Polyneuropathie: mit Mikronährstoffen die Nerven schützen und Beschwerden lindern

Welche Vitamine und andere Stoffe für gesunde Nerven wichtig sind und wie sie helfen, Schmerzen und Kribbeln zu lindern

Eine Polyneuropathie ist eine Schädigung von Nerven außerhalb des Gehirns und Rückenmarks und löst Schmerzen, Brennen oder Kribbeln aus. Oft wird die Krankheit durch Diabetes oder Alkoholabhängigkeit ausgelöst, aber auch andere Ursachen können zu einer Polyneuropathie führen. Neben klassischen Behandlungsmöglichkeiten können bestimmte Mikronährstoffe die Beschwerden der Polyneuropathie gezielt mildern. Hier erfahren Sie, welche Mikronährstoffe die Behandlung der Polyneuropathie unterstützen und Nebenwirkungen klassischer Medikamente abschwächen können. 

Stethoskop und das Wort Neuropathie durch Buchstaben auf Holzblöcken dargestellt
Stethoskop und das Wort Neuropathie durch Buchstaben auf Holzblöcken dargestellt. Durch zu hohe oder schlecht eingestellte und häufig schwankende Blutzuckerwerte werden die Nerven langfristig geschädigt. Bild: airdone/iStock/Getty Images Plus

Ursachen und Symptome

Was ist eine Polyneuropathie und welche Ursachen hat sie?

Bei einer Polyneuropathie handelt es sich um eine Krankheit, bei der mehrere Nerven geschädigt sind. Betroffen sind periphere Nerven. Dies sind Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark, die den ganzen Körper versorgen.

Ursache der Nervenschädigung ist, dass Teile von Nervenzellen angegriffen werden – etwa durch oxidativen Stress (freie Radikale) oder zu hohe Blutwerte des Zellgifts Homocystein. Betroffen ist meist der Nervenfortsatz (Axon), der bis zu einem Meter lang sein kann. Nervenfortsätze empfangen Signale oder leiten sie weiter, zum Beispiel an Muskelzellen. Damit Nervenfortsätze geschützt bleiben, sind sie von einer Mantelschicht umgeben (Myelinschicht). Auch diese Schicht kann bei einer Polyneuropathie geschädigt werden.

Am häufigsten tritt eine Polyneuropathie bei Diabetes (Zuckerkrankheit) auf. Sie wird dann als diabetische Polyneuropathie bezeichnet. Doch auch Alkoholabhängigkeit ist oft der Auslöser der Erkrankung. Zudem gibt es zahlreiche andere Polyneuropathie-Ursachen, zum Beispiel:

  • Durchblutungsstörungen und Gefäßerkrankungen
  • Mangel an Mikronährstoffen wie Vitamin B1, B3, B6, B12, Folsäure und Vitamin E
  • Leber-, Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen
  • Infektionskrankheiten wie Herpes, Masern, Borreliose oder AIDS
  • Krebserkrankungen, vor allem die Krebstherapie mit Medikamenten wie Cisplatin
  • Medikamente, zum Beispiel virenhemmende Medikamente (Lopinavir), und Medikamente gegen erhöhte Blutfettwerte (Cholesterinsenker wie Fluvastatin)
  • Vergiftungen durch Schwermetalle wie Blei oder Arsen

Welche Symptome treten bei einer Polyneuropathie auf?

Illustration von Fußkribbeln
Erstes Anzeichen einer Polyneuropathie ist meist ein Kribbeln, Brennen oder Taubheitsgefühle in den Füßen oder Händen. Bei dieser Nervenerkrankung sind die Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark betroffen (periphere Nerven).Diese Nerven versorgen den ganzen Körper. Bild: spukkato/iStock/Getty Images Plus

Die ersten Polyneuropathie-Symptome zeigen sich meist durch Missempfindungen wie Kribbeln, Brennen und Taubheitsgefühle. Häufig tritt eine Polyneuropathie zuerst in den Zehen und Fingern in Erscheinung. Arme und Beine sind erst im späteren Verlauf betroffen. In der Regel treten die Beschwerden beidseitig auf.

Neben brennenden und stechenden Schmerzen kommt es auch zu fehlerhaften Empfindungen von Berührungen und Temperaturen. Betroffene haben oft einen unsicheren Gang: Sie haben das Gefühl, auf Watte zu gehen und schwanken. Mit der Zeit lässt das Schmerzempfinden nach, wodurch Verletzungen häufig erst spät bemerkt werden. Zudem kann die Wundheilung gestört sein.

Eine Polyneuropathie kann auch die Muskeln, die Verdauung oder die Atmung betreffen: Langfristig sind Störungen der Magen-, Darm- oder Blasenentleerung die Folge. Es kann zu Gewichtsverlust kommen. Bei Männern können zudem Potenzprobleme auftreten. Sind die Nerven der Muskeln geschädigt, kann eine Polyneuropathie Muskelzucken und Krämpfe auslösen. Auch Lähmungen sind möglich. Manche Betroffene entwickeln auch eine Depression.

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Ziele der Behandlung

Wie wird eine Polyneuropathie klassisch behandelt?

Eine Polyneuropathie-Heilung ist möglich, wenn die Krankheit früh erkannt wird. Der Polyneuropathie-Verlauf kann daher positiv beeinflusst und die Beschwerden gemildert werden. Ist der Nerv jedoch stark geschädigt, kann er sich nicht mehr vollständig erholen.

