Migräne: hilfreiche Vitamine und Mineralstoffe

Wie Mikronährstoffe die Häufigkeit und Stärke von Migräneanfällen senken

Migräne ist neben Spannungskopfschmerzen eine der häufigsten Formen von Kopfschmerzen. Die Erkrankung tritt schubweise in Form von Migräneattacken auf. Kopfschmerzen können das Leben der Betroffenen stark einschränken. Lesen Sie hier, wie Sie mit Mikronährstoffen die Häufigkeit und Stärke Ihrer Migräneanfälle reduzieren und die Wirkung von Schmerzmitteln unterstützen können.

Frau mit schmerzverzerrtem Gesicht
Patienten mit Migräne leiden unter pulsierenden Schmerzen, oft begleitet von Übelkeit und Erbrechen. Die Ursachen für die Entstehung einer Migräne sind vielfältig. Bild: Poike/iStock/Getty Images Plus

Ursachen und Symptome

Ursachen der Migräne

Zu den Ursachen von Migräne gibt es verschiedene Theorien. Dabei ist wahrscheinlich mehr als ein einzelner Vorgang beteiligt:

  • Bei einem Migräneanfall ändert sich die Durchblutung im Gehirn. Die Blutgefäße verengen sich zunächst, später sind sie zu sehr geweitet.
  • Die Durchlässigkeit der Gefäße erhöht sich. Es treten entzündliche Botenstoffe aus und es kommt zu einer entzündlichen Schwellung.
  • Zudem entzünden sich die Nerven. Dadurch werden die Schmerzrezeptoren in Hirnhäuten und Blutgefäßen gereizt.
  • Migränepatienten reagieren sehr empfindlich auf Reize wie Lärm und Licht. Das Gehirn wird dabei mit Botenstoffen überschwemmt. Das Migränezentrum im Hirnstamm wird überaktiv.

All diesen Vorgängen scheint eine erbliche Veranlagung zugrunde zu liegen. Migräne hat also eine genetische Mitursache und tritt familiär gehäuft auf.

Daneben vermutet man bei der Entstehung von Migräne eine Störung im Stoffwechsel der Mitochondrien (mitochondriale Fehlfunktion). Sie sind die Kraftwerke unserer Zellen. Funktionieren sie nicht richtig, droht Energiemangel, wodurch das Gehirn sehr anfällig für Migräne wird: Reize wie Licht und Lärm lösen dann leicht Migräne aus, weil die Reizschwelle sinkt.

Auch erhöhte Homocysteinspiegel können Ursache einer Migräne sein: Homocystein ist ein Zellgift. Ist der Abbau gestört, reichert es sich im Blut an und schädigt die Gefäße.

Zudem gibt es verschiedene Auslöser (Trigger), die einen Migräneanfall fördern. Dazu zählen:

  • Stress, Änderungen im Lebensrhythmus, Schlafmangel oder Reizüberflutung
  • Medikamenteneinnahmen
  • Nahrungsmittel wie Zucker, Schokolade oder Käse
  • bestimmte Wetterlagen, zum Beispiel Sonne oder Föhnwind (Migränewetter)
  • hormonelle Schwankungen vor Beginn der Periode (PMS), bei Einnahme der Antibabypille oder in den Wechseljahren

Symptome bei Migräne

Oft kündigt sich eine Migräneattacke schon viele Tage im Voraus an, zum Beispiel mit Müdigkeit oder Gereiztheit. Die drei wichtigsten Symptome sind:

  • pulsierende oder klopfende Schmerzen
  • einseitiger Kopfschmerz
  • Verstärkung der Schmerzen bei Bewegung

In einigen Fällen entwickeln sich Begleitsymptome wie Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Appetitlosigkeit bis hin zu Übelkeit und Erbrechen.

Info

Wer unter einem leichten Dauerkopfschmerz leidet, hat vermutlich keine Migräne, sondern Spannungskopfschmerzen.

Eine Sonderform ist Migräne mit Aura. Bei dieser Migräneart breitet sich eine elektrische Welle über das Gehirn aus, die zu Sinnesstörungen führen kann. Dies wird als Aura bezeichnet. Anzeichen einer Migräne mit Aura sind Sehstörungen (Flimmern, Doppelsehen, Zick-Zack-Linien oder Lichtblitze) und Gesichtsfeldausfälle. Auch Taubheitsgefühle und Kribbeln an der Haut können auftreten. In seltenen Fällen beobachtet man Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen. Eine Migräneaura tritt wenige Minuten bis zu einer Stunde vor der eigentlichen Kopfschmerzattacke auf.

Die Augenmigräne ist der Migräne mit Aura sehr ähnlich. Im Gegensatz zur Migräne mit Aura treten die Sehstörungen jedoch begleitend zu den Kopfschmerzen auf und nicht vorher. Auch können die Sehstörungen völlig ohne Schmerzen oder mit nur leichten Schmerzen vorkommen.

Migräne kann zu einer chronischen Krankheit werden. Man spricht von chronischer Migräne, wenn die Migräneattacken mindestens drei Monate an mehr als 15 Tagen im Monat auftreten und diese Häufigkeit mindestens über drei Monate besteht.

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Ziele der Behandlung

Wie wird Migräne klassisch behandelt?

Frau schläft im Bett im Dunklen
Bei einem Migräneanfall helfen Ruhe, Liegen in einem abgedunkelten Raum und Schlaf. Bild: Wavebreakmedia /iStock/Getty Images Plus

Meist kommt eine Kombination medikamentöser und nicht medikamentöser Therapien zum Einsatz. Ziel ist es, die Zahl der Migräneattacken zu vermindern und deren Symptome zu lindern. Eine Heilung der Migräne ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht möglich.

Bei leichter bis mittelschwerer Migräne werden klassische Schmerzmittel mit Wirkstoffen wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure eingesetzt.

