Depressive Verstimmung mit Mikronährstoffen behandeln

Wie Mikronährstoffe die Behandlung von depressiver Verstimmung unterstützen können

Eine depressive Verstimmung ist eine vorübergehende Niedergeschlagenheit. Sie wird durch Lebensumstände, körperliche Erkrankungen, aber auch durch Mangelzustände ausgelöst. Erfahren Sie hier, wie eine Mikronährstofftherapie hilft und wie Sie damit Ihre Seele unterstützen. Bestimmte Mikronährstoffe wirken als natürliche Stimmungsaufheller, die auch eine Behandlung mit Antidepressiva verbessern können.

Frau lehnt an Fenster mit geschlossenem Rollladen
Die häufigsten Ursachen für eine depressive Verstimmung sind gewisse Lebensumstände, Stress, genetische Veranlagung und hormonelle oder körperliche Ursachen. Bild: MarinaZg/iStock/Getty Images Plus

Ursachen und Symptome

Ursachen einer depressiven Verstimmung

Eine Depression ist ein länger anhaltendes Stimmungstief. In der Medizin wird bei Depressionen zwischen verschiedenen Schweregraden unterschieden. Man kann sie anhand der Symptome einteilen. Es gibt leichte, mittelschwere und schwere Depressionen. Bei leichten Formen spricht man auch von „depressiver Verstimmung“. Davon abzugrenzen ist das Burn-out-Syndrom, Stress sowie Erschöpfung und chronische Müdigkeit

Depressive Verstimmungen haben oft mehr als eine Ursache: Körperliche und genetische Faktoren sowie psychische Einflüsse verstärken sich gegenseitig. Diese Faktoren lösen bei den Betroffenen ein Ungleichgewicht von Überträgersubstanzen im Gehirn aus, wie Serotonin (dem Glückshormon), Noradrenalin und Dopamin. Dadurch verändern sich die Gehirnaktivitäten. Das hat Folgen auf das Denken und die Gefühle.

Die häufigsten Ursachen für Depressionen oder depressive Verstimmungen sind:

Lebensumstände: Belastende Lebensereignisse können Auslöser depressiver Verstimmungen sein. Dazu gehören Liebeskummer, der Verlust eines nahestehenden Menschen oder Einsamkeit. Wenn man innerhalb von zwei Wochen nicht wieder in die Balance kommt, könnte eine Depression vorliegen.

Stress: In Stresssituationen wird im Gehirn die Produktion von Serotonin gehemmt. Hält der Stress über mehrere Jahre an, besteht die Gefahr, dass sich die Serotoninproduktion nicht mehr normalisiert. Der Serotoninspiegel bleibt niedrig, was zu Depressionen führen kann.

Genetische Veranlagung: Studien haben nachgewiesen, dass eine genetische Ursache bei depressiven Verstimmungen wahrscheinlich ist. Angehörige ersten Grades (Eltern oder Kinder) haben ein um 50 Prozent erhöhtes Risiko, ebenfalls zu erkranken.

Hormonelle Ursachen: Eine Umstellung der Hormone in der Frühschwangerschaft sowie während der Pubertät kann eine mögliche Ursache sein. Ebenso treten Verstimmungen während der Periode oder kurz davor auf (PMS). Auch hormonelle Verhütungsmittel (Pille) oder die Wechseljahre lösen oft eine depressive Stimmung aus.

Körperliche Ursachen: Das Gehirn reagiert sensibel auf den Stoffwechsel des Körpers.

  • Schilddrüsenunterfunktion (zum Beispiel bei Hashimoto): Erkrankungen der Schilddrüse können depressive Verstimmungen auslösen. Schilddrüse und Psyche stehen in einem engen Zusammenhang.
  • Diabetes: Gestörte Blutzuckerwerte beeinflussen den gesamten Stoffwechsel, auch den der Nerven. Zudem hängen depressive Verstimmungen mit einer gestörten Zuckerverwertung zusammen: Bei Depressiven ist das Stresshormon Cortisol erhöht. Cortisol wiederum verringert die Wirkung des blutzuckersenkenden Insulins.
  • Fruktoseintoleranz: Es gibt Hinweise darauf, dass bei Fruktoseintoleranz zu wenig Tryptophan aufgenommen wird. Dies ist der Grundstoff für das Glückshormon Serotonin.

Schwere Erkrankungen: Körperliche Einschränkungen durch Krankheiten, dauerhafte Versehrtheit, Schmerzen oder Pflegebedürftigkeit belasten den Alltag und machen Menschen anfälliger für Depressionen.

So macht sich eine depressive Verstimmung bemerkbar: Symptome

Die Symptome werden nach den geltenden Richtlinien (ICD10-Klassifikation oder „Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“) in Haupt- und Nebensymptome aufgeteilt.

Von den drei Hauptsymptomen treten bei einer Depression mindestens zwei auf. Bei einer depressiven Verstimmung liegt nur eines vor:

  • Die Betroffenen erleben ein Stimmungstief oder haben traurige Gedanken.
  • Depressive verlieren das Interesse am Leben. Sie regieren weder auf Trauer noch Freude oder Zuspruch. Es können auch Gefühllosigkeit und innere Leere vorliegen.
  • Antriebslosigkeit: Die Betroffenen haben nicht die Kraft, etwas in Angriff zu nehmen. Das führt auch dazu, dass sie sich selbst, den Haushalt oder menschliche Kontakte vernachlässigen.

Zu den Nebensymptomen zählen Anzeichen wie ein gestörtes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Schuldgefühle und eine negative Zukunftserwartung. Darüber hinaus können viele allgemeine Beschwerden hinzutreten wie Müdigkeit, Schlafstörungen, Nervosität, Unruhe, Gedächtnisstörungen und Angstzustände. Die Erkrankung zeigt sich mitunter auch körperlich: Kopfschmerzen, Übelkeit und Probleme mit dem Kreislauf können Anzeichen sein. Bei den Betroffenen können sowohl Appetitlosigkeit mit Gewichtsverlust als auch Heißhunger auftreten. Je mehr Nebensymptome zutreffen, desto schlimmer ist die Depression.

Die Depression verläuft sehr unterschiedlich. Manchmal bleibt es bei einer depressiven Episode. Andere Menschen werden im Laufe des Lebens immer wieder oder dauerhaft beeinträchtigt.

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Ziele der Behandlung

Wie wird depressive Verstimmung klassisch behandelt?

Frau sitzt vor einer Lichttherapie-Lampe
Depressive Verstimmungen werden unterschiedlich behandelt: zum einen psychotherapeutisch und zum anderen medikamentös. Bild: Rocky89/iStock

Depressive Verstimmungen werden psychotherapeutisch und medikamentös behandelt. In der Psychotherapie geht es darum, die auslösenden Denkmuster der Betroffenen zu erkennen und zu verändern. Die kognitive Verhaltenstherapie gibt Anregungen zu neuen Verhaltensweisen. Auch Verfahren wie Lichttherapie, Sport- und Bewegungstherapie sowie Entspannungsübungen helfen Betroffenen, die Balance zurückzuerlangen. Bei leichteren Formen kommt die individuelle Selbsthilfe infrage. Angehörige können bei schweren Zuständen auch bei der Bewältigung des Alltags Hilfe anbieten oder Informationen zu Hilfsangeboten zusammentragen. Sie können dem Betroffenen allerdings nicht abnehmen, selbst aktiv zu werden.

