Nebennierenschwäche natürlich behandeln mit Mikronährstoffmedizin

Wie bestimmte Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren die Nebenniere bei Stress unterstützen können

Bei Stress sowie seelischer und körperlicher Belastung produziert die Nebenniere Stresshormone wie Cortisol. In der akuten Situation ist diese Reaktion hilfreich, doch wenn der Stress chronisch wird, können die Nebennieren erschöpfen. Der Körper stellt sich dann auf Belastungen nicht mehr ein und reagiert mit Müdigkeit. Die Mikronährstoffmedizin kann vor Stress schützen und die Regeneration der natürlichen Stressantwort unterstützen. Lesen Sie hier, welche Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren die Nebenniere unterstützen können.

Ursachen und Symptome

Was ist eine Nebennierenschwäche und wie entsteht sie?

Abbildung der Nieren mit Nebennieren
Bei schwacher Nebennierenfunktion reagiert der Körper auf alle Anforderungen wie Kälte, Hunger, Gifte, Krankheiten oder körperliche/seelische Anstrengung zu schwach. Typische Symptome bei Nebennierenschwäche sind Gewichtsverlust, Müdigkeit, Schwindel und Schwächezustände. Bildnachweis: newannyart/iStock/Getty Images Plus

Die Nebennieren produzieren verschiedene aktivierende Hormone und Botenstoffe für das Nervensystem (Neurotransmitter) und den Stoffwechsel. Diese bereiten den Körper auf Anstrengung und Stress vor. Man bezeichnet die Unterfunktion der Nebennieren als Nebennierenschwäche (englisch: adenal fatigue).

Bei Nebennierenschwäche werden folgende Hormonsysteme behindert:

  • Stresshormone wie Cortisol oder Adrenalin. Das beeinträchtigt die Energiebereitstellung.
  • Hormone für den Wasser- und Salzhaushalt wie Aldosteron. Dadurch fällt der Blutdruck. Die Betroffenen haben ein starkes Verlangen nach Salz.
  • Vorläufer der Geschlechtshormone Testosteron und Östrogen (Dehydroepiandrosteron, DHEA). Dadurch wird die Sexualfunktion und der Stoffwechsel beeinträchtigt.
  • Der Hormonvorläufer Pregnenolon. Aus ihm werden entweder andere Hormone hergestellt oder er wirkt als Botenstoff im Gehirn. Pregnenolon ist zum Beispiel wichtig für das Gedächtnis und Denkvorgänge sowie für die Stimmung.

Über die Ursachen der Nebennierenschwäche wird noch diskutiert. Mediziner vermuten, dass eine chronische Stressbelastung die Nebennieren auf Dauer zu stark beansprucht und es so möglicherweise zu Ermüdungszuständen der Nebennieren kommen kann. Auch eine schwache Entwicklung der Nebennieren oder zunehmendes Alter werden als Ursachen diskutiert. Eine Schwächung könnte bei Erschöpfungszuständen wie beim Burn-out-Syndrom oder bei chronischer Müdigkeit der Fall sein. Daneben kann eine Nebennierenschwäche folgen, wenn der Körper die Schilddrüse (Hashimoto Thyreoiditis) angreift und eine Schilddrüsenunterfunktion auslöst. 

Woran Sie eine Nebennierenschwäche erkennen

Eine Ampulle aus einem Cortisol-Test
Bei einem Verdacht wird der Arzt auf verschiedene Hormone testen (Bluttest Cortisol, ACTH). Die Diagnose Nebenniereninsuffizienz kann man stellen, wenn zum Beispiel die morgendliche Cortisolausschüttung ausbleibt und die Hormone auf bestimmte Reize und Reizstoffe nicht reagieren. Bildnachweis: jarun011/iStock/Getty Images Plus

Bei schwacher Nebennierenfunktion reagiert der Körper auf alle Anforderungen wie Kälte, Hunger, Gifte, Krankheiten oder körperliche/seelische Anstrengung zu schwach. Typische Symptome bei Nebennierenschwäche sind Gewichtsverlust, Müdigkeit, Schwindel und Schwächezustände. Selbst das morgendliche Aufstehen wird zum Problem. Andere Beschwerden können folgen wie geringe Stressresistenz, Konzentrationsstörungen und Antriebslosigkeit, Depressionen, Unruhe (bis hin zu Panikattacken), Schlafstörungen, Verdauungsstörungen (Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit), sexuelle Lustlosigkeit und erhöhte Infektanfälligkeit. Es wird vermutet, dass durch diese Umstände vermehrt Erkrankungen wie Diabetes, Herzerkrankungen und Krebs ausgelöst werden.

