Migräne: hilfreiche Vitamine und Mineralstoffe

Wie Mikronährstoffe die Häufigkeit und Stärke von Migräneanfällen senken

Migräne ist neben Spannungskopfschmerzen eine der häufigsten Formen von Kopfschmerzen. Die Erkrankung tritt schubweise in Form von Migräneattacken auf. Kopfschmerzen können das Leben der Betroffenen stark einschränken. Lesen Sie hier, wie Sie mit Mikronährstoffen die Häufigkeit und Stärke Ihrer Migräneanfälle reduzieren und die Wirkung von Schmerzmitteln unterstützen können.

Frau mit schmerzverzerrtem Gesicht
Patienten mit Migräne leiden unter pulsierenden Schmerzen, oft begleitet von Übelkeit und Erbrechen. Die Ursachen für die Entstehung einer Migräne sind vielfältig. Bild: Poike/iStock/Getty Images Plus

Ursachen und Symptome

Ursachen der Migräne

Zu den Ursachen von Migräne gibt es verschiedene Theorien. Dabei ist wahrscheinlich mehr als ein einzelner Vorgang beteiligt:

  • Bei einem Migräneanfall ändert sich die Durchblutung im Gehirn. Die Blutgefäße verengen sich zunächst, später sind sie zu sehr geweitet.
  • Die Durchlässigkeit der Gefäße erhöht sich. Es treten entzündliche Botenstoffe aus und es kommt zu einer entzündlichen Schwellung.
  • Zudem entzünden sich die Nerven. Dadurch werden die Schmerzrezeptoren in Hirnhäuten und Blutgefäßen gereizt.
  • Migränepatienten reagieren sehr empfindlich auf Reize wie Lärm und Licht. Das Gehirn wird dabei mit Botenstoffen überschwemmt. Das Migränezentrum im Hirnstamm wird überaktiv.

All diesen Vorgängen scheint eine erbliche Veranlagung zugrunde zu liegen. Migräne hat also eine genetische Mitursache und tritt familiär gehäuft auf.

Daneben vermutet man bei der Entstehung von Migräne eine Störung im Stoffwechsel der Mitochondrien (mitochondriale Fehlfunktion). Sie sind die Kraftwerke unserer Zellen. Funktionieren sie nicht richtig, droht Energiemangel, wodurch das Gehirn sehr anfällig für Migräne wird: Reize wie Licht und Lärm lösen dann leicht Migräne aus, weil die Reizschwelle sinkt.

Auch erhöhte Homocysteinspiegel können Ursache einer Migräne sein: Homocystein ist ein Zellgift. Ist der Abbau gestört, reichert es sich im Blut an und schädigt die Gefäße.

Zudem gibt es verschiedene Auslöser (Trigger), die einen Migräneanfall fördern. Dazu zählen:

  • Stress, Änderungen im Lebensrhythmus, Schlafmangel oder Reizüberflutung
  • Medikamenteneinnahmen
  • Nahrungsmittel wie Zucker, Schokolade oder Käse
  • bestimmte Wetterlagen, zum Beispiel Sonne oder Föhnwind (Migränewetter)
  • hormonelle Schwankungen vor Beginn der Periode (PMS), bei Einnahme der Antibabypille oder in den Wechseljahren

Symptome bei Migräne

Oft kündigt sich eine Migräneattacke schon viele Tage im Voraus an, zum Beispiel mit Müdigkeit oder Gereiztheit. Die drei wichtigsten Symptome sind:

  • pulsierende oder klopfende Schmerzen
  • einseitiger Kopfschmerz
  • Verstärkung der Schmerzen bei Bewegung

In einigen Fällen entwickeln sich Begleitsymptome wie Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Appetitlosigkeit bis hin zu Übelkeit und Erbrechen.

Info

Wer unter einem leichten Dauerkopfschmerz leidet, hat vermutlich keine Migräne, sondern Spannungskopfschmerzen.

Eine Sonderform ist Migräne mit Aura. Bei dieser Migräneart breitet sich eine elektrische Welle über das Gehirn aus, die zu Sinnesstörungen führen kann. Dies wird als Aura bezeichnet. Anzeichen einer Migräne mit Aura sind Sehstörungen (Flimmern, Doppelsehen, Zick-Zack-Linien oder Lichtblitze) und Gesichtsfeldausfälle. Auch Taubheitsgefühle und Kribbeln an der Haut können auftreten. In seltenen Fällen beobachtet man Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen. Eine Migräneaura tritt wenige Minuten bis zu einer Stunde vor der eigentlichen Kopfschmerzattacke auf.

Die Augenmigräne ist der Migräne mit Aura sehr ähnlich. Im Gegensatz zur Migräne mit Aura treten die Sehstörungen jedoch begleitend zu den Kopfschmerzen auf und nicht vorher. Auch können die Sehstörungen völlig ohne Schmerzen oder mit nur leichten Schmerzen vorkommen.

Migräne kann zu einer chronischen Krankheit werden. Man spricht von chronischer Migräne, wenn die Migräneattacken mindestens drei Monate an mehr als 15 Tagen im Monat auftreten und diese Häufigkeit mindestens über drei Monate besteht.