Bei schweren Migräneattacken kommen Triptane als Migränemittel zum Einsatz. Sie beeinflussen die Weite der Hirngefäße und damit den Blutdurchfluss. Eingesetzt werden die Wirkstoffe Almotriptan, Sumatriptan und Naratriptan.

Tipp

Migränemittel und Schmerzmittel dürfen nicht dauerhaft genommen werden, sonst lösen sie selbst Migräne aus. Um die Übersicht zu bewahren, sollte man ein Kopfschmerztagebuch führen und die Medikamenteneinnahme eintragen. Ein Tagebuch hilft außerdem dabei, die individuellen Auslöser zu finden.

Bei einem akuten Anfall helfen Ruhe, Liegen in einem abgedunkelten Raum, kalte Kompressen und Schlaf. Auch Pfefferminzöl an den Schläfen wird als angenehm empfunden.

Vorbeugen: Die nicht medikamentöse Behandlung setzt auf die Vermeidung der Auslöser (Triggerfaktoren). Es gibt auch eine Reihe von Medikamenten, die in schweren Fällen Migräne vorbeugen können. Wenden Sie sich dazu an Ihren Arzt.

Ziele der Mikronährstoffmedizin

Unterstützend zur klassischen Behandlung kann die Mikronährstoffmedizin helfen. Die Einnahme bestimmter Vitamine und Mineralstoffe verbessert die Wirkung von Schmerzmitteln. Auch kann die Häufigkeit und Stärke der Migräneattacken reduziert werden.

Dafür kommen zum Beispiel Magnesium, Vitamin B2 und Coenzym Q10 infrage. Diese Mikronährstoffe stärken die Energiekraftwerke der Zellen (Mitochondrien). Eine Fehlfunktion der Mitochondrien wird als Migräneursache diskutiert.

Pflanzliche Extrakte aus Mutterkraut, Ginkgo und Ingwer zeigten in Studien ebenfalls Wirkung bei Migräne (Vorbeugung und Schmerzlinderung). Darüber hinaus kann Koffein den schmerzlindernden Effekt während eines Migräneanfalls verstärken.

Bestimmte Vitamine der B-Gruppe (Vitamin B6, Vitamin B12 und Folsäure) helfen, das Stoffwechselgift Homocystein abzubauen. Ein Zuviel davon kann Migräne auslösen. Die Vitamine können so die Häufigkeit von Migräneanfällen senken.

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Behandlung mit Mikronährstoffen

Vitamin B2 für die Energieproduktion der Nerven

Wirkweise von Vitamin B2

Bei Migräne funktionieren die Kraftwerke (Mitochondrien) der Nervenzellen vermutlich nicht korrekt. Ein Energiemangel ist die Folge. Vitamin B2 hat eine wichtige Rolle bei der Energieproduktion in den Kraftwerken der Zellen: Es wird dort als Cofaktor benötigt.

Zudem reduziert Vitamin B2 oxidativen Stress und Entzündungen der Nerven. Oxidativer Stress würde zu Schäden an den Zellen führen.

Die Studien an Erwachsenen und Jugendlichen deuten in der Mehrheit darauf hin, dass Vitamin B2 die Energieproduktion der Zellen verbessern kann und dadurch bei Migräne positiv wirkt:

  • Vitamin B2 beugt Migräneattacken vor und verringert die Häufigkeit der Attacken.
  • Es vermindert die Stärke und Dauer einer Migräneattacke.

Die Nebenwirkungen bei der Gabe von Vitamin B2 fielen in Studien gering aus. Daher ist Vitamin B2 in jedem Fall einen Versuch wert.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Vitamin B2

Mikronährstoff-Experten empfehlen Vitamin B2 bei Migräne meist zusammen mit anderen Mikronährstoffen wie Magnesium und Mutterkraut. Dann ist eine Dosierung von 25 bis 50 Milligramm Vitamin B2 pro Tag ratsam.

In Studien erwies sich bei Migräne aber auch eine Dosierung zwischen 200 und 400 Milligramm Vitamin B2 pro Tag als wirksam, wenn das Vitamin allein eingenommen wurde. Deshalb empfehlen Mikronährstoff-Experten auch manchmal eine höhere Dosierung. Dies sollte jedoch abgesprochen sein – vor allem, wenn die Einnahme für längere Zeit erfolgt.

Idealerweise sollte Vitamin B2 über den Tag verteilt zu einer Mahlzeit eingenommen werden. Dies verbessert die Verträglichkeit.

Vitamin B2: zu beachten in der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Medikamenten

Vitamin B2 zeigte selbst in hohen Dosierungen von mehr als dem 200-Fachen des empfohlenen Tagesbedarfs keine negativen Auswirkungen. Schwangere und Stillende sollten die Einnahme von Vitamin B2 in medizinisch hohen Dosen allerdings mit ihrem Arzt besprechen. Über die Sicherheit einer dauerhaft hohen Einnahme in der Schwangerschaft liegen keine ausreichenden Untersuchungen vor.

Aluminiumhaltige Medikamente gegen Sodbrennen verhindern die Aufnahme von Vitamin B2. Halten Sie daher einen Einnahmeabstand von zwei bis drei Stunden ein.

Vitamin B6, B12 und Folsäure senken erhöhtes Homocystein

Wirkweise von Vitamin B6, B12 und Folsäure

Illustration von Blutgefäßen
Homocystein aktiviert Schmerzreize im Gehirn, wodurch es vermehrt zu einem Migräneanfall kommen kann. Bild: man_at_mouse /iStock/Getty Images Plus

Homocystein ist ein Stoffwechselprodukt, das immer in den Zellen anfällt. Wenn ausreichend B-Vitamine verfügbar sind, wird es schnell abgebaut. Ist das nicht der Fall, reichert es sich im Blut an (Hyperhomocysteinämie). Homocystein erweitert und schädigt die Gefäße im Gehirn und aktiviert Schmerzreize in den Nerven. Dadurch kommt es zu einer erhöhten Migräneneigung.