Eine Nebennierenschwäche ist allerdings kein anerkanntes Krankheitsbild. Anders verhält es sich bei einer Nebenniereninsuffizienz: Dabei stellt die Nebenniere ihre Funktion vollständig ein. Dies ist zum Beispiel bei Morbus Addison der Fall. Bei dieser Autoimmunerkrankung wird die Nebenniere vom eigenen Körper zerstört. Dies ist eine schwere Erkrankung, die lebensbedrohlich werden kann.

Bei einem Verdacht wird der Arzt auf verschiedene Hormone testen (Bluttest: Cortisol, adrenocorticotropes Hormon (ACTH)). Die Diagnose Nebenniereninsuffizienz wird gestellt, wenn zum Beispiel die morgendliche Cortisolausschüttung ausbleibt und die Hormone auf bestimmte Reize und Reizstoffe nicht reagieren.

Einen anerkannten Test auf Nebennierenschwäche gibt es noch nicht. Der Arzt kann eine Nebennierenschwäche an den unklaren Symptomen auch nur schwer erkennen. Es gibt aber die Möglichkeit, verschiedene Hormone testen zu lassen und den täglichen Cortisolverlauf. Am Morgen sollte der Cortisolspiegel erhöht sein, im Verlauf des Tages sinkt er. Wenn die morgendliche Erhöhung zu schwach ausfällt, könnte eine Nebennierenschwäche vorliegen. Übrigens: Wenn sich eine Nebennierenschwäche entwickelt, wird vorübergehend zu viel Cortisol festgestellt, erst am Ende des Krankheitsverlaufs zu wenig.

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Ziele der Behandlung

Wie wird die Nebennierenschwäche klassisch behandelt und welcher Arzt ist Experte dafür?

Da die Nebennierenschwäche keine anerkannte Erkrankung ist, gibt es auch keine Empfehlung für eine entsprechende Therapie. So geht es im Grunde darum, Stress zu erkennen und zu reduzieren. Man braucht Gelegenheit für Erholung und sollte den Körper optimal ernähren und versorgen.

Bei einer Nebenniereninsuffizienz werden die fehlenden Hormone durch Medikamente ergänzt: Es gibt sogenannte Glukokortikoide, um den Mangel von körpereigenem Cortisol auszugleichen. Bei einem Mangel an Aldosteron verordnen Ärzte Fludrocortison. Ein DHEA-Mangel muss nicht zwingend ausgeglichen werden.

Für Hormonstörungen ist der Endokrinologe zuständig. Eine Nebennierenschwäche wird aber nur in der Mikronährstoffmedizin oder der Naturheilkunde behandelt. Da bei einer Nebennierenschwäche keine Gewebe zerstört sind, gilt sie als heilbar.

Ziele der Mikronährstoffmedizin

Die Mikronährstoffmedizin verfolgt mit einer Nahrungsergänzung drei Strategien: erstens den Stress zu reduzieren, zweitens die Stressfolgen abzumildern und drittens die Nebenniere zu stärken, sodass sie wieder Stresshormone produzieren kann. Stresshormone braucht der Körper, um auf alltägliche Situationen zu reagieren. Folgende Nährstoffe sind dabei empfehlenswert:

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Behandlung mit Mikronährstoffen

B-Vitamine als Nervennahrung bei Stress

Wirkweise von B-Vitaminen

Verschiedene B-Vitamine in Pillen
Verschiedene Studien kommen zu dem Ergebnis, dass die Einnahme von hochdosierten B-Vitaminen Stresssymptome reduzieren kann. Bildnachweis: RomarioIen/iStock/Getty Images Plus

B-Vitamine sind für den gesamten Stoffwechsel inklusive der Produktion von Nervenbotenstoffen unverzichtbar. Es gibt Hinweise, dass sie in stressigen Situationen und bei Nebennierenschwäche einen unterstützenden Effekt haben können. Wichtig sind vor allem Pantothensäure, Vitamin B6 und Niacin, aber auch Vitamin B1, B12 oder Folsäure. B-Vitamine wirken erst optimal, wenn alle ausreichend verfügbar sind. Deshalb empfehlen Mikronährstoffmediziner immer ein Multivitaminpräparat.