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Ziele der Behandlung

Wie wird Migräne klassisch behandelt?

Frau schläft im Bett im Dunklen
Bei einem Migräneanfall helfen Ruhe, Liegen in einem abgedunkelten Raum und Schlaf. Bild: Wavebreakmedia /iStock/Getty Images Plus

Meist kommt eine Kombination medikamentöser und nicht medikamentöser Therapien zum Einsatz. Ziel ist es, die Zahl der Migräneattacken zu vermindern und deren Symptome zu lindern. Eine Heilung der Migräne ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht möglich.

Bei leichter bis mittelschwerer Migräne werden klassische Schmerzmittel mit Wirkstoffen wie Ibuprofen (Migränin Ibuprofen®, Dolormin Extra®, Spalt®) oder Acetylsalicylsäure (Aspirin® Alka-Seltzer®, Togal Mono®) eingesetzt.

Bei schweren Migräneattacken kommen Triptane als Migränemittel zum Einsatz. Sie beeinflussen die Weite der Hirngefäße und damit den Blutdurchfluss. Eingesetzt werden die Wirkstoffe Almotriptan (Almogran®), Sumatriptan (Imigran®) und Naratriptan (Formigran®, Naramig®).

Tipp

Migränemittel und Schmerzmittel dürfen nicht dauerhaft genommen werden, sonst lösen sie selbst Migräne aus. Um die Übersicht zu bewahren, sollte man ein Kopfschmerztagebuch führen und die Medikamenteneinnahme eintragen. Ein Tagebuch hilft außerdem dabei, die individuellen Auslöser zu finden.

Bei einem akuten Anfall helfen Ruhe, Liegen in einem abgedunkelten Raum, kalte Kompressen und Schlaf. Auch Pfefferminzöl an den Schläfen wird als angenehm empfunden.

Vorbeugen: Die nicht medikamentöse Behandlung setzt auf die Vermeidung der Auslöser (Triggerfaktoren). Es gibt auch eine Reihe von Medikamenten, die in schweren Fällen Migräne vorbeugen können. Wenden Sie sich dazu an Ihren Arzt.

Ziele der Mikronährstoffmedizin

Unterstützend zur klassischen Behandlung kann die Mikronährstofftherapie helfen. Die Einnahme bestimmter Vitamine und Mineralstoffe verbessert die Wirkung von Schmerzmitteln. Auch kann die Häufigkeit und Stärke der Migräneattacken reduziert werden.

Dafür kommen zum Beispiel Magnesium, Vitamin B2 und Coenzym Q10 infrage. Diese Mikronährstoffe stärken die Energiekraftwerke der Zellen (Mitochondrien). Eine Fehlfunktion der Mitochondrien wird als Migräneursache diskutiert.

Pflanzliche Extrakte wie Mutterkraut, Ginkgo und Ingwer zeigten in Studien ebenfalls Wirkung bei Migräne.

Bestimmte Vitamine der B-Gruppe (Vitamin B6, Vitamin B12 und Folsäure) helfen, das Stoffwechselgift Homocystein abzubauen. Ein Zuviel davon kann Migräne auslösen. Die Vitamine können so die Häufigkeit von Migräneanfällen senken.

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Behandlung mit Mikronährstoffen

Vitamin B2 für die Energieproduktion der Nerven

Wirkweise von Vitamin B2

Bei Migräne funktionieren die Kraftwerke (Mitochondrien) der Nervenzellen vermutlich nicht korrekt. Ein Energiemangel ist die Folge. Vitamin B2 hat eine wichtige Rolle bei der Energieproduktion in den Kraftwerken der Zellen: Es wird dort als Cofaktor benötigt.

Zudem reduziert Vitamin B2 oxidativen Stress und Entzündungen der Nerven. Oxidativer Stress würde zu Schäden an den Zellen führen.

Die Studien an Erwachsenen und Jugendlichen deuten in der Mehrheit darauf hin, dass Vitamin B2 die Energieproduktion der Zellen verbessern kann und dadurch bei Migräne positiv wirkt:

  • Vitamin B2 beugt Migräneattacken vor und verringert die Häufigkeit der Attacken.
  • Es vermindert die Stärke und Dauer einer Migräneattacke.

Die Nebenwirkungen bei der Gabe von Vitamin B2 fielen in Studien gering aus. Daher ist Vitamin B2 in jedem Fall einen Versuch wert.

Vitamin B2: Dosierung und Einnahmeempfehlung

Mikronährstoffmediziner empfehlen bei Migräne zwischen 200 und 400 Milligramm Vitamin B2 am Tag. Diese Dosierungen erwiesen sich in Studien als wirksam.

Vitamin B2 kann auch mit anderen Mitteln wie Magnesium und Mutterkraut kombiniert werden. Dann ist weniger Vitamin B2 erforderlich, in dem Fall sind 25 Milligramm pro Tag bereits wirksam.

Idealerweise sollte Vitamin B2 über den Tag verteilt zu einer Mahlzeit eingenommen werden. Dies verbessert die Verträglichkeit.