Die klassische Behandlung einer Polyneuropathie zielt auf die Ursache der Nervenschädigung ab. Besteht die Polyneuropathie zum Beispiel wegen eines schlecht eingestellten Diabetes, muss der Blutzucker richtig eingestellt werden. Bei Alkoholmissbrauch sollte Alkoholentzug erfolgen.

Ärzte, etwa ein Neurologe (Nervenfacharzt), können außerdem folgende Medikamente verordnen:

  • Schmerzmittel: Wirkstoffe wie Paracetamol und Metamizol werden vor allem bei leichten Schmerzen zeitlich begrenzt eingesetzt.
  • Stimmungsaufhellende Medikamente: Zur Linderung von Nervenschmerzen können auch Wirkstoffe wie Amitriptylin beitragen, die neben ihrer Wirkung als Antidepressivum auch einen schmerzlindernden Effekt haben. Es handelt sich um trizyklische Antidepressiva. Alternativ wird auch der Wirkstoff Duloxetin verwendet, ein Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer.
  • Krampflösende Mittel: Medikamente zur Behandlung von Epilepsie können ebenfalls schmerzstillend wirken. Dazu zählen Gabapentin und Pregabalin.
  • Opioide: Leidet der Patient an starken Schmerzen oder kann er andere Arzneimittel nicht einnehmen, kommen Opioide zum Einsatz – zum Beispiel Wirkstoffe wie Tramadol, Morphin und Oxycodon.

Zudem gehören unterstützende Maßnahmen zur klassischen Therapie, zum Beispiel:

  • Krankengymnastik und Wechselbäder erhalten die Beweglichkeit; Physiotherapie ist bei Schwindel und Gangstörung sinnvoll.
  • Verhaltens- oder Psychotherapien unterstützen die Krankheitsbewältigung.
  • Elektrotherapie trägt zur Schmerzlinderung und zur Verbesserung der Körperfunktion bei.
  • Akupunktur kann zu einer Schmerzlinderung und zur Verbesserung des Kälte- und Wärmeempfindens führen.

Ziele der Mikronährstoffmedizin

Die Mikronährstoffmedizin hat wie die klassische Medizin das Ziel, die Ursachen der Polyneuropathie zu behandeln, die Symptome zu mildern und die Nervenzellen vor weiteren Schäden zu schützen. Mikronährstoffe sind zum Beispiel notwendig, damit die schützende Mantelschicht der Nervenfortsätze gebildet werden kann.

Bewährt haben sich folgende Mikronährstoffe:

Zudem kann die medikamentöse Behandlung einer Polyneuropathie durch den gezielten Einsatz der Mikronährstoffmedizin unterstützt werden: Vitamine und Mineralstoffe können die Wirkung der Medikamente verbessern, Nebenwirkungen mildern und möglichen Mangelzuständen vorbeugen.

Tipp

Auch die Blutzuckerkontrolle bei Diabetes kann durch Mikronährstoffe unterstützt werden. Alles über Mikronährstoffmedizin bei Diabetes lesen Sie hier.

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Illustration von Neuropathie
Mikronährstoffe werden gebraucht, damit die Myelinschicht gebildet werden kann. Die Myelinschicht ist eine Mantel-Schicht, die die Nervenfortsätze umgibt und sie schützt. Bild: TefiM/iStock/Getty Images Plus

Behandlung mit Mikronährstoffen

Geschützte Nerven und weniger Schmerzen durch B-Vitamine

Wirkweise von B-Vitaminen

B-Vitamine sind wichtig für die Funktionen des Nervensystems: Sie werden zum Beispiel benötigt, damit der Körper die schützende Mantelschicht der Nervenzellen (Myelin) bilden kann. Fehlen bestimmte B-Vitamine, steigt zudem der Homocysteinspiegel: Der Körper braucht die Vitamine, um Homocystein zu entgiften. Sowohl ein hoher Homocysteinspiegel als auch ein Mangel an B-Vitaminen können zu Nervenschmerzen führen. Dies ist besonders bei Diabetes der Fall.

Die Einnahme von B-Vitaminen kann die schmerzlindernde Wirkung von Medikamenten bei Polyneuropathie verstärken. Möglicherweise können B-Vitamine auch der Entstehung von Nervenschmerzen durch Diabetes vorbeugen. Studienergebnisse verdeutlichen zudem, dass B-Vitamine zur Linderung einer Polyneuropathie beitragen: Eine kleine hochwertige Studie zeigt, dass die Vitamin-B1-Vorstufe Benfotiamin zusammen mit Vitamin B6 und B12 nach zwölfwöchiger Ergänzung die Nervenfunktion bei Diabetikern verbesserte. Auch Benfotiamin allein führte in anderen, teils hochwertigen Studien zu einer Schmerzlinderung bei den Betroffenen.

Die Ergebnisse zum Einsatz anderer B-Vitamine sind ebenfalls vielversprechend: So zeigt eine kleine hochwertige Studie, dass Vitamin B12 die Symptome der diabetischen Polyneuropathie lindern kann. Auch Vitamin B1 zusammen mit Vitamin B6 dämmte die Nervenbeschwerden bei knapp der Hälfte der Diabetiker ein. Dies zeigt eine erste Studie. Kleine hochwertige Studien, in denen Vitamin B6 allein getestet wurde, waren jedoch nicht erfolgreich. Fallberichte geben zudem Hinweise auf eine Wirkung von Biotin.

Info

Bei Diabetes mellitus Typ 2 wird oft der Medikamentenwirkstoff Metformin eingesetzt. Jedoch kann Metformin einen Vitamin-B12-Mangel verursachen.