  • Pantothensäure(Vitamin B5): Erste Untersuchungen zeigen, dass die Nebenniere Pantothensäure braucht, um das Stresshormon Cortisol zu produzieren. Ein Mangel an Pantothensäure kann Funktion und Gewebe der Nebenniere schwächen. Bei Stress sorgt Pantothensäure dafür, dass Cortisol vermehrt, aber nicht im Übermaß ausgeschüttet wird.
  • Vitamin B6 und Folsäure: Vitamin B6 ist unverzichtbar für die Reaktionen, die die Nebenniere im Gehirn auslöst. Der Körper braucht es für die Herstellung von Nervenbotenstoffen mit beruhigender (wie GABA), aktivierender (wie Dopamin) und stimmungsaufhellender Funktion (wie Serotonin). Ganz ähnlich wirkt Folsäure. Sie ist an diesen Reaktionen aber nur indirekt beteiligt.
  • Niacin: Niacin ist das Vitamin für den Energiestoffwechsel und die Regeneration des Gewebes. Es unterstützt die Herstellung von Cortisol und Aldosteron (regelt Salzhaushalt) sowie Serotonin (regelt Stimmung).
  • Vitamin B1: Erste Studien liefern Hinweise darauf, dass die Gabe von Vitamin B1 einer Stressreaktion entgegenwirken kann: Die Vorversuche zeigen, dass eine Injektion von Vitamin B1 in den Muskel vor einer Operation die Werte des Stresshormons Cortisol senken. Operationen bedeuten für den Körper immer Stress und sind mit einer gesteigerten Ausschüttung von Cortisol verbunden.
  • Vitamin B12: Vitamin B12 könnte in Phasen mit vermehrtem Stress dazu beitragen, die natürliche (vom Tag-Nacht-Rhythmus gesteuerte) Hormonproduktion zu normalisieren. Das führt dazu, dass man morgens zum Frühstück leichter aktiv wird.

Beobachtende Untersuchungen deuten darauf hin, dass sich bei akutem psychischem Stress sowie einer schlechten Versorgung mit Vitamin B6, Vitamin B12 und Folsäure der Homocysteinspiegel im Blut erhöht. Homocystein ist zwar ein normales Stoffwechselprodukt, allerdings steigert ein hoher Spiegel das Risiko für verschiedene Folgeschäden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen. Eine zusätzliche Einnahme der drei B-Vitamine könnte sich daher in stressigen Phasen als sinnvoll erweisen: Vitamin B6, Vitamin B12 und Folsäure braucht der Körper für den Abbau von Homocystein.

Verschiedene Studien kommen zu dem Ergebnis, dass die Einnahme von hoch dosierten B-Vitaminen Stresssymptome reduzieren kann. Teilnehmer einer kleinen hochwertigen Studie bestätigen, dass sie an weniger Stresssymptomen litten, nachdem sie über vier Wochen ein Multivitaminpräparat mit hoch dosierten B-Vitaminen, Zink und Magnesium eingenommen hatten. Ähnlich positive Ergebnisse zeigte eine hochwertige Studie, in der Frauen über neun Wochen ein Vitamin- und Mineralstoffpräparat einnahmen: Ihre Leistungsfähigkeit sowie Stimmung verbesserten sich und sie waren weniger müde.

Auch bei chronischem Stress kann die Einnahme von hoch dosierten B-Vitaminen über drei Monate eine stressreduzierende Wirkung haben und das persönliche Belastungsempfinden verbessern. Erste Untersuchungen zeigen sogar, dass B-Vitamine die natürliche im Tagesverlauf schwankende Cortisolausschüttung wieder normalisierten. Der Körper kann dadurch möglicherweise wieder mit alltäglichen Belastungen umgehen. 

Dosierung und Einnahmeempfehlung von B-Vitaminen

Zur Unterstützung der Nebennieren bei Nebennierenschwäche sind Multivitaminpräparate geeignet, die alle B-Vitamine in einer abgestimmten Dosierung enthalten: 5 bis 10 Milligramm der Vitamine B1, B2 und B6, 25 Mikrogramm Vitamin B12, 200 bis 400 Mikrogramm Folsäure, 100 Milligramm Niacin und 200 Milligramm Pantothensäure.