Vitamin B2: zu beachten in der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Medikamenten

Vitamin B2 zeigte selbst in hohen Dosierungen von mehr als dem 200-Fachen des empfohlenen Tagesbedarfs keine negativen Auswirkungen. Schwangere und Stillende sollten die Einnahme von Vitamin B2 in medizinisch hohen Dosen allerdings mit ihrem Arzt besprechen. Über die Sicherheit einer dauerhaft hohen Einnahme in der Schwangerschaft liegen keine ausreichenden Untersuchungen vor.

Aluminiumhaltige Medikamente gegen Sodbrennen (zum Beispiel Ancid®, Megalac®, Talcid®) verhindern die Aufnahme von Vitamin B2. Halten Sie daher einen Einnahmeabstand von zwei bis drei Stunden ein.

Vitamine B6, B12 und Folsäure senken erhöhtes Homocystein

Wirkweise von Vitamin B6, B12 und Folsäure

Illustration von Blutgefäßen
Homocystein aktiviert Schmerzreize im Gehirn, wodurch es vermehrt zu einem Migräneanfall kommen kann. Bild: man_at_mouse /iStock/Getty Images Plus

Homocystein ist ein Stoffwechselprodukt, das immer in den Zellen anfällt. Wenn ausreichend B-Vitamine verfügbar sind, wird es schnell abgebaut. Ist das nicht der Fall, reichert es sich im Blut an (Hyperhomocysteinämie). Homocystein erweitert und schädigt die Gefäße im Gehirn und aktiviert Schmerzreize in den Nerven. Dadurch kommt es zu einer erhöhten Migräneneigung.

In einer hochwertigen Studie bekamen Migränepatienten mit erhöhtem Homocysteinspiegel sechs Monate lang entweder einen Komplex der Vitamine B6, B12 und Folsäure oder ein Scheinmedikament verabreicht. In der Vitamingruppe verringerten sich sowohl der Homocysteinspiegel um bis zu 39 Prozent als auch die Häufigkeit der Anfälle. In der Kontrollgruppe gab es keine Änderung.

Weitere Studien bestätigten dieses Ergebnis.

Dosierung von B-Vitaminen und Einnahmeempfehlung

Wirksam bei Migräne sind 2.000 Mikrogramm Folsäure, 25 Milligramm Vitamin B6 und 400 Mikrogramm Vitamin B12.

Expertenwissen

Viele Menschen können Folsäure und Folate nicht richtig verwerten: Jeder Zweite bildet die aktive Wirkform 5-Methyltetrahydrofolat nicht ausreichend, da das benötigte Enzym nicht richtig funktioniert. Schuld daran ist eine Genveränderung. Das hat zur Folge, dass trotz ausreichender Zufuhr der Folatspiegel im Blut gering bleibt. Man kann diesen Gendefekt umgehen, indem man direkt die aktive Wirkform 5-Methyltetrahydrofolsäure einnimmt

Homocysteinspiegel im Labor bestimmen

Homocystein wird im Blutplasma bestimmt. Das ist der flüssige Teil des Blutes ohne Blutzellen. Als Normwerte gelten 5 bis 9 Mikromol pro Liter.

Vitamin B6 und B12: zu beachten in Schwangerschaft und Stillzeit und bei Antiepileptika sowie L-Dopa

Die Vitamine B6 und B12 sollten in der Schwangerschaft und in der Stillzeit ausschließlich bei einem nachgewiesenen Mangel in höherer Dosis eingenommen werden. Zur Sicherheit einer langfristigen hoch dosierten Einnahme liegen keine ausreichenden Nachweise vor.

Hoch dosiertes Vitamin B6 kann die Wirkung von Antiepileptika abschwächen. Dies betrifft Dosierungen von mehr als 5 bis 10 Milligramm. Patienten, die Antiepileptika einnehmen, sollten hohe Vitamin-B6-Dosierungen mit dem Arzt absprechen.

Eine gleichzeitige Einnahme von mehr als 5 bis 10 Milligramm Vitamin B6 und dem Parkinsonmittel L-Dopa (zum Beispiel Madopar®, Levpar®, PK-Levo®) sollte vermieden werden: Vitamin B6 führt zu einer Wirkminderung des Medikaments.

Magnesium für die Signale im Gehirn

Wirkweise von Magnesium

Magnesium ist für viele Prozesse in den Nervenzellen wichtig: Es beeinflusst die Signale der Nerven und die Funktion verschiedener Botenstoffe. Bei der Migräne mit Aura überrollt vor dem Anfall eine elektrische Welle das Gehirn. Magnesiummangel scheint eine Rolle bei der Entstehung dieser Welle zu spielen.

Magnesium nimmt außerdem Einfluss auf die Durchblutung des Gehirns. Auch dies ist relevant, da bei Migräne häufig die Gehirndurchblutung gestört ist. Zudem wirkt Magnesium schmerzlindernd: Es blockiert Schmerzrezeptoren und damit den Schmerzreiz.