Für die medikamentöse Therapie gibt es verschiedene Mittel: Sie wirken, indem sie verhindern, dass ausgeschüttetes Stimmungshormon Serotonin wieder aufgenommen wird. Damit verlängert sich die stimmungsaufhellende Wirkung des Hormons.

  • Serotonin Wiederaufnahmehemmer mit Wirkstoffen wie Fluoxetin (Fluxet®, Mutan®) und Escitalopram (Cipralex®)
  • Trizyklische Antidepressiva mit Wirkstoffen wie Doxepin (Aponal®), Amitryptilin (Tryptizol®) oder Clomipramin (Anafranil®)
  • Tetrazyklische Antidepressiva mit Wirkstoffen wie Mirtazapin (Remergil®)

Info

Manche Antidepressiva verstärken die Handlungsbereitschaft. Dann besteht die Gefahr, dass die Erkrankten Selbstmordabsichten in die Tat umsetzen. Schwerere Depressionen sollten daher immer vom Arzt behandelt werden. Bei einer Depression ist der Hausarzt die erste Anlaufadresse. Er kann zu einem Psychotherapeuten oder Psychiater überweisen

Ziele der Mikronährstoffmedizin: natürliche Stimmungsaufheller gegen Depression?

Wer dauernd traurig ist, sollte sich über Mangelerscheinungen Gedanken machen. Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig für den Stoffwechsel im Gehirn: Lebensmittel wie Fisch, Gemüse, Olivenöl und Getreide können depressive Verstimmungen mildern. Studien belegen, dass die gezielte Verwendung von Mikronährstoffen die klassische Therapie unterstützen kann. Dazu zählen:

Einige Mikronährstoffe eignen sich sehr gut, um eine Therapie mit Antidepressiva zu unterstützen. Verschiedene Mittel, die den Serotoninspiegel erhöhen, sollten allerdings nicht kombiniert werden. Zu beachten wäre dies bei hoch dosiertem Tryptophan, Griffonia (5-HTP), S-Adenosyl-Methionin und Johanniskraut.

Gesunde Lebensmittel wie Lachs, Granatapfel, Brokkoli, Avocado, Grapefruit auf einer Fläche liegend
Depressive Verstimmungen können durch eine ausgewogene Ernährung abgeschwächt werden. Bild: Lisovskaya/iStock/Getty Images Plus

Info

Eine Selbstmedikation ist nur bei depressiver Verstimmung angebracht. Bei schwereren Depressionen sollte die Mikronährstofftherapie unter Aufsicht erfolgen. Der Arzt oder Mikronährstoff-Experte kann auch bestimmen, welche Mittel kombiniert werden sollten.

Behandlung mit Mikronährstoffen

Tryptophan: Vorstufe der Glückshormone

Wirkweise von Tryptophan: Standard bei der Behandlung depressiver Verstimmung

Die Aminosäure Tryptophan ist die Vorstufe des Glückshormons Serotonin. Erste Studien zeigen, dass der Tryptophanspiegel im Blut von Betroffenen oft niedriger ist als bei Gesunden. Ursache könnte ein gestörter Tryptophanstoffwechsel sein: Enzyme bauen bei Depressiven Tryptophan vermehrt ab. Es kann dann nicht mehr in Serotonin umgewandelt werden.

Die Ergänzung von Tryptophan wäre eine Möglichkeit, das fehlende Tryptophan zu ergänzen. Positive Wirkungen von Tryptophan bei depressiven Verstimmungen wurden in kleineren Studien nachgewiesen: Tryptophan führte zu einer verbesserten Stimmung. Bei Scheinmedikamenten dagegen zeigte sich keine Wirkung. Noch fehlen allerdings große hochwertige Studien.

Hinzu kommt: Beim Abbau von Tryptophan entsteht vermehrt der Stoff „Kynurenin“. Er gilt als eine Ursache für Depressionen. Aufgrund des gestörten Tryptophanstoffwechsels reicht es oft nicht aus, bei Depressionen nur Tryptophan zu ergänzen. Die Tendenz in der Mikronährstoffmedizin geht deshalb dahin, den Tryptophanstoffwechsel mit anderen Mikronährstoffen zu normalisieren – zum Beispiel mit Antioxidantien und entzündungshemmenden Nährstoffen. Oxidativer Stress und Entzündungen fördern den Abbau von Tryptophan. So könnte dem gestörten Tryptophanstoffwechsel entgegengewirkt werden.


Tryptophan: Dosierung und Einnahmeempfehlung

Mikronährstoff-Experten empfehlen bei depressiven Verstimmungen 1.000 bis 3.000 Milligramm Tryptophan pro Tag. Die Einnahme sollte idealerweise zwischen den Mahlzeiten erfolgen. Ein Abstand von etwa zwei Stunden zu einer kohlenhydrathaltigen Mahlzeit ist ideal: Ist der Insulinspiegel noch leicht erhöht, gelangt Tryptophan leichter ins Gehirn. Alternativ sind kohlenhydratreiche Getränke geeignet.

Wird Tryptophan für eine bessere Magenverträglichkeit doch zum Essen genommen, sollte es nicht mit eiweißreichen Lebensmitteln wie Fleisch und Eier eingenommen werden. Andere Aminosäuren aus Eiweißen nutzen dieselben Transporter ins Gehirn. Damit würde Tryptophan nur wenig effektiv vom Blut ins Gehirn gelangen.

Nach drei bis vier Wochen sollte ein Arzt oder Mikronährstoff-Experte den Zustand kontrollieren und festlegen, ob Tryptophan länger genommen werden sollte.

Tipp

Folgende Mikronährstoffe sind außerdem sinnvoll, um den Tryptophanstoffwechsel zu normalisieren:

  • Vitamin C, E, Resveratrol und Grüntee-EGCG dürften den Abbau von Tryptophan hemmen. Das zeigen erste Studien. Sie senken auch entzündliche Aktivitäten.
  • Für einen funktionierenden Tryptophanstoffwechsel sind Zink, Kupfer, Magnesium und Mangan wichtig. Daneben braucht man B-Vitamine.
  • Probiotika und Omega-3-Fettsäuren  könnten laut ersten Studien den Tryptophanstoffwechsel normalisieren.

Tryptophan: zu beachten in der Schwangerschaft, bei Erkrankungen und Medikamenten

Zur Sicherheit von L-Tryptophan in Schwangerschaft und Stillzeit liegen derzeit keine Studien vor. Auch für Kinder und Jugendliche sind keine Daten verfügbar.

Personen mit Lebererkrankungen (Leberzirrhose) sollten Tryptophan nicht einnehmen, es kann dann nur schwer abgebaut werden. Vorsicht geboten ist auch bei Erkrankungen der Niere oder Bluthochdruck. Bei chronischen Infektionen und Entzündungen sollte man ebenfalls ohne ärztlichen Rat kein L-Tryptophan einnehmen. Das gilt auch für Stoffwechselerkrankungen (Diabetes) und Nervenerkrankungen.