Tipp

Bei der Wahl des Präparats sollten Sie darauf achten, dass es Folsäure in Form von 5-Methyltetrahydrofolat (5-MTHF) enthält. Dies ist die für den Körper sofort verwertbare Form von Folsäure.

Homocysteinspiegel im Labor bestimmen lassen

Bei anhaltendem Stress und Müdigkeit ist es sinnvoll, Homocystein im Blutplasma überprüfen zu lassen. Blutplasma ist der flüssige Teil des Blutes ohne Blutzellen. Normale Werte für Homocystein im Blutplasma liegen unter 10 Mikromol pro Liter.

Zu beachten bei Schwangerschaft und Stillzeit, Niereninsuffizienz und Wechselwirkung mit anderen Medikamenten

Schwangere und stillende Frauen sollten hoch dosierte Vitamin-B-Präparate nur bei einer nachgewiesenen Unterversorgung und in Rücksprache mit ihrem Arzt einnehmen.

Nierenpatienten sollten Vitamin B12 in Form von Methylcobalamin einnehmen und nicht als Cyanocobalamin. Letzteres ist in hoher Dosierung für Nierenpatienten vermutlich schädlich.

In hohen Dosierungen sind bei Vitamin B6 und Niacin Wechselwirkungen mit Medikamenten möglich:

  • Vitamin B6: Bei Dosierungen von mehr als 5 bis 10 Milligramm kann Vitamin B6 Antiepileptika (Phenytoin (Phenhydan®) und Phenobarbital (Luminal®)) oder Parkinsonmittel (wie L-Dopa) abschwächen. Sprechen Sie dann mit dem Arzt.
  • Niacin sollte nicht gemeinsam mit bestimmten Antibiotika, den Tetrazyklinen (Fluorex Plus®, Mysteclin®), oder dem Gicht-Medikament Allopurinol (zum Beispiel Zyloric®, Allobeta®) eingenommen werden. Es behindert die Wirkung. Empfohlen wird ein Einnahmeabstand von zwei bis drei Stunden.

Vitamin C vermindert die Stressantwort

Wirkweise von Vitamin C

Lebensmittel mit Vitamin C
Einige Studien liefern Hinweise darauf, dass die Einnahme von hochdosiertem Vitamin C die Stressbelastung unterschiedliche Weise reduzieren kann. Bildnachweis: yulka3ice/iStock/Getty Images Plus

Vitamin C ist unverzichtbar für die Herstellung von Hormonen, die den Stoffwechsel und die Nerven aktivieren. Es hilft so der Nebenniere, auf Stress zu reagieren. Daneben bekämpft Vitamin C oxidativen Stress, der bei einer Stressbelastung entsteht. Auf diese Weise lindert es die Stressfolgen. In Phasen hoher körperlicher und mentaler Belastung ist der Bedarf an Vitamin C erhöht.

Erste Studien liefern Hinweise darauf, dass die Einnahme von hoch dosiertem Vitamin C die Stressbelastung auf unterschiedliche Weise reduzieren kann: Zum einen führt es bei Ultramarathonläufern dazu, dass die Cortisolspiegel und Plasma-Adrenalinspiegel vorübergehend niedriger waren, wenn die Läufer vor, während und nach dem Wettkampf Vitamin C einnahmen. Damit zeigt der Körper weniger Stresssymptome.

Zum anderen lassen kleinere hochwertige Studien die Vermutung zu, dass Vitamin C Stressfolgen dämpft: Angststörungen und depressive Verstimmungen ließen sich verbessern. Die Einnahme hatte außerdem einen positiven Effekt auf den stressbedingten Bluthochdruck.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Vitamin C

Experten empfehlen bei körperlichem und seelischem Stress die Einnahme von täglich 1.000 bis 3.000 Milligramm Vitamin C. Die Gesamtmenge sollte dabei auf den Tag verteilt werden (dreimal 1.000 Milligramm): Die Vitamin-C-Aufnahme im Darm nimmt mit steigender Dosierung ab.

