Wassereinlagerungen mit Pflanzenstoffen und Mineralstoffen behandeln

Wie pflanzliche Wirkstoffe und Mineralstoffe den Wasserhaushalt regulieren und die Nebenwirkungen von klassischen Medikamenten reduzieren

Wassereinlagerungen (Ödeme) sind Flüssigkeitsansammlungen in Geweben und können die Folge unterschiedlicher Erkrankungen sein. Sie verursachen sichtbare Schwellungen an einzelnen Körperpartien – oft an den Beinen – und können die Gesundheit stark einschränken. Bestimmte Pflanzen- und Mineralstoffe reduzieren Wassereinlagerungen. So können sich die Gewebe regenerieren und entstandene Entzündungen abklingen. Informieren Sie sich hier, welche Mikronährstoffe bei Wassereinlagerungen helfen und wie sie richtig eingesetzt werden.

Frau hält ihren geschwollenen Fuß
Meist sind von Wassereinlagerungen die Füße und Beine betroffen. Sie äußern sich durch Schwellungen, ein Spannungsgefühl und auch Schmerzen. Bild: Toa55/iStock/Getty Images Plus

Ursachen und Symptome

Frau liest einen Beipackzettel und nimmt eine Kapseln ein
Auch einige Medikamente können als Nebenwirkung zu Wassereinlagerungen führen. Bild: AntonioGuillem/iStock/Getty Images Plus

Bei Wassereinlagerungen (Ödeme) wird durch ein Ungleichgewicht im Wasserhaushalt zu viel Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in die umliegenden Gewebe gedrückt. Dafür können unter anderem ein erhöhter Druck in den Blutgefäßen, undichte Zellumhüllungen (Membranen) oder ein Mangel an Eiweiß verantwortlich sein. Wassereinlagerungen werden durch Schwellungen an den betroffenen Stellen sichtbar und können sich durch ein Druckgefühl und Schmerzen bemerkbar machen. Auch eine Gewichtszunahme kann auf ein Ödem hindeuten.

Von einer harmlosen Wasseransammlung betroffen sind oft die Beine und Knöchel – zum Beispiel durch zu langes Stehen. Grundsätzlich kann ein Ödem aber an jedem Körperteil vorkommen. Auch Verletzungen, Krankheiten und einige Medikamente können Wassereinlagerungen verursachen:

  • Nierenerkrankungen: Kranke oder schwache Nieren bilden oft übermäßig viel von dem Hormon Aldosteron. Natrium wird so zurückgehalten und Kalium übermäßig ausgeschieden. Als Folge des gestörten Mineralstoffhaushalts kommt es zu Wassereinlagerungen. Nierenschwäche wird zum Beispiel durch einen schlecht eingestellten Diabetes verursacht.
  • Hormonelle Veränderungen: Frauen, die vom prämenstruellen Syndrom (PMS) betroffen sind, haben am Ende des Zyklus oft Wassereinlagerungen. Nach der Regelblutung klingen sie meist wieder ab. Auch in den Wechseljahren und während der Schwangerschaft kann sich vermehrt Wasser im Gewebe ansammeln.
  • Leberkrankheiten: Bei einer geschädigten Leber kann es zum Blutstau in den Venen der Leber kommen. Deshalb führen eine vernarbte Leber (Leberzirrhose) und Leberkrebs oft zu Wassereinlagerungen am Bauch.
  • Herz- und Gefäßerkrankungen: Wassereinlagerungen sind eine häufige Folge von Venenschwäche, Herzschwäche und Blutgerinnseln (Thrombose). Dadurch staut sich das Blut in den Gefäßen, sodass die Flüssigkeit in die umliegenden Gewebe gedrückt wird.
  • Entzündungen, Infektionen und Allergien: Alle Entzündungen, Infektionen und Allergien können zu Wassereinlagerungen führen. Durch die Entzündung im Gewebe kommt es zu einer verstärkten Durchblutung und die Gefäße werden durchlässiger, wodurch Flüssigkeit austritt. Im Rahmen einer Allergie kann auch das sogenannte Quincke-Ödem (Angioödem) auftreten. Typisch sind Wassereinlagerungen im Gesicht. Es kann auch zur Schwellung an der Brust kommen.
  • Verdauungserkrankungen: Bei schweren Verdauungsstörungen oder Erkrankungen wie Zöliakie kann es durch Entzündungen und eine gestörte Nährstoffaufnahme zu einem Eiweißmangel kommen. Durch fehlende Eiweiße wird Wasser im Gewebe schlechter gebunden und Wassereinlagerungen sind die Folge. Das Gewebewasser sammelt sich bei einem Eiweißmangel meist am Bauch.
  • Schilddrüsenerkrankungen: Eine Schilddrüsenunterfunktion oder die Schilddrüsenerkrankung Morbus Basedow können zu Wassereinlagerungen führen – dem sogenannten Myxödem.
  • Krebs und Krebsbehandlung: Manche Krebserkrankungen wie Leberkrebs und Lebermetastasen verursachen Wassereinlagerungen. Auch wenn ein Lymphknoten entfernt oder bei einer Bestrahlungstherapie ein Lymphgefäß geschädigt worden ist, können Wassereinlagerungen entstehen. Ein geschädigtes Lymphsystem kann das Gewebe nicht mehr ausreichend entwässern. Es kann zum sogenannten Lymphödem kommen.
  • Medikamente: Einige blutdrucksenkende Medikamente wie Calciumkanalblocker können Wassereinlagerungen fördern. Auch können Wassereinlagerungen durch Medikamente wie Abführmittel entstehen – sowie durch nicht steroidale Antirheumatika (zum Beispiel Acetylsalicylsäure und Diclofenac), Antidepressiva und Cortison (zum Beispiel Prednison).
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Ziele der Behandlung