Besonders bei einer Alkoholabhängigkeit kommt es oft zu einem Mangel an B-Vitaminen: Ist die Leber geschädigt, können B-Vitamine nicht richtig verstoffwechselt werden. Die Einnahme von Vitamin B1, B2, B6 und B12 (mit oder ohne Folsäure) führte in einer hochwertigen Studie bei Betroffenen zu einer Linderung der Beschwerden, wie Gefühlswahrnehmung am großen Zeh. Eine andere hochwertige Studie und eine vorläufige Studie zeigen, dass die Ergänzung von Vitamin B1 die Schmerzintensität und Taubheitsgefühle besserte.

Insgesamt liefern die Studien vielversprechende Ergebnisse, dass B-Vitamine und ein normaler Homocysteinspiegel Nervenbeschwerden bei Polyneuropathie lindern können. Ein Mangel an B-Vitaminen sollte deshalb bei einer Polyneuropathie auf alle Fälle vermieden werden.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von B-Vitaminen

Bei einer Polyneuropathie empfehlen Mikronährstoff-Mediziner meist ein Kombinationspräparat, das alle B-Vitamine enthält. B-Vitamine arbeiten im Stoffwechsel meist zusammen und ein Mangel eines einzelnen B-Vitamins liegt selten allein vor. Für eine gute Versorgung sind folgende Dosierungen pro Tag sinnvoll:

Um die Beschwerden gezielt zu lindern, werden dagegen in Rücksprache mit dem Arzt täglich 250 Mikrogramm Vitamin B12 empfohlen sowie 10 Milligramm Vitamin B6 und 1.000 Mikrogramm Folsäure. Da Vitamin B6 in zu hoher Dosierung auch Polyneuropathien begünstigen kann, sollte die ideale Dosierung mit dem Arzt besprochen werden. Für Vitamin B1 empfehlen Ärzte bei Polyneuropathie entweder 200 Milligramm der Vitamin-B1-Vorstufe Benfotiamin oder eine B-Vitamin-Kombination mit 10 Milligramm Vitamin B1.

Expertenwissen

Bei langfristiger Anwendung und in hohen Dosierungen kann Vitamin B6 Neuropathien verursachen. Meist ist dies zwar erst bei Dosierungen von mehr als 50 Milligramm (mg) täglich der Fall, bei geringen Dosierungen können Nebenwirkungen jedoch nicht zwangsläufig ausgeschlossen werden.

Nehmen Sie B-Vitamine am besten zu den Mahlzeiten ein. Dies verbessert die Verträglichkeit für den Magen.

Homocystein im Labor bestimmen lassen

Der Homocysteinspiegel liefert Anhaltspunkte darüber, ob ein Mangel an B-Vitaminen vorliegt. Bei einer Polyneuropathie ist es daher sinnvoll, den Wert zu kontrollieren. Ein hoher Homocysteinspiegel kann zudem zu Nervenbeschwerden beitragen.

Homocystein wird im Blutplasma bestimmt. Der Normalwert liegt zwischen 5 und 9 Mikromol pro Liter.

B-Vitamine: zu beachten bei Schwangerschaft, Stillzeit, Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Schwangere und Stillende sollten hoch dosierte B-Vitamine nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen.

Hoch dosierte B-Vitamine könnten bei Diabetes mit Nierenschädigungen die Nierenfunktion weiter verschlechtern. Wissenschaftler nehmen an, dass die Vitamin-B12-Form Cyanocobalamin in hohen Dosierungen schädlich für Nierenpatienten ist. Daher sollte Methylcobalamin eingesetzt werden.

Nach dem Setzen von Gefäßstützen (Stents) und nach einem Herzinfarkt ist die Gabe kombinierter B-Vitamine noch nicht ausreichend erforscht. Möglicherweise wirken B-Vitamine hier negativ. Hohe Dosen an Vitamin B12 (60 bis 400 Mikrogramm pro Tag) und Folsäure (800 bis 1.200 Mikrogramm pro Tag) sollten dann vermieden werden.

Die Einnahme aluminiumhaltiger Medikamente bei Sodbrennen kann die Aufnahme von Vitamin B2 beeinträchtigen, da sich die Substanzen verbinden. Deshalb sollte zwischen der Einnahme ein Abstand von zwei Stunden oder mehr liegen.

Vitamin B6 kann in einer Dosis von 5 Milligramm die Wirksamkeit von Epilepsie-Medikamenten wie Phenobarbital und Phenytoin sowie von Parkinson-Medikamenten wie L-Dopa (Levodopa) abschwächen. Eine Absprache der Dosierung mit dem Arzt ist daher notwendig.

Folsäure mindert die Wirksamkeit einiger Antibiotika. Dazu gehören beispielsweise die Wirkstoffe Trimethoprim, Proguanil und Pyrimethamin. Bei einer Krebserkrankung sollte die Einnahme von Folsäure mit dem Arzt abgesprochen werden. Denkbar ist, dass Folsäure einige Nebenwirkungen der Wirkstoffe 5-Fluorouracil (5-FU) und Capecitabin verstärkt.

Alpha-Liponsäure lindert Schmerzen und Taubheitsgefühle bei Diabetikern

Wirkweise von Alpha-Liponsäure

Illustration von oxidativem Stress
Freie Radikale können die Zellen schädigen und Nervenschäden begünstigen. Liegen zu viele freie Radikale vor, spricht man von oxidativem Stress. Durch Antioxidantien wie Alpha-Liponsäure werden freie Radikale abgefangen. Bild: FancyTapis/iStock/Getty Images Plus

Alpha-Liponsäure ist eine vitaminähnliche Substanz mit entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften. Freie Radikale (oxidativer Stress) können eine Ursache für Polyneuropathie sein, da sie Schädigungen der Nerven verursachen. Außerdem hat Alpha-Liponsäure eine blutzuckersenkende Wirkung. Da erhöhte Zuckerwerte bei Diabetes langfristig zu Polyneuropathien führen, kann Alpha-Liponsäure also auf zwei Wegen helfen.