In einer hochwertigen Studie bekamen Migränepatienten mit erhöhtem Homocysteinspiegel sechs Monate lang entweder einen Komplex der Vitamine B6, B12 und Folsäure oder ein Scheinmedikament verabreicht. In der Vitamingruppe verringerten sich sowohl der Homocysteinspiegel um bis zu 39 Prozent als auch die Häufigkeit der Anfälle. In der Kontrollgruppe gab es keine Änderung. Weitere Studien bestätigten dieses Ergebnis.

Dosierung von B-Vitaminen und Einnahmeempfehlung

Meist empfehlen Mikronährstoff-Experten ein Kombinationspräparat mit weiteren vorbeugenden Mikronährstoffen. Dann fällt die Dosierung geringer aus als teilweise in Studien eingesetzt wurde – zum Beispiel 200 bis 400 Mikrogramm Folsäure, 2 bis 5 Milligramm Vitamin B6 und 5 bis 10 Mikrogramm Vitamin B12. B-Vitamine sollten für eine gute Verträglichkeit zum Essen eingenommen werden.

Expertenwissen

Viele Menschen können Folsäure und Folate nicht richtig verwerten: Jeder Zweite bildet die aktive Wirkform 5-Methyltetrahydrofolat nicht ausreichend, da das benötigte Enzym nicht richtig funktioniert. Schuld daran ist eine Genveränderung. Das hat zur Folge, dass trotz ausreichender Zufuhr der Folatspiegel im Blut gering bleibt. Man kann diesen Gendefekt umgehen, indem man direkt die aktive Wirkform 5-Methyltetrahydrofolsäure einnimmt

Homocysteinspiegel im Labor bestimmen

Homocystein wird im Blutplasma bestimmt. Das ist der flüssige Teil des Blutes ohne Blutzellen. Als Normwerte gelten 5 bis 9 Mikromol pro Liter.

B-Vitamine: zu beachten in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Vitamin B6, B12 und Folsäure sollten in der Schwangerschaft und in der Stillzeit nur bei einem nachgewiesenen Mangel in höherer Dosis eingenommen werden. Zur Sicherheit einer langfristigen hoch dosierten Einnahme liegen keine ausreichenden Nachweise vor.

Personen mit Nierenerkrankungen sollten Vitamin B12 nur in Form von Methylcobalamin einnehmen. Es gibt Hinweise, dass die Form Cyanocobalamin in hohen Dosen für Nierenpatienten schädlich ist.

Bei Krebs sollte die Ergänzung von Folsäure über 200 Mikrogramm pro Tag mit dem Arzt abgesprochen sein. Eine Rücksprache gilt auch für hoch dosiertes Vitamin B12. Eine gute Versorgung kann vor Krebs schützen. Unter bestimmten Bedingungen können dauerhaft hohe Dosierungen das Fortschreiten von Darm- und Prostatakrebs jedoch auch begünstigen oder bei Krebsvorstufen die Entwicklung von Krebs fördern.

Folsäure kann die Wirkung bestimmter Antibiotika vermindern. Dies gilt für die Wirkstoffe Trimethoprim, Proguanil und Pyrimethamin.

Magnesium für die Signale im Gehirn

Wirkweise von Magnesium

Magnesium ist für viele Prozesse in den Nervenzellen wichtig: Es beeinflusst die Signale der Nerven und die Funktion verschiedener Botenstoffe. Bei der Migräne mit Aura überrollt vor dem Anfall eine elektrische Welle das Gehirn. Ein Magnesiummangel scheint eine Rolle bei der Entstehung dieser Welle zu spielen.

Magnesium nimmt außerdem Einfluss auf die Durchblutung des Gehirns. Auch dies ist relevant, da bei Migräne häufig die Gehirndurchblutung gestört ist. Zudem wirkt Magnesium schmerzlindernd: Es blockiert Schmerzrezeptoren und damit den Schmerzreiz.

Einige Studien deuten darauf hin, dass ein Magnesiummangel bei Migränepatienten häufiger auftritt als bei Gesunden. Man vermutet einen genetischen Defekt als Ursache, der die Magnesiumaufnahme behindert oder eine erhöhte Ausscheidung aufgrund von Stress.

Magnesiummangel führt zu Migräne: Eine Studie mit 80 Teilnehmern untersuchte die Magnesiumwerte im Blut während einer Migräneattacke und dazwischen. Die Ergebnisse deuten auf einen Zusammenhang hin: Die Wahrscheinlichkeit eines Migräneanfalls erhöhte sich deutlich, wenn der Magnesiumspiegel unter dem Normwert lag.

Magnesium hilft, Migräne zu lindern: Eine Auswertung von 21 Studien kommt zu dem Schluss, dass Magnesium die Häufigkeit und die Stärke einer Migräneattacke senken kann. Magnesium wurde in den Studien sowohl in die Vene als auch über Kapseln oder Tabletten verabreicht.

Die verfügbaren Studien lassen vermuten, dass Magnesium auch als vorbeugende Behandlung von Migräne wirksam und sicher sein dürfte. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft empfiehlt Magnesium als wahrscheinlich vorbeugendes Mittel für leichtere Formen der Migräne.

Expertenwissen

Die Ergebnisse der Studien sind allerdings nicht immer übereinstimmend. Vermutlich, weil sowohl Patienten mit Magnesiummangel als auch Patienten ohne Mangel an diesen Studien teilnahmen. Dadurch könnte das Ergebnis verfälscht worden sein. Um den Nutzen einer Magnesiumeinnahme im Vorfeld zu prüfen, kann man vor der Behandlung auf Magnesiummangel testen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Magnesium

Mikronährstoff-Experten empfehlen bei Migräne zur Vorbeugung zwischen 300 und 800 Milligramm Magnesium pro Tag. Bei einem Migräneanfall kann Magnesium für die Zeit der Migräneattacke auch höher dosiert werden, zum Beispiel 1.000 Milligramm.