Vitamin C ist besser magenverträglich, wenn es zu den Mahlzeiten eingenommen wird. Für Personen mit empfindlichem Magen eignen sich zudem Präparate, die basisches Vitamin C enthalten wie Calciumascorbat. Es ist besser verträglich, da es Säure „abfängt“.

Zu beachten bei Krankheiten und Medikamenten

Patienten, die an einer Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) leiden oder zu Harnsteinen neigen, sollten eine Einnahme von 500 Milligramm pro Tag nicht überschreiten. Bei gleichzeitiger Einnahme bestimmter Medikamente und hoch dosiertem Vitamin C kann es in seltenen Fällen Einschränkungen geben: Es sollte zum Beispiel nicht mit dem Blutgerinnungshemmer Warfarin (Coumadin®) kombiniert werden.

Da Vitamin C die Eisenaufnahme verbessert, sollten bei Menschen mit einer Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) höhere Vitamin-C-Gaben nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Magnesium hemmt die Ausschüttung von Stresshormonen

Wirkweise von Magnesium

Erste wissenschaftliche Studien liefern Hinweise darauf, dass Magnesium die Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin aus der Nebenniere vermindert. Magnesium dämpft so nicht nur die unbewussten Stressfolgen auf den Körper (wie Herzschlag, Blutdruck und Muskelspannung), es nimmt auch Einfluss auf die seelische Stressreaktion.

Dauerhafter Stress führt zu einem Teufelskreis: Einerseits wird Magnesium freigesetzt, um auf den Reiz zu reagieren; andererseits wird dem Körper auf Dauer Magnesium entzogen. Daher ist der Magnesiumbedarf bei Stress erhöht.

Erste Studien zeigen Erfolge von Magnesium auf Stressfolgen wie Bluthochdruck, Schlafstörungen, Ängstlichkeit,  Depressionen und Burn-out.

 

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Magnesium

Bei Stress, Schlafstörungen und Depressionen empfehlen Mikronährstoffexperten, täglich 300 bis 600 Milligramm Magnesium unterstützend einzunehmen. Sinnvoll ist die Einnahme zu den Mahlzeiten. Dadurch verbessert sich die Verträglichkeit.

Ab 250 Milligramm kann es bei empfindlichen Menschen zu Durchfall kommen. Dann sollte die Menge auf mehrere Portionen aufgeteilt werden. So können Sie harmlosen Magen-Darm-Beschwerden vorbeugen, die bei Einnahme hoher Magnesiumdosen aufkommen können. Allerdings sollte die langfristige Einnahme von Magnesium über 300 Milligramm pro Tag mit dem Arzt abgeklärt werden.

Magnesiumspiegel im Labor bestimmen lassen

Um einen Magnesiummangel festzustellen, wird im Labor der Magnesiumspiegel im Vollblut bestimmt. Der normale Magnesiumwert im Vollblut liegt zwischen 1,38 und 1,50 Millimol pro Liter.

Zu beachten bei Medikamenten und Nierenschwäche

Bei einigen Antibiotika (zum Beispiel Gyrasehemmer wie Ciprofloxacin (Ciloxan®) und Tetrazykline wie Tetracyclin (Achromycin®)) und Osteoporose-Medikamenten (zum Beispiel Bisphosphonate wie Alendronat (Fosamax®, Tevanate®)) gibt es Einschränkungen für die Einnahme von Magnesium: Werden diese Medikamente eingenommen, sollten Sie einen Abstand von mindestens zwei Stunden zwischen dem Medikament und Magnesium einhalten.

Geschwächte Nieren können überschüssiges Magnesium nicht gut ausscheiden. Bei Nierenschwäche sollte daher kein zusätzliches Magnesium eingenommen werden.

Omega-3-Fettsäuren: Unterstützer in stressigen Phasen

Wirkweise von Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren, insbesondere Alpha-Linolensäure (ALA), Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA), werden für das Wachstum, die Reparatur, den Erhalt und den Schutz von Nervenzellen benötigt. Sie wirken auf die Stimmung und lindern Depressionen. Auch von einer geringeren Stressantwort und einem geringerem Stressempfinden wird berichtet.

