglycol (PEG). Auch in einer kleinen hochwertigen Studie mit Kindern erwies sich Magnesium als nützlich, da es die Stuhlfrequenz erhöhte und den Stuhl weicher machte. Allerdings gibt es auch Studien, die keinen Nutzen von Magnesium zeigen. Grund könnte die Dosis sein, da das Ansprechen sehr unterschiedlich ist. Einige reagieren sensibler auf Magnesium als andere.

Insgesamt fehlen aber noch Studien zur Wirksamkeit von Magnesium bei einem Hämorrhoidalleiden. Da Magnesium jedoch einfach anzuwenden ist, ist die Einnahme einen Versuch wert. Hinzu kommt, dass viele Menschen nicht ausreichend mit Magnesium versorgt sind. Ein Mangel kann Verstopfungen fördern.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Magnesium

Symbolbild zur Veranschaulichung der Beschwerden
Magnesium ist das natürliche Abführmittel der Mikronährstoffmedizin. Es zieht Wasser in den Darm, sodass der Stuhl weicher wird und entspannt die Darmmuskulatur. Bild: Alexander Vorotyntsev/iStock/Getty Images Plus

Vor allem zur schnellen und akuten Stuhlerweichung empfehlen Mikronährstoff-Experten die einmalige Einnahme von bis zu 1.200 Milligramm Magnesium am Tag. Danach ist eine Dosierung von 300 bis 600 Milligramm für mehrere Monate sinnvoll – mindestens jedoch für zwei Monate. Bei einer dauerhaften Einnahme von mehr als 250 Milligramm pro Tag ist die Rücksprache mit dem Arzt sinnvoll. 

Die ideale Verbindung bei Beschwerden durch Hämorrhoiden ist Magnesiumoxid. Diese Verbindung erhöht am besten den Wassergehalt des Stuhls. Nehmen Sie Magnesium optimalerweise zu einer Mahlzeit ein, da Eiweiße die Aufnahme im Darm fördern. Außerdem kann Magnesium nüchtern Magen- oder Darmbeschwerden verursachen. 

Magnesium im Labor bestimmen lassen

Ab einer dauerhaften Dosierung von mehr als 250 Milligramm Magnesium pro Tag ist es ratsam, die Blutwerte kontrollieren zu lassen. Magnesium liegt hauptsächlich im Inneren der Zellen vor. Deshalb enthalten die roten Blutzellen etwa dreimal so viel Magnesium wie die Blutflüssigkeit (Blutserum). Der Arzt sollte Magnesium am besten im Vollblut bestimmen. Vollblut enthält alle roten Blutzellen. Als normal gelten Werte zwischen 1,38 und 1,5 Millimol pro Liter. 

Magnesium: zu beachten bei Medikamenteneinnahme und Nierenerkrankungen

Magnesium kann die Wirkung einiger Medikamente herabsetzen, da es sich mit ihnen verbindet. Es sollte im Abstand von mindestens zwei Stunden zu folgenden Medikamenten eingenommen werden:

  • Gyrasehemmer (Antibiotika): Ciprofloxacin (zum Beispiel Ciloxan®), Enoxacin (zum Beispiel Enoxor®), Levofloxacin (zum Beispiel Tavanic®), Moxifloxacin (zum Beispiel Avalox®), Norfloxacin (zum Beispiel Bactracid®) und Ofloxacin (zum Beispiel Floxal®)

  • Tetrazykline (Antibiotika): Tetracyclin (zum Beispiel Achromycin®), Doxycyclin (zum Beispiel Supracyclin®), Minocyclin (zum Beispiel Aknosan®)

  • Bisphosphonate (Osteoporose-Medikamente): Alendronat (zum Beispiel Fosamax®), Clodronat (zum Beispiel Bonefos®), Etidronat (zum Beispiel Didronel®), Ibandronat (Bondronat®), Pamidronat (Aredia®), Risedronat (Actonel®) und Tiludronat (Skelid®)

Menschen mit chronischen Nierenerkrankungen sollten kein Magnesium einnehmen. Geschwächte Nieren können Magnesium nicht gut ausscheiden. Es könnte sich im Blut anreichern.

Dosierungen auf einen Blick

Empfehlung pro Tag bei Hämorrhoiden 

 

Mineralstoffe 

Magnesium 

im Akutfall: einmalig 1.200 Milligramm (mg)  

 

danach: 300 bis 600 Milligramm  

  
 

Sonstige 

Flohsamen 

5 bis 20 Gramm (g) 

Haferkleie 

5 Gramm 

Resistente Stärke 

25 Gramm 

Probiotika (Laktobazillen und Bifidobakterien) 

1 bis 20 Milliarden (109 bis 2 x 1010) koloniebildende Einheiten (KBE) 

 

Sinnvolle Laboruntersuchungen auf einen Blick

Sinnvolle Blutuntersuchungen bei Hämorrhoiden 

 

Normalwerte 

Magnesium (Vollblut) 

1,38 bis 1,5 Millimol pro Liter (mmol/l) 

 

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Zusammenfassung

Beschwerden durch Hämorrhoiden lassen sich mit Mikronährstoffen und anderen Stoffen oft wirksam und natürlich lindern. Die Mikronährstofftherapie greift hauptsächlich an Verstopfungen und hartem Stuhl als Ursache des Hämorrhoidalleidens an: Flohsamen, Hafer und andere Ballaststoffe wie resistente Stärke erhöhen das Stuhlvolumen, fördern den Stuhlgang und machen den Stuhl weicher. Dadurch dürften Ballaststoffe bei Hämorrhoiden die Blutungsneigung und andere Beschwerden lindern.

Zusätzlich können Probiotika die richtigen Bakterien in den Darm bringen. Probiotika wie Laktobazillen und Bifidobakterien fördern die Darmtätigkeit, erhöhen die Stuhlfrequenz und verbessern die Beschaffenheit des Stuhls. Magnesium entspannt dagegen die Muskulatur des Darms. Gleichzeitig erhöhen größere Mengen den Wassergehalt des Stuhls, wodurch dieser leichter ausgeschieden werden kann. Magnesium gilt in der Mikronährstofftherapie auch als natürliches Abführmittel.

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Verzeichnis der Studien und Quellen

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