Die Wirksamkeit von Alpha-Liponsäure wurde unter anderem in einer Übersichtsarbeit positiv bewertet: Die teils hochwertigen Studien ergaben, dass Alpha-Liponsäure messbare Verbesserungen der Nervenbeschwerden bei Diabetes bewirkte. Dazu gehören Symptome wie brennender Schmerz, Taubheit und Kribbeln.

Alpha-Liponsäure kann demnach Symptome bei diabetischer Polyneuropathie lindern. Erste Studien waren vielversprechend. Weitere hochwertige Studien sind nötig, um zu prüfen, ob die Wirksamkeit von Alpha-Liponsäure auch auf andere Ursachen einer Polyneuropathie übertragen werden kann.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Alpha-Liponsäure

Mikronährstoff-Mediziner empfehlen bei diabetischer Polyneuropathie die tägliche Einnahme von 600 bis 1.200 Milligramm Alpha-Liponsäure. Die Einnahme von Alpha-Liponsäure sollte nüchtern und nicht zusammen mit Mineralstoffpräparaten erfolgen – zum Beispiel etwa eine Stunde vor einer Mahlzeit. Mineralstoffe aus der Nahrung hemmen die Aufnahme von Alpha-Liponsäure im Darm.

Bei Einnahme über einen langen Zeitraum muss auch Biotin ergänzt werden: Alpha-Liponsäure hemmt die Wirkung von Biotin. Gute Präparate enthalten bereits Biotin.

Alpha-Liponsäure: zu beachten bei Schwangerschaft, Stillzeit und Medikamenteneinnahme

In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Alpha-Liponsäure nur nach Rücksprache mit dem Arzt ergänzt werden.

Bei der Einnahme von Diabetes-Medikamenten (wie Metformin) sowie Insulin kann es in Einzelfällen durch Alpha-Liponsäure zu einer Unterzuckerung kommen. Deshalb sollte der Blutzuckerspiegel zu Beginn der Alpha-Liponsäure-Therapie engmaschig überwacht werden. Möglicherweise ist in Rücksprache mit dem Arzt eine Anpassung der Medikamentendosis nötig.

L-Carnitin für die Energieproduktion der Nervenzellen

Wirkweise von L-Carnitin

Chemische Formel von Carnitin
Carnitin kann der Körper selbst bilden. Es kommt jedoch auch in Lebensmitteln vor, vor allem in Fleisch. Bei einer Polyneuropathie empfehlen Mikronährstoff-Experten jedoch Carnitin-Präparate, die gezielt dosiert werden. Bild: Zerbor/iStock/Getty Images Plus

L-Carnitin kommt natürlicherweise in Nervenzellen vor und trägt zum Erhalt des Nervensystems bei. Die wichtigste Funktion ist die Energieproduktion: L-Carnitin wird benötigt, damit langkettige Fettsäuren in die Zellkraftwerke eingeschleust werden. Daneben wirkt es antioxidativ, schützt Nervenzellen und fördert deren Regeneration sowie die Produktion der Zellhüllen (Membranen). Außerdem hemmt L-Carnitin das Absterben der Nervenzellen und lindert Nervenschmerzen. Gezeigt wurden diese Effekte vor allem bei Diabetikern, die von einer Polyneuropathie betroffen waren.

Die wichtigste L-Carnitin-Verbindung für das Nervensystem ist Acetyl-L-Carnitin. Forscher untersuchten durch eine Auswertung teils hochwertiger Studien die Wirkung von Acetyl-L-Carnitin bei Polyneuropathie. Vor allem bei einer diabetischen Polyneuropathie zeigte Acetyl-L-Carnitin einen schmerzstillenden Effekt. Dieser Effekt scheint besonders deutlich zu sein, wenn Acetyl-L-Carnitin in einem frühen Stadium der Polyneuropathie eingenommen wird. Eine hochwertige Studie belegt außerdem, dass die Einnahme von Acetyl-L-Carnitin zu einem Rückgang der Nervenbeschwerden bei diabetischer Neuropathie führte – ähnlich wie die Einnahme von Vitamin B12 als Methylcobalamin.

In der Summe zeigt die Studienlage, dass Acetyl-L-Carnitin bei Diabetikern Schmerzen lindert, die durch Polyneuropathie ausgelöst werden. Wissenschaftler fordern jedoch noch größere Studien, die über lange Zeiträume durchgeführt werden, um die Wirkung von Acetyl-L-Carnitin endgültig zu beweisen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von L-Carnitin

Zur Linderung von Nervenbeschwerden empfehlen Mikronährstoff-Mediziner die tägliche Einnahme von 1.000 bis 2.000 Milligramm L-Carnitin als Acetyl-L-Carnitin. Um eine möglichst gleichmäßige Wirksamkeit zu erzielen, sollte Acetyl-L-Carnitin über den Tag verteilt eingenommen werden – zum Beispiel dreimal täglich 500 Milligramm.

Sinnvoll ist die Einnahme zur Mahlzeit. Dadurch verbessert sich die Verträglichkeit.

