Fibromyalgie: Mit Mikronährstoffen Schmerzen lindern

Wie bestimmte Vitamine und Mineralstoffe die Symptome der Fibromyalgie lindern und die Lebensqualität erhöhen

Fibromyalgie ist eine Schmerzerkrankung, die überwiegend bei Frauen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren vorkommt. Betroffene haben Schmerzen in mehreren Körperregionen gleichzeitig, die dauerhaft bestehen und die Lebensqualität stark einschränken können. Eine Reihe von Mikronährstoffen können die Symptome bei Fibromyalgie lindern und die Therapie mit Medikamenten unterstützen. Lesen Sie, welche Mikronährstoffe das sind und wie sie bei Fibromyalgie eingesetzt werden.

Fibromyalgie als Diagnose
Eine Fibromyalgie ist eine Erkrankung der Muskeln, die sich durch Schmerzen äußert. Die Schmerzen treten an unterschiedlichen Körperregionen auf. Die Lebensqualität der Betroffenen ist stark beeinträchtigt. Bild: designer491/iStock/Getty Images Plus

Ursachen und Symptome

Fibromyalgie wird den Muskel- und Bindegewebserkrankungen zugeordnet. Sie äußert sich durch anhaltende Schmerzen an verschiedenen Körperstellen. Die Erkrankung wird auch als Faser-Muskel-Schmerz und Fibromyalgiesyndrom (FMS) bezeichnet. Die genaue Ursache der Fibromyalgie ist bisher unbekannt. Vermutlich ist die Fibromyalgie erblich bedingt. Zudem wird angenommen, dass neben einer Veranlagung ein Zusammenwirken verschiedener körperlicher, sozialer und psychischer Faktoren zur Entstehung einer Fibromyalgie beitragen:

  • entzündlich-rheumatische Krankheiten
  • Mitochondriopathie: Fehlfunktion der Zellkraftwerke (Mitochondrien)
  • ungesunder Lebensstil wie Rauchen, Übergewicht und mangelnde Bewegung
  • Stress
  • körperliche Misshandlung und sexueller Missbrauch

Typische Fibromyalgie-Symptome sind Schmerzen, die drei Monate oder länger anhalten. Diese können in jeder Körperregion auftreten, etwa im Nacken oder Kreuz sowie an Armen, Beinen und der Brust. Oft werden die Schmerzen als Muskelschmerzen wahrgenommen. Zusätzlich kann es zu Ein- und Durchschlafstörungen kommen. Betroffene leiden zunehmend an Konzentrationsstörungen, Erschöpfung und Müdigkeit. Auch körperliche Symptome, beispielsweise Magen- und Darmbeschwerden oder Herzstolpern, können Fibromyalgie-Patienten belasten. Außerdem kann eine Überempfindlichkeit gegenüber Berührungen, Geräuschen und Gerüchen auftreten. Einige Betroffene leiden zudem an einer depressiven Verstimmung.

Info

Eine depressive Verstimmung ist eine leichte Form der Depression. Depressionen werden anhand der Symptome in leichte, mittelschwere und schwere Depressionen eingeteilt. Menschen mit dauerhaften Schmerzen sind empfänglicher für Depressionen.

Zurück zum Anfang

Ziele der Behandlung

Wie wird Fibromyalgie klassisch behandelt?

Eine Familie geht wandern
Regelmäßige Bewegung ist zentraler Bestandteil der Fibromyalgie-Therapie. Empfohlen wird zum Beispiel Ausdauertraining wie Walken oder Wandern. Bild: monkeybusinessimages/iStock/Getty Images Plus

Fibromyalgie ist bisher nicht heilbar. Ziel der Behandlung ist es, die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu steigern. Die Behandlung richtet sich dabei nach dem Schweregrad der Erkrankung:

Bei einer leichten Form werden regelmäßige körperliche Aktivitäten wie Spaziergänge, Radfahren und Schwimmen empfohlen. Dauerhafte Ruhe und Schonhaltungen können die Schmerzen verschlimmern. Auch Gespräche mit vertrauten Personen können dabei helfen, mit den Schmerzen umzugehen.

Die Fibromyalgie-Therapie bei einer schweren Form erfolgt ebenfalls durch Bewegung. Empfohlen werden Ausdauertraining, Funktionstraining (Trocken- und Wassergymnastik), Kraftübungen und Entspannungstechniken wie Yoga. Auch eine Kombination mit einer Verhaltenstherapie wird für die Fibromyalgie-Behandlung empfohlen. Medikamente kommen in der Regel nicht länger als sechs Monate zum Einsatz. Hierzu werden unter anderem Antidepressiva und angstlösende Wirkstoffe verabreicht, die in niedriger Dosierung auch Schmerzen lindern:

  • Amitriptylin, alternativ: Pregabalin (Mittel gegen Epilepsie)
  • Duloxetin, wenn der Patient zusätzlich unter depressiver Verstimmung oder einer Angststörung leidet oder wenn eine Behandlung mit Amitriptylin nicht möglich ist; alternativ: Fluoxetin, Paroxetin
  • Bei unzureichendem Erfolg einer Duloxetin-Behandlung wird auch der Wirkstoff Quetiapin eingesetzt – ein antipsychotisches Medikament, das auch zur Behandlung von Schizophrenie verwendet wird.

Info

Bei besonders schweren Formen mit seelischen Beschwerden und Einschränkungen im Alltag kann auch eine stationäre Behandlung sinnvoll sein. Auch Aufenthalte in Tageskliniken sind möglich. Die Therapie erfolgt in Schmerzkliniken, Kliniken für psychische Erkrankungen mit dem Schwerpunkt Schmerztherapie sowie Rheumakliniken. Fibromyalgie ist aber weder eine psychische Erkrankung, noch kann sie mit Rheuma gleichgesetzt werden.