Hoch dosiertes Tryptophan könnte das Serotoninlevel zu stark erhöhen. Das ist vor allem bei Kombination mit anderen Wirkstoffen der Fall, die ebenfalls in den Serotoninstoffwechsel eingreifen. Dazu zählen beispielsweise Serotonin-Wiederaufnahmehemmer gegen Depressionen (zum Beispiel Citalopram wie Cipramil® oder Fluoxetin wie Fluctin®). Betroffen sind möglicherweise auch andere Nährstoffe wie 5-Hydroxytryptophan (5-HTP), S-Adenosyl-Methionin (SAM) oder Extrakte aus Johanniskraut. Diese Kombination könnte das Risiko eines Serotoninsyndroms erhöhen. Dann ist zu viel Serotonin im Körper vorhanden.

Außerdem darf Tryptophan nicht kombiniert werden mit:

  • Monoaminoxidasehemmern wie Selegilin (Antiparkin®, Jutagilin®) oder Levodopa (L-Dopa wie Levopar®) gegen Parkinson
  • Medikamenten gegen psychische Erkrankungen mit Phenothiazinen (zum Beispiel Chlorpromazin wie Fenactil® und Thorazine®) sowie Benzodiazepinen (wie Bromazepam (Lexotanil®), Alprazolam (Tafil®) oder (Frisium®))
  • Procarbazin (Arzneimittel gegen Krebs; Natulan®)
  • Dextromethorphan (zum Beispiel in Hustenstiller-ratiopharm®)
  • Antibiotikum Furazolidon (wie Ardeytropin®)

Griffonia: Heilpflanze mit Serotoninvorstufe

Wirkweise von Griffonia

Chemische Formel für Serotonin mit Stift gezeichnet
Die Einnahme von 5-HTP (Serotonin-Vorstufe), das aus Griffonia gewonnen wird, kann depressive Verstimmungen lindern. Bild: Ekaterina79 /iStock/Getty Images Plus

5-Hydroxytryptophan (5-HTP) aus Griffonia simplicifolia (afrikanische Schwarzbohne) hat eine ähnliche Wirkweise wie Tryptophan. Es ist die Zwischenstufe zwischen Tryptophan und Serotonin. 5-HTP überwindet leicht die Blut-Hirn-Schranke und gelangt so in das Gehirn. Dort erhöht es die Bildung von Serotonin. Auf diese Weise ist 5-HTP eine Alternative zu Tryptophan, zum Beispiel immer dann, wenn Tryptophan keine Wirkung zeigt.

Einige Studien bestätigen, dass die Einnahme von 5-HTP depressive Verstimmungen lindert. Von elf hochwertigen Studien lieferten fünf ein überzeugend positives Ergebnis. Die Ergebnisse können als Hinweis für die Wirkung von Griffonia gesehen werden. Weitere Studien sind wünschenswert.

Erfahrungen aus der ärztlichen Praxis sind ebenfalls ermutigend: Griffonia wird seit 30 Jahren bei Depressionen, Angstzuständen und Schlafstörungen eingesetzt.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Griffonia

Mikronährstoff-Experten empfehlen zwischen 150 und 300 Milligramm 5-HTP aus Griffonia-Extrakt pro Tag. Die Dosis sollte dabei auf drei Einzeldosen aufgeteilt werden – zum Beispiel morgens, mittags und abends.

5-HTP sollte unter ärztlicher oder therapeutischer Kontrolle und nicht dauerhaft eingenommen werden. Es ist nicht ganz geklärt, ob der Wirkstoff zur Suchterscheinungen führen kann. Griffonia-Extrakt wird meist drei Monate lang angewendet. Langzeituntersuchungen fehlen noch.

Um die Verträglichkeit für den Magen zu erhöhen, ist die Einnahme zum Essen sinnvoll. Die Mahlzeit sollte jedoch eiweißarm sein – zum Beispiel ohne Fleisch, Hülsenfrüchte oder Milchprodukte. Eine eiweißarme Mahlzeit verbessert wahrscheinlich die Aufnahme von 5-HTP ins Gehirn.

Tipp

Zur Umwandlung von 5-HTP zu Serotonin sind Vitamin B6 und Magnesium notwendig. Darum sollte man auf eine ausreichende Versorgung mit diesen Mikronährstoffen achten.

Griffonia: zu beachten in der Schwangerschaft und Stillzeit und bei Medikamenten

Der Einsatz von 5-HTP in Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht ausreichend erforscht. Schwangere und Stillende sollten daher auf die Einnahme verzichten.

Der kombinierte Einsatz mit Antidepressiva oder anderen Mikronährstoffen, die in den Serotoninstoffwechsel eingreifen, sollte vermieden werden. Dazu zählen hoch dosiertes Tryptophan, SAM oder Antidepressiva aus der Klasse der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (zum Beispiel Escitalopram wie Cipralex® oder Venlafaxin wie Trevilor retard®). Bei gleichzeitiger Einnahme droht möglicherweise ein Serotoninüberschuss (Serontoninsyndrom).

B-Vitamine für den Gehirnstoffwechsel

Wirkweise von Vitaminen der B-Gruppe

Vitamine der B-Gruppe helfen im Gehirn, den optimalen Stoffwechsel zu erhalten:

  • Vitamin B6  ist am Aufbau wichtiger Botenstoffe (Neurotransmitter) wie Serotonin und des Schlafhormons Melatonin beteiligt. Vitamin-B6-Mangel und depressive Verstimmungen werden oft zusammen festgestellt.
  • Folsäure und Vitamin B12 sind wichtig für den Abbau von Homocystein. Depressive Menschen haben häufig einen Mangel an Folsäure und Vitamin B12 sowie einen erhöhten Homocysteinspiegel. Zu hohe Homocysteinwerte werden mit Depressionen in Verbindung gebracht.
  • Vitamin B1 hat als Coenzym des Kohlenhydratstoffwechsels eine hohe Bedeutung für die Energiegewinnung im Gehirn.
  • Vitamin B2 wird für die Aktivierung von Vitamin B6 und im Folsäurestoffwechsel benötigt.

Eine kleine, aber hochwertige Studie untersuchte die Wirkung eines Multivitaminpräparates auf die Stimmungslage. Enthalten waren B-Vitamine (B1, B2, B6, B12, Folsäure, Biotin, Niacin, Pantothensäure), Vitamin C und die Mineralstoffe Calcium, Magnesium und Zink. Nach vier Wochen wurde bereits eine Verringerung der depressiven Verstimmung beobachtet. Da Studien mit einzelnen Vitaminen oft nicht erfolgreich abschnitten, schließen die Autoren daraus, dass eine breite Mischung für die Wirkung wichtig ist. Vitamin B12 und Folsäure sollten bei einer Depression immer ausreichend zur Verfügung stehen.