L-Carnitin: zu beachten bei Medikamenteneinnahme und Erkrankungen

L-Carnitin kann den Blutzuckerspiegel senken. Diabetiker, die Medikamente mit Wirkstoffen wie Metformin und Sulfonylharnstoffe einnehmen, sollten den Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrollieren. Es könnte zu einer Unterzuckerung kommen.

In seltenen Fällen verstärkt L-Carnitin die Wirkung von Blutgerinnungshemmern. Betroffen sind Vitamin-K-Gegenspieler wie Ethylbiscoumacetat, Phenprocoumon und Warfarin. Wenn eines dieser Medikamente eingenommen wird, sollte die Ergänzung von L-Carnitin in Rücksprache mit dem Arzt erfolgen. Dieser kann die Blutgerinnung (INR- oder Quick-Wert) kontrollieren.

Bei einer Nierenschwäche (chronischer Niereninsuffizienz) sollte die Einnahme von L-Carnitin mit dem Arzt abgesprochen werden. Wie sich die Langzeiteinnahme von mehr als 1.000 Milligramm bei Nierenpatienten auswirkt, wurde noch nicht hinreichend untersucht.

Bei einigen Krebserkrankungen kommt es zu einem überschießenden Fettstoffwechsel – zum Beispiel bei Prostata- oder Blasenkrebs. Bei diesen Krebsarten sollte kein L-Carnitin ergänzt werden.

Können Omega-3-Fettsäuren vor Nervenschäden schützen?

Wirkweise von Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren wirken antientzündlich und sind für die Bildung und den Erhalt der Nerven notwendig. Besonders wichtig sind die Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA), Docosahexaensäure (DHA) und möglicherweise auch Docosapentaensäure (DPA). Diabetiker weisen vermutlich Störungen im Fettstoffwechsel auf, was mit niedrigen DHA-Spiegeln verbunden ist. Vor allem DHA ist Bestandteil von Nervenzellen.

Omega-3-Fettsäuren werden bereits erfolgreich bei der Behandlung von Entzündungen eingesetzt – unter anderem bei Gelenkentzündungen. Omega-3-Fettsäuren haben zudem schmerzlindernde Eigenschaften. Daher könnten sie auch bei einer Polyneuropathie wirksam sein.

Eine Vorstudie liefert erste positive Ergebnisse: Die Ergänzung von 1.800 Milligramm EPA täglich milderte Symptome wie Taubheits- und Kältegefühle bei Diabetikern. Auch die Durchblutung wurde gefördert. Mit ausreichend DHA könnten sich zudem die Nervenzellen des Rückenmarks und der Hornhaut schneller regenerieren. Das ergaben Tierstudien. Hornhautnerven kommen zum Beispiel im Auge vor und sind wichtig für gutes Sehen. Darüber hinaus kann sich die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren positiv auf die Blutzuckerkontrolle auswirken – so das Ergebnis einer vorläufigen Studie.

Noch gibt es kaum Studien zum Thema Omega-3-Fettsäuren und Polyneuropathie. Es müssen daher noch weitere hochwertige Studien durchgeführt werden, um die Wirksamkeit von Omega-3-Fettsäuren bei Polyneuropathie besser zu verstehen und zu beurteilen. Die ersten Ergebnisse sind jedoch vielversprechend.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Omega-3-Fettsäuren

Als Dosierung bei Polyneuropathie empfehlen Mikronährstoff-Mediziner, täglich 2.000 Milligramm Omega-3-Fettsäuren einzunehmen. Noch ist nicht klar, ob ein höherer Gehalt an EPA oder DHA besser ist. In Studien wurden 1.800 Milligramm EPA bereits mit Erfolg eingesetzt.

Die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren muss zu einer fetthaltigen Mahlzeit erfolgen. Ohne Fett aus der Nahrung nimmt der Körper die Fettsäuren nicht richtig auf.

Tipp

Achten Sie beim Kauf von Omega-3-Fettsäure-Kapseln aus Fischöl darauf, dass es sich um gereinigte Fischöle handelt. Es könnten sonst Verunreinigungen und Schadstoffe enthalten sein.

Omega-3-Fettsäuren im Labor bestimmen lassen

Bei einer Polyneuropathie kann es sinnvoll sein, den Versorgungsstatus mit Omega-3-Fettsäuren zu kontrollieren. Der Status kann durch den Omega-3-Index ermittelt werden. Dazu wird der Anteil von EPA und DHA in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) gemessen. Der Anteil wird in Prozent angegeben. Idealerweise liegt der Omega-3-Index über acht Prozent.

Lebensmittel die reichhaltig an Omega-3 sind
Omega-3-Fettsäuren kommen zum Beispiel in Fisch oder Nüssen vor. EPA- und DHA-Lieferant ist jedoch ausschließlich Fisch. Für Veganer und Veganer gibt es Algenöl. Bild: autumnhoverter/iStock/Getty Images Plus

Omega-3-Fettsäuren: zu beachten bei Medikamenteneinnahme, Erkrankungen und vor Operationen

Die Einnahme von mehr als 1.000 Milligramm Omega-3-Fettsäuren pro Tag kann die Wirksamkeit von blutverdünnenden Medikamenten (Blutgerinnungshemmer) erhöhen. Betroffen sind Wirkstoffe vom Cumarin-Typ wie Ethylbiscoumacetat, Phenprocoumon und Warfarin. Auch Acetylsalicylsäure (ASS) und neue Gerinnungshemmer sind betroffen, zum Beispiel Dabigatran und Edoxaban. Die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren sollte daher mit dem Arzt abgesprochen werden.