Ziele der Mikronährstoffmedizin

Die Mikronährstoffmedizin kann helfen, Schmerzen, depressive Symptome, Schlafstörungen und Erschöpfung zu mildern. Ebenfalls sollen die Mitochondrien gestärkt, antioxidativer Stress gehemmt und mögliche Entzündungen bekämpft werden. Zusätzlich können Mikronährstoffe Medikamente, die in der klassischen Behandlung eingesetzt werden, verträglicher machen. Bei Fibromyalgie haben sich folgende Mikronährstoffe bewährt:

Zurück zum Anfang

Behandlung mit Mikronährstoffen

Coenzym Q10, Vitamin C und E schützen die Zellen

Wirkweise von Coenzym Q10, Vitamin C und E

Coenzym Q10, Vitamin C und Vitamin E sind Antioxidantien. Alle Antioxidantien haben gemein, dass sie freie Radikale abwehren und die Zellen vor Beschädigungen sowie dem Verlust ihrer Funktion schützen – zum Beispiel unsere Zellkraftwerke (Mitochondrien). Coenzym Q10 ist darüber hinaus wichtig für die Energiebildung in den Mitochondrien. Zudem reguliert es das Glückshormon Serotonin. Serotonin hat antidepressive Wirkungen, beeinflusst aber auch die Schmerzwahrnehmung.

Beobachtungsstudien geben Hinweise, dass eine Funktionseinschränkung der Mitochondrien (Mitochondriopathie) und oxidativer Stress Ursachen der Fibromyalgie sein könnten. Es wurde gezeigt, dass die Mitochondrien in den Hautzellen von Fibromyalgie-Erkrankten weniger leistungsfähig sind. Im Vergleich zu Gesunden weisen diese Patienten auch niedrigere Coenzym-Q10-Blutwerte auf. Die Ergänzung von Coenzym Q10 hatte in einer kleinen hochwertigen Studie und zwei Vorstudien mehrere positive Effekte: Es kam zu einer Reduktion der Schmerzen und die Betroffenen klagten weniger über Müdigkeit und Schlafstörungen.

Fibromyalgie-Patienten haben auch erhöhte Werte an freien Radikalen, wie eine Beobachtungsstudie zeigt. Eine erste Studie liefert Hinweise, dass die Radikalfänger Vitamin C und E oxidativen Stress bei Fibromyalgie senken können. Allerdings konnte bisher nicht bestätigt werden, dass sich dadurch auch die Symptome lindern lassen.

Insgesamt ist die Studienlage vielversprechend. Hochwertige Studien müssen nun zeigen, inwieweit Coenzym Q10, Vitamin C und E die Beschwerden der Fibromyalgie lindern und welche langfristigen Auswirkungen Antioxidantien auf den Krankheitsverlauf haben.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Coenzym Q10, Vitamin C und Vitamin E

Zur Behandlung einer Fibromyalgie werden in der Mikronährstoffmedizin täglich 300 bis 400 Milligramm Coenzym Q10 eingesetzt. Sinnvoll sind auch 500 bis 1.000 Milligramm Vitamin C zusammen mit 200 Milligramm Vitamin E. Ohne ärztlichen Rat können bis zu 50 Milligramm Vitamin E eingenommen werden. Vitamin E kann auf Dauer auch überdosiert werden. Die optimale Dosierung sollte deshalb zusammen mit einem Arzt ermittelt werden. Oft empfehlen Mikronährstoff-Mediziner ein Kombinationspräparat. Meist sind die einzelnen Inhaltsstoffe – wie Vitamin C und E – dann niedriger dosiert.

Die Einnahme von Coenzym Q10 und Vitamin E sollte zu den Mahlzeiten erfolgen, weil Fett die Aufnahme erhöht. Vitamin C sollte wegen der besseren Verträglichkeit ebenfalls zu den Mahlzeiten eingenommen werden.

Tipp

Das aktive Ubiquinol ist eine gute Coenzym-Q10-Form,denn sie wird im Darm besser aufgenommen als Ubiquinon und muss nicht erst im Körper aktiviert werden. Ubiquinol ist allerdings etwas teurer in der Herstellung.

Mikroskopaufnahme von Mitochondrien
Forscher nehmen an, dass bei einer Fibromyalgie eine Funktionsstörung der Mitochondrien vorliegt. Mitochondrien sind unsere Energiekraftwerke in den Zellen. Sie werden für eine ausreichende Energieversorgung der Muskelzellen benötigt. Bild: wir0man/iStock/Getty Images Plus

Antioxidantien im Labor bestimmen lassen

Um den Behandlungserfolg bei einer Fibromyalgie zu messen, kann es sinnvoll sein, den antioxidativen Status durch einen Arzt überprüfen zu lassen. Es gibt verschiedene Laboruntersuchungen, die mithilfe von Blut- oder Urinproben den Antioxidantienstatus bestimmen können. Die Werte und Messmethoden können je nach Labor verschieden sein. Es gelten die Angaben des untersuchenden Labors.

Coenzym Q10, Vitamin C und Vitamin E: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Coenzym Q10 kann den Blutdruck sowie den Blutzucker senken. Personen mit Bluthochdruck und Diabetiker sollten deshalb ihren Blutdruck oder Blutzucker regelmäßig kontrollieren, wenn sie Coenzym Q10 einnehmen und gegebenenfalls mit ihrem Arzt sprechen.

Bei Nierensteinen sollten täglich 1.000 Milligramm Vitamin C nicht überschritten werden, bei Nierenschwäche nicht mehr als 500 Milligramm. Kranke Nieren können mit dem Vitamin-C-Abbauprodukt Oxalsäure schwer umgehen. Bei einer Eisenspeicherkrankheit sollte die Einnahme von Vitamin C unter ärztlicher Aufsicht erfolgen: Vitamin C erhöht die Aufnahme von Eisen.

Da hoch dosiertes Vitamin E die Blutgerinnung verzögern kann, sollten Präparate zwei Wochen vor einer geplanten Operation ausgesetzt werden. Zudem kann hoch dosiertes Vitamin E eine beeinträchtigte Blutgerinnung − ausgelöst durch einen Vitamin-K-Mangel − verschlimmern. Ein Vitamin-K-Mangel tritt bei einer schweren Verdauungsstörung auf. Bevor Vitamin E eingesetzt wird, sollte der Vitamin-K-Mangel ausgeglichen werden.

Raucher sollten aufgrund der möglichen Gefahr von Hirnblutungen maximal 50 Milligramm Vitamin E pro Tag einnehmen. Es besteht für Raucher auch ein leicht erhöhtes Lungenkrebsrisiko, wenn sie hoch dosiertes Vitamin E als isoliertes Alpha-Tocopherol einnehmen.