Einige Ergebnisse klinischer Studien deuten darauf hin, dass Magnesiummangel bei Migränepatienten viel häufiger auftritt als bei Gesunden. Man vermutet einen genetischen Defekt, der die Magnesiumaufnahme behindert oder eine erhöhte Ausscheidung aufgrund von Stress als Ursache.

Magnesiummangel führt zu Migräne: Eine Studie mit 80 Teilnehmern untersuchte die Magnesiumwerte im Blut während einer Migräneattacke und dazwischen. Die Ergebnisse deuten auf einen Zusammenhang hin: Die Wahrscheinlichkeit eines Migräneanfalls erhöhte sich deutlich, wenn der Magnesiumspiegel unter dem Normwert lag.

Magnesium hilft, Migräne zu lindern: Eine Auswertung von 21 Studien kommt zu dem Schluss, dass Magnesium die Häufigkeit und die Stärke einer Migräneattacke senken kann. Das Magnesium wurde in den Studien sowohl in die Vene als auch über Kapseln oder Tabletten verabreicht.

Die verfügbaren Studien lassen annehmen, dass Magnesium auch als vorbeugende Behandlung von Migräne wirksam und sicher sein dürfte. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft empfiehlt Magnesium als wahrscheinlich vorbeugendes Mittel für leichtere Formen der Migräne.

Expertenwissen

Die Ergebnisse der Studien sind allerdings nicht immer übereinstimmend. Vermutlich, weil sowohl Patienten mit Magnesiummangel als auch Patienten ohne Mangel an diesen Studien teilnahmen. Dadurch könnte das Ergebnis verwischt worden sein. Um den Nutzen einer Magnesiumeinnahme im Vorfeld zu prüfen, kann man vor der Behandlung auf Magnesiummangel testen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Magnesium

Mikronährstoffmediziner empfehlen bei Migräne zur Vorbeugung zwischen 300 und 800 Milligramm Magnesium pro Tag. Bei einem Migräneanfall kann Magnesium für die Zeit der Migräneattacke auch höher dosiert werden, zum Beispiel 1.000 Milligramm.

Magnesium ist auch während der Schwangerschaft geeignet, wenn eine Vorbeugung notwendig sein sollte. Das stellt die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft fest.

Je nach individueller Empfindlichkeit kann bei Dosierungen von mehr als 300 Milligramm Magnesium Durchfall auftreten. Diese Nebenwirkung fällt geringer aus, wenn man Magnesium in mehreren Portionen über den Tag verteilt.

Laborwerte für Magnesium

Damit bei Migräne eine bessere Wirkung erzielt wird, kann es sinnvoll sein, den Magnesiumspiegel im Blut beim Arzt überprüfen zu lassen. Um einen Mangel festzustellen, wird im Labor der Magnesiumspiegel im Vollblut bestimmt. Es enthält neben dem Blutserum auch alle roten Blutzellen. Das ist wichtig, da auch bei einem normalen Serum-Magnesiumspiegel die Zellen mit Magnesium unterversorgt sein können. Der normale Magnesiumwert im Vollblut liegt zwischen 1,38 und 1,50 Millimol pro Liter.

Magnesium: zu beachten bei Nierenerkrankungen, Antibiotikaeinnahme und Osteoporose-Medikamenten

Bei chronischen Nierenerkrankungen kann Magnesium aufgrund einer Funktionsstörung nicht mehr ausreichend über die Nieren ausgeschieden werden. Bei diesen Patienten kann es zu einem Magnesiumüberschuss kommen. Sie sollten eine Einnahme vorher mit dem Arzt besprechen.

Magnesium sollte nicht zusammen mit bestimmten Antibiotika eingenommen werden. Sie behindern sich wechselseitig bei der Aufnahme im Körper. Betroffen sind Aminoglykosid-Antibiotika, Tetracycline und Gyrasehemmer, mit den Beispielwirkstoffen Nitrofurantoin (Furandantin®, Nifuretten®) oder Penicillamin (Metalcaptase®) sowie Moxifloxacin (zum Beispiel Avalox®).

Gleiches gilt für Osteoporose-Medikamente aus der Gruppe der Bisphosphonate mit Wirkstoffen wie Alendronat (Fosamax®, Tevanate®), Clodronat (Bonefos®), Etidronat (Didronel®), Ibandronat (Bondronat®), Pamidronat (Aredia®), Risedronat (Actonel®) und Tiludronat (Skelid®).

Coenzym Q10 schützt Nervenzellen

Wirkweise von Coenzym Q10

Coenzym Q10 ist an der Energieproduktion in den Mitochondrien, den Kraftwerken unserer Zellen, beteiligt. Es verbessert, ebenso wie Vitamin B2, den Energiestoffwechsel. Forscher vermuten, dass bei Migränepatienten der Energiestoffwechsel im Gehirn beeinträchtigt ist (mitochondriale Fehlfunktion). Zudem hat Coenzym Q10 antioxidative Eigenschaften und schützt die Zellen vor Schäden durch oxidativen Stress.

In einer Studie erhielten Migränepatienten 150 Milligramm Coenzym Q10 täglich über drei Monate. Die Häufigkeit von Migränekopfschmerzen verringerte sich um die Hälfte. Ob die Patienten eine Aura hatten oder nicht, spielte dabei keine Rolle.