Bei akuten Lebererkrankungen sowie einer akuten Bauchspeicheldrüsen- oder Gallenblasenentzündung sollten Omega-3-Fettsäuren nicht eingenommen werden. Wenn Sie eine Blutgerinnungsstörung haben, sollten Sie die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren mit dem Arzt abklären.

Sprechen Sie auch vor einer Operation die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren mit Ihrem Arzt ab. Eventuell muss die Dosis reduziert oder die Einnahme ausgesetzt werden.

Antioxidantien: Hoffnungsträger für angegriffene Nerven

Wirkweise von Antioxidantien

Antioxidantien wehren freie Radikale ab und schützen so die Körperzellen vor oxidativem Stress. Beispiele für Antioxidantien sind neben Alpha-Liponsäure auch Vitamin E, Zink, der Pflanzenstoff Curcumin oder Coenzym Q10. Bei Diabetes kommt es durch hohe Blutzuckerwerte besonders häufig zu oxidativem Stress und zu Schädigungen der Nerven.

Vitamin E: Eine vorläufige Studie zeigt, dass Diabetiker mit einer Polyneuropathie nach zwölf Wochen weniger Schmerzen hatten, wenn sie zusätzlich zu den klassischen Medikamenten Vitamin E einnahmen. Erhielten sie dagegen nur die Medikamente, kam es nicht zu einer Linderung der Schmerzen. Eine kleine hochwertige Studie belegt zudem, dass die Einnahme von Vitamin E eine Verbesserung der Nervenfunktion bewirkte.

Zink: In einem Tierversuch wurde gezeigt, dass an Diabetes erkrankte Ratten von der Zinkeinnahme profitierten: Ihre Nerven waren besser geschützt und der oxidative Stress konnte vermindert werden.

Curcumin: Durch die Einnahme von Curcumin könnten Nervenschmerzen gelindert werden. Im Tierversuch verhinderte Curcumin Schmerzen, verursacht durch eine Verletzung am Ischiasnerv im Rücken. Bedingung hierfür scheint zu sein, dass Curcumin frühzeitig eingenommen wird.

Coenzym Q10: Die Ergänzung von Coenzym Q10 könnte durch die Hemmung von oxidativem Stress dazu beitragen, dass Nervenzellen nicht geschädigt werden. Das ergab ein weiterer Tierversuch an Mäusen mit Diabetes.

Obwohl freie Radikale zu Schädigungen der Nerven führen können, ist der Einfluss von Antioxidantien noch nicht vollständig geklärt. Es sind hochwertige Studien nötig, in denen Forscher untersuchen, welche Antioxidantien die Schädigungen der Nerven bei einer Polyneuropathie verhindern sowie die Symptome lindern können. Oxidativer Stress sollte bei Polyneuropathie in jedem Fall vermieden werden.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Antioxidantien

In der Mikronährstoffmedizin wird meist eine Kombination verschiedener Antioxidantien empfohlen. Die Präparate können aufeinander abgestimmte Vitamine, Mineralstoffe und Pflanzenstoffe enthalten. Sinnvoll sind zum Beispiel:

  • Vitamin E: 20 bis 40 Milligramm
  • Zink: 10 Milligramm
  • Curcumin: 50 Milligramm
  • Coenzym Q10: 30 Milligramm

Vitamin E, Curcumin und Coenzym Q10 sind fettlöslich und sollten mit den Mahlzeiten eingenommen werden: Nur so können sie optimal vom Körper aufgenommen werden. Zink sollte aufgrund der besseren Verträglichkeit ebenfalls zusammen mit den Mahlzeiten eingenommen werden.

Antioxidantien im Labor bestimmen lassen

Bei einer Polyneuropathie kann es hilfreich sein, den antioxidativen Status durch den Arzt prüfen zu lassen. Das Ergebnis gibt Auskunft darüber, ob aufgrund von oxidativem Stress ein Antioxidantien-Mangel besteht. Der Status wird mithilfe von Blut- oder Urinproben bestimmt. Oft wenden Labore unterschiedliche Messmethoden an. Deshalb gelten die Angaben des entsprechenden Labors.

Vitamin E, Zink, Curcumin: zu beachten bei Medikamenteneinnahme, Erkrankungen und in der Schwangerschaft

Mehrere Blisterpackungen
Zink bindet im Darm bestimmte Medikamente, weshalb sie der Körper nicht mehr aufnehmen kann. Sie werden unwirksam. Achten Sie auf einen Einnahmeabstand von mindestens zwei Stunden. Bild: ksena32/iStock/Getty Images Plus

Vitamin E kann in hoher Dosierung (über 50 Milligramm) die Wirkung von Blutgerinnungshemmern verstärken. Betroffen sind Wirkstoffe wie Ethylbiscoumacetat, Phenprocoumon und Warfarin. Auch Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure (ASS), Dabigatran, Rivaroxaban oder Edoxaban können betroffen sein. Besprechen Sie die Einnahme von Vitamin E dann mit Ihrem Arzt.

Zink kann Antibiotika und Medikamente bei Osteoporose (Bisphosphonate) binden, was sie unwirksam macht. Deshalb empfiehlt sich ein Einnahmeabstand von mindestens zwei Stunden. Dazu gehören beispielsweise:

  • Gyrasehemmer: Ciprofloxacin, Enoxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Nadifloxacin, Norfloxacin und Ofloxacin
  • Tetrazykline: Tetracyclin, Doxycyclin und Minocyclin
  • Bisphosphonate: Alendronat, Clodronat, Etidronat, Ibandronat, Pamidronat, Risedronat und Tiludronat

Bei einer chronischen Nierenschwäche sollte Zink nicht über Mineralstoffpräparate eingenommen werden: Geschwächte Nieren können Zink nicht richtig ausscheiden, die Zink-Blutspiegel könnten zu hoch werden.