Eine hochwertige Studie zeigt: Bei einer Alkoholentwöhnung kann die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren die Cortisolausschüttung reduzieren und damit Stresssymptome mildern. Auch weitere kleinere Untersuchungen liefern erste Hinweise, dass Omega-3-Fettsäuren die körperlichen Stressfolgen (Blutdruck, Energieverbrauch, Stresshormone) nach psychischem Stress hemmen können. Ein ähnlicher Effekt ließ sich auch bei schwangeren Frauen beobachten: Nach Einnahme von 450 Milligramm DHA fühlten sich die Frauen resistenter gegen Stress und schütteten weniger Stresshormone aus.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Omega-3-Fettsäuren

Mikronährstoffexperten empfehlen gegen Stress täglich 1.500 bis 2.000 Milligramm Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl zusammen mit den Mahlzeiten, da dies reich ist an EPA und DHA. Diese Dosierung wurde auch in Studien eingesetzt. Die Untersuchungen liefern Hinweise darauf, dass Präparate mit einem hohen DHA-Anteil bei Stress besonders wirksam sein können. Omega-3-Präparate sollten zum Essen eingenommen werden: Zusammen mit Fett aus der Mahlzeit gelangen sie besser aus dem Darm in das Blut.

Tipp

Wenn Sie Ihre Omega-3-Fettsäuren-Versorgung zusätzlich durch entsprechende Präparate ergänzen möchten, sollten Sie zu einem qualitativ hochwertigen Produkt greifen. Diese sollten speziell gereinigt sein, sodass sie frei von Rückständen und Schadstoffen sind.

Omega-3-Fettsäuren im Labor bestimmen lassen

Über den Omega-3-Index lässt sich nachweisen, ob ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren vorliegt. Dazu wird beim Arzt ein Bluttest gemacht, bei dem der Anteil der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA in den roten Blutkörperchen bestimmt wird.

Der Omega-3-Index wird in Prozent angegeben. Ein Ergebnis von fünf bis acht Prozent ist normal. Als optimal gilt ein Wert von acht bis elf Prozent. Dann sind acht bis elf von 100 Fettsäuren in den roten Blutkörperchen wertvolle Omega-3-Fettsäuren.

Zu beachten bei Leber- und Nierenerkrankungen, Operationen und der Einnahme von Blutverdünnern

Omega-3-Fettsäuren wirken blutverdünnend, sodass hohe Dosen über 1.000 Milligramm täglich die Wirkung von Blutgerinnungshemmern wie Warfarin (Coumadin®) verstärken können. Eine Liste mit weiteren Medikamenten finden Sie hier. Vor großen Operationen sollten Omega-3-Fettsäuren abgesetzt werden.

Bei einer Blutgerinnungsstörung, Leber- oder Nierenerkrankungen, einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung oder einer Gallenblasenentzündung sollten Omega-3-Fettsäuren nicht eingenommen werden.

Tryptophan: Vorstufe des Glückshormons

Wirkweise von Tryptophan

Chemische Formel für Tryptophan
Die Aminosäure Tryptophan ist ein Vorläufer des Glückshormons Serotonin. Indem es unsere Stimmung hebt, Ängsten und depressiven Verstimmungen entgegenwirkt, kann es dabei helfen, starke psychische Belastung und Stress besser zu bewältigen. Bildnachweis: digicomphoto/iStock/Getty Images Plus

Die Aminosäure Tryptophan ist ein Vorläufer des Glückshormons Serotonin. Indem es unsere Stimmung hebt und Ängsten und depressiven Verstimmungen entgegenwirkt, kann es dabei helfen, starke psychische Belastung und Stress besser zu bewältigen.

Bestimmte Menschen reagieren durch genetische Abweichungen im Serotoninstoffwechsel sensibler auf Stress, sodass mehr vom Stresshormon Cortisol ausgeschüttet wird. Eine kleine hochwertige Studie zeigt: Nehmen diese Menschen Tryptophan ein, steigt ihr Cortisolspiegel in stressenden Situationen weniger stark an als in der Kontrollgruppe, die ein Scheinmedikament (Placebo) bekam.

Info

Direkte Hilfe durch 5-HTP: 5-Hydroxytryptophan (5-HTP) ist die direkte Vorstufe von Serotonin. Im Körper muss Tryptophan erst in 5-HTP umgewandelt werden, bevor Serotonin entsteht. Deshalb empfehlen Mikronährstoff-Mediziner manchmal direkt 5-HTP (zum Beispiel 150 Milligramm täglich). Der Vorteil von 5-HTP ist, dass es leicht die Blut-Hirn-Schranke überwindet und so besser in das Gehirn gelangt. 5-HTP sollte immer unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Tryptophan

Mikronährstoffexperten empfehlen bei Stress und depressiven Verstimmungen 1.000 bis 4.000 Milligramm Tryptophan pro Tag. Die stimmungsaufhellende Wirkung wird am besten erreicht, wenn Sie Tryptophan morgens und mittags einnehmen.