Wie werden Wassereinlagerungen klassisch behandelt?

Zunächst gilt es, die zugrunde liegende Erkrankung zu behandeln. Dementsprechend ist die Therapie sehr unterschiedlich. Grundsätzlich ist es wichtig, die Gefäße zu entstauen und den Körper zu entwässern.

Bei leichten Wassereinlagerungen in den Beinen kann eine kochsalzarme und kaliumreiche Ernährung hilfreich sein. Auch das Hochlegen der Beine und durchblutungsfördernde Maßnahmen wie Wechselduschen helfen,  beim Loswerden leichter Wassereinlagerungen. Auch regelmäßige Bewegung ist Bestandteil der Therapie. Zudem werden Medikamente, sogenannte Diuretika, eingesetzt. Sie wirken harntreibend und tragen so zur Entwässerung des Körpers bei:

  • Schleifendiuretika mit Wirkstoffen wie Furosemid, Piretanid und Torasemid
  • kaliumsparende Diuretika mit Wirkstoffen wie Sprionolacton
  • Thiaziddiuretika mit Wirkstoffen wie Indapamid und Xipamid

Bei schweren Formen von Wassereinlagerungen – zum Beispiel bei einem Lymphödem – wird die sogenannte komplexe Entstauungstherapie (KPU) angewendet. Die KPU setzt sich aus vier Komponenten zusammen: Bei der Lymphdrainage werden die Gefäße zum Abtransport der Gewebsflüssigkeit angeregt. Verbände und Kompressionsstrümpfe fördern den Abfluss der Flüssigkeit. Körperliche Aktivität (zum Beispiel Wassergymnastik und Radfahren) unterstützt die Entstauung in den Blutgefäßen. Hautpflege mit pH-neutralen Salben ist ebenfalls wichtig, denn durch Ödeme ist die Haut anfälliger für Infektionen. Die KPU ist jedoch nicht für Patienten mit Herzschwäche und Thrombosen in den Beinen geeignet.

Das Quincke-Ödem kann lebensbedrohliche Erstickungsanfälle verursachen. In der Behandlung kommen Cortison, Medikamente zur Linderung der Allergie (Antihistaminika) und bei Bedarf ein Adrenalin-Pen zur Anwendung.

Ziele der Mikronährstoffmedizin

Ziel der Mikronährstoffmedizin ist es, die Behandlung von Wassereinlagerungen optimal zu ergänzen. Pflanzliche Wirkstoffe und Mineralstoffe können die Entwässerung unterstützen und die Blutgefäße von innen heraus kräftigen. Einige wirken zum Beispiel antioxidativ und schützen so die Zellen der Blutgefäße. Auch können einige Pflanzenstoffe Entzündungen lindern, die wiederum die Ursache von Wassereinlagerungen sein können. Dazu zählen:

  • Brennnessel lindert Entzündungen durch die Förderung von entzündungshemmenden Stoffen.
  • Löwenzahn wirkt entwässernd und steigert die Harnbildung.
  • Spargel dichtet die Blutgefäße ab und könnte dadurch vor Wassereinlagerungen schützen.
  • Kalium reguliert den Flüssigkeitshaushalt und senkt den Blutdruck.