B-Vitamine: Dosierung und Einnahmeempfehlung

Bei depressiven Verstimmungen empfiehlt sich ein Vitamin-B-Komplex mit folgenden Dosierungen:

  • B1: 2 bis 5 Milligramm
  • B2: 4 bis 7 Milligramm
  • B6: 2 bis 5 Milligramm
  • B12: 15 bis 25 Mikrogramm (als Methylcobalamin)
  • Folsäure: 200 bis 400 Mikrogramm (als direkt verfügbare 5-MTHF)

B-Vitamine sollten idealerweise im Komplex eingenommen werden, da sie nur zusammen optimal wirken. Empfohlen wird die Einnahme zur Mahlzeit.

Expertenwissen

Einige Menschen verwerten Folsäure nur eingeschränkt. Grund ist ein defektes Enzym, welches die aktive Wirkform 5-Methyltetrahydrofolat aus Folsäure nur unzureichend herstellt. Daher sollte die Zufuhr von Folsäure direkt in Form von 5-Methyltetrahydrofolat erfolgen.

Homocystein-, Folsäure- und Vitamin-B12-Spiegel im Labor bestimmen lassen

Bei depressiven Verstimmungen sollten die Risikofaktoren hoher Homocysteinspiegel, Folsäure- sowie der Vitamin-B12-Mangel ausgeschlossen werden. Es empfiehlt sich eine regelmäßige Blutkontrolle.

Um den Folsäurestatus festzustellen, bestimmt der Arzt Folat in den roten Blutzellen (Vollblut). Dieser Wert ist aussagekräftiger als der Serumwert (Blutflüssigkeit ohne rote Blutzellen). Die Normwerte liegen bei 250 bis 400 Mikrogramm pro Liter. Besteht ein Folsäuremangel, sollte auch der Vitamin-B12-Status überprüft werden: Die Anzeichen für Folsäure- und Vitamin-B12-Mangel ähneln sich und können sich gegenseitig „unsichtbar“ machen.

Vitamin B12 wird im Blutserum ermittelt (ohne rote Blutzellen). Die beste Methode ist die Bestimmung von Holotranscobalamin (HoloTC). Die Werte sollten für Holotranscobalamin über 54 Pikomol pro Liter liegen und für Vitamin B12 über 300 Pikogramm pro Milliliter.

Homocystein wird im Blutplasma bestimmt. Das ist der flüssige Teil des Blutes ohne Blutzellen. Als Normwerte gelten 5 bis 9 Mikromol pro Liter.

Zu beachten bei Folsäureeinnahme

Wird Folsäure in großen Mengen von mehr als 1.000 Mikrogramm eingenommen, kann ein Vitamin-B12-Mangel nicht mehr nachgewiesen werden. Vitamin-B12- und Folatmangel verursachen die gleichen Ergebnisse im Blutbild. Hoch dosierte Folsäure sollte daher immer kombiniert mit Vitamin B12 genommen werden.

Bei älteren Patienten muss vor der Folsäureeinnahme ein Vitamin-B12-Mangel ausgeschlossen werden.

B-Vitamine: zu beachten bei Erkrankungen, in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Medikamenten

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Einnahme von höher dosierten B-Vitaminen nur bei einem Mangel erfolgen. Daher wird die Rücksprache mit dem Arzt empfohlen.

Personen mit Nierenerkrankungen dürfen Vitamin B12 nur in Form von Methylcobalamin, nicht als Cyanocobalamin einnehmen. Denn es gibt Hinweise darauf, dass Cyanocobalamin in hohen Dosen für Nierenpatienten schädlich ist.

Eine gute Folsäureversorgung kann vor Krebs schützen. Unter bestimmten Bedingungen kann dauerhaft hoch dosierte Folsäure jedoch auch das Fortschreiten von Darm- und Prostatakrebs begünstigen oder bei Krebsvorstufen die Entwicklung von Krebs fördern. Daher sollte bei Krebs die Ergänzung von Folsäure über 200 Mikrogramm pro Tag mit dem Arzt abgesprochen sein. Eine Rücksprache gilt bei Krebs auch für Vitamin B12.

Folsäure vermindert die Wirkung einiger Antibiotika. Dazu gehören die Wirkstoffe Trimethoprim (Infectotrimet®), Proguanil (Paludrine®) und Pyrimethamin (Daraprim®).

Vitamin D ist essenziell fürs Gemüt

Wirkweise von Vitamin D

Frau steht am Meer und streckt Hand zur Sonne aus
Menschen mit depressiven Verstimmungen weisen oftmals einen Vitamin-D Mangel auf. Bild: francescoch /iStock/Getty Images Plus

Vitamin D wird mithilfe von Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet. Im Sommer reicht bereits eine geringe Menge Tageslicht aus, um die nötige Menge zu produzieren. Im Winter kommt es wegen Lichtmangels bei einigen Menschen zur sogenannten Winterdepression. Ein Vitamin-D-Mangel kommt bei Menschen mit Depression häufiger vor.

Schwangerschaftsdepression: Eine klinische Studie an mehr als 100 schwangeren Frauen zeigte, dass die tägliche Einnahme von 2.000 Internationalen Einheiten Vitamin D3 während der Schwangerschaft die Depressionen nach der Geburt senken konnte.

PMS-Syndrom: Vor und während der Periode kann es zu depressiven Verstimmungen kommen. Ebenso nach Absetzen der Pille. Studien geben Hinweise darauf, dass die Einnahme von Vitamin D eine sichere Methode zur Verbesserung von Stimmungsschwankungen im Zusammenhang mit PMS ist.

Ältere Menschen: Depressive Verstimmungen in den Wechseljahren oder im Alter können auf einen Vitamin-D-Mangel zurückgehen. Im Alter nimmt die körpereigene Produktion ab. Studien zeigen, dass ältere Personen mit einem geringen Vitamin-D-Spiegel ein höheres Risiko für Depressionen haben.

Weiteren Studien zeigten positive Auswirkungen von Vitamin D bei depressiven Verstimmungen. Einigen Studien fehlt es jedoch an Qualität, sodass die Wirkung nicht endgültig bewiesen ist. In jedem Fall sollte ein bestehender Vitamin-D-Mangel bei Depressionen ausgeglichen werden.

Zwei ältere Menschen am Strand
Im Alter nimmt die körpereigene Vitamin-D-Produktion ab. Dadurch können depressive Verstimmungen im Alter darauf zurückzuführen sein. Bild: Jacob Ammentorp Lund /iStock/Getty Images Plus

Vitamin D: Dosierung und Einnahmeempfehlung

Die Einnahme von Vitamin D ist abhängig von der aktuellen Versorgung: Bei einem starken Mangel sind für einen vom Arzt festgelegten Zeitraum höhere Dosierungen notwendig, um einen Mangel auszugleichen.

Je nach Spiegel werden bei depressiven Verstimmungen 1.000 bis 4.000 Internationale Einheiten pro Tag empfohlen. Als Faustregel gilt: Täglich 1.000 Internationale Einheiten zusätzlich zur körpereigenen Bildung erhöhen den Spiegel um 10 Nanogramm pro Milliliter.

Vitamin D sollte immer zum Essen eingenommen werden. Mithilfe des Fetts aus den Lebensmitteln gelangt es besser aus dem Darm ins Blut.