Die Wirkung einiger Blutgerinnungshemmer (Cumarin-Derivate) kann durch Coenzym Q10 reduziert werden. Betroffen sind die Wirkstoffe Phenprocoumon und Warfarin. Auch Vitamin C ab 1.000 Milligramm täglich könnte die Wirksamkeit von Warfarin mindern. Die Wirkung von Blutverdünnern kann auch durch Vitamin E beeinflusst werden. Betroffen sind Phenprocoumon, Warfarin, Acetylsalicylsäure und Edoxaban. Halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt, wenn Sie Blutgerinnungshemmer oder Blutverdünner einnehmen. Gegebenenfalls muss die Dosis angepasst werden.

Vorsicht ist geboten, wenn Sie den Krebswirkstoff Bortezomib einnehmen. Im Tierversuch setzte Vitamin C die Wirksamkeit herab. Sprechen Sie zur Sicherheit mit Ihrem Arzt.

L-Carnitin bringt Brennstoff in die Kraftwerke der Zellen

Wirkweise von L-Carnitin

Omega-3-Präparate
Die Einnahme von Acetyl-L-Carnitin führte in ersten hochwertigen Studien zu einer Abnahme der Muskelschmerzen. Bild: obewon/iStock/Getty Images Plus

L-Carnitin ist eine körpereigene Substanz, die Fettsäuren in die Mitochondrien bringt. Dort werden die Fettsäuren für die Energiegewinnung genutzt. Gleichzeitig transportiert L-Carnitin Zellgifte aus den Mitochondrien und trägt so zu ihrer reibungslosen Funktion bei. L-Carnitin unterstützt auch das Immunsystem und hat antioxidative sowie nervenschützende Eigenschaften. Besteht ein Mangel an L-Carnitin, kann es unter anderem zu Muskelbeschwerden kommen.

Durch eine Ergänzung von L-Carnitin als Acetyl-L-Carnitin (1.500 Milligramm) nahmen Muskelschmerzen und psychische Symptome bei den Patienten im Vergleich zu einem Scheinmedikament deutlich ab. Auch bezüglich einer Besserung des allgemeinen Wohlbefindens war L-Carnitin dem Scheinmedikament überlegen. Dies zeigt eine hochwertige Studie, in der L-Carnitin oder das Scheinmedikament zehn Wochen lang eingenommen wurde. Dass die Ergänzung von L-Carnitin Depressionen bei Patienten mit Fibromyalgie lindert, legt darüber hinaus eine erste Übersichtsarbeit nahe. Es gibt außerdem Hinweise, dass L-Carnitin ähnlich effektiv und dabei besser verträglich ist als der in der klassischen Behandlung eingesetzte Wirkstoff Fluoxetin.

Um die Beschwerden einer Fibromyalgie zu lindern, wurde die Wirksamkeit von L-Carnitin auch in Kombination mit dem Wirkstoff Duloxetin in einer vorläufigen Studie untersucht: Eine Gruppe erhielt Duloxetin, die andere Gruppe L-Carnitin (1.500 Milligramm). Nach zwölf Wochen hatten beide Gruppen weniger Schmerzen und depressive Symptome ließen nach. Auch die Lebensqualität der Betroffenen hatte sich verbessert.

Größere hochwertige Studien müssen diese Ergebnisse weiter bestätigen. Die gute Verträglichkeit von L-Carnitin und die bisherigen Studienergebnisse sind jedoch vielversprechend, um L-Carnitin bei Fibromyalgie einzusetzen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von L-Carnitin

Mikronährstoff-Mediziner empfehlen bei Fibromyalgie, täglich 1.500 Milligramm L-Carnitin als Acetyl-L-Carnitin einzunehmen. Die Gesamtdosis sollte über den Tag verteilt werden – idealerweise am Morgen und am Mittag. Vermeiden Sie die Einnahme am Abend. Acetyl-L-Carnitin wirkt anregend und kann den Schlaf erschweren. Die Verträglichkeit ist am besten, wenn L-Carnitin zu den Mahlzeiten eingenommen wird.  

L-Carnitin: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Personen mit Nierenschwäche (chronische Niereninsuffizienz) sollten L-Carnitin hoch dosiert (über 1.000 Milligramm) nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen. Es gibt zwar Hinweise, dass bei Niereninsuffizienz ein L-Carnitin-Mangel vorliegt, allerdings fehlen Untersuchungen an Patienten, die L-Carnitin langfristig einnehmen. Der Arzt kann die entsprechenden Blutwerte kontrollieren.

Bei Krebserkrankungen mit verändertem Fettstoffwechsel könnte L-Carnitin das Krebswachstum fördern. Besprechen Sie eine Einnahme daher in jedem Fall mit dem Arzt. Bei Blasen- und Prostatakrebs ist die Einnahme nicht zu empfehlen.

L-Carnitin kann den Blutzuckerspiegel senken. Diabetiker, die L-Carnitin zusammen mit blutzuckersenkenden Medikamenten wie Metformin und Sulfonylharnstoffe einnehmen, sollten den Blutzucker regelmäßig kontrollieren. Kommt es zu einer Unterzuckerung, sollte mit dem Arzt gesprochen werden.

Sehr selten steigert L-Carnitin die Wirksamkeit von Blutgerinnungshemmern. Betroffen sind Cumarin-Abkömmlinge wie Ethylbiscoumacetat, Phenprocoumon und Warfarin. Sprechen Sie die Einnahme daher mit Ihrem Arzt ab.

Magnesium lindert Schmerzen bei Fibromyalgie

Wirkweise von Magnesium

Magnesium hat krampflösende Eigenschaften. Zudem kann Magnesium Schmerzen lindern, indem es einen bestimmten Botenstoff blockiert, der für die Schmerzweiterleitung eine Rolle spielt. Außerdem ist Magnesium an der Energiebildung in den Mitochondrien beteiligt. Ein Magnesiummangel wirkt sich negativ auf die Nerven- und Muskelfunktion aus: Er führt zu steifen Muskeln, Muskelkrämpfen und hemmt die Übertragung von Botenstoffen im Nervensystem.