 

Entwässernde Medikamente (Diuretika) können außerdem einen erhöhten Mineralstoffverlust auslösen, der mit den richtigen Mikronährstoffen wieder ausgeglichen werden kann. Dazu gehören Kalium, Magnesium und Zink.

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Behandlung mit Mikronährstoffen

Brennnessel mildert die Entzündung bei Wassereinlagerungen

Wirkweise von Brennnessel

Die Brennnessel ist eine traditionelle Heilpflanze, deren Extrakt zur Steigerung der Urinmenge beiträgt. Die Wirkung beruht auf einem durchspülenden Effekt durch den hohen Gehalt an Mineralstoffen. Ein erster Tierversuch verdeutlicht das und zeigt einen Rückgang von Wassereinlagerungen nach der Gabe von Brennnessel-Extrakt. Hochwertige Studien an Menschen zur Behandlung von Wassereinlagerungen gibt es jedoch noch nicht. Die Anwendung von Brennnessel-Extrakt bei Wassereinlagerungen beruht vielmehr auf einer langen Tradition in der Heilpflanzenkunde.

Außerdem hat die Brennnessel entzündungshemmende Eigenschaften. Der wichtigste Inhaltsstoff ist die Kaffeoyläpfelsäure, die zusammen mit anderen Substanzen die Entstehung von Entzündungsbotenstoffen hemmt. Eine erste Studie bestätigt dies: Wurde Brennnessel-Extrakt eingenommen, verringerten sich Entzündungswerte im Blut bei Teilnehmern mit Diabetes Typ 2. Die Abnahme der Entzündungsbotenstoffe im Körper kann einen Rückgang von Schmerzen bewirken. Dies legen die Ergebnisse einer hochwertigen Studie nahe: Die Teilnehmer, die ein Mischpräparat aus Brennnesseln, anderen Pflanzenstoffen und Vitamin D einnahmen, hatten weniger Schmerzen in den Gelenken. Bei denjenigen, die ein Scheinmedikament erhielten, zeigte sich diese Wirkung weit weniger deutlich.

Brennnessel-Extrakt kann daher nicht nur Wassereinlagerungen reduzieren; auch lindert der Extrakt vermutlich Entzündungen und Schmerzen, die bei Wassereinlagerungen entstehen können.

Brennesselpflanzen und Brennesseltee
Brennnessel ist eine traditionelle Heilpflanze bei Wassereinlagerungen. Die Inhaltstoffe haben einen durchspülenden Effekt und regen die Ausscheidung von Wasser an. Bild: g215/iStock/Getty Images Plus

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Brennnesseln

Bei Wassereinlagerungen kann Brennnessel als Tee, Presssaft, Pulver oder Extrakt eingesetzt werden. Zur Entzündungslinderung werden Teezubereitungen aus 6 bis 10 Gramm getrocknetem Brennnesselkraut am Tag empfohlen. Alternativ können 10 bis 15 Milliliter frischer Presssaft über den Tag verteilt angewendet werden. Dabei wird das Brennnesselkraut gepresst und der Saft aufgefangen.

Bei einem Extrakt empfehlen Mikronährstoff-Experten täglich 770 bis 900 Milligramm. Brennnessel-Extrakt gibt es zum Beispiel in Form von Kapseln. Der Vorteil eines Extraktes ist, dass die aktiven Inhaltsstoffe in höheren Mengen vorliegen als zum Beispiel in einem Pulver.

Die Einnahme von Brennnessel-Extrakt kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Aufgrund der harntreibenden Wirkung sollte Brennnessel nicht abends eingesetzt werden, da es zu häufigen nächtlichen Toilettengängen kommen kann.

Brennnessel: zu beachten bei Schwangerschaft, Stillzeit und Erkrankungen

Die Einnahme von Brennnessel-Extrakt wird in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen, da Brennnessel bislang nicht auf Unbedenklichkeit geprüft wurde. Auch bei Wassereinlagerungen durch eine eingeschränkte Nieren- oder Herzfunktion sollte kein Brennnessel-Extrakt eingenommen werden.