Vitamin-D-Spiegel im Labor bestimmen lassen

Ein Vitamin-D-Mangel kann bei einer Blutuntersuchung festgestellt werden. Bestimmt wird die Transportform im Blutserum (25-OH-Vitamin-D). Optimale Werte liegen zwischen 40 und 60 Nanogramm pro Milliliter.

Vitamin D: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Personen mit Nierenerkrankungen sollten Vitamin D nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt einnehmen: Sie haben einen gestörten Mineralstoffhaushalt und manchmal zu hohe Calciumspiegel. Da Vitamin D die Calciumaufnahme im Darm steigert, können die Spiegel im Blut zu stark ansteigen. Auch Personen mit calciumhaltigen Nierensteinen sollten vorher mit dem Arzt sprechen.

Bei der entzündlichen Bindegewebserkrankung Sarkoidose (Morbus Boeck) sollte Vitamin D nicht ohne ärztliche Kontrolle eingenommen werden. Auch sie haben häufig hohe Calciumspiegel im Blut, die unter Vitamin-D-Einnahme weiter steigen könnten.

Entwässerungsmittel (Diuretika) aus der Gruppe der Thiazide senken die Ausscheidung von Calcium – der Calciumspiegel im Blut ist erhöht. Da auch Vitamin D den Calciumspiegel hochtreibt, darf Vitamin D nur mit Thiaziden eingenommen werden, wenn der Calciumspiegel regelmäßig überprüft wird. Dies betrifft die Wirkstoffe Hydrochlorothiazid (Esidrix®), Xipamid (Aquaphor®) und Indapamid (Natrilix®).

Omega-3-Fettsäuren: Fette für die Nervenzellmembran

Wirkweise von Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren sind Bestandteil von Zellmembranen im Gehirn. Die Fettsäuren beeinflussen deren Eigenschaften positiv und regulieren die Übertragung von Nervensignalen durch Botenstoffe. Menschen mit depressiven Verstimmungen haben eine andere Membranzusammensetzung und deutlich weniger Omega-3-Fettsäuren im Blut. Der Körper nutzt Omega-3-Fettsäuren darüber hinaus, um antientzündliche Botenstoffe herzustellen. Verborgene Entzündungen werden mit depressiven Verstimmungen in Verbindung gebracht.

Eine Auswertung der verfügbaren Studien kommt zu dem Schluss, dass die Wirkung von Omega-3-Fettsäuren auf Depression relativ schwach ist. Bei einem direkten Vergleich der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA zeigte sich ein deutlich stärkerer stimmungsaufhellender Effekt für EPA. Daneben vermutet man, dass die Kombination mit klassischen Antidepressiva das Ansprechen auf die Medikamente verbessert. Insgesamt werden diese Informationen aus Studien als erste hoffnungsvolle Hinweise gewertet.

Verschiedene Nahrungsmittel, in denen Omega-3-Fettsäuren enthalten sind.
Bei depressiven Verstimmungen wird die Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren empfohlen. Diese können durch die Ernährung und durch Nahrungsergänzungsmittel abgedeckt werden. Bild: JulijaDmitrijeva /iStock/Getty Images Plus

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Omega-3-Fettsäuren

Bei depressiven Verstimmungen werden therapiebegleitend zwischen 1.000 und 2.000 Milligramm Omega-3-Fettsäuren pro Tag empfohlen. Der Bedarf kann durch die Ernährung mit viel Fisch gedeckt werden oder durch gereinigtes Fischöl in Form von Nahrungsergänzungsmitteln, wenn Sie zum Beispiel keinen Fisch mögen oder aufgrund der Schadstoffbelastung keinen Fisch essen möchten.

Besonders wichtig dabei ist ein hoher Gehalt an EPA, der aber nur bei Präparaten mit definierter Zusammensetzung garantiert werden kann. Präparate mit Omega-3-Fettsäuren sollten immer zum Essen eingenommen werden. So kann der Körper sie am besten aufnehmen.

Omega-3-Fettsäuren: zu beachten bei Erkrankungen und bei Medikamenten

Bei akuten Leber- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankung sollten keine Omega-3-Fettsäuren eingenommen werden. Auch bei Blutgerinnungsstörungen sollte die Einnahme mit dem Arzt abgeklärt werden. Omega-3-Fettsäuren können die Blutgerinnung herabsetzen.

Daher sind auch Wechselwirkungen mit Blutverdünnern möglich. Ab einer Dosierung von 1.000 Milligramm Omega-3-Fettsäuren könnte deren Wirkung verstärkt werden. Halten Sie Rücksprache mit dem Arzt.

Vor einer Operation sollten Sie mit einem Arzt besprechen, ob Sie Omega-3-Fettsäuren besser absetzen oder die Dosierung reduzieren sollten. Einige Ärzte empfehlen, ein bis zwei Wochen vor der Operation auf Omega-3-Präparate zu verzichten.

Probiotika für ein gutes Bauchgefühl

So wirken Probiotika

Illustration menschlicher Bakterien
Probiotika können eine positive Wirkung auf das Verhalten und die Stimmung haben. Bild: ClaudioVentrella/iStock/Getty Images Plus

Probiotika enthalten Mikroorganismen für den Darm. Sie sollen eine Fehlbesiedelung mit schlechten Darmkeimen verhindern. Stress und Krankheiten, aber auch ungesunde Ernährung können die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen. Die Darmflora ist mitverantwortlich dafür, wie wir uns fühlen: Die Stoffe, die sie produziert, erreichen auch das Gehirn. Die richtige Darmflora hilft, die Durchlässigkeit des Darms zu regulieren. Damit beeinflusst man, welche Substanzen das Blut und das Gehirn erreichen. Darüber hinaus senden die Darmnerven Signale an das Gehirn, die bei einer gestörten Darmflora verändert sein können.

Die Wirkung von Probiotika auf das Verhalten und die Stimmung ist bisher belegt durch viele Tierversuche und erste erfolgreiche Studien am Menschen. Groß angelegte und gut konzipierte klinische Studien werden die genauen Zusammenhänge in naher Zukunft klären.

Dosierung und Einnahmeempfehlung für Probiotika


Eine Wirkung der Probiotika ist ab einer bis zehn Milliarden KBE pro Tagesdosis zu erwarten. KBE bedeutet „koloniebildende Einheit“ und bezeichnet die Menge an enthaltenen Bakterien. Als wirksam haben sich Präparate mit Bifidobakterien und Laktobazilllen erwiesen. Mit der Zeit werden die Bakterien wieder ausgeschieden, sodass die Therapie dauerhaft erfolgen sollte.

Probiotische Bakterien sind auch in fermentierten Nahrungsmitteln enthalten wie Joghurt oder Sauerkraut. Hier ist die Bakterienzahl aber häufig deutlich geringer als bei hoch dosierten Präparaten. Darüber hinaus werden Lebensmittel häufig hitzebehandelt, sodass die Keime tot sind.


Probiotika: zu beachten bei Immunschwäche und Histaminintoleranz

Für Menschen, die ein geschwächtes Immunsystem haben, können Probiotika gefährlich werden. Daher sollten Schwerkranke, frisch Operierte oder sehr alte Personen sowie Menschen, deren Immunsystem etwa im Rahmen einer Chemotherapie herabgesetzt ist, nur in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt Probiotika einnehmen.