Nehmen Sie Tryptophan nicht zu den Mahlzeiten – vor allem nicht zu eiweißreichen, da Tryptophan sonst nicht gut in das Gehirn gelangt. Am besten wirkt die Einnahme zwei Stunden nach einer kohlehydratreichen Mahlzeit.

Zu beachten bei Erkrankungen, Medikamenteneinnahme und in der Schwangerschaft und Stillzeit

Menschen mit Leberzirrhose oder schweren Nierenerkrankungen sollten keine Tryptophan-Präparate einnehmen, da sie Tryptophan nicht richtig verstoffwechseln und ausscheiden können.

Einschränkungen für die zusätzliche Einnahme von Tryptophan gibt es auch bei Medikamenten. Betroffen sind: Antidepressiva (wie Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wie Fluoxetin (Fluxet®)), Medikamente gegen psychische Erkrankungen wie Phenothiazine (zum Beispiel Chlorpromazin (Fenactil®)) oder Benzodiazepine (wie Bromazepam (Lexotanil®)), Parkinsonmedikamente (wie Monoaminoxidasehemmer wie Selegilin (Antiparkin®) und Levodopa (Levopar®)), Antiepileptika (wie Phenytoin (Phenhydan®)), das Hustenmittel Dextromethorphan (zum Beispiel in Hustenstiller-ratiopharm®) und das Krebsmedikament Procarbazin (Natulan®). Besprechen Sie dann die Einnahme mit Ihrem Arzt.

Zur Sicherheit von Tryptophan in Schwangerschaft und Stillzeit liegen derzeit keine Studien vor. Auch für Kinder und Jugendliche sind keine Daten verfügbar.

Gamma-Aminobuttersäure: beruhigt bei Stress

Wirkweise von Gamma-Aminobuttersäure

Gamma-Aminobuttersäure (GABA) ist einer der wichtigsten Botenstoffe im Gehirn, die eine beruhigende und entspannende Wirkung auf die Muskulatur haben. Zudem reguliert GABA das Zusammenspiel zwischen dem Stresshormon Adrenalin und dem Glückshormon Serotonin. Serotonin verbessert die Stimmung und wirkt auch beruhigend. Viele Medikamente zielen auf den GABA-Stoffwechsel ab, um Angst- und Stresserkrankungen oder Depressionen zu behandeln. Chronischer Stress setzt die dämpfende Wirkung von GABA herab.

Einige Vorstudien zeigen, dass die Einnahme von GABA, im Vergleich zu einem Scheinmedikament, die psychische Belastbarkeit verbessert. Größere Studien sind allerdings noch notwendig, um festzustellen, wie gut GABA bei Nebennierenschwäche hilft. Eine unterstützende Wirkung wird aber vermutet.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Gamma-Aminobuttersäure

In der Mikronährstoffmedizin werden bei starker psychischer Belastung oder Burn-out 100 bis 500 Milligramm GABA pro Tag empfohlen. Sinnvoll ist die Einnahme zwischen den Mahlzeiten, zum Beispiel eine Stunde vor dem Essen. So verbessern sich die Aufnahme im Darm und die Wirksamkeit.

Info

Magnesium verbessert die entspannende Wirkung von GABA noch zusätzlich. Daher ist eine Kombination empfehlenswert.

Zu beachten in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Da keine ausreichenden Nachweise für eine sichere Einnahme von GABA während der Schwangerschaft und Stillzeit vorliegen, wird von der Einnahme abgeraten.