Löwenzahn unterstützt die Entwässerung bei Wassereinlagerungen

Wirkweise von Löwenzahn

Die Blätter, das Kraut oder die Wurzel des Löwenzahns werden traditionell zur Entwässerung und zum Durchspülen der Harnwege verwendet. Die Pflanze ist besonders reich an Kalium und liefert auch andere Mineralstoffe wie Magnesium. Darüber hinaus wirkt Löwenzahn antioxidativ.

Eine Vorstudie gibt Hinweise darauf, dass die Extrakte aus Löwenzahnblättern die Häufigkeit des Wasserlassens erhöht. Diese Ergebnisse stützen die langjährigen Erfahrungswerte von Löwenzahn als ein Entwässerungsmittel. Hochwertige Studien müssen die Wirkung zwar noch bestätigen, aufgrund der guten Verträglichkeit im Vergleich zu klassischen Entwässerungsmedikamenten ist die Einnahme von Löwenzahn aber in jedem Fall vielversprechend.

Viele klassische Arzneimittel zur Entwässerung tragen zu einem erhöhten Verlust an Mineralstoffen bei und können oxidativen Stress in den Nieren begünstigen. Der Einsatz von Löwenzahn könnte deshalb auch als ergänzende Therapie sehr wertvoll sein, um Wassereinlagerungen und oxidativen Stress zu lindern – sowie Nährstoffverluste durch eine medikamentöse Therapie auszugleichen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Löwenzahn

Zur Linderung von Wassereinlagerungen stehen verschiedene Zubereitungen zur Verfügung: Aus täglich 3 bis 4 Gramm Kraut oder Wurzel des Löwenzahns kann zum Beispiel ein Tee zubereitet werden. Auch gibt es Löwenzahn-Extrakt in Form von Kapseln. Mikronährstoff-Experten empfehlen meist einen Extrakt im Gegensatz zu Tee oder Löwenzahn-Pulver, da hier die wertgebenden Inhaltsstoffe in konzentrierter Menge vorliegen. Sinnvoll sind 600 Milligramm Extrakt pro Tag.

Die Anwendung kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Durch die entwässernde Wirkung sollte Löwenzahn jedoch nicht vor dem Zubettgehen eingesetzt werden, um nächtliche Toilettengänge zu vermeiden.

Löwenzahn: zu beachten bei Schwangerschaft, Stillzeit und Erkrankungen

Schwangere und Stillende sollten auf die Einnahme von Löwenzahn verzichten, da zur Anwendung keine ausreichenden Studien vorliegen.

Leiden Sie an einer Gallenerkrankung – etwa an Gallenwegsverschluss, einer Entzündung der Gallenwege, an Gallensteinen, einer Leberkrankheit oder einem Magengeschwür − ist die Einnahme von Löwenzahn nicht zu empfehlen. Bei einer Magenübersäuerung könnten die Bitterstoffe im Löwenzahn, vor allem aus der Löwenzahnwurzel, die Beschwerden verschlimmern. Testen Sie mit geringen Dosen aus, ob Sie Löwenzahn vertragen.

Aufgrund der Gefahr von hohen Kaliumwerten sollten auch Diabetiker und Menschen mit Herzschwäche oder Nierenerkrankungen auf Löwenzahn-Extrakte verzichten. Alternativ können Sie die Einnahme mit Ihrem Arzt absprechen: Er kann gegebenenfalls die Kaliumwerte kontrollieren.

Spargel schützt vor oxidativem Stress

Wirkweise von Spargel

Spargel ist für seine harntreibende Wirkung bekannt. Er liefert Mineralstoffe wie Kalium, die den Flüssigkeitshaushalt regulieren, sowie verschiedene Antioxidantien. Antioxidantien senken oxidativen Stress und können dazu beitragen, Entzündungen in den Blutgefäßen zu lindern. Entzündungen sind eine mögliche Ursache für Wassereinlagerungen. Auch die gefäßabdichtende Wirkung des Spargels ist vermutlich auf die Antioxidantien – allen voran Rutin – zurückzuführen. Spargel enthält darüber hinaus verschiedene Aminosäuren und Eiweiße, welche die positiven Wirkungen zusätzlich fördern könnten.

Die Wirkungen des Spargels zur unterstützenden Behandlung von Wassereinlagerungen beruht weitestgehend auf Erfahrungswissen. Groß angelegte hochwertige Studien gibt es bisher nicht. Aufgrund seiner entwässernden und antioxidativen Eigenschaften ist Spargel bei Wassereinlagerungen in jedem Fall einen Versuch wert.