Mehrere Beobachtungsstudien deuten auf einen Zusammenhang zwischen einer geringen Magnesiumversorgung und Fibromyalgie hin. In einer dieser Studien wurde der Magnesiumgehalt in den Haaren von Frauen mit Fibromyalgie mit gesunden Studienteilnehmerinnen verglichen: Fibromyalgie-Patienten hatten weniger Magnesium und weniger andere Mineralstoffe als Frauen ohne diese Erkrankung.

Auch im Blut ist der Magnesiumspiegel bei Fibromyalgie-Patienten niedriger als bei Gesunden, so das Ergebnis einer Vorstudie. Es zeigte sich außerdem, dass die achtwöchige Einnahme von Magnesium (300 Milligramm) zu einer Linderung der Schmerzen führte. Wurde Magnesium zusammen mit dem Medikamentenwirkstoff Amitriptylin eingenommen, nahmen auch weitere Symptome wie Angst und Depression ab. Auch eine weitere Vorstudie, in der Magnesium in Kombination mit Apfelsäure (Malat) eingenommen wurde, gibt Hinweise auf einen schmerzlindernden Effekt bei Fibromyalgie.

Die bisherigen Ergebnisse deuten an, dass Magnesium Fibromyalgie-Symptome lindern kann. Die Wirksamkeit von Magnesium ist bei Fibromyalgie allerdings noch nicht eindeutig bewiesen. Es fehlen hochwertige Studien, in denen Magnesium mit einem Scheinmedikament verglichen wird. Magnesium hat aber ein großes Potenzial für weitere Forschung: Es ist gut verträglich und zeigt positive Effekte bei der Behandlung anderer Schmerzen wie Nerven- und Menstruationsschmerzen sowie Migräne.

Illustration eines Muskels
Der Körper benötigt Magnesium, damit sich die Muskeln entspannen können, nachdem sie sich für Bewegungen zusammengezogen haben (Muskelkontraktion). Bild: JFalcetti/iStock/Getty Images Plus

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Magnesium

Mikronährstoff-Experten empfehlen bei Fibromyalgie 300 Milligramm Magnesium am Tag. Eine dauerhafte Dosierung von mehr als 250 Milligramm täglich sollte mit einem Arzt abgesprochen werden. Falls Magnesium zu einem weichen Stuhlgang oder Durchfall führt, sollte es über den Tag verteilt eingenommen werden.

Eiweiße und Vitamin D verbessern die Aufnahme von Magnesium im Darm. Daher sollte Magnesium zu den Mahlzeiten eingenommen werden.

Tipp

Es gibt verschiedene Magnesium-Verbindungen. Gut geeignet sind organische Verbindungen wie Magnesiumcitrat. Magnesiumcitrat wird schnell im Darm aufgenommen und wurde auch in einer Studie zur Behandlung der Fibromyalgie eingesetzt.

Magnesium im Labor bestimmen lassen

Bei Fibromyalgie kann es sinnvoll sein, den Magnesiumwert im Blut zu überprüfen, um einen Mangel auszuschließen. Magnesium kommt überwiegend in den roten Blutzellen vor. Deswegen ist eine Messung des Magnesiumspiegels im Vollblut genauer als eine Messung in der Blutflüssigkeit ohne Blutzellen (Serum). Der Normwert im Vollblut liegt zwischen 1,38 bis 1,50 Millimol pro Liter.

Magnesium: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Bei chronischen Nierenerkrankungen sollte kein Magnesiumpräparat eingenommen werden. Schwache Nieren können Magnesium nicht richtig ausscheiden, sodass es sich im Blut anreichern könnte.

Magnesium geht eine Verbindung mit bestimmten Antibiotika (Gyrasehemmer und Tetrazykline) und Medikamente für Osteoporose (Bisphosphonate) ein. Die Wirkung wird dadurch abgeschwächt. Daher sollte ein Einnahmeabstand von zwei Stunden oder mehr eingehalten werden. Betroffen sind:

  • Gyrasehemmer wie Ciprofloxacin, Enoxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Norfoxacin und Ofloxacin
  • Tetrazykline wie Tetracyclin, Doxycyclin, Minocyclin
  • Bisphosphonate wie Alendronat, Clodronat, Etidronat, Ibandronat, Pamidronat, Risedronat und Tiludronat

Vitamin D mildert Entzündungen bei Fibromyalgie

Wirkweise von Vitamin D

Sonnenuntergang auf einer Wiese
Vitamin D wird in der Haut durch Sonnenstrahlen selbst gebildet. Da die Sonnenstrahlung in unseren Breitengraden jedoch oft nicht ausreichend ist, können Fibromyalgie-Patienten einen Vitamin-D-Mangel haben. Bild: momno/iStock/Getty Images Plus

Vitamin D ist bekannt für seine entzündungshemmenden Eigenschaften: Vitamin D reduziert Entzündungsbotenstoffe, die typischerweise Schmerzen verursachen. In einer Beobachtungsstudie wiesen 61 von 100 Frauen mit Fibromyalgie eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung auf. In einer anderen Beobachtungsstudie konnte jedoch kein Zusammenhang festgestellt werden. Dort wurde die Vitamin-D-Versorgung von Fibromyalgie-Patienten mit der von gesunden Menschen verglichen.  

Möglicherweise können Fibromyalgie-Symptome durch die Einnahme von Vitamin D abnehmen. Durch Vitamin D werden weniger Entzündungsbotenstoffe gebildet, die Schmerzen verursachen. Dies zeigt eine hochwertige Studie mit Teilnehmern, die an Muskelschmerzen litten. Positive Hinweise gibt auch eine erste Studie an Fibromyalgie-Erkrankten: Vitamin D reduzierte nach drei Monaten bei acht von elf Patienten die Schmerzen. Auch im Vergleich zu einem Scheinmedikament konnte die schmerzlindernde Wirkung von Vitamin D bei Fibromyalgie nachgewiesen werden. Darüber hinaus könnten depressive Verstimmungen durch Vitamin D − in Kombination mit Antidepressiva − gemindert werden. Zu diesen Ergebnissen kommen zwei weitere vorläufige Studien.