Es gibt Probiotika, die möglicherweise Histamin im Darm bilden und daher bei Menschen mit Histaminintoleranz Symptome auslösen können. Es handelt sich um folgende Bakterienarten: Lactobacillus casei, Lactobacillus delbrueckii ssp. bulgaricus, Lactobacillus reuteri, Lactococcus lactis und Enterococcus faecium.

Nerven brauchen Mineralstoffe wie Magnesium, Selen, Zink und Eisen

Wirkweise von Mineralstoffen

Mineralstoffe sind zum einen für die Nervenleitung zuständig (wie Magnesium), zum anderen fangen sie nervenschädigende Radikale ab (Selen und Zink). Daneben haben sie verschiedene Funktionen im Gesamtstoffwechsel der Nerven und werden für die Bildung von Nervenbotenstoffen benötigt:

Magnesium ist wichtig für die Nerven: Es ist bekannt, dass Magnesiummangel Nervenschäden und damit auch Depressionen verursacht. Eine Auswertung von elf Studien zeigt, dass eine geringe Magnesiumzufuhr mit einem erhöhten Risiko für Depressionen in Zusammenhang steht.

Selen beseitigt oxidativen Stress im Gehirn: Selen ist Teil des Schutzsystems für das Gehirn. Eine Studie liefert Hinweise, dass ein optimaler Selen-Serumspiegel zu einem verminderten Risiko für depressive Verstimmungen führt.

Zinkmangel und Depression hängen offensichtlich zusammen: Zink wird für die Produktion und Funktion von Nervenbotenstoffen benötigt. Studien deuten darauf hin, dass die Einnahme von Zink Zustände wie depressive Verstimmung, Ärger und Feindseligkeit lindern kann.

Erste Studien bescheinigen diesen Mineralstoffen in Form von Multivitaminpräparaten eine Wirkung bei Depressionen. Endgültige Beweise stehen zwar noch aus, dennoch sollte man bei depressiven Verstimmungen auf eine ausreichende Versorgung achten.

Info

Auch ein Eisenmangel kann eine Depression begünstigen: Eisen ist an der Bildung von Nervenbotenstoffen beteiligt, darunter Dopamin und Serotonin. Ein Eisenmangel hat direkte Auswirkungen auf die Psyche: Die Einnahme von Eisen nach der Geburt verringerte bei Frauen Wochenbettdepressionen innerhalb der ersten sechs Wochen im Vergleich zu einem Scheinmedikament. Es kann deshalb sinnvoll sein, die Eisenwerte überprüfen zu lassen.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Mineralstoffen

Mineralstoffe sollten idealerweise zusammen mit anderen Stoffen wie Antioxidantien und Vitaminen durch eine gesunde Ernährung aufgenommen werden. Gelingt dies nicht, ist bei erhöhtem Bedarf ein Multivitaminpräparat sinnvoll mit 100 bis 250 Milligramm Magnesium, 50 bis 70 Mikrogramm Selen und 10 bis 20 Milligramm Zink.

Für eine bessere Verträglichkeit sollten die Präparate zum Essen eingenommen werden.

Wichtige Laborwerte: Selen

Der Selenstatus kann im Serum oder im Vollblut gemessen werden. Der Serumwert gibt die aktuelle Versorgung mit Selen an. Der Wert aus dem Vollblut spiegelt die Langzeitversorgung wider. Dieser Wert ist daher besser, um auf die Selenversorgung zu schließen, da die Werte weniger schwanken. Normale Selenwerte im Vollblut liegen bei 120 bis 150 Mikrogramm pro Liter, im Serum sind es 100 bis 120 Mikrogramm.

Magnesium, Selen und Zink: zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenten

Bei einer Nierenschwäche oder anderen Nierenerkrankungen sollten Magnesium, Selen und Zink nicht über Präparate eingenommen werden. Geschwächte Nieren können Mineralstoffe nicht richtig ausscheiden, die Blutspiegel könnten ansteigen.

Es besteht der Verdacht, dass Selen das Risiko für Diabetes beeinflussen könnte. Zu hohe und zu niedrige Selenwerte sollten deshalb vermieden werden. Ohne Blutkontrolle sollten Menschen mit hoher Diabetes-Gefahr Selen nicht regelmäßig einnehmen.

Für Zink und Magnesium sind Wechselwirkungen mit Medikamenten möglich. Alles darüber finden Sie in den entsprechenden Kapiteln.

Rosenwurz und Grüntee: pflanzliche Mittel für eine gute Stimmung

Wirkweise von Rosenwurz und Grüntee

Bestimmte Pflanzenstoffe können dem Körper beim Umgang mit psychischen Belastungen helfen. Vor allem Rosenwurz (Rhodiola rosea) ist als traditionelles Adaptogen bekannt. Adaptogene helfen dabei, sich leichter an neue Situationen anzupassen. Rosenwurz stabilisiert den Körper und hat darüber hinaus wahrscheinlich eine antidepressive Wirkung.

Eine erste hochwertige Studie zeigt, dass Rosenwurz-Extrakt leichte bis moderate Depressionen abschwächen kann im Gegensatz zum Scheinmedikament. Rosenwurz-Extrakt wirkte in einer anderen kleinen hochwertigen Studie zwar etwas schwächer als ein Antidepressivum (Sertralin), dafür berichteten die Teilnehmer mit Rosenwurz-Extrakt jedoch von weniger Nebenwirkungen.

Auch bestimmte Stoffe in grünem Tee (Catechine wie EGCG sowie die Aminosäure L-Theanin) wirken antidepressiv, das beschreibt eine Zusammenfassung der Studiensituation: Grüntee-Extrakt könnte verschiedene Stoffwechselvorgänge und Botenstoffe im Gehirn beeinflussen. Zudem wirkt EGCG (Epigallocatechingallat) entzündungshemmend. Bei depressiven Verstimmungen können Entzündungen an der Entstehung beteiligt sein.

In beobachtenden Studien stellten Forscher fest, dass Personen, die viel Tee tranken, ein geringeres Risiko für Depressionen hatten. Auch eine erste Studie zur Einnahme liefert positive Ergebnisse: Gesunde Teilnehmer, die fünf Wochen lang ein Grüntee-Präparat bekamen, berichteten von weniger depressiven Beschwerden. In der Gruppe mit einem Scheinmedikament gab es diesen Effekt nicht.

Als pflanzliche Mittel für eine gute Stimmung ist die Einnahme von Rosenwurz und Grüntee in jedem Fall einen Versuch wert.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Rosenwurz und Grüntee

Bei depressiven Verstimmungen empfehlen Mikronährstoff-Experten 100 bis 300 Milligramm Rosenwurz-Extrakt pro Tag. Der Extrakt sollte auf einen Rosavingehalt von ein bis zwei Prozent standardisiert sein. Umgerechnet sind dies bei 100 Milligramm Extrakt 1 bis 2 Milligramm Rosavine. Außerdem sind 50 bis 100 Milligramm Grüntee-Catechine wie EGCG pro Tag sinnvoll.

Die Präparate sollten für eine gute Verträglichkeit zum Essen eingenommen werden.