Magnesium ist auch während der Schwangerschaft geeignet, wenn eine Vorbeugung notwendig sein sollte. Das stellt die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft fest.

Je nach individueller Empfindlichkeit kann bei Dosierungen von mehr als 300 Milligramm Magnesium Durchfall auftreten. Diese Nebenwirkung fällt geringer aus, wenn man Magnesium in mehreren Portionen über den Tag verteilt.

Laborwerte für Magnesium

Damit bei Migräne eine bessere Wirkung erzielt wird, kann es sinnvoll sein, den Magnesiumspiegel im Blut beim Arzt überprüfen zu lassen. Um einen Mangel festzustellen, wird im Labor der Magnesiumspiegel im Vollblut bestimmt. Es enthält neben dem Blutserum auch alle roten Blutzellen. Das ist wichtig, da auch bei einem normalen Serum-Magnesiumspiegel die Zellen mit Magnesium unterversorgt sein können. Der normale Magnesiumwert im Vollblut liegt zwischen 1,38 und 1,50 Millimol pro Liter.

Magnesium: zu beachten bei Nierenerkrankungen, Antibiotikaeinnahme und Osteoporose-Medikamenten

Bei chronischen Nierenerkrankungen kann Magnesium aufgrund einer Funktionsstörung nicht mehr ausreichend über die Nieren ausgeschieden werden. Bei diesen Patienten kann es zu einem Magnesiumüberschuss kommen. Sie sollten eine Einnahme vorher mit dem Arzt besprechen.

Magnesium sollte nicht zusammen mit bestimmten Antibiotika eingenommen werden. Sie behindern sich wechselseitig bei der Aufnahme im Körper. Betroffen sind Aminoglykosid-Antibiotika, Tetracycline und Gyrasehemmer, mit den Beispielwirkstoffen Nitrofurantoin oder Moxifloxacin.

Gleiches gilt für Osteoporose-Medikamente aus der Gruppe der Bisphosphonate mit Wirkstoffen wie Alendronat, Clodronat, Etidronat, Ibandronat, Pamidronat, Risedronat und Tiludronat.

Coenzym Q10 schützt Nervenzellen

Wirkweise von Coenzym Q10

Coenzym Q10 ist an der Energieproduktion in den Mitochondrien, den Kraftwerken unserer Zellen, beteiligt. Es verbessert, ebenso wie Vitamin B2, den Energiestoffwechsel. Forscher vermuten, dass bei Migränepatienten der Energiestoffwechsel im Gehirn beeinträchtigt ist (mitochondriale Fehlfunktion). Zudem hat Coenzym Q10 antioxidative Eigenschaften und schützt die Zellen vor Schäden durch oxidativen Stress.

In einer Studie erhielten Migränepatienten 150 Milligramm Coenzym Q10 täglich über drei Monate. Die Häufigkeit von Migränekopfschmerzen verringerte sich um die Hälfte. Ob die Patienten eine Aura hatten oder nicht, spielte dabei keine Rolle.

Eine Studie mit 1.550 Kindern und Jugendlichen zwischen drei und 22 Jahren wies bei einem Großteil der jungen Patienten einen Mangel an Coenzym Q10 auf. Nach dem Ausgleich des Mangels mit Coenzym Q10 besserte sich die Erkrankung.

Die Kanadische Kopfschmerzgesellschaft stellt fest, dass Coenzym Q10 aufgrund der Datenlage bei Migräne eine sinnvolle Maßnahme ist. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft führt Coenzym Q10 noch als Mittel zweiter Wahl. Es kann immer dann eingesetzt werden, wenn andere Mittel nicht wirken oder nicht verwendet werden können.  

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Coenzym Q10

Die Dosierungsempfehlungen für Coenzym Q10 reichen von 100 bis 400 Milligramm pro Tag. In den meisten Fällen verringerten 100 bis 300 Milligramm Coenzym Q10 täglich nicht nur die Häufigkeit, sondern auch die Stärke von Migräneanfällen.

Coenzym Q10 sollte zu den Mahlzeiten genommen werden, da das Fett aus Lebensmitteln die Aufnahme im Darm verbessert.

Coenzym Q10: zu beachten bei der Einnahme von Blutverdünnern

Coenzym Q10 kann die Wirkung einiger Blutgerinnungshemmer herabsetzen. Betroffen sind Cumarine mit den Wirkstoffen Warfarin und Phenprocoumon. Die Beeinträchtigung tritt bereits bei geringen Dosierungen unter 50 Milligramm Coenzym Q10 auf. Die Einnahme sollte daher grundsätzlich mit dem Arzt abgesprochen werden.

Coenzym Q10 kann den Blutzuckerspiegel verringern. Deshalb sind bei Diabetes engmaschige Blutzuckermessungen notwendig, um eine Unterzuckerung zu vermeiden.

Omega-3-Fettsäuren lindern Schmerzen

Wirkweise von Omega-3-Fettsäuren


Die Umhüllungen (Membranen) der Nervenzellen enthalten viele Omega-3-Fettsäuren. Sie beeinflussen nicht nur die Signalleitung, sondern auch den Stoffwechsel. Omega-3-Fettsäuren sind auch der Grundstoff für schmerzlindernde und antientzündliche Botenstoffe, weshalb sie bei Migräne hilfreich sein können. Bei Migräne werden entzündliche Vorgänge in den Blutgefäßen und Nerven für die Schmerzen verantwortlich gemacht.