Es gibt allerdings auch Studien, bei denen die Einnahme von Vitamin D bei Fibromyalgie keine Veränderung der Schmerzen bewirkte. Vermutlich ist Vitamin D besonders dann wirkungsvoll, wenn ein Mangel besteht. Deshalb sollten die Vitamin-D-Werte überprüft und ein Mangel ausgeglichen werden.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Vitamin D

Mikronährstoff-Experten empfehlen bei Fibromyalgie täglich 2.000 Internationale Einheiten Vitamin D. In Studien wurden täglich auch 4.000 Internationale Einheiten Vitamin D eingesetzt. Die richtige Dosierung richtet sich idealerweise nach dem Vitamin-D-Spiegel im Blut. Bei einem starken Mangel an Vitamin D sind zum Beispiel höhere Dosierungen nötig.

Vitamin D ist fettlöslich. Deshalb sollte es zusammen mit den Mahlzeiten eingenommen werden.

Vitamin D im Labor bestimmen lassen

Bei Fibromyalgie sollte der Vitamin-D-Spiegel regelmäßig kontrolliert werden (zweimal im Jahr), um einen Mangel zu vermeiden. Dazu wird die Transportform von Vitamin D, das Calcidiol, im Blutserum gemessen. Der Optimalwert liegt bei 40 bis 60 Nanogramm pro Milliliter.

Vitamin D: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Entwässerungsmittel (Diuretika) aus der Gruppe der Thiazide vermindern die Ausscheidung von Calcium über die Nieren, sodass es im Blut bleibt. Betroffen sind beispielsweise die Wirkstoffe Hydrochlorothiazid, Indapamid und Xipamid. Vitamin D verbessert die Calciumaufnahme und erhöht den Calciumspiegel. Vitamin D sollte deshalb nur zusammen mit Thiaziden eingenommen werden, wenn der Arzt den Calciumgehalt im Blut beobachtet.

Bei Nierenerkrankungen wie chronischer Nierenschwäche und Nierensteinen sollte Vitamin D nur nach Absprache mit einem Arzt eingenommen werden und wenn die Calciumwerte regelmäßig überprüft werden. Es könnte sich Calcium im Blut anreichern, da kranke Nieren Calcium weniger gut ausscheiden. Personen mit der Bindegewebserkrankung Morbus Boeck (Sarkoidose) sollten kein Vitamin D einnehmen. Bei dieser Krankheit sind die Calciumwerte im Blut oft erhöht.

Omega-3-Fettsäuren: ein Stopp für die Entzündung

Wirkweise von Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren wirken antioxidativ und antientzündlich, da sie Entzündungsbotenstoffe hemmen und die Produktion von entzündungsstoppenden Stoffen fördern. Am wirksamsten sind Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). Für entzündliche Vorgänge im Körper ist das richtige Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren wichtig. Es wurde beobachtet, dass Menschen mit chronischen Schmerzen höhere Omega-6-Fettsäurewerte aufweisen. Ein Überschuss von Omega-6-Fettsäuren kann Entzündungen und damit auch Schmerzen begünstigen.

Die Wirksamkeit von Omega-3-Fettsäuren bei der Behandlung von entzündlichen Schmerzerkrankungen ist gut untersucht. Sie werden wegen ihrer guten Verträglichkeit unterstützend angewendet und zum Beispiel bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis von Fachgremien empfohlen. Ein erster Fallbericht weist auch auf einen Rückgang der Schmerzen bei Fibromyalgie durch die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren hin. Ob Omega-3-Fettsäuren die Schmerzen und Symptome bei Fibromyalgie jedoch generell lindern können, muss noch durch hochwertige Studien bestätigt werden. Aufgrund ihrer vielversprechenden Wirkungen sind sie aber einen Versuch wert.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Omega-3-Fettsäuren

Mikronährstoff-Mediziner empfehlen bei einer Fibromyalgie meist 1.000 bis 2.000 Milligramm Omega-3-Fettsäuren täglich. Studien zufolge waren Dosierungen von 1.200 bis 2.700 Milligramm pro Tag wirksam, um Schmerzen zu lindern. Sinnvoll ist ein höherer EPA-Gehalt (mindestens 800 Milligramm), da EPA stärker entzündungshemmend wirkt. EPA kommt zum Beispiel in Fischöl vor.

Omega-3-Präparate sollten zusammen mit der Mahlzeit eingenommen werden, da die Fettsäuren zusammen mit dem Fett aus den Lebensmitteln besser ins Blut aufgenommen werden.

Tipp

Achten Sie beim Kauf von Fischölpräparaten auf die Qualität. Hochwertige Präparate sind speziell gereinigt und dadurch schadstoffarm.

Omega-3-Fettsäuren im Labor bestimmen lassen

Bei andauernden (chronischen) Schmerzen kann es sinnvoll sein, das Verhältnis von Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren im Blut bestimmen zu lassen. Dazu werden die Fettsäuren Arachidonsäure (Omega-6-Fettsäure) und EPA gemessen. Das Verhältnis sollte möglichst gering sein, am besten unter 4.

Der Status der Omega-3-Fettsäuren kann außerdem mithilfe des Omega-3-Index aussagekräftig bestimmt werden. Das Labor misst dabei den Anteil der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA in den roten Blutkörperchen. Liegt der Omega-3-Index über 8 Prozent, besteht eine optimale Versorgung.

Omega-3-Fettsäuren: zu beachten bei Medikamenteneinnahme und Erkrankungen

Omega-3-Präparate
Da Omega-3-Fettsäuren grundsätzlich entzündungsbedingte Schmerzen lindern können, empfehlen Mikronährstoffexperten auch bei Fibromyalgie den Einsatz von Omega-3-Fettsäuren – insbesondere von EPA. Bild: BrianAJackson/iStock/Getty Images Plus

In Dosierungen über 1.000 Milligramm können Omega-3-Fettsäuren die Wirkung von blutverdünnenden Wirkstoffen verstärken. Dazu gehören Cumarin-Derivate (wie Phenprocoumon) oder Heparin. Die Einnahme sollte dann mit einem Arzt besprochen werden. Dies gilt auch bei einer Blutgerinnungsstörung und vor einer geplanten Operation.

Bei den folgenden plötzlich auftretenden (akuten) Krankheiten sollten keine Omega-3-Fettsäuren ergänzt werden: Leberkrankheiten, Bauchspeicheldrüsenentzündung und Gallenblasenentzündung.