Wechselwirkungen von Curcumin mit Medikamenten sind möglich, aber bislang nicht eindeutig in Studien an Menschen nachgewiesen. In Laborstudien hemmte Curcumin Enzyme der Leber, die Medikamente verstoffwechseln. Sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt, bevor Sie Curcumin zusammen mit Medikamenten einnehmen.

Curcumin sollte nicht bei Gallensteinen angewendet werden, da es die Produktion von Gallensäure anregt: Behindert ein Stein den Gallenfluss, kann es eine Gallenkolik auslösen. Die aktuelle Studienlage ist nicht ausreichend, um eine Einnahme von Curcumin bei Schwangeren oder Stillenden empfehlen zu können.

L-Glutathion fördert den Abbau nervenschädigender Stoffwechselprodukte

Wirkweise von L-Glutathion

L-Glutathion ist ein wichtiges Antioxidans, das der Körper selbst bilden kann. Außerdem hat es eine Entgiftungsfunktion für Stoffwechselprodukte und Gifte. Bei Diabetikern mit Polyneuropathie ist der Glutathionspiegel oft zu niedrig – das ergaben mehrere Beobachtungsstudien. Als Folge davon könnte vermehrt oxidativer Stress entstehen, welcher das Nervengewebe schädigen und die Entstehung einer Polyneuropathie begünstigen kann. Gleichzeitig wird vermutet, dass der Abbau giftiger Stoffwechselprodukte durch einen Mangel an L-Glutathion gestört ist und es so zu Nervenschädigungen kommen kann.

In einer Tierstudie wurde die Wirksamkeit von L-Glutathion und Alpha-Liponsäure getestet. Im Vergleich zu den an Diabetes erkrankten Tieren, die ein Scheinpräparat erhielten, konnte allerdings nur in der Alpha-Liponsäure-Gruppe ein leicht positiver Effekt auf oxidativen Stress verzeichnet werden. Ob auch L-Glutathion bei Diabetes wirksam ist, die Nerven zu schützen, muss noch gezeigt werden. Es liegt bereits eine erste hochwertige Studie vor, die zeigt, dass die Einnahme von L-Glutathion die körpereigenen Glutathionspeicher von Erwachsenen ohne Polyneuropathie verbessern kann. Aufgrund der entgiftenden Eigenschaften ist die Einnahme daher einen Versuch wert.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von L-Glutathion

Zur unterstützenden Behandlung einer Polyneuropathie können 200 bis 600 Milligramm L-Glutathion sinnvoll sein. L-Glutathion sollte zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden, damit es optimal vom Körper aufgenommen werden kann. Bestandteile der Nahrung können die Aufnahme von L-Glutathion hemmen.

Tipp

Um auch die körpereigene Bildung von L-Glutathion anzukurbeln, sind Präparate sinnvoll, die zudem Glutathion-Vorstufen enthalten. Dazu zählen Glutamin, Cystein und Glycin.

L-Glutathion: zu beachten bei Medikamenteneinnahme

L-Glutathion kann möglicherweise die Wirksamkeit von Krebsmedikamenten herabsetzen. Es sollte daher bei einer Krebstherapie nur nach Absprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Dosierungen auf einen Blick

Empfehlung pro Tag bei Polyneuropathie

 

Vitamine

Vitamin B1

2 bis 4 Milligramm (mg)

(in Rücksprache mit dem Arzt 10 Milligramm oder 200 Milligramm Benfotiamin)

Vitamin B2

2 bis 3 Milligramm

Vitamin B6

2 bis 3 Milligramm

(in Rücksprache mit dem Arzt 10 Milligramm)

Vitamin B12 (als Methylcobalamin)

3 bis 6 Mikrogramm (µg) (in Rücksprache mit dem Arzt 250 Mikrogramm)

Folsäure (als 5-Methyltetrahydrofolat)

200 bis 400 Mikrogramm (in Rücksprache mit dem Arzt 1.000 Mikrogramm)

Vitamin E

20 bis 40 Milligramm

  
 

Mineralstoffe

Zink

10 Milligramm

  
 

Sonstige Stoffe

Alpha-Liponsäure

600 bis 1.200 Milligramm

L-Carnitin (als Acetyl-L-Carnitin)

1.000 bis 2.000 Milligramm

Omega-3-Fettsäuren

2.000 Milligramm

Curcumin

50 Milligramm

Coenzym Q10

30 Milligramm

L-Glutathion

200 bis 600 Milligramm

 

Sinnvolle Laboruntersuchungen auf einen Blick

Sinnvolle Blutuntersuchungen bei Polyneuropathie

 

Normalwerte

Homocystein

5 und 9 Mikromol pro Liter (µmol/l)

Omega-3-Index

über 8 Prozent (%)

Antioxidantien-Status

Messwerte je nach Labor

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Unterstützung von Medikamenten mit Mikronährstoffen

Schmerzmittel: Nebenwirkungen abmildern

Paracetamol kann die Leber belasten, weswegen es niedrig dosiert eingesetzt werden sollte. Besonders bei regelmäßiger Einnahme von Paracetamol empfehlen Mikronährstoff-Experten, die Leber mit N-Acetylcystein zu unterstützen. N-Acetylcystein sorgt dafür, dass giftige Abbauprodukte von Paracetamol besser neutralisiert werden können. Pro Tag sind 150 Milligramm N-Acetylcystein sinnvoll.