Info

Spargel hat darüber hinaus einen blutdrucksenkenden Effekt. Dieser wurde bereits in einer Vorstudie getestet und der Einsatz ist vielversprechend. Deshalb könnte Spargel besonders bei Wassereinlagerungen hilfreich sein, die durch Blutdruckmedikamente ausgelöst werden.

Spargel liegt vor einem weißen Hintergrund
Spargel liefert viele Mikronährstoffe, die für einen funktionierendes Flüssigkeitshaushalt wichtig sind. Deshalb wird Spargel häufig zur Entwässerung empfohlen. Bild: MahirAtes/iStock/Getty Images Plus

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Spargel

Täglich können 45 bis 60 Gramm frischer Spargel dabei helfen, Wassereinlagerungen zu reduzieren. Da frischer Spargel jedoch nicht das ganze Jahr erhältlich ist und grundsätzlich auch nicht täglich verzehrt wird, empfehlen Mikronährstoff-Experten meist die Ergänzung von Spargel-Extrakt. Sinnvoll sind 300 Milligramm Spargel-Extrakt pro Tag in Form von Kapseln.

Alternativ können zwischen 2.000 bis 2.800 Milligramm getrocknetes Spargelpulver eingenommen werden. Der Vorteil von einem Extrakt ist allerdings, dass die wertgebenden Inhaltstoffe in höheren Mengen vorliegen und deshalb weniger eingenommen werden muss, um die gleiche Wirkung zu erzielen.

Die Einnahme kann zwischen oder mit den Mahlzeiten erfolgen. Da Spargel entwässernd wirkt, sollte er nicht abends gegessen oder eingenommen werden. Nächtlicher Harndrang könnte den Schlaf stören.

Spargel: zu beachten bei Schwangerschaft, Stillzeit und Erkrankungen

Schwangere und Stillende sollten auf eine therapeutische Anwendung von Spargel verzichten, da Studien fehlen, die eine Unbedenklichkeit ausschließen. Die Einnahme ist auch bei Nierenerkrankungen wie Nierensteinen oder Nierenschwäche sowie bei Wassereinlagerungen durch Herzkrankheiten nicht zu empfehlen.

Kalium reguliert den Wasserhaushalt und senkt den Blutdruck

Wirkweise von Kalium

Zusammen mit anderen Mineralstoffen wie Natrium reguliert Kalium den Wasserhaushalt und ist dadurch auch an der Steuerung des Blutdrucks beteiligt. Außerdem ist Kalium für die Erregung von Nerven- und Muskelzellen mitverantwortlich und beeinflusst die Herzfunktion. Die entwässernde und blutdrucksenkende Wirkung einer kaliumreichen und natriumarmen Ernährung bei Erkrankungen der Blutgefäße ist allgemein anerkannt.

Eine Übersichtsarbeit mehrerer Studien zeigt, dass Kalium den Blutdruck senken kann. Besonders ausgeprägt ist die blutdrucksenkende Wirkung von Kalium, wenn zuvor viel Kochsalz (Natrium) über die Nahrung aufgenommen wurde. Ein dauerhaft hoher Blutdruck kann unterschiedliche Folgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenerkrankungen nach sich ziehen. Da diese wiederrum mit dem Auftreten von Wassereinlagerungen einhergehen können, spielt Kalium eine wichtige Rolle in der Therapie und der Vorbeugung von Wassereinlagerungen infolge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Kalium

Bei Wassereinlagerungen wird in erster Linie eine kaliumreiche und natriumarme Ernährung empfohlen. Kalium steckt zum Beispiel in Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Nüssen. Reich an Natrium (Kochsalz) sind zum Beispiel Brot, Käse und Wurstwaren.

Info

Laut Beobachtungsstudien senkt eine geschätzte Aufnahme von 4.700 Milligramm Kalium über die Nahrung den systolischen Blutdruck im Durchschnitt um 8 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) und den diastolischen Wert um 4 Millimeter Quecksilbersäule.

Bessert sich die Situation nicht und liegt ein nachgewiesener Kaliummangel vor, empfehlen Mikronährstoff-Experten ein Kaliumpräparat. Dosierungen liegen meist zwischen 500 und 1.000 Milligramm. Eine einzelne Dosis sollte 782 Milligramm Kalium nicht überschreiten. Höhere Mengen müssen über den Tag verteilt eingenommen werden. Da Kalium auch überdosiert werden kann, sollte die Einnahme eines Kaliumpräparats immer mit dem Arzt abgesprochen werden.