Eine Studie mit 1.550 Kindern und Jugendlichen zwischen drei und 22 Jahren wies bei einem Großteil der jungen Patienten einen Mangel an Coenzym Q10 auf. Nach dem Ausgleich des Mangels mit Coenzym Q10 besserte sich die Erkrankung.

Die Kanadische Kopfschmerzgesellschaft stellt fest, dass Coenzym Q10 aufgrund der Datenlage bei Migräne eine sinnvolle Maßnahme ist. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft führt Coenzym Q10 noch als Mittel zweiter Wahl. Es kann immer dann eingesetzt werden, wenn andere Mittel nicht wirken oder nicht verwendet werden können.  

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Coenzym Q10

Die Dosierungsempfehlungen für Coenzym Q10 reichen von 100 bis 400 Milligramm pro Tag. In den meisten Fällen verringerten 100 bis 300 Milligramm Coenzym Q10 täglich nicht nur die Häufigkeit, sondern auch die Stärke von Migräneanfällen.

Coenzym Q10 sollte zu den Mahlzeiten genommen werden, da das Fett aus Lebensmitteln die Aufnahme im Darm verbessert.

Coenzym Q10: zu beachten bei der Einnahme von Blutverdünnern

Coenzym Q10 kann die Wirkung einiger Blutgerinnungshemmer herabsetzen. Betroffen sind Cumarine mit den Wirkstoffen Warfarin (Coumadin®) und Phenprocoumon (Marcumar®, Falithrom®, Phenpro®). Die Beeinträchtigung tritt bereits bei geringen Dosierungen unter 50 Milligramm Coenzym Q10 auf. Die Einnahme sollte daher grundsätzlich mit dem Arzt abgesprochen werden.

Omega-3-Fettsäuren lindern Schmerzen

Wirkweise von Omega-3-Fettsäuren


Die Umhüllungen (Membranen) der Nervenzellen enthalten viele Omega-3-Fettsäuren. Sie beeinflussen nicht nur die Signalleitung, sondern auch den Stoffwechsel. Omega-3-Fettsäuren sind auch der Grundstoff für schmerzlindernde und antientzündliche Botenstoffe, weshalb sie bei Migräne hilfreich sein können. Bei Migräne werden entzündliche Vorgänge in den Blutgefäßen und Nerven für die Schmerzen verantwortlich gemacht.

Eine Studie zeigt, dass nach der Einnahme von Omega-3-Fettsäuren die Häufigkeit der Kopfschmerztage pro Monat um bis zu 80 Prozent zurückgeht. Eine andere Studie gibt Hinweise darauf, dass Omega-3-Fettsäuren auch die Schmerzen bei Migräneattacken reduzieren können.

Die Auswertung über mehrere Studien hinweg (Metastudie) kommt insgesamt zu dem Ergebnis, dass die Omega-3-Aufnahme die Dauer von Migräneattacken reduziert. Ob sie auch die Häufigkeit der Anfälle reduziert, ist noch strittig. Weitere hochwertige Studien sind erforderlich, um die offenen Fragen zu klären. Möglicherweise ist die Ausgangsversorgung mit Omega-3-Fettsäuren verantwortlich für die widersprüchliche Wirkung in den Studien.


Dosierung und Einnahmeempfehlung für Omega-3-Fettsäuren

Lachs, Shrimps und Omega-3-Kapseln auf einem Brett
Omega-3-Fettsäuren können Migräneattacken vorbeugen. Sie sind unter anderem in Fisch enthalten, können jedoch auch in Kapselform eingenommen werden. Bild: AlexPro9500 /iStock/Getty Images Plus

Zur Vorbeugung von Migräneattacken werden mindestens 2.000 Milligramm Omega-3-Fettsäuren pro Tag empfohlen. Der Bedarf kann einfach über eine fischreiche Ernährung gedeckt werden. Wer keinen Fisch mag oder aufgrund der Schadstoffbelastung keinen Fisch essen möchte, kann die Fettsäuren in Kapselform einnehmen. Diese enthalten gereinigtes Fischöl.

Tipp

Entscheidend für die Wirkung ist das Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren. Denn Omega-6-Fettsäuren haben eine gegenteilige Wirkung. Sie fördern Entzündung und Schmerz. Daher sollte man die Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren reduzieren (zum Beispiel Fleisch oder Eier).

Omega-3-Fettsäuren: zu beachten bei der Einnahme von Blutverdünnern

Omega-3-Fettsäuren haben blutverdünnende Wirkung. Ab einer Dosis von 1.000 Milligramm verstärken sie die Wirkung von blutverdünnenden Medikamenten. Vor einer hoch dosierten Einnahme von Omega-3-Fettsäuren sollten betroffene Patienten mit dem Arzt sprechen. Er kann abwägen, ob gegebenenfalls die Dosis der Medikamente gesenkt wird.