Eine Studie zeigt, dass nach der Einnahme von Omega-3-Fettsäuren die Häufigkeit der Kopfschmerztage pro Monat um bis zu 80 Prozent zurückging. Eine andere Studie gibt Hinweise darauf, dass Omega-3-Fettsäuren auch die Schmerzen bei Migräneattacken reduzieren können.

Eine Auswertung mehrerer Studien (Metastudie) kommt zu dem Ergebnis, dass die Omega-3-Aufnahme die Dauer von Migräneattacken reduziert. Ob sie auch die Häufigkeit der Anfälle reduziert, ist noch strittig. Weitere hochwertige Studien sind erforderlich, um die offenen Fragen zu klären. Möglicherweise ist die Ausgangsversorgung mit Omega-3-Fettsäuren verantwortlich für die widersprüchliche Wirkung in den Studien.


Lachs und Krabben auf einem Holzbrett serviert.
Omega-3-Fettsäuren können Migräneattacken vorbeugen. Sie sind unter anderem in Fisch enthalten, können jedoch auch in Kapselform eingenommen werden. Bild: AlexPro9500 /iStock/Getty Images Plus

Dosierung und Einnahmeempfehlung für Omega-3-Fettsäuren

Zur Vorbeugung von Migräneattacken empfehlen Mikronährstoff-Experten pro Tag 1.500 bis 2.000 Milligramm Omega-3-Fettsäuren. Der Bedarf kann einfach über eine fischreiche Ernährung gedeckt werden. Wer keinen Fisch mag oder aufgrund der Schadstoffbelastung keinen Fisch essen möchte, kann die Fettsäuren in Kapselform einnehmen. Diese enthalten gereinigtes Fischöl. Als pflanzliche Alternative gibt es auch Algenöl.

Präparate mit Omega-3-Fettsäuren sollten zum Essen eingenommen werden, damit sie vom Darm aus gut ins Blut gelangen.

Tipp

Entscheidend für die Wirkung ist das Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren. Denn Omega-6-Fettsäuren haben eine gegenteilige Wirkung. Sie fördern Entzündung und Schmerz. Daher sollte man die Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren reduzieren (zum Beispiel Fleisch oder Eier).

Omega-3-Fettsäuren: zu beachten bei der Einnahme von Blutverdünnern und Erkrakungen

Omega-3-Fettsäuren haben blutverdünnende Wirkung. Ab einer Dosis von 1.000 Milligramm pro Tag können sie die Wirkung von blutverdünnenden Medikamenten verstärken. Vor einer hoch dosierten Einnahme von Omega-3-Fettsäuren sollten betroffene Patienten mit dem Arzt sprechen. Er kann abwägen, ob gegebenenfalls die Dosis der Medikamente gesenkt wird.

Vor einer Operation sollten Sie mit einem Arzt besprechen, ob Sie die Omega-3-Fettsäuren besser absetzen oder die Dosierung reduzieren sollten. Auch wenn Sie eine Blutgerinnungsstörung haben, sollten Sie die Einnahme in jedem Fall zuvor mit dem Arzt abklären.

Menschen mit einer akuten Lebererkrankung oder einer akuten Gallen- oder Bauchspeicheldrüsen-Entzündung sollten keine Omega-3-Fettsäuren einnehmen.

Mutterkraut hemmt Entzündungen und beugt Migräne vor

Wirkweise von Mutterkraut

Mutterkraut, auch Fieberkraut genannt, ist eine traditionelle Heilpflanze. Schon früh wurde es bei Kopfschmerzen und Fieber eingesetzt. Heute wird vermutet, dass Mutterkraut das Auftreten von Migräne vermindern kann. Die Wirkung beruht vermutlich auf ihrem Inhaltsstoff Parthenolide: Es hemmt Entzündungsreaktionen, die durch entzündliche Botenstoffe wie Prostaglandin oder Histamin entstehen.

Eine hochwertige Studie gibt Hinweise darauf, dass eine Behandlung mit Mutterkraut Migräne vorbeugen kann. Auch die Anzahl der Migräneanfälle verringerte sich bei den Teilnehmern. Mit dem Vergleichsmedikament war kein Effekt sichtbar.

Die Wirksamkeit konnte in einigen, aber nicht in allen Studien bestätigt werden. Dies könnte auf Schwankungen der Wirkstoffe (Parthenolide) in den verwendeten Mutterkraut-Extrakten zurückzuführen sein.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Mutterkraut

Flasche mit ätherischen Ölen und frischen Kamillenblüten auf weißem Hintergrund
Mutterkraut hemmt Entzündungsreaktionen und hilft demnach bei Kopfschmerzen. Bild: kolesnikovserg/iStock/Getty Images Plus

Bei Migräne werden 100 bis 300 Milligramm Mutterkraut-Extrakt empfohlen. Der Extrakt sollte standardisiert sein und 0,2 bis 0,4 Prozent Parthenolide enthalten. Dies entspricht 0,2 bis 1,2 Milligramm Parthenolide am Tag.

Kapseln oder Tabletten können zu oder unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Mutterkraut: zu beachten bei der Einnahme von Blutverdünnern und in der Schwangerschaft

Mutterkraut kann die Blutgerinnung hemmen und das Blut flüssiger machen. Wer also zudem blutverdünnende Medikamente mit Wirkstoffen wie Acetylsalicylsäure oder Warfarin einnimmt, sollte die Einnahme von Mutterkraut mit dem Arzt besprechen.

Mutterkraut sollte nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden. Das Kraut wirkt menstruationsregulierend und kann zur Ablösung der Plazenta führen.

Ginkgo verbessert die Durchblutung

Wirkweise von Ginkgo

Ginkgo wird oft bei Krankheiten eingesetzt, bei denen Durchblutungsstörungen eine Rolle spielen. Dazu gehört Migräne, aber auch Tinnitus oder Schwindel. Die wirksamen Stoffe befinden sich in den Ginkgoblättern.