Rosenwurz und Grüntee: zu beachten in der Schwangerschaft und Stillzeit und bei Medikamenteneinnahme

Schwangere und Stillende sollten keine Präparate mit Rosenwurz- und Grüntee-Extrakt einnehmen. Es liegen keine ausreichenden Daten zur Sicherheit vor.

Bei Lebererkrankungen sollte ein Arzt gefragt werden, ob Grüntee-Extrakt eingenommen werden kann. In seltenen Fällen können bei hoher EGCG-Dosierung die Leberwerte ansteigen.

Rosenwurz kann in der Leber Enzyme hemmen, die Medikamente abbauen. Dadurch ist es möglich, dass Rosenwurz grundsätzlich den Abbau von Medikamenten verlangsamt und deren Wirkung verstärkt. Es sollte deshalb nicht zusammen mit Medikamenten eingenommen werden.

Bestimmte Stoffe in grünem Tee blockieren die Aufnahme von bestimmten Medikamenten im Darm. Dazu gehören Betablocker wie Bisoprolol (zum Beispiel Bisoprolol®, Concor®) oder der Blutdrucksenker Nifedipin (etwa Adalat®, Aprical®, Nifical®). Zwischen der Einnahme dieser Medikamente und dem Teetrinken oder der Einnahme der Grüntee-Kapseln sollten deshalb mindestens vier Stunden liegen.

Grüner Tee kann die Wirkung von Krebsmedikamenten mit dem Wirkstoff Bortezomib (Velcade®) aufheben. Wenn Sie Grüntee-Extrakt bei einer Krebstherapie einnehmen wollen, sollten Sie das immer mit dem behandelnden Arzt abstimmen.

S-Adenosyl-Methionin unterstützt den Gehirnstoffwechsel

Wirkweise von S-Adenosyl-Methionin

Anatomisch dargestellter Kopf mit aktivem Nervensystem im Gehirn
Der Aminosäurenabkömmling S-Adenosyl-Methionin beeinflusst das Gehirn und wirkt bei depressiven Verstimmungen. Bild: yodiyim /iStock/Getty Images Plus

S-Adenosyl-Methionin (SAM) ist ein Aminosäureabkömmling, der natürlich in den Zellen des Körpers vorkommt. Es beeinflusst auch den Stoffwechsel im Gehirn an vielen Stellen, zum Beispiel die Genaktivitäten und Botenstoffe, darunter auch den Serotoninstoffwechsel. Es verändert die Membranen der Nervenzellen und damit auch ihre Empfindlichkeit für Botenstoffe.

Die Mehrzahl der hochwertigen Studien belegt die Wirkung von SAM bei depressiven Verstimmungen im Vergleich zu einem Scheinmedikament. Weitere hochwertige Untersuchungen zeigen sogar, dass SAM vergleichbar gut wie ein Antidepressivum wirkt. Angesprochen hatten nicht nur die depressiven Symptome, sondern der gesamte gesundheitliche Zustand mit Beschwerden wie Schmerzstörungen oder Gedächtnisproblemen.

Eine Auswertung über alle verfügbaren Studien kommt zu dem Schluss, dass es viele positive und vielversprechende Belege für die Wirksamkeit und Sicherheit von SAM gibt. Es eignet sich als alleinige Therapie oder als Ergänzung zu einer klassischen Behandlung der Depression. SAM zeigt dabei weniger Nebenwirkungen und Arzneimittelwechselwirkungen als viele Antidepressiva.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von S-Adenosyl-Methionin

In den klinischen Studien erhielten die Probanden unterschiedliche Mengen SAM. Die Bandbreite reichte von 45 bis 1.600 Milligramm pro Tag. Mikronährstoff-Experten empfehlen meist 200 bis 400 Milligramm am Tag. Die Einnahme sollte optimalerweise zwischen den Mahlzeiten erfolgen.

Die Einnahme von SAM sollte bei Depressionen unter ärztlicher oder therapeutischer Kontrolle erfolgen. Personen, die unter bipolaren Störungen leiden, können durch SAM manische Symptome ausbilden. Sie sollten auf diese Behandlung verzichten.

Tipp

Die Vitamine Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 sind für den Stoffwechsel von SAM von Bedeutung. Darum sollte man bei Depressionen für eine ausreichende Versorgung mit diesen Vitaminen sorgen.

S-Adenosyl-Methionin: zu beachten in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Medikamenten

Die Wirkung von SAM in Schwangerschaft oder Stillzeit ist nicht ausreichend erforscht. Eine Einnahme sollte nur nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen.

SAM erhöht die Serotoninkonzentration in bestimmten Hirnregionen. Sicherheitshalber sollte es nicht mit anderen gleichwirkenden Substanzen eingesetzt werden wie hoch dosiertem Griffonia (5-HTP), Johanniskraut, Tryptophan oder Antidepressiva, welche die Serotoninmenge im Gehirn erhöhen (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wie Fluoxetin (Fluxet®, Fluctin®) und Escitalopram (Cipralex®)).

Expertenwissen

In einer Studie wurde SAM erfolgreich zusammen mit Serotonin-Wiederaufnahmehemmern getestet. Die beiden Wirkstoffe waren über einen Zeitraum von sechs Wochen verträglich. Depressive, die auf die Medikamente nicht ansprachen, reagierten häufiger auf die Kombination SAM plus Antidepressivum. Der Patient sollte dabei aber immer auf die Entwicklung eines Serotoninsyndroms überwacht werden.

Menschen mit hohen Homocysteinwerten oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten den Homocysteinspiegel kontrollieren lassen, wenn sie SAM länger als vier Wochen einnehmen. Homocystein ist ein Stoffwechselprodukt, das Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördert. Homocystein kann über B-Vitamine gesenkt werden. Der Wert wird im Blutplasma bestimmt. Das ist der flüssige Teil des Blutes ohne Blutzellen. Als Normwerte gelten 5 bis 9 Mikromol pro Liter.

Dosierungen auf einen Blick

Mikronährstoffempfehlung am Tag bei depressiver Verstimmung

 

Vitamine

Vitamin B1

2 bis 5 Milligramm (mg)

Vitamin B2

4 bis 7 Milligramm

Vitamin B6

2 bis 5 Milligramm

Vitamin B12

15 bis 25 Mikrogramm (µg)

Folsäure

200 bis 400 Mikrogramm

 Vitamin D

1.000 bis 4.000 Internationale Einheiten (IE)

  
 

Mineralstoffe

Zink

10 bis 20 Milligramm

Selen

50 bis 70 Mikrogramm

Magnesium

100 bis 250 Milligramm

  
 

Sonstige Stoffe

Tryptophan

1.000 bis 3.000 Milligramm

5-HTP aus Griffonia

150 bis 300 Milligramm

Probiotika

10 Milliarden koloniebildende Einheiten (KBE)

Rosenwurz-Extrakt

100 bis 300 Milligramm

Grüntee-Catechine (wie EGCG

50 bis 100 Milligramm

S-Adenosyl-Methionin

200 bis 400 Milligramm

Hoch dosiertes Tryptophan, 5-HTP und SAM dürfen nicht miteinander kombiniert werden: Die Substanzen erhöhen im Gehirn den Serotoninspiegel. Bei einer gemeinsamen Einnahme könnte es zu einem gefährlichen Serotoninüberschuss kommen.