Mutterkraut hemmt Entzündungen und beugt Migräne vor

Wirkweise von Mutterkraut

Mutterkraut, auch Fieberkraut genannt, ist eine traditionelle Heilpflanze. Schon früh wurde es bei Kopfschmerzen und Fieber eingesetzt. Heute wird vermutet, dass Mutterkraut das Auftreten von Migräne vermindern kann. Die Wirkung beruht vermutlich auf ihrem Inhaltsstoff Parthenolide: Es hemmt Entzündungsreaktionen, die durch entzündliche Botenstoffe wie Prostaglandin oder Histamin entstehen.

Eine hochwertige Studie gibt Hinweise darauf, dass eine Behandlung mit Mutterkraut Migräne vorbeugen kann. Auch die Anzahl der Migräneanfälle verringerte sich bei den Teilnehmern. Mit dem Vergleichsmedikament war kein Effekt sichtbar.

Die Wirksamkeit konnte in einigen, aber nicht in allen Studien bestätigt werden. Dies könnte auf Schwankungen der Wirkstoffe (Parthenolide) in den verwendeten Mutterkraut-Extrakten zurückzuführen sein.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Mutterkraut

Flasche mit ätherischen Ölen und frischen Kamillenblüten auf weißem Hintergrund
Mutterkraut hemmt Entzündungsreaktionen und hilft demnach bei Kopfschmerzen. Bild: kolesnikovserg/iStock/Getty Images Plus

Bei Migräne werden 100 bis 300 Milligramm Mutterkraut-Extrakt empfohlen. Der Extrakt sollte standardisiert sein und 0,2 bis 0,4 Prozent Parthenolide enthalten. Dies entspricht 0,2 bis 1,2 Milligramm Parthenolide am Tag.

Kapseln oder Tabletten können zu oder unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Mutterkraut: zu beachten bei der Einnahme von Blutverdünnern und in der Schwangerschaft

Mutterkraut kann die Blutgerinnung hemmen und das Blut flüssiger machen. Wer also zudem blutverdünnende Medikamente mit Wirkstoffen wie Acetylsalicylsäure (Aspirin®, Alka-Seltzer®) oder Warfarin (Coumadin®) einnimmt, sollte die Einnahme von Mutterkraut mit dem Arzt besprechen.

Mutterkraut sollte nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden. Das Kraut wirkt menstruationsregulierend und kann zur Ablösung der Plazenta führen.

Ginkgo verbessert die Durchblutung

Wirkweise von Ginkgo

Ginkgo wird oft bei Krankheiten eingesetzt, bei denen Durchblutungsstörungen eine Rolle spielen. Dazu gehört die Migräne, aber auch Tinnitus oder Schwindel. Die wirksamen Stoffe befinden sich in den Ginkgoblättern.

Expertenwissen

Der Inhaltsstoff Ginkgolid B ist ein natürlicher Hemmer des Plättchenaktivierungsfaktors (PAF). Vor einem Migräneanfall wird PAF ins Blut ausgeschüttet. Er verursacht Entzündungen und eine Reizung der Nerven im Gehirn (Nervus trigeminus). Ginkgolid B dämpft außerdem die Nervenerregung im Gehirn, indem es die Wirkung des Botenstoffs Glutamat reguliert. Dieser Stoff ist an der Erregungswelle beteiligt, welche die Aura auslöst.

Ginkgo kommt daher als Mittel zur Behandlung von Migräne mit und ohne Aura infrage. Studien testen Kombinationspräparate mit Ginkgoliden, Coenzym Q10 und Vitamin B2:

  • Eine Stichprobe mit 30 jungen Patienten, die an Migräne ohne Aura litten, legt eine Wirkung nahe. Das Kombinationsprodukt mit Ginkgolid B verringerte die Häufigkeit und schwächte die Schmerzen bei Migräneanfällen ab.
  • Auch bei Patienten mit Aura zeigte sich in Studien eine deutliche Verbesserung. 25 Patienten nahmen zu Beginn einer Aura ein Präparat aus 60 Milligramm Ginkgoliden sowie 11 Milligramm Coenzym Q10 und 8,7 Milligramm Vitamin B2. Die Auradauer verringerte sich, teilweise verschwanden auch die Schmerzen. Insgesamt zeigte sich eine Besserung der neurologischen Symptome einer Aura, wie Sehstörungen.

Verschiedene Studien bestätigen diese Beobachtungen. Größer angelegte Studien müssen jedoch noch mehr Daten liefern, damit dies als Beweis für alle Migränepatienten gelten kann.

Fläschchen und Gingko Blätter auf Pulver
Ginkgolide können wirksam gegen Migräne sein. Es gibt die Extrakte als Tabletten oder Kapseln. Bild: joannawnuk /iStock/Getty Images Plus

Ginkgo: Dosierung und Einnahmeempfehlung

In Studien erhielten die Teilnehmer zwischen 60 und 80 Milligramm Ginkgolide in Kombination mit Coenzym Q10 und Vitamin B2. Diese Menge zeigte sich dabei als wirksam gegen Migräne. Mikronährstoffmediziner empfehlen meist Ginkgo-Extrakt.

Ginkgo-Extrakte gibt es als Tabletten oder Kapseln. Sie sollten zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Sie sind dann besser verträglich. Achten Sie auf hochwertige Präparate mit einem geringen Anteil der schädlichen Ginkgolsäure unter 0,0005 Prozent.