Expertenwissen

Der Inhaltsstoff Ginkgolid B ist ein natürlicher Hemmer des Plättchenaktivierungsfaktors (PAF). Vor einem Migräneanfall wird PAF ins Blut ausgeschüttet. Er verursacht Entzündungen und eine Reizung der Nerven im Gehirn (Nervus trigeminus). Ginkgolid B dämpft außerdem die Nervenerregung im Gehirn, indem es die Wirkung des Botenstoffs Glutamat reguliert. Dieser Stoff ist an der Erregungswelle beteiligt, welche die Aura auslöst.

Ginkgo kommt daher als Mittel zur Behandlung von Migräne mit und ohne Aura infrage. In Studien wurden vor allem Kombinationspräparate mit Ginkgo, Coenzym Q10 und Vitamin B2 getestet:

  • Eine Stichprobe mit 30 jungen Patienten, die an Migräne ohne Aura litten, legt eine Wirkung nahe. Das Kombinationsprodukt mit Ginkgolid B verringerte die Häufigkeit und schwächte die Schmerzen bei Migräneanfällen ab.
  • Auch bei Patienten mit Aura zeigte sich in Studien eine deutliche Verbesserung. 25 Patienten nahmen zu Beginn einer Aura ein Präparat aus 60 Milligramm Ginkgoliden sowie 11 Milligramm Coenzym Q10 und 8,7 Milligramm Vitamin B2. Die Auradauer verringerte sich, teilweise verschwanden auch die Schmerzen. Insgesamt zeigte sich eine Besserung der neurologischen Symptome einer Aura, wie Sehstörungen.

Verschiedene Studien bestätigen diese Beobachtungen. Größer angelegte Studien müssen jedoch noch mehr Daten liefern, damit dies als Beweis für alle Migränepatienten gelten kann.

Fläschchen und Gingko Blätter auf Pulver
Ginkgolide können wirksam gegen Migräne sein. Es gibt die Extrakte als Tabletten oder Kapseln. Bild: joannawnuk /iStock/Getty Images Plus

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Ginkgo

In Studien erhielten die Teilnehmer zwischen 60 und 80 Milligramm Ginkgolide in Kombination mit Coenzym Q10 und Vitamin B2. Diese Menge zeigte sich dabei als wirksam gegen Migräne. Mikronährstoff-Experten empfehlen meist Ginkgo-Extrakt – zum Beispiel 50 bis 100 Milligramm.

Ginkgo-Extrakte gibt es als Tabletten oder Kapseln. Sie sollten zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Sie sind dann besser verträglich. Achten Sie auf hochwertige Präparate mit einem geringen Anteil der schädlichen Ginkgolsäure unter 0,0005 Prozent.

Tees sollten dagegen nicht verwendet werden, sie enthalten oft hohe Mengen der Ginkgolsäure.

Ginkgo: zu beachten bei Erkrankungen, in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Medikamenten

Ginkgo sollte bei Epilepsie nicht angewandt werden. Auch Schwangere und Stillende sollten auf die Einnahme von Ginkgo verzichten. Es liegen keine ausreichenden Studien vor.

Ginkgo hat durchblutungsfördernde Eigenschaften. Deshalb kann er die Wirkung von blutverdünnenden Medikamenten verstärken. Wirkstoffe wie Warfarin, Clopidogrel, Acetylsalicylsäure oder Phenprocoumon sollten nicht zusammen mit Ginkgo-Extrakt eingenommen werden.

Ebenso sollte der Extrakt nicht mit Antibiotika, Antidepressiva oder Immunsuppressiva kombiniert werden. Zu Wechselwirkungen kann es auch bei der Einnahme von Schmerzmitteln kommen, zum Beispiel mit den Wirkstoffen Ibuprofen, Diclofenac und Diazepam.

Da Ginkgo-Extrakt in der Leber verstoffwechselt wird, sollte er auch nicht zusammen mit Wirkstoffen genommen werden, die ebenfalls so verarbeitet werden. Dies kann die Wirkungen und Nebenwirkungen der Medikamente verstärken. Fragen Sie zur Sicherheit Ihren Arzt oder Apotheker, ob Sie Ihr Medikament zusammen mit Ginkgo-biloba-Extrakt einnehmen können.

Ingwer verringert Schmerzen und Übelkeit

Wirkweise von Ingwer

Ingwer wirkt entzündungshemmend und kann dadurch Migräneschmerzen lindern, wie eine erste Studie zeigt: In der hochwertigen Studie mit 100 Migränepatienten wurde die Wirkung von 250 Milligramm Ingwerpulver mit 50 Milligramm des Migränemedikaments Sumatriptan verglichen. Beide waren ähnlich wirksam: Zwei Stunden nach der Einnahme der Präparate nahm die Schwere der Kopfschmerzen deutlich ab. Ingwer zeigte jedoch weniger Nebenwirkungen als Sumatriptan.

In einer weiteren Studie mit 60 Teilnehmern untersuchten Forscher Ingwer in Kombination mit Mutterkraut. Auch dabei wurde eine schmerzlindernde Wirkung bei Migräneanfällen beobachtet. Weitere Studien zum Thema sind wünschenswert, um zu beurteilen, ob Ingwer allen Patienten helfen kann.

Ingwer wirkt zudem vermutlich auf das zentrale Nervensystem: Er blockiert bestimmte Rezeptoren, die auf den Botenstoff Serotonin reagieren. Bei Migräne werden in kurzer Zeit zu viele Nervenbotenstoffe freigesetzt, insbesondere Serotonin. Das Gehirn registriert diese übermäßige Freisetzung auch als Reaktion auf eine Vergiftung: Es kommt zu Übelkeit und Erbrechen. Ingwer hilft deshalb auch gegen Übelkeit bei Migräne (antiemetischer Effekt).