S-Adenosyl-Methionin könnte die Stimmung verbessern und den Fibromyalgieschmerz lindern

Wirkweise von S-Adenosyl-Methionin

S-Adenosyl-Methionin, kurz SAM, ist ein Abkömmling aus Aminosäuren und kommt in den Körperzellen natürlicherweise vor. SAM unterstützt verschiedene Stoffwechselvorgänge im Gehirn, unter anderem auch den des Glückshormons Serotonin. Es könnte deshalb eine wichtige Rolle zur Behandlung von depressiver Verstimmung bei Fibromyalgie spielen.

Vorstudien mit Fibromyalgie-Erkrankten deuten an, dass SAM nicht nur depressiven Symptomen entgegenwirken und die Stimmung sowie das allgemeine Wohlbefinden der Patienten steigern konnte. SAM verbesserte auch die Stärke der Schmerzen, die Morgensteifigkeit in den Gelenken und die Schlafqualität sowie Müdigkeit.

Größere hochwertige Studien müssen nun die vielversprechenden Ergebnisse bestätigen und zeigen, inwieweit SAM klassische Therapien bei Fibromyalgie unterstützen kann. Aufgrund der bisher beobachteten Wirkungen und den geringen Nebenwirkungen kann SAM einen Gewinn für Betroffene darstellen. Bei depressiven Verstimmungen, die eine andere Ursache haben, liegen bereits positive hochwertige Studien sowie eine Auswertung der Studienlage vor.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von S-Adenosyl-Methionin

Mikronährstoff-Mediziner empfehlen bei depressiven Verstimmungen täglich 200 bis 400 Milligramm SAM. In Studien mit Fibromyalgie-Erkrankten wurden meist zwischen 200 und 800 Milligramm SAM täglich eingenommen. Es ist empfehlenswert, die Einnahme von SAM sowie die geeignete Dosierung mit einem Arzt abzusprechen.

Für eine gute Aufnahme im Darm, nehmen Sie SAM mit etwas Flüssigkeit ein bis zwei Stunden vor einer Mahlzeit ein. So konkurriert es im Darm nicht um die Aufnahme mit anderen Nährstoffen.

S-Adenosyl-Methionin: zu beachten bei Schwangerschaft und Stillzeit, Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Die Wirkweise von SAM in Schwangerschaft und Stillzeit ist wenig erforscht. Daher sollte die Ergänzung nur nach Absprache mit einem Arzt erfolgen.

Bei bipolaren Störungen sollte kein SAM angewendet werden. Es könnte zu manischen Symptomen kommen.

Durch SAM steigt in bestimmen Gehirnabschnitten die Menge an Serotonin. Diese Eigenschaft haben auch Wirkstoffe wie Griffonia (5-HTP), Johanniskraut, Tryptophan und manche Antidepressiva. Bei den Antidepressiva handelt es sich um Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wie Fluoxetin, Escitalopram sowie MAO-Hemmer wie Moclobemid. Deshalb sollten sie nicht zusammen mit SAM eingenommen werden. Auch für Parkinsonpatienten ist die Einnahme von SAM nicht zu empfehlen, wenn sie auf MAO-Hemmer wie Selegilin und Rasagilin angewiesen sind.

Dosierungen auf einen Blick

Empfehlung pro Tag bei Fibromyalgie

 

Vitamine

Vitamin C

500 bis 1.000 Milligramm (mg)

Vitamin E

200 Milligramm (ohne ärztliche Rücksprache maximal 50 Milligramm)

Vitamin D

2.000 Internationale Einheiten (IE) oder je nach Spiegel

 

Mineralstoffe

Magnesium

300 Milligramm

 

Sonstige Stoffe

Coenzym Q10

300 bis 400 Milligramm

L-Carnitin

1.500 Milligramm

Omega-3-Fettsäuren

1.000 bis 2.000 Milligramm (davon 800 Milligramm EPA)

S-Adenosyl-Methionin (SAM)

200 bis 400 Milligramm

Sinnvolle Laboruntersuchungen auf einen Blick

Sinnvolle Blutuntersuchungen bei Fibromyalgie

 

Normalwerte

Magnesium

1,38 bis 1,50 Millimol pro Liter (mmol/l)

Vitamin D

40 bis 60 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml)

Omega-3-Fettsäuren:

Verhältnis Arachidonsäure zu EPA

Omega-3-Index

 

unter 4

größer als 8 Prozent (%)

Zurück zum Anfang

Unterstützung von Medikamenten mit Mikronährstoffen

Mangel an B-Vitaminen und Coenzym Q10 bei Amitriptylin-Einnahme ausgleichen

Zur Behandlung einer Fibromyalgie wird das Antidepressivum Amitriptylin eingesetzt. Allerdings kann Amitriptylin einen Mangel an Vitamin B2 verursachen. Die tägliche Ergänzung von 5 bis 10 Milligramm Vitamin B2 gleicht diesen aus. Möglicherweise wirkt sich das Medikament auch auf die Versorgung mit Vitamin B6, Vitamin B12 und Folsäure nachteilig aus. Das kann zu einer Erhöhung des Zellgiftes Homocystein im Blut führen. 5 bis 15 Milligramm Vitamin B6, bis zu 500 Mikrogramm Vitamin B12 und 200 bis 500 Mikrogramm Folsäure können dem Anstieg des Homocysteinspiegels vorbeugen.

Die Einnahme von Amitriptylin kann auch eine Unterversorgung mit Coenzym Q10 verursachen. Dadurch kann sich die Funktion der Zellkraftwerke verringern und verstärkt oxidativer Stress auftreten. Die Einnahme von 100 Milligramm Coenzym Q10 kann den Nachteilen durch die Amitriptylin-Einnahme entgegenwirken.