Medikamente gegen epileptische Anfälle können die natürliche Menge von GABA im Körper erhöhen. Daher sollten Epileptiker GABA nur in Absprache mit einem Arzt einnehmen. Es kann zu Übermüdung und erhöhter Schläfrigkeit kommen. Zu den Epilepsie-Medikamenten (Antiepileptika) zählen:

  • Phenobarbital (Luminal®)
  • Primidon (Mylepsinum®)
  • Benzodiazepine wie Clonazepam (Rivotril®)
  • Midazolam (Dormicum®)
  • Valproinsäure (Convulex®), Carbamazepin (Tegretal®, Carbaflux®)
  • Phenytoin (Phenhydan®, Zentropil®)

Theanin: beruhigender Inhaltsstoff aus Tee

Wirkweise von Theanin

Theanin ist eine Aminosäure, die hauptsächlich in grünem Tee enthalten ist. Sie hat eine entspannende und beruhigende Wirkung, wie auch verschiedene vorläufige Studien belegen: Studienteilnehmer, die Theanin einnahmen, hatten niedrigere Werte des Stresshormons Cortisol. Forscher vermuten, dass die Einnahme von Theanin die Stressantwort über die Nebenniere hemmen könnte. Der wahrgenommene Stress war bei den Teilnehmern der Studie eine Stunde nach der Theanineinnahme geringer als mit einem Scheinmedikament. Jedoch war der Effekt nach drei Stunden nicht mehr erkennbar.

Zwei weitere kleine vorläufige Studien zeigen, dass Theanin auch den Blutdruck bei gestressten Personen sowie depressive Beschwerden und Ängste bei Personen mit Depressionen senken konnte.

Dosierung und Einnahmeempfehlung von Theanin

Mikronährstoffexperten empfehlen bei Stress die Einnahme von 200 bis 400 Milligramm Theanin pro Tag. Idealerweise sollte Theanin auf nüchternen Magen eingenommen werden, zum Beispiel eine Stunde vor dem Essen. Dies verbessert die Wirkung.

Zu beachten bei Erkrankungen und Medikamenteneinnahme

Es gibt Hinweise darauf, dass Theanin den Blutdruck senken kann. Daher ist bei Menschen mit zu niedrigem Blutdruck Vorsicht geboten und eine Rücksprache mit dem Arzt sinnvoll.

Dosierungen auf einen Blick

Empfehlung pro Tag bei Nebennierenschwäche

 

Vitamine

Vitamin B1

5 bis 10 Milligramm (mg)

Vitamin B2

5 bis 10 Milligramm

Vitamin B6

5 bis 10 Milligramm

Vitamin B12

25 Mikrogramm (µg)

Folsäure

200 bis 400 Mikrogramm

Niacin

100 Milligramm

Pantothensäure

200 Milligramm

Vitamin C

1.000 bis 3.000 Milligramm

  
 

Mineralstoffe

Magnesium

300 bis 600 Milligramm

  
 

Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren

1.500 bis 2.000 Milligramm mit hohem DHA-Gehalt

  
 

Aminosäuren

Tryptophan

1.000 bis 4.000 Milligramm

Gamma-Aminobuttersäure

100 bis 500 Milligramm

Theanin

200 bis 400 Milligramm

 

Sinnvolle Laboruntersuchungen auf einen Blick

Sinnvolle Blutuntersuchungen bei Nebennierenschwäche

 

Normalwerte

Homocystein (Serum)

unter 10 Mikromol pro Liter (µmol/l)

Magnesium (Vollblut)

1,38 bis 1,50 Millimol pro Liter (mmol/l)

Omega-3-Index

5 bis 8 Prozent

 

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Zusammenfassung

Bei Stress sowie andauernder körperlicher und mentaler Belastung löst der Körper eine Stressantwort aus: Die Nebennieren schütten Stresshormone wie Cortisol aus und setzen andere ausgleichende Prozesse in Gang. Es wird vermutet, dass eine andauernde Belastung zu einer Erschöpfung der Nebenniere führt und damit zu einer Nebennierenschwäche.

Die Mikronährstoffmedizin kann bei einer Nebennierenschwäche unterstützen: B-Vitamine wie Pantothensäure, Niacin, Vitamin B1, B6, B12 und Folsäure dienen als Nervennahrung und optimieren den Stoffwechsel sowie die Energieproduktion. Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl, Vitamin C und Magnesium können helfen, die Stressantwort des Körpers zu reduzieren und die seelische Befindlichkeit zu stabilisieren. Auch die Aminosäuren Tryptophan, GABA und Theanin aus grünem Tee tragen zum seelischen Wohlbefinden und zur Entspannung bei.

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Verzeichnis der Studien und Quellen

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