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Ingwer

Ingwertee mit frischem Ingwer auf grauem Untergrund
Ingwer wirkt entzündungshemmend und kann dadurch Migräneschmerzen lindern. Bild: 5second /iStock/Getty Images Plus

Ingwer kann zu therapeutischen Zwecken als Tee eingenommen werden. Dieser ist als Teemischung oder in Filterbeuteln erhältlich. Ingwer-Extrakt gibt es außerdem in Form von Tabletten und Kapseln. Sie lassen sich besser dosieren, weshalb sie in der Mikronährstoffmedizin auch bevorzugt empfohlen werden. Zudem sind Kapseln gut geeignet, wenn man den Geschmack von Ingwer nicht mag.

In der Studie erhielten die Teilnehmer 250 Milligramm Ingwerpulver (mit etwa 2,5 Milligramm Gingerolen). Gegen Schmerzen werden deshalb zwischen 250 und 1.500 Milligramm Ingwerpulver eingesetzt. Dies entspricht einem Gingerol-Gehalt von 2 bis maximal 20 Milligramm. Bei Übelkeit können zwischen 500 und 1.000 Milligramm Ingwerpulver helfen.

Oft empfehlen Mikronährstoff-Experten einen Extrakt. Bei einem Extrakt sind die Wirkstoffe in konzentrierter Form enthalten, sodass man eine geringere Menge einnehmen muss. Bei Ingwer-Extrakt verwendet man bei Schmerzen und Übelkeit zwischen 100 und 200 Milligramm (Gingerol-Gehalt von 5 bis 20 Milligramm).

Ingwer: zu beachten in der Schwangerschaft, bei Blutgerinnungshemmern und bei Gallensteinen

Da Ingwer eine wehenfördernde Wirkung haben kann, sollten Schwangere individuell mit ihrem Arzt besprechen, ob eine Einnahme möglich ist. Erste Studienergebnisse lassen noch keine generelle Empfehlung zu. Es zeigte sich jedoch, dass Ingwer zu einer deutlichen Abnahme der Schwangerschaftsübelkeit und Erbrechen führte. Eine Dosis von 1 Gramm frischem Ingwer für vier Tage ergab kein Risiko für die Mutter oder das Baby. Weitere Studien bestätigten diese Ergebnisse. Es besteht jedoch weiterhin Unsicherheit hinsichtlich der maximalen sicheren Dosierung, der maximalen Behandlungsdauer sowie der Folgen einer Überdosierung in der Schwangerschaft.

Ingwer hat einen blutverdünnenden Effekt. Deshalb sollte der Extrakt nicht zusammen mit blutgerinnungshemmenden Präparaten eingenommen werden, ohne dass der Blutgerinnungswert kontrolliert wird. Betroffen sind Wirkstoffe wie Warfarin, Phenprocoumon oder Acetylsalicylsäure (ASS).

Ingwer hat zudem galletreibende Wirkung. Dies kann bei Gallensteinen zu Koliken führen.

Kann Koffein die Wirkung von schmerzlindernden Mikronährstoffen verbessern?

Wirkweise von Koffein

Koffein wird schon lange als Zusatz in Schmerzmitteln angewendet. Koffein verengt zu stark erweiterte Blutgefäße bei einem Migräneanfall. Zudem unterdrückt es die Bildung von entzündungsfördernden Botenstoffen und setzt die Wahrnehmung von Schmerzen herab. Außerdem blockiert Koffein die Hemmung des Nervensystems, sodass wir uns weniger erschöpft fühlen.

Es gibt Hinweise, dass Koffein Schmerzen bei Migräne sowie andere Kopfschmerzen leicht verringern kann. Die Therapie wurde dabei mit einem Scheinmedikament verglichen. Insgesamt gibt es jedoch auch Studien ohne einen Effekt.

Hauptsächlich liegen Studien vor, in denen Koffein die Schmerzlinderung von Medikamenten verstärkte. In Übersichtsarbeiten verbesserte eine Koffein-Ergänzung die Wirkung von Schmerzmitteln bei Kopfschmerzen und Migräne: Die Schmerzstillung war schneller und stärker. Dadurch konnte die Dosis des Schmerzmittels um fast die Hälfte gesenkt werden. Unterstützt wurden Ibuprofen, Paracetamol oder Acetylsalicylsäure. Außerdem sank in einer hochwertigen Studie die Einnahme weiterer Medikamente, wenn ein Medikament mit Koffein genommen wurde.

Es gibt gute Hinweise, dass Koffein die Wirkung von Schmerzmitteln bei Migräne verstärkt. Die alleinige Wirkung von Koffein ist dagegen schwächer und weniger gut untersucht. Denkbar ist auch, dass Koffein die Wirkung anderer schmerzlindernder Mikronährstoffe unterstützt. Dazu liegen jedoch noch keine Studien vor.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Koffein

Mikronährstoff-Experten empfehlen bei einem Migräneanfall eine Dosierung von 60 bis 150 Milligramm Koffein pro Tag. Koffein ist in Kaffee oder grünem Tee enthalten. Die Dosis an Koffein kann dabei jedoch schwanken. Mikronährstoff-Experten raten deshalb oft zu Präparaten mit einer genau definierten Koffeinmenge.

Nehmen Sie Koffein zur besseren Verträglichkeit zu einer Mahlzeit ein. Da Koffein den Harnfluss erhöht, sollte während einer Einnahme ausreichend Wasser getrunken werden.

Koffein sollte bei Migräne nur im Akutfall eingenommen werden. Eine Daueranwendung wird nicht empfohlen. In einigen Studien berichteten Teilnehmer von Nebenwirkungen und Entzugssymptomen bei einer langen Anwendung. Die Einnahme sollte daher nicht öfter als zwei- bis dreimal pro Woche erfolgen.