Ein Homocystein-Bluttest
Bestimmte Antidepressiva können zu einem Mangel an B-Vitaminen führen. In der Folge kann der Homocystein-Gehalt im Blut ansteigen, was wiederum die Zellen schädigen kann. Bild: jarun011/iStock/Getty Images Plus

Dosierungen auf einen Blick

Empfehlung pro Tag bei Amitriptylin-Einnahme

Vitamin B2

5 bis 10 Milligramm (mg)

Vitamin B6

5 bis 15 Milligramm

Vitamin B12

bis zu 500 Mikrogramm (µg)

Folsäure

200 bis 500 Mikrogramm

Coenzym Q10

100 Milligramm

Zurück zum Anfang

Zusammenfassung

Fibromyalgie zählt zu den Muskel- und Bindegewebserkrankungen, die durch anhaltende Schmerzen gekennzeichnet sind. Unter anderem können auch depressive Verstimmungen und Schlafstörungen auftreten. Die Ursachen für die Entstehung der Fibromyalgie sind noch nicht vollständig erforscht. Zwar gilt die Krankheit bislang als nicht heilbar, sie kann aber gut gelindert werden. Die Mikronährstoffmedizin leistet dazu einen wichtigen Beitrag:

Coenzym Q10 fördert die reibungslose Energiegewinnung in den Körperzellen und mildert Schmerzsymptome und Müdigkeit. Es könnte auch zu besserem Schlaf beitragen. Vitamin C und Vitamin E schützen vor Zellschädigungen durch oxidativen Stress. L-Carnitin und Magnesium könnten die Schmerzen bei Fibromyalgie lindern, wobei L-Carnitin möglicherweise auch depressive Symptome reduziert.

Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und könnten dadurch Schmerzen bei Fibromyalgie mindern. Bei entzündlichen Schmerzerkrankungen wie Gelenkentzündungen ist der Einsatz von Omega-3-Fettsäuren bereits gut erforscht. Die Aminosäure S-Adenosyl-Methionin (SAM) kann möglicherweise sowohl depressive als auch körperliche Symptome bei Fibromyalgie abschwächen.

Durch die Einnahme des Medikamentenwirkstoffs Amitriptylin kann ein Mikronährstoffmangel entstehen. Vitamin B2 und Coenzym Q10 können einem Mangel vorbeugen. Coenzym Q10 lindert außerdem oxidativen Stress. Die B-Vitamine B2, B6, B12 und Folsäure tragen darüber hinaus zu einem ausgeglichenen Homocysteinspiegel im Blut bei.

Zurück zum Anfang

Verzeichnis der Studien und Quellen

Alcocer-Gómez, E. et al. (2014): Coenzyme Q10 Regulates Serotonin Levels and Depressive Symptoms in Fibromyalgia Patients: Results of a Small Clinical Trial. J Clin Psychopharmacol 2014 Feb:34:277-8. https://www.researchgate.net/publication/260195625_Coenzyme_Q10_Regulates_Serotonin_Levels_and_Depressive_Symptoms_in_Fibromyalgia_Patients_Results_of_a_Small_Clinical_Trial, abgerufen am 04.03.2019.

Bagis, S. et al. (2013): Is magnesium citrate treatment effective on pain, clinical parameters and functional status in patients with fibromyalgia? Rheumatol Int 2013 Jan:33:167-72. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22271372, abgerufen am 04.03.2019.

Banerjee, S. & Jones, S. (2017): Magnesium as an Alternative or Adjunct to Opioids for Migraine and Chronic Pain: A Review of the Clinical Effectiveness and Guidelines. 2017 Canadian Agency for Drugs and Technologies in Health. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK475794/, abgerufen am 04.03.2019.

Cordero, M. et al. (2012): Oral coenzyme Q10 supplementation improves clinical symptoms and recovers pathologic alterations in blood mononuclear cells in a fibromyalgia patient. Nutrition 2012 Dec:28:1200-3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22898267, abgerufen am 02.03.2019.

Cordero, M. et al. (2013): Can coenzyme q10 improve clinical and molecular parameters in fibromyalgia? Antioxid Redox Signal 2013 Mar:19:1356-61. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23458405, abgerufen am 02.03.2019.

Cordero, M. et al. (2013): Is Inflammation a Mitochondrial Dysfunction-Dependent Event in Fibromyalgia? Antioxid Redox Rignal 2013 Mar:18:800-7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3555092/, abgerufen am 02.03.2019.

De Carvalho, J. et al. (2018): Vitamin D Supplementation Seems to Improve Fibromyalgia Symptoms: Preliminary Results. Isr Med Assoc J 2018 Jun:20:379-81. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29911760, abgerufen am 04.03.2019.

De Oliveira G. et al. (2013): Perioperative systemic magnesium to minimize postoperative pain: a meta-analysis of randomized controlled trials. Anesthesiology 2013 Jul:119:178-90. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23669270, abgerufen am 04.03.2019.

De Rezende Pena, C. et al. (2010): Evaluation of 25-hydroxyvitamin D serum levels in patients with fibromyalgia. J Clin Rheumatol. 2010 Dec;16(8):365-9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21085020, abgerufen am: 02.04.2019.

De Silva, V. et al. (2010): Evidence for the efficacy of complementary and alternative medicines in the management of fibromyalgia: a systematic review. Rheumatology 2010 Jun:49:1063-8. https://academic.oup.com/rheumatology/article/49/6/1063/1789736, abgerufen am 05.03.2019.

Deutsche Fibromyalgie Vereinigung und Deutsche Rheuma-Liga (2017): Patientenversion der wissenschaftlichen Leitlinie „Definition, Ursachen, Diagnostik und Therapie des Fibromyalgie- syndroms“. AWMF online 2017. https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/145-004p_S3_Fibromyalgiesyndrom_2017-03.pdf, abgerufen am 01.03.2019.

Deutsche Schmerzgesellschaft (2017). Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie des Fibromyalgiesyndroms. AWMF online 2017. https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/145-004k_S3_Fibromyalgiesyndrom_2017-03.pdf, abgerufen am 01.03.2019.

Di Pierro, F. et al. (2017): Role for a water-soluble form of CoQ10 in female subjects affected by fibromyalgia. A preliminary study. Clin Exp Rheumatol 2017 May-Jun:35:20-7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27974102, abgerufen am 02.03.2019.

Favero, G. et al. (2019): Mitochondrial Dysfunction in Skeletal Muscle of a Fibromyalgia Model: The Potential Benefits of Melatonin. Int. J. Mol. Sci 2019:20.765. https://www.mdpi.com/1422-0067/20/3/765/htm, abgerufen am02.03.2019.

Fatima, G. et al. (2013): Oxidative stress and antioxidative parameters and metal ion content in patients with fibromyalgia syndrome: implications in the pathogenesis of the disease. Clin Exp Rheumatol 2013 Nov-Dec:31:S128-33. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24373371, abgerufen am 02.03.2019.