Nehmen Sie Kalium mit den Mahlzeiten ein: Dies verbessert die Verträglichkeit. Gut geeignet sind organische Verbindungen wie Kaliumcitrat.

Tipp

Kalium wird oft zusammen mit Magnesium als Kombinationspräparat angeboten. Magnesium steigert die Aufnahme von Kalium in den Körper.

Kalium im Labor bestimmen lassen

Das Zeichen und die Nummer für Kalium im Periodensystem
Kalium ist ein wichtiger Mineralstoff, der den Flüssigkeitshaushalt reguliert. Präparate sollten in Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Bild: Ekaterina79/iStock/Getty Images Plus

Bevor Kaliumpräparate eingenommen werden, sollten die Kaliumwerte im Blut bestimmt werden. Wird Kalium ohne einen Mangel oder ohne einen anderen Grund eingenommen, kann es zu einer Überdosierung kommen.

Kalium wird idealerweise im Blutserum (Blutflüssigkeit ohne die Blutzellen) gemessen. Als Normalwerte gelten 3,6 bis 4,8 Millimol pro Liter. Da bereits geringe Abweichungen von der Norm schwere Folgen wie Herzrhythmusstörungen haben können, wird der Kaliumspiegel bei fast jeder Blutuntersuchung überprüft.

Kalium: zu beachten bei Medikamenteneinnahme und Erkrankungen

Einige Blutdrucksenker können die Ausscheidung von Kalium über die Nieren hemmen und bei gleichzeitiger Einnahme von Kalium zu einer Überversorgung führen. Betroffen sind ACE-Hemmer mit Medikamenten-Wirkstoffen wie Ramipril und Lisinopril. Auch bei AT1-Blockern mit den Wirkstoffen Amlodipin und Candesartan ist das der Fall. Sind Sie auf diese Medikamente angewiesen, sollten Sie keine Kaliumpräparate einnehmen.

Kalium schwächt die Wirkung von bestimmten Herzmedikamenten (Herzglycoside) ab. Betroffen sind Wirkstoffe wie Digitoxin und Digoxin. Kalium sollte ebenfalls nicht mit diesen Medikamenten eingenommen werden.

Falls Sie kaliumsparende Diuretika wie Spironolacton oder Eplerenon einnehmen, sollten Sie keine Kaliumpräparate ergänzen. Ansonsten droht ein Kaliumüberschuss.

Kranke und schwache Nieren scheiden weniger Kalium aus als gesunde Nieren. Die Einnahme von zusätzlichem Kalium kann den Kaliumspiegel deshalb ansteigen lassen. Bei einer Nierenschwäche sollte Kalium nur in Absprache mit einem Arzt und bei regelmäßiger Blutkontrolle erfolgen.

Dosierungen auf einen Blick

Empfehlung pro Tag bei Wassereinlagerungen

 

Mineralstoffe

Kalium

500 bis 1.000 Milligramm (mg) (in Rücksprache mit dem Arzt)

  
 

Pflanzenstoffe

Brennnessel

Tee: 6 bis 10 Gramm (g) getrocknetes Brennnesselkraut

Presssaft: 10 bis 15 Milliliter (ml)

Extrakt: 770 bis 900 Milligramm

Löwenzahn

Tee: 3 bis 4 Gramm getrocknete Wurzel oder Kraut

Extrakt: 600 Milligramm

Spargel

Frischer Spargel: 45 bis 60 Gramm

Extrakt: 300 Milligramm

Spargelpulver: 2.000 bis 2.800 Milligramm

 

Sinnvolle Laboruntersuchungen auf einen Blick

Sinnvolle Blutuntersuchungen bei Wassereinlagerungen

 

Normalwerte

Kalium

3,6 bis 4,8 Millimol (mmol/l) pro Liter

 

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Unterstützung von Medikamenten mit Mikronährstoffen

Diuretika verursachen einen Mineralstoff- und Vitaminmangel

Zur Behandlung von Wassereinlagerungen werden Diuretika eingesetzt. Dazu zählen Schleifendiuretika mit den Wirkstoffen Furosemid, Piretanid und Torasemid – sowie Thiaziddiuretika wie Indapamid und Xipamid.