Acetylsalicylsäure (ASS) kann einen Mangel an antioxidativ wirkendem Vitamin C in der Magenschleimhaut verursachen. Die Einnahme von bis zu 1.000 Milligramm Vitamin C pro Tag schützt vor freien Radikalen und senkt das Risiko von Magenschleimhaut-Schäden.

Frau hält eine halbe Zitrone vor ihren Bauch
Die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure kann zu einem Vitamin-C-Mangel in der Magenschleimhaut führen. Vitamin C schützt normalerweise den Magen vor oxidativem Stress. Bild: Wavebreakmedia/iStock/Getty Images Plus

Wirksamkeit von Opioiden verbessern und Nebenwirkungen abmildern

Opioide können einen Mangel an verschiedenen Mikronährstoffen auslösen. Betroffen sind Wirkstoffe wie Tramadol, Morphin und Oxycodon.

Um einem Mangel vorzubeugen, empfehlen Mikronährstoff-Experten begleitend ein Kombinationspräparat mit allen wichtigen Nährstoffen – besonders mit:

  • Vitamin D: 1.000 bis 2.000 Internationale Einheiten
  • Vitamin C: bis zu 500 Milligramm
  • Vitamin E: 20 Milligramm
  • Zink: 10 bis 15 Milligramm
  • Magnesium: 200 Milligramm
  • Selen: bis zu 100 Mikrogramm
  • Kupfer: 500 Mikrogramm

Nebenwirkungen von Antiepileptika abschwächen

Krampflösende Mittel (Antiepileptika) können einen Mikronährstoff-Mangel verursachen.Es handelt sich um Arzneistoffe wie Gabapentin und Pregabalin.

Die tägliche Ergänzung von 4.000 Internationalen Einheiten Vitamin D gleicht einen Mangel aus, der durch Antiepileptika verursacht werden kann. Da Antiepileptika die Aufnahme und die Verwertung von Folsäure und Vitamin B12 stören, sollten 400 bis 800 Mikrogramm Folsäure und 500 Mikrogramm Vitamin B12 ergänzt werden.

Um vor oxidativem Stress durch Antiepileptika zu schützen, können täglich bis 50 Milligramm Vitamin E ohne ärztlichen Rat und 270 Milligramm mit ärztlicher Begleitung eingenommen werden. Zusätzlich empfiehlt es sich, 200 bis 500 Milligramm Vitamin C, 50 bis 100 Mikrogramm Selen und 15 Milligramm Zink zu ergänzen.

Dosierungen auf einen Blick

Empfehlung pro Tag bei Medikamenten-Einnahme

 

Paracetamol

N-Acetylcystein

150 Milligramm (mg)

  
 

Acetylsalicylsäure

Vitamin C

1.000 Milligramm

  
 

Opioide

Vitamin D

1.000 bis 2.000 Internationale Einheiten (IE)

Vitamin C

bis 500 Milligramm

Vitamin E

20 Milligramm

Zink

10 bis 15 Milligramm

Magnesium

200 Milligramm

Selen

bis zu 100 Mikrogramm (µg)

Kupfer

500 Mikrogramm

  
 

Antiepileptika

Vitamin D

4.000 Internationale Einheiten

Folsäure

400 bis 800 Mikrogramm

Vitamin B12

500 Mikrogramm

Vitamin E

50 Milligramm (ohne ärztlichen Rat)

270 Milligramm (mit ärztlichem Rat)

Vitamin C

200 bis 500 Milligramm

Selen

50 bis 100 Mikrogramm

Zink

15 Milligramm

 

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Zusammenfassung

Bei einer Polyneuropathie sind die Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark geschädigt. Oft tritt eine Polyneuropathie infolge eines schlecht eingestellten Diabetes auf (diabetische Polyneuropathie). Die Erkrankung äußert sich beispielsweise durch Kribbeln in den Zehen und Fingern sowie durch Nervenschmerzen.

B-Vitamine benötigt der Körper, damit er einen Schutzmantel für die Nerven bilden kann. Ein Mangel sollte daher unbedingt vermieden werden. Die gezielte Einnahme von B-Vitaminen kann helfen, Nervenschmerzen zu lindern. Alpha-Liponsäure ist ein Antioxidans und schützt die Nervenzellen, indem sie freie Radikale abfängt. Freie Radikale und oxidativer Stress werden als Mitursache für eine Polyneuropathie angenommen. Zusätzlich lindert Alpha-Liponsäure Schmerz- und Taubheitsgefühle bei einer Polyneuropathie.

L-Carnitin (als Acetyl-L-Carnitin) und Omega-3-Fettsäuren sind ebenfalls für gesunde Nerven unerlässlich und haben einen schmerzlindernden Effekt. Acetyl-L-Carnitin unterstützt außerdem die Regeneration von Nervenzellen, während Omega-3-Fettsäuren zusätzlich entzündungshemmend wirken. Auch Antioxidantien wie Vitamin E, Curcumin, Zink, Coenzym Q10 und Glutathion können die Behandlung der Polyneuropathie unterstützen, indem sie oxidativen Stress senken.

Mikronährstoffe können außerdem Nebenwirkungen von Medikamenten bei einer Polyneuropathie abschwächen: Während N-Acetylcystein die Leber bei Paracetamol-Einnahme schützen kann, reduziert Vitamin C die Gefahr von Magenschäden bei Acetylsalicylsäure-Einnahme. Opioide und Antiepileptika können dagegen einen generellen Mikronährstoffmangel verursachen, dem durch die gezielte Ergänzung vorgebeugt werden kann.

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Verzeichnis der Studien und Quellen

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