Sinnvolle Laboruntersuchungen auf einen Blick

Sinnvolle Blutuntersuchungen bei depressiver Verstimmung

 

Normalwerte

Homocystein (Plasma)

5 bis 9 Mikromol pro Liter (µmol/l)

Folsäure

250 bis 400 Mikrogramm pro Liter (µg/l)

Vitamin B12

300 bis 900 Pikogramm pro Milliliter (pg/ml)

Holotranscobalamin

mehr als 54 Pikomol pro Liter (pmol/l)

Vitamin D

40 bis 60 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) oder

100 bis 150 Nanomol pro Liter (nmol/l)

Selen

100 bis 120 Mikrogramm pro Liter (Serum) (µg/l) oder 120 bis 150 Mikrogramm pro Liter (Vollblut)

 

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Unterstützung von Medikamenten mit Mikronährstoffen

Vitamine und Mineralstoffe verbessern Ansprechen auf Antidepressiva

B-Vitamine: Vitamine der B-Gruppe können die Wirksamkeit von Antidepressiva verbessern. Darauf deuten klinische Studien hin. So erhielten Probanden ein Jahr lang das Antidepressivum Citalopram sowie die Vitamine B6, B12 und Folsäure, eine andere Gruppe nur das Antidepressivum. Bei den Teilnehmern der Vitamingruppe stellte sich eher eine Linderung ein. Empfohlen wird die Einnahme von 25 Milligramm Vitamin B6 sowie 500 Mikrogramm Vitamin B12.

Folsäure: Studien belegen, dass ein Folsäuremangel die Wirksamkeit verschiedener Serotonin-Wiederaufnahmehemmer beeinträchtigt. Patienten mit niedrigem Folsäurestatus hatten einen verzögerten Wirkeintritt gegenüber denen mit normalem Folsäurestatus. Niedrige Serumfolatspiegel begünstigen nach einer Fluoxetin-Therapie einen Rückfall. Darüber hinaus belegt eine Studie, dass eine Folsäuregabe den Behandlungserfolg mit Fluoxetin verbessert. Die Dosis richtet sich nach den Folsäurewerten im Blut und liegt zwischen 400 und 2.000 Mikrogramm.

Vitamin D: Studien liefern Hinweise, dass sich Vitamin D positiv auf die Wirksamkeit von Antidepressiva auswirkt. In einer Studie wurde es zusammen mit Fluoxetin gegeben. Die Kombination wirkte ab der vierten Behandlungswoche besser als das Antidepressivum allein. Als Dosis wird von 1.500 Internationalen Einheiten ausgegangen.

Zink: Die Ergebnisse verschiedener Studien zeigen, dass die Zinkeinnahme zusammen mit Serotonin-Wiederaufnahmehemmern die Wirksamkeit der Behandlung verbessert. Bei Patienten mit Scheinmedikament und Antidepressiva zeigte sich die Wirkung nicht. Als wirksam erwies sich eine Dosis von 25 Milligramm Zink.

Omega-3-Fettsäuren: Die Omega-3-Fettsäure EPA (Eicosapentaensäure) unterstützt die antidepressive Behandlung mit Medikamenten.

Antidepressiva können Mangelzustände auslösen

Vitamin B2: Trikzyklische Antidepressiva (zum Beispiel Saroten®, Anafranil® und Tofranil®) können einen Vitamin-B2-Mangel mit Symptomen wie wunde Mundwinkel, Müdigkeit und Neuropathien auslösen.  5 bis 10 Milligramm Vitamin B2 sollten bei Behandlung mit diesen Medikamenten zusätzlich eingenommen werden.

Folsäure: Einige selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer begünstigen einen Folsäuremangel. Darum sollte bei einer antidepressiven Therapie verstärkt auf eine ausreichende Versorgung mit Folsäure geachtet werden. Je nach Folsäurestatus sollten zwischen 400 und 2.000 Mikrogramm Folsäure eingenommen werden.

Coenzym Q10: Amitriptylin (Beispiele: Saroten®, Tryptizol®) zeigte in Studien negative Auswirkungen auf Coenzym Q10: Es kann zu einem Mangel kommen. Das Medikament beeinträchtigt die Mitochondrienfunktion und erhöht oxidativen Stress. Um nachteilige Auswirkungen zu verhindern, wird die Einnahme von 100 Milligramm Coenzym Q10 empfohlen.

Dosierungen auf einen Blick

Mikronährstoffempfehlung am Tag bei Antidepressiva

Vitamin B2

5 bis 10 Milligramm (mg)

Vitamin B6

25 Milligramm

Vitamin B12

500 Mikrogramm (µg)

Folsäure

400 bis 2.000 Mikrogramm

Vitamin D

1.500 Internationale Einheiten (IE)

Zink

25 Milligramm

Coenzym Q10

100 Milligramm

 

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Zusammenfassung

Depressive Verstimmungen sind eine leichte Form der Depression. Symptome wie Niedergeschlagenheit, Antriebsmangel und Gefühllosigkeit sind typisch. Hinzu können körperliche Symptome wie Appetitlosigkeit, Herzklopfen und Kreislaufprobleme kommen. Neben Lebensumständen begünstigen auch Erkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion und Diabetes depressive Verstimmungen. Oft wird eine depressive Verstimmung mit Medikamenten behandelt, die den Botenstoff Serotonin im Gehirn erhöhen. Das Glückshormon Serotonin ist wichtig für die Stimmungslage. Auch die Psychologie kennt verschiedene Verfahren, um die Seele wieder in Balance zu bringen.

Bestimmte Mikronährstoffe greifen ebenfalls in den Serotoninstoffwechsel ein und können depressive Verstimmungen lindern. So führten die Serotoninvorstufen Tryptophan und 5-Hydroxytryptophan (5-HTP) aus Griffonia in Studien zu einer verbesserten Stimmungslage. B-Vitamine und Mineralstoffe wie Zink, Selen und Magnesium sind unerlässlich für eine optimale Funktion des Gehirns. Auch das Sonnenvitamin D darf nicht fehlen.

Erste Studien weisen zudem darauf hin, dass Omega-3-Fettsäuren die Depressionsneigung senken. Daneben wirkt ein gesunder Darm positiv auf die Stimmung: Probiotika helfen bei depressiver Verstimmung über verschiedene Mechanismen. Auch bestimmte Pflanzenextrakte wie Rosenwurz und Grüntee könnten eine positive Stimmung fördern. Darüber hinaus wirkte S-Adenosyl-Methionin (SAM) in Studien vergleichbar gut wie ein Antidepressivum.

Bei der antidepressiven Therapie können verschiedene Stoffe optimal miteinander kombiniert werden. Dabei darf man aber keine hoch dosierten Wirkstoffe mischen, die gemeinsam den Stoffwechsel der Glückshormone steigern (zum Beispiel Tryptophan, Griffonia/5-HTP, SAM, Johanniskraut, Antidepressiva).

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