Tees sollten dagegen nicht verwendet werden, sie enthalten oft hohe Mengen der Ginkgolsäure.

Ginkgo: zu beachten bei der Einnahme von Blutverdünnern und Schmerzmitteln sowie in der Schwangerschaft

Ginkgo hat durchblutungsfördernde Eigenschaften. Deshalb kann es zu Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen. Blutverdünner mit Wirkstoffen wie Warfarin (Coumadin®), Clopidogrel (Plavix®, Iscover®), Acetylsalicylsäure (Aspirin®, Alka-Seltzer®, Herz-ASS®) oder Phenprocoumon (Marcumar, Falithrom®) sollten nicht zusammen mit Ginkgo eingenommen werden. Das pflanzliche Mittel kann deren Wirkung verstärken.

Zu Wechselwirkungen kann es auch bei der Einnahme von Schmerzmitteln kommen, zum Beispiel mit den Wirkstoffen Ibuprofen (Aktren®, Ibuflam®, Neuralgin extra®), Diclofenac (Voltaren®, Diclac®, Monoflam®) und Diazepam (Faustan®, Valium®). Die gleichzeitige Einnahme kann die Wirkung und Nebenwirkungen der Schmerzmittel verstärken.

Schwangere und Stillende sollten auf die Einnahme von Ginkgo verzichten. Es liegen keine ausreichenden Studien zur Wirkung in der Schwangerschaft vor.

Ingwer verringert Schmerzen und Übelkeit

Wirkweise von Ingwer

Ingwer wirkt entzündungshemmend und kann dadurch Migräneschmerzen lindern, wie eine erste Studie zeigte:

In der hochwertigen Studie mit 100 Migränepatienten wird die Wirkung von 250 Milligramm Ingwerpulver mit 50 Milligramm des Migränemedikaments Sumatriptan verglichen. Beide waren ähnlich wirksam: Zwei Stunden nach der Einnahme der Präparate nahm die Schwere der Kopfschmerzen deutlich ab. Ingwer zeigte jedoch weniger Nebenwirkungen als Sumatriptan.

Eine weitere Studie mit 60 Teilnehmern untersucht Ingwer in Kombination mit Mutterkraut. Auch dabei wurde eine schmerzlindernde Wirkung bei Migräneanfällen beobachtet. Weitere Studien zum Thema sind wünschenswert, um zu beurteilen, ob Ingwer allen Patienten helfen kann.

Ingwer wirkt zudem vermutlich auf das zentrale Nervensystem: Er blockiert bestimmte Rezeptoren, die auf den Botenstoff Serotonin reagieren. Bei Migräne werden in kurzer Zeit zu viele Nervenbotenstoffe freigesetzt, insbesondere Serotonin. Das Gehirn registriert diese übermäßige Freisetzung auch als Reaktion auf eine Vergiftung: Es kommt zu Übelkeit und Erbrechen. Ingwer hilft deshalb auch gegen Übelkeit bei Migräne (antiemetischer Effekt).

Dosierung und Einnahmeempfehlung für Ingwer

Ingwertee mit frischem Ingwer auf grauem Untergrund
Ingwer wirkt entzündungshemmend und kann dadurch Migräneschmerzen lindern. Bild: 5second /iStock/Getty Images Plus

Ingwer kann zu therapeutischen Zwecken als Tee eingenommen werden. Dieser ist als Teemischung oder in Filterbeuteln erhältlich. Ingwer-Extrakt gibt es außerdem in Form von Tabletten und Kapseln. Sie lassen sich besser dosieren, weshalb sie in der Mikronährstoffmedizin auch bevorzugt empfohlen werden. Zudem sind Kapseln gut geeignet, wenn man den Geschmack von Ingwer nicht mag.

In der Studie erhielten die Teilnehmer 250 Milligramm Ingwerpulver (mit etwa 2,5 Milligramm Gingerolen). Gegen Schmerzen werden zwischen 500 und 2.000 Milligramm und bei Übelkeit zwischen 500 und 1.000 Milligramm Ingwerpulver eingesetzt (entsprechend mit 5 bis maximal 20 Milligramm Gingerolen). Beim Extrakt verwendet man bei Schmerzen und Übelkeit zwischen 250 bis 500 Milligramm Extrakt.

Ingwer: zu beachten in der Schwangerschaft, bei Blutgerinnungshemmern und bei Gallensteinen

Da Ingwer eine wehenfördernde Wirkung haben kann, sollten Schwangere individuell mit ihrem Arzt besprechen, ob eine Einnahme möglich ist. Erste Studienergebnisse lassen noch keine generelle Empfehlung zu. Es zeigte sich jedoch, dass Ingwer zu einer deutlichen Abnahme der Schwangerschaftsübelkeit und Erbrechen führte. Eine Dosis von 1 Gramm frischem Ingwer für vier Tage ergab kein Risiko für die Mutter oder das Baby. Weitere Studien bestätigten diese Ergebnisse. Es besteht jedoch weiterhin Unsicherheit hinsichtlich der maximalen sicheren Dosierung, der maximalen Behandlungsdauer sowie der Folgen einer Überdosierung in der Schwangerschaft.

Ingwer hat einen blutverdünnenden Effekt. Deshalb sollte der Extrakt nicht zusammen mit blutgerinnungshemmenden Präparaten eingenommen werden, ohne dass der Blutgerinnungswert kontrolliert wird. Betroffen sind Wirkstoffe wie Warfarin (Coumadin®), Phenprocoumon (Marcumar®, Falithrom®, Phenpro®) oder Acetylsalicylsäure (Herz-ASS®, Togal-ASS®, Aspirin®).

Ingwer hat zudem galletreibende Wirkung. Dies kann bei Gallensteinen zu Koliken führen.

Dosierungen auf einen Blick

Mikronährstoffempfehlung am Tag bei Migräne

 

Vitamine

Vitamin B2

200 bis 400 Milligramm (mg) bei alleiniger Einnahme oder 25 Milligramm

in Kombination mit Magnesium und Mutterkraut

Vitamin B6

25 Milligramm

Vitamin B12

400 Mikrogramm (µg)

Folsäure (als direkt verwertbare Form)       

bis zu 2.000 Mikrogramm

 
 

Mineralstoffe

Magnesium

300 bis 800 Milligramm (Vorbeugung)

bis zu 1.300 Milligramm (Akutfall)

 
 

Pflanzenstoffe

Mutterkraut-Extrakt

100 bis 300 Milligramm

(mit 0,2 bis 1,2 Milligramm Parthenolide)

Ginkgolide

60 bis 80 Milligramm

Ingwer

Pulver: 250 bis 2000 Milligramm (entspricht circa 2,5 bis 20 Milligramm Gingerolen)

Extrakt: 250 bis 500 Milligramm (mit 15 bis 60 Milligramm Gingerolen)

 
 

Sonstige Nährstoffe

Coenzym Q10

100 bis 300 Milligramm

Omega-3-Fettsäuren

2.000 Milligramm

 

Sinnvolle Laboruntersuchungen auf einen Blick

Sinnvolle Blutuntersuchungen bei Migräne

 

Normalwerte

Homocystein (Plasma)

unter 9 Mikromol pro Liter (µmol/l)

Magnesium

1,38 bis 1,50 Millimol pro Liter (mmol/l) (Vollblut) oder 0,8 bis 1,1 Millimol pro Liter (Serum)

 

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Unterstützung von Medikamenten mit Mikronährstoffen

Coenzym Q 10 bei Betablockern

Mittel der ersten Wahl bei der Vorbeugung von Migräne sind die Betablocker Propranolol (Beta-Tablinen®, Dociton®) und Metoprolol (Beloc®, Lopresor®). 100 Milligramm Coenzym Q10 können deren Wirkung verbessern. Das kann gegebenenfalls den Bedarf der Arzneimittel verringern.

Sinnvoll ist bei Betablockern ebenfalls eine Ergänzung mit Vitamin B2 und Magnesium (400 beziehungsweise 600 Milligramm über den Tag verteilt). Auch sie unterstützen die Wirkung und den vorbeugenden Effekt von Betablockern bei Migräne.

Dosierungen auf einen Blick

Mikronährstoffempfehlung am Tag bei Betablockern

Coenzym Q10

100 Milligramm (mg)

Vitamin B2

400 Milligramm

Magnesium

600 Milligramm

 

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Zusammenfassung

Patienten mit Migräne leiden unter pulsierenden Schmerzen, oft begleitet von Übelkeit und Erbrechen. Die Ursachen für die Entstehung einer Migräne sind vielfältig und noch nicht endgültig erforscht. Die Migräne selbst gilt bis heute als nicht heilbar, ihre Symptome können aber gut behandelt werden. Die Mikronährstoffmedizin bietet gute Möglichkeiten:

Vitamin B2 beugt Migräneattacken vor und kann deren Häufigkeit, Stärke und Dauer mindern. Es unterstützt zudem andere Migränebehandlungen. Die B-Vitamine 6, 12 und Folsäure können den Homocysteinspiegel senken und so die Häufigkeit von Migräneattacken reduzieren: Ist der Homocysteinspiegel zu hoch, steigt die Neigung zu Migräne an.

Patienten mit Migräne leiden zudem häufig unter einem Magnesiummangel. Magnesium kann die Stärke und Häufigkeit der Attacken mindern. Auch Coenzym Q10 senkt die Häufigkeit von Migräneattacken. Es unterstützt zusätzlich die Wirkung von Betablockern, die zur Migränevorbeugung eingesetzt werden.

Omega-3-Fettsäuren reduzieren die Schmerzen bei Migräneattacken spürbar. Gleiches gilt für pflanzliche Mittel wie Ginkgo und Ingwer. Ingwer hilft darüber hinaus bei durch Migräne verursachter Übelkeit.

Eine weitere Pflanze, die bei Migräne helfen kann, ist Mutterkraut. Es gibt Hinweise darauf, dass der enthaltene Wirkstoff Parthenolid Migräne vorbeugen kann.

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