Der entwässernde Effekt führt allerdings dazu, dass gleichzeitig wichtige Mineralstoffe und Vitamine ausgeschieden werden. Die tägliche Ergänzung der folgenden Nährstoffe beugt einem Mangel bei Einnahme von Schleifen- und Thiaziddiuretika vor:

  • 500 Milligramm Kalium (in Rücksprache mit dem Arzt)
  • 20 Milligramm Zink
  • 400 bis 600 Milligramm Magnesium
  • 5 bis 30 Milligramm Vitamin B1
  • 1 bis 5 Milligramm Vitamin B2
  • 5 bis 15 Milligramm Vitamin B6
  • bis 500 Mikrogramm Vitamin B12 (als Methylcobalamin)
  • 200 bis 500 Mikrogramm Folsäure (als 5-Methyltetrahydrofolat)

Bei kaliumsparenden Diuretika wie Spironolacton empfehlen Mikronährstoff-Experten folgende Vitamine und Mineralstoffe:

  • 20 Milligramm Zink        
  • 1 bis 5 Milligramm Vitamin B2  
  • 5 bis 15 Milligramm Vitamin B6
  • bis 500 Mikrogramm Vitamin B12 (als Methylcobalamin)
  • 200 bis 500 Mikrogramm Folsäure (als 5-Methyltetrahydrofolat)

Info

Achtung: Kalium nimmt eine Sonderrolle ein: Schleifendiuretika und Thiaziddiuretika können bei längerfristigem Einsatz den Kaliumspiegel senken. Kaliumsparende Diuretika halten dagegen Kalium in der Niere zurück, sodass es nicht ausgeschieden wird. Bei Einnahme von kaliumsparenden Diuretika sollten auf keinen Fall Kaliumpräparate ergänzt werden.

Arzt hält ein Tablet mit einer Illustration der Nieren
Bei Wassereinlagerungen verschreiben Ärzte Entwässerungsmedikamente (Diuretika). Die Medikamente scheiden allerdings nicht nur überschüssiges Wasser über die Nieren aus, auch schwämmen sie wichtige Vitamine und Mineralstoffe aus. Bild: Davizro/iStock/Getty Images Plus

Dosierungen auf einen Blick

Empfehlung pro Tag bei Medikamenten

Schleifendiuretika und Thiaziddiuretika

 

Kalium

500 Milligramm (mg) (in Rücksprache mit dem Arzt)

Zink

20 Milligramm

Magnesium

400 bis 600 Milligramm

Vitamin B1

5 bis 30 Milligramm

Vitamin B2

1 bis 5 Milligramm

Vitamin B6

5 bis 15 Milligramm

Vitamin B12

bis 500 Mikrogramm (µg)

Folsäure

200 bis 500 Mikrogramm

Kaliumsparende Diuretika

 

Zink

20 Milligramm

Vitamin B2

1 bis 5 Milligramm

Vitamin B6

5 bis 15 Milligramm

Vitamin B12

bis 500 Mikrogramm

Folsäure

200 bis 500 Mikrogramm

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Zusammenfassung

Wassereinlagerungen (Ödeme) sind ein Symptom verschiedener Erkrankungen und werden je nach Ursache unterschiedlich behandelt. Sie zeigen sich durch Schwellungen, Druckgefühl und Schmerzen.

Brennnessel-Extrakt fördert das Durchspülen der Nieren und mildert Entzündungen im Körper. Durch die entzündungshemmende Wirkung könnte Brennnessel-Extrakt auch Schmerzen lindern. Löwenzahn-Extrakt hat entwässernde Wirkungen und enthält Antioxidantien, welche die Zellen schützen. Auch Spargel-Extrakt wirkt harntreibend und kann die Behandlung von Wassereinlagerungen unterstützen. Kalium reguliert den Wasserhaushalt. Zusammen mit einer natriumarmen Ernährung fördert Kalium die Herzgesundheit und trägt zur Senkung des Blutdrucks bei.

Bei der Behandlung vieler Erkrankungen, die Wassereinlagerungen verursachen, werden Diuretika eingesetzt. Sie wirken entwässernd, können allerdings den Mikronährstoffhaushalt stören. Betroffen sind sowohl Mineralstoffe wie Kalium, Zink und Magnesium als auch Vitamine wie Vitamin B1, B2 und B6, B12 und Folsäure. Die Ergänzung der Mikronährstoffe kann die Versorgung sicherstellen.

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Verzeichnis der Studien und Quellen

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