Info

In manchen Fällen kann Koffein auch das Gegenteil bewirken: Eine Überdosis führt zu Übererregbarkeit der Nerven und kann den Schmerz verstärken. Für einige Betroffene ist Kaffee deshalb ein „Triggerfaktor“ für eine Migräneattacke. Darüber hinaus kann sowohl die Abgewöhnung von Koffein als auch der Schmerzmittelentzug zu Kopfschmerzen führen. Offensichtlich verschlimmert Koffein das Auftreten von Medikamenten-Induziertem Kopfschmerz aber nicht. Menschen, die zu Koffein- oder Koffeinentzug-Kopfschmerzen neigen, sollten auf Koffein verzichten.

Koffein: zu beachten in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Erkrankungen und Medikamenten

Schwangere und Stillende sollten keine Koffeinpräparate einnehmen. Eine Dosis von 200 Milligramm täglich erhöht das Risiko für Fehl- und Frühgeburten und ein zu geringes Geburtsgewicht. 

Die Koffeinwirkung kann durch zugrunde liegende Erkrankungen verändert oder verstärkt werden. Sprechen Sie die Einnahme von Koffein über Tabletten zur Sicherheit mir Ihrem Arzt ab, wenn Sie folgende Erkrankungen haben: Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche, Lebererkrankungen (Leberzirrhose), Nierenschwäche, Angstzustände, eine Schilddrüsenüberfunktion oder Schlafstörungen. 

Bei Typ-2-Diabetikern können Mengen über 250 Milligramm Koffein eine Unterzuckerung nach dem Essen auslösen. Sie sollten engmaschig den Blutzucker überwachen.

Dosierungen auf einen Blick

Empfehlung am Tag bei Migräne

 

Vitamine

Vitamin B2

25 bis 50 Milligramm (mg)

Vitamin B6

2 bis 5 Milligramm

Vitamin B12

5 bis 10 Mikrogramm (µg)

Folsäure (als direkt verwertbare Form)

200 bis 400 Mikrogramm

  
 

Mineralstoffe

Magnesium

Vorbeugung: 300 bis 800 Milligramm

Akutfall: bis zu 1.300 Milligramm

  
 

Pflanzenstoffe

Mutterkraut-Extrakt

100 bis 300 Milligramm

(mit 0,2 bis 1,2 Milligramm Parthenolide)

Ginkgolide

60 bis 80 Milligramm (oder 50 bis 100 Milligramm Ginkgo-Extrakt)

Ingwer

Akutfall:

Pulver: 250 bis 1.500 Milligramm (2 bis 20 Milligramm Gingerole)

Extrakt: 100 bis 200 Milligramm (5 bis 20 Milligramm Gingerole)

  
 

Sonstige Nährstoffe

Coenzym Q10

100 bis 300 Milligramm

Omega-3-Fettsäuren

1.500 bis 2.000 Milligramm

Koffein

Akutfall: 60 bis 150 Milligramm

 

Sinnvolle Laboruntersuchungen auf einen Blick

Sinnvolle Blutuntersuchungen bei Migräne

 

Normalwerte

Homocystein (Plasma)

unter 9 Mikromol pro Liter (µmol/l)

Magnesium

1,38 bis 1,50 Millimol pro Liter (mmol/l) (Vollblut) oder 0,8 bis 1,1 Millimol pro Liter (Serum)

 

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Unterstützung von Medikamenten mit Mikronährstoffen

Coenzym Q 10 bei Betablockern

Mittel der ersten Wahl bei der Vorbeugung von Migräne sind die Betablocker Propranolol und Metoprolol. 100 Milligramm Coenzym Q10 können deren Wirkung verbessern. Das kann gegebenenfalls den Bedarf der Arzneimittel verringern.

Sinnvoll ist bei Betablockern ebenfalls eine Ergänzung mit Vitamin B2 und Magnesium (400 beziehungsweise 600 Milligramm über den Tag verteilt). Auch sie unterstützen die Wirkung und den vorbeugenden Effekt von Betablockern bei Migräne.

Mikronährstoffempfehlung am Tag bei Betablockern

Coenzym Q10

100 Milligramm (mg)

Vitamin B2

400 Milligramm

Magnesium

600 Milligramm

 

Zusammenfassung

Patienten mit Migräne leiden unter pulsierenden Schmerzen, oft begleitet von Übelkeit und Erbrechen. Die Ursachen für die Entstehung einer Migräne sind vielfältig und noch nicht endgültig erforscht. Die Migräne selbst gilt bis heute als nicht heilbar, ihre Symptome können aber gut behandelt werden. Die Mikronährstoffmedizin bietet gute Möglichkeiten:

Vitamin B2 beugt Migräneattacken vor und kann deren Häufigkeit, Stärke und Dauer mindern. Es unterstützt zudem andere Migränebehandlungen. Vitamin B6, B12 und Folsäure können den Homocysteinspiegel senken und so die Häufigkeit von Migräneattacken reduzieren: Ist der Homocysteinspiegel zu hoch, steigt die Neigung zu Migräne an.

Patienten mit Migräne leiden zudem häufig unter einem Magnesiummangel. Magnesium kann die Stärke und Häufigkeit der Attacken mindern. Auch Coenzym Q10 senkt die Häufigkeit von Migräneattacken. Es unterstützt zusätzlich die Wirkung von Betablockern, die zur Migränevorbeugung eingesetzt werden.

Omega-3-Fettsäuren reduzieren die Schmerzen bei Migräneattacken spürbar. Gleiches gilt für pflanzliche Mittel wie Ginkgo und Ingwer. Ingwer hilft darüber hinaus bei durch Migräne verursachter Übelkeit. Koffein verstärkt vor allem die Wirkung von Schmerzmitteln gegen Migräne.

Eine weitere Pflanze, die bei Migräne helfen kann, ist Mutterkraut. Es gibt Hinweise darauf, dass der enthaltene Wirkstoff Parthenolid Migräne vorbeugen kann.

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