Fontana-Klaiber, H. & Hogg, B. (1990): Therapeutic effects of magnesium in dysmenorrhea. Schweiz Rundsch Med Prax 1990 Apr:79:491-4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2349410, abgerufen am 04.03.2019.

Gendelmann, O. et al. (2015): A randomized double-blind placebo-controlled study adding high dose vitamin D to analgesic regimens in patients with musculoskeletal pain. Lupus 2015 Apr:24:489-9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25801891, abgerufen am 05.03.2019.

Goldberg, R. & Katz, J. (2007): A meta-analysis of the analgesic effects of omega-3 polyunsaturated fatty acid supplementation for inflammatory joint pain. Pain 2007 May:129:210-23. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17335973, abgerufen am 05.03.2019.

Grassetto, M. & Varotto, A. (1994): Primary fibromyalgia is responsive to S-adenosyl-L-methionine. Current Therapeutic Research 1994 Jul:55:797-806. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0011393X05807738, abgerufen am 05.03.2019

Gröber, U. (2011): Mikronährstoffe. Metabolic Tuning – Prävention – Therapie. 3. Aufl. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart.

Helde-Frankling, M. & Björkhem-Bergmann, L. (2017): Vitamin D in Pain Management. Int J Mol Sci 2017 Oct:18:2170. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5666851/, abgerufen am 04.03.2019.

Jacobsen, S. et al. (1991): Oral S-adenosylmethionine in primary fibromyalgia. Double-blind clinical evaluation. Scand J Rheumatol 1991 Apr:20:294-302. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1925418/, abgerufen am 05.03.2019.

Kim, Y. et al. (2011): Women with fibromyalgia have lower levels of calcium, magnesium, iron and manganese in hair mineral analysis. J Korean Med Sci 2011 Oct:26:1253-7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22022174, abgerufen am 04.03.2019.

Ko, G. et al. (2010): Omega-3 fatty acids for neuropathic pain: case series. Clin J Pain 2010 Feb:26:168-72. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20090445, abgerufen am 05.03.2019.

Leombruni, P. et al. (2015): A randomised controlled trial comparing duloxetine and acetyl L-carnitine in fibromyalgic patients: preliminary data. Clin Exp Rhematol 2015 Jan-Feb:33:S.82-5. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25786048, abgerufen am 04.03.2019.

Macfarlane, G. et al. (2017): EULAR revised recommendations for the management of fibromyalgia. Ann Rheum Dis 2017:76:318-28. https://ard.bmj.com/content/annrheumdis/76/2/318.full.pdf, abgerufen am 05.03.2019.

Matthana, M.H. (2011): The relation between vitamin D deficiency and fibromyalgia syndrome in women. Saudi Med J. 2011 Sep;32(9):925-9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21894355, abgerufen am: 02.04.2019.

Meeurs, M. et al. (2013): The role of mitochondrial dysfunctions due to oxidative and nitrosative stress in the chronic pain or chronic fatigue syndromes and fibromyalgia patients: peripheral and central mechanisms as therapeutic targets? Expert Opin Ther Targets 2013 Sep:17:1081-9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23834645, abgerufen am 02.03.2019.

Mirzaei, A. et al. (2018): Effects of vitamin D optimization on quality of life of patients with fibromyalgia: A randomized controlled trial. Med J Islam Repub Iran 2018 Apr:32. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30159280, abgerufem am 05.04.2019.

Naziroglu, M. et al. (2010): Vitamins C and E treatment combined with exercise modulates oxidative stress markers in blood of patients with fibromyalgia: a controlled clinical pilot study. Stress 2010 Nov:13:498-505. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20666654, abgerufen am 02.03.2019.

Pinto, J. et al. (1981): Inhibition of riboflavin metabolism in rat tissues by chlorpromazine, imipramine, and amitriptyline. J Clin Invest 1981 May:67:1500-6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6262379, abgerufen am 06.03.2019.

Porter, N. et al. (2010): Alternative medical interventions used in the treatment and management of myalgic encephalomyelitis/chronic fatigue syndrome and fibromyalgia. J Altern Complement Med 2010 Mar:16:235-49. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20192908/, abgerufen am 04.03.2019.

Rossini, M. et al. (2007): Double-blind, multicenter trial comparing acetyl l-carnitine with placebo in the treatment of fibromyalgia patients. Clin Exp Rheumatol 2007 Mar-Apr:25:182-8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17543140, abgerufen am 04.03.2019.

Russell, I. et al. (1995): Treatment of fibromyalgia syndrome with Super Malic: a randomized, double blind, placebo controlled, crossover pilot study. J Rheumatol 1995 May:22:953-8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8587088, abgerufen am 04.03.2019.

Sánchez-Domínguez, B. et al. (2015): Oxidative stress, mitochondrial dysfunction and, inflammation common events in skin of patients with Fibromyalgia. Mitochondrion 2015 Mar:21:69-75. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25662535, abgerufen am 02.03.2019.

Shapiro, H. (2003): Could n-3 polyunsaturated fatty acids reduce pathological pain by direct actions on the nervous system? Prostaglandins Leukot Essent Fatty Acids 2003:68:219-24. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12591006, abgerufen am 05.03.2019.

Sharma, A. et al. (2017): S-Adenosylmethionine (SAMe) for Neuropsychiatric Disorders: A Clinician-Oriented Review of Research. J Clin Psychiatry 2017 Jun:78:e656-67. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5501081/, abgerufen am 05.03.2019.

Srebro, D. et al. (2016): Magnesium in pain research: state of the art. Curr Med Chem 2016 Dec. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27978803, abgerufen am 04.03.2019.

Veselinovic, M. et al. (2017): Clinical Benefits of n-3 PUFA and ɤ-Linolenic Acid in Patients with Rheumatoid Arthritis. Nutrients 2017 Apr:9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5409664/, abgerufen am 05.03.2019.

Vink, R. & Nechifor, M. (Eds) (2011): Magnesium in the Central Nervous System. University of Adelaide Press 2011. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK507245/, abgerufen am 04.03.2019.

Wepner, F. et al. (2014): Effects of vitamin D on patients with fibromyalgia syndrome: a randomized placebo-controlled trial. Pain 2014 Feb:155:261-8. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24438771/, abgerufen am 04.03.2019.

Weitere interessante Artikel auf VitaminDoctor.com: