Abwehrkräfte natürlich stärken mit Mikronährstoffmedizin

Wie bestimmte Vitamine, Mineralstoffe und pflanzliche Wirkstoffe das Immunsystem unterstützen und uns vor Infektionen schützen

Ein gut funktionierendes Immunsystem ist wichtig, um Krankheitserreger abzuwehren und uns vor wiederkehrenden, zum Teil gefährlichen Infektionen zu schützen. Bestimmte innere und äußere Faktoren können unsere Abwehrkräfte jedoch schwächen. Erfahren Sie hier, mit welchen Vitaminen, Mineral- und Pflanzenstoffen sich unser Immunsystem am besten stärken und unterstützen lässt.

Tipp

Leiden Sie bereits an einer Erkrankung durch ein geschwächtes Immunsystem, finden Sie viele Informationen zur Mikronährstoff-Therapie unter der Kategorie „Gesund werden“.

Menschliche Silhouette
Bakterien, Viren oder Pilze – unser Körper muss solche Eindringlinge tagtäglich in Schach halten. Dazu brauchen wir ein starkes Immunsystem. Bild: marina_ua/iStock/Getty Images Plus

Ursachen für ein geschwächtes Immunsystem

Ein schwaches Immunsystem kann bei einigen Menschen angeboren sein. In vielen Fällen wird es aber auch durch Erkrankungen (wie Diabetes), Medikamente (zum Beispiel Mittel gegen Krebs und Entzündungen), Stress, Umweltschadstoffe oder eine geschädigte Darmschleimhaut verursacht. Auch ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen kann die Ursache sein. Deshalb ist eine ausreichende Versorgung eine wichtige Voraussetzung für eine funktionierende Immunabwehr.

Info

Man unterscheidet zwischen dem angeborenen und dem erworbenen Immunsystem:

Die angeborene Immunantwort kann bestimmte Erreger erkennen, obwohl sie damit noch nie in Kontakt gekommen ist. Zum angeborenen Immunsystem zählen auch Barrieren wie Haut und Schleimhaut oder Talgdrüsen, viele Botenstoffe sowie einige Abwehrzellen wie Granulozyten, Fresszellen oder natürliche Killerzellen.

Reicht die angeborene Immunantwort nicht aus, unterstützt das erworbene Immunsystem: Es arbeitet langsamer, aber gezielter. Das Besondere ist: Es kann lernen, bestimmte Fremdstoffe (Antigene) anzugreifen. Das erworbene Immunsystem „merkt“ sich die Antigene und kann beim nächsten Kontakt schneller darauf reagieren.

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Unterstützung durch Mikronährstoffe

Warum sind Mikronährstoffe wichtig?

Der Körper braucht Mikronährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe, damit sich Abwehrzellen teilen können. So ist die Immunabwehr im Falle einer Infektion ausreichend gewappnet. Ziel der Mikronährstoffmedizin ist es daher, das Immunsystem zu aktivieren und zu stärken.

Auch können bestimmte Substanzen den Aufbau der Darmbarriere fördern. Dadurch wird verhindert, dass Krankheitserreger und Giftstoffe in unseren Körper gelangen. Das beugt Infektionen vor.

Besonders bewährt haben sich:

  • Vitamin D aktiviert das angeborene und erworbene Immunsystem.
  • Vitamin C hilft Botenstoffe anzulocken und schützt die Immunzellen bei einer Infektion.
  • Zink unterstützt die Vermehrung und Funktion der Abwehrzellen.
  • Hefe-Beta-Glucane trainieren die Abwehr.
  • Probiotika unterstützt die Immunantwort über den Darm.
  • Chlorella-Algen können die Aktivität des Immunsystems steigern.
  • Grüntee-EGCG  haben zusätzlich antivirale und antibakterielle Eigenschaften.

Vitamin D: Voraussetzung für eine funktionierende Abwehr und Schleimhaut

Wirkweise von Vitamin D

Vitamin D aktiviert das angeborene und erworbene Immunsystem. Es sorgt für die Produktion von Stoffen, die gegen Erreger wirken (antimikrobielle Stoffe) sowie für die Beseitigung der Erreger. Zudem verbessert es die Barrierefunktion unserer Schleimhäute, wie die der Darmschleimhaut. Dadurch erschwert Vitamin D indirekt Bakterien und Giftstoffen den Zugang zu unserem Körper.

Studienergebnisse verdeutlichen die Wirkung von Vitamin D auf das Immunsystem: In zwei Übersichtsarbeiten zeigte sich, dass die Einnahme von Vitamin D die Wahrscheinlichkeit akuter Atemwegsinfekte senken kann. Dies galt insbesondere für Menschen, die nicht optimal mit Vitamin D versorgt waren.

Insgesamt fordern Experten weitere hochwertige Studien, denn es ist nicht bewiesen, dass Vitamin D immer vor einer Infektion schützen kann. Für ein funktionierendes Immunsystem ist es jedoch unverzichtbar. Die bereits vorhandenen Daten sind sehr vielversprechend.

Ein Vitamin-D-Mangel sollte deshalb immer ausgeglichen werden. Besonders im Winter ist Vitamin D ein kritischer Mikronährstoff: Die Sonnenstrahlung reicht nicht aus, damit der Körper ausreichend Vitamin D bildet . 60 bis 80 Prozent der Bevölkerung hat zu dieser Zeit einen Mangel.

Vitamin D: Dosierung und Einnahmeempfehlung

In Studien wurden 4.000 Internationale Einheiten Vitamin D eingesetzt, um Atemwegsinfekten vorzubeugen. Im Idealfall sollte der Vitamin-D-Spiegel jedoch vor der Einnahme beim Arzt kontrolliert werden. Die richtige Dosis ist abhängig von den Blutwerten. Vitamin D kann auf lange Dauer auch überdosiert werden.

Ist der Spiegel nicht bekannt, empfiehlt sich zur allgemeinen Unterstützung des Immunsystems eine tägliche Dosis von 1.000 Internationalen Einheiten im Sommer und 2.000 Internationalen Einheiten  im Winter.

Vitamin D sollte zu einer Mahlzeit eingenommen werden. Das Fett aus der Nahrung fördert die Aufnahme.

Vitamin D im Labor bestimmen lassen

Um die Vitamin-D-Versorgung zu prüfen, bestimmt das Labor die Transportform im Blut – das sogenannte 25(OH)-Vitamin D (Calcidiol). Es wird am besten im Blutserum gemessen. Das Blutserum ist die Flüssigkeit des Blutes ohne die Blutzellen. Optimal sind Werte zwischen 40 und 60 Nanogramm pro Milliliter.

Person hält ein Blutentnahmeröhrchen in der Hand
Vor allem bei häufigen Infektionen lohnt ein Blick auf den Vitamin-D-Status. Ein Mangel könnte der Grund für ein schwaches Immunsystem sein. Bild: jarun011/iStock/Getty Images Plus

Vitamin D: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Personen mit Nierenerkrankungen sollten Vitamin D nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt einnehmen: Betroffene haben einen gestörten Mineralstoffhaushalt und manchmal zu hohe Calciumspiegel. Da Vitamin D die Calciumaufnahme im Darm fördert, können die Blutspiegel zu stark ansteigen. Auch Personen mit Nierensteinen (calciumhaltige Steine) sollten mit ihrem Arzt sprechen.

Bei der entzündlichen Bindegewebserkrankung Sarkoidose (Morbus Boeck) sollte Vitamin D nicht eingenommen werden: Auch Sarkoidose-Patienten haben häufig hohe Calciumspiegel im Blut, die unter Vitamin-D-Zufuhr weiter steigen könnten.

Entwässerungsmedikamente (Diuretika) aus der Gruppe der Thiazide senken die Ausscheidung von Calcium über die Nieren – der Spiegel im Blut ist erhöht. Da auch Vitamin D den Calciumspiegel hochtreibt, sollte dann der Calciumspiegel regelmäßig überprüft werden. Dies betrifft die Wirkstoffe Hydrochlorothiazid (HCT wie Esidrix®), Xipamid (Aquaphor®) und Indapamid (Natrilix®).

Vitamin C hilft, Immunzellen anzulocken

Wirkweise von Vitamin C

Vitamin C verstärkt die Immunantwort: Es sorgt dafür, dass Botenstoffe ausgeschüttet werden. Diese locken wiederum Abwehrzellen an den Ort des Geschehens. Gleichzeitig schützt Vitamin C das körpereigene Gewebe vor den Folgen einer Infektion: Immunzellen produzieren schädigende freie Radikale, um Erreger abzutöten. Der Körper muss freie Radikale dann mit Antioxidantien wie Vitamin C abfangen, damit sie die Zellen nicht zerstören. Dabei wird Vitamin C verbraucht. Eine gute Versorgung ist in dieser Zeit daher besonders wichtig.

Ergebnisse von zwei Übersichtsarbeiten untermauern die Wirkung von Vitamin C zur Stärkung des Immunsystems. Allerdings scheinen nur körperlich stark beanspruchte Menschen zu profitieren, die sich in kalter Umgebung aufhalten: Sie litten durch die Einnahme von Vitamin C seltener an Erkältungskrankheiten.

Der Nutzen von Vitamin C in der allgemeinen Bevölkerung ist hingegen weniger gut belegt. Zwar gibt es Hinweise aus hochwertigen Studien, dass Vitamin C auch hier die Häufigkeit von Atemwegsinfekten verringern kann. Es sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich, um dies zweifelsfrei zu bestätigen. Im Hinblick auf die geringen Nebenwirkungen und Kosten ist die Einnahme eines Vitamin-C-Präparats dennoch einen Versuch wert.

Tipp

Mikronährstoff-Experten empfehlen Vitamin C fast nie allein – sondern in Kombination mit anderen Mikronährstoffen oder anderen Substanzen. So verringerte Vitamin C zusammen mit Probiotika die Häufigkeit und Dauer von Infekten der oberen Atemwege. Das zeigt eine hochwertige Studie mit Kindern.

Vitamin C: Dosierung und Einnahmeempfehlung

Mikronährstoff-Experten empfehlen zur Unterstützung des Immunsystems eine Menge von 200 bis 400 Milligramm Vitamin C pro Tag. Vitamin C kann zu den Mahlzeiten eingenommen werden, aber auch dazwischen. Die Einnahme zu einer Mahlzeit verbessert die Verträglichkeit.

Für ein starkes Immunsystem ist retardiertes („verzögertes“) Vitamin C besonders empfehlenswert. Bei Retard-Verbindungen wird Vitamin C über bis zu zwölf Stunden freigesetzt. Alternativ: Nehmen Sie die Gesamtdosis über den Tag verteilt ein – zum Beispiel morgens und abends. So wird ein gleichmäßiger Wirkspiegel erreicht.

Vitamin C: zu beachten in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Erkrankungen sowie Medikamenteneinnahme

Vitamin C ist in der Schwangerschaft und Stillzeit bis maximal 1.800 Milligramm pro Tag wahrscheinlich sicher. Dennoch sollte die empfohlene Dosierung zur Sicherheit mit dem Arzt abgesprochen werden.

Da Vitamin C die Eisenaufnahme verbessert, sollte Vitamin C bei der Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.

Vitamin C setzte im Tierversuch die Wirkung des Blutkrebsmedikaments Bortezomib (Velcade®) herab. Es sollte deshalb während einer solchen Therapie nur nach Absprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Zink unterstützt die Vermehrung und Funktion der Abwehrzellen

Wirkweise von Zink

Erkältete Frau sitzt mit Tee und Medikamenten auf der Couch
In Studien konnte durch Zink die Häufigkeit von Erkältungen reduziert werden, wenn es direkt bei Bemerken der ersten Anzeichen eingenommen wurde. Bild: Tero Vesalainen/iStock/Getty Images Plus

Zink ist wichtig für die Zellteilung. Deshalb ist der Mineralstoff für alle Zellen unverzichtbar, die sich schnell teilen. Dazu zählen die Immunzellen. Auch die Funktion der Abwehrzellen hängt maßgeblich von einer ausreichenden Zinkversorgung ab. Ein Zinkmangel geht deshalb mit einer gestörten Immunabwehr und einer erhöhten Infektanfälligkeit einher.

Verschiedene Studien bestätigen den Effekt von Zink auf das Immunsystem: So zeigen zwei Übersichtsarbeiten, dass es die Häufigkeit von Erkältungen vermindern kann. Auch verkürzte Zink die Dauer der Erkältung  und linderte die Beschwerden. Dafür sollte es innerhalb von 24 Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome eingenommen werden. Auch hochwertige Studien mit Kindern bestätigen dieses Ergebnis.

Es wird angenommen, dass sich Zink zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten eignet. Jedoch muss das noch abschließend bewiesen werden. Die Einnahme von Zink ist bei einem geschwächten Immunsystem oder häufigen Infekten jedoch sinnvoll, um die Abwehrkräfte zu stärken.

Zink: Dosierung und Einnahmeempfehlung

Mikronährstoff-Experten empfehlen eine tägliche Dosis von 10 bis 15 Milligramm Zink, um das Immunsystem zu stärken.

Zinkpräparate sollten am besten zur Mahlzeit eingenommen werden, da sie auf leeren Magen Magenprobleme verursachen können. Außerdem ist die Zinkaufnahme in Kombination mit Lebensmitteln besser – insbesondere, wenn sie Aminosäuren und Eiweiße enthalten. Dies trifft vor allem auf tierische Lebensmittel zu.

Zink: zu beachten bei Medikamenteneinnahme und Nierenschwäche

Zink reduziert die Wirkung bestimmter Antibiotika. Hierzu zählen Gyrasehemmer (zum Beispiel Ciprobay®, Ciloxan®) und Tetracycline (zum Beispiel Doxybene®, Doxycyclin®). Auch Osteoporose-Medikamente, sogenannte Bisphosphonate (zum Beispiel Fosamax®, Bondronat®), werden durch Zink gehemmt. Zwischen der Einnahme von Antibiotika oder Osteoporose-Medikamenten und Zink sollte ein Abstand von mindestens zwei Stunden liegen.

Bei einer Nierenschwäche oder anderen Nierenerkrankungen sollte Zink nicht zusätzlich eingenommen werden. Geschwächte Nieren scheiden Zink nicht richtig aus. Die Blutspiegel könnten zu hoch werden.

Beta-Glucane aus Hefe trainieren das Immunsystem

Wirkweise von Hefe-Beta-Glucanen

Hefe-Beta-Glucane können das Immunsystem „trainieren“. Beta-Glucane kommen im Prinzip auch in den Zellwänden der Erreger vor. Das angeborene Immunsystem reagiert daher auf sie. Durch die Einnahme von Hefe-Beta-Glucanen wird der Körper sozusagen auf die Infektabwehr vorbereitet, ohne mit einem „echten“ Erreger in Kontakt zu kommen.

Eine hochwertige Studie zeigt, dass Marathonläufer durch die Einnahme von Hefe-Beta-Glucanen seltener unter Infekten der oberen Atemwege litten als Marathonläufer, die keine Hefe-Beta-Glucane einnahmen. Ein Marathon ist eine große körperliche Belastung. Das kann die Tätigkeit des Immunsystems kurzfristig beeinträchtigen und zu einer höheren Infektanfälligkeit führen. In einer Vorstudie steigerten Hefe-Beta-Glucane bei Sportlern zudem die Produktion von wichtigen Botenstoffen des Immunsystems.

Doch Beta-Glucane aus Hefe sind nicht nur bei Sportlern wirksam. Einer kleinen hochwertigen Studie zufolge scheinen sie auch Kindern mit chronischen Atemwegsproblemen zu helfen: Nach 30-tägiger Einnahme hatten sie mehr Antikörper im Speichel. Antikörper sind spezielle Eiweiße, die einen Erreger (Antigen) erkennen und so bei dessen Bekämpfung helfen. Darüber hinaus verringerten Hefe-Beta-Glucane das Infektionsrisiko nach einer Operation – so das Ergebnis einer kleinen hochwertigen Studie.

Zwar wurde nicht in allen Studien ein Einfluss auf das Immunsystem nachgewiesen, dennoch sind viele Hinweise zur Wirksamkeit von Hefe-Beta-Glucanen vorhanden. Aufgrund der guten Verträglichkeit und der einfachen Anwendung ist die Einnahme einen Versuch wert.

Hefe-Beta-Glucane: Dosierung und Einnahmeempfehlung

Zur Unterstützung des Immunsystems empfehlen Mikronährstoff-Experten eine Dosierung von 250 bis 750 Milligramm Hefe-Beta-Glucane pro Tag.

Beta-Glucane aus Hefe sollten mit etwas Flüssigkeit zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Tagesportion kann dabei auf mehrere Mahlzeiten aufgeteilt werden.

Hefe-Beta-Glucan als Kapsel und in Pulverform
Beta-Glucane sind spezielle Ballaststoffe. Vor allem die aus Hefe haben einen immunstärkenden Effekt. Der Grund: sie sind speziell miteinander verknüpft. Bild: eskymaks/iStock/Getty Images Plus

Hefe-Beta-Glucane: zu beachten bei Erkrankungen

Hefe-Beta-Glucane könnten laut Tierstudien die Bildung von Granulomen in der Leber und Lunge fördern sowie autoimmune Gelenkerkrankungen (Rheumaknoten) verstärken. Bei Menschen wurde ein solcher Effekt bisher nicht nachgewiesen. Zur Sicherheit sollte die Einnahme von Beta-Glucanen aus Hefe bei Granulomen oder Rheuma aber mit dem Arzt abgesprochen werden.

Probiotika stärken die Immunantwort im Darm

Wirkweise von Probiotika

Probiotika sind lebende Mikroorganismen (meist Bakterien), die sich im Darm ansiedeln und sich positiv auf die vorhandene Darmflora auswirken. Sie verdrängen zum Beispiel krankmachende Bakterien und stärken die Barrierefunktion des Darms. Darüber hinaus fördern Probiotika die körpereigene Immunantwort: sie „trainieren“ die Abwehrzellen im Darm. Man nennt sie auch das „Darm-assoziierte Immunsystem“. Gerät die Darmflora aus der Balance, kann dies erhebliche Auswirkungen auf die Abwehrkräfte und die Infektanfälligkeit haben. Eine Ernährung mit viel Fett und Zucker kann ein solches Ungleichgewicht hervorrufen.

Die Wirkung von Probiotika auf das Immunsystem wird durch zahlreiche Studien untermauert: Forscher kamen durch eine Auswertung mehrerer Studien zu dem Ergebnis, dass Probiotika Harnwegsinfekten vorbeugen können – sowie die Behandlung bestehender Infekte unterstützen. Auch gibt es erste Daten darüber, dass Probiotika bei Kindern die Anfälligkeit für Mittelohrentzündungen senken und die Wirksamkeit von Grippeimpfungen (Influenza) erhöhen.

Insgesamt können Probiotika über viele Mechanismen vor Infektionen schützen – zum Beispiel auch vor Durchfall bei Antibiotika-Therapie. Bei Menschen, die nicht erheblich durch eine Erkrankung geschwächt sind, sind Probiotika eine gute Möglichkeit, das Immunsystem langfristig zu unterstützen.

Probiotika: Dosierung und Einnahmeempfehlung

Mikronährstoff-Experten empfehlen zur Stärkung des Immunsystems eine Menge von 1 bis 20 Milliarden (1 bis 20 x 109) Keimen (koloniebildenden Einheiten) pro Tag. Besonders sinnvoll ist ein Präparat mit verschiedenen Laktobazillen und Bifidobakterien. Präparate gibt es in Form von Kapseln oder als Pulver zum Einrühren in Wasser oder Speisen wie Joghurt.

Damit gesundheitsförderliche Effekte spürbar werden, müssen Probiotika über einen längeren Zeitraum regelmäßig eingenommen werden. Sobald man damit aufhört, nimmt auch die Zahl der probiotischen Bakterien im Darm wieder ab.

Tipp

Nehmen Sie Probiotika am besten in Kombination mit Präbiotika zu sich. Präbiotika sind bestimmte Ballaststoffe, die den probiotischen Bakterien als Nahrung dienen – zum Beispiel resistente Stärke oder Dextrine. Sie fördern die Vermehrung der Probiotika.

Probiotika: zu beachten bei Histaminintoleranz und Erkrankungen

Einige probiotische Bakterien bilden möglicherweise Histamin im Darm – zum Beispiel Lactobacillus casei, Lactobacillus delbrueckii ssp. bulgaricus, Lactobacillus reuteri, Lactococcus lactis und Enterococcus faecium. Sie können bei einer Histaminintoleranz Beschwerden hervorrufen.

Personen mit einem sehr stark geschwächten Immunsystem sollten keine Probiotika einnehmen – oder nur nach Rücksprache mit dem Arzt. Zum Beispiel könnten Laktobazillen bei Menschen mit Aids Infektionen hervorrufen, da die Bakterien in den Blutkreislauf gelangen. Andererseits wurden bereits Studien mit HIV-Patienten durchgeführt, in denen es auch bei langer Probiotikaeinnahme keine negativen Auswirkungen gab. Im Zweifelsfall sollte der Arzt zu Rate gezogen werden.

Personen mit zentralen Venenzugängen (zum Beispiel bei Chemotherapie), Herzklappenerkrankungen oder dem Kurzdarmsyndrom sollten ebenfalls keine Probiotika einnehmen.

Chlorella kann die Aktivität der Abwehrzellen steigern

Wirkweise von Chlorella

Illustration der Zellen eines Immunsystems
Chlorella-Algen stimulierten in Studien verschiedene Zellen des Immunsystems – zum Beispiel die Aktivität der natürlichen Killerzellen. Bild: toonishwarhead/iStock/Getty Images Plus

Chlorella-Algen enthalten zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe sowie Pflanzenstoffe und können vermutlich die Funktion des Immunsystems verbessern. Verschiedene Studien verdeutlichen die Wirkung von Chlorella auf unsere Immunabwehr: In einer hochwertigen Studie nahm beispielsweise die Aktivität bestimmter Abwehrzellen zu, wenn die Teilnehmer Chlorella einnahmen. Ergebnisse einer Vorstudie zeigen außerdem, dass Chlorella die Menge an Antikörpern im Speichel erhöht. Das weist auf eine bessere Abwehrfunktion der Mundschleimhaut hin.

Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass Chlorella das Ansprechen auf die Grippeschutzimpfung verbessert. Der Effekt war allerdings nur bei älteren Teilnehmern der hochwertigen Studie zu beobachten.

Die ersten Ergebnisse zur Wirkung von Chlorella-Algen sind vielversprechend, müssen aber noch in weiteren Studien bestätigt werden. Die Einnahme ist zur Stärkung des Immunsystems jedoch einen Versuch wert.

Chlorella: Dosierung und Einnahmeempfehlung

Zur Unterstützung des Immunsystems können pro Tag bis zu 6.000 Milligramm Chlorella-Pulver sinnvoll sein. Mikronährstoff-Experten empfehlen meist einen Extrakt. Dieser kann niedriger dosiert werden: bis zu 2.400 Milligramm pro Tag.

Nehmen Sie Chlorella-Extrakt oder die getrockneten Algen (Pulver) am besten zu einer Mahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit ein.

Tipp

Bei Chlorella-Präparaten ist die Qualität besonders wichtig: Chlorella bindet Umweltgift und wird deshalb auch zur Entgiftung empfohlen. Jedoch kann die Alge auch Umweltgifte aus dem Wasser binden. Kaufen Sie deshalb nur Präparate aus kontrolliertem Anbau. Sie sind nicht mit Schadstoffen verunreinigt.

Grüntee-EGCG kann die Wahrscheinlichkeit für Erkältungen und Grippe senken

Wirkweise von Grüntee-EGCG

In grünem Tee stecken gesundheitsfördernde Pflanzenstoffe, unter anderem sogenannte Catechine.  Das bekannteste ist EGCG (Epigallocatechingallat). EGCG stimuliert wahrscheinlich das Immunsystem: In Laboruntersuchungen wurde die Vermehrung bestimmter Abwehrzell-Typen gefördert. Daneben hat EGCG antibakterielle und antivirale Eigenschaften.

Das regelmäßige Trinken von grünem Tee könnte vor allem Kinder vor Erkältungskrankheiten schützen – so das Ergebnis einer Beobachtungsstudie. Auch eine hochwertige Studie mit Kindern sowie Erwachsenen zeigt eine Wirkung: Während der Einnahme von Grüntee-Extrakt litten die Teilnehmer seltener unter Erkältungs- und Grippesymptomen. In einer weiteren hochwertigen Studie verringerten Grüntee-Catechine in Kombination mit Theanin die Wahrscheinlichkeit, an einer Grippe zu erkranken. Theanin ist eine Aminosäure, die ebenfalls in grünem und schwarzem Tee steckt.

Grüntee-Catechine scheinen Infektionen vorzubeugen. Zwar muss der mögliche immunstimulierende Effekt noch weiter untersucht werden, erste Studien sind aber vielversprechend. Grüntee-Extrakt ist gut verträglich. Die Einnahme ist in der Erkältungssaison einen Versuch wert.

Grüntee-EGCG: Dosierung und Einnahmeempfehlung

Zur Unterstützung des Immunsystems können täglich 200 bis 400 Milligramm EGCG sinnvoll sein. Mikronährstoff-Mediziner empfehlen meist Grüntee-Extrakt in Form von Kapseln. Grüntee-Extrakt enthält EGCG in einer höheren Menge als zum Beispiel Grüntee-Pulver.

Grüntee-Präparate sollten wegen der besseren Verträglichkeit immer zusammen mit einer Mahlzeit und etwas Flüssigkeit eingenommen werden.

Grüntee-EGCG: zu beachten in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Erkrankungen sowie Medikamenteneinnahme

Frau springt im Schnee in die Luft
Bei häufigen Erkältungen im Winter kann ein Mikronährstoffmangel die Ursache sein. Geschlossene Räume und trockene Luft sind Herausforderungen für das Immunsystem, da dies günstige Bedingungen für Viren sind. Umso wichtiger ist es, dass es richtig funktioniert. AlekZotoff/iStock/Getty Images Plus

Es gibt noch keine Studien zur Sicherheit von Grüntee-Extrakt in der Schwangerschaft und Stillzeit. Daher sollte kein Grüntee-Extrakt eingenommen werden. Auch ist die Einnahme bei Kindern unter 18 Jahren noch nicht hinreichend untersucht. Ein Arzt sollte über die Einnahme entscheiden.

In seltenen Fällen erhöhte Grüntee-EGCG ab einer Dosierung von 600 Milligramm die Leberwerte. Der Grund könnten Verunreinigungen sein. Haben Sie Leberprobleme oder kommen Leberprobleme in Ihrer Familie vor, besprechen Sie die Einnahme mit dem Arzt.

Bestimmte Stoffe in grünem Tee blockieren die Aufnahme von Medikamenten im Darm. Dazu zählen  Wirkstoffe wie Bisoprolol (zum Beispiel Bisoprolol®, Concor®) oder der Blutdrucksenker Nifedipin (etwa Adalat®, Aprical®, Nifical®). Zwischen der Einnahme der Medikamente und dem Teetrinken oder der Einnahme der Grüntee-Kapseln sollten mindestens vier Stunden liegen.

Grüner Tee kann die Wirkung des Krebsmittels Bortezomib (Velcade®) aufheben. Wenn Sie Grüntee-Extrakt bei einer Krebstherapie einnehmen wollen, sollten Sie das mit dem Arzt abstimmen.

Dosierungen auf einen Blick

Empfehlung pro Tag zur Unterstützung des Immunsystems

 

 

Vitamine

Vitamin D

1.000 bis 4.000 Internationale Einheiten (IE)

Vitamin C

200 bis 400 Milligramm (mg)

  
 

Mineralstoffe

Zink

10 bis 15 Milligramm

  
 

Sonstige

Hefe-Beta-Glucane

250 bis 750 Milligramm

Probiotika (Laktobazillen und Bifidobakterien)

1 bis 20 Milliarden (1 bis 20 x 109) koloniebildende Einheiten (KBE)

Chlorella-Extrakt

Bis zu 2.400 Milligramm

Grüntee-EGCG

200 bis 400 Milligramm

 

Sinnvolle Laboruntersuchungen auf einen Blick

Sinnvolle Blutuntersuchungen bei Immunschwäche

 

 

Optimalwerte

Vitamin D

40 bis 60 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml)

 

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Zusammenfassung

Mikronährstoffe unterstützen und stärken das Immunsystem auf unterschiedliche Weise: Vitamin D aktiviert das Immunsystem und verbessert die Barrierefunktion unserer Schleimhäute. Vitamin C hilft, Immunzellen anzulocken und schützt sie gleichzeitig vor Schäden durch freie Radikale. Zink unterstützt die Vermehrung von Abwehrzellen und verbessert ihre Funktion. Zink kann sowohl die Häufigkeit als auch die Dauer und Schwere von Erkältungen herabsetzen, wenn es rechtzeitig eingenommen wird.

Neben Vitaminen und Mineralstoffen kommen im Rahmen der Mikronährstoff-Medizin zudem andere Substanzen zum Einsatz: Hefe-Beta-Glucane trainieren das Immunsystem und verbessern dadurch die Infektabwehr. Ähnlich dürfte Chlorella wirken. Probiotika stärken die Barrierefunktion des Darms und fördern viele Prozesse bei der Immunantwort. Eine stimulierende Wirkung nimmt man auch für Grüntee-Catechine an, wie für EGCG. EGCG hat darüber hinaus antibakterielle und antivirale Eigenschaften. So könnte es das Risiko für Atemwegsinfekte senken.

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Verzeichnis der Studien